HANK SHIZZOE UND BAND

Live: In der La Cappella Bern am 23. Mai 2019

Bild Fredi Hallauer

Hank Shizzoe mit seiner Band, welche aus Tom Etter (Gitarren), Simon Baumann (Schlagzeug) und Michael Flury (Rasseln und Posaune) bestand spielten ein hervorragendes Konzert in einer ausverkauften La Cappella. Optisch auffallend war, dass kein Bassist die Bühne betrat, akustisch hat der Bass überhaupt nicht gefehlt. Die Soundstruktur mit zwei erstklassigen Gitarristen und der Posaune, plus einem Schlagzeuger welcher das Bassdrum deutlich einsetzte brauchte keinen Bass. Die Band spielte sich durch das aktuelle Album mit vielen anderen Songs ergänzt. So wurde als Tribute an Polo Hofer ein wundervoller Song von Randy Newman gespielt, welcher Polo in seiner Musiksammlung hatte, oder ein Song von Tom Petty zu ehren von ihm, weil er der wichtigste Musiker war für Hank Shizzoe. Ein wundervoll langes Stück zu Ehren von Ali Farka Toure ergänzte die Tribute Serie. Hank Shizzoe spielte mit jedem Musiker ein Stück im Duo. Stilmässig war es Americana, Folk, etwas Jazz und auch ein bisschen Südstaten Groove. Viele Stücke stammten aus der Feder von Hank Shizzoe, einige waren Coverversionen und auch Traditionals hatte es dabei. Es war ein wundervoller Abend mit viel wirklich guter Musik.

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Fredi Hallauer

INEZ

Album: „Now“ (Czar Of Crickets Production)

Inez kommt aus dem Raum Basel und ihr Vater war Kubaner. Sie studierte Musik und beherscht die Perkussion. Ihre Musik in diesem Projekt ist schwierig einzuordnen. Grosse Schublade ist sicher Singer/Songwriter mit spanischen Liedern und englischen Songs. Aber plötzlich tönt es elektronischer und orientalischer. Die Musik ist sehr luftig und transparent und ihre warme und klare Stimme macht alles noch transparenter. Aufgenommen hat sie mit Musikern von den Bands Calexico und Bob Dylan Musiker in Arizona, Sie traf sie an einem Konzert in Basel. Diese Musik ist sehr speziell und sicher alles andere als 0815 und darum findet sie sicher bei vielen Leuten gefallen, welche diese Klänge zu hören bekommen.

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CHRISTIAN TSCHANZ

Album: „Glendora“ (H2U GmbH/Phonag Records)

Der Berner Weltenbummler hat dieses, sein 5. Album in den USA geschrieben und aufgenommen. Er lebt im Moment dort mit seiner Frau und seinen acht Kindern. Die Lieder sind zur Hälfte Mundart und zur anderen Hälfte Französisch. Musikalisch pendelt er zwischen Poprock und Folk, Chanson ist bei den französischen Liedern auch auszumachen. Inhaltlich handeln die Lieder vom Leben, vom realen Leben, der Liebe, dem Fernweh und der Sehnsucht und was alles dazu gehört. Es sind schöne Piano und Gitarrenklänge zu hören, vor allem der akustischen Gitarre. Die Sandpapierstimme von Christian Tschanz passt sehr gut zu den Liedern und Chansons. Dieses Album gehört zu den sonnigen, leicht romatischen Alben.

Fredi Hallauer

ELLIS MANO BAND

Live: Albumtaufe in der Stanzerei Baden am 21. Mai 2019

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Im Rahmen des Badener Bluesfestival tauften die fünf Musiker der Ellis Mano Band ihr Debüt Album. Sie starteten von Anfang an mit kräftigem handgemachtem Bluesrock. Das Schlagzeug und der Bass machten kräftig Dampf, der Keyboarder legte einen Orgelteppich darüber und der Gitarrist wie der Sänger konnten sich darüber austoben. So ging es dann weiter mit Ausflügen in alle möglichen Ecken. So hörte man Led Zeppelin grüssen oder konnte dich an einer romantischen Ballade erfreuen. Der Gitarrist liess oft die Töne genussvoll schweben. Es war sehr schön wieder mal verschiedene alte Fender Gitarren zu hören. Der Sänger war gut bei Stimme und überzeugte. Schwachpunkt an dem Abend war das Licht. Es war zu wild, zu blitzig und im Punkt zu hell, beleuchtete aber die Bühne kaum. Schade. Die Ellis Mano Band bot aber einen gelungenen Abend und zeigte, dass sie eine tolle Live Band sind.

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PELOS

Album: „Only Your Love“

Der Mann aus Einsiedeln ist seit 25 Jahren mit den verschiedensten Bands unterwegs. Nun ist sein Debütalbum unter seinem Namen erschienen, ein Soloalbum bei dem er sich von den verschiedensten Kollegen unterstützen lässt. Es ist ein Popalbum das mal luftig mal etwas zerbrechlicher oder kantiger daherkommt. Er singt von seiner inneren Reise und viel Liebe. Die Musik ist abwechslungsreich und vielseitig, was die nicht allzustarke Stimme wieder wettmacht. Gut tönt es auch wenn jemand die Stimme sozusagen doppelt. Ein Album mit viel Soul und guten ideen, dem aber auf die Dauer irgend ein Gewürz fehlt, damit es ganz einschlägt.

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8PUNKT1

Live: „In Concert“ in der Turnhalle Bern am 19. Mai 2019

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Der Chor 8Punkt1 ist ein Chorprojekt von InVoices für junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren. Das Konzert dieses rund 70köpfigen Chores wurde zweimal gesungen und beidesmal war die Turnhalle ausverkauft. Begleitet wurde der Chor von vier Musikern, welche Rhythmus, Harmonien und ab und zu ein Solo sehr sauber spielten, sich aber nie in den Vordergrund drängten.Grossartig geleitet wurde der Chor von den Sängerinnen von InVoices. Das Konzert begann mit der nonverbalen Vorstellung des Klangkörpers und darauf einem Text dazu von Selma Imhof. Dieser sehr lyrische, aber etwas abgehobene Text wurde dann auch gesungen und immer wieder vorgelesen mit leichten Variationen. Er gab den SängerInnen etwas Zeit zum Verschnaufen, wurde vom Publikum aber verhalten aufgenommen. Dafür begeisterte der Chor zu 100%. Die SängerInnen sangen leidenschaftlich und lebhaft, bewegten sich beim Singen, was übrigens die jeweilige Chorleiterin auch tat und das alles ohne Noten. Viele der jungen Frauen und Männer sangen auch ein Solo und das ebenso gekonnt und souverän. Das Repertoire bestand aus Pop, Soul, Funk und jazzigen Songs oder von „Fever“ zu „Ludmilla“ (Patent Ochsner) zu „Baila“ (Zucchero) zu noch viel mehr. Die Arrangements waren genial und bei einigen Songs begann der Chor Acappella und überzeugte auch bei schwierigen rhythmischen Einstiegsstellen. Dies war ein grandioses Konzert und solche Projekte sollte es noch viel mehr geben. Wie die Konzerte zeigten, ist die Nachfrage bei SängerInnen wie beim Publikum gross.

Fredi Hallauer

VOLXROX

Album: „Familie-Fest“ (H2U GmbH/Phonag Records)

Die Berner Band um den Sänger Simu Lüthi gibt nach drei Jahren ihr zweites Album heraus. Es ist Mundartpop der guten alten Art. Dort ein bisschen rockiger und durch die Handorgel kann man diese Musik auch unter Folkpop oder Folkrock einordnen. Auf das erste Hören kommt einem Trauffer in den Sinn, vielleicht auch Gölä, das kommt durch den gleichen Produzenten, T.J. Gyger zustande. Musikalisch kann man VolXRoX als Partyband einordnen. Die Inhalte der Texte unterscheiden sich bei mehreren Liedern von Trauffer & Co. „Familie-Fest“ erzählt wie es an so manchem Familienfest zugeht. Zu den guten Songs zählen für mich u.a. „Mit u ohni Di“, „Boumhus“ und „Pouseclown“. VolXRox ist ein schönes Album gelungen, welches auf die Schönwetterseite gehört, aber das darf es ja auch einmal wieder sein.

Fredi Hallauer