ALROZANA

Live: CD-Taufe im Yehudi Menuhin Forum in Bern am 16. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer

Das Ensemble bestehend aus Musikern von Syrien und der Schweiz, mit traditionellen Instrumenten und klassischen Musikinstrumenten spielte die zwölf Lieder und Improvisationen dazu, welche auch auf dem Album zu hören sind. Auf der Bühne standen und sassen: Najat Süleiman (syrischer Gesang), Barbara Berger (Schweizerdeutscher Gesang), Kristina Brunner (Schwyzerörgeli), Hassan Taha (Oud und Arrangements), Nayan Stalder (Hackbrett), Herbert Schaad (Geige), Kathrin Bögli (Cello), Evelyn Brunner (Kontrabass), Titus Bellwald (Perkussion) und Mike Maurer (Alphorn). Die Leitung hatte Hans Martin Stähli. Die sehr versierten Musikerinnen und Musiker verstanden es die beiden Kulturen ineinander zu verweben, was nicht nur einfach ist, da die syrischen Lieder nicht auf Strukturen basieren, sondern auf Ornamentik. So musste z.B. das Schwyzerörgeli plötzlich Ornamente spielen und nicht mehr einen Takt mit einer Melodie. Bild Fredi Hallauer
Wenn das schriftlich fremd tönt, live tönte es wunderbar wenn man sich einfach in diese Klangwelten sinken liess, kopflos, wie Hans Martin Stähli es beschrieb bei einer seiner prägnanten und guten Einführungen. Das war neue Volksmusik, globale Volksmusik was gespielt wurde, egal ob es auf „Stets i Truure“ oder „Alrozana“. Bild Fredi Hallauer
Wenn man den Sängerinnen zuhörte ohne auf die Sprache zu achten sondern nur auf den Klang, waren sich die Liebeslieder aus beiden Ländern plötzlich sehr ähnlich. Was Hassan Taha hier geschaffen hat, ist grossartig und wie es die Musiker umgesetzt haben, ebenfalls. Bild Fredi Hallauer
Ein grosses Lob gehört auch Hans Martin Stähli, der die Musiker gesucht und gefunden hat und diese Synthese geschafft hat, die Arrangements mit ihnen umzusetzen.

Weitere Konzerte finden am So 3. März in der Geigenbauschule Spiez, am Sa. 9. März in der Kirche Kirchenthurnen und am 17. März in der Kirche Wohlen statt. Eintritt frei, Kollekte.

Fredi Hallauer

BRAINCHILD

EP: „Sweet Sadness“ (Radicalis)

Das Basler Trio startet unter dem Bandnamen Brainchild mit einer wunderschönen Debut-EP. Die Songs zwischen Pop, Soul und Indie kommen wirklich süss-melancholisch daher. So wunderschön melancholisch um es richtig zu geniessen. Das Songwriting ist sehr gut und die einzelnen Songs haben Wiedererkennungswert. Die Musik basiert auf Piano oder Gitarre, tönt sehr melodisch und bewegt und geht direkt vom Ohr ins Herz. Brainchild zeigen, dass man tolle Musik machen kann ohne Elektronik. Dies ist eine wunderschöne EP um sich auf das Sofa zu setzen, ein Glas Wein zu trinken und den Hochnebel draussen noch schön zu finden.

Fredi Hallauer

RICHARD KOECHLI BLUE ROOTS COMPANY

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 15. Februar 2019

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In der Alti Moschti in Mühlethurnen war wieder einmal Blues angesagt. Auf die Bühne trat Richard Koechli mit der Blue Roots Company. Er spielte das erste Mal im Sextett, sonst war er im Trio zu hören. Mit Richard Koechli (Gitarren, Gesang) spielten Fausto Medici (Schlagzeug), Michael Dolmetsch (Piano, Hammond und Akkordeon), Heini Heitz (Gitarre, Gesang), Dsvid Zopfi (Bass) und Dani Lauk (Bluesharp). Sie legten ziemlich kräftig los und bereits beim ersten Song bekamen alle, ausser dem Bassisten ein ausgedehntes Solo und konnten sich so selber vorstellen. Es zeigte sich sofort, das hier erstklassige Musiker auf der Bühne standen. Das Repertoire zog sich durch die Bandgeschichte von Richard Koechli, seinen Blues Favoriten wie Tampa Red oder JJ. Cale, Liebeslieder und Oden an seine Frau, seine Eltern oder an alle Handwerker. Spannend wurde es, wenn Richard Koechli mit dem Tastenmann auf den Instrumenten Zwiegespräche führten. Alle Musiker inkl. dem Bandleader waren sehr virtuos auf ihren Instrumenten. Der Gesang und die Ansagen waren der Schwachpunkt. Im allgemeinen gab es aber längere Instrumentalteile in den Songs und so fand der Never Ending Blues, nach zweieinhalb Stunden Konzert seinen Abschluss in einem irischen Lied mit Akkordeon Begleitung. Ein wunderbarer Abend.

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Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

EP: „Frisch Usem Ei“ (Sony Music)

Dabu Fantastic bringen ziemlich überraschend eine EP heraus. Ja es sind drei Lieder, also eher mehr eine Maxi Single. Das Titellied ist gut, witzig in Text und Musik und dürfte einen Hit geben, sozusagen „=79“ von 2019. „Berlin“ hat etwas viele Textwiederholungen, ja man weiss dann mal, dass es in Berlin immer regnet wenn sie dort sind. Eher etwas fad tönt „Video“. Aber der Titelsong ist so gut, dass es sich lohnt diese EP zu hören.

Fredi Hallauer

FIJI

Album: „Bizarre“ (Irascible)

Das Duo mit Simon Schüttel dem Soundcreator und der Stimme von Simone de Lorenzi legt mit ihrem fünften Album einen Meilenstein dazu. Was sie hier machen ist nicht mehr nur Disco oder Elektropop, nein es ist alles zusammen und das sehr clever gemacht. Die Klänge sind teils wirklich bizarr und teils gehen sie tanzbar los. Der Gesang von Simone de Lorenzi bewegt sich von warm und düster-romantisch bis zu erotisch oder auch mal schrill. sie singt englisch, französisch und italienisch. Die beiden spielen hier ältere Sachen in alternativen Takes und ganz Neues. Fiji ist sicher eine Band zu der man an der nächsten party tanzen sollte.

Fredi Hallauer

DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

Fredi Hallauer

ARTHUR HENRY

EP: „#Who Am I“ (QFTF Records/Irascible)

Der Mann aus La Chaux-De-Fonds, bekannt als KoQa Beatbox, geht einen Schritt weiter. Er Beatboxt immer noch mit seinem Loop-Gerät, verknüpft aber diese Töne und Rhythmen mit Elektronik, bzw. er elektronisiert sie sozusagen und schafft so neue Klänge und Möglichkeiten. Das tolle daran, der Sound tönt nicht einfach nach Elektro, sondern wirklich neu. So entstanden sieben Songs, teils auch mit Gästen, welche singen. Diese EP ist ein Genuss und verlangt nach mehr.

Fredi Hallauer