WALTER ADLER

Album: „… der Vielsaitige“ (Phonoplay/Phono-Vertrieb)

Der grossartige Appenzeller Musiker, Hackbrettspieler, Kontrabassist, Pianist Akkordeonist und Cellist wird 70 und ihm zu Ehren erschien dieses Album mit 22 Titeln aus seinem Schaffen. Es sind viele seiner Eigenkompositionen zu hören, aber auch Stücke von seinem Vater Ueli Alder,m von Kasi Geiser und weiteren Volksmusik Komponisten. Walter Alder spielt vor allem Volksmusik, aber nicht nur, so verwundert nicht, dass mit „Süssigkeiten“ ein Musette zu hören ist oder mit „Na Ne Na“ ein Stück von Vaya Con
Dios. Die Stücke werden von zwei Formationen gespielt, nämlich der Kapelle Alder und den Alderbuebe. Bei den Alderbuebe spielt Walter Alder das Hackbrett, bei der Kapelle Alder überlässt er das hackbrett seiner Tochter oder Schwiegertochter und er spielt das Akkordeon. Beide Kapelle haben noch die Violine und den Kontrabass dabei. Dieses Album ist ein Stück Appenzeller Musikgeschichte mit wunderschöner Volksmusik von der Steiner Chilbi über Berewegge Polka und einem Czardas bis zum bereits erwähnten Popsong.

Fredi Hallauer

TRUMPF

Album: „Weisch no?“ (H2U Publishing/Phonag)

Das Duo Trumpf stammt aus dem Berner Oberland und macht Mundart Musik zwischen Mundartpop und Schlager. Musikalisch drückt sich das so aus, dass sie ein paar Mal den Schlager Bumm bumm Beat reinhauen, der eigentlich gar nicht nötig wäre. Ihre Texte, Frediauf dieser Debüt CD, erzählen von früher, aus ihrem Leben, sie erinnern sich an vieles und hoffen bei den Hörer*innen so ein Weisch no Effekt auszulösen. Die Finger mit im SDpiel hatte T.J. Gyger und Fredrik Strömberg, welcher auch alle Instrumente spielt. Jesse Ritch singt noch ergänzend mit. Dieses Album ist nicht schlecht, aber wenig organisch, man merkt dass es stark produziert wurde und sucht vergebens nach der lebendigen Musik einer Band. Textlcih sind die beiden absolut mit dabei und schaffen es, sich an gewisse Situationen im eigenen leben zu erinnern.

Fredi Hallauer

LUZIUS SCHULER

Album: „Penta Fest“ (Red Brick Chapel)

Der Pianist Luzius Schuler suchte in 14 Tagen in seinem Studio nach seinem ich. Dafür setzte er nicht nur das Piano ein, sondern umgarnte das Pianospiel mit Synthesizer. Die ganz grobe Schublade ist neo-Klassik, etwas moderner und da und dort wird es leicht jazzig. Aber ansonsten fliesst die Musik so dahin, mal eher ruhiger, dann plätschert sie und ab und zu kommt eine Schwelle oder ein Strudel. Irgendwie geht das Innere von Luzius Schuler an mir vorbei und löst nicht einmal das Kopfkino aus. Ich glaube es war spannender für den Musiker dieses Album zu machen, als es zu hören.

Fredi Hallauer

MOIRA

Album: „Ile du bonheur“ (TOURBOmusic)

Moira ist eine Band um die Musikerin, Sängerin, Komponistin und Produzentin Carola Wirth. Auf diesem Album singt sie ausschliesslich französisch. Musikalisch bewegt sie sich im französischen Folkpop oder Chansonpop. Da gibt es Bläsersätze, Steicher, Akkordeon, Gipsy Gitarren, Balkansounds, Walzer, Folk und vieles mehr. Es ist ein leichtfüssiges und musikalisch fröhliches Album. In den Texten spricht Moira aber auch Themen wie Selbstzweifel an, die es zu überwinden gilt um die Insel des Glücks zu finden. Der Singstil von Moira passt sich den verschiedensten musikalischen Stilen an, also bei Balkansounds singt sie mit dem entsprechenden Timbre und Akkzent, bei den eher dem Chanson zugehörigen Titel, wird sie zur Chansonette. Dieses Album hat mich bereits beim ersten Anhören gefangengenommen und es gehört in die persönliche Bestenliste des Jahres 2022.

Fredi Hallauer

KAPPA MOUNTAIN

EP: „Echo Pool II“ (Platoon/Radicalis)

Kappa Mountain das sind der Pianist Matthias Gusset und der Beat Maker Audio Dope. Die EP beinhaltet sieben Stücke und 18 Minuten Spieldauer. Zu hören sind ausschliesslich Neo-Klassik Piano Stücke mit sanften Beats und Geräuschen versehen. Diese Klänge regen das Kopfkino an oder die Entspannung. Musik die sich aber auch als Ambientmusik eignet, wo auch immer. Sie ist angenehm und recht diskret.

Fredi Hallauer

SCHÄBYSCHIGG

Album: „REtroSchPEKTivä“ (Narrenschiff)

Die Kapelle, eine fast Blaskapelle, wobei das Akkordeon ja auch Luft an die Stimmzungen bläst, ist mit ihrem zweiten Album zurück. Sie spielen mit Klarinette, zwei Trompeten, einer Basstrompete und ein Mann spielt abwechselnd die Tuba, das Akkordeon und hat bei ein paar Stücken den Leadgesang. Das ist neuer bei Schäbyschigg, sie singen etwas mehr und einmal vor allem einen längeren, engagierten Text, nämlich bei „Oh Wält“. Der Albumtitel setzt sich zusammen aus Retrospektive und Respekt, darum ist er so seltsam geschrieben. Der Gruppe geht es um Respekt vor Altem und vor Neuem, denn nichts ist oder war besser. Ihre Musik kann man zur Neuen Volksmusik zählen, es ist aber einfach mehrheitlich Instrumentalmusik zwischen Volksmusik, Jazz und einfach fantasievoller und toller Musik. in den einzelnen Stücken gibt es viele unerwartete Wendungen und Wechsel, was diese Musik speziell spannend macht. Vielleicht das schwächste Stück ist „Whiskey In The Jar“, es ist aber immer noch sehr gut, etwas weniger typisch Schäbyschigg. Auch ihr zweites Album gehört für mich wieder in meine persönliche Liste für das Album des Jahres.

Fredi Hallauer

ROMY WAVE

EP: „Almost Ideal“

Die junge Walliserin trt bereits auf einigen grossen Bühnen auf und präsnetiert jetzt ihre EP. Musikalisch ist es guter Pop und mit einer betörenden Stimme gesungen. Auffallend ist das gute Songwriting, die vier Songs unterscheiden sich deutlich voneinander, ohne ein Stil-Birchermüesli zu machen. Eine EP mit toller Popmusik, schöner Stimme und tanzbar.

Fredi Hallauer

SCHWELLHEIM

EP: „Ei Schritt Vorwärts“

Diese Basler Band gibt es seit 18 Jahren und sie vermögen noch immer zu begeistern oder begesitern je länger je mehr. Mit zwei Sängern und drei Bläsern und ihren tollen Beats. Meistens ist es Reggae, Ska und verwandtes, es sind aber auch andere karibische Rhythmen auszumachen. Gesungen wird Mundart und das für und mit Lebensfreude. Die EP mit sechs Liedern und 23 Minuten Spieldauer ist ein richtiger Aufsteller. Aber auch kritische Töne gehören ins Repertoire, vor allem im Lied „Traum“. Eine EP welche viel Radio Airplay verdient.

Fredi Hallauer

BALTHASAR STREIFF & YANNICK WEY

Album: „Büchelbox 2“ (Zytglogge)

Die beiden Musiker legen ihre zweite CD nach mit Büchelmusik und Musik mit anderen Holztrompeten. Büchel ist ein kleines Alphorn, aber gewunden, oder eine Holztrompete ohne Ventile, also mit den Naturtönen. Der Büchel kommt hauptsächlich in der Zentralschweiz vor und da haben die beiden denn auch gegraben, die Stücke transkribiert und spielen sie nun in hrer Art, oder wie sie sagen, eine Art die auch möglich ist. Unter den 52 Stücken, hat es auch ein paar aus Europa, aus der Ukraine sind es Trembita Stücke, aus Norwegen die Neverlur Stücke und aus Österreich Stücke für das Würzhorn. Weiter kommen Stücke von Bela Bartok dazu, welche er aus Rumänien von den Hirten übernommen hatte, welche Bucium spielten. Einige Eigenkompositionen sind auch dabei und ein Fanfarenstück von Benjamin Britten. Einige Stücke sind aus dem Muothatal und da gibt es bekannte Namen wie: Alois Bürgler, Franz Gwerder, Franz Imhof und natürlich Dominik Marty, welcher bei verschiedenen Auftritten an Folkfestivals (Lenzburg, Gurten) und Folkclubs seine Büchelkunst einem jungen Publikum zeigte. Es ist wirklich verblüffend wie verbreitet die Holztrompeten waren und wenn die Stücke alle auf dem Büchel gespielt werden, sind sie gar nicht so unterschiedlich, gleich aus welcher Gegend sie kommen. „Büchelbox 2“ ist wiederum ein gelungenes Album für interessierte Hörer*innen geworden und präsentiert einfach die Büchelmusik ohne irgendwelche Lehrmeisterei. Ein kleines Meisterwerk in einer für viele Leute unbekannten Nische.

Fredi Hallauer

MICH GERBER, ANDY PUPATO und ROLAND SCHILDKNECHT

Live: In der La Cappella am 10. Juni 2022

Bild Fredi Hallauer

Die drei Musiker sieht man selten so beieinander in einem Konzertlokal. Aber an diesem Abend spielten sie zusammen und es war ein einmaliges Erlebnis. Mich Gerber mit dem Bass und dem Looper, Andy Pupato mit einem grossen Arsenal an Perkussionsinstrumenten und Roland Schildknecht mit Hackbrett und Streichpsalter. Mich Gerber entwickelte die Harmonien und den Beat mit Bass und Loopgerät, dann stimmte meist das Streichpsalter oder das Hackbrett mit Rhythmus ein und die Perkussion warf ihre Töne hinein mit einem kleinen Glöckchen, einem Cymbal oder irgendwelchen Trommeln. Der Bass begann Melodie zu spielen und ein Musikstück, eine Klangwelt entwickelte sich und steigerte sich. Das Hackbrett spielte im Zwiegespräch mit dem Bass oder sie steigerten sich beide in den Rhythmus oder die Melodie und wenn dann noch die Perkussion auch mitmischte nahm es herrlich dramatische Formen an. Die einzelnen Stücke waren lang und es blieb viel Zeit und Raum um etwas entstehen zu lassen. Alle drei Musiker zeigten viel Spielfreude und manchmal auch Spielwitz. Mit diesen Klängen tauchte man in eine andere Welt ein.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer