ŠUMA ČOVJEK

Album: „Fata Morgana“ (Birdrecords)

Šuma Čovjek sind mit ihrem zweiten Album zurück. Sie haben sich durch den Nebel der schwierigen Zeiten gekämpft und sehen jetzt eine Fata Morgana, viel Hoffnung und Schönes. Sie pendeln weiterhin grenzenlos zwischen Balkanpop, Chansons, Balladen, Reggae, auch afrikanische Klänge sind auszumachen und was ihnen gerade in die Quere kommt und zu ihrer von Bläsern dominierten Besetzung passt. Auch sprachlich pendeln sie ohne Grenzen im gleichen Song von französisch zu kroatisch und arabisch. Die beiden Sänger setzen die Geschichte, den Text, die Stimmung einfach in der anderen Sprache fort, ohne genau zu wissen was in der anderen Sprache gesungen wurde. Die Musik ist tanzbar, hoffnungsvoll und die richtige Musik für jede multikulti Party und für jede andere Party übrigens auch. Man darf sich auf den Festivalsommer freuen wenn Šuma Čovjek auf der Bühne stehen.

Fredi Hallauer

BONAPARTE & SOPHIE HUNGER

EP: „1“ (Supermoon/Two Gentlemen)

Die Pandemie macht es möglich dass ungewöhnliche Musikpaarungen entstehen. So trafen sich Bonaparte und Sophie Hunger, welche beide in Berlin leben zusammen mit einem Bassisten und einem Drummer. Sie nahmen zwei Coverversionen auf und schrieben zwei neue Songs. Diese vier Songs kommen frisch daher, einer auf deutsch, zwei auf englisch und einer französisch. Viel gibt es dazu nicht zu schreiben. Es sind zwei der innovativsten Musiker*innen und da kann fast nur gutes dabei herauskommen. Die beiden hatten auch hörbar Spass an diesem Projekt und so können wir das auch haben. Macht Spass.

Fredi Hallauer

PIPPO POLLINA

Album: „Canzoni Segrete“ (Jazzhaus Records/Sound Service)

Pippo Pollina präsentiert ein sehr schönes Album und dies nicht nur akustisch sondern auch optisch. Im Booklet sind nämlich neben Fotos, alle Texte auf italienisch und deutsch und die CD ist im Booklet sehr schön integriert. Die „Geheimen Lieder“ erzählen von Leiden und Freuden, von Sachen die ins Herz treffen und vor allem sollen sie nicht dem Abgrund der Banalität zum Opfer fallen. Es sind wunderschöne Lyrics. Die Musik passt sich den Texten sehr schön an und umschmeichelt sie. Die Rhythmen und die Melodien sind durchaus bewegt und vor allem sehr vieleseitig. Da sind Streicher zu hören, aber auch E-Gitarren, Mandolinen, Schlagzeug und Perkussion, Klarinette, Flöten, Posaune, Saxophon, Kontrabass, Akkordeon, immer genau das was der Text braucht. Für alle die nicht italienisch können ist es kein Problem, den Text kurz nachlesen und dann in den Klängen versinken und sie wirken lassen.

Fredi Hallauer

ENDERS ROOM

Live: Winterfestival im BeJazz am 22. Januar 2022

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Dieses Sextett um den Saxophonisten Johannes Enders heizte zum Schluss des Festivals nochmals so richtig ein. Der E-Bass von Wolfgang Zwiauer und der Perkussive Schlagzeuger setzten gleich von Beginn weg einen kräftigen und jazzigen Beat.

Bild Fredi Hallauer

Jean-Paul Brodbeck liess das Piano dazu phantasieren,

Bild Fredi Hallauer

der Trompeter Bastian Stein und der Bandleader Johannes Enders bliesen schöne jazzige Melodien dazu. Der Vibraphonist Karl Ivar Refseth entpuppte sich als wahrer Hexenmeister an seinem Instrument, manchmal wirbelte er mit seinen Stöcken und Schlegeln nur so herum, dann strich er das Vibraphon mit zwei Geigenbögen.

Buld Fredi Hallauer

Enders Room überzeugten in diesem akustischen Set, sie setzten nur ganz wenig Elektronik ein. Das war ein würdiges Konzert mit spannender Musik zum Abschluss.

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Fredi Hallauer

LUCIA CADOTSCH & SPEAK LOW

Live: Winterfestival im BeJazz am 22. Januar 2022

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Das Trio bestand aus einem Kontrabassisten und einem Tenorsaxophonisten und der Sängerin Lucia Cadotsch. Sie interpretierten bekannte Stücke aus Jazz und Songs auf eine ganz eigene Art. Lucia Cadotsch sang in einer Art melodischem Sprechgesang, klar und deutlich mit einer sehr schönen und angenehmen Stimme. Der Kontrabassist spielte etwas für sich in einem anderen Rhythmus und der Tenorsaxophonist spielte sehr neblige Töne, auch irgend etwas und es passte trotzdem alles zusammen und ergab ein Ganzes. Diese Art Musik brauchte eine gewisse Zeit zum Hineinkommen wurde dann sehr faszinierend.

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Fredi Hallauer

BLAU SALVATGE

Live: Winterfestival BeJazz am 22. Januar 2022

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Fredi Hallauer

Das Oktett um den Vibraphonisten Joan Pérez-Villegas startete den dritten Abend des diesjährigen Winterfestivals. Mit Geige, Flöte, Bassklarinette, Trompete, Posaune, Bass und Schlagzeug spielten sie Musik zwischen Klassik, Neo-Klassik und Contemporary Jazz. Ihr häufig eingesetztes Stilmittel waren Pattern, oft gleichzeitig verschiedene Pattern, und das durch die Melodieinstrumente, Bass und Vibraphon haben dann ein melodisches Pattern dazu übernommen. Ein Stück war von Bach, das wurde dann aber ziemlich jazzig interpretiert. Blau Salvatge hatte einen sehr eigenständigen Stil, der sich sowohl für emotionale Musik wie auch für contemplative Stücke eignete.

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Fredi Hallauer

MUSIQUE SIMILI

Live: Albumtaufe „Paramundo“ in der La Cappella am 21. Januar 2022

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Musique Simili ist zurück mit einem neuen Album und einem neuen Konzertprogramm. Paramundo spielten sie in der Besetzung: Vicky Papiliou, Sängerin mit schauspielerischem Talent und Kontrabassistin mit griechischen Wurzeln, Juliette Du Pasquier an der Geige aus dem Bordelais und Marc Hänsenberger am Akkordeon aus dem Kanton Bern. Das neue Programm hat einen roten Faden, es geht um das Geheimnis und die Reise nach Paramundo. Paramundo ist überall wo es einfach schön ist. So führte denn die musikalische Reise von Ungarn nach Argentinien, Sizilien, Spanien, Griechenland, Rumänien, Südfrankreich, Russland und immer wieder begegnete man den Roma und der Tzigan Musik. Vicky Papiliou setzte das ganze musikalische Spektakel auch in Szene. Sie spielte die verschiedensten Rollen und machte das hervorragend und das tat dem Programm sehr gut, da Marc Hänsenberger sich ganz auf sein Akkordeon und das Piano konzentrierte und Juliette Du Pasquier so feurig Geige spielte und sang und nicht noch Theater spielen konnte. Musique Simili bot einen Abend mit toller und ansprechender Musik und einer guten Portion Unterhaltung.

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Fredi Hallauer

JÜTZ

Live: Album-Taufe „Süsse Stille“ am Winterfestival von BeJazz am 20. Januar 2022

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Jütz, das Trio mit Isa Kurz, Daniel Woodtli und Philipp Moll starteten mit einem Stück aus ihrer Anfangszeit. Es führte durch die Alpenregionen vom Tirol in die Schweiz. Natürlich blieben die Stücke nicht so wie sie sind, sondern es wurde alles verjützt. Was die drei Musiker*innen machten ist einfach grossartig. Sie beherrschten ihre Instrumente, Isa Kurz gleich die Geige, das Akkordeon, das Hackbrett und die Harfe, dazu sang sie hervorragend in einer sehr verständlichen und eigenen Art.

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Daniel Woodtli blies die Trompete und das Flügelhorn und entlockte den Instrumenten auch auf andere Arten Töne. Philipp Moll strich und zupfte den Bass. Alle spielten zwischen Freejazz, Jazz, Volksmusik und Klassik. Nach dem ersten Stück, kam der Block mit den Stücken aus dem Album „Süsse Stille“, welche live doch um einiges lebhafter waren als auf dem Album. Zum Schluss dann noch eines aus früheren Jahren aus dem Gürbetal und als Zugabe dann noch „Der Mond ist aufgegangen“ aus dem neuen Album. Ein grossartiges Konzert welches einem zum schmunzeln, staunen und träumen brachte.

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Fredi Hallauer

JOE HAIDER JAZZ ORCHESTRA

Live: „The Last Appearance“ am Winterfestival von BeJazz am 20. Januar 2022

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Joe Haider wurde letztes Jahr 85 Jahre alt und wollte den letzten Auftritt mit grosser Band auf grosser Bühne feiern. Nun tat er es halt mit 86.

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In seinem Orchestra waren an diesem Abend sechs Bläser (drei Holz- und drei Blechbläser), Kontrabass und Schlagzeug und der Maestro am Piano. Dazu kamen die Sparklettes, also vier Sängerinnen (für die ausgefallene Xenia Zampieri sprang Lisa Hasler ein)

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und ein Streichquartett mit zwei Violinen, einer Viola und einem Violoncello.

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Schon ganz am Anfang wurde klar, hier geht es zur Sache. Das Tempo der Stücke war hoch, viele kurze Soli in schnellem Wechsel, wilde Streicher, hochtempo Schlagzeug, virtuoser Bass und Joe Haider mit flinkem Pianospiel. So spielten sie sich durch Eigenkompositionen von Joe Haider und andere Stücke hatte er arrangiert. Sandy Patton hat für zwei Songs die Texte geschrieben. Es war unglaublich den Swing den das Orchester hatte und auch den Drive.

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Joe Haider empfahl bei einem Stück von Charlie Parker anschnallen und das musste man wirklich. Die Streicher rasten mit Höchstleistung durch dieses schnelle BeBop Stück, absolut brilliant und die restlichen Musiker und die Sängerinnen zogen natürlich mit. Zwischen den Stücken erklärte Joe Haider so einiges und plauderte, nicht unkritisch von seiner Musikerlaufbahn. Als Zugabe kam dann noch Sandy Patton auf die Bühne und löste Begeisterungsstürme aus.

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Fredi Hallauer

MARTIN SCHAFFNER

Doppel-CD „Rising Tide – Swiss Edition/Junge Maa vo Langebrugg“

Martin Schaffner ist ein Singer/Songwriter aus Olten. Er hat eine englischsprachige CD mit zehn Songs und eine Mundart CD mit drei Liedern veröffentlicht. Musikalisch ist es Country, American Folk und Americana vor allem mit akustischen Instrumenten eingespielt. Die Musiker*innen sind Cracks aus Nashville und der Gesang übernimmt Martin Schaffner und vier Frauen aus der Schweiz. Schon die Musik ist so schön, dass sich die Anschaffung dieser CD nur schon deshalb lohnt. Die Inhalte der Lieder sind Geschichten, welche er wunderschön erzählt, egal ob englisch oder Mundart. Wer gerne handgemachte Musik mit Hang zum Country mag, liegt hier richtig.

Fredi Hallauer