LEA LU

Album: „I Call You“ (LL Records/Irascible)

Wenn die Zürcherin Lea Lu ruft, so kommen sie alle.So hat man das Gefühl, denn sie hat ganz tolle Musiker zusammengebracht und ein paar Featuring Gäste mit denen sie zusammen dieses Album aufgenommen hat. Es ist ein askustisches Album, vielseitig bewegt, popig und getragen von der warmen Stimme von Lea Lu. Inhaltlich geht es um Einsamkeit mit der Hoffnung daraus auszubrechen, aber auch um Begegnungen, Sehnsüchten und vielem mehr was (junge) Menschen bewegt. Die Themen sind sehr schön musikalisch umgesetzt. Bei der Einsamkeit beginnt eine einsame akustische Gitarre um sich dann später den Platz mit anderen Instrumenten zu teilen. Das Klangbild ist grossartig durch den Einsatz von den verschiedensten Instrumenten, auch Bläser, und dies nicht einfach für Riffs, sondern für ergänzende Klänge. Lea Lu und ihren Musiker*innen ist ein cleveres Popalbum gelungen.

Fredi Hallauer

CARROUSEL

Album: „Cinq“ (Phonag)

Das Welschschweizer Duo veröffentlicht bereits ihr 5. Album, wie es der Albumtitel „Cinq“ schlichtwegs verrät. Es ist eine Freude den beiden zuzuhören. Ihr Gesang, oft singen Frau und Mann im Wechsel oder zusammen mit schönen Harmonien, warmen Stimmen, welche sich in die Gehörgänge schmeicheln. Die beiden singen alles französich zu lockerer Musik auf Gitarre, Elektronik, Glockenspiel, Bass und Schlagzeug (Bass und Schlagzeug übernehmen zwei zusätzliche Musiker). Der Rhythmus ist bewegt und die Musik dreht sich fröhlich wie ein Karussell. Ihr Texte sind Alltagsbeobachtungen der Menschen rund um uns. Alles ist tanzbar, fröhlich und mit viel französischem Charme und auch einigem Augenzwinkern gesungen. Herrliche Popmusik,

Fredi Hallauer

MAX LÄSSER UND DAS KLEINE ÜBERLANDORCHESTER

Live: La Cappella Bern am 19. September 2021

Bild Fredi Hallauer

Max Lässer an Mandoline, Gitarre, LapSteel, Markus Flückiger an den Örgelis, Marcel Lüscher an den Klarinetten, Patrick Sommer Kontrabass und Kaspar Rast am Schlagzeug fuhren wieder Überland oder über Land durchs Land. Die fünf Virtuosen nahmen bestehende Melodien aus der Volksmusik oder eigene Kompositionen und liessen es dann zusammen irgendwohin gehen. So spielten sie keine reine Volksmusik, obwohl viel Volksmusik in ihrer Musik steckte sondern reicherten die Stücke an mit jazzigem, improvisiertem, ein bisschen Americana liess sich ausmachen oder manchmal tönte das Örgeli von Markus Flückiger wie ein TexMex Örgeli. Auch die Eigenkompositionen starteten zum Beispiel als Schlaflied, der zweite Teil hatte aber dann ziemlich Power und Zug drauf. Ein Innerschweizer Stückli bekam ziemlich viel afrikanisches ab, zumindest was die Gitarre von Max Lässer betrifft.Natürlich half auch da das Schlagzeug mit, von der Innerschweiz nach Afrika zu gelangen. Ein ganz anderes Stück, waren ehemalige Improvisationen von Max Lässer, welche mit der Zeit zu einem Werk wurden, welches immerzu an Länge gewann. Max Lässer spielte als Premiere zwei Stücke auf dem Schwyzerörgeli und das noch gut. Das war wirklich sehr schöne, spannende, interessante und gut gespielte Musik der anderen Art, welche beim Publikum sehr gut angekommen ist.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

PHENOMDEN

Album: „Streunendi Hünd“ (One Ton/Irascible)

Phenomden liess uns lange auf ein neues Album warten. Er lebte sechs Jahre in Kingston/Jamaika und nun ist er zurück in der Schweiz mit einem Albumund einer Tour. Phnomden ist vielseitiger geworden. Er entdeckte den Soul und lässt nicht nur den modernen Reggae und den Roots Reggae erklingen, nein es ist auch viel grooviger Soul zu hören. Alle zehn Songs sind Mundart und handeln von den verschiedensten Lebensgefühlen, Liebe, Selbstzweifel, Nicht zur Ruhe kommen. Aber auch von einem Ride durch Kingston oder eine Zusammenfassung von den verschiedensten Johnny Songs mit schönen verzerrten Gitarren machen sich sehr gut. Die Feuerzeughymne „Ich gseh di“ setzt dem Album noch die Krone auf. Aber eigentlich ist jedes Lied eine Perle, eine interessante Geschichte oder fährt mit Groove in die Beine. Trotz der Vielseitigkeit kommt das Album aus einem Guss daher.

Fredi Hallauer

77 BOMBAY STREET

Live: Im Bierhübeli am 15. September 2021

Bild Fredi Hallauer

Die vier Brüder sind nach längerer Abwesenheit, zuerst gewollt und nachher wegen der Pandemie, zurück auf der Bühne. Sie sorgten sofort für strahlende Gesichter und das Publikum sang kräftig mit, fast von Anfang an. Ihr unbeschwerter Sound sorgte für eine Fröhlichkeit und Freude. Einen Song präsentierten sie bereits von ihrem neuen Album, welches im Oktober erscheinen wird. Alle vier kamen als Quartett aber auch Solo zum Zug. Jeder hatte seinen Solo Gesang, aber auch Soli auf seinem Instrument. Da sie abwechselten und dank der genialen Tonanlage im Bierhübeli konnte man die Feinheiten der einzelnen Stimmen sehr gut ausmachen. Ein Höhepunkt war, als das Quartett mehrere Lieder vollkommen akustisch sangen. Das war wirklich unplugged, Gitarre ausgezogen und Mikrofone weggestellt. Akustische Gitarre und Stimmen. Einmal waren es drei Stimmen, ein andermal zwei oder Anfangs zwei und dann drei. Das Publikum stand nahe bei der Bühne und sang schön mit, dass es einem kalt den Rücken hinunterlief. Dann wurde wieder abgefeiert und die Hits und sonst bekannten Songs gespielt. Alles war mit hoher Qualitat dargeboten, sympathisch, witzig und es war beste Unterhaltung, ohne eine übertriebene Show zu veranstalten. 77 Bombay Street können es noch und sie sind ein Genuss.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

ODD BEHOLDER

Album: „Sunny Bay“ (Sinnbus Records/Irascible)

Odd Beholder, das ist die Musikerin aus Baden, Daniela Weinmann und weitere Musiker. Daniela Weinmann hatte aber die komplette Kontrolle übernommen und alles musste genau so klingen wie sie es wollte. Nach zwei Ep’s und einem Album ist es das zweite Album. Ging es bisher vorwiegend um Digitalisierung geht es jetzt um Natur, Romantik die mit Natur verbunden sind, Eskapismus und Entfremdung. Musikalisch bewegt sich Odd Beholder zwischen Pop, Elektropop und Singer/Songwriter. Ihre Stimme ist mal warm und kräftig, dann wieder hoch, dünn und zerbrechlich. Die Songs sind im Midtempo gehalten und haben durchwegs tanzbare Beats.

Fredi Hallauer

FEMI LUNA

Album: „Library“

Femi Luna kommt aus Herisau und hat holländische Wurzeln. Dies ist ihr erstes Album, nach einer EP. Femi Luna ist kein Pseudonym, sondern ihr wirklicher Name. Sie ist Singer/Songwriterin und erzählten Geschichten aus ihrem leben. Alles was sie berührt und beschäftigt setzt sie in Lieder um. Mit ihrer warmenund kräftigen Stimme berührt sie damit auch die Hörer*innen. Die Begleitung ist spärlich, einfache aber trotzdem spezielles Piano oder auf der E-Gitarre. Im Hintergrund untermalt ein Synthie die Klanglandschaft. Ab und zu kommt auch ein Schlagzeug dazu. Das sind Songs, welche man sich einfach anhören muss, auf das Sofa, nach hinten lehnen und hören. Es lohnt sich.

Fredi Hallauer

THE BOWMANS

Album: „Scrutiny“ (TOURBOmusic)

Das Zwillingsschwesternpaar, die eine Schwester lebt in den USA, die andere in der Schweiz, veröffentlichten ein Popalbum mit Folkeinflüssen. Aufgenommen wurde das Album in der Schweiz. Das Markenzeichen der Bowmans Schwestern ist ihr Gesang. Sie singen aus einem Guss, egal ob sie parallel singen oder auch versetzt. Die Songs sind bewusst von den 80iger Jahren beeinflusst, durch Musik welche die Beiden in ihrer Kindheit in den USA gehört haben. Sehr stark wirken die Songs wenn sie im Bereich Folkpop oder Indie-Folk liegen. Akustische Gitarre und das Cello stärken die Stimmen und wenn dann noch eine E-Gitarre dazu erklingt, gibt es Hühnerhaut. So geschieht das bei „Blue Light“. Natürlich ist es auch toll wenn es ein bisschen rockt, so richtig mit Schlagzeug und E-Bass. Das Album ist sehr abwechslungsreich.

The Bowmans sind auf Tour und gastieren am Sonntag 12. September in der La Cappella Bern

https://www.la-cappella.ch/de/hauptnavigation/spielplan-4.html

hier der ganze Tourplan und mehr https://www.thebowmansmusic.com/

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Alles was du brauchst“ (Polydor/Universal Music)

Beatrice Egli ist mit einem neuen Album am Start und wie. Sie startete gleich durch und eroberte sofort die Charts auf Höchstplätzen und das verdient. Ja Beatrice Egli singt immer noch Schlager, aber sie wertet den Schlager auf. Da ist nichts billiges dahinter. Sie singt sie mit einer Leichtigkeit und sie schreit sich dabei nicht die Seele aus dem Leib. Auch die Musik ist angenehm und die Melodie wird nicht von Bass und Beats totgeschlagen. Da sind einige echte, tanzbare Schlager dabei, dann hast es aucvh Schlager bei denen der Text sehr wichtig ist. Sie singt von Frauen Empowerment auf eine unverkrampfte Art und Weise, vom so sein dürfen wie man ist. Dann hat es ein Lied, das ans Herz geht „Leise Lieder“ über häusliche Gewalt. Alles ohne Zeigefinger. Beatrice Egli hat in einem Frauenteam das Matterhorn bestiegen und jetzt einen Mundartreggae dazu gemacht, natürlich mit Hilfe von Dodo und ein paar weiteren Musikern. Wenn man ihn so hört ist es ein richtiger Dodo Song, aber luftig und cool gesungen von Beatrice Egli. Dieses Album hat es in sich.

Fredi Hallauer

CARVEL

EP: „Cannot Not Dance“

Die Basler Band lässt das Tanzfieber wieder aufleben und wie. Mit ihren sechs Songs jagen sie einme jede Menge Energie in die Beine und Hüften und machen so den Kopf frei von Pandemie undso, einfach bereit zum Tanzen. Aber aufgepasst da wird nicht irgendwelcher Eurodance fabriziert, nein echte tolle Tanzmusik. Pop für den Club oder die private Party. Das tolle an dieser EP ist, jeder Song klingt anders, man kann sie voneionander unterscheiden, aber keiner ist schlechter oder beser zum Tanzen. Musikalisch wird man vielleicht manchmal an die frühen Yello erinnert, einfach um eine etwas genauere Vorstellung zu geben. Wer gerne tanzt oder beschwingt irgendwelche Arbeiten machen will, Carvel helfen dabei.

Fredi Hallauer