LOST IN LONA

EP: „Lost In Lona“ (Irascible)

Das Duo aus Basel veröffentlicht ihre erste EP mit fünf Songs, einer auf französisch und vier auf englisch. Es sind schöne Klavierballaden, mit jazzigen Anklängen, manchmal wilderen Gitarrenriffs und vor allem einer wunderschönen Frauenstimme. Mit Ballade sind nicht nur langsame Rhythmen gemeint. Die Songs sind nicht nur romantisch, da ist Wut dabei, Hoffnung, Aufzeichnung der Weltsituationen. Aber Lost in Lona lassen einem nicht alleine, sie nehmen unsere Hand und führen uns durch den Sturm. Es geht um Gefühle, aber nicht nur bei der Liebe, sondern auch bei Corona mit dem Lockdown und bei der aktuellen Weltlage. Eine auffällig gute und schöne Debüt EP.

Fredi Hallauer

FRÄULEIN LUISE

EP: „Kleine Freiheit“

Die Zürcher Band, zwei Frauen und zwei Männer, machen Mundart- und Deutsch Indie Pop. Ihr Ziel ist es leichte Musik zu machen, luftig und bekömmlich und das ist ihnen bei allen fünf Liedern gelungen. Die Texte haben es aber in sich. Sehr stark ist „Eusi Stadt“, darin wird die Stadt besungen wo nur der Strich lebt und ein Mensch einsam ist, süchtig wegen der Einsamkeit und einsam wegen der Sucht. Die anderen Lieder gehen um Liebe, Einsamkeit, Geborgenheit und zwischenmenschliche Beziehungen, auf eine sehr schöne Art. Eine starke EP.

Fredi Hallauer

VOLTAGE ARC

Album „In Your Face“ (Lunatic)

Das Quartett ist eine Rockband, welche im häreren Segments des Rocks spielt. Irgendwo zwischen Hardrock, Heavy Metal und Crossover. Sie experimentieren noch etwas mit ihrem Stil, Gitarre und Bass sind Stilsicher Rock, egal was die anderen beiden machen, der Drummer versucht gerne andere Rhythmen was dieser Musik sehr gut tut. Der Sönger reist noch am weitesten in den Stilen umher. Wenn er shoutet, passt das sehr gut in den Sound, auch die Crossover Ausflüge, wo er fast rappt, stehen ihm sehr gut an. Wenn er aber im Metal Stil in den tiegfen Tönen herumröhrt, tönt das vielleicht gefährlich, so wie es Rocker gerne sind, passt aber sehr schlecht in das Soundgefüge. Als Debütalbum absolut ok, aber der Band steht noch viel Arbeit bevor um zu den Grossen zu gehören.

Fredi Hallauer

KRUGER BROTHERS & KEISER TWINS

Album: „Carolina Roots“ (Swiss Tex Music/iMusician)

Auf diesem Album spielen die beiden Krüger Brüder nicht mit ihrem angestammten Bassisten, sondern mit Peter Keiser am Bass. Da es die keiser Zwillinge nur zusammen gibt, übernimmt Walter Keiser das Schlagzeug und die Perkussion. Was so auf der Affiche den Eindruck macht, schade da geht ja das Banjo und die Gitarre unter, ist nicht so. Gerade das Schlagzeug, das bei uns bei den Kruger Brothers nicht dabei ist, bringt sehr viel und stützt das quirlige Banjospiel, hebt es sogar noch mehr hervor. In den USA spielen die Kruger Brothers übrigens sehr oft mit einem Perkussionisten zusammen. Stücke mässig geht es quer durch den amerikanischen Musikgarten. Eigene Songs, wie das Anfangsstück „Swing That Maul“ und weitere aus dem Auftragswerk der Southern Pacific Railway Company, sind dabei, Dann ein paar Traditionals wie „Deep Ellum Blues“, „Carolina Mountain Memories“ oder „Darling Corey“. Das „Dont’t Think Twice“ von Bob Dylan, eine Eigenkomposition der keiser Twins, „People Get Ready“ von Curtis Mayfield und zum Schluss noch „Streets Of London“ von Ralph McTell. Wer sich nun fra,gt, brauche ich diese alten Klassiker noch, dem kann ich nur sagen, so hat man sie noch nie gehört. Einverstanden, der Gesang ist Kruger Brothers, etwas rauh und kantig und amerikanisch, aber das Banjo und die Gitarre sind auch Kruger Brothers, aber einsame Weltspitze. Wer so leicht und quirlig Banjo spielen kann und tut und fast blindlings der Gitarre vertrauen, welche nicht weniger quirrlig ist. Aber auch Bass und Schlagzeug haben bei diesem Album ihren Stellenwert.

Fredi Hallauer

Black Sea Dahu

EP: „Orbit“ (Mouthwatering Records)

Black Sea Dahu haben eine EP mit vier Songs aufgenommen. Es ist eine EP der Suche. Der Gesamtklang ist eher dunkel wie immer, aber sonst hört man verschiedene mehr oder weniger gelungene Versuche neue Stilmittel zu finden, welche passen. „Orbit“ ist im gwohnten Rahmen, „Le Temp Se fuit“ hat einen französischen Titel, wird aber wie alle Songs englisch gesungen. Dieser Song ist etwas folkiger lebendiger und passt gut zur Band. Bei „Mind Power“ sind sie am weitesten gegangen mit Piano und einem alleine eingespielten Orchester von einêm Cellisten. Aber irgendwie passen Gesang und Musik nicht wirklich zusammen. Bei „My Guitar is to loud“ fällt das scxhöne Gitarrenspiel auf, welches noch etwas mehr in den Vordergrund treten könnte, ansonsten ein sehr schöner Song.

Fredi Hallauer

KRUGER BROTHERS

Live: „Blue Mountain Tour 2022“ im Kulturhof Schloss Köniz am 18. November 2022

Bild Fredi Hallauer

Diesmal kamen die Kruger Brothers in ihrer Original Besetzung, nämlich die beiden Kruger Brüder und der Bassist Joel Landsberg. Sie waren in bester Spiellaune, wie eigentlich immer. Der erste Teil bestand aus vielen sehr virtuosen Instrumental, also einfach Acoustic Music, vom Stil her. Dazwischen gab es auch mal einen Song. Es war der relativ ruhige Teil, wobei wenn man die Anzahl Töne rechnet, welche die drei spielten, war es alles andere als ruhig. Nach der Pause wurde es vielseitiger und lebendiger. Sie spielten nicht nur Eigenkompositionen, sondern einen ganzen Teil mit Songs von anderen Leuten und viele davon waren sehr bekannt. Selbstverständlichen waren sie alle in einem Kruger Brothers Gewand. Stilmässig ging es hier von Folk, zu Old Time Music, Einflüsse von Bluegrass und Country waren ebenfalls zu hören und als letzte Zugabe noch einen Blues, der aber auch einen Gypsi Swing Mittelteil hatte. Es war ein enorm abwechslungsreiches Konzert. In der Mitte des zweiten Teils kam Cliodhna Ni Aodain, bekannt als Celtic Cello auf die Bühne und spielte zwei Stücke mit den Kruger Brothers. Sie nannten die neue Band The Beauty And The Beasts. Cliodhna Ni Aodain lernten sie auf einem Celtic Festival in Kanada kennen und fanden heraus, dass sie in Bern wohnt. Was lag da näher al ssie zum Konzert einzuladen.

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Der erste Teil des Konzerts dauerte eine Stunde, der zweite Teil, gute eineinhalb Stunden. Es wurde nie langweilig bei diesem tollen Konzert.

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Fredi Hallauer

CAPITAL YOUTH

Album: „Perfect Timing“ (Roosevelt Records)

Das Genfer Quartett debütiert mit dem Album „Perfect Timing“. Musikalisch ist es schnell zusammengefasst: Treibender Rock, melodiös mit markanter Stimme gesungen. Es ist eine lebensfrohes Album, schöne Gitarren und Keyboards, treibender Bass und Schlagzeug. Aber alles ist etwas gleichförmig vom Klang her, die Rhythmen varieren, aber es fehlt das gewisse etwas, welches die Band besonders macht. Vielleicht kann man sagen, es liegt an den Songs, also am Songwriting. Capital Youth haben noch viel Luft nach oben um ihr Potenzial richtig zu entwickeln.

Fredi Hallauer

GINGER AND THE ALCHEMISTS

Album: „Better Now“

Ginger and the Alchemists lassen es uns gut gehen. Das Album ist ein wunderschönes und verspieltes Werk. Eine schöne sehr berührende Stimme dominiert den Sound und dahinter sind Gitarren, Bass Schlagzeug und Keyboards dezenet zu hören und sie werden nur in den Soli leicht lauter. Nein es ist kein langweiliges Album. Der Rhythmus ist sehr unterschiedlich zwischen langsam bis ziemlich schnell, aber die Musik bleibt ruhig. Ginger hat aber ihre Dynamik in den Songs, mal eindringlicher mal träumender. Sie erzählt uns wie man sich fühlt nachdem man sich selber etwas zu Gute getan hat oder „geheilt“. Das ist Indie Folk oder Poetry Pop. Einfach geniessen.

Fredi Hallauer

ALICE TORRENT

Album: „An Ode To The Sun“ (Irascible)

Die Walliserin veröffentlicht ihr zweites Album. Mit ihrer teils zerbrechlichen, teils kräftigen Stimme singt sie englisch. Musikalisch bewgt sie sich von der feinen Pianoballade zu IndiePop bis zu Annäherungen an Postpunk. Wenn nicht nur das Piano spielt wird die Musik oft sehr sphärisch und träumerisch. Es ist ein anspruchsvolles Album, welches aber die Gefahr birgt, dass wenn man das ganze Album hört, die Musik plötzlich zur Hintergrundmusik wird. Irgendwo fehlt das gewisse Etwas, wie bei einem feinen Essen, wo man das Gefühl hat irgend ein Gewürz fehlt, aber man weiss nicht welches.

Fredi Hallauer

EVA KESS „Inter-Musical Love Letter“

Live: „Inter-Musical Love Letter“ im BeJazz am 11. November 2022

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Die Komponistin, Leaderin und Kontrabassistin Eva Kess trat mit 13 hervorragenden Musiker*innen auf die Bühne und sie spielten das Projekt Inter-Musical Love Letter. Das Ensemble bestand aus zwei Saxophonisten, zwei Trompetern und Flügelhornisten, einer Posaunistin, zwei Geiger*innen, einer Violaspielerin, einer Cellistin, einer Sängerin, einem Vibraphonisten, einem Gitarristen und Rapper, einem Schlagzeuger und Eva Kess am Kontrabass. Die Musiker*innen waren viele illustre Namen und noch illustre Herkünfte, ein Projekt über Generationen, Nationen, einfach über alle Grenzen hinweg. Die Kompositionen waren ebenso grenzenlos, sie bewegten sich zwischen Jazz, moderner Klassik, experimenteller Musik und sogar Rap. Der Aufbau war ziemlich komplex, auch die Strukturen, trotzdem konnte man entspannt zuhören und dank den Erläuterungen von Eva Kess, sein Kopfkino einschalten, bei „Wave“ oder „Magic Mama“ zum Beispiel. Die Kompositonen waren verspielt, manchmal mit richtigem Musikwitz ausgestattet und sie verbreiteten gute Schwingungen. Dieses ganze Konzert genau zu beschreiben ist ziemlich schwierig, denn Eva Kess wollte mit Musik etwas Positives ausdrücken, was ihr gelungen ist, und nicht mit Worten.

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Fredi Hallauer