OKTO VULGARIS

Album: „Modern Me“

Das Quartett aus dem Raum Chur spielt so herrlichen dreckigen Rock zwischen Grunge und Stoner, aber auch viel 70iger Elemente sind zu hören. Die beiden Frauen sind am Gesang/Gitarre und an der Leadgitarre, die beiden Männer am Bass und Schlagzeug. Die Geschlechter spielen bei diesem Sound keine Rolle, alles klingt kräftig. Die tiefe rauhe Frauenstimme schreit einem ihren Dreck ins Ohr, ihre Wut ins Gesicht und da gibt es keine Streicheleinheiten. Der Bass rumpelt und donnert zusammen mit dem Schlagzeug unter den oft tief gestimmten Gitarren. Die Band hat sich Zeit gelassen für dieses Album und viel ausprobiert und gejammt und das hat sich gelohnt. Okto Vulgaris spielen keinen 0815 Rock auch radiotauglich ist diese Musik nicht, ausser für mutige und spezielle Radios. Aber diese Musik wird älteren und jüngeren Menschen sehr gefallen, welche Rockmusik mögen, darum unbedingt anhören.

Fredi Hallauer

LAST AVENUE

Album: „Hedonism“ (Irascible)

Das Rockquartett aus dem Raum Zürich versteht es Rockmusik zu machen in den verschiedensten Spielarten dieses Genres. Der Opener ist eine Poprocknummer, dann geht es richtig zur Sache mit Rock, später ist es Bluesrock oder auch funkige Rocknummern sind zu hören. Der Sänger hat eine charismatische Stimme mit viel Wiedererkennungswert, und das haben auch die Songss. Hier klingt nicht alles ähnlich oder gleich, nein Abwechslung ist das Markenzeichen. Slappender Bass, tolle Gitarrensoli und mehrstimmiger Gesang sind weitere Markenzeichen der Band. Ein tolles und tanzbares Album, welches man aber auch nur Anhören und Geniessen kann.

Fredi Hallauer

PATRICK SCOTT

Album: „Back In The Day“ (cloud26)

Patrick Scott ist auf diesem Album popiger geworden. Die Musik fetzt aber so richtig und die Songs sind tanzbar. Seine Popsongs sind mit gehörigen Portionen von Funk und Soul angereichert. „Back In The Day“ ist Programm und soll an die grossen Stars und deren Zeiten erinnern, wie Prince, Michael Jackson und Stevie Wonder. Sein 6. Studioalbum ist ein Kaleidoskop wo immer wieder neue Facetten funkeln. Irgenwie ist dieses Album wie eine Radiosendung durch vergangene Zeiten und trotzdem ist es aktuelle Popmusik. Dies ist ein sehr vielseitiges Album und wie schon gesagt tanzbar.

Fredi Hallauer

TROUBAS KATER

Live: „Tornado Sessions“ Openair im Kulturhof Schloss Köniz am 28. Juli 2022

Bild Fredi Hallauer

Der Start fiel etwas holprig aus. Kurz vor Konzertbeginn schüttete ein Gewitterregen grosse Mengen Wasser über den Schlosshof. Troubas Kater standen rechtzeig auf der Bühne und starteten ihr Konzert. QC sang noch etwas vom mystischen Momenten im Schlosshof Köniz und dann begann der Regen erneut. Die Band stoppte den Auftritt. Nach dem zweiten Regen funktionierte die Anlage nicht mehr. So stellten Troubas Kater auf Strassenmusik um und spielten drei Stücke im Hof unter den Leuten mit Megafongesang. Es war gut überbrückt. Dann funktionierte die Musikanlage wieder und Troubas Kater konnte auf der Bühne richtig weiterfahren. Sie zogen alle Register, alle Musiker konnten ausgiebig solieren und das Repertoire umfasste uralte Songs bis ganz neue. Das Publikum machte mit. Tanzen war sowieso gut, da es etwas frisch wurde. Auch dieser Abend im Kulturhof als Openair war wiederum ein sehr schöner Abend mit gutem Konzert, trotz den anfänglichen Widrigkeiten.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

THE WISE FOOLS

Album: „Out Of Control“

Die vier Berner lassen es richtig krachen. Dieses Album erschien 2020, aber wird natürlich erst jetzt auf die Bühne gebracht und so bekannt gemacht. The Wise Fools ist eine klassische Gitarrenband mit einer Frau am Gesang und der Rhythmus Gitarre. Ihre Stimme kommt messerscharf daher, trotzdem locker und da wird nichts gepresst, geschrien oder so, sie singt schlichtwegs, aber wie. Bass und Schlagzeug machen mächtig Dampf und Druck und dazu kommt die Leadgitarren, welche unermüdlich Melodien, Licks und Soli beisteuert. Es ist eine Freude wenn eine junge Band dem Rock und Stoner Rock frönt, und das erst noch so gut.

Fredi Hallauer

TSHANDA

EP: „Love Stories“

Der Sänger und Musiker mit afrikanischen Wurzeln und viel Musik im Blut verblüfft mit einer lockeren EP. Die Songs haben alle einen modernen Afrobeat und einen ebenso modernen afrikanischen Backgroundgesang. Tshanda singt über die Liebe. Alle Songs sind französisch gesungen. Die fünf Songs mit einer Spieldauer von 16 Minuten laden zum lockeren Summerdance ein. Sogar bei der Hitze mag man zu dieser Musik tanzen.

Fredi Hallauer

WALTER ADLER

Album: „… der Vielsaitige“ (Phonoplay/Phono-Vertrieb)

Der grossartige Appenzeller Musiker, Hackbrettspieler, Kontrabassist, Pianist Akkordeonist und Cellist wird 70 und ihm zu Ehren erschien dieses Album mit 22 Titeln aus seinem Schaffen. Es sind viele seiner Eigenkompositionen zu hören, aber auch Stücke von seinem Vater Ueli Alder,m von Kasi Geiser und weiteren Volksmusik Komponisten. Walter Alder spielt vor allem Volksmusik, aber nicht nur, so verwundert nicht, dass mit „Süssigkeiten“ ein Musette zu hören ist oder mit „Na Ne Na“ ein Stück von Vaya Con
Dios. Die Stücke werden von zwei Formationen gespielt, nämlich der Kapelle Alder und den Alderbuebe. Bei den Alderbuebe spielt Walter Alder das Hackbrett, bei der Kapelle Alder überlässt er das hackbrett seiner Tochter oder Schwiegertochter und er spielt das Akkordeon. Beide Kapelle haben noch die Violine und den Kontrabass dabei. Dieses Album ist ein Stück Appenzeller Musikgeschichte mit wunderschöner Volksmusik von der Steiner Chilbi über Berewegge Polka und einem Czardas bis zum bereits erwähnten Popsong.

Fredi Hallauer

TRUMPF

Album: „Weisch no?“ (H2U Publishing/Phonag)

Das Duo Trumpf stammt aus dem Berner Oberland und macht Mundart Musik zwischen Mundartpop und Schlager. Musikalisch drückt sich das so aus, dass sie ein paar Mal den Schlager Bumm bumm Beat reinhauen, der eigentlich gar nicht nötig wäre. Ihre Texte, Frediauf dieser Debüt CD, erzählen von früher, aus ihrem Leben, sie erinnern sich an vieles und hoffen bei den Hörer*innen so ein Weisch no Effekt auszulösen. Die Finger mit im SDpiel hatte T.J. Gyger und Fredrik Strömberg, welcher auch alle Instrumente spielt. Jesse Ritch singt noch ergänzend mit. Dieses Album ist nicht schlecht, aber wenig organisch, man merkt dass es stark produziert wurde und sucht vergebens nach der lebendigen Musik einer Band. Textlcih sind die beiden absolut mit dabei und schaffen es, sich an gewisse Situationen im eigenen leben zu erinnern.

Fredi Hallauer

LUZIUS SCHULER

Album: „Penta Fest“ (Red Brick Chapel)

Der Pianist Luzius Schuler suchte in 14 Tagen in seinem Studio nach seinem ich. Dafür setzte er nicht nur das Piano ein, sondern umgarnte das Pianospiel mit Synthesizer. Die ganz grobe Schublade ist neo-Klassik, etwas moderner und da und dort wird es leicht jazzig. Aber ansonsten fliesst die Musik so dahin, mal eher ruhiger, dann plätschert sie und ab und zu kommt eine Schwelle oder ein Strudel. Irgendwie geht das Innere von Luzius Schuler an mir vorbei und löst nicht einmal das Kopfkino aus. Ich glaube es war spannender für den Musiker dieses Album zu machen, als es zu hören.

Fredi Hallauer

MOIRA

Album: „Ile du bonheur“ (TOURBOmusic)

Moira ist eine Band um die Musikerin, Sängerin, Komponistin und Produzentin Carola Wirth. Auf diesem Album singt sie ausschliesslich französisch. Musikalisch bewegt sie sich im französischen Folkpop oder Chansonpop. Da gibt es Bläsersätze, Steicher, Akkordeon, Gipsy Gitarren, Balkansounds, Walzer, Folk und vieles mehr. Es ist ein leichtfüssiges und musikalisch fröhliches Album. In den Texten spricht Moira aber auch Themen wie Selbstzweifel an, die es zu überwinden gilt um die Insel des Glücks zu finden. Der Singstil von Moira passt sich den verschiedensten musikalischen Stilen an, also bei Balkansounds singt sie mit dem entsprechenden Timbre und Akkzent, bei den eher dem Chanson zugehörigen Titel, wird sie zur Chansonette. Dieses Album hat mich bereits beim ersten Anhören gefangengenommen und es gehört in die persönliche Bestenliste des Jahres 2022.

Fredi Hallauer