NILSA

Album: „Salada Moçambique“ (www.nilsamusic.ch)

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Nilsa stammt aus Moçambique, lebt seit 18 Jahren in der Schweiz und veröffentlicht nun nach 6 Jahren Pause ihr viertes Album. Nilsa singt portugiesisch und in anderen Sprachen aus ihrer Heimat. Musikalisch ist es ein Feuerwerk oder eben ein bunter Sommersalat mit Rhythmen aus Moçambique verbunden mit Reggae, Ragga, Reggaeton und HipHop. Das alles kann sie bestens. Die drei Musiker die mit Nilsa musizieren machen es aus, dass diese Songs gut zur Geltung kommen, den nötigen Drive haben und das richtige Feeling. Da ist Rolf Mosele, ihr Mann, der die Gitarren spielt, so perlig wie ein Afrikaner, ein Bassist mit dem richtigen Groove und der Schlagzeuger der sich in all den Rhythmen heimisch fühlt. Inhaltlich erzählt Nilsa von zuhause, versteht es aber die Themen so zu formulieren, dass sie für alle Menschen auf der Welt zutreffen. Sei es, dass Liebe nicht dazu da ist jemanden auszunutzen, dass niemanden jemanden zwingen soll zu etwas oder eine Warnung an die jungen Frauen, nicht mit den falschen Männern zu spielen. Sie erzählt auch, dass sie die verschiedensten Stämme von Moçambique in ihrem Körper vereint und auch andere das tun, vielleicht vereinen wir alle verschiedene Stämme, Völker oder Kulturen in uns. Aber wie anfangs erwähnt, diese Songs, diese Musik kommt fröhlich und lebenslustig daher. Eine pure Freude dieses Album.

Fredi Hallauer

THE GARDENER AND THE TREE

Album: „69591 Laxa“ (Universal)

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Diese Schweizer Indie Folk Band macht genau dort weiter wo sie mit der EP Mossbo gestartet sind. Ihr DebütAlbum vervollständigt die Adresse und führt die Musik weiter in diese Landschaft und diese Stimmungen, welche sie erzeugen. Umwerfend ist die Stimme des Sängers und das Schlagwerk setzt deutliche und gute Zeichen, ohne einem Discobeat zu verfallen. Die anderen Instrumente geben diesem Sound den Drive oder unterstützen die Stimmung. Es ist sehr eigenständige aber eingängige Musik. The Gardener And The Tree haben ein verblüffend gutes Songwriting und lassen es auch zünftig krachen. Man muss sie wirklich gehört haben.

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Fredi Hallauer

WERNER AESCHBACHER

Album: „Atchafalaya“ (Narrenschiff)

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Der geniale Örgeler Werner Aeschbacher spielt sich hier durch Atchafalaya, das ist ein Teil des Mississippi Deltas. Er liess sich in Louisiana ein Cajun Örgeli bauen. Acht Stücke spielt er mit diesem Örgeli, fünf mit Schwyzerörgeli und eines mit verschiedensten Örgelis. Es ist schön zuzuhören, wie er aus den Instrumenten Gefühle und Töne herausholt, bekannte Stücke spielt aber immer auf seine Art. Er spielt hier natürlich ein bisschen Louisina Sound mit „La Dance De Mardi Gras“, aber auch „Südstaatler“ und weitere Stücke erzählen von seiner Reise. Was mit „Tramp“ gemeint ist, darf jede(r) selber hören. „Autumn Leaves“ wird ein bisschen romantischer bevor dann das Örgeli fast überhitzt in den weiteren Stücken und das auch bei einem Tango. Werner Aeschbacher spielt seine Musik, einfach Solo pur. Ein schönes Stück Musik.

Fredi Hallauer

OBSIGÄNT

Album: „Schwyzerörgeli trifft Kirchenorgel“ (Narrenschiff)

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Obsigänt das sind der Schwyzerörgeler Thomas Aeschbacher und der Organist Rainer Walker. Mit dabei sind Madlaina Küng am Kontrabass, Eva Wey an der Geige und David Märki am Hackbrett. Entstanden ist eine wunderbare vielseitige Musik. Die Stücke gehen von Filmmusik von Nino Rotta, zu Eigenkompositionen, traditionellen Stücken aus dem Tessin und Welschland bis zu einer Komposition von Markus Hafner, dem Geiger der Gruppe Jeremias oder dem Urörgeler G.A. Langenegger. Da wird improvisiert und dort geht es geradeaus. Die Kirchenorgel tönt mal nach Chilbiorgel, dann wieder als Improvisationsinstrument.  Dieses Album hat immer wieder Passagen wo das Hackbrett oder die Geige dominiert. Bei dieser Musik finden sicher alle ein Stück zum Verweilen.

Fredi Hallauer

SIM’S

Album: „Meme Pas Peur“ (Escudero Records/Disques Office)

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Der Rapper aus dem Jura Sim’s ist mit seiner neuen CD am Start. Er rappt auf französisch, aber in einem das man gut versteht und das Tempo ist auch nicht rasant. Yvan Peacemaker spielt die Instrumente und hat das Werk produziert. Dazu kommen noch ein bisschen Gitarre und eine Frauenstimme. Der Sound ist klar Rap, aber nicht knochenharter Rap. So verhält es sich auch mit den Texten. Sim’s rappt über Themen, zu welchen ein über 30 oder fast 40 jähriger etwas zu sagen hat. Der Titeltrack eignet sich sicher für Leute die den Zugang noch suchen müssen. Ein wunderschönes Album aus der frankophonen Schweiz, welches es über den Röstigraben schaffen müsste.

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Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Live: „Hinderem Berg“ in der La Cappella am 17. Juni 2018

Bild Fredi Hallauer

Im Rahmen der Jubiläumsfeiern von 20 Jahre La Cappella trat Michael von der Heide im Trio auf. Mit ihm waren sein langjähriger Gitarrist Martin Buess und der Tastenmann von Hecht sprang für den erkrankten Dimitri Kindle ein. Drei gut gelaunte Musiker standen vor einem ebenso gut gelaunten Publikum. Michael von der Heide sang sich durch alte und neue Schweizerlieder, seine eigenen Songs und Hits, ein paar Lieder von Paola und noch ein paar französische Chansons. Zur Erstaufführung gelangte „Gracias a la vida“ von Violeta Parra, es war eine Hauptprobe, da das sie das Lied bei ihrem Auftritt in Chile spielen werden. Michael von der Heide und seine Musiker überzeugten musikalisch und sie spielten und sangen sehr gut und stimmungsvoll. Die Zwischentexte waren meist lustig und oft informativ, gerade über Violeta Para und auch aus dem Leben von Michael von der Heide. Man konnte auch erfahren, dass „Stets in Truure“ ein Glarner Volkslied ist. Er war auch sehr selbstironisch, vor allem in Bezug auf seine Teilnahme am Chansons d‘ Eurovision oder ESC wie das Spektakel heute heisst. Michael von der Heide zeigte, dass er immer noch ein sehr guter Entertainer und Sänger ist. Ein unterhaltender Abend ging nach rund zwei Stunden Konzert zu Ende.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

RÄMLERS

Album: „Mit Liib und Seel“ (Sound Service)

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Diese Band war früher einmal eine Guggenmusik und so sind sie immer noch schräge Vögel, ein wilder Haufen und gut Freunde. diese Band gibt es seit 37 Jahren und vor 13 Jahren erschien ihre letzte CD. Noch nie von den Rämlers gehört, ich auch nicht. Sie kommen aus dem Glarnerland und spielen Mundartrock der alten Schule, lies Polo Hofer und Span. Sie sind 13 Leute und haben ein grosses Gebläse dabei und das gibt viel Sound.  Dieser Sound reisst mit und geht ins Herz oder zur Seele. Textlich singen sie viel vom Glarnerland, von Geschichten die jedem passiert sind oder hätten passieren können. Es sind so richtige Mundartrock Texte mit viel Heimatgefühl und mit der rosaroten Brille geschrieben. Das Lied vom Klöntalersee „Chmüntel“ erinnert dann auch eindeutig an „Louenesee“ wie kann es auch anders sein. Rämlers sind eine tolle Partyband und diese CD eignet sich zum Feiern und mit Leib und Seele dabei zu sein.

Fredi Hallauer