CEGIU

Album: „Glowing Goodbyes“ (musicbox entertainement/Irascible)

Cégiu aus dem Kanton Luzern mit Wurzeln in der Westschweiz und Italien ist Sängerin, Komponistin, Cellistin und auch ausgebildete elektronische Musikerin. Auf diesem Album geht sie an die textlich und musikalisch an ihre Grenzen, manchmal Schmerzgrenzen, das ganze Klanggefüge bleibt aber immer spannend und interessant. Die Beats sind aus Aufnahmen von Insekten auf Gräbern von lieben Menschen entstanden, das Cello spannt die grossen Bögen unter die Stimme und die Stimme wird manchmal zu einem Chor. Cégiu versteht es schon alleine mit ihrer Stimme Spannungen aufzubauen, es kommt einem manchmal vor wie wenn sie einem etwas sanft und liebevoll ins Ohr flüstert, ein andermal dafür schreit sie einem fast an. Die Sprache wechselt manchmal, ist aber meistens englisch. Es ist ein sehr berührendes, aber nie zu melancholisches Album geworden. Was Cégiu hier spielt hat man noch nicht oder nicht oft gehört.

Fredi Hallauer

BARON.E

EP: „Créature“ (PIAS France)

Das Duo aus Fribourg machtg sehr frische Musik. Ihr Elektropop ist von Frankreich beeinflusst und auch französisch gesungen. Die beiden jungen Stimmen setzten sie einzeln und zusammen abwechselnd ein. Die Melodien erfreuen und der Rhythmus auch. Die fünf Songs zwischen Rock, Rap und Pop sind alle tanzbar und zeigen ein gutes Songwriting. Übrigens Baron.E spricht sich Baron et Barone aus. Player starten und geniessen.

Fredi Hallauer

LUNA OKU

Album: „Figment“ (Radicalis Music)

Luna Oku ist das Soloprojekt des Basler Musikers Alon Ben, seines Zeichens Schlagzeugers. Aber das ist kein Schlagzeugalbum, sondern Alu Ben betätigt sich als Sänger und Komponist , das kann er aber nicht wirklich. Seine Stimme ist im Falsettbereich und die Songs sind sehr langsam und musikalisch, melodiemässig ziemlich eintönig und gleichförmig um nicht zu sagen langweilig. Gitarre und Elektronik säuseln etwas daher und das einzig spannende sind die kleinen Rhythmuseffekte im Hintergrund. Offenbar wird diese Musik unter Indie eingeordnet, was aber ein schlechtes Licht auf dieses Genre wirkt. Dieses Album eignet sich als unstörende Loungemusik.

Fredi Hallauer

DANITSA

Album: „Sycle“ (Universal Music)

Danitsa ist mit ihrem zweiten Album am Start. Die in Genf lebende Künstlerin bringt einen neuen Groove in die Musiklandschaft. Zum einen singt sie französisch und englisch auf dem Album, zum anderen singt sie Pop zwischen Reggae und Soul. Wohlverstanden, sie singt nicht einmal Reggae und dann Soul, nein es ist die Schnittmenge zwischen diesen Stilen. Intelligente, tanzbare Popmusik könnte man das Resultat nennen, nicht da von Mainstream, zumindest ist es jetzt noch nicht Mainstream. Neben dem verblüffenden Sound kommt noch die Stimme von Danitsa dazu. Es ist eine junge Stimme, untere Höhenlage mit einer Wärme und Lieblichkeit, welche einem sofort gefangen nimmt. Das ganze Album ist sehr ansprechend und ein grosser Wurf im Popsektor.

Fredi Hallauer

BLUEDÖG

Doppelalbum: „Shut Up And Listen To The Band“ (Bluedög Production/Ex Libris)

Hinter dem Namen Bluedög ist der Bluesgitarrist und Sänger Philipp Bluedög Gerber und in der Band spielen Yves Horisberger am Bass und Etienne Issartel an Schlagzeug mit. Das Doppelalbum wurde live im Studio aufgenommen. Auf beiden Alben sind die gleichen elf Songs, auf CD1 die elektrischen, etwas längeren Versionen und auf CD 2 die akustischen Versionen. Wichtig ist, dass bei den akustiscVersionen alle um ein Mikrofon versammel waren und das so aufgenommen wurde. CD 1 ist toller, purer und rauher Bluesrock teils mit Americana Einflüssen oder Ausflügen. Die E-Gitarre explodiert manchmal fast und dann säuselt sie einem wieder irgend etwas ins Ohr, darum man muss zuhören, wie es der Albumtitel sagt. Der Bass pumpt so richtig schön und der Schlagzeuger muss nicht zimperlich mit seinem Instrument umgehen. Die Stimme von Philipp Gerber röhrt wie ein alter Auspuff und man merkt, dieser Mann hat den Blues in Fleisch und Blut. Die CD 2 ist dann etwas leiser, dass Schlagzeug gibt noch den Rhythmus an, der Bass legt den Boden und die Gitarre begleitet oder spielt feine Soli, so richtige Blues Saitenkunst. Der Gesang ist immer noch rauh, aber er tönt mehr wie wenn jemand heiser ist, aber immer voll Blues. Ein herrliches Blueswerk.

Fredi Hallauer

BIANDAPID

Album „Contemplations“ (Irascible)

Hinter dem Bandnamen steht das Duo Kenny Niggli (Keyboard) und Fabian Hänni (Schlagzeug). Die beiden Musiker kommen vom Jazz und agieren meistens als Sidemen bei Dabu Fantastic oder Traktorkestar. Nun haben sie ihr Debütalbum veröffentlicht, ein episches Elektrowerk. Sie spielen nicht einfach auf Computern rum, wie das so üblich ist, nein ihre Musik entstand auf Synthie Palästen und bombastischen Schlagzeugen. So ist ein sehr energiegeladenes Werk entstanden. Bei je einem Track sind der Sänger Junes und die Sängerin DANA dabei. Eien Solotrompete und eine Posaune sind ebenfalls mit von der Partie. Das Album überzeugt durch die Energie und die Emotionen, welche sonst der elektronischen Musik häufig abgehen. Die Tracks sind durchaus tanzbar und so machen Biandapid auch Spass.

Fredi Hallauer

BLISS

Album: „Quarantäne Songs“ (Bliss Music)

Die A Cappella Gruppe Bliss war auch in der Quarantäne Zeit nicht untätig. Sie nahmen neun Quarantäne Songs auf. Wie so oft verwenden sie beaknnte Melodien und machen einen neuen Text darauf. Auf diesem Album sind alle Texte Mundart. Unbestritten gut sind die Arrangements, ebenso gut finde ich die textlichen Einfälle. Sie beobachteten sehr gut, sich selber, die Nachbarschaft, die Bürogemeinschaft und die Familie. Daraus verstehen sie es witzige Texte zu schreiben mit ziemlich viel Wahrheit, wenn man das überspitzte glättet. Diese neun Lieder machen Spass und es ist ein anderer Umgang mit der Pandemie, als man ihn sonst so gewohnt ist.

Fredi Hallauer

BÜETZER BUEBE

Album: „Handwärch“ (Sony Music)

Eigentlich war kein zweites Album der Büetzer Buebe geplant gewesen. Da sie aber ihr Hallenstadionkonzert nicht durchführen konnten, setzten sie sich nochmals ins Studio und nahmen acht neue Songs auf und je zwei bestehnde Songs nahmen sie als Unplugged Version auf. Das ist übrigens ganz gut gelungen, als Beispiel sei hier „Indianer“ erwähnt, wo der Text jetzt deutlich zum Tragen kommt. Das ganze Album ist gut herausgekommen mit schonen Musikpassagen. Textlich gibt es auch nicht viel auszusetzen, vielleicht ist das Landleben etwas zu rosig dargestellt. „E Chischte Bier, E Grill U Es Füür“ ist vielleicht auch nicht der Nonplusultra Text, er hat aber keine unpassenden Aussage. Mit diesem Album kann man abfeiern und es ist auch etwas für das Gemüt dabei. Gölä und Trauffer tun einander gut und da ist es eigentlich schade, dass keine weiteren Alben geplant sind.

Fredi Hallauer

KT GORIQUE

Live im Bierhübeli Bern am 24. November 2021

Bild Fredi Hallauer

Nun konnte es endlich stattfinden, das so oft verschobene Konzert von KT Gorique im Bierhübeli. Es war nun das letzte Konzert der aktuellen Tour in der Schweiz. Auf der Bühne waren ein DJ, ein Schlagzeuger, ein Rapper und Tänzer in einer Person und die wirblige KT Gorique. Selbstverständlich rappte sie auf französisch in einem solchen Tempo, dass man mit Schul- und Umgangsfranzösisch sicher nichts verstand und ich bin mir auch nicht sicher ob es wirklich Leute gab, welche die Texte verstehen. Die Beats waren schnell und Kt Gorique wirbelte auf der Bühne herum dass einem halb schwindlig wurde. Das Publikum tanzte wie wild und nutze den Sound und die Stimmung um mal wieder richtig für sich selber abzutanzen. Dazwischen gab es Einlagen des DJ’s, des Schlagzeugers und des Tänzers und KT Gorrique machte die verschiedensten Publikumsspiele. Es war eine wilde Show, nach rund einer Stunde war der Spuk vorbei. In dieser Zeit waren Sounds und Beats immer ähnlich und ohne dass man die Texte versteht wurde es bereits etwas monoton. Ein Konzert das absolut OK war, aber nicht mehr und nicht weniger.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

77 BOMBAY STREET

Album: „Start Over“ (Phonag Records)

Die vier Brüder sind wieder zurück, auch auf einem neuen Album. Der erste Song „Drifters In The Wind“ tönt etwas überraschend ungewöhnlich, da spielt ein Keyboard mit und alles wird viel popiger, bzw. tönt nach einer x beliebigen Popband. Aber bereits ab dem zweiten Song sind es wieder die gewohnten Klänge von 77 Bombay Street. Das Album ist sehr lebendig und tanzbar und die mehrstimmigen Gesänge im Refrain klingen schöner als je. Balladen gibt es auch, mit akustischen Gitarren, es sind Folksongs geworden, wunderschön aber ohne Herzschmerz. Bei einigen Songs kommt das Keyboard wieder zum Einsatz, nimmt aber nie mehr eine tragende Rolle ein. Fröhliche, helle Musik für das Gemüt ist das Markenzeichen dieses Albums, genau was wir in diesen teils trüben Zeiten brauchen um unser Gemüt aufzuhellen. 77 Bombay Street machen Musik die gut tut.

Fredi Hallauer