SONIC DELUSION

Live: Swiss Tour im Soundspot Studio Sissach am 16. November 2019

Der in Neuseeland lebende Schweizermusiker Sonic Delusion aka André Manella spielte anlässlich seiner Schweizertournee ein Studiokonzert. Mit seinem Loopgerät, der Gitarre, einem Pad, verschiedenen weiteren Effektgeräten und eimer Bassukulele sang er seine Songs. Seine Musik war eine Art funky Indie Folk bei dem er oft recht Dampf gibt. Die Musik fuhr in die Beine und die Herzen und begeisterte das Publikum welches ihn zum grössten Teil nicht kannte. Nach ein paar Songs trat Sam, ein Trompeter, welcher er aus Neuseeland kannte auf die Bühne und brachte weitere Töne in die Musik und dazwischen auch Rhythmus mit dem Cachon. Sonic Delusion spielte Songs aus allen seinen Alben. Er entpuppte sich auch als sehr guter Entertainer. Es war ein gelungenes Konzert und es lohnt sich immer wieder diesen Musiker zu hören.

Fredi Hallauer

CAME

Live: Soundspot Sissach am 16. November 2019

Im Rahmen eines Wohnzimmerkonzertes im Tonstudio trat der junge lokale Musiker als Gast auf. Er spielt seine Lieder normalerweise mit einer Punkband, hier spielte er sie mit seiner akustischen Gitarre. Seine deutsch gesungenen Texte haben Qualität und sie haben Aussagen. Es lohnte sich zuzuhören. Sehr stark war „Illegal“. Came ist ein Name den man sich merken muss.

Fredi Hallauer

FABER

Album: „I Fucking Love my Life“ (Faber/Universal Music)

Also Faber singt deutsch und ein Lied sogar in Mundart. Das ganze Album ist so seltsam wie der Titel und das Cover. Die Musik ist spannend und OK. Textlich kommt Faber nicht an die Qualität seines letzten Albums heran. Es dreht sich alles um ihn und die Beziehungen, das Saufen und das Wort Kotzen kommt auch mehrfach vor. Er jammerst sehr viel vor Langeweile, wird von den Frauen verlassen und denkt nur noch an sie. „Das Boot ist voll“ ist der beste Text, zwar sehr provokativ und er könnte sehr wohl falsch verstanden werden. Vielleicht ein mehr Klartext und Position beziehen würde das verhindern. Alles in allem, Faber tut einem Leid, er tönt sehr unzufrieden und suhlt sich in Selbstmitleid. Wer das braucht um zu hören dass es anderen menschen schlechter geht liegt mit diesem Album richtig, die Anderen sollen die Finger davon lassen, auch wenn Faber ein Hype ist.

Fredi Hallauer

LILA LOURE

EP: „Lila Loure“ (Lautstark)

Das Berner Duo mit Frauengesang hat als Debüt nun eine EP mit vier Songs herausgegeben. Sie bewegen sich zwischen Folk Noir, Indie und Avantgarde. Tempowechsel kennzeichnen ihren Sound, Schöne Melodien vermisst man und das bedingt ein bisschen reinhören in das Album, es lohnt sich. Der Stil ist eigenständig, durch das Saxophon kommen jazzige Klänge dazu. Ja hier gibt es schon mit vier Songs viel zu entdecken.

Fredi Hallauer

DEJAVU

Album: „Where Dreams Begin“

Das Innerschweizer Quartett gibt es seit einigen jahren, mit Unterbrüchen, nun ist endlich ein Debütalbum erschienen. Die Vier spielen recht rohen, nicht rauhen, Indierock, mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Frauengesang. Diese Stimme ist stark und kommt rüber, trifft ins Herz und kratzt ziemlich stark. Toller Gesang mit der nötigen dreckigen Stimme. Die Gitarre schrummt kräftig und jault auch da und dort mal auf, um sich mit der Gesangsstimme zu duellieren oder zu messen. Das Schlagzeug und der Bass heizen solide ein und der Schlagwerker wagt ab und zu tolle Zwischenschläge und Wirbel. Tolle Rockmusik für die Party.

Fredi Hallauer

PATRIC SCOTT

Album: „Spirit“ (Cloud26)

Patric Scott überzeugt ein weiteres Mal. Seine Musik gehört in den Bereich Soul und Funk der popigen Art. Mit sehr guten Musikern singt er 14 Lieder, immer schön treibend. Gute Beats der Band geben den richtigen Groove und Backgroundgesang lassen seine Stimme nicht im Nichts schweben, sondern es ist wie wenn seine Stimme projiziert wird. Bei „All Around The Globe“ singt er zusammen mit den Naturally 7, der Acapella Gruppe schlechthin. Sonst gibt es nicht viel zu schreiben, sondern Album starten und in diese tolle Musik abtauchen und/oder dazu grooven. Ein sehr tolles Album.

Fredi Hallauer

CAROLINE CHEVIN

Live: In der La Cappella in Bern am 10. November 2019

Bild Fredi Hallauer

Angekündigt war, Caroline Chevin im Duo, und so war es auch. Sie trat mit dem Pianisten Christoph Siegenthaler auf. Aber nun von Anfang an. Der Start des Konzerts war ein Cabarett, da Caroline Chevin so nervös war. Sie versuchte zwar mit ihrem Humor und Charme das Ganze zu retten, aber es kam so schlimm, dass sie das erste Lied abrechen musste und ein anderes singen. Ab dann ging es einigermassen, aber die Nervosität legte sich bis Ende des Konzertes nicht ganz und es passierten immer wieder kleine Fehler. Das alles tat der Qualität von Caroline Chevin’s Gesang keinen Abbruch. Einfach so auf der Bühne mit Gitarren- oder Pianobegleitung, ohne Effekte, eine starke Stimme mit viel Ausdruckskraft und Variationsmöglichkeiten. Der Pianist spielte sehr schöne Intros und begleitete leicht jazzig, was auch Caroline Chevin im Gesang oft übernahm und so ein jazziges Timbre einbrachte. Das Repertoire reichte von der allerersten Single bis zu Songs aus dem nächsten März erscheinenden Album. Es war ein schönes Konzert um die Woche zu beschliessen.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer