ANDY TRINKLER

Album: „Drive On“ (www.andytrinkler.ch)

Der Berner präsentiert und mit seinem achten Album schönen Singer/Songwritermusik. Alles ist handgemachte Musik mit viel Gitarren, aber auch die Hammondorgel kreischt dazwischen hinein und natürlich ein easy Beat mit Bass und Schlagzeug. Er singt mit seiner angenehmen und souveränen Stimme, Geschichten von der Strasse. Er erzählt seinen Roadmovie, manchmal mit Augenzwinkern. Alles ist schön Laidback angerichtet zwischen Americana, Folk, Rock und da oder dort ein Schlücklein Blues. Andy Trinkler gehört wirklich seit Jahrzehnten zur Schweizer Musikszene und versteht es immer noch tolle Musik zu machen. Mit einer Ausnahme sind es alles Eigenkompositionen. Die Ausnahme ist Levelland von James McMurtry. Dies ist Musik die der Seele gut tut, ein bisschen Frühling dazu.

Fredi Hallauer

JULIA HEART

EP: „Nashville Session“ (Little Jig Records)

Die Luzernerin ist kurz nach der Veröffentlichung ihrer selbstbetitelten EP nach Nashville gegangen und hat dort Musikerkollegen um sich geschart und in nur einem Tag diese wundervolle EP aufgenommen. Es sind nur akustische Instrumente zu hören wie Mandoline, Geige, Kontrabass und Gitarre. Entstanden sind vier akustische Songs zwischen Americana und Folk mit leichtem Country Touch. Selbstverständlich sind die Songs und die Stimme von Julia Heart, welche diese Musik so speziell machen. Die ausdrucksstarke Stimme der Luzerner Sängerin erzeugt weiterhin Hühnerhaut. Es sind schlichte Songs aber durch die Interpretation der Musiker und der Sängerin wirken sie ganz gross. Diese Songs sollte man öfter im Radio hören.

Fredi Hallauer

ADAYA

Album: „New Land“ (Echo Kollektiv)

Die Berner Sängerin, Multiinstrumentalistin und Poetin veröffentlicht ihr zweites Album. Das Album gehört in die Sparte Folk, aber auch Singer/Songwriterin. Adaya hat eine wundervolle und warme Stimme und begleitet sich mit Gitarre, Banjo, Bouzouki und Zither. Ein paar MusikerInnen ergänzen dann noch mit weiteren Instrumenten. Adaya hat eine Grossmutter mit Geschichte, sie war Buchautorin und Poetin. Es handelt sich um Juliette de Bairacli Levy. Man soll aktuelle MusikerInnen nicht mit ihren Vorfahren in Verbindung bringen, das schätzen viele nicht. Bei Adaya ist das etwas anderes, denn sie hat mehrere Gedichte der Grossmutter genommen und vertont. Wenn man nicht weiss, welche das es sind, fällt das nicht auf, denn sie selber hat eine sehr ähnliche Art der Poesie. Adaya macht sich auf in neue Länder, zumindest musikalisch, da tönt es mal ruhig und dann wieder wild. Gypsy Musik ist zu hören, aber auch ungestüme fast rockige Songs sind darunter. Adaya ist eine Entdeckung, für alle jene die sie bis jetzt nicht gekannt haben.

Fredi Hallauer

PRADER & KNECHT

Album: „You’ll Figure It Out“ (Dala Recordings/Irascible)

Das Duo Ronja Rinderknecht (Gesang und Cello) und Martin Prader (Gesang und Gitarre) haben ihre Idee umgesetzt, neue Songs mit erweiterter Band zu spielen. So haben im Ganzen neun MusikerInnen bei diesem Album mitgewirkt. So ist eine vielseitige Sammlung von sehr schönen Songs entstanden. Im Zentrum steht immer noch der zweistimmige Gesang mit Cello und Gitarre, so herrlich folkig und Indie. Einflüsse von Elektronik, Garage und Alternativ sind dazu miteingeflossen. Die Songs erzählen von Überfluss, Verlustangst, Manipulation und Konsum. Sie verlangen Respekt, Selbstreflexion und eine gesunde Portion Optimismus. Prader & Knecht werden immer besser. Sicher ein Album das für 2019 wichtig ist in der Schweizer Musikszene.

Fredi Hallauer

GOLDSCHATZ

Album „Salt Of The Sea“

Das Duo Timothy Jaromir und Rykka sind das Duo Goldschatz. Sie singen und spielen sich durch Folk und Americana mit einem Schuss Country. Es sind acht wunderschöne Songs entstanden, welche durch den zweistimmigen Gesang leben. Nein es tönt nicht immer gleich, denn sie wechseln sich ab im Leadgesang oder übernehmen ihn gleich beide. Schöne Songs, das Richtige für einen sonnigen Herbstabend. Einziger Negativpunkt dieses Albums, 26 Minuten sind zu kurz, man möchte mehr hören.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

EP: „No Fire In The Sand“ (Mouthwatering Records/Irascible)

Die folkige Band mit der Texterin und Sängerin Janine Cathrein haben nach ihrem Debüt Album und erfolgreicher Tour, weitere fünf Songs aufgenommen und führen die erfolgreiche Tour weiter. Diese neuen fünf Songs überzeugen weiterhin durch die schöne warme Stimme der Sängerin und den akustischen, sparsam eingesetzten Instrumenten. Die Musik ist stimmungsvoll und passt gut zu den Songs. Die Texte erzählen von diesem und jenem, Geschichten aus Beobachtungen und die das leben schrieb. Eine wunderschöne herbst EP.

Fredi Hallauer

CAROLYNN

Album: „B-Town“

Die Berner Singer/Songwriterin lebte bereits in mehreren Städten mit B, somit wäre der Titel des Albums geklärt. Sie spielt Folk mit ihrer Gitarre und der Loopstation, dazu kommt ein holpriges Schlagzeug, Geige, Bass und ab und zu ein Saxophon. Also ein frische, freche, verspielte und fröhliche Musik, welche auch mal nachdenklich sein kann. Die angenehme Stimme tut wohl und die Songs haben Wiedererkennungswert, also ein gutes Songwriting. Carolynn singt vom Ankommen in den Städten und von ihren Träumen. Ein Album das von der Produktion her noch Luft nach oben hat, aber ganz bekömmlich daher kommt.

Fredi Hallauer