TORP

Album: „Time Flies“ (ListenCollective)

Torp ist ein Singer/Songwriter zwischen Folk und Pop aus dem Prättigau. Geboren wurde er in Norddeutschland, kam als acht Jähriger in die Schweiz in den Kanton Graubünden und lebt nun im Raum Zürich. Er hat nun sein Debütalbum veröffentlicht. Er erzählt uns viele Geschichten, dasrum sicher ein Singer Songwriter. Einige Stücke sind klar folkig mit viel Fingerpicking Gitarre, bei anderen setzt er halbe Ochester ein mit einem dichten Sound. Es hat Songs auf diesem Album, welche zum Indiepop gehören, mit grossen musikalischen Bögen und sogar Stadion Sound. Es ist interessant Torp zuzuhören, einerseits den Geschichten und andererseits mder spannenden Musik. Ein gelungenes Debüt.

Fredi Hallauer

RODAS

Album: „Rodas“ (R-Tunes)

Rodas ist ein Trio, welches seit fünf Jahren existiert und nun das Debütalbum veröffentlicht. Rodas ist romanisch und heisst Räder. Das Trio besteht aus Corin Curschellas (Gesang, Dulcimer), Patricia Draeger (Akkordeon) und Barbara Gisler (Cello). Bernd Bechtloff steuert als Gast, gelegentlich treibende Perkussion bei. Dieses Album ist ein Meisterwerk, dies sei hier vorweggenommen. Die warme Stimme von Corin Curschellas wird umspielt, verstärkt, in Stimmung versetzt durch das Akkordeon und das Cello. So wachsen die drei zu einem Ganzen, eben einem Trio zusammen. Musik und Texte, Stimme und Stimmung, alles ist Eins. Stilmässig ist es grundsätzlich Folk, zwischen Tango, jazzig, Tarantella, keltisch und Schweiz. Nun zu den Liedern. „Zuckerbäcker“ eröffnet sehr stark. Es geht um die Menschen welche aus Armutsgründen die Schweiz verlassen mussten, und diejenigen, welche von Afrika kommen, wir die gerne nach Afrika gehen, die Umwelt und unser eingebildetes Gebahren mit Subventionen und so. Dann braucht es nur einen Virus und alles steht Kopf. Es folgen romanische Lieder, sehr unterschiedlicher Art, aber grossartig gesungen und gespielt. „Es hed es Schneeli gschnijet“, ein Volkslied wird umwerfend interpretiert. Da kann man ab Akkordeon, Cello und Gesang nur staunen. Das Trennungslied „Bahnhof SBB“ gehört zu den Balladen. Der Kühreihe „Loba Loba“ spricht für sich. Es ist ein Geniestreich dieses Stück nicht als Chor oder Sologesang aufzuführen, sondern in dieser Trio Besetzung. Bei „La Stria Saira Per Saira“ flippen die drei zu Beginn richtig herrlich aus, um dann in eine liebliche Melodie zu verfallen. Nicht so lieblich ist der Text von „A Mim Rhi“. Nein nicht Basel, sondern am Anfang des Rheins handeln diese schaurigen Geschichten. Wie gesagt, dieses Album ist grossartig und bei jedem Anhören entdeckt man neue verzaubernde Harmoniewechsel und viel mehr. Rodas gehört zu sicher auf die Liste, Album des Jahres, obwohl erst April ist.

Fredi Hallauer

DOPPELBOCK MIT CHRISTINE LAUTERBURG

Album: „Froh & Roh“ (Narrenschiff)

Das Quartett Doppelboc, wie immer verstärkt mit Christine Lauterburg erfreut uns wieder mit Schweizer Folk. Zu hören gibt es Volkslieder und Jodellieder wie auch verschiedene Tänzli. Doppelbock verstehen es wie immer den Volksliedern wie „Guggisberglied“ oder „Chirscheli“ die zu wehmütigen Akkorde zu nehmen oder die Rhythmen zu ändern, so dass diesen Liedern die Schönheit bleibt, aber die Heimatklänge zu wehmütig und fast unerträglich sind. Christine Lauterburg singt verschiedene Jodellieder von Jakob Ummel, welcher ihr persönlich sagte, sie darf seine Lieder immer singen und sie so interpretieren wie sie will. „S Stärnli“ von Artur Beul ist ebenfalls eine Perle auf diesem Album. Dazu kommen auch Eigenkompositionen oder „Psatzigsmärschli“ ein Amtseinsetzungsmarsch aus dem Bündnerland. Ja es gibt wirklich viel zu entdecken. Alle Musiker bekommen ihren Platz, so können Matthias Lincke an Geige und Cello, Simon Dettwiler an den Örgeli, Dide Marfurt an Halszither, Drehleier, E-Gitarre, Sackpfeife und Trümpi brillieren. Dies gelingt auch den Gastmusikern Matthias Härtel am Kontrabass und Nyckelharpa und Elias Menzi am Hackbrett. Christine Lauterburg spielt natürlich auch das Langnauerli, Geige und Bratsche und einzelne der Musiker singen ebenfalls. Das ist ein wunderschönes Folkalbum an dem ich keine Schwäche ausmachen kann.

Fredi Hallauer

MERIL WUBSLIN

Album: „Alors Quoi“ (Les Disques Bongo Joe/Irascible)

Meril Wubslin kommt aus der französischen Schweiz und spielt in der Grundbesetzung als Trio, auf dem Album kommen aber noch da und dort MusikerInnen dazu, z.B als kleiner Frauenchor. Die Band widmet sich ganz der französischen Sprache, ohne in die Varite Française Falle zu treten. Als grosse Schublade passt Folk oder akustische Musik, die Gitarren wurden ohne Verstärker eingespielt, die Perkussionsinstrumente wie Tambourin und Maracas als Drumkit eingesetzt. Die Musik ist sehr offen, da tönen mal orientalische Rhythmuselemente hinein oder dort klingt der Gesang leicht keltisch angehaucht. Der Sound ist einfach, minimal mit Saiteninstrumenten, Perkussion und ab und zu ein feiner Synthieteppich. Der Gesang ist ihnen sehr wichtig und der klingt schön und kommt sehr gut zur Geltung mit dieser Instrumentierung. Meril Wubslin kriegt man nicht mehr aus den Ohren, wenn man sie einmal gehört hat. Ein aufallend schönes und gutes Album.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

Album: „Schangsongs 4“ (www.florian-schneider.ch)

Florian Schneider macht es uns Hörerinnen und Hörer nicht einfach. Was einmal schräge, düstere und unbequeme Geschichten aus dem Baselbiet waren, sind nun sehr dunkle, morbide und unangenehme Gedanken. Die meisten Lieder sind in der Ich-Form getextet. Die meisten Lieder sind destruktiv, da hat er sechs Kugeln im Lauf dort nahm er 800 Liter Nitro mit. Er kann aber auch bitter-süss romantisch sein im „Nacht am Bosporus“ oder „Rose vom Fluehbärgwald“. Deftig erotisch geht es dann im „Chnabeturner“ zu und her. In anderen Liedern geht es um verflossene Liebschaften oder ein schönes Schlaflied für ein Kind. In „Tschinderassa“ geht es dann nocheinmal mörderisch zu. Ja eigentlich sind es viele Lieder in typischer Florian Schneider Art, welche ich auch selber gut mag, aber die etwa drei Lieder sind mir doch zu morbid. Noch etwas zur Musik, die ist wie immer wunderschön. Gespielt wird sie von Roman Bislin am Keyboard und Adam Taubnitz an der Violine.

Fredi Hallauer

LOUIS JUCKER

Album: „Something Went Wrong“ (Hummus Records)

Louis Jucker ist ein junger Musiker aus La Chaux-de-Fonds der schon sehr viel Musik gemacht hat, alleine und in Gruppen, aber auch ein eigenes Label hat auf dem viel Musik erscheint. Wer ihn nicht kennt, nun ist Zeit ihn musikalisch kennen zu lernen. Auf diesem Album ist er Singer/Songwriter mit seltsamen und berührenden Liedern. Sein Stil ist der Folk bei dem er viele Register zieht. Er spielt auf selber gemachten eigenartigen Instrumenten oder setzt ganz spärlich Elektronik ein. Die Gitarre ist und bleibt das Hauptinstrument. Die Reise durch die zehn Songs ist eine Entdeckungreise die sich lohnt.

Fredi Hallauer

COLOUR OF RICE

Album: “ Late River Run“

Colour Of Rice ist auf diesem Album im Trio unterwegs. Mit dabei ist ein Schlagzeuger und ein Multiinstrumentalist mit Piano, Bass, Gitarren. So ergeben sich viele Spielmöglichkeiten. Das besondere daran ist, dass sie es nicht übertreiben. Es geht immer noch um die Songs von Colour Of Rice. Durch das Schlagzeug wird das ganze etwas rhythmischer, bewegter und die E-Gitarre bringt den Folkrock in die Musik. Aber auch eine gewisse jazzige Note ist vorhanden. Die Produktion tönt nach Low Budget und gerade die sonst so klare Stimme der Sängerin klingt manchmal etwas durch den Nebel. Man muss sich auch etwas an die neuen Klänge von Colour Of Rice gewöhnen, aber nach mehrmaligem Hören merkt man wie wunderschön diese Musik ist.

Fredi Hallauer

TINKABELLE

Album: „Greatest Hits … and some more“ (Phonag)

Um Tinkabelle war es Album mässig etwa sieben Jahre ruhig, live sind sie noch immer unterwegs in einer etwas geänderten Formation, da Tanja (Vocals) und Res (Banjo) die Band verliessen. Einige Aufnahmen der Band sind vergriffen, so stellten sie eine Greatest Hits und noch mehr zusammen. Die 18 Songs zeigen noch einmal die Bandbreite der Pop/Country/Folk Band aus dem Raum Zürich. Ihre handgemachte Musik ist herzlich, warm und erfrischend. Bei den Aufnahmen hat es auch ein paar Gäste wie Andrea Benz, Mae Ann Jordan auf einem unveröffentlichten Song, dazu kommen verschiedene Live Aufnahmen. Ein tolles Album.

Fredi Hallauer

MICHELLE ARIANE

Album: „Bridge The Great Divide“

Michelle Ariane ist eine Schweizer Sängerin mit amerikanischen Wurzeln, die tief im mittleren Westen liegen. Aufgenommen hat sie dieses Album in Nashville. Die Stadt hat ihr betreffend Sound den Stempel aufgedrückt. Sie ist eine Singer/Songwriterin in der Art von Bonnie Raitt bis Joni Mitchell, Bob Dylan bis Fleetwood Mac. Sie kleidet ihre Lyrics in feinsten Folk, Folk Pop und Americana. Ihre klare Stimme nimmt einem sofort gefangen. Sie singt vom Leben und vom Leben in Zürich „Rivers Of Zurich“. Die Musik ist handgemacht, Fingerpicking Gitarre, Piano, Bass oder ein bisschen Keyboard, da und dort ein anderes Instrument, aber keine Elektronik. Ein wunderbares Album mit ehrlicher und bestechender Musik.

Fredi Hallauer

BALTHASAR STREIFF & YANNICK WEY

Album: „Büchel Box“ (Zytglogge)

Der Büchel ist landläufig die kleinere Version eines Alphorns, aber eigentlich ein sehr eigenständiges Instrument. Offiziell ist es eine Naturtrompete. Der Büchel kommt in der Innerschweiz vor, und als Naturtrompete gibt es sie in Ungarn, in Österreich heisst das gleiche Instrument Wuschzhorer. Balthasar Streiff und Yannick Wey spielen Stückli aus diesen Regionen, dazu noch Musik des Büchel-Missionars Dr. Alois Bucher und eigene Kompositionen. Büchelmusik ist lebhafter und wilder als die Alphornmelodien, zumindest so wie sie von den Beiden gespielt wird. Sicher hier geht es um Hardcore Folk, oder Traditionen, trotzdem ist dieses Album sehr gut anzuhören. Die Gsätzli und Stücke sind in kleine Gruppen eingeteilt und wechseln sich ab. Die Stücke von Alois Bucher haben Titel wie „Die Drii redidi no einisch midenand“ oder „Ds Adlers Flug“ und da kann man wunderschön das Kopfkino einschalten und die Klänge geniessen. Mit der „Büchel Box“ ist ein sehr interessantes und spannendes Album gelungen.

Fredi Hallauer