CAROLYNN

Album: „B-Town“

Die Berner Singer/Songwriterin lebte bereits in mehreren Städten mit B, somit wäre der Titel des Albums geklärt. Sie spielt Folk mit ihrer Gitarre und der Loopstation, dazu kommt ein holpriges Schlagzeug, Geige, Bass und ab und zu ein Saxophon. Also ein frische, freche, verspielte und fröhliche Musik, welche auch mal nachdenklich sein kann. Die angenehme Stimme tut wohl und die Songs haben Wiedererkennungswert, also ein gutes Songwriting. Carolynn singt vom Ankommen in den Städten und von ihren Träumen. Ein Album das von der Produktion her noch Luft nach oben hat, aber ganz bekömmlich daher kommt.

Fredi Hallauer

FROST AND FOG

EP: „The Tide“

Diese EP hatte ich schon einmal besprochen. Jetzt hat das Duo aber sehr viele Auftritte gehabt und darum nocheinmal. Auf der EP helfen ein paar weitere Musiker dezent mit, im Mittelpunkt bleiben aber die zwei Gitarren und die beiden wohlklingenden Stimmen, welche auch sehr gut zueinander passen. Ihre eigenen Songs kann man in die Sparte Folk einordnen. Viele Erinnerungen an Folkduos und -Trios kommen beim Hören dieser Musik auf. Viel zu schreiben gibt es nicht, diese schöne und ruhige Musik muss man Hören und in den Ohren zergehen lassen.

Fredi Hallauer

MARZELLA

EP: „Seasons Of Life“ (Irascible)

Die beiden jungen Frauen, Marzia und Ella, sind seit Kinderjahren befreundet und machen nun zusammen Musik. Sie singen englisch, französisch und italienisch und sind Multiinstrumentalistinnen. Auf ihrer Debüt-EP sind vier Songs in den drei Sprachen. Es sind alles ruhige Songs, folkig mit zwei schönen Frauenstimmen gesungen. Sie erzählen vom Wandel der Biografien, den Generationen und den Lebenszyklen überhaupt. Eine sehr schöne EP, man darf auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

DRÜDIETER

Album: „Roscht & Rose“ (Narrenschiff)

Drüdieter heisst das Trio, welches sich aus drei mit Vornamen Dieter zusammensetzt. Es sind das: Dieter Sulzer (Gsang, Jodel, Trümpi, Flöte); Dieter Ringli (Gitarren, Halszither, Gesang) und Dieter „Dide“ Marfurt (Halszither, Gitarren, Bass, Gesang). Sie spielen Musik zwischen Volksmusik und Folk mit ausschliesslich Mundarttexten. Musikalisch sind sie erste Sahne, egal ob sie einen Marley Song Covern, die Steiner Chilbi von Jost Ribary zu einer E-Gitarren Polka transformieren oder auch wunderschöne eigene Songs spielen. Gelungen, aber speziell finde ich die Texte zum „Echo vom Geisshimmel“ von Res Gwerder. Schwierig finde ich hingegen die Interpretation des Volksliedes „Mir Sänne“, bei dem die Melodie nicht übernommen wurde und der Text negativiert wurde, auch der Gesang nervt irgendwie. Auch „De Ordonnanzmarsch“ ein Kehl gesungener Tambourenmarsch, ist nicht so toll und Span haben das vor etwa 40 Jahren genau mit diesem Marsch schon gemacht. Darum kommt vor allem das Eigene gut an, oder ein eigener absolut neuer Text zu bestehenden Melodien. Drüdieter ist eine Gruppe, welche wieder frischen Wind und ein bisschen Alte Schule in die Folkmusik bringt.

Fredi Hallauer

JULIA HEART

EP: „Julia Heart“ (Little Jig Records)

Julia Heart ist Julia Herzog und war die Sängerin mit der unglaublichen Stimme von The Konincks, der harten Bluesrock Band aus Luzern. Nun ist sie musikalisch leiser und weicher unterwegs, aber immer noch hört man den Blues herumschwirren. Julia Heart singt Folk, Americana und Bluesiges. Ihre Stimme ist geblieben und die haut einem einfach um. Diese starke, rauchige und etwas rauhe Stimme kommt nicht oft vor. Auch ihr Timbre beim Singen muss man gehört haben. Nach diesen vier Songs darf man auf mehr gespannt sein. Julia Heart müsste eigentlich auf jeder Bühne dieses Landes auftreten und alle Auszeichnungen von Best Talent bis weiss ich was einsammeln.

Fredi Hallauer

MEIMUNA

EP: „Amour“ (Radicalis)

Meimuna sind eine Komponistin, Sängerin und Gitarristin aus dem Wallis, und ein Gitarrist, welche mit sehr ruhigen berührenden Chanson die Herzen berühren. Sie bewegen sich zwischen Folk, NeoKlassik und leichtem Pop. Sie singt französischem und das über die Liebe in vielen Facetten. Das speziele bei Meimuna ist ihre Stimme, welche wirklich sofort berührt und einem in ihren Bann zieht ob man will oder nicht.

Fredi Hallauer

EGLI

Album: „Filet“

Dieses Album ist etwa zehn Jahre alt, aber erst jetzt in meine Finger gekommen, bzw im CD-Player gelandet und es ist so stark, dass es besprochen werden muss. Egli das ist Hansruedi Egli aus Bern, Gitarrist und Liedermacher. Er tritt nicht allzuoft auf und auch Alben sind nur wenige von ihm erschienen in den letzten über 40 Jahren. Bei diesem Album hat er von den besten Musikern zusammen gebracht. Andy Narell am Steeldrum, Solis String Quartett, Kaiser Twins am Schlagzeug und Bass, Voxtasy und Oberstufe Vechigen für den Chorgesang und noch einige mehr. Wer jetzt hier ein Album eines Gitarristen erwartet, bekommt das nicht. Es ist ein Folkpop Album mit Mundartliedern die teils recht tief gehen, philosphische Betrachtungen, Mutmacher Lieder, oder eine eigenwillige Interpretationen von „Sidi“ von Mani Matter oder vom „Simelibärg“. Dazwischen gibt es auch mal ein schönes folkiges Gitarrenstück. Die Lieder und die Musik von Hansruedi Egli verdienen viel mehr Beachtung als das bisher geschehen ist. Für mich ist das gerade mein Lieblingsalbum geworden.

Fredi Hallauer