EGLI

Album: „Filet“

Dieses Album ist etwa zehn Jahre alt, aber erst jetzt in meine Finger gekommen, bzw im CD-Player gelandet und es ist so stark, dass es besprochen werden muss. Egli das ist Hansruedi Egli aus Bern, Gitarrist und Liedermacher. Er tritt nicht allzuoft auf und auch Alben sind nur wenige von ihm erschienen in den letzten über 40 Jahren. Bei diesem Album hat er von den besten Musikern zusammen gebracht. Andy Narell am Steeldrum, Solis String Quartett, Kaiser Twins am Schlagzeug und Bass, Voxtasy und Oberstufe Vechigen für den Chorgesang und noch einige mehr. Wer jetzt hier ein Album eines Gitarristen erwartet, bekommt das nicht. Es ist ein Folkpop Album mit Mundartliedern die teils recht tief gehen, philosphische Betrachtungen, Mutmacher Lieder, oder eine eigenwillige Interpretationen von „Sidi“ von Mani Matter oder vom „Simelibärg“. Dazwischen gibt es auch mal ein schönes folkiges Gitarrenstück. Die Lieder und die Musik von Hansruedi Egli verdienen viel mehr Beachtung als das bisher geschehen ist. Für mich ist das gerade mein Lieblingsalbum geworden.

Fredi Hallauer

CYRIL CYRIL

Interview

Am Zermatt Unplugged sprach Fredi Hallauer mit Cyril Cyril

Album: „Certaine Ruines“ (Bongo Joe Records)

Die beiden erfahrenen Musiker heissen beide Cyril und kommen beide aus Genf, aber aus verschiedenen Musikrichtungen. Der Eine spielt Saiteninstrumente, der Andere Schlagzeug und Perkussion, beide spielen Orgel und singen. Der Eine kommt vom Folk, der andere vom Jazz und Freejazz. Nun nähern sie sich musikalisch an. Entstanden ist spannende Musik. Die zehn Stücke, gesungen auf französisch und arabisch (der eine Cyril kommt ursprünglich aus dem Libanon) sind eine Mischung aus Folk mit starker Perkussion und einem orientalischen Groove. Es ist erstaunlich was zwei Musiker ohne Elektronik zustande bringen. Cyril Cyril spielen sehr spezielle eigenständige Musik, welche ein gewöhnungsbedürftig ist, aber wenn man mutig eingetaucht ist, kann man diesen Sound geniessen.

Fredi Hallauer

TONI VESCOLI

Album: „Gääle Mond“ (Cereus/CeDe.ch)

Toni Vescoli ist mit 77 Jahren immer noch unverwüstlich und nun wieder da mit einem neuen Mundartalbum. er nahm es teils in Texas mit seinen dortigen Musikerkollegen auf und die anderen Lieder alleine bei sich zuhause. Bei den sieben Liedern aus Texas sind Fiddle, Akkordeon, Keyboards, Bass, Schlagzeug, Perkussion und 12 saitige Gitarre und Stimme zu hören. Bei den selber aufgenommenen Liedern sind es Tonis Stimme, Gitarren, Mundharmonika und Perkussion. Der Sound ist super und Toni Vescoli typisch, zwischen Rock, Folk, TexMex und Blues. Bemerkenswert sind die Texte. Toni Vescoli ist aufmüpfig wie selten. Er singt von den Problemen auf dieser Welt, der Globalisierung, der Digitalisierung, aber auch ein schönes Lied für Pfarrer Sieber mit dem Aufruf an andere Pfarrer auch so zu sein. Über das Recht das Kinder ,Kinder sein dürfen und vieles mehr. Spass und Augenzwinkern ist auch dabei, wenn er von den fitten Alten singt. Auf diesem Album gibt es viel zu hören und auch viele Gedankenanstösse.

Fredi Hallauer

DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

Album: „White Creatures“ (Mouthwatering Records)

2c95711f-81d3-472a-a259-8f7d8e35129f.jpg

Die Musik von Black Sea Dahu ist so geheimnissvoll wie der Bandname oder das Fabelwesen Dahu aus dem Jura oder der Albumtitel. Janine Cathrein, die Sängerin hat dazu noch eine ebenso geheimnissvolle Stimme, schön, berührend, manchmal leicht angerauht. Die Songs sind folkig mit einem spärlichen Instrumentarium begleitet und sehr zurückgemischt um an einzelnen Stellen zu einem ganzen Orchester anzuwachsen. Diese acht etwas längeren Songs zwingen einem zuzuhören und belohnen einem mit einem Ohrenschmaus. Für mich ein Album für die Liste, Album des Jahres.

Fredi Hallauer

PIGEONS ON THE GATE

Album: „Chasing Suns“ (Tourbo Music)

zcaRllnA.jpeg

Die Schweizer irish Band um Lajescha und Roger O’Dubler haben ihrem zeitgenössischen Irish Folk etwas mehr Pop beigefügt. irgendwie läuft das heute unter Indie-Folk, für mich Folkrock oder Folkpop. Das Schlagzeug hämmert einen fast punkigen Beat, die Flöte jubiliert und der Gesang ist mal lieblich elfenhaft und dann wieder Whisky geschwängert oder laut. Sehr schön sind die Songs wie „Road to Corofin II“ wo sich die Flöte und die E-Gitarre im Duett treffen. Pigeons On The Gate können da im Ressort Folk bei den grossen Gruppen mithalten, sie spieln mit viel Leidenschaft und gehen kreativ mit dem Begriff Folk um. Es wäre schön sie öfters zu sehen und zu hören.

Fredi Hallauer

LOS GATILLOS

Album: „Los Gatillos“ (Gutfeeling Records/Irascible)

losgatillos_cover©saschaschwegeler.jpg

Das Trio besteht aus Pierre Omer (u.a. Dead Brothers), Money B. (Hells Kitchen) und Fred Raspail aus Genf und Lyon. Alle drei singen und sechs Hände spielen die Instrumente. Gesungen wird in Englisch, Deutsch und Französisch. Musikalisch kommen die drei von etwas verschiedenen Stilrichtungen mit mehr Folk, oder mehr Blues oder dem Swing. Zusammen lassen sie diese Schubladen liegen und machen einfach Musik mit viel Spass, etwas gespenstig manchmal, vielleicht passen sie in die Schublade Folk Noir. Entstanden sind Los Gatillos aus Spass und plötzlich hatten sie genügend Songs für ein Album. Der Spass scheint immer noch da zu sein und die Qualität von guten Songs ebenfalls.

Fredi Hallauer