PRADER & KNECHT

Album: „You’ll Figure It Out“ (Dala Recordings/Irascible)

Das Duo Ronja Rinderknecht (Gesang und Cello) und Martin Prader (Gesang und Gitarre) haben ihre Idee umgesetzt, neue Songs mit erweiterter Band zu spielen. So haben im Ganzen neun MusikerInnen bei diesem Album mitgewirkt. So ist eine vielseitige Sammlung von sehr schönen Songs entstanden. Im Zentrum steht immer noch der zweistimmige Gesang mit Cello und Gitarre, so herrlich folkig und Indie. Einflüsse von Elektronik, Garage und Alternativ sind dazu miteingeflossen. Die Songs erzählen von Überfluss, Verlustangst, Manipulation und Konsum. Sie verlangen Respekt, Selbstreflexion und eine gesunde Portion Optimismus. Prader & Knecht werden immer besser. Sicher ein Album das für 2019 wichtig ist in der Schweizer Musikszene.

Fredi Hallauer

GOLDSCHATZ

Album „Salt Of The Sea“

Das Duo Timothy Jaromir und Rykka sind das Duo Goldschatz. Sie singen und spielen sich durch Folk und Americana mit einem Schuss Country. Es sind acht wunderschöne Songs entstanden, welche durch den zweistimmigen Gesang leben. Nein es tönt nicht immer gleich, denn sie wechseln sich ab im Leadgesang oder übernehmen ihn gleich beide. Schöne Songs, das Richtige für einen sonnigen Herbstabend. Einziger Negativpunkt dieses Albums, 26 Minuten sind zu kurz, man möchte mehr hören.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

EP: „No Fire In The Sand“ (Mouthwatering Records/Irascible)

Die folkige Band mit der Texterin und Sängerin Janine Cathrein haben nach ihrem Debüt Album und erfolgreicher Tour, weitere fünf Songs aufgenommen und führen die erfolgreiche Tour weiter. Diese neuen fünf Songs überzeugen weiterhin durch die schöne warme Stimme der Sängerin und den akustischen, sparsam eingesetzten Instrumenten. Die Musik ist stimmungsvoll und passt gut zu den Songs. Die Texte erzählen von diesem und jenem, Geschichten aus Beobachtungen und die das leben schrieb. Eine wunderschöne herbst EP.

Fredi Hallauer

CAROLYNN

Album: „B-Town“

Die Berner Singer/Songwriterin lebte bereits in mehreren Städten mit B, somit wäre der Titel des Albums geklärt. Sie spielt Folk mit ihrer Gitarre und der Loopstation, dazu kommt ein holpriges Schlagzeug, Geige, Bass und ab und zu ein Saxophon. Also ein frische, freche, verspielte und fröhliche Musik, welche auch mal nachdenklich sein kann. Die angenehme Stimme tut wohl und die Songs haben Wiedererkennungswert, also ein gutes Songwriting. Carolynn singt vom Ankommen in den Städten und von ihren Träumen. Ein Album das von der Produktion her noch Luft nach oben hat, aber ganz bekömmlich daher kommt.

Fredi Hallauer

FROST AND FOG

EP: „The Tide“

Diese EP hatte ich schon einmal besprochen. Jetzt hat das Duo aber sehr viele Auftritte gehabt und darum nocheinmal. Auf der EP helfen ein paar weitere Musiker dezent mit, im Mittelpunkt bleiben aber die zwei Gitarren und die beiden wohlklingenden Stimmen, welche auch sehr gut zueinander passen. Ihre eigenen Songs kann man in die Sparte Folk einordnen. Viele Erinnerungen an Folkduos und -Trios kommen beim Hören dieser Musik auf. Viel zu schreiben gibt es nicht, diese schöne und ruhige Musik muss man Hören und in den Ohren zergehen lassen.

Fredi Hallauer

MARZELLA

EP: „Seasons Of Life“ (Irascible)

Die beiden jungen Frauen, Marzia und Ella, sind seit Kinderjahren befreundet und machen nun zusammen Musik. Sie singen englisch, französisch und italienisch und sind Multiinstrumentalistinnen. Auf ihrer Debüt-EP sind vier Songs in den drei Sprachen. Es sind alles ruhige Songs, folkig mit zwei schönen Frauenstimmen gesungen. Sie erzählen vom Wandel der Biografien, den Generationen und den Lebenszyklen überhaupt. Eine sehr schöne EP, man darf auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

DRÜDIETER

Album: „Roscht & Rose“ (Narrenschiff)

Drüdieter heisst das Trio, welches sich aus drei mit Vornamen Dieter zusammensetzt. Es sind das: Dieter Sulzer (Gsang, Jodel, Trümpi, Flöte); Dieter Ringli (Gitarren, Halszither, Gesang) und Dieter „Dide“ Marfurt (Halszither, Gitarren, Bass, Gesang). Sie spielen Musik zwischen Volksmusik und Folk mit ausschliesslich Mundarttexten. Musikalisch sind sie erste Sahne, egal ob sie einen Marley Song Covern, die Steiner Chilbi von Jost Ribary zu einer E-Gitarren Polka transformieren oder auch wunderschöne eigene Songs spielen. Gelungen, aber speziell finde ich die Texte zum „Echo vom Geisshimmel“ von Res Gwerder. Schwierig finde ich hingegen die Interpretation des Volksliedes „Mir Sänne“, bei dem die Melodie nicht übernommen wurde und der Text negativiert wurde, auch der Gesang nervt irgendwie. Auch „De Ordonnanzmarsch“ ein Kehl gesungener Tambourenmarsch, ist nicht so toll und Span haben das vor etwa 40 Jahren genau mit diesem Marsch schon gemacht. Darum kommt vor allem das Eigene gut an, oder ein eigener absolut neuer Text zu bestehenden Melodien. Drüdieter ist eine Gruppe, welche wieder frischen Wind und ein bisschen Alte Schule in die Folkmusik bringt.

Fredi Hallauer