FESTIVALS

MOON & STARS LOCARNO 2019

Donnerstag 11. Juli 2019

Die Piazza Grande wurde von Bastian Baker eröffnet. Er war wieder mit seiner tollen Band hier und bei bester Laune. Der Sound war sehr transparent und klar gemischt, so war das Konzert auch ein Ohrenschmaus. So ist Popmusik ein Genuss mit allen Sinnen.

Bild Fredi Hallauer

Auf der Piazza Piccola übernahmen Wintershome das Zepter. Sie rockten so richtig ab und das Publikum tanzte wie wild. Die Songs sind mehr Uptempo als früher und etwas dreckiger, was viel bringt. Hier gab es Augenweide und Ohrenschmaus zugleich.

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Auf der Piazza Grande ging es dann um Mitsingchöre mit dem grossen Herzensbrecher Eros Ramazzotti. Er brachte tausende Frauen aus dem Häuschen, er zeigte aber auch dass er mehr konnte. Mit der E-Gitarre liess er richtig rocken und jaulen. Ganz alleine mit der akustischen Gitarre gehörte er zu den wirklichen Cantautori. Auch ein Film zum Plastikproblem flimmerte über die Leinwand, ohne Musiker auf der Bühne. Seine Entertainerqualitäten zeigte er ebenfalls. Sein Machogehabe durfte natürlich nicht fehlen. Das Publikum, lies die Frauen, sangen das ganze Konzert mit und waren rund um glücklich mit dem italienischen Sänger und seinen unzähligen Hits.

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Freitag 12. Juli 2019

Auf der Piazza Grande viel sogleich auf, dass das Publikum viel jünger war als gestern. Zum Start war Sfera Ebbasta der italienische Trap Star auf die Bühne gekommen. Er performte mit DJ und Schlagzeuger. Die vielen italienisch sprachigen Jungen sangen Wort für Wort mit.

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Es folgte der ESC Held Luca Hänni mit einem kurz Auftritt. Auch er mit DJ und Keyboard und zwei Tänzer. Mit einem Lichtermeer und neuen Songs zündete er die Party.

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Dann stand der Auftritt von Jason Derulo an. Er wurde angekündigt, ein langes Intro folgte und dann ein zehnminütiges DJ Set. Aber dann ging die Party los. Drei Tänzerinnen und drei Tänzern, dem DJ und einem Bassisten performte er alle seine Hits. Eine exzellente Show und junge Frauen am Ausflippen machten diesen Auftritt zu einem Erlebnis.

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Samstag 13. Juli 2019

Die Piazza Grande füllte sich mit Klängen zwischen Klassik und Pop. Grund war der Auftritt von Il Volo. Von einem Orchester mit Streichern und Holzbläser, Piano, Gitarre, Bass und Schlagzeug begleitet schmetterten sie ihren Gesang über den Platz. Dazwischen waren es eher Schreihälse statt Sänger. Ihr Auftritt wirkte hölzern, mit ungelenken Bewegungen und dauerndes Umarmen nervten auf die Dauer.

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Auf der Piazza Piccola sang ZID seine Lieder mit zwei Musikern. Er überzeugte mit seiner sympathischen und einfachen Art.

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Dann durfte man gespannt sein auf Emeli Sandé. Sie stand bereits letztes Jahr auf der Piazza Grande. Sie trat mit neuer Haarfarbe und Frisur auf in einem schönen Hosenanzug und legte gleich mit viel Energie und kraftvoll los. Sie überzeugte mit den älteren Songs und den vom kommenden Album. Die achtköpfige Band tat das ihrige für dieses grossartigen Konzertes.

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Sonntag 14. Juli 2019

Bereits um 18 Uhr startete Max Giesinger auf der Piazza Grande. Das Publikum war sehr jung, der Sänger auf der Bühne ebenfalls. Seine deutschen Popsongs gehören zu den wohlfühl, heile Welt Songs. Es war ein belangloses Teeniekonzert, aber die sollen ja auch auf ihre Rechnung kommen.

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Dann betrat Nena die Piazza Grande und rockte sie. Die Frau war so voll Energie und ihre grosse Band ebenfalls. Rock, Rock’n’Roll, ja sogar Punkrock donnerten sie unter die Hits. Dazwischen gab es dann Schunkelmomente. Nena trat mitten im Publikum mit Bassist und Schlagzeuger auf und liess es selber mit der E-Gitarre krachen. Selbstverständlich fehlte kein Hit und alle tönten so, wie wenn sie aktuell wären. Nena war ein weiterer Höhepunkt.

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Es folgte Andreas Burani. Er war sehr präsent mit dem Publikum, spielte einfach seine Hits, seine Deutschpopsongs. Auch hier wohlfühl heile Welt Texte, früher sagte man dem Schlager. Das Publikum liebte ihn.

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Montag 15. Juli

Der Abend auf der Piazza Grande wurde von Aloe Blacc eröffnet. Der Amerikaner startete gleich mit einet vielseitigen und überlangen Version von „I need a Dollar“. Es folgte ein tolles Konzert mit Reggae und Latin Rhytmen, Funk und Soul und einer Prise Jazz. Die tolle Band mit Saxophon und Posaune sorgte für dieses Jahr noch nicht gehörte Töne am Moon and Stars. Aloe Blacc zündete dazu eine Party und packte das Publikum bei der Feierlaune. Ein eindrückliches, schlichtes und solides Konzert, welches von der Musikalität lebte.

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Mit 15 Minuten Verspätung startete die Megashow von und mit Christina Aguilera. Das amerikanische Stimmwunder überzeugte gesanglich und im Verlaufe der Shows performte sie ihre Hits. Die Band war im Hintergrund und lieferte den Boden für die Las Vegad Glitzer Glamour Show. Christina Aguilera bot alles was dazugehört, Videos, Tanzshows mit 8 Tänzerinnen und Tänzer, mehrfach ausgiebigem Konfettiregen, mehreren Ventilatoren auf der Bühne. Mindestens zehn verschiedene, oft skurille Outfits wie Kleid mit Lämpchen und einiges mehr. Es war ein pures amerikanisches Spektakel inklusive den Ankündigungen der Sängerin, wenn es um eine Message ging.

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Fazit: Für mich ist hier das Moon & Stars 2019 zu Ende, da es am Gurtenfestival weitergeht. Es waren schöne und spannende Tage in Locarno, mit guter Organisation, netten Menschen und einem tollen Publikum. Schade war, dass die Konzerte auf der Piazza Piccola gleichzeitig mit denen der Piazza Grande stattfanden. Das gesamte Programm war gut und abwechslungsreich.

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Fredi Hallauer

STARS OF SOUNDS MURTEN

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Donnerstag 4. Juli 2019

Ich konnte erst beim zweiten Hauptbühnen Konzert auf dem Gelände sein und kam rechtzeitig zu Topkonzert von Seven. Er spielte mit seiner routinierten Band und legte weitgehend eine tolle Show hin. Musikalisch und gesanglich war alles Spitze. Am Schluss zeigte er sich showmässig beleidigt und niemand kam nach. Es war seltsam und Seven hat das nicht nötig.

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Es folgte Rea Garvey. Der irisch-stämmige Deutsche war sehr guter Laune und spielte mit seiner Band ein Energie geladenes Konzert. Er konnte das Publikum vom ersten Song an packen und mitreissen. So kamen dann auch seine Statements zu Klima und Frieden gut beim Publikum an. Natürlich fehlten auch seine romantischen Hits nicht, welche er gut wischen den schnelleren Songs einbettete. Es kam richtig Stimmug auf.

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Mit leichter Verspätung und gutem Intro schafften es die Herren von Die fantastischen Vier ihr Konzert zu starten. Sie kamen dann schnell in Schwung und pflegten ihre Schnellsprechkultur sehr ausgeprägt, nämlich so, wenn man die Texte von Konserve nicht kannte, verstand man wenig. Erschwerend kam der zu laute Sound dazu, vor allem der vershleppte Bass, welcher de Sprechgesang überdeckte. Die Fans hatten trotzdem ihren Spass an der einstudierten Show und sie kannten ja die Texte.

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Freitag 5. Juli 2019

Marc Sway startete sein brasilianisches Fest bei einer Temperatur welche nicht besser zu Brasilien passen könnte. Er brillierte als Entertainer. Seine Songs und seine Show waren ein wirliches Fest.

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Der nächste Powermann folgte, es war Dodo. Mit seiner genialen Band feierte den Reggae ab. Gute Laune hatte er und schenkte sie dem Publikum. Klar spielte er seine Hits und liess das Publikum noch mehr schwitzen als es schon tat.

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Auf der Song Flower Stage kamen lokale Artiste zum Zuge bis in den frühen Abend. Koller & Band überzeugte nur durch die Stimme. Musikalisch lagen sie in den Mundartrock der 70iger, dazu immer alles ähnlich. Die Mundarttexte dazu waren dürftig.

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Nun auf der Hauptbühne eine Powerfrau, nämlich Stefanie Heinzmann. Sie startete ein Feuerwerk von einem Konzert und war sehr locker drauf. Ihre achtköpfige Band tat das ihre dazu.

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Zurück auf der Song Flower Bühne wo Emilie Zoė auftrat. Zusammen mit einem Jazzschlagzeuger und tiefet gestimmter Gitarre, sang sie ihre Postpunk Songs. Sie ist eigenständig, schräg, schrill, kratzend aber auch schmeichelnd. Eine überaus sympathische und gute Sängerin aus der Romandie.

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Die Hauptbühne und die Herzen des Publikums übernahm Rag’n’Bone Man. Der grosse Mann mit der ganz grossen Stimme und exzellenten Musikern bot ein erstklassiges Konzert. Seine Musik war mit nichts vergleichbar was es bisher hier zu hören gab. Das zahlreiche Publikum war sehr aufmerksam.

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Auf der Song Flower Bühne spielten anschliessend The Cavers. Sie begeisterten mit ihrem Indie Folk und die Bühnenpräsenz war viel besser. Die kleine Bühne war der Ort an dem diese Band zur Geltung kam.

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Freitag 6. Juli 2019

Nach dem grossen und unangenehmen Gewitter liessen The Gardener and the Tree die Sonne wieder scheinen. Mit ihrem soliden Auftritt und grosser Stimme holten Sie den Sommer zurück. Mit ihrem Sound und mehstimmigem Gesang überzeugten sie.

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Es folgte Bastian Baker. Er powerte mit seiner Band so richtig los und die Sonne schien noch heisser. Sein Repertoire umfasste alle Alben und das Publikum sang mit. Der sympathische Herzensbrecher eroberte die Frauen Herzen und den anderen zeigte er, dass er ein guter Sänger und Entertainer ist.

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Nach der Flugshow der Patrouille Suisse ging es auf der Hauptbühne weiter.

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Am Start stand das John Butler Trio das eigentlich ein Quartett war. Der Westaustralier sah aus wie ein Herzensbrecher, aber er entfachte mit seiner Musik einen und sogar mehrere Wirbelstürme. Mit seinen Gitarren und dem Banjo jagte er unglaublich viele Töne gleichzeitig von der Bühne. Sein Paradestück mit akustischer Gitarre und Solo war natürlich auch dabei. Ein grossartiger Musiker und ein Highlight des Stars of Sounds.

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Auf der Song Flower Bühne rockte anschliessend die aus Neuseeland zurückgekehrte Caroline Chevin. Mit einer neuen Band spielte sie ihre Songs in einem Energie geladenen Stil. Sie sang und tanzte, dass dem Publikum nichts übrigblieb als mitzumachen. Ein tolles Konzert.

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Der Abschluss bildete Stefan Eicher mit Traktorkestar. Traktorkestar marschierte durch das Publikum und betrat die Bühne von vorne. Darauf veranstalteten sie La Fête. Dann trat der Maestro Stefan Eicher auf die Bühne und sang sein französisches Repertoire. Er war immer wieder mit den Solisten von Traktorkestar im musikalischen Zwiegespräch. Ein riesen Fest und ein würdiger Abschluss eines schönen Open Airs.

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Fazit: Ein wunderschönes Gelände, gute Organisation, sehr friedliche Stimmung. Die Lautstärke war oft zu übertrieben laut, vor allem die Bassdrums, das reklamierte sogar das Publikum während der Konzerte. Aber sonst tip top.

Fredi Hallauer