NICK PORSCHE

Album: „Big Fish“ (Irascible)

Nick Porsche kommt aus Biel und debütiert mit diesem Album. Seine Popmusik lässt hinhören. Er verwebt HipHop, Worldmusik, Reggae, Karibik, Soul und R’nB mit hinein. Die Songs leben von den Instrumenten ebenso wie von der Vielfältigkeit der Stimme. Das Album kommt dank den verschiedenen Stilmittel und dem verschiedenen Einsatz der Stimme vielfältig und doch aus einem Guss daher. Nick Porsche macht Popmusik, welche nicht zum Mainstream gehört, aber trotzdem sehr Radio tauglich ist. Es macht Freude ihm genau zuzuhören.

Fredi Hallauer

TINKABELLE

Album: „Greatest Hits … and some more“ (Phonag)

Um Tinkabelle war es Album mässig etwa sieben Jahre ruhig, live sind sie noch immer unterwegs in einer etwas geänderten Formation, da Tanja (Vocals) und Res (Banjo) die Band verliessen. Einige Aufnahmen der Band sind vergriffen, so stellten sie eine Greatest Hits und noch mehr zusammen. Die 18 Songs zeigen noch einmal die Bandbreite der Pop/Country/Folk Band aus dem Raum Zürich. Ihre handgemachte Musik ist herzlich, warm und erfrischend. Bei den Aufnahmen hat es auch ein paar Gäste wie Andrea Benz, Mae Ann Jordan auf einem unveröffentlichten Song, dazu kommen verschiedene Live Aufnahmen. Ein tolles Album.

Fredi Hallauer

HANK

EP: „These Days“(Radicalis Music)

Das Basler Quartett hat eine gemütliche EP aufgenommen. Wohlbekömmliche Musik und trotzdem nicht Durchschnitt sondern darüber. Mehrstimmiger Gesang, ja fast Chöre prägen den Gesang, dazu kommen Jazz angehauchte Gitarren oder Keyboards, feines Drum und ein satter Bass. Es ist Musik zum Wohlfühlen, Kuscheln oder was auch immer, aber nie ist diese Musik kitschig oder romantisch im herkömmlichen Sinne. Hank beweisen Eigenständigkeit.

Fredi Hallauer

DINAH

EP: „Afterglow“

Die in Berlin lebende Schweizerin debütiert als Dinah mit ihrer ersten EP. Bisher war sie in der Schweiz als Singer/Songwriterin Mya Audrey bekannt. Nun brilliert sie als exzellente Sängerin in einem tiefgründigen Popstil. Treibende Schlagzeug Rhythmen, aufpeitschende Synthies, tiefe pumpende Bässe und davor und darüber die packende Stimme von Dinah. Sie singt aus dem leben von jungen Menschen und ihren Überlegungen. Ein sehr gelungenes Debüt das nach mehr Lust macht.

Fredi Hallauer

PAT BURGENER

EP: „Better Man“ (Irascible)

Pat Burgener ist nun wieder als Musiker unterwegs. Mit seiner dritten EP zeigt er, dass er musikalisch und textlich gewachsen ist. Da kommt keine unbeschwerte Musik auf uns zu. Die Harmonien sind dunkler, das Drum schleppender und die Synthies bewegen sich im Dream Pop. Einzig die Gitarre begehrt immer wieder auf. Das sind die richtigen Klänge für die Texte, welche einerseits sehr persönlich sind, andererseits aber auch meine oder deine Persönlichkeit beleuchten. Es geht darum, wie es der EP Titel sagt, zu versuchen ein besserer mensch zu werden. Diese EP hat Qualitäten, sowohl musikalisch und betreffend Songwriting und ist dazu erst noch Radio tauglich.

Fredi Hallauer

NAMAKA

EP: „Water On The Sun“ (Mouthwatering Records)

Das Elektropop Trio spielt auf dieser EP fünf quirlige, sonnige Songs. Die Frauenstimme singt sich sofort ins Herz. Analoge und digitale Synthesizer legen schöne Popmelodien zwischen den Gesang und das quirrlige Schlagzeug und die Beats. Das ist Popmusik mit Niveau wie sie eigentlich häufig im Radio laufen sollte. Gutes Songwriting und Abwechslung zeichnen diese EP aus.

Fredi Hallauer

PEDESTRIANS

Album: “ Sweet Space“ (Gadget)

Pedestrians haben zusammen mit Dodo ihr erstes Album aufgenommen. Die zehn Songs zeugen von weiterer Reife der Band. Sie bewegen sich weiterhin zwischen Reggae, Pop und 90iger Vibes. Der Reggae wird durch starken Bass etwas mehr betont, andererseits helfen die Gäste wie Manuel Felder (The Gardener & The Tree), KT Gorique, Naima und Will and the People, den Popasüekt stärker zu betonen. So entstand ein toller Sound, verspielt, tanzbar, mit mehrstimmigem Gesang und alles sehr vielseitig. Der Groove ist sehr ausgeprägt und reisst einem so richtig mit. Pedestrians beweisen, dass man mit Synthie und Instrumenten, und dazu einer guten idee, tolle Musik machen kann.

Fredi Hallauer

AL PRIDE

EP: „Spruce“ (Radicalis)

Die Badener Band ist auf acht MusikerInnen angewachsen. Der Sound ist trotzdem soweit minimiert wie es geht um genau die Musik in den Vordergrund zu stellen, welche sie wollen. Viel Groove mit sattem Bass, Schlagzeug und Perkussion ist zu hören, natürlich hilft auch die Rhythmusgitarre oder das Keyboard mit. Lead- und Backgroundgesang sind wichtig, ebenso die sphärische Leadgitarre und die Al Pride Bläsersektion. „Another Vibe“ lässt einem beschwingt abtanzen, die anderen Stücke sind eher langsamer und etwas grau eingefärbt, man könnte auch sagen melancholischer, aber trotzdem groovig. Ein gutes und vielseitiges Songwriting prägt diese EP ebenfalls. Ein wichtiges Stück CH-Musik.

Fredi Hallauer

EMILIE ZOE & CHRISTIAN GARCIA-GAUCHER

Album: Pigeons – Soundtrack for the Birds on the Treetops Watching the Movie of our Lives (Hummus Records)

Emilie Zoé aus der französischen Schweiz, wurde von einem alternativen Filmfestival in La Chaux De Fonds, eingeladen einen alternativen Live Filmsoundtrack für einen Film ihrer Wahl zu machen. Sie wählte den Film „A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence“ von Roy Anderssons. Ins Boot holte sie den Produzenten Christian Garcia-Gaucher. So wurde zum Film mit der Originalmusik noch diese Musik gespielt, so wie ich das verstanden habe. Dieser Alternative Soundtrack gibt es jetzt als Album. Viele Aufführungen mit dem Film und Emilie Zoé mit dem Schlagzeuger Nicolas Pittet hätten stattfinden sollen, welche jetzt wegen der Coronakrise vorläufig wegfallen. Es bleiben uns aber diese melancholischen Klänge mit etwas Orgel untermalt, den Gitarren und einigen wunderschönen oft zweistimmig gesungenen Songs (Frauen- und Männerstimme). Ein paar Stücke sind instrumental, aber auch die lohnenswert zu hören.Emilie Zoé ist es wieder einmal gelungen Popmusik ganz neu zu definieren.

Fredi Hallauer

CHRISTOPHER GEORGE & THE SAPIDITY AGENTS

Album: „With A Pinch Of Salt“ (www.christophergeorge.ch)

Der Pianist und Sänger aus dem Raum Zürich hat eine tolle Band um sich gescharrt und die lassen es so herrlich grooven. Neben Piano, Bass, Gitarre, und Schlagzeug gehört auch noch die Perkussion und eine Bläsersektion dazu. christopher George singt alltagsgeschichten auf Englisch und Mundart. Die schnelleren groovigen Nummern überzeugen mehr, als die balladenhaften, welche doch auf die Dauer etwas gleichförmig wirken. An den Instrumenten sticht vor allem die Rhythmussektion und der Gitarrist hervor. Natürlich auch die Horns, dort wo sie blasen. Die Stimme von Christopher George ist etwas dünn. Ein Album das vielleicht eher zur Erinnerung nach einem Konzert dient.

Fredi Hallauer