IRMA KREBS

Album: „Summerhits“

Das Berner Quartett in der klassischen Rockbesetzung rumpelt durch alle Stilarten aber immer im besten Berndeutsch.“Fotzelschnitte“ tönt ein bisschen nach den alten Berner Mundartrockbands. Dann wird es aber moderner von der Musik her, mal ein bisschen funkig, oder Indie Pop oder balladesk. Aber eigentlich ist die Musik nur der Träger für die Texte zwischen höherem Blödsinn und Tiefsinn. Auf den ersten Eindruck sind die Texte einfach nur schräg und witzig oder skurill, wenn man aber ein bisschen darüber nachdenkt, haben ein paar Lieder viel Potential für Tiefsinniges. Dieses Album ist sicher für Menschen welche es gerne etwas schräg haben.

Fredi Hallauer

ALAS THE SUN

Album: „Wild Honey Inn“ (Taxi Gauche Records)

Das Indie-Pop Duo hat sich verändert, bzw. die Sängerin hat gewechselt. So ergibt das einen neueren frischen Sound, da der Gesang sehr wichtig ist. Also Frauen- und Männerstimme, dazu Gitarren, Synthies, Fender Rhodes, Drums, Bass und vieles mehr. Die Songs erzählen von Beziehungsgeschichten aller Art, meist aus der Perspektive der Beobachter. Der Musikstil liegt zwischen Indie-Pop, Elektro-Pop, Bossa Nova und weiteren Spielarten des Pop. Es ist leichte Musik, welche so herrlich daherfliesst und Frühlingsgefühle weckt und zum Geniessen einlädt und trotzdem hat sie etwas tiefgründiges im Abgang.

Fredi Hallauer

MARIUS BEAR

Album: „Boys Do Cry“

Der Appenzeller ist mit einem neuen Album am Start und da ist auch der ESC Song 2022 der Schweiz darauf zu hören. Aber beginnen wir mit den anderen Songs. Es ist ein Popalbum geworden, welches von seiner speziellen Stimme geprägt ist. Die Musik ist handgemacht mit ein paar elektronischen Effekten angereichert. Es gibt bewegte und ruhige Songs zu hören. In den Balladen kommt die Stimme von Marius Bear sehr gut zum Tragen, da sie da sehr natürlich klingt. In vielen der bewegteren Songs versucht Marius Bear die Stimme nach oben zu pressen und das ist wahrscheinlich nicht nur mühsam, sondern klingt auch so. Ansonsten ein schönes Popalbum mit rockigen Einflüssen. Der ESC und Titelsong fällt aus dem Rahmen, denn da hat man den Sound mit einer gehörigen Portion Zucker versüsst in Form von Streichern. Ich glaube das ist nicht der Sound von Marius Bear.

Fredi Hallauer

NOLA KIN

EP: „Fallstreak“ (Orange Peel Records)

Die Musikerin Carla Fellinger hat sich für drei jahre von der Musikszene zurückgezogen und taucht nun mit ihrem Soloprojekt und einer ersten EP auf. Vier Songs hat sie aufgenommen im üblichen Sound, viel Keyboard, Elektronik, etwas Gitarre und Drum. Auffallend ist ihre warme Stimme. Die Songs sind ruhig und erzählen von Verletzungen und sich dazu bekennen und sich so zu mögen wie es jetzt ist. Ich möchte fast sagen ein bisschen das übliche. Eine Art Therapie für die Künstlerin, sonst muss man es nicht unbedingt hören.

Fredi Hallauer

HECHT

Album: „For Life“ (Gadget/Phonag Records)

Die zwölf neuen Lieder von Hecht drehen sich alle um die Liebe. Die Luzerner aus Zürich setzen ziemlich auf Hit und Stadionhymnen. Die Rockband ist viel popiger geworden und sie haben sich musikalisch an Dabu Fantastic angenähert oder angebiedert. Ansonsten ist das Album gut produziert, die Texte sehr gut verständlich, sowohl akustisch wie auch sprachlich. Tiefgang fehlt sowohl bei den Texten, wie auch musikalisch. Eine Idee, wei sie die Texte nämlich doch zu aktuellen Themen singen können gibt das Lied „Liebi & e Beat“, da ist die Umwelt ein kleines Thema. Aber OK, Hecht sind zurück und das mit einem neuen Album auf die kommende Festivalsaison. Tanzen, mitsingen und feiern ist mit diesen Liedern garantiert.

Fredi Hallauer

CAROLINE CHEVIN

Album: „Note To Self“

Caroline Chevin, die Innerschweizer Musikerin und Sängerin ist mit einem Poweralbum zurück. Produziert wurde dieses Album in Neuseeland und der Schweiz. Caroline Chevin dreht auch musikalisch ziemlich auf mit einer riesen Band mit Bläsern und allem was dazugehört. Sie packt ihre Songs in groovige Beats, packt 60is Soul, 70is Disco und 80is Sounds dazu ein. Mal sind es richtige Rock Bretter, dann wieder groovige Dance Songs oder balladenhafte Songs. Ihre setzt sie auf die unterschiedlichen Arten ein, mal als Rockröhre, dann soulig und gefühlvoll. Immer spricht die Stimme an. In ihren Songs erzählt sie viel persönliches, Überlegungen zu sich und der Zukunft, ihrem Sohn und was sonst noch die Welt bewegt, ohne auf Plattitüden zurückzugreifen. Caroline Chevin gehört definitiv zur obersten Liga der Schweizer Sängerinnen und Musikerinnen.

Fredi Hallauer

JEANS FOR JESUS

Album: „2000 etc.“ (Universal Music)

Jeans for Jesus zündet ein wahres Feuerwerk. Einerseits erschein gleichzeitig ein Deutsch gesungenes und ein französisch gesungenes Album. Diese Besprechung betrifft das Deutsch gesungene Album. Irgendwie tut das den Bernern gut, Deutsch zu singen. Man versteht jedes Wort und es ist gutes Deutsch und es sind gute Songs. Die Beats sind satt und der ganze Sound hat bodenhaftung, die Fistelstimmen sind verschwunden. Bei einem Song singen Steiner und Madleina auf erfrischende Art mit. Die Texte erzählen von der Welt und ihren kleinen und sehr grossen Problemen. Das ist herrlicher Deutscher Elektropop ohne an Schlager zu erinnern.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Album: „So Easy“ (Gadget/Phonag Records)

Dabu Fantastic nehmen jetzt alles so easy, oder eben doch nicht. Die Musik, die Lieder bewegen sich wirklich zwischen easy und nachdenklich. Offenbar bekam Dabu gefallen am Chorgesang und so starten sie gleich mit einem Acapella Lied, welches wirklich sehr schön ist und sehr gut tut. Es folgt dann ein sehr schöner kurzer Beschrieb über Männer- aber auch Frauenchöre, welche eher nach der Chorprobe bei Bier oder Wein singen. „Mit de Rabe“ ist ein schönes und nachdenkliches Lied, welches unser streben nach Licht (lies Liebe und Glück) schildert. To Athena ist Gastsängerin bei „Die Falschi“ Baze Gastsänger bei „Easy Tue“. Die beiden tiefgründigsten Lieder sind „Niemert Gweckt“ und „Muet“. Ein Lied, welches von der Art her stark an Mani Matter erinnert ist „Wenn’s mir wieder guet gaht“, nicht wegen dem verwandten Titel, sondern wegen der auf den punkt gebrachten kurzen Lyrik. Dabu Fantastic verstanden es für dieses Album, leichtes und schönes mit tiefgründigem zu mischen, aber auch mit den nachdenklichen Liedern einem nicht in einen negativ Strudel zu reissen. Dabu Fantastic ist definitiv in der obersten Liga der Mundart Pop Gruppen angekommen.

Fredi Hallauer

PEGASUS

Album: „Future:Memories“ (Gadget/Phonag)

Pegasus spielt nach dem Unplugged Album wieder elektrisch. Auf zehn wunderbaren, typischen Pegasus Songs, zeigen sie, dass sie es immer noch können. Eingängige Melodien, grosse Hymnen, dann wieder nachdenkliche Balladen, alles passt zusammen. Pegasus tönt auf das erste Hören ziemlich einfach, nicht überladen und klanglich sehr ausgeglichen. Beim öfteren Hören merkt man, dass da viel mehr dahinter ist und die Songs immer mehr an Wert und Tiefe gewinnen. Dieses Album muss man sich einfach anhören, aber vorsicht, es könnte süchtig machen.

Fredi Hallauer

HANRETI

Album: „The Afterdark“ (Orange Peel Records)

Das Luzerner Quintett veröffentlicht bereits das fünfte Album in sieben Jahren. Sie lassen immer wieder neue Stile einfliessen und verändern ihren Sound damit leicht. Dieses Album ist eine fiktive Antarktis Expedition. Neben den Lyrics erzählen auch die Musiker mit ihren Instrumenten. Der Sound ist eher kühl und manchmal leicht psychedelisch. Durch die Perkussion, neben dem Schlagzeug wird der Beat ziemlich leicht und der Synthie bringt dann das ganze Gebilde zum Gleiten über das Eis. Manchmal tönt es auch nach Krautrock und Gitarrenpop. Es ist ein abwechslungsreiches Album und trotzdem passt alles zueinander und ergibt ein Ganzes. Man kann sich diese Klänge als ganzes Album anhören und geniessen.

Fredi Hallauer