P FOR PEPSINE

Album: „Thoughts Collide With Stars“ (11 P.M. Records)

P For Pepsine ist eine One Man Band aus Luzern. Die Basis der Songs ist gutes Songwriting, gespielt mit Gitarre. Aber P Ffor Pepsine lässt es nicht damit bewenden er spielt weitere analoge Instrumente dazu. Aber auch das ist noch nicht genug mit digitalen Spielereien und Beats wird die Musik wuchtig und gleichzeitig verspielt. Beim Hören hat man wirklich das Gefühl eine grosse Band hat das Album aufgenommen. Die Stimme hat Charakter und ist wieder zu erkennen. Der leichte nasale Klang ist für einmal kein Nachteil. Dies ist ein verspieltes Album und es macht Spass es anzuhören.

Fredi Hallauer

ANNA ERHARD

Album: „Short Cut“ (Radicalis)

Die Baslerin und Leaderin der Basler Band Serafyn ist nach dem Ende der Band nach Berlin ausgewandert und hat sich nicht nur örtlich neu orientiert. Nein auch musikalisch suchte sie neue Wege. Das Resultat liegt hier vor. Ihre Suche nach dem neuen Daheim, nicht im Sinne vom Dach über dem Kopf, aber das Zurechtfinden in einer anderen Stadt ist das Thema in ihren Texten, welche sie ihrem Tagebuch aus dieser Zeit entnahm. Zumindest tönt es so. Anna Erhard sing immer noch sanft, klar und lieblich mit schöner Stimme ohne zu schmeicheln. Musikalisch kann man sagen Pop mit minimalen Instrumenten, genau soviel wie nötig spielen das Schlagzeug oder die Gitarren oder auch mal ein Synthie oder Keyboard. Ein gelungenes Solo Debüt.

Fredi Hallauer

DAKOTAH

EP: „Break The Shell“

Dakotha das ist eine Frau welche als Sarah Huber in den USA geboren wurde und aufwuchs, heute lebt sie im Kanton Baselland mit Mann und Kindern. Sie bagann bereits in den USA Lieder zu schreiben und zu singen, nun hat sie das verfeinert. Stilmässig kann man ihre Songs im Pop einordnen, welcher die verschiedene Facetten davon einsetzt, nämlich von Rock zu Blues. Dakotah singt über Trennung, über Verlust (sie verarbeitet eine Fehlgeburt), aber auch von verpassten Liebeschancen. Ihre Stimme ist ziemlich hoch und geöhnungsbedürftig, wenn man sich aber hineingehört hat, geht genau diese Stimme in Herz. Sehr schönes Pianospiel oder auch die Hammond gefäält sehr gut. Eine schöne unaufgeregte EP.

Fredi Hallauer

DER ELEKTRISCHE MANN

Album: „Musik Musik Musik“ (Boom Jash Records/Broken Silence)

Was der elektrische Mann hier bietet, führt uns einerseits zurück in die Anfänge der Neuen Deutschen Welle mit Punk Einflüssen, aber er führt ebenso vorwärts in die heutige Zeit. Die Musik ist mittels elektronischen Gerätschaften gespielt plus manchmal Saiteninstrumente. Der elektrische Mann singt Deutsch und wird manchmal durch eine weibliche Gesangsstimme unterstützt. Mit Pop und Indie wird ebenfalls rumgespielt und so entstand etwas Neues, oder neu für die heutige Zeit. Die Texte, welche sehr wichtig sind, handeln einerseits von der Welt in der es Menschen gibt die immer mehr wollen und nichts geben, Rassismus, Radikalisierung, Macht und Dummheit kommen zur Sprache. Aber auch Verlustängste werden angesprochen oder dass man einfach Musik Musik Musik braucht und keine Millionen, so wie es im Titelsong, einem Cover von Joannes Hester heisst. Diese Musik ist toll, treibend, pulsierend und tanzbar, dazu erst noch deutsche Texte mit Niveau und Stil.

Fredi Hallauer

CRÈME SOLAIRE

Album: „Pannenstreifen ist ihne Pic-Nic“ (AuGeilRecords/WeMakeItRecords/Irascible)

cover album & singles

Das Fribourger Duo brilliert mit ihrem zweiten Longplayer. Ihr Elektro-Punk-Pop ist sehr erfrischend und verbreitet Spass mit Niveau. Sie singen in fünf Sprachen, wobei das Französisch dominiert. In einem Song kommen aber teilweise mehrere Sprachen vor. Sie rasen durch die Songs mit gestampfe und Geschrei um dann plötzlich wieder ganz nett zu klingen. Der Song „Autobahn, Autobahn“ ist eine Metapher für die Schweiz, ein kleiner, betonierter Platz mit Pannenstreifen und Grünstreifen, aber ganz alles ist halt auf der Autobahn auch nicht in Ordnung. Manchmal geht es in den Songs recht chaotisch zu und her und man merkt dass es eine Mischung aus Performance und Musik ist, Performance für die Ohren. Die Medien mit den ganzen Plattformen kommen auch zur Sprache und sonmst noch vieles. Wer wilden, knalligen Elektropunk Pop mag, für den ist dieses Album eine Pflicht und die Anderen könnten sich da positiv überraschen lassen.

Fredi Hallauer

STEINER & MADLAINA

Album: „Wünsch mir Glück“ (Glitterhouse Records/Irascible)

Dies ist dass zweite Album dieses Frauen Duos, welches seit der Schulzeit beste Freundinnen sind und einen Deutschlehrer hatten, welcher sie beeindruckte und ihnen die Freude am kreativ Texten mitgab. So sind denn auf diesem Album alle Lieder auf Deutsch. Stilmässig würde ich das deutsche Rock Chansons nennen. Musikalisch werden sie von drei Jungs unterstützt an Gitarre, Bass und Schlagzeug. Selber spielen die beiden ebenfalls Gitarre oder auch mal Piano, und beides nicht schlecht. Das wesentliche bei Steiner & Madlaina sind aber die Texte. Sie sind erfrischend mit einem bitteren Nachgeschmack, wütend oder umschmeichelnd aber irgendwo sind im Text immer irgendwelche Nadeln oder Rasierklingen versteckt. Das ist die Art wie man souialkritische und politische Lieder schreibt, ohne Zeigefinger aber viel bissiger. So lautet beispielsweise der Refrain von „Heile Welt“ „Damit unsere heile Welt / noch eine Weile hält / halten wir uns raus / nur so fühlen wir uns Zuhaus.“ Ich glaube das illustriert das oben geschriebene gut genug. Alle Lieder sind textlich gut, durch die zwei Stimmen ist auch für Abwechslung gesorgt. „Wenn ich ein Junge wär“ ist ein anderer Anspieltipp. Eigentlich könnte man jedes Lied zum Anmspieltipp machen, also hinsetzten und genau hinhören ist gefragt und dann wirkt dieses Album auch entsprechend gut, ohne Depressionen zu verursachen.

Fredi Hallauer

RIO WOLTA

Album: „Belle Epoque“ (Sihlfeld Produktionen/Irascible)

„Belle Epoque“ ist das dritte Album des Zürchers, welcher sich sowohl in der Musik, dem Film und Theater auskennt. Dies ist ein Konzeptalbum mit textlichen Collagen von Filmsequenzen aus dem Archiv des Schweizer Fernsehens, Musik von Rio Wolta und englischer Lyrik ebenfalls von ihm. Wewnn man erwartet, dass dies eine wirre Sache ergibt, liegt man falsch. Alles kommt aus einem Guss. Die Musik ist sehr elegisch und die Texte werden dafür mehr gesprochen als gesungen. Ja es ist Popmusik, sehr intelligente und faszinierende. Es lohnt sich diese Musik anzuhören, nach hinten zu lehnen und einfach geniessen..

Fredi Hallauer

PEGASUS

Album: „Unplugged“ (Gadget/Phonag Records)

Die Bieler Band startete vor vielen Jahren als eine Band mit akustischer Musik. Auf diese Wurzeln haben sie sich zurückbesonnen und ein ganzes Unplugged Album aufgenommen. Es ist ein Rückblick auf ihr Schaffen, aber nicht nur, denn drei Lieder sind neu, eines davon das herrliche Duett mit Anna Rossinelli, welches nicht nur stimmlich sehr schön ist, sondern auch ein sehr schöner Song. Die Songs wurden alle von Lillo Scrimali und Philip Niessen neu arrangiert und produziert, also von zwei Männern, welche viele, viele Unplugged Alben produziert haben. Neben den vier Männern von Pegasus hilft auch ab und zu ein Streichquartett mit, sowie die beiden Produzenten mit Saiten- und Tasteninstrumenten, zwei Bläsern und einem Mandolinenspieler. Aber keine Angst diese zusätzlichen MusikerInnen machen nicht einfach einen lückenlosen Sound, sondern spielen lediglich ein paar schöne Klangfarbtupfer. Die Songs von Pegasus haben sie aus ihrer gesamten Zeit ausgewählt. „Unplugged“ ist also kein Best Of Album sondern eine Rückschau auf viele Jahre gemeinsam Musik machen und gleichzeitig in der heutigen Zeit bleiben. Dieses Album ist ein Meilenstein und erst noch ein sehr schöner.

Fredi Hallauer

DIE AERONAUTEN

Album: „Neun Extraleben“ (Tapete Records/Irascible)

Ja die Aeronauten gibt es noch einmal mit neuen Liedern zu hören und das in alter Frische. Olifr Maurmann starb im Januar 2020. Die Bandkollegen haben sich nach der Trauer und im Lockdown zusammengerauft und die Materialien, welche bereitstanden, da sie ja mit Olifr Maurmann an einem neuen Album gearbeitet hatten, zu einem Album gemacht, nicht zuletzt auch für Olifr Maurmann. Da ist alles zu hören, was man von den Aeronauten kennt, da ein Funken Punk, dort eine gehörige Portion Rock’n’Roll, hier Melancholie und viel Optimismus. Die schrägen Ideen der Texte machen Spass. Etwas wehmütig wird einem wenn man Oli Maurmann singen hört „Mir geht’s gut“ obwohl er Herzprobleme hatte, oder auch im Titelsong, wo er neu beginnt und singt „Jetzt weiss ich wie es geht“. Überhaupt das Thema Aufbruch, wieder aufstehen wenn es einem umhaut und weitermachen, sind die zentralen Themen dieses Albums. Dies ist nach 30 Jahren Aeronauten ein Album das so frisch tönt als wäre es ihr erstes.

Fredi Hallauer

TIMOTHY JAROMIR

Album: „Hiraeth“ (Vissen Records/Little Jig Records)

Der Zürcher Singer/Songwriter mit englischen und tschechischen Wurzeln setzt sich auf den Songs bei seinem dritten Album u.a. mit seiner Herkunft auseinander. Seine beiden ersten Alben nahm er in Kanada auf, nun will er es in die Schweizer Wohnstuben schaffen und darum war er auch in einem Schweizer Studio. Seine Songs sind rockiger Pop mit einer markanten Stimme, die man sich merken kann, lies einen Wiedererkennungswert hat. Schöne und gemütliche Musik für einen Regentag zuhause.

Fredi Hallauer