ADRIAN SIEBER

EP: „No Other Love“ (Some Of My Best Friends Are Songs/Phonag)

Der Sänger der Lovebugs wandelt wieder einmal auf Solopfaden. Er versucht neue Wege für sich und somit ist klar, mit Lovebugs haben die fünf Songs nichts zu tun. er spielt eine Mischung aus Elektropop, New Wave und Trap. Diese Sound tönen, vor allem im Song „Tightrope“ rhythmisch sehr abenteuerlich. Manchmal wie beim Titeltrack ist es einfach radiogängiger Pop. Schade ist, dass er auch seine Stimme nicht mehr tönt wie bei den Lovebugs, somit wird der ganze Sound doch auch etwas normales, sowie alle die Anderen. Diese EP von Adrian Sieber löst doch etwas Unsicherheit aus, in Bezug was soll das, ist es Popmusik oder etwas wirklich Neues. Eingeschlagen hat sie bei mir nach dreimaligem Anhören nicht, aber vielleicht kommt es noch.

Fredi Hallauer

THE NIGHT IS STILL YOUNG

Album: „She Wants Us To Leave“ (Radicalis Records)

Der Musiker Marco Naef, so heisst The Night Is Still Young wirklich, hat bereits wieder ein neues album aufgenommen. Intelligente Popmusik, lebendig, bewegt aber ohne Bumbum zeichnet sie aus. wichtiger sind natürlich die Texte. Sie sind fein und ironisch, aber nicht sarkastisch irgendwo zwischen Nick Cave und Neil Young. Der Albumtitel handelt nicht etwa von der Geliebten die will dass wir gehen, sondern von der Erde. Hier hört man schon diesen ironischen Ton. Ein anderer Song heisst „There She Goes Our Beautiful World“. Ja The Night Is Still Young singt uns da pre-apokalptische Popsongs aber von Herzen und ohne Angstmacherei und Dramatik.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Album: „Schlaf us“ (Sony Music)

Dabu Fantastic haben nun ihre drei EP’s plus drei neue Songs zu einem Album gemacht. Somit habe ich neun der Titel bereits besprochen, darunter die Pophits „Frisch usem Ei“, „Lied“ oder „Jagge“, welche unterdessen alle kennen, wleche auch nur kurz Radio hören. Aber so einfach sind Dabu Fantastic nicht einzuordnen, denn sie gehen mit den neuen Liedern einen Schritt weiter. Sie werden sehr präzis, poetisch, politisch. Das Kernlied ist das Titellied „Schlaf us“, welches ein Friedenslied ist und die letzten entscheidenden Zeilen Stephan Eicher singt. Ebenso treffend und unter die Haut gehend ist „Wemmer gaht“ ein sehr kurzes Lied über die Flüchtlinge und uns. Man hört auch aus anderen Liedern immer wieder klare Botschaften und Statements. Auffallend ist auch wie sie das machen, sie mischen Stile von Pop und dem einfachen und aussagekräftigen Lied im Stile Mani Matters und daraus entstehen diese zeitgemässen politischen Liedern für die heutige Generation. Dieses Album ist ein Muss.

Fredi Hallauer

LITTLE FELLOW

EP: „Dizzy“ (Red Brick Chapel)

Das Duo hat in einer Alphütte ein altes elektronisches Keyboard mit vielen Preset Sounds und einem alten I-Pad umständlich miteinander verbunden. Dazu kamen das Schlagzeug und die wunderbare warme Stimme. Little Fellow das sind Lea Mathis und Amadeus Fries. Herausgekommen ist Pop, Elektropop der alten Machart und einfach wohlklingende Musik für die Lounge oder auch zum Tanzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fredi Hallauer

LIAM MAYE

EP: „Overthinker“

Der Berner Sänger und Produzent hat sich eine EP mit vier Songs geschenkt. Purer Pop mit einer schönen Stimme, welche für einmal nicht so verändert wurde dass sich einem die Gehörgänge biegen. Sauber produziert und gehörig langweilig. Dazu kommt, dass eine Spoken Word Nummer dabei ist, welche das ganze noch auseinander reisst, aber nicht interessanter macht. Eine eher unnötige EP.

Fredi Hallauer

MOIRA

EP: „Another Lesson“

Carola Wirth, die Sängerin und Multiinstrumentalistin steckt hinter dem Namen Moira. Sie ist nach einer längeren Pause, in deren sie in verschiedenen Bands unterwegs war, wieder zurück. Ihr Pop kommt leicht und luftig daher. Neben Elektronik sind auch Bass, Schlagzeug, Piano und Saiteninstrumente zu hören. Eine EP mit vier Songs, welche von Erlebnissen im leben erzählen, die man zwar nicht unbedingt braucht, aber eben eine Lektion sind, um das zukünftige leben besser zu meistern. Moira macht musikalisch einen soliden und bodenständigen Eindruck.

Fredi Hallauer

MARTINA LINN

Album: „Win What Yesterday Lost“ (iGroove)

Die Engadiner Songwriterin spielt nicht mehr Country beeinflusste Songs, sondern Pop gemischt mit Americana und Rock. Diese Mischung schafft sie locker und bringt sie mit ihrer Stimme gut zusammen. Wenn man liest wer da mitmusiziert, versteht man auch wie das ganze funktioniert. Mit Hendrix Ackle an der Hammondorgel und Hank Shizzoe an den Saiteninstrumenten von Gitarren zu Bozouki und Banjo sind neben Urs Müller an den Gitarren, Andi Schnellimann am Bass und Patrik Zosso am Schlagzeug, echte Tausendsassas dabei. Die Songs sind gefühlvoll, klingen ehrlich und Elektronik kommt hier nicht vor, also handgemachte Musik. Martina hat eine Stimme, welche sich direkt in den Gehörgang schmiegt.

Fredi Hallauer