MANUEL STAHLBERGER & BIT-TUNER

Album: „I däre Show“ (Irascible)

Diese beiden Männer passen gut zusammen. Bit-Tuner schafft es Beats und Klangbögen zu schaffen, welche die Stimmungen der Texte aufnehmen und sie aufbauen zu einem grossen Finale, welches nie stattfindet. Manuel Stahlberger sprechsingt seine Texte von Menschen auf der trüberen Seite des Lebens, oder über diejenigen, welche im Alltag gefangen sind. Die Texte sind gute Beschreibungen, haben Humor, wenn auch einen grauen. Sehr schön ist die Beschreibung seines ersten Matchbesuchs im Stadion. Sehr dunkelgrau und gut erzählt „Loch im Augenlid“. mehr zu verraten wäre schade, dieses Album ist zum Hören da. Wer schräge Erzählungen, mit eher knappen Worten mag, liegt mit diesem Album genau richtig.

Fredi Hallauer

CAROLINE ALVES

Album: „Moonlight“

Dies ist das erste Album der Musikerin aus Biel mit brasilianischen Wurzeln. Die grosse Schublade ihrer Musik ist Pop, dies ist aber wirklich nur die grobe Richtung ihrer Musik. Caroline Alves hat uns viel zu erzählen in ihren englisch gesungenen Songs. Sie ist für mich eine moderne Singer/Songwriterin. Sie wählt die Elektronik, aber auch Instrumente um ihre Texte zu unterstreichen. Die Songs haben interessante Beats, welche diese Musik nahe an den HipHop bringen. Das brasilianische Element ist ebenfalls herauszuhören, weniger im Rhythmus als in der Phrasierung des Gesangs. Es gibt hier viel zu hören und die einzelnen Songs klingen sehr unterschiedlich. Vielleicht eignet sich der Titelsong mit KT Gorique) zum Einsteigen und das Hören dieses Songs verlangt dann sowieso nach mehr.

Fredi Hallauer

FELIX RABIN

Album: „Pogboy“ (Phonag)

Der in der Schweiz lebende Gitarrist debütiert mit einem Album. Bis jetzt stand er auf vielen Bühnen mit bekannten Musikern. Er gewann auch Preise als Gitarrist. Sein Album ist etwas durchzogen. Seine kräftige E-Gitarre klingt zwischen Rock und Jazz, eher auf die druckvolle und härtere Art. Félix Rabin ist kein Flitzefinger, wer hier einen filigranen Gitarristen erwartet, kommt nicht auf seine Rechung. Er singt englisch. Was dem in Neuchatel lebenden Musiker fehlt, ist ein gutes Songwriting, da ist noch viel Luft nach oben vorhanden.

Fredi Hallauer

PANDA LUX

Album: „Fun Fun Fun“ (Irascible)

Die St.Galler Band mit den Deutschen Texten und den schönen Harmonien veröffentlicht ihr zweites Album. Musikalisch verstehen sie es zwischen Elektronik und akustischer Gitarre zu pendeln und dabei schöne Melodien zu kreieren. Die Lieder haben auch Rhythmus und sind tanzbar. Die deutschen Texte handeln kryptisch von Sehnsucht und Lebenswünschen. Sie sind sehr poetisch. Man darf das getrost Kunst nennen und so kommen die Texte auch daher. Mich berühren sie nicht und am wenigstens wenn der Sänger dann die Kopfstimme, sei es wirklich oder elektronisch einsetzt. Dies ist ein Album, bei dem es sich empfiehtl es vorher anzuhören um herauszufinden ob es einem gefällt.

Fredi Hallauer

DENISE DONATSCH

Album: „Alter Ego“ (iGroove)

Denise Donatsch, Sängerin, Philosophin präsentiert ihr Album Nummer zwei. sie schreibt und singt ihre Lieder in Mundart. die Texte beziehen sich auf Ereignisse in ungünstigen Momenten und meist in Bezug auf Beziehungen zwischen Menschen. Ihre Stimme ist nicht die stärkste und auch nicht sehr präsent hörbar, was dem ganzen Album nicht zugute kommt. Die Musik ist sehr schön, leicht jazzig. Denise Donatsch ist ein schönes Album gelungen, aber man muss es nicht zwingend gehört haben.

Fredi Hallauer

AL PRIDE

Album: „Sweet Roller“ (Radicalis)

Al Pride ist weiterhin ein Oktett und das eröffnet viele musikalische Möglichkeiten welche sie nutzen. Die Musik umfasst viele verschiedene Facetten wie Psychedelik, Space, Soul, Funk und einfach geniale Musik. Der Gesang übernehmen sowohl Frauen als auch Männer. Der Albumtitel ist absolut passend, denn die Musik rollt ganz relaxt daher. Das ist ein Album das in keiner Sammlung fehlen sollte, denn die Musik eignet sich für Herbstabende zuhause, wie auch für die Lounge oder für etwas andere romantische Abende.

Fredi

ANNA KÄNZIG & TOBEY LUCAS

Album: „Two Of A Kind“ (Sony Music)

Hier haben sich eine Musikerin und ein Musiker zusammengetan, welche leicht unterschiedliche Musik gemacht haben in letzter zeit, doch aber Seelenverwandte sind. Das Duo Känzig/Lucas funktioniert musikalisch sehr gut. Die Stimmen ergänzen sich wunderschön. Wo von Anna Känzig der elektronische Touch hineinspielt, lockert ihn Tobey Lucas mit der Gitarre auf und umgekehrt. So bewegt sich der Sound zwischen Elektropop und Folkpop, am einfachsten nennt man es gute Popmusik. Die Songs sind meistens Mid- und Uptempo gehalten, also Musik für den Alltag und sietut den Ohren so gut, dass es auch Musik für jedefrau und jedermann ist.

Fredi Hallauer

ADRIAN SIEBER

Album: „You, Me & Everything Else“ («Some Of My Best Friends Are Song/Phonag Records)

Der Lovebugs Sänger und Songwriter ist wieder Solo unterwegs. Klar ist, dass die Songs von Adrian Sieber sind, aber nicht nach Lovebugs klingen. er setzt hier auf die 80iger analog Synthies und Drummachines, das macht die Songs extrem tanzbar. Es sind grosse Popsongs die er hier interpretiert. Sie erzählen vom Leben, vom Auf und Ab aber immer mit viel Zuversicht und Hoffnung. Seine typische Stimme prägen die Songs, melodisch und rhythmisch. Bei drei Songs sind noch Gäste mit dabei, aber das passt sich alles sehr gut ins Ganze ein. Dieses Album gehört sicher zu den besten Popalben des Jahres 2020. Unbedingt anhören.

Fredi Hallauer

FINGER

Album: „Seelig (die Armen im Geiste)“

Finger ist Filmschauspieler, Regisseur und Zirkusdirektor im Cirque Du Loin“ und nun debütiert er als Mundartsänger. Ihm geht es um Texte und die dazu passende Musik. er bedient sich bei rumpelndem Balkan, bei Lounge Jazz, Indie Pop und was ihm sonst noch zu Ohren kommt. Seine Texte sind hörenswert und weit ab von den gängigen Mundartpopsongs, welche oft aus viel Refrain bestehen. Es geht in seinen Liedern um Sehnsucht, Liebe, Erinnerungen an missglückte Situationen („Wältrekord“) und was ihm sonst noch so alles durch den Kopf geht. Finger ist ein name den man sich merken muss, vor allem in Zeiten in denen nur noch kleine Konzerte stattfinden.

Fredi Hallauer

NICK PORSCHE

Album: „Big Fish“ (Irascible)

Nick Porsche kommt aus Biel und debütiert mit diesem Album. Seine Popmusik lässt hinhören. Er verwebt HipHop, Worldmusik, Reggae, Karibik, Soul und R’nB mit hinein. Die Songs leben von den Instrumenten ebenso wie von der Vielfältigkeit der Stimme. Das Album kommt dank den verschiedenen Stilmittel und dem verschiedenen Einsatz der Stimme vielfältig und doch aus einem Guss daher. Nick Porsche macht Popmusik, welche nicht zum Mainstream gehört, aber trotzdem sehr Radio tauglich ist. Es macht Freude ihm genau zuzuhören.

Fredi Hallauer