MOONPOOLS

EP: „Turbulent Times“ (Radicalis)

Das Basler Quintett kommt auf ihrer Debut-EP sehr erfrischend daher. Sie spielen Pop, intelligenten Pop mit leicht jazzigen Einflüssen. Überzeugend ist die Stimme der Sängerin, welche auch das Songwriting übernommen hat. neben ihrer Stimme gefällt mir auch der angeborene englische Akzent, welcher im Song „Brainbug“ sehr gut zur Geltung kommt. Schön sind auch die Orgelpassagen im Hintergrund und als direkte Begleitung und der melodische Bass mit dem dosierten Schlagzeug. Natürlich darf der solide Gitarrist nicht vergessen werden. Mit den Moonpools ist eine vielversprechende Band am Start.

Fredi Hallauer

BRAINCHILD

EP: „Sweet Sadness“ (Radicalis)

Das Basler Trio startet unter dem Bandnamen Brainchild mit einer wunderschönen Debut-EP. Die Songs zwischen Pop, Soul und Indie kommen wirklich süss-melancholisch daher. So wunderschön melancholisch um es richtig zu geniessen. Das Songwriting ist sehr gut und die einzelnen Songs haben Wiedererkennungswert. Die Musik basiert auf Piano oder Gitarre, tönt sehr melodisch und bewegt und geht direkt vom Ohr ins Herz. Brainchild zeigen, dass man tolle Musik machen kann ohne Elektronik. Dies ist eine wunderschöne EP um sich auf das Sofa zu setzen, ein Glas Wein zu trinken und den Hochnebel draussen noch schön zu finden.

Fredi Hallauer

ARTHUR HENRY

EP: „#Who Am I“ (QFTF Records/Irascible)

Der Mann aus La Chaux-De-Fonds, bekannt als KoQa Beatbox, geht einen Schritt weiter. Er Beatboxt immer noch mit seinem Loop-Gerät, verknüpft aber diese Töne und Rhythmen mit Elektronik, bzw. er elektronisiert sie sozusagen und schafft so neue Klänge und Möglichkeiten. Das tolle daran, der Sound tönt nicht einfach nach Elektro, sondern wirklich neu. So entstanden sieben Songs, teils auch mit Gästen, welche singen. Diese EP ist ein Genuss und verlangt nach mehr.

Fredi Hallauer

NORDSITE

EP: „Zyt & Wahnsinn“

Die Bieler Mundartband zwischen Pop und Rap heisst so wie man ihren Namen in Mundart liest. Aber nun zu ihrer Musik. Sie spielen die Instrumente selber und alles ist handgemacht, auch die Scratches. Es ist tolle Musik mit Anleihen im Jazz und im Pop. Darüber rappen sie die Texte mit Niveau. Es sind Beobachtungen aus dem Leben, aber nicht den Gangster/Party Groove. Irgendwie führen sie das Erbe der Gruppe Merfen Orange weiter, Old School aber eigenständig.

Fredi Hallauer

ANNA AARON

Album: „Pallas Dreams“ (Radicalis)

Die Baslerin Anna Aaron hat nach vielen Ausflügen in verschiedene musikalische Gefilde sich nun an ihre Eigenständigkeit erinnert und ihren Stil gesucht und gefunden. aufgenommen hat sie mit ihrem Bruder und Musikern, welche sie auf der letzten Tour begleiteten. Nun ist es da, eine traumhafte, intelligente Popmusik, geprägt von Anna Aarons Stimme. Diese Stimme wird unterstützt durch interesannten und gewitzten Einsatz der Instrumente. Auffallend ist hier der Rhythmus durch Schlagzeug und Elektronik, aber auch Keyboards und Synthies. Mal sind die Tieftöner ziemlich präsent und geben dem ganzen eine gesunde Bodenhaftung, dann wieder darf die Stimme über spannenden Rhythmen davon fliegen. Um es richtig zu verstehen, auch wenn der Albumtitel Pallas Dreams heisst, um Dreampop geht es hier nicht, sondern das ist zur Sache gehende gute Musik mit einer aussergewöhnlichen Frauenstimme.

Fredi Hallauer

RAINCOAST

EP: „Endless Summer“ (Radicalis)

Das Basler Quintett verlängert den Sommer ins Unendliche obwohl jetzt Winter ist. Ihre popige Musik mit Disco Elementen und vielen anderen Zutaten geht in die Gehörgänge wie die Sirupstimme des Sängers. Wundervoll verspielt mit Instrumenten verstehen sie es das leben angenehm zu machen. Die Musik ist zwar vielseitig, trotzdem ist diese EP kein Birchermüesli, sondern ein gut gewürzter Eintopf. solche Bands machen Spass.

Fredi Hallauer

MNEVIS

Album: „Episodes“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Die Sandkastenfreunde aus der aargauischen Provinz haben es nach vielen Jahren geschafft ihr Debütalbum aufzunehmen. Sie bastelten immer wieder daran und stellten die verschiedensten Stile zusammen. Dadurch sind sie nicht genau einzuordnen und liegen irgendwo zwischen Pop und Indierock, haben aber auch mal einen jazzigen Touch. Die Musik ist verspielt und spannend, die Gesangsstimme meist etwas langweilig und öde. Im grossen und ganzen ist es unaufgeregte Musik.

Fredi Hallauer