HEIMWEH

Album: „Ärdeschön“ (HitMill/Phonag)

Alle Jahre wieder und der Erfolg geht weiter mit dem Männerchor der Schweiz. Die zwölf Männer, Amateursänger, singen gewohnt, heimatverbunden schön, neue Lieder aus der Feder von Georg Schlunegger. Mit dabei sind je bei einem Lied, der Hackbrettspieler Nicolas Senn und die Sängerinnen Francine Jordi, Daria Occhini und Lisa Stoll. Die Lieder werden von einer Band unterstützt, was den Chor den Pop Groove gibt mit den Heimatharmonien. Die Melodien sind sehr eingängig und kommen einem manchmal vor als ob man sie schon irgendwo gehört hätte. Die Inhalte befassen sich mit Alpabfahrt, nach Hause kommen, dem Zuhause sein im Bauernhaus, Erinnerungen und Bergbauernleben. Da es doch noch ein paar Bauern und ein Schafhirte dabei hat, kommen die Lieder glaubwürdig daher.

Fredi Hallauer

STRESS

Album: „Sincerement“ (Universal Music)

Der Rapper aus der Romandie liess sich zeit für ein neues Album. Das Warten hat sich gelohnt. Stress kommt frisch daher. Er singt dazwischen sogar. Es gibt titel, die könnte man als Rap-Chansons bezeichnen. Seine Beats sind luftig geworden, das Schwere und Brachiale ist nicht mehr da, trotzdem ist es ein Stress Album. Die Inhalte seiner Stücke sind Umweltthemen und dann ein Wundenlecken, welche nach seinen Beziehungen blieben. Er macht das aber auf eine sehr charmante Art. selbstverständlich hat er verschiedene Gäste dabei, es sind das: Naomie Lareine, Akhenaton, Shurik’n & L’as de choeur, Xen, Nemo und JP Cooper. Neben dem französisch gibt es also auch noch etwas Mundart und englisch zu hören. Stress wird mit diesem Album wieder viele Erfolge feiern können.

Fredi Hallauer

LINA BUTTON

Album: „Who’ll Be Here“

Lina Button liess sich etwas Zeit nach ihrem dritten Album. In dieser Zeit eröffnete sie sich einen anderen Zugang zum Songwriting und das hat sich gelohnt. Es sind sehr schöne, ruhige Popsongs mit Energie geladen und guten Texten. also schon mal genauer hinhören lohnt sich. Lina Button überzeugt mit ihrer warmen Stimme, welche sie zum Glück nicht zu stark durch das Autotune gedreht hat. Musikalisch ist es, wie schon gesagt, ein Popalbum, hauptsächlich programmiert und elektronisch. Die Elektronik wurde aber im Sinne der Songs und der Stimme eingesetzt und überdeckt nichts.

Fredi Hallauer

JAËL

Album: „Nothing To Hide“ (Phonag)

Jaël ist wieder da, in alter Frische und reifer. Die elektronischen Spielereien hat sie über Bord geworfen und setzt wieder aufs Handgemachte wie Piano, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Streicher. wichtig sind die schönen Melodien und die grossen eingängigen Refrains. Jaël erzählt Geschichten, teils aus ihrem Leben und andere könnten aus dem Leben sein. Ihre schöne Stimme bezaubert. wunderschön ist das zweisprachige Duett mit dem Franzosen Roman Chelminsky. Es ist ein ruhiges und doch lebhaftes, fröhliches und sogar manchmal quirliges Album geworden.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Homeless Songs“ (Universal Music)

Stephan Eicher hat zwischen 2016 und 2019 neue Songs aufgenommen die nirgends hineinpassten, darum der Albumtitel. Ein Song ist ein Fragment von 45 Sekunden und andere dauern knappe bis gute zwei Minuten, ein Fünf- und ein Sechsminüter ist aber auch dabei. Stephan Eicher singt meist französisch, dreimal Berndeutsch und auch Englisch. Die berndeutschen Lieder sind von Martin Suter gestextet, zwei davon bereits in einer anderen Version auf Songbook zu hören. Musikalisch hat er mit einem Streichquartett zusammen gearbeitet, welches mal zum Schunkeln einlädt, aber auch ab und zu etwas schwülstig ist, oft aber sehr filigran. höhepunkte sind dann, wenn vor allem das Piano zu hören ist. „Homeless Songs“ ist ein sehr schönes Album von Stephan Eicher, ruhig, manchmal sogar etwas spröde (positiv), einfach Eicher halt. es knüpft irgendwo an seine grossen Alben an.

Fredi Hallauer

INFINITE HILLS

Album: „Youth“ (Radicalis Music)

Das junge Berner Trio besingt die Jugend, aber nicht einfach wir sind jung und das ist toll. Sie stellen sich viele Fragen zwischen Liebe, Freundschaft, Trennung, eigene Indentität und das feiern von wilden Partys. All diese Themen und Fragen haben sie mit viel Musik und kryptischer Lyrik zu einem Konzeptalbum werden lassen. Die Musik basiert auf Gitarren und Synthies und beide Instrumente spielen sie sehr gut und setzen sie gekonnt ein. Das Schlagzeug gibt den Beat, mal zum Tanzen, dann wieder dezent. Die hohen Gitarrentöne klingen fröhlich über den schwebenden, nebligen und psychedelischen Sound der Elektronik. Ein sehr bemerkenwertes Debutalbum von einer Band deren Name man sich merken muss.

Fredi Hallauer

LO & LEDUC

EP: „Hype“ (Bakara Music)

Lo & Leduc haben mit Hype eine fünf Lieder EP herausgebracht. Ein Lied, nämlich „Online“ kennt man schon, da es als Single erschienen ist. Alles wurde von Dr. Mo produziert, der gute Arbeit geleistet hat. Die Rhythmen der neuen Lieder sind vielseitig udn die Geschichten faszinieren. Da geht es um den Hype, der Real ist, aber auch wieder vorbei gehen wird, es geht um Fussball, bzw auch um die Liebe zum Vater der einem gewisse Wünsche erfüllt und eine ganz herrliche Geschichte ist „Allei im Chino“, nein er ist nicht ohne Begleitung im Kino, sondern ganz alleine im ganzen Kino. Fünf Lieder zum Tanzen und Geniessen.

Fredi Hallauer

EP Taufe „Hype“ in der Mühle Hunziken am 30. August.

Bild Fredi Hallauer

Die Mühli begann die Saison eine Woche früher als geplant und es hat sich sicher für das Publikum gelohnt. Lo & Leduc kamen mit der gesamten Band und viel Spielfreude bei allen, auf die Bühne. Zuerst spielten sie ihre Klassiker doch schon bald das erste Lied aus „Hype“, es war „Online“ welches man ja schon ein bisschen kannte. Dann folgte ein tolles Gemisch von altbekannten und den neuen Liedern. 079 fehlte natürlich ebenso wenig wie „s rote Chleid“ und viele mehr. Die einzelnen MusikerInnen bekamen immer wieder Raum für auch mal längere Soli, während denen sich Lo & Leduc sympathisch in den Hintergrund stellten. Der Sound war sehr kompakt und gleichzeitig Transparent gemischt, so dass man die Texte gut verstand. Auffällig positiv waren auch die kleinen Choreografien der Bläsersektion. Überhaupt bewegte sich die ganze Band sehr schön, inklusive Lo & Leduc. Auf der relativ kleinen Bühne der Mühle Hunziken, kamen sie sehr gut zur Geltung.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer