AY WING

Album: „Bloodstream“ (Mouthwatering Records)

Das erste Album von Ay Wing gibt uns eine Innenansicht von ihr. Sie setzt sich mit ihren Gefühlen auseinander zu intelligenter Popmusik zwischen verschiedenen Popstilen. Es ist ein Album zum zuhören, mann kann vielleicht ein bisschen Wippen beim Zuhören. Ihre Stimme nimmt einem sofort gefangen, sie ist oft zart und doch präsent und kräftig ohne laut zu werden. Das ist ein Album bei dem es nicht viel zu schrieben gibt, man muss es Anhören.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Ode“ (Universal Music)

Stephan Eicher will uns mit seinem neuen Albumumarmen. Eingespielt ist es mit seinen drei Musikern und wenigen Gästen. Einer der Gäste ist martin Suter, welche einen Mundarttext beistuerte und Mario Batkovic, der seine typischen Akkordeonklänge dazu gibt. Wer von Stephan Eicher etwas neues erwartet hat, wird enttäuscht sein, es ist ein typisches Stephan Eicher Album. Ausser dem Lied von Martin Suter sind alle anderen Lieder auf französisch gesungen. Ein Teil der Lieder erinnert ein bisschen an die klassischen französischen Chansons, ander eben an Stephan Eicher pur. Ein schönes Album, aber die vorherigen waren ebenso schön, hier einfach noch ein paar Songs mehr.

Fredi Hallauer

BUMBLEBEES

Album: „Paper Boat“ (Radicalis

Das Quintett ist nun weniger sphärisch, sondern sie haben die Freude an tänzerischen Rhythmen gefunden. Sie haben, wie immer viel Freude an der Musik und verschmelzen Dream Pop, Garagen Rock und Elektro Pop miteinander. Dazwischen wird es auch mal ruhiger, aber schon bald wieder lässt sich zu dieser modernen Popmusik herrlich tanzen oder tänzeln. Neben den Synthies gefallen die Gitarren sehr gut. Sie brechen die träumkerischen Phasen auf die Realität herunter und lassen einem trotzdem schwelgen.

Fredi Hallauer

DACHS

Album: „Aber irgendöpis zwüschedine“ (Mouthwatering Records)

Die St. Galler Gruppe Dachs ist mit einem neuen Album da und fragt, vielleicht postpandemisch „Siebäschlöfer schlofsch du no“. Musikalisch ist da wieder viel Handarbeit drin und alles klingt wärmer und nicht mehr so elektronisch. Leider hat der Gesang etwas zuviel Elektronik abbekommen und so wird er oft unverständlich, verkommt als Melodie oder Instrument und die ganzen Texte welche spannend sind, gehen verloren. Genau zuzuhören ist in dieser Klangform anstrengender als einen englischen oder französischen Song zu hören. Modern und neu sein ist etwas, wenn man dem Publikum etwas erzählen oder sagen wil, und bei Mundartband nehme ich an ist das so, dann hat das Experimentieren seine Grenzen.

Fredi Hallauer

BLAY

Album: „Finale“ (Sony Music)

Blay, also Bligg und Marc Sway gaben noch eine dritte Scheibe heraus obwohl einmal nur ein Album und ein Konzert geplant war. Am 10.12.2022 soll aber wirklich Schluss sein, mit dem Konzert im Hallenstadion. Nun zu dem 3. Album. Zu hören sind acht Songs alle recht solid. Geschrieben haben die beiden Herren das zusammen, bei der Musik hat ihnen noch Fred Herrmann unter die Arme gegriffen. Es ist ein schönes Album geworden, die Texte sind gut verständlich, die Beats gehen ab. Es sind sozusagen acht weitere Songs, aber sonst nichts neues. Gute Laune Musik zum Abtanzen.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Freiheit“ (Hitmill Records)

Der Männer Heimat Pop Chor oder einfacher die zwölf singenden Männer haben bereits wieder ein neues Album herausgebracht. Sie werden von Album zu Album immer besser obwohl das Konzept immer das gleiche ist. Die Texte haben Tiefgang bekommen, oder mehr Tiefgang und überraschend, sie sind sehr kurz gefasst und man muss sich nicht hundert Textzeilen anhören bis man weiss um was es geht. Die Musiker, welche den Chor begleiten machen das ebenfalls bestens. Im Chor hat es ein paar kleine Wechsel gegeben, es sind jetzt zwei Berner und ein Thurgauer dabei, was dem Projekt mehr Breite gibt. Bei „Berner Oberland“ schrammt die Musik nahe beim Kiosk von Rumpelstilz vorbei. Ansonsten klingen die Titel nicht verwandt mit anderen, wie auch schon. Ein sehr schönes Lied ist „Vati“, aber auch „Tief i mim Härz“, ohne die anderen Lieder schlecht zu machen, die gefallen nämlich auch.

Fredi Hallauer

ANNA AARON

Album: „Gummy“ (Hummus Records)

Die Basler Musikerin nahm ein Popalbum auf, bei dem sie sich mit Rhythmus und Elektronik auseinandersetzte. Mit dabei war Bernard Trontin (Young Gods), welcher ihre programmierten Beats auf das Schlagzeug übertrug. Herausgekommen ist ein spezielles und sehr bekömmliches Popalbum. Einerseits ergänzen sich das Rockschlagzeug und die rhythmischen Patterns, dazu die melodischen Elektronikklänge und natürlich über allem die Stimme von Anna Aaron. In ihren Liedern erzählt sie Geschichten aus dem Leben, aus ihrem Leben. Das alles zusammen macht das Album aus und man darf sagen, es ist ein Meilenstein der Popmusik. Wer es nicht glaubt soll sich zuerst den Titeltrack „Gummy“ anhören, und dann das ganze Album. Mich faszinieren diese Klänge und Rhythmen und natürlich die Stimme.

Fredi Hallauer

KEJNU

Album: „Utter Delight“ (Mouthwatering Records)

Hinter Kejnu musiziert Nuél Schoch. Es ist seit langem wieder einmal ein Album von ihm und sein erstes seit er Vater ist. So ist das Vater sein mit allen Facetten das zentrale Thema des Albums. Hat er sonst eher dunkle Musik gemacht sind hier viele helle Überraschungen zu hören. Der Sound ist organischer Pop aus analogen und elektronischen Instrumenten. Meistens sind die Songs tanzbar und verbreiten eine positive Stimmung. Ein unerwartet positives Album.

Fredi Hallauer

CLARK S

EP: „Back Of My Head“

Clark S ist ein junger Schweizer Sänger und Musiker. Seine EP beinhaltet vier Lieder, allesamt gute Popsongs. Die Musik ist treibend zwischen R’n’B, Pop und Rock und da ist Handarbeit zu hören. Die Gitarren faszinieren in diesen Songs, aber das wichtigste ist das gute Songwriting und die tolle Stimme, welche Clark S hat. Man darf auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

DANA

Album: „Future Daughters“ (Mouthwatering Records)

Dana, die junge Sängerin aus Biel hat nun ihr erstes Album veröffentlicht. Und was für ein Album. So tolle Songs mit einem unheimlich guten Songwriting. Diese Songs sind eine Wucht und gehen in die Ohren und ins Herz und dann in die Beine. Schon die Stimme ist stark. Dazu kommt die Vielseitigkeit, Indie Hymnen, Pop, Singer/Songwriter Stoff und einiges mehr. Auch textlich ist es offen und ehrlich und die Songs behandeln alles, was eine junge Frau beschäftigt, Familie (Herkunft) Beziehungen, Feminismus sind nur einige der besungenen Themen. Die meisten Songs sind beschwingt fröhlich, zwischendurch wird es auch mal etwas trauriger und ruhiger. wie gesagt ein super Album.

Fredi Hallauer