CEGIU

Album: „Glowing Goodbyes“ (musicbox entertainement/Irascible)

Cégiu aus dem Kanton Luzern mit Wurzeln in der Westschweiz und Italien ist Sängerin, Komponistin, Cellistin und auch ausgebildete elektronische Musikerin. Auf diesem Album geht sie an die textlich und musikalisch an ihre Grenzen, manchmal Schmerzgrenzen, das ganze Klanggefüge bleibt aber immer spannend und interessant. Die Beats sind aus Aufnahmen von Insekten auf Gräbern von lieben Menschen entstanden, das Cello spannt die grossen Bögen unter die Stimme und die Stimme wird manchmal zu einem Chor. Cégiu versteht es schon alleine mit ihrer Stimme Spannungen aufzubauen, es kommt einem manchmal vor wie wenn sie einem etwas sanft und liebevoll ins Ohr flüstert, ein andermal dafür schreit sie einem fast an. Die Sprache wechselt manchmal, ist aber meistens englisch. Es ist ein sehr berührendes, aber nie zu melancholisches Album geworden. Was Cégiu hier spielt hat man noch nicht oder nicht oft gehört.

Fredi Hallauer

THE GARDENER & THE TREE

Album: „Intervention“ (Universal Music)

Die Band veröffentlicht ihr drittes Album ist über die Zeit musikalisch hörbar gereift. Der Sänger mit der markanten tiefen und rauen Stimme hat viel Platz und steht ganz im Zentrum. Oft tönt er wie eine dunkle Wolke mit Donnergrollen umspielt. Die Instrumente werden meistens gezielt eingesetzt, mal ist es das Piano welches die Leadbegleitung hat, dann wieder die Gitarre oder auch mal ein anderes Saiteninstrument. Bass und Schlagzeug geben den Takt, ja eigentlich den Herzschlag. Ihr Indierock ist nun mehr Indie Folk geworden oder auch Folkrock. Der Gesang und die Musik geht direkt ins Herz und dazwischen lassen sich auch die Beine nicht ruhig halten. Ganz wunderschön wird es, wenn Bläser dazukommen und warme Gegenmelodien spielen oder den Sänger unterstützen. Ein Album für alle Menschen, welche gute handgemachte Musik lieben, welche voller Emotionen ist und auch voller Musikalität.

Fredi Hallauer

DER ELEKTRISCHE MANN

Album: „Musik Musik Musik“ (Boom Jash Records/Broken Silence)

Was der elektrische Mann hier bietet, führt uns einerseits zurück in die Anfänge der Neuen Deutschen Welle mit Punk Einflüssen, aber er führt ebenso vorwärts in die heutige Zeit. Die Musik ist mittels elektronischen Gerätschaften gespielt plus manchmal Saiteninstrumente. Der elektrische Mann singt Deutsch und wird manchmal durch eine weibliche Gesangsstimme unterstützt. Mit Pop und Indie wird ebenfalls rumgespielt und so entstand etwas Neues, oder neu für die heutige Zeit. Die Texte, welche sehr wichtig sind, handeln einerseits von der Welt in der es Menschen gibt die immer mehr wollen und nichts geben, Rassismus, Radikalisierung, Macht und Dummheit kommen zur Sprache. Aber auch Verlustängste werden angesprochen oder dass man einfach Musik Musik Musik braucht und keine Millionen, so wie es im Titelsong, einem Cover von Joannes Hester heisst. Diese Musik ist toll, treibend, pulsierend und tanzbar, dazu erst noch deutsche Texte mit Niveau und Stil.

Fredi Hallauer

MNEVIS

Album: „The Course Of Events“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Das Schweizer Quartett macht dort weiter wo sie mit dem ersten Album aufgehört haben. Sie spielen verspielten Indie Pop und Rock. Der Rhythmus ist oft vertrackt, auch mal im Latino Stil und darüber klingen verspielte Gitarren und elektronische Effekte. Der Gesang klingt ebenfalls luftig, meist hoffnungsvoll, manchmal aber auch etwas bedsrückter. Die Musik von Mnevis zählt aber zu den Aufstellern. Das sind angenehme Klänge welche sich für alle Situationen eignen. Die schönen Melodiebögen von Mnevis verbreiten Wohlgefühl und der Sound ist nicht aufdringlich, trotzdem ist es nicht Easy Listening Sound oder Kaufhaus Musik.

Fredi Hallauer