PALKO MUSKI

EP: „Bugs In The System“ (Boomerang Records/Irascible)

Die Musiker von Palko Muski aus Zürich können sich nicht ruhig halten und so nahmen sie in der Zwangspause gleich die Auswirkungen von Käfern auf die menschheit zum Anlass eine EP aufzunehmen. Inhaltlich geht es um die Käfer welche uns zum Schluss zu Erde verarbeiten, aber auch um die Käfer im System oder den verschiedenen Systemen, welche manchmal die menschlichkeit in Frage stellen. Kritische Texte sind es, mit viel Augenzwinkern. Dazu kommt die tanzbare Musik zwischen Balkanrock, Ska, Rock, Rap und was die Musiker sonst noch antreibt. Dazwischen kommt eine Backgroundsängerin zum Einsatz oder Streicher*innen versüssen den letzten Song. Eine vielseitige und spannende EP sowohl textlich wie musikalisch.

Fredi Hallauer

VELVET TWO STRIPES

Album: „Sugar Honey Iced Tea“ (Phonag Records)

Die drei Frauen sind mit ihrem dritten Album zurück in den Playern und auf der Bühne. Das neue Album hat neun herrlich kantige Songs. Bluesrock, Garage, FuzzRock und auch ein bisschen Psychedelik Blues Rock sind dabei. Alles schön rauh und dreckig. Beginnen wir am Anfang und hören uns diese fiebrige Einleitung von „Fever“ an, welche dann in einem Fieberwahn endet. Über allem ist diese Stimme der Leadsängerin mit viel Schleifpapier Appeal und die beiden anderen Stimmen stehen dem in Nichts nach, wenn sie mit einstimmen. Dazu kommt natürlich die Leadgitarre, welche die guten alten 70iger Jahre Bluesrockzeiten heraufbeschwört und doch auch zeitgemäss klingt, einfach eigenständig. Der Bass pumpt kräftig die Energie hoch und der Gastschlagzeuger ist besorgt, dass alles zusammenhält, sollten sich die Frauen von ihrer Musik zustark treiben lassen. Bei „This House Is Built On Sand“ beginnt ein Banjo, aber nachher geht es in der Geschichte klar zur Sache. Ein Wahnsinnsalbum für alle die laute und rauhe Töne mit Gitarre und Stimme mögen, egal wie alt sie sind.

Fredi Hallauer

BASEMENT SAINTS

Album: „Stimulation“ (hertzhaft)

Die international besetzte Rockband hat ihren Standort in Aarau. In acht Monaten entstanden acht Songs, welche jetzt auf diesem Album zu hören sind. Basement Saints spielen klaren Rock, mit genügend Härte, Melodie, heissen Gitarrensoli und typischem Gesang. Rein klanglich dürfte das Album etwas transparenter sein, manchmal klingt alles etwas breiig. Die ruhigen Stücke wie „Beholden“ oder „Ghost“ klingen klanglich viel besser und sind ebenso mitreissend. Sicher eine tolle Band zum Schwitzen und so richtig abgehen. Ein Teil der Song ähnelt sich zu stark, also das Songwriting hat noch Luft nach oben.

Fredi Hallauer

ELLIS MANO BAND

Album: „Ambedo“ (Jazzhaus Records)

Die vier Aargauer Musiker haben sich wieder für ihr Lieblingsprojekt zusammengetan, der Ellis Mano Band. Sie pflegen Musik zwischen Rock und Blues. Die klassische Besetzung Geasng, Gitarre, Bass und Schlagzeug erweitern sie auf dem Album mit Keyboard/Hammond, Backgroundsängerinnen und Horns. Alles sind gestandene Rockmusiker, welche bereits viel internationale Erfahrung haben. Der Sänger betört mit seiner Sandpapier Stimme. Wunderschön klingen die Gitarren mit dem nötigen Dreck unter den Fingernägeln und die Hammondorgel bringt bei den langsameren Stücken das ganze zum Schmelzen. Der Bass ist für den nötigen Druck verantwortlich und die Drums sind der Puls dieser hervorragenden Band. Dieses Album ist vielseitig im Berich Rock. Die Ellis Mano Band spielt sehr wohl Radio tauglichen Rock.

Fredi Hallauer

PALE MALE

Album: „Season Finale“ (Phonag)

Der Genfer Musiker debütiert mit diesem grandiosen Album. Musikalisch bewegt er sich zwischen Folk, Americana und 80iger Rock. Wichtig ist, alle Instrumente wurden gespielt und nicht gesampelt oder mittels Sinthi erzeugt. Da sind wunderschöne Streicherpassagen, majestetische Bläser. eine Lapsteel Gitarre, Backgroundgesang, neben Gitarren, Bass und Schlagzeug. Dazu kommen die schönen Melodien mit viel Wiedererkennungswert. Was wäre die wundervolle Musik ohne den textlichen Inhalt. Auch der stimmt bei Pale Male. Er erzählt aus seinem Leben und Beobachtungen, welche er machte. So zum Beispiel von der Landflucht der spanischen ländlichen Bevölkerung. Sein Vater ist Spanier und kommt aus einem Dorf, welches heute mehr oder weniger eine Ruine ist. Persönlich wird es, wenn er von seiner schmerzhaften seltenen Krankheit erzählt, der Psoriasis-Arthritis. Eines ist zu hoffen, dass noch mehr so tolle Alben von Pale Male erscheinen und dass man ihn bald einmal auf unseren Bühnen erleben darf.

Fredi Hallauer

PABLO INFERNAL

Album: „Mount Angeles“ (Taxi Gauche Records)

Das Quartett aus Zürich versteht es richtig guten Rock’n’Roll zu spielen. Da ist alles drin was Rock braucht, aber auch nichts zusätzliches was er nicht brtaucht. Das Schlagzeug hämmert, der Bass pumpt und die Gitarren rafflen die Riffs oder lassen es herzzerbrechend jaulen. Der Sänger singt seine Texte laut, dazwischen versteht er es auch zu shouten. Seine Stimme istunverkennbar und charismatisch. Pablo Infernal ist keine Rockband die es nicht braucht, nein auf Pablo Infernal hat man gwartet ohne es zu wissen. Die Songs haben Melodien, erinnern stilmässig an grosse Klassiker und im Harmoniegesang kann man manchmal irgendwo die Beatles heraushören. Pablo Infernal btraucht unsere Welt um abzufeiern und eine Energie abzulassen.

Fredi Hallauer

ELIANE AMHERD

Album: „La Degustation“

Die Walliserin, welche die meiste Zeit in New York lebt, legt ein Album voller Lebensfreude vor. Irgendwo zwischen Latin, Brasil, Jazz und Rock singt sie von den Weinen. Sie hatte die verschiedenen Rebberge und Kellereien besucht und sich informiert und dann im Lockdown in New York diese grandiose Hommage an ihre Heimat geschrieben. Sie singt, englisch, französisch und Walliser Mundart. Der Gesang ist lebhaft, fröhlich ja vielleicht manchmal sogar ein bisschen vorwitzig oder frech und genau das macht dieses Album speziell. Die Sängerin und Gitarristin hat alle Songs selber geschrieben. Sie spielte sie mit Musiker*innen aus New York ein, nämlich mit Amanda Ruzza am Bass, Rosa Avila am Schlagzeug und Bashiri Johnson (Miles Davis, Police etc) an der Perkussion. Die Gastsängerin Pauline Lugon singt bei „*Pinot ou Fendant“ im Duett mit Eliane Amherd. Die Unterwalliser Gastsängerin hat auch das Cover und Karten zum Album gezeichnet. Eliane Amherd ist ein frisches und tolles Album gelungen, welches in den immer noch schwierigen Zeiten sehr gut tut.

Fredi Hallauer

URGES

Album: „Never Gonna Change“ (Irascible)

Das Quingtett aus Baden hat sich ganz dem Rock gewidmet, gemäss ihrem Albumtitel „Never Gonna Change“. In der klassischen Besetzung Sänger, zwei Gitarristen, Bassist und Schlagzeuger legen sie wild los. Der Schlagzeuger wirbelt kräftig herum und setzt die Becken gut ein. Der Bassist pumpt den Beat hoch und macht immer wieder Ausflüge in die höheren Töne seines Instruments. Die Gitarren lassen es einerseits krachen und andererseits setzt die Leadgitarre markante Akzente. Das ist Sturm und Drang oder Rockmusik wie es sich gehört, nichts gekünsteltes, einfach frech von der Leber weg.

Fredi Hallauer

SINPLUS

Album: „Break The Rules“ (Kobalt/Awal)

Die beiden Tessiner Brüder haben ein richtiges Rock’n’Roll Album veröffentlicht. Der Sound ordnet sich zwischen Rock und New Wave ein und liegt irgendwo im Rock der 80iger und 90iger Jahre. Mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Stimme ist genau das was es braucht und natürlich viel Leidenschaft. All dies haben Sinplus. Sie singen englisch und erzählen vom Rock’n’Roll Leben von Leidenschaft und sonstiges aus dem positiven Leben. Sinplus erfinden die Rockmusik nicht neu, machen sie aber lebendig. Viel gibt es dazu gar nicht zu schreiben. Schwachpunkte gibt es keine, darum einfach abspielen und geniessen.

Fredi Hallauer

THE SOULS

Album: „Queenie Pop“

Das Sextett aus Thun spielt auf ihrem Album Queenie Pop, gepflegten, ziemlich rockigen Poprock. Die Songs brillieren durch das Songwriting und manchmal hat man das Gefühl, das ist der perfekte Poprock Song. Als zweites fällt der Gesang auf. Die hohe, klare Stimme glänzt und glitzert über den Instrumenten. Das Schlagzeug macht das ziemlich rockige aus und das Keyboard prögt die Songs zu grossen Songs mit herrlichen Bögen. Der Bass pumpt und funkt und die Gitarren machen alles noch perfekt. Die Songs sind unterschiedlich und Langeweile kommt bei diesem Album nie auf. Darum Album abspielen und lostanzen und geniessen. Ein tolles Album.

Fredi Hallauer