FELIX RABIN

Album: „Pogboy“ (Phonag)

Der in der Schweiz lebende Gitarrist debütiert mit einem Album. Bis jetzt stand er auf vielen Bühnen mit bekannten Musikern. Er gewann auch Preise als Gitarrist. Sein Album ist etwas durchzogen. Seine kräftige E-Gitarre klingt zwischen Rock und Jazz, eher auf die druckvolle und härtere Art. Félix Rabin ist kein Flitzefinger, wer hier einen filigranen Gitarristen erwartet, kommt nicht auf seine Rechung. Er singt englisch. Was dem in Neuchatel lebenden Musiker fehlt, ist ein gutes Songwriting, da ist noch viel Luft nach oben vorhanden.

Fredi Hallauer

TRYBGUET

Album: „So Wyt So Guet“ (6003 Records)

Trybguet ist eine neue Band mit Padi Bernhard (ex Mash) und Musikern aus verschiedenen Bands wie Lockstoff oder Rocktail. Dieses Debütalbum hat die Band selber produziert und in Nashville abmischen lassen. Dies sagt auch schon etwas über den Sound aus, er ist ganz klar amerikanisch geprägt, mit einem Schuss Countryrock. Padi Bernhard schrieb die Songs, mit einer Ausnahme. Der Coversong stammt von Polo Hofer und Marianna Polistena und ist „Wiene Falter zum Füür“ eine fast vergessene Perle aus den Zeiten von Schmetterding. Als letztes haben Trybguet noch den Mash Hit „Ewigi Liäbi“ aufgenommen, welcher mir in der Mash Version, besser gefällt. Der Sound von Trybguet ist sehr erfrischend, gerade heraus rockig und gewinnt durch die Sängerin Sarah Heer, welche nicht nur Background singt, sondern auch Harmony und Lead, sowie Duett. Die Lieder erzählen von der Liebe, von früher und zu Hause sein. Meine Favoriten sind „Soundtrack“, wo vom Soundtrack des Lebens oder den Songs welche alte Erinnerungen wecken, die Rede ist. Der zweite Favorit ist „Det woni aneghör“ eine wunderschöne Ballade. Dieses Album stieg nicht vergeblich hoch in die Charts ein, Trybguet haben das verdient und man darf offenbar auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

ANNIE TAYLOR

Album: „Sweet Mortality“ (Taxi Gauche Records)

Dies ist das Debütalbum der Zürcher Rockband. Es geht in ihrer Musik kräftig zur Sache. Sie spielen Rock zwischen Grunge, Punk und Indie Rock. Auffallend ist der Gesang der Sängerin. Sie singt mit viel Power und meist so richtig herrlich aufmüpfig und kratzbürstig, sie kann aber durchaus auch mal liebevoll klingen. Der Bass gefällt auch sehr, er macht Dampf und lässt es rocken und rollen. Der Sound hat ein ausgeklügeltes Design. Während der Bass die untere Lage der Gesangsstimme übernimmt, mindestens im Power, verziert die Gitarre die Zwischenräume und das Schlagzeug treibt das ganze weiter vorwärts. Annie Taylor ist eine Schweizer Rockband, die schon lange gefehlt hat.

Fredi Hallauer

KRIZZ

Album: „Just One Person“

Krizz aus dem Kanton Aargau begeistert mit schöner Musik zwischen Rock, Blues und Country. Seine Songs hat er zum Grossteil selber geschrieben. Die E-Gitarre versteht er zu Handhaben, die tönt über das Album immer sehr präsent und sehr gut. Neben Bass und Schlagzeug fällt noch eine dezent eingesetzte Hammond Orgel auf, welche die Gitarrenklänge unterstützt, untermalt oder auch mal Kontrapunkte setzt. Krizz hat eine rauchige und hauchige Stimme, welche manchmal etwas kräftiger sein dürfte. Dies ist ein schönes Album mit handgemachter Musik.

Fredi Hallauer

TSCHUGGR

Album: „Trotzdäm“ (Equipe Music)

Wer sind diese Tschuggr, das weiss man nicht so genau. Wahrscheinlich sind es gestandene Musiker, welche nun Mundartrock machen. Klar ist, Tschuggr ist ein klassisches Rocktrio. Sie rotzen in alter Berner Rock Art daher, schreien sich die Seele aus dem Leib, was dem ganzen einen Touch Punk verleiht. Wie das bei solchen Band häufig ist, versteht amn den Gesang nicht sehr gut, da er etwas in den Hintergrund gemischt wurde. Grundsätzlich stehen sie kritisch zur heutigen Gesellschaft und man darf die Songs ruhig unter Protestsongs einordnen. Tschuggr lassen einem etwas ratlos zurück. Die Musik ist Old School Bärner Rock, alles bewusst etwas handgestrickt und dadurch wohltuend. Der Sound und die Produktion entsprechen einer Garagenband, was ja auch nicht schlecht ist. Tschuggr machen spass und haben etwas zu sagen.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Album: „Easy does it“ (www.pauletterlin.com)

Der Schweizer Musiker, Gitarrist, Sänger, Komponist und noch einiges mehr veröffentlichte sein sechstes Studioalbum. Diesmal singt er wieder englisch, was seinen Songs sehr gut ansteht. Der Album Titel ist Programm, denn es ist Easy Westcoast Rock den es hier zu hören gibt. Hervorragend ist einserseits der Gesang mit einer rauchigen rauhen schönen Stimme vorgetragen und dazu die E-Gitarre, welche dazu jubiliert. Aufgenommen wurde in zwei Studios in England und in Paul Etterlin’s eigenem Studio. Das ganze ist eine tolle Produktion, mit gutem Songwriting, lies abwechslungsreichen Songs mit Wiedererkennung. Das ist Musik zum Hören und geniessen oder auch zum Tanzen. Handgemachte Musik der besten Art und der richtige Soundtrack für diesen Sommer.

Fredi Hallauer

THE ANIMEN

Album: „Same Sun/Different Light“ (Two Gentlemen/Irascible)

Das Genfer Quartett zeigt nun auf ihrem dritten Album, dass sie aus der Rockszene nicht mehr wegzudenken. Ihr leichter, swingender Gitarrenrock passt bestens in den Frühling. Die Gitarre swingt, und die Rhythmussektion lässt es genüsslich rumpeln und rollen. Der Sänger singt mit cooler Stimme, mal expressiver, mal ober cool seine Texte. Viel gibt es zu diesem Album nicht zu schreiben. Das ist Rock’n’roll pur vom Anfang bis zum Schluss und ein Genuss.

Fredi Hallauer

GOTTHARD

Album: „#13“ (Sony Music)

Das Studioalbum Nummer 13 erschien am Freitag dem 13. März und beginnt mit dem Song „Bad News“. Zwei Stunden nach dem Entscheid des Bundesrates mit den drastischen Massnahmen zum Corona Virus, legte ich die Scheibe in den CD Player (erhielt sie erst am Morgen) und da fällt einem Nick Mäder laut und eindringlich in die Ohren, er schreit „Bad News“. Welch ein Zufall, der dieses Album vielleicht zu einem geschichtsträchtigen Album macht. Gotthard rocken dann so richtig los. die Gitarren jaulen, Bass und Drums hämmern und pumpen den Rock richtig hoch. Das gibt wieder Mut und Lebensfreude in diesen Zeiten. Dann gibt es aber auch ein paar Besonderheiten auf diesem Album zu hören, nämlich „Missteria“, eine Rocknummer gepaart mit orientalischem Rhythmus und Gesängen, dann ganz neu interpretiert, den Abba Klassiker „S.O.S“ oder die wunderschöne Ballade „Marry You“. Der Losgeh-Rock steht im Vordergrund bei diesem Album und Nick Mäder ist toll bei Stimme, Leo Leoni und Freddy Scherrer holen alles aus ihren Gitarren heraus und der Bassist Marc Lynn lässt es wunderbar tief tönen. Der Schlagzeuger Hena Habegger pausiert immer noch und wird würdig von Alex Motta ersetzt. Mit zwei Bonus Tracks gibt das 15 Songs auf dem Album und rund eine Stunde Spieldauer, also auch in dieser Beziehung eine geballte Ladung Rock.

Fredi Hallauer

MODERN DAY HEROES

Interview:

Fredi Hallauer traf sich mit Serge, Gitarrist und Sänger, im Studio in Bellmund. Hier das Interview:

Album: „Thirteen“ (BrillJant Alternatives)

Das Bieler Rocktrio lässt es so richtig rocken. Hier sind Songs aus ihrer 13jährigen Bandgeschichte zu hören, welche teilweise von den vergriffenen Alben stammen, dazu gibt es eine ganze Reihe neuer Songs und Coverversionen. Bei einigen Songs hilft Marc Amacher kräftig mit und heizt noch zusätzlich ein. Die Band geht mit ihren Wurzeln ganz weit zurück, nämlich bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts zum Blues- und Folksänger Leadbelly mit dem Song „Black Betty“ und machen daraus einen Bluesrock Stampfer. Die Coverversionen passen sehr gut in das Album, denn sie werden sehr eigenständig interpretiert. Die handgemachte Musik von Modern Day Heroes macht richtig Spass und wer sich das am Morgen anhört kommt sicher gut durch den Tag, aber auch zur jeden anderen Tageszeit gibt dieser Rock gute Laune.

Fredi Hallauer

KOCKROACH

Album: „Something Real“

Das Trio aus der Region Biel hat nun nach 17 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht. Elf Songs sind von ihnen und in einem Song haben sie Musik aus Night Rider einfliessen lassen. Die Drei lieben die Rockmusik der 80iger Jahre und ein paar heroes von heute und spielen Musik in dieser Art. Aufgenommen wurde im Probelokal, aber der Sound ist sauber und klar. Die Gitarre geht mit dem Gesang mit und die beiden anderen knallen einem den Beat um die Ohren. Hier hört man rauhen Rock, ungeschönt, ohne Firlefanz, einfach gerade aus und darum gibt es auch nicht mehr zu schreiben. Wer solche Musik mag, die gute alte handgemachte Rockmusik, der wird seine Freude daran haben.

Fredi Hallauer