MR. RAY

Album: „Interior“ (BYM Records/Irascible)

Das Schweiz – Deutsche Duo, bestehend aus Jari Antti (Ex-Navel) und Pablo Thiermann geht es kräftig an. Zum Einen sind da die Gitarren von Jari Anti und zum Anderen die alten Synthesizern aus den 80iger Jahren und ein Schlagzeug. Entstanden sind Rocksongs mit viel verzerrten Gitarrenwänden, Psychedelic und auch ein bisschen Spacesound. Diese Musik tönt so richtig Old School und kann das Herz erwärmen. Man merkt, dass die beiden Spass haben diese Musik zu machen und darum macht es auch Spass sie zu hören.

Fredi Hallauer

TONI VESCOLI

Album: „Gääle Mond“ (Cereus/CeDe.ch)

Toni Vescoli ist mit 77 Jahren immer noch unverwüstlich und nun wieder da mit einem neuen Mundartalbum. er nahm es teils in Texas mit seinen dortigen Musikerkollegen auf und die anderen Lieder alleine bei sich zuhause. Bei den sieben Liedern aus Texas sind Fiddle, Akkordeon, Keyboards, Bass, Schlagzeug, Perkussion und 12 saitige Gitarre und Stimme zu hören. Bei den selber aufgenommenen Liedern sind es Tonis Stimme, Gitarren, Mundharmonika und Perkussion. Der Sound ist super und Toni Vescoli typisch, zwischen Rock, Folk, TexMex und Blues. Bemerkenswert sind die Texte. Toni Vescoli ist aufmüpfig wie selten. Er singt von den Problemen auf dieser Welt, der Globalisierung, der Digitalisierung, aber auch ein schönes Lied für Pfarrer Sieber mit dem Aufruf an andere Pfarrer auch so zu sein. Über das Recht das Kinder ,Kinder sein dürfen und vieles mehr. Spass und Augenzwinkern ist auch dabei, wenn er von den fitten Alten singt. Auf diesem Album gibt es viel zu hören und auch viele Gedankenanstösse.

Fredi Hallauer

JOHN DEAR

Album: „Drugstore Cowboy“ (Irascible)

John Dear ist ein Duo aus Genf, bestehend aus Catia Bellini am Schlagzeug und Guillaume Wuhrmann an der Gitarre und Gesang. Die zwei rocken, manchmal in punkiger Manier, aber dann auch plötzlich wieder mit psychedelischem Einschlag. Sie ziehen die das Leben und die Politik durch den Dreck, manchmal sarkastisch dann wieder ernst. Oft ist viel gesprochener Text ohne Rhythmik zu hören und das nervt etwas. Die Sprache ist englisch. Mit diesem erwähnten Abstrich ist es ein unzeitgemässes zeitgemässes Rockalbum das den Nerv der Zeit trifft.

Fredi Hallauer

THE HILLBILLY MOON EXPLOSION

Album: „The Sparky Sessions“

Seit 20 Jahren sind sie unterwegs die Zürcher Rock und Rockabilly Band. Als Geburtstagsgeschenk nahmen sie ein Album mit  Mark „Sparky“ Philips von Demented Are Go auf, dem Mann mit der Geisterbahnstimme. Es sind Klassiker, Duette, neue Songs, Liebeslieder und Mörderballaden. Besonders gefallen die Duette mit dieser Männerstimme aus dem Keller und der klaren aber toughen Frauenstimme. Schön sind auch die Orgel und Gitarren Einlagen und der satte Bass. Zuweilen haben The Hillbilly Moon Explosion einen Countryeinschlag, der ihnen auch gut steht.

Fredi Hallauer

ELIO RICCA

Album: „Lovely Underground“ (Lauter Musik/Irascible)

Das St. Galler Duo mit Schlagzeug und Gitarre plus Gesang mag es brachial. Sie sind aber keine Punker, sondern im Rock zuhause. Sie haben viel Energie, der Gesang ist stellenweise gewöhnungsbedürftig. Zu Beginn des Albums tönt die Musik spannend, aber mit der Zeit wiederholt sich alles, also ist das Songwriting noch nicht das gelbe vom Ei. Klar im Duo gibt es weniger Möglichkeiten, trotzdem gibt es Bands die diese besser ausloten. Also da hat es noch viel Luft um das Ergebnis zu verbessern.

Fredi Hallauer

KISSIN BLACK

Album: „Dresscode Black“ (Notte Nera Records)

Die Luzerner Band mit italo-schweizerischen Wurzeln ist mit ihrem zweiten Album zurück. ja hier geht es dunkel zu, aber nicht nur in einem Stil. Kissin Black lassen es rocken und krachen, aber dann werden sie plötzlich romantisch. Der Sänger hat eine Gänsehautstimme die wirklich dunkel ist, trotzdem vermeint man da und dort etwas Farbe und Sehnsucht nach Farbe zu hören. Verblüffend sind Kissin Black mit ihrer Vielseitigkeit in schwarzen Genres. sicher hat es für viele Leute hier etwas dabei, für Romantiker und Rocker und auch für Mystiker. Dieses Album vereinigt schöne Musik, aber es kann einem auch einmal ein Song auf die nerven gehen.

Fredi Hallauer

FRANZ ARNOLD’S WIUDÄ BÄRG

Album: „Rebäll“ (Universal)

Es war ein paar Jahre still um den Innerschweizer Franz Arnold. Nun ist er zurück. Er lebt unterdessen im Bündnerland, hat einen Bauernhof und drei Kinder. Seine Band besteht aber aus den alten Musikerkollegen aus der Innerschweiz, mit einer Ausnahme, man hört nämlich bei „Einä wie dich“ einen Mann im Bündnerdialekt singen. Aber beginnen wir ganz vorne. Franz Arnold ist Rebell geblieben, seine Musik ist wilder Folkrock mit starken Schweizerwurzeln. Hin und wieder wird Franz Arnold romantisch, vor allem wenn es um seine Frau und seine Kinder geht, aber auch das ist nicht kitschig. Auf der anderen Seite singt er wie der Schnabel gewachsen ist, nämlich auch mal Worte wie „Schafsecku“ oder „Stuuri Grindä“. Er ist und bleibt ein sympathischer Innerschweizer Querkopf und Querdenker. Das ist das dritte Album von Franz Arnold’s Wiudä Bärg und ich bin immer noch begeistert. Diese Band sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Fredi Hallauer