TSCHUGGR

Album: „Trotzdäm“ (Equipe Music)

Wer sind diese Tschuggr, das weiss man nicht so genau. Wahrscheinlich sind es gestandene Musiker, welche nun Mundartrock machen. Klar ist, Tschuggr ist ein klassisches Rocktrio. Sie rotzen in alter Berner Rock Art daher, schreien sich die Seele aus dem Leib, was dem ganzen einen Touch Punk verleiht. Wie das bei solchen Band häufig ist, versteht amn den Gesang nicht sehr gut, da er etwas in den Hintergrund gemischt wurde. Grundsätzlich stehen sie kritisch zur heutigen Gesellschaft und man darf die Songs ruhig unter Protestsongs einordnen. Tschuggr lassen einem etwas ratlos zurück. Die Musik ist Old School Bärner Rock, alles bewusst etwas handgestrickt und dadurch wohltuend. Der Sound und die Produktion entsprechen einer Garagenband, was ja auch nicht schlecht ist. Tschuggr machen spass und haben etwas zu sagen.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Album: „Easy does it“ (www.pauletterlin.com)

Der Schweizer Musiker, Gitarrist, Sänger, Komponist und noch einiges mehr veröffentlichte sein sechstes Studioalbum. Diesmal singt er wieder englisch, was seinen Songs sehr gut ansteht. Der Album Titel ist Programm, denn es ist Easy Westcoast Rock den es hier zu hören gibt. Hervorragend ist einserseits der Gesang mit einer rauchigen rauhen schönen Stimme vorgetragen und dazu die E-Gitarre, welche dazu jubiliert. Aufgenommen wurde in zwei Studios in England und in Paul Etterlin’s eigenem Studio. Das ganze ist eine tolle Produktion, mit gutem Songwriting, lies abwechslungsreichen Songs mit Wiedererkennung. Das ist Musik zum Hören und geniessen oder auch zum Tanzen. Handgemachte Musik der besten Art und der richtige Soundtrack für diesen Sommer.

Fredi Hallauer

THE ANIMEN

Album: „Same Sun/Different Light“ (Two Gentlemen/Irascible)

Das Genfer Quartett zeigt nun auf ihrem dritten Album, dass sie aus der Rockszene nicht mehr wegzudenken. Ihr leichter, swingender Gitarrenrock passt bestens in den Frühling. Die Gitarre swingt, und die Rhythmussektion lässt es genüsslich rumpeln und rollen. Der Sänger singt mit cooler Stimme, mal expressiver, mal ober cool seine Texte. Viel gibt es zu diesem Album nicht zu schreiben. Das ist Rock’n’roll pur vom Anfang bis zum Schluss und ein Genuss.

Fredi Hallauer

GOTTHARD

Album: „#13“ (Sony Music)

Das Studioalbum Nummer 13 erschien am Freitag dem 13. März und beginnt mit dem Song „Bad News“. Zwei Stunden nach dem Entscheid des Bundesrates mit den drastischen Massnahmen zum Corona Virus, legte ich die Scheibe in den CD Player (erhielt sie erst am Morgen) und da fällt einem Nick Mäder laut und eindringlich in die Ohren, er schreit „Bad News“. Welch ein Zufall, der dieses Album vielleicht zu einem geschichtsträchtigen Album macht. Gotthard rocken dann so richtig los. die Gitarren jaulen, Bass und Drums hämmern und pumpen den Rock richtig hoch. Das gibt wieder Mut und Lebensfreude in diesen Zeiten. Dann gibt es aber auch ein paar Besonderheiten auf diesem Album zu hören, nämlich „Missteria“, eine Rocknummer gepaart mit orientalischem Rhythmus und Gesängen, dann ganz neu interpretiert, den Abba Klassiker „S.O.S“ oder die wunderschöne Ballade „Marry You“. Der Losgeh-Rock steht im Vordergrund bei diesem Album und Nick Mäder ist toll bei Stimme, Leo Leoni und Freddy Scherrer holen alles aus ihren Gitarren heraus und der Bassist Marc Lynn lässt es wunderbar tief tönen. Der Schlagzeuger Hena Habegger pausiert immer noch und wird würdig von Alex Motta ersetzt. Mit zwei Bonus Tracks gibt das 15 Songs auf dem Album und rund eine Stunde Spieldauer, also auch in dieser Beziehung eine geballte Ladung Rock.

Fredi Hallauer

MODERN DAY HEROES

Interview:

Fredi Hallauer traf sich mit Serge, Gitarrist und Sänger, im Studio in Bellmund. Hier das Interview:

Album: „Thirteen“ (BrillJant Alternatives)

Das Bieler Rocktrio lässt es so richtig rocken. Hier sind Songs aus ihrer 13jährigen Bandgeschichte zu hören, welche teilweise von den vergriffenen Alben stammen, dazu gibt es eine ganze Reihe neuer Songs und Coverversionen. Bei einigen Songs hilft Marc Amacher kräftig mit und heizt noch zusätzlich ein. Die Band geht mit ihren Wurzeln ganz weit zurück, nämlich bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts zum Blues- und Folksänger Leadbelly mit dem Song „Black Betty“ und machen daraus einen Bluesrock Stampfer. Die Coverversionen passen sehr gut in das Album, denn sie werden sehr eigenständig interpretiert. Die handgemachte Musik von Modern Day Heroes macht richtig Spass und wer sich das am Morgen anhört kommt sicher gut durch den Tag, aber auch zur jeden anderen Tageszeit gibt dieser Rock gute Laune.

Fredi Hallauer

KOCKROACH

Album: „Something Real“

Das Trio aus der Region Biel hat nun nach 17 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht. Elf Songs sind von ihnen und in einem Song haben sie Musik aus Night Rider einfliessen lassen. Die Drei lieben die Rockmusik der 80iger Jahre und ein paar heroes von heute und spielen Musik in dieser Art. Aufgenommen wurde im Probelokal, aber der Sound ist sauber und klar. Die Gitarre geht mit dem Gesang mit und die beiden anderen knallen einem den Beat um die Ohren. Hier hört man rauhen Rock, ungeschönt, ohne Firlefanz, einfach gerade aus und darum gibt es auch nicht mehr zu schreiben. Wer solche Musik mag, die gute alte handgemachte Rockmusik, der wird seine Freude daran haben.

Fredi Hallauer

MAËL

Album: „Homeland“ (Mondstein Records/CeDe.ch)

Maël ist eine begnadete Schweizer Sängerin und Songwriterin. Für diese Produktion hat sie sich ein paar Cracks aus der Schweizer Musikszene geangelt, allen voran Marco Figini (Gitarren), Max Lässer (Akustische Hawai Gitarre) dann verschiedene Schlagzeuger, Lesley Bogaert (Backing Vocals) und Andi Pupato (Perkussion). Entstanden sind soulige und rockige Songs, die herrlich luftig daherkommen und von Maëls Stimme beseelt werden. Die Songs bringen Sonenschein in die Herzen und Seelen und stehen auf der positiven Seite des Lebens. Hier gibt es handgemachte Musik zu hören und die hat Seele. Unbedingt reinhören.

Fredi Hallauer

FABIAN ANDERHUB

Album: „What Colour Is Your Sky“ (CeDe.ch)

Der Innerschweizer Gitarrist, Sänger und Songschreiber kommt nach einer längeren Pause mit einer geballten und satten Ladung Rock zurück. Seine Songs bewegen sich zwischen Rock, Bluesrock und Poprock. Musikalisch gibt er es gross durch mit Band und mehreren Background SängerInnen. Es tönt so als ob er bereit ist die grossen Bühnen zu erobern. Aber in all dem Bombast hört man doch sein Können an der E-Gitarre und filigrane Feinheiten heraus. Die Songs sitzen, ich könnte nicht sagen, dieser Song braucht es nicht. Mit Fabian Anderhub gibt es Rock mit nicht allzuviel Ecken und Kanten, alles sauber gespielt.

Fredi Hallauer

DIRTY SOUND MAGNET

Album: „Transgenic“ (Hummus Records)

Das Fribourger Trio pflegt den guten alten Rock der 60iger und 70iger Jahre und transponiert ihn in die heutige Zeit. Musikalisch nutzen sie die breite Palette des Genres mit folkigen Elementen, aber auch psychedelischen Klängen. Das ist musikalisch eine klare Einordnung. Textlich sind sie ebenfalls klar. Sie singen von der Umweltzerstörung und was uns in nächster Zukunft erwartet, aber auch vom Hyperkonsum, Spitzentechnologie und die individuellen Verhaltensweisen. Ein anderes Thema sind die sozialen Medien, welche in den Songs „Social Media Girl“, „Social Media Boy“ oder „Hashtag Love“, teils witzig und sarkastisch behandelt werden. Dirty Sound Magnet ist eine Band welche viel mehr Beachtung verdient.

Fredi Hallauer

CONCRETE JANE

Album: „Brand New Slave“ (Urgence Disk Records/Choupette Records/Irascible)

Das Genfer Trio pflegt den schweren psychedelischen Rock, wobei er dazwischen sogar federleicht daherkommt. aber im Allgemeinen sind die Stücke schwer. Sie singen von Abhängigkeit, Selbstentfremdung und sind politisch. Diese Rockmusik geht in die 70iger Jahre zurück, brillant gespielte Gitarren und mehrstimmigen ausgeflippten Gesang prägen den Sound. Ein Album das sicher nicht allen gefällt, ber wer auf guten alten Rock steht oder ihn in heutiger Form entdecken möchte soll doch da mal reinhören.

Fredi Hallauer