GURTENFESTIVAL

GURTENFESTIVAL 2019

Spezielles Interview

Für einmal machten Lo & Leduc ein Interview mit mir. Es war spannend, was dabei herauskam kann man hier hören:

MITTWOCH 17. Juli 2019

Das Gurtenfestival startete bei schönstem Wetter und der Band Thirty-Thr33. Sie rockten von Anfang an richtig los, holten das Publikzm ab, welches mächtig abging. Es war einer der fulminantisten Starts des Gurtenfestivals. Die Gitarrenrocker verstanden ihr Handwerk und überzeugten an den Instrumenten. Das Songwriting war sehr gut. Dies ist eine Band von der man hoffentlich noch viel hören wird.

Bild Fredi Hallauer

Auf der Hauptbühne legte Coely aus Belgien los. Von Anfang an gab sie Gas rappte und sang mit einer starken Stimme. Sie startete die nächste Party und es kam bereits Stimmung auf. Diese junge Sängerin wird man nicht zum Letztenmal gehört haben.

Bild Domenico Lavorato

Auf der Waldbühne spielten Mnevis. Sie schafften eine bestimmte, eher ruhige Atmosphäre mit ihrem Elektro-Pop mit viel psychedelischen Einflüssen. Sie waren sehr introvertiert und versanken förmlich in ihren Synthies und Elektronik. Das Publikum begann zu plaudern, was auf Langeweile hindeutet.

Bild Fredi Hallauer

Dann drängte sich das Publikum vor der Hauptbühne bei AnnenMayKantereit. Die fetzten wieder losund überzeugten von Anfang an. Dieser Deutsch-Pop-Rock hörte sich gut an. Sehr prägend ist die Gänsehautstimme des Sängers. Die Band spielte einige neue Songs und zwar gute.

Bild Domenico Lavorato

Anna Rossinelli und ihre Band übernahmen die Waldbühne. Ihre tolle und kräftige Stimme berührte, aber die Musik mit Elektronik angereichert tönte langweilig und breiig. Das Publikum blieb trotz der Abendstunde im Gras sitzen und ging nicht mit. Schade.

Bild Domenico Lavorato

Das Duo Twenty One Pilots setzten die Hauptbühne bereits beim ersten Song in Flammen. Die beiden Musiker waren vermummt und alles ziemlich skurill. Nach ein paar Songs verschwanden die Vermummungen und das Konzert wurde besser und besser. So einen Schlagzeuger gibt es selten zu erleben und der Sänger, Gitarrist, Pianist und Ukulelespieler in einem wechselte zwischen den Instrumenten mit Sorüngen über alles. Ein tolles Konzert mit viel Show, wie das plötzlich aufgestellte Schlagzeugpodest im Publikum. Eine Entdeckung.

Bild Domenico Lavorato

Donnerstag 18. Juli 2019

Die heutigen Konzerte starteten mi Gina Eté. Die Baslerin spielte mit ihrer Band ein intensives Konzert mit einigen Mundartliedern. Sie sang auch in anderen Sprachen, spielte Keyboard und Bratsche. Ihre Lieder regen zum Nachdenken an und gehen unter die Haut. Das Publikum war begeistert und hörte zu.

Bild Domenico Lavorato

DieHauptbühne eroberte Iris Gold, eine Sängerin aus Dänemark mit indisch-jamaikanischen Wurzeln. Sie präsentierte viel Soul, etwas Funk und HipHop. Ihre Bühnenpräsenz war sehr stark. Obwohl noch unbekannt, begeisterte sie das Publikum.

Bild Domenico Lavorato

Auf der Waldbühne spielten dann Velvet Two Stripes und rockten so richtig los. Die drei Frauen an Bass und Gitarren und der Mann am Schlagzeug nahmen sich die 60iger und 70 Jahre als Grundlage. Es war herrlich wie die Frauen abrockten.

Bild Domenico Lavorato

Dann durfte man gespannt sein auf Faber. Er trat mit einer usikalisch sehr guten Band auf. Er selber war extrovertierter als auch schon. Neben den Songs von seinem letzten Album, sang er auch einige neue Lieder. Er machte klare politische Aussagen. Ein klarer und guter Auftritt.

Bild Domenico Lavorato

Die Hauptbühne gehörte dann Tash Sultana. Es war ein musikalisch gutes Konzert, welches nicht berührte. Die sehr gute Gitarristin bediente auch Loops und Synthesizer spielte Alternativsound wo alles vorkam. Songs waren es nicht wirklich, Ansagen fehlten völlig und die Emotionen auch. Gute Musik durchgespielt.

Bild Domenico Lavorato

Freitag 19. Juli 2019

Der Freitag begann auf der Waldbühne mit Leandro. Zusammen mit einem DJ und gleichzeitig Backing Vocals, rappte er seine Mundarttexte. Die textlichen Inhalte sind nicht sehr tiefgründig, aber auch nicht schlecht. Er singt auch immer wieder, das ist eine coole Mischung der Genre. Er bot im seiner Art einen guten und soliden Auftritt.

Bild Domenico Lavorato

Auf der Hauptbühne liess Baloji die Sonne in den Herzen aufgehen. Die belgische Band mit Wurzeln in der DR Kongo spielte eine interessante Mischung aus den typischen Klängen vom früheren Zaire, mit urbanen Beats und einer Art Rap, meist französisch. Baloji tanzte, sang und machte die Show. Das Publikum stand immer zahlreicher vor der Bühne und war begeistert. Gegen Schluss erhob sich der alte Gitarrist und zeigte was Gitarrenspielen heisst. Ein wunderbares Konzert.

Bild Domenico Lavorato

Auf die Hauptbühne kammen die Österreicher Bilderbuch. Sie spielten tolle und witzige Musik. Leider verstand man die Texte nicht, man wusste nicht einmal welche Sprache er singt. Die Stimme war nie klar. Schade

Auf die Zeltbühne trat Sophie Hunger. Sie spielte ihre englisch sprachigen Songs. Als Instrumente kamen vor allem Synthies zum Einsatz. Sophie Hunger ist immer genial, gleich was für Musik sie macht, das bewies sie einmal mehr.

Bild Domenico Lavorato

Auf der Hauptbühne folgte ein Höhepunkt des diesährigen Festivals. Patent Ochsner war angesagt und die Ränge waren mehr als voll besetzt. Die Band war grossartig in der übliche Spitzenbesetzung und die Bläsersektion kräftig ausgebaut. Alle MusikerInnen durften solieren. Büne Huber war bei guter Stimme und sang sich quer durch das Repertoire. Wenn immer möglich sang der 20000 köpfige Gurtenchor mit. Seine grossen Hits spielte er fast alle, als letzte Zugabe natürlich „Scharlachrot“ Die magischen Momente wurden hervorgezaubert und Patent Ochsner überbot alles und Alle.

Bild Domenico Lavorato

Yokko übernahm die tolle Stimmung und spielte ihre grossen Songs, egal ob älter oder neu. Das Publikum sass am Hügel bei der Waldbühne, relaxte und genoss die Musik. Ein toller Sound, unterstützt durch das eigenwillige Licht. Die Musik und der Gesang waren sehr dynamisch. Wahrscheinlich bis jetzt das beste Yokko Konzert auf dem Gurten.

Den Schluss auf der Hauptbühne machte Ms. Lauryn Hill. Bevor sie und ihre excellente Band auf die Bühne kam, gab es ein 20ig minütiges DJ Set. Sie selber hatte dann grosse Probleme mit dem In Ear System. Trotzdem an ihrem Gesang und ihrer Musik gab es nichts zu bemängeln. Mit sattem RnB, Soul und Rap begeisterte sie das Publikum. Vor der Band stand sie oft als Dirigentin und dirigierte sie auf klassische Art. Positiv war, dass es ein Konzert war und keine amerikanische Show. Das Publikum tanzte und so endete der Tag in der grossen Party.

Bild Domenico Lavorato

Samstag 20.7.2019

Den heutigen Tag starteten Rooftop Sailors mit ihrem Rock. Es waren eingängige Songs welche sie spielten und das Publikum sang bereits kräftig mit. Ihr härterer Rock hatte es in sich und es sind keine Plattitüden welche daher kamen. Sie haben ein gutes Songwriting und eine tolle Bühnenpräsenz.

Bild Domenico Lavorato

Blond startete auf der Hauptbühne. Das Trio aus Deutschland war erfrischend. Die Gitarristin und Sängerin trippelte auf der Bühne herum wie sie das in den 60igern gemacht haben. Die Glitzerkostüme trugen das ihre dazu bei. Musikalisch passen sie in die Retro-Poprock Schublade, leider alles etwas ähnlich. Die Texte, englisch und deutsch waren erfrischend provokativ.

Bild Domenico Lavorato

Big Zis rappte die Waldbühne mit viel Energie und Emotionen. Sie tanzte, schimpfte, lobte und proklamierte. Das Ganze in Zürcher Mundart. Begleitet und unterstützt wurde sie von drei hervorragenden MusikerInnen.

Bild Domenico Lavorato

Das musikalische Krönchensetzten die Rival Kings dem diesjährigen Gurtenfestival auf. Mit ihrem psychedelischen, handgemachten Bluesrock. Sie spielen sehr dynamisch und alle Musiker brillierten. Herausstechend war die Stimme des Sängers. Eine Entdeckung.

Bild Domenico Lavorato

Dann kam der grosse Moment mit Lo & Leduc mit ihrer grossen Band. Die gesamte Band gab alles. Lieder von bevor Update1 bis Update 4 und aus den beiden Alben fanden den Weg ins Repertoire. Bei bester Laune liessen sie auch den MusikerInnen viel Raum. Es war ein herrliches Konzert und ein guter Abschluss.

Bild Domenico Lavorato

Fredi Hallauer