GURTENFESTIVAL

GURTENFESTIVAL 2018

INTERVIEWS

Fredi Hallauer sprach auf dem Gurten mit Steffe la Cheffe

mit The Gardener And The Tree

mit Bell Baronets

 

 

Mit folgenden Künstlern fanden bereits im Vorfeld Interviews statt, Albumbesprechungen befinden sich ebenfalls da.

The Two

Wintershome

Churchhill

INTERVIEWS

Alle Interviews findest du hier

FESTIVALBERICHT

MITTWOCH

Die neue Waldbühne steht jetzt dort wo die Zeltbühne war. Eröffnet wurde sie pünktlich von AYU. Sie spielte ihr erstes Festivalkonzert in der Schweiz. Zusammen einem Schlagzeuger und einem Multiinstrumentalisten (Keyboard, Gitarre und Elektronik) spielte sie ein einstündiges Konzert mit eigenen Stücken, ohne ein Album auf dem Markt zu haben. Ihren Trip-Pop tönte gut und kam gut an. Eine Entdeckung.

Bild Fredi Hallauer

Weiter ging es auf der Hauptbühne mit Cat’s Power, einer Band aus Australien. Sie legten los mit zündenden Rythmen, Reggae, Salsa, Jazz bis HipHop. Das erstemal kam Stimmung auf.

Pat Burgener liess es auf der Wadbühne rocken. Seine poprockigen Songs taten dem Gemüt gut und verbreiteten gute Stimmung. Das Publikum liess sich begeistern.

Bild Fredi Hallauer

Damian Marley übernahm die Hauptbühne. Der Anfang wurde etwas überstrapaziert zelebriert und nervig dazu. Dann kam aber die Musik richtig in Fahrt mit Rootsreggae, Toasts, Ragga und modernen Elementen. Einige Songs stammten von Bob Marley. Auffallend war der Fahnenschwinger als festes Bandmitglied, welcher während dem ganzen Konzert eine Äthiopien Fahne schwang.

Bild Domenico Lavorato

Beim Campfire finden auch Konzerte statt. Am Abend trat dort Juldem aus dem Wallis im Trio auf. Er überzeugte mit seiner charismatischen Stimme und seinem Soul.

Bild Fredi Hallauer

Hecht liessen eine Mundartrockparty der Superlative steigen. Das Publikum sang tatkräftig mit. Hecht spielte ihre guten Laune Songs und gaben bis zum Schluss alles und das Publikum feierte die Party kräftig mit.

Bei der Hauptbühne wartete das Publikum auf Gorillaz, welche sich verpäteten, da der Fussballmatch England gegen kroatien in die Verlängerung ging. Aber sie kamen, wenn auch am Anfang etwas missgelaunt nach der Niederlage. Doch bald kamen Gorillaz mit Liveband und kleinem Backgroundchor so richtig in Fahrt. Der Sound groovte herrlich, wenn auch immer ziemlich ähnlich, was aber bei der Show abging, war grossartig. Visuals, Tanz, verschiedene Sänger, Lichtstrahlen über dem Publikum, der Berg groovte so richtig mit. Gorillaz waren ein Erlebnis.

Auf der Waldbühne startete Steffe La Cheffe ihr Konzert mit dem Guggisberg Lied. Die tolle Band machte druckvolle Musik und Steffe La Cheffe tänzelte, groovte und rappte sich durch ihr Repertoire aus neuen und alten Liedern. Da gab es einen schönen Roots Reggae der herrlich federte, dort wurde es Crossover der rockte. Steffe La Cheffe ist zurück und das Gurtenvolk schätzte das und genoss ihr Konzert.

Donnerstag

Bell Baronets legten auf der Waldbühne los. Sie rockten die Waldbühne so richtig. Zwischen Rock und Crossover oder Bluesrock laut und leise pendelten die Songs. Eine schöne Version von „Voodoo Child“ fehlte auch nicht. Die Bühnenpräsenz war sehr gut.

Bild Fredi Hallauer

Jacob Banks überzeugte mit seiner Stimme. Die dunkle soulige Stimme und der starke Groove der Band liess den Gurten vibrieren. Diesen tollen Sänger wird man hoffentlich noch oft hören.

Bild Domenico Lavorato

The Cavers riefen mit ihrem amerikanischen Folkrock Erinnerungen an die ersten Gurtenfestivals wach. Sehr schöner zweistimmiger Gesang im Stile von Crosby, Stills and Nash. Das Saitenspiel hat noch Entwicklungspotential.

Bild Fredi Hallauer

Parcels im Zelt wirkten optisch wie musikalisch etwas lächerlich. Sie tönten wie die BeeGees auf Elektro. Vom angekündigten Funk war nicht oft etwas zu hören. Eine schwache Band.

Tobias Carshey rockte zuerst auf der Waldbühne kräftig los und verfiel dann in lange und auch langweilige Songs oder zumindest in ein Programm welches nicht an ein Openair passte. Sehr befremdlich war sein Nachthemd auf der Bühne umd die Infusion.

Dann traten diejenigen auf der Hauptbühne auf, welche viele Leue anzogen. Die Rede ist von Prophets of Rage. Sie überzeugten vom ersten Ton an. Ihr politischer Crossover mit Rap ging richtig los und das Publikum ging zum erstenmal bei der Hauptbühne richtig ab.

Bild Domenico Lavorato

Milky Chance schloss den musikalischen Reigen auf der Hauptbühne ab. Mit schönem Indiepop angereichert mit Elektro liessen sie den 2. Tag ausklingen.

Freitag

Der Freitag wurde von, Wintershome, der sechsköpfigen Band aus Zermatt eröffnet. Die drei Frauen und drei Männer spielten einen herrlichen Folkrock, mal ruhig aber auch wieder kräftig. Alle sechs sangen, mal Solo oder zu Zweit und zu Dritt aber auch als Chor zu sechst. Wintershome begeisterte mit tollen Songs und ansprechender Bühnenpräsenz.

Bild Fredi Hallauer

Was dann Opal Ocean auf der Hauptbühne boten war unglaublich und unbeschreiblich. Zwei Akustikgitarren mit Effekte und ein Fussbassdrumpad machten das Publikum sprachlos. Eine Stunde Instrumentalmusik auf höchstem Niveau. Die beiden Australier brachten Gipsy Elemente mit viel Anderem zusammen und füllten die Bühne und den Zuschauerraum, nicht zuletzt auch mit ihrer Ausstrahlung.

Angus & Julia Stone traten diesmal mit voller internationaler Band auf. Ihr Indie Folk Pop klang sehr schön aber auch geschliffen. Die Ecken und Kanten fehlten diesmal.

Churchhill auf der Waldbühne spielten dafür kantigen Mundarthiphop. Hier brachten die Bläser so richtig Power ein, welcher die beiden Rapper beflügelte. Der Platz vor der Waldbühne wurde eng.

Bild Fredi Hallauer

Auf der Hauprbühne übernahmen alt-J die Bühne. Mit aparter Lichtinstallation verstellten sie sich selber die Sichtbarkeit. Musikalisch spielten sie Alternative Pop, Post Pop und da und dort kam etwas Psychedelic dazu. Die Musik war sehr plätschernd und Stimmung kam keine auf.

Bild Fredi Hallauer

The Gardener and the Tree spielten vor sozusagen ausverkauften Rängen auf der Waldbühne. Seine Stimme zog das Publikum sofort in seinen Bann. Die Musik, die Rhythmen und die Chöre kamen dazu. Diese faszinierende Musik hatte einen kleinen Fehler, die Songs ähnelten sich live zu stark.

Auf der Hauptbühne stieg der Hauptact, nämlich Kraftklub. Die deutsche Band legte einen aufwendigen Opener hin mit Vorhang, dickem Rauch und Pyros. Das Gurtenvolk tobte und die Band liess die Party steigen. Ihr mitreissender Punk Rock HipHop brachte den Berg zum ausflippen.

Bild Fredi Hallauer

Samstag

Der Samstag eröffnete im Zelt der Engländer Rhys Lewis. Ein sehr junger Mann betrat die Bühne mit einer dreiköpfigen Band. Er spielte Gitarre und Keyboard. Seine junge Soulstimme war gut die Musik in Ordnung, die Bühnenpräsenz fehlte komplett und Ausstrahlung ebenfalls. Der Weg zur Zeltbühne war eindeutig überflüssig.

Der Rückweg führte über die Waldbühne wo der Solorhurner Pato rappte. Mit dabei ein DJ, zwei Teenies die brav Verse rezitierten und ein weiterer zappelnder Rapper. Pato,ebenfalls ein Teenie bewegte sich ungelenk, schrie mehr ins Mikrofon als zu rappen. Der Flow stolperte andauernd. Textlich war er auch nicht das Gelbe vom Ei. Eine Liedidee war gut aber sehr schlecht umgesetzt.

Bild Fredi Hallauer

Die nächste schwache Leistung bot Isaac Gracie auf der Hauptbühne. Der junge Singer/Songwriter schaffte es nicht seine Musik von der Bühne zum Publikum zu bringen. Gesagt hat er auch sozusagen nichts. Einen Auftritt zum Vergessen.

The Two auf der Waldbühne boten da doch deutlich mehr. Die Ausstrahlung war vorhanden, gute Musik auch. Nur war die Bühne bzw. der Platz davor etwas zu gross für die Zwei. Dazu kam das warme Wetter dass die Leute etwas träge machten und The Two versuchten dann das Publikum übertrieben zu aktivieren.

Bild Fredi Hallauer

Ganz anders im Zelt bei Wincent Weiss, er brauchte kaum etwas zu tun und die Menge, meistens Teenies und junge Frauen flippten aus. Das war den Mitsingauftritt den nur noch Hecht toppen konnten. Noch mehr wurde ausgeflippt wenn der Gitarrist und Backingsänger zu seinen hohen Gesangseinlagen griff. Das war ein wunderschönes Konzert, vielleicht nicht von der Musik her, aber ein paar tausend glückliche junge Frauen zu sehen, geschieht ja nicht jeden Tag.

Bild Fredi Hallauer

Nun war Campfire angesagt, dort pflegten Noti Wümié ihren ersten Festivalauftritt überhaupt. Notie spielte die akustische Gitarre sehr melodisch und rhythmisch dazu sang und sprach Greis seine guten, hintergründigen, witzigen Texte. Das war beste Unterhaltung auf hohem Niveau.

Bild Fredi Hallauer

Zum Schluss noch die Popsängerin Mo aus Dänemark auf der Hauptbühne. Sie bot eine gute Show, es wurde kräftig mitgesungen und die Begeisterung war sehr gross. Mo verstand es einem mit ihrem Gesang und ihrer Show zu berühren und zu animieren. Sie zählte sicher auch zu den Festival Höhepunkten.

Es folgte noch Cro aber den ersparte ich mir.

Die Ausgabe 2018 war ein schönes Festival mit einigen Neuerungen, welche durchaus gut waren. Bei der Waldbühne und dem Soundgarden wurde es vor allem am Abend etwas sehr eng und ohne Soundgarden würde die Bühne nochmals aufgewertet. die neue Zeltbühne ist gut, Konzerte im Campfire sind sehr schön nur ist es dort wetwas klein oder man kann wirklich nur Musiker buchen, welche auch sonst höchstens im Duo spielen. Das Line Up der Waldbühne war grossartig, auf der Hauptbühne waren auch ein paar Highlights, vielleicht fiel das LineUp der Zeltbühne etwas ab. Ich freue mich bereits auf die Ausgabe 2019.

Fredi Hallauer