INTO ORLEANS

Album: „Crash & Clutter“ (Little Jig Records)

Die Musiker um den Luzerner Multiinstrumentalisten Sebastian Schwarz sind andere als bisher und so ist es auch ein anderer Sound. Oder wollte der Sebastian Schwarz neue Gefilde ausloten und suchte so neue Musiker. Egal, Into orleans spielen keinen Folk mehr, vielleicht teilweise Indie Folk, sonst aber Dark Indie, Singer/songwriter mit leisen und lauten Tönen. Die Instrumente sind verstärlt und damit wird auch das musikalische Gebiet ausgelotet. Die Stimme des Sängers passt sehr gut zu dieser Musik. Er singt viel von Unterdrückung und Abhängigkeiten. Die spröde und bluesige E-Gitarre treibt die Songs voran, das Schlagzeug stampft den Boden, damit der Sänger festen Grund unter den Füssen hat. Andere Instrumente setzen da und dort einen tupfer wo es nötig ist. Into Orleans gefällt in dieser Formation sehr gut und das sicher der älteren wie auch einem Teil der jüngeren Generation.

Fredi Hallauer

ANDY TRINKLER

Album: „Drive On“ (www.andytrinkler.ch)

Der Berner präsentiert und mit seinem achten Album schönen Singer/Songwritermusik. Alles ist handgemachte Musik mit viel Gitarren, aber auch die Hammondorgel kreischt dazwischen hinein und natürlich ein easy Beat mit Bass und Schlagzeug. Er singt mit seiner angenehmen und souveränen Stimme, Geschichten von der Strasse. Er erzählt seinen Roadmovie, manchmal mit Augenzwinkern. Alles ist schön Laidback angerichtet zwischen Americana, Folk, Rock und da oder dort ein Schlücklein Blues. Andy Trinkler gehört wirklich seit Jahrzehnten zur Schweizer Musikszene und versteht es immer noch tolle Musik zu machen. Mit einer Ausnahme sind es alles Eigenkompositionen. Die Ausnahme ist Levelland von James McMurtry. Dies ist Musik die der Seele gut tut, ein bisschen Frühling dazu.

Fredi Hallauer

ADAYA

Album: „New Land“ (Echo Kollektiv)

Die Berner Sängerin, Multiinstrumentalistin und Poetin veröffentlicht ihr zweites Album. Das Album gehört in die Sparte Folk, aber auch Singer/Songwriterin. Adaya hat eine wundervolle und warme Stimme und begleitet sich mit Gitarre, Banjo, Bouzouki und Zither. Ein paar MusikerInnen ergänzen dann noch mit weiteren Instrumenten. Adaya hat eine Grossmutter mit Geschichte, sie war Buchautorin und Poetin. Es handelt sich um Juliette de Bairacli Levy. Man soll aktuelle MusikerInnen nicht mit ihren Vorfahren in Verbindung bringen, das schätzen viele nicht. Bei Adaya ist das etwas anderes, denn sie hat mehrere Gedichte der Grossmutter genommen und vertont. Wenn man nicht weiss, welche das es sind, fällt das nicht auf, denn sie selber hat eine sehr ähnliche Art der Poesie. Adaya macht sich auf in neue Länder, zumindest musikalisch, da tönt es mal ruhig und dann wieder wild. Gypsy Musik ist zu hören, aber auch ungestüme fast rockige Songs sind darunter. Adaya ist eine Entdeckung, für alle jene die sie bis jetzt nicht gekannt haben.

Fredi Hallauer

CAROLYNN

Album: „B-Town“

Die Berner Singer/Songwriterin lebte bereits in mehreren Städten mit B, somit wäre der Titel des Albums geklärt. Sie spielt Folk mit ihrer Gitarre und der Loopstation, dazu kommt ein holpriges Schlagzeug, Geige, Bass und ab und zu ein Saxophon. Also ein frische, freche, verspielte und fröhliche Musik, welche auch mal nachdenklich sein kann. Die angenehme Stimme tut wohl und die Songs haben Wiedererkennungswert, also ein gutes Songwriting. Carolynn singt vom Ankommen in den Städten und von ihren Träumen. Ein Album das von der Produktion her noch Luft nach oben hat, aber ganz bekömmlich daher kommt.

Fredi Hallauer