SECOND COUSINS

Album: „Bloody Tears“ (Fontastix/CeDe.ch)

Blues scheint bei den Schweizermusikern sehr angesagt zu sein. Second Cousins ist zwar eine neue Band, aber es sind alte gestandene Bluesmusiker, welche sich hier zusammengetan habe. Die Namen sprechen für sich, es sind Cla Nett (Gesang und Gitarre) welcher von der Lazy Poker Blues Band und später anderen Bands herkommt und ebenfalls am Gesang und Gitarre ist Kurt Bislin (Bluecaster, The Raindogs, The D Biters) dabei. Die Beiden trafen sich bereits früh im Atlantis Basel und spielten immer wieder der eine beim anderen als Gast. Sie fanden einmal heraus dass sie wirklich second Cousins sind, denn ihre Grossväter waren Brüder. Die beiden holten sich Markus Halmer (Bass) und Bernie Ruch (Schlagzeug) hinzu. Entstanden ist ein wunderschönes Blues Album mit herrlicher Old School Bluesmusik. Die eigenen Songs erzählen aus dem Bluesleben. Diese intelligente handgemachte Musik geht direkt ins Herz und das nicht nur bei Bluesfans.

Fredi Hallauer

PASCAL GEISER

Interview:

Vor dem Tourstart in der Mahogany Hall unterhielt sich Fredi Hallauer mit Pascal Geiser.

LIVE: Tourstart in der Mahogany Hall Bern am 15. Juni 2018

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Pascal Geiser war bei bester Laune und spielte mit seiner siebenköpfigen Band ein wunderbares langes Blueskonzert in der Berner Mahogany Hall. Schon bald wurde klar, hier wird musiziert was das Zeugs hält. Die Musiker erhielten Platz für Soli, allen voran der Gitarrist, der Tastenmann an Piano und Hammond wie auch die Bläser und dort vor allem der Saxophonist. Das Repertoire umfasste die Songs des aktuellen Debütalbums plus ein paar weitere Songs. Nach der Pause schafften sie es einen herrlichen Blues von annähernd zwanzig Minuten Dauer zu spielen. Pascal Geiser erzählte dazwischen aus seinem Bluesleben und was die Bluesmusiker beschäftigt, von Trennungsschmerz zum Kopfkissen das nach der neuen Liebe duftet bis zum Alleinsein in Schweden. Stilmässig wurden viele Stile gespielt vom New Orleans Blues, über den Memphis Blues zu Shuffle, aber auch Chicago oder Texas beeinflussten die Musik. Dies war eines der schönsten Blueskonzerte.

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Fredi Hallauer

Album: „Lucky Man“ (CeDe.ch)

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Der Mann aus dem Kanton Solothurn ist ein grosser Bluesmusiker. Er gewann verschiedene wichtige Blueswettbewerbe im In- und Ausland und legt nun sein Debütalbum vor. Aufgenommen wurde es in den USA mit hervorragenden Studiomusikern. Pascal Geiser ist Sänger, Gitarrist und Bluesharp Spieler. Sein musikalisches Spektrum geht durch den Blues von ganz Amerika. Da gibt es Chicago Blues zu hören, New Orleans Swamp Blues, aber auch Midwest Blues und Texas Blues. Die Stimmung ist meistens fröhlicher Blues. Ob es das gibt, ja klar, sonst bei Pascal Geiser anhören. Er zeichnet sich auf diesem Album vor allem als guter Sänger und Bluesharp Spieler aus. Mit Pascal Geiser ist die Schweiz um einen sehr guten Bluesman reicher.

Fredi Hallauer

DOMINIC SCHOEMAKER

EP: „Downtown Stories“ (Soundfarm Publishing)

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Die EP des jungen Gitarrentalents enthält sieben Songs, sechs haben Dominic Schoemaker und der Schlagzeuger Richard Spooner geschrieben. In der Band auf der EP sind Richards Spooner (Drums), Angus Thomas (Bass), Christoph Heule (Keyboards und Hammond) dabei dazu noch Regula Hasler an den Backing Vocals und drei Bläser. Die Songs geben natürlich vor allem dem Gitarrenspiel von Dominic Schoemaker Raum, wo er wirklich zeigt was er draufhat. Der Gesang ist vielleicht die einzige Schwachstelle der EP, aber nur vielleicht, denn einen Gitarristen möchte man ja nicht eigentlich singen hören und dadurch ist man etwas kritisch. Dies ist ein gelungenes Debut und auf mehr darf man gespannt sein.

Fredi Hallauer

Live: Gründonnerstagblues in der Alti Moschti Mühlethurnen am 29. März 2018

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Der Blues in der Alti Moschti am Gründonnerstag ist immer etwas spezielles, auch dieses Jahr war es wieder so. Der 24 Jahr junge Gitarrist und Sänger trat mit seiner vorzüglichen Band zum ersten Mal in der Moschti auf. Er betrat mit Richard Spooner (Schlagzeug), Andi Schnellmann (Bass) und Chris Heule (Tasten) die Bühne. Sein erstes Stück war eine ruhige und soulige Bluesnummer mit einem sehr schönen Gitarrensolo. Drei Sachen zeigten sich schon beim ersten Song. Dominic Schoemaker ist ein Ausnahmetalent an der Gitarre, die Stimme gehört einem 25 jährigen und klingt für das Alter sehr gut und die Band bsteht aus sehr guten Musikern. Bald wurden die Songs schneller wilder, es wurden Shuffles gespielt und die Gitarre ausgereizt. Ebenfalls der Pianist solierte mehrfach auf dem Klavier wie auf der Hammond. Die Songs setzten sich aus Eigenkompositionen und Klassikern zusammen. Wobei Dominic Schoemaker jedem Song seinen eigenen Stil verpasst. Witzig waren auch die jeweiligen Schlüsse der Songs, immer wieder total anders und überraschend. Im zweiten Set ging es ähnlich weiter und noch etwas übermütiger. Dominic Schoemaker brachte das zahlreich erschienene Publikum zum mitklatschen und mitsingen, der Bassist und der Drummer kamen ebenfalls je zu einem Solo. Dazwischen duellierten sich Dominic Schoemaker und der Tastenmann mit ihren Tönen, bis dann doch der Gitarrist das nachsehen hatte und nicht soviele Töne gleichzeitig spielen konnte wie das auf der Hammond möglich ist. Das Publikum war begeistert von dem Gitarristen und seiner Band, und er war begeistert vom Publikum. Aufgepasst, es gilt diesen jungen Mann nicht zu verpassen.

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Fredi Hallauer

BONOSERA

Album: „Feedback“ (Echo)

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Das Duo Bonosera musiziert mit E-Gitarre und Schlagzeug plus Gesang. Die Gitarre ist an einem Gerät angehängt, welches auch Basstöne von sich gibt. Trotzdem ist es sehr sparsame Musik, dafür sehr interessante. Das Duo nennt es selber Desert Trance Blues. Blues ist es sicher und irgendwie Trance auch, zumindest sehr beschwörend, stampfend. Die Idee mit Gitarre und Schlagzeug eine Band zu sein ist nicht neu, was die beiden Musiker aber daraus machen schon. Empfehlung ist sich ein bisschen reinzuhören, denn die Musik entwickelt sich erst nach etwa zehn Minuten Angewöhnungszeit zum vollen Genuss. Geheimtipp.

Fredi Hallauer

RICHARD KOECHLI & BLUE ROOTS COMPANY

Album: “ Parcours“ (Fontastix)

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Richard Koechli ist ein hervorragender Musiker und Gitarrist. Mit einer Ausnahme schrieb er die Songs dieses Album selber. Eingespielt hat er sie mit einer tollen Band und GastmusikerInnen. Entstanden sind schöne akustische Songs, Folkblues und Folk, mit da und dort schöner E-Gitarre. Richard Koechli singt meistens englisch aber auch französisch und zweimal Mundart und das steht dieser Musik sehr gut an. Auch als Textschreiber kann er etwas. Der Parcours dieses Albums ist eher ruhig gehalten und mit 16 Songs ist es ein reichhaltiges Angebot. Musik zum Geniessen.

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Fredi Hallauer

LILLY MARTIN

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 3. März 2018

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In dem gemütlichen Lokal spielte Lilly Martin mit ihrer Band ein herrliches Konzert mit viel Emotionen und musikalischem Können. Die Alti Moschti war sehr gut besucht aber es war immer noch sehr gemütlich und man konnte diesen souligen Bluesabend geniessen. Lilly Martin stellte schnell den Kontakt zum Publikum her und sie sang sich dann durch das neue Album mit einigen Songs aus früheren Alben. Auch hier galt, Eigenkompositionen und Covers waren beide etwa zur Hälfte vertreten. Lilly martin gab ihren Musikern sehr viel Raum und so war es wirklich eine Band im Ganzen und nicht nur Begleitband. Der Gitarrist Oliver Keller begeisterte das Publikum bei den verschiedensten ausgedehnten Soli, ebenfalls Michael Dolmetsch mit seinen Hammond Einlagen, Markus Fritzsche bekam auch für ein wunderschönes Bass-Solo Platz und Tom Beck legte mit dem Schlagzeug einen soliden Rhythmusteppich. Lilly Martin sang sich souverän durch alle Stile, vom Shuffle, zum Blues bis zum Soul, mal Uptempo dann wieder ruhig. Es war ein Konzert das in Erinnerung bleibt.

Fredi Hallauer

Album: „Minetta“ (H2U/Phonag)

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Lilly Martin hat ein weiteres feines Album eingespielt. Die Musik bewegt sich zwischen Blues und Soul oder souligem Blues. Mit ihrer klaren, warmen Stimme singt sie von ihrer alten Heimat wo sie aufwuchs, der Minetta Street in New York. Die Hälfte der Songs stammen aus ihrer Feder und der des Piano/Orgelmannes Michael Dolmetsch, die anderen fünf von u.a. Elvin Bishop, Dayna Kuntz oder Allen Toussaint. Diese Songs kommen abwechslungsreich daher, mal kräftig und lauter und dann wieder sanft, leise ja fast intim mit Stimme und Hammond, oder sanft und lauter mit der ganzen Band. Dieses Album reiht sich in die Reihe guter Blues und Soul Alben.

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Fredi Hallauer

BLUEZ BALLZ

Album: „Bluez To Go“(bluezballz.ch)

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Das Trio hat auf diesem, ihrem vierten Album, alles Eigenkompositionen aufgenommen. Stark sind die Bluesnummern welche gegen Bluesrock gehen oder zum Texas Shufle gehören. Das Schlagzeug hämmert souverän den richtigen Beat und der Bass pumpt gefühlvoll und druckvoll den Boden unter die Gitarre und den Gesang. Der Gitarrist spielt sein Instrument sehr kreativ, aber auch sehr solide. Der Gesang ist präsent. Ab und zu kommt noch eine Backing Stimme einer Frau dazu, welche hier sehr gut tönen. Wer den soliden aber auch verspielten Blues mag und elektrische Gitarre wird mit dieser CD gut bedient. Echte handgemachte Musik.

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Fredi Hallauer

 

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 19. Januar 2017

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Die Alti Moschti hat gerufen dass wieder Blues gespielt wird und das Publikum ist erschienen um die hervorragenden Bluez Ballz aus Bern und Basel zu hören. Das Trio ist seit 14 Jahren unterwegs und das erstemal in der Moschti in Mühlethurnen. Der Gitarrist und der Bassist sind die Urgesteine des Trios und der Schlagzeuger wurde einmal gewechselt. An diesem Abend stand sogar ab und zu eine Backgroundsängerin mit auf der Bühne. Bluez Ballz eröffneten mit ihrem elektrischen Blues zwischen Texas Shuffle und Blues Rock, dazwischen auch Country Blues oder Blues aus einer anderen Gegend. Der Bassist liess es grooven und spielte einen sehr melodiösen und gefühlvollen Bass, konnte aber auch richtige Basswirbel hervorbringen. Der Schlagzeuger legte einen soliden Rhythmusteppich aus und knallte dazwischen präzise Breaks und kurze Soli hinein. er griff auch einmal zur Bluesharp, was er ebenfalls konnte. Der Gitarrist überzeugte mit seinen verschiedensten, meist schnellen Techniken und seiner Kreativität. Sein Gesang war OK, könnte aber noch etwas mehr Ausdruckskraft vertragen. Seine Stimme und die der Backgroundsängerin rieben sich manchmal, passten also nicht optimal zusammen, nach der Pause war es etwas besser. Nach der Hälfte des ersten Sets, sattelten die Musiker auf akustische Bassgitarre und Gitarre um. Auch da überzeugten beide mit virtuosem Spiel und trotzdem blieben sie rockig. Nach der pause zuerst wieder akustisch und zum Schluss legten sie elektrisch nochmals richtig zu. Bluez Ballz darf man nicht verpassen.

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Fredi Hallauer