MGM

EP: „MGM“

MGM sind Dieter Meier, Phillip Bluedög Gerber und Schöre Müller. Alle drei sind Gitarristen und Sänger. Jeder hat 2 Songs beigesteuert. Der Stil bewegt sich zwischen Folk Blues und leicht rockigen Songs. Das Gitarrenspiel klingt sehr gut und faszinierend. Der Gesang ist bei einzelnen Songs etwas seltsam gemischt. Vor allem Schöre Müller klingt etwas schwach. Die drei begleiten sich nicht nur gegenseitig auf den Gitarren sondern sie singen auch Harmonie. Es sind 6 unterschiedliche Songs zuhören mit akustischen Gitarren und englischem Gesang.

Fredi Hallauer

MARC AMACHER

Album: „Grandhotel“ (Jazz Records/Sound Service)

Marc Amacher macht es einem nicht leicht mit seinem neuen Album. Aufgenommen wurde es im Hotel Giessbach über dem Brienzersee. Marc Amacher geht natürlich immer seinen Weg und wie verrückt dass der ist, er zieht es durch. Das Album startet mit „Stay Clean“ von Motorhead, in einer Version, so roh, dass sie nicht einmal Motorhead in den Sinn kam. Das Grundgerüst ist lauter, roher Rock und die Gitarren haben etwas bluesiges im Sound, sehr gewöhnungsbedürftig. Es folgt eine rockige Bluesnummer „Ride“, das ist Amacher wie man ihn erwarten darf, roh, laut und starke Gitarrensounds. Dann folgen mehrere Songs, die irgendwo in den Noise-Blues gehören, psychedelisch vielleicht, wahnsinnig verhallt (unklar ob der zugefügt wurde oder das Grandhotel dafür verantwortlich ist), auf alle Fälle sehr gewöhnungsbedürftiger Sound, welcher mich persönlich nicht anspricht. „Rocket Man Blues“ und „Diving Duck“ plus die Reprise „Rocket Man Blues“ sind sehr gut gelungen, mit schlichtem Sound, roh zwar immer noch, aber sie lassen etwas in einem erklingen und vibrieren. Wenn man genau hinhört gibt es immer mehr zu entdecken aber zuerst muss man den Schock überwinden.

Fredi Hallauer

LUCKY WÜTHRICH

Album: „Steady“ (Funk House Blues Productions)

Lucky Wüthrich ist 25 jährig, stammt aus Thun und wurde von Philipp Fankhauser unter Vertrag genommen und auch unter die Fittiche. Das Resultat, erstklassiger Blues und ein tolles Album. Lucky Wüthrich hat eine aussergewöhnliche Stimme, welche der von Philipp Fankhauser ähnelt, denn beim ersten Anhören des Albums, musste ich wirklich schauen ob ich ein falsches Album in den Player gelegt habe. Dazu kommt ein ausgefeiltes Gitarrenspiel. Den Blues den Lucky Wüthrich spielt ist kraftvoll und zugleich geschmeidig, irgendwo beim Memphisblues einzuordnen. Produziert haben Philipp Fankhauser und Marco Jencarelli. Lucky Wüthrich wird von einer grossen tollen Band unterstützt mit Horns und Backgroundsängerinnen, Philipp Fankhauser singt bei einem Song mit und spielt auch Gitarre, ebenfalls Marco Jencarelli ist bei einem Song mit von der Partie. Von Lucky Wüthrich wird man sicher noch viel hören, vorerst kann man sich an seinem Album erfreuen.

Fredi Hallauer

BLUEDÖG

Doppelalbum: „Shut Up And Listen To The Band“ (Bluedög Production/Ex Libris)

Hinter dem Namen Bluedög ist der Bluesgitarrist und Sänger Philipp Bluedög Gerber und in der Band spielen Yves Horisberger am Bass und Etienne Issartel an Schlagzeug mit. Das Doppelalbum wurde live im Studio aufgenommen. Auf beiden Alben sind die gleichen elf Songs, auf CD1 die elektrischen, etwas längeren Versionen und auf CD 2 die akustischen Versionen. Wichtig ist, dass bei den akustiscVersionen alle um ein Mikrofon versammel waren und das so aufgenommen wurde. CD 1 ist toller, purer und rauher Bluesrock teils mit Americana Einflüssen oder Ausflügen. Die E-Gitarre explodiert manchmal fast und dann säuselt sie einem wieder irgend etwas ins Ohr, darum man muss zuhören, wie es der Albumtitel sagt. Der Bass pumpt so richtig schön und der Schlagzeuger muss nicht zimperlich mit seinem Instrument umgehen. Die Stimme von Philipp Gerber röhrt wie ein alter Auspuff und man merkt, dieser Mann hat den Blues in Fleisch und Blut. Die CD 2 ist dann etwas leiser, dass Schlagzeug gibt noch den Rhythmus an, der Bass legt den Boden und die Gitarre begleitet oder spielt feine Soli, so richtige Blues Saitenkunst. Der Gesang ist immer noch rauh, aber er tönt mehr wie wenn jemand heiser ist, aber immer voll Blues. Ein herrliches Blueswerk.

Fredi Hallauer

ELLIS MANO BAND

Album: „Ambedo“ (Jazzhaus Records)

Die vier Aargauer Musiker haben sich wieder für ihr Lieblingsprojekt zusammengetan, der Ellis Mano Band. Sie pflegen Musik zwischen Rock und Blues. Die klassische Besetzung Geasng, Gitarre, Bass und Schlagzeug erweitern sie auf dem Album mit Keyboard/Hammond, Backgroundsängerinnen und Horns. Alles sind gestandene Rockmusiker, welche bereits viel internationale Erfahrung haben. Der Sänger betört mit seiner Sandpapier Stimme. Wunderschön klingen die Gitarren mit dem nötigen Dreck unter den Fingernägeln und die Hammondorgel bringt bei den langsameren Stücken das ganze zum Schmelzen. Der Bass ist für den nötigen Druck verantwortlich und die Drums sind der Puls dieser hervorragenden Band. Dieses Album ist vielseitig im Berich Rock. Die Ellis Mano Band spielt sehr wohl Radio tauglichen Rock.

Fredi Hallauer

ELIAS BERNET BAND

Album: „Better Off With The Blues“ (bbProductions)

Der Piano- und Hammondorgelmann ist mit seinem Trio unterwegs und hat gleich ein neues, bluesiges Album aufgenommen. Es ist lebensbejahender Blues und bringt fast etwas wie Sonnenschein in die trüben Herbsttage, ohne überschwenglich zu sein. Elias Bernet spielt nicht nur das Piano und die Hammond, nein er singt mit einer Stimme wie sie für den Blues nicht besser passen könnte. In seiner Band ist Markus Fritzsche am Kontrabass, Backing Vocals und Bernhard Egger Schlagzeug. Gastauftritte von Freda Goodlett Backing Vocals und David Stauffacher perkussion kommen dazu. Dieses Trio bzw Quintet lässt es zwischendurch so richtig rocken. Elias Bernet zieht alle Register des Blues, vom langsamen, getragen Blues, zum Shuffle, dem Boogie und eben dem Rock. Der Entertainer und Musiker bringt uns Musik wieder näher, welche in letzter Zeit nicht mehr so viele Vertreter hatte.

Fredi Hallauer

ROY AND THE DEVILS MOTORCYCLE

Album: „Im Reich der wilden Tiere“ (Voodoo Rhythm Records)

Das Quartett gibt siet sechs Jahren wieder ein Album heraus. Aufgenommen wurde es in Grossbritannien. Die drei Brüder, alle spielen Gitarre und der Schlagzeuger spielen einen rohen psychedelischen Blues. Meistens ist es mehr psychedelisch als Blues, Blues ist es trotzdem. Wasdie Musiker mit drei Gitarren, Schlagzeug und Stimmen plus da und dort mal ein Effekt, zustande bringen ist unglaublich. Die Klänge schaffen eine neue Dimension und sind so absurd wie der Albumtitel, der sei einfach Zeitgeist sagt die Band. Das Cover passt ebenso in die Absurdität und hat irgenwie mit allem nichts zu tun. Genau das macht die qualität dieser Musik aus, man muss sie nur auf sich wirken lassen und muss sie gefühlsmässig wahrnehmen und nicht verstandesmässig. Roy and the Devil Motorcycle sind eine Band, nicht für alle Geschmäcker, wer es aber gerne etwas schräger mag, wird hier gut bedient.

Fredi Hallauer