FRED & ROSE

Album: „Estado Alpha“ (Bonfeeling Records/Irascible)

Das französisch-schweizerisch-argentinische Duo spielt geniale Musik zwischen Blues, Garagen, Cumbia und irgendwo auch Americana. Sie schrieben, arrangierten und nahmen in 10 Tagen jeden Tag einen Song auf. Da ist Temperament vorhanden, sei es in den Stimmen oder dem Gitarrenspiel wie der Perkussion. Diese rohe und unter die Haut gehende Musik gibt manchmal herrliche Gänsehaut. Gesungen wird Englisch, Deutsch und Spanisch. Was will man mehr als diese Klänge geniessen. Ähnliche Musik findet man selten bis nie.

Fredi Hallauer

WOLFWOLF

Album: „Metamorphosis“ (LuxNoise Records)

Das Obwaldner Duo hat sich für das Album mit vielen Gastmusikern verstärkt. Ja sie kommen so richtig unheimlich daher, aus den finsteren Tälern von Obwalden, wo die Wölfe hausen. Mindestens hat man das Gefühl es sei so. Nein für Depressionen bleibt da nichts übrig. Es ist ein rumpelnder, und rollender Rock’nRoll Zirkus der da tönt. Dem Sänger möchte man anhand seiner Stimme schon nicht im Dunkeln begegnen. Die Musik holt sich die Zugaben aus Blues, Americana, Folk und Sound aus Louisiana. Ja da tönt es auch mal nach Bluegrass. Zu hören sind akustische und elektrische Gitarren, eine jazzige Trompete, ein stampfendes Schlagzeug ein Banjo und Dies und Das. Die WolfWolf sind offenbar auch Dieter Meier begegnet und sie haben zusammen „Fat Fly“ in einer typischen WolfWolf Manier aufgenommen. Genau einzuordnen ist diese Truppe nicht, denn immer wenn man das Gefühl hat, jetzt kann ich den Stil definieren, machen sie eine Metamorphose. All das spielt keine Rolle, denn diese Musik macht definitiv Spass, was will man mehr.

Fredi Hallauer

PHILIPP FANKHAUSER

Album: „Let Life Flow“ (Sony Music)

Ja Philipp Fankhauser macht es uns nicht einfach mit seiner Musik. Zum einen ist es gewohnt, schöner, solider, melodiöser und souliger Blues wie wir ihn von ihm kennen. Alles auf hohem Niveau gespielt und gesungen. Es sind Kompositionen darunter bei welchen er mitbeteiligt war, dann eine von Johnny Copeland und ein paar Klassiker. Als Musiker fungiert seine erfahrene Band plus Studiocracks aus den USA, welche auch bei früheren Alben schon dabei waren. Das alles rechtfertigt sicher den Kauf dieses Albums, da es purer Genuss ist. Nun singt da der Philipp Fankhauser plötzlich italienisch, ein Lied von Lucio Dalla. ja es ist eine eigene Interpretation, aber trotzdem fällt sie aus dem Rahmen des Albums, wirkt wie ein Fremdkörper. Wenn dieses Canzoni am Schluss gekommen wäre, ok. Darauf folgt „Chasch mers gloube“ von Hanery Amman. Da tönt die Interpretation nicht so weit vom Original entfernt und die Frage stellt sich, musste dieses Lied auf das Album, es gehört eher auf ein Tribute Album. Nach diesen beiden Fremdkörpern folgen wieder Songs und Blues wie wir sie von Philipp Fankhauser gewohnt sind. Also bitte richtig verstehen, dies ist ein schönes und gutes Album von Philipp Fankhauser mit Überraschungseffekt.

Fredi Hallauer

JULIA HEART

EP: „Julia Heart“ (Little Jig Records)

Julia Heart ist Julia Herzog und war die Sängerin mit der unglaublichen Stimme von The Konincks, der harten Bluesrock Band aus Luzern. Nun ist sie musikalisch leiser und weicher unterwegs, aber immer noch hört man den Blues herumschwirren. Julia Heart singt Folk, Americana und Bluesiges. Ihre Stimme ist geblieben und die haut einem einfach um. Diese starke, rauchige und etwas rauhe Stimme kommt nicht oft vor. Auch ihr Timbre beim Singen muss man gehört haben. Nach diesen vier Songs darf man auf mehr gespannt sein. Julia Heart müsste eigentlich auf jeder Bühne dieses Landes auftreten und alle Auszeichnungen von Best Talent bis weiss ich was einsammeln.

Fredi Hallauer

MARC AMACHER

Interview:

Fredi Hallauer sprach im Kulturhof Köniz am 5. April mit Marc Amacher. Hier kann man es hören:

Album: „Roadhouse“ (Jazzhaus Records/Sound Service)

Der Brienzer Gitarrist und Bluesman lässt es auf seinem neuen Album so richtig krachen. Er zelebriert Blues und Bluesrock in den wildesten und lautesten Tönen. Die verschiedensten Gitarren, welche er spielt, bluesen, scheppern, rollen und jaulen das es eine wahre Freude für die Trommelfelle ist. Mit dabei sind Bass, Schlagzeug, eine weitere Gitarre und noch dies und das. Die dunkle rauhe Stimme von Marc Amacher trägt das nötige für die perfekte Blues Stimmung bei. Aufgenommen wurde in einer leeren Gaststätte und das gleich direkt, also ohne Technik Firlefanz. Das ist eine grossartige Bluesrockscheibe.

Fredi Hallauer

TONI VESCOLI

Album: „Gääle Mond“ (Cereus/CeDe.ch)

Toni Vescoli ist mit 77 Jahren immer noch unverwüstlich und nun wieder da mit einem neuen Mundartalbum. er nahm es teils in Texas mit seinen dortigen Musikerkollegen auf und die anderen Lieder alleine bei sich zuhause. Bei den sieben Liedern aus Texas sind Fiddle, Akkordeon, Keyboards, Bass, Schlagzeug, Perkussion und 12 saitige Gitarre und Stimme zu hören. Bei den selber aufgenommenen Liedern sind es Tonis Stimme, Gitarren, Mundharmonika und Perkussion. Der Sound ist super und Toni Vescoli typisch, zwischen Rock, Folk, TexMex und Blues. Bemerkenswert sind die Texte. Toni Vescoli ist aufmüpfig wie selten. Er singt von den Problemen auf dieser Welt, der Globalisierung, der Digitalisierung, aber auch ein schönes Lied für Pfarrer Sieber mit dem Aufruf an andere Pfarrer auch so zu sein. Über das Recht das Kinder ,Kinder sein dürfen und vieles mehr. Spass und Augenzwinkern ist auch dabei, wenn er von den fitten Alten singt. Auf diesem Album gibt es viel zu hören und auch viele Gedankenanstösse.

Fredi Hallauer