DENNIS KISS & THE SLEEPERS

Album: „Poco Bono“ (Lauter Musik)

Die Basler Band debütieren mit einem auffälligem Album, ohne extrem zu werden. Ihr Poprock ist luftig, bewegt und tut der Seele gut. Der Sänger und Texter, Dennis Kiss ist gerade mal zwanzig Jahre alt und versteht es Texte für genau dieses Alter zu machen, bzw über dieses Alter zu machen. JGefangen in der Jugendlichkeit, gehemmt erwachsen zu werden und gerade dadurch Erwachsen wird. Poco Bono ist der Ort, der Club wo man sich zurückzieht, wohin man in Ekstase flieht, micht mehr und nicht weniger. Liebeslieder von gebrochenem Herzen und viele andere Geschichten gibt es alles auf diesem Album zu hören. Ein bemerkenswertes Album.

Fredi Hallauer

PALE MALE

Album: „Season Finale“ (Phonag)

Der Genfer Musiker debütiert mit diesem grandiosen Album. Musikalisch bewegt er sich zwischen Folk, Americana und 80iger Rock. Wichtig ist, alle Instrumente wurden gespielt und nicht gesampelt oder mittels Sinthi erzeugt. Da sind wunderschöne Streicherpassagen, majestetische Bläser. eine Lapsteel Gitarre, Backgroundgesang, neben Gitarren, Bass und Schlagzeug. Dazu kommen die schönen Melodien mit viel Wiedererkennungswert. Was wäre die wundervolle Musik ohne den textlichen Inhalt. Auch der stimmt bei Pale Male. Er erzählt aus seinem Leben und Beobachtungen, welche er machte. So zum Beispiel von der Landflucht der spanischen ländlichen Bevölkerung. Sein Vater ist Spanier und kommt aus einem Dorf, welches heute mehr oder weniger eine Ruine ist. Persönlich wird es, wenn er von seiner schmerzhaften seltenen Krankheit erzählt, der Psoriasis-Arthritis. Eines ist zu hoffen, dass noch mehr so tolle Alben von Pale Male erscheinen und dass man ihn bald einmal auf unseren Bühnen erleben darf.

Fredi Hallauer

AVIELLE

Album: „Oread“

Avielle lebt in der Schweiz und hat arabisch – jüdische Wurzeln. Sie lebte schon fast überall auf der Welt und ist vielleicht die typische Weltenbürgerin. Sie ist aber auch Singer/Songwriterin mit Gitarre und zelbriert einen Stil zwischen Folk, Jazz und Americana. Avielle ist inspiriert von der Musik der späten 60iger Jahre, als Musik noch ein Teil von Pazifismus und sozialer Revolution war. Die Songs hat sie in den Schweizer Alpen geschrieben und der Albumtitel weist darauf hin, denn Oreaden sind in der griechischen mythologie, Bergnymphen. Sie erzählt in ihren Songs viel von der natur, den Bergen, Pflanzen und Tieren, vom Wind und Wetter und macht dies als Sinnbild für die Menschheit und die Gesellschaft. Avielle singt mit einer warmen Alt-Stimme und lässt es einem sehr angenehm werden, wenn man ihr zuhört. Ein aussergewöhnliches Album.

Fredi Hallauer

THE SPARKLETTES

Live: Albumtaufe „Mir Froue Heis Luschtig“ in der La Cappella am 26. September 2021 um 20 Uhr

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Die vier Frauen übertrafen alle Erwartungen. Endlich fand diese Albumtaufe statt, nach zwei Verschiebungen. Aber die Zeit welche zwischen der Vorpremiere und dieser Albumtaufe lag, hat es gebracht. Was fast unmöglich schien, wurde wahr. The Sparklettes sangen noch genauer und präziser, die Präsentation auf der Bühne noch verbessert und ausgereifter. So starteten sie dann mit „Es wott es Froueli z Märit gah“ und sangen im ersten Teil vor allem traditionellere und ältere Lieder aus der Schweiz. Dazu gehörte auch ein Medley von Artur Beul. Vor der Pause sangen sie ihr Schwyzerörgeli Stück, eigentlich sangen sie instrumentale Ländlermusik. Wie das geht? das muss man sich bei den Sparklettes anhören gehen. Nach der Pause kamen dann eher die Schlager und Popsongs zum Zuge, bis zu einem riesigen Medley. Die vier Frauen sangen das mit viel Augenzwinkern, aber da und dort wurden sie auch konkret politisch, vor allem wenn es um Frauenlöhne ging. Die Arrangements der Lieder waren genial, quer und es geschah immer wieder unerwartetes. Die Melodien gingen alle Wege, fielen aus der Ursprungsmelodie und kehrten ebenso schnell wieder zurück. Die Texte sind nicht einfach so übernommen, nein da kam viel dazu. Mit ihrer Choreographie und ihrer Mimik wurde das ganze Programm noch spannender als es schon musikalisch war. Wichtig ist, es ist höchste Kunst was da dargeboten wurde und nie Klamauk oder blöd. Also The Sparklettes nicht verpassen.

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Fredi Hallauer

PABLO INFERNAL

Album: „Mount Angeles“ (Taxi Gauche Records)

Das Quartett aus Zürich versteht es richtig guten Rock’n’Roll zu spielen. Da ist alles drin was Rock braucht, aber auch nichts zusätzliches was er nicht brtaucht. Das Schlagzeug hämmert, der Bass pumpt und die Gitarren rafflen die Riffs oder lassen es herzzerbrechend jaulen. Der Sänger singt seine Texte laut, dazwischen versteht er es auch zu shouten. Seine Stimme istunverkennbar und charismatisch. Pablo Infernal ist keine Rockband die es nicht braucht, nein auf Pablo Infernal hat man gwartet ohne es zu wissen. Die Songs haben Melodien, erinnern stilmässig an grosse Klassiker und im Harmoniegesang kann man manchmal irgendwo die Beatles heraushören. Pablo Infernal btraucht unsere Welt um abzufeiern und eine Energie abzulassen.

Fredi Hallauer

LEA LU

Album: „I Call You“ (LL Records/Irascible)

Wenn die Zürcherin Lea Lu ruft, so kommen sie alle.So hat man das Gefühl, denn sie hat ganz tolle Musiker zusammengebracht und ein paar Featuring Gäste mit denen sie zusammen dieses Album aufgenommen hat. Es ist ein askustisches Album, vielseitig bewegt, popig und getragen von der warmen Stimme von Lea Lu. Inhaltlich geht es um Einsamkeit mit der Hoffnung daraus auszubrechen, aber auch um Begegnungen, Sehnsüchten und vielem mehr was (junge) Menschen bewegt. Die Themen sind sehr schön musikalisch umgesetzt. Bei der Einsamkeit beginnt eine einsame akustische Gitarre um sich dann später den Platz mit anderen Instrumenten zu teilen. Das Klangbild ist grossartig durch den Einsatz von den verschiedensten Instrumenten, auch Bläser, und dies nicht einfach für Riffs, sondern für ergänzende Klänge. Lea Lu und ihren Musiker*innen ist ein cleveres Popalbum gelungen.

Fredi Hallauer

CARROUSEL

Live: im Bierhübeli am 23. September 2021

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Das Carrousel drehte sich auch live. Das Duo und ihre beiden Musiker am Schlagzeug und am Keyboard/Saxophon begeisterten jung und alt. Alles war neu, sogar der Keyboarder und das Lichtdesign und das Bühnenbild. Alles war grossartig und gut inszeniert. Sophie Burande, sang, tanzte, spielte Glockenspiel, ein übergrosses Metalofon, Akkordeon, Melodica und Perkussion. Leonard Gogniat sang, spielte Gitarren und Perkussion. Er sprach deutsch und sie meist französisch mit ein paar deutschen Worten oder sogar Mundartausdrücken, „c’est pas un Seich“. Sympathisch war einfach alles an diesem Abend und grossartig auch. Beste Musik, gute Unterhaltung, viel Lebensfreude, so ein Abend tut einfach gut.

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Fredi

Album: „Cinq“ (Phonag)

Das Welschschweizer Duo veröffentlicht bereits ihr 5. Album, wie es der Albumtitel „Cinq“ schlichtwegs verrät. Es ist eine Freude den beiden zuzuhören. Ihr Gesang, oft singen Frau und Mann im Wechsel oder zusammen mit schönen Harmonien, warmen Stimmen, welche sich in die Gehörgänge schmeicheln. Die beiden singen alles französich zu lockerer Musik auf Gitarre, Elektronik, Glockenspiel, Bass und Schlagzeug (Bass und Schlagzeug übernehmen zwei zusätzliche Musiker). Der Rhythmus ist bewegt und die Musik dreht sich fröhlich wie ein Karussell. Ihr Texte sind Alltagsbeobachtungen der Menschen rund um uns. Alles ist tanzbar, fröhlich und mit viel französischem Charme und auch einigem Augenzwinkern gesungen. Herrliche Popmusik,

Fredi Hallauer

MAX LÄSSER UND DAS KLEINE ÜBERLANDORCHESTER

Live: La Cappella Bern am 19. September 2021

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Max Lässer an Mandoline, Gitarre, LapSteel, Markus Flückiger an den Örgelis, Marcel Lüscher an den Klarinetten, Patrick Sommer Kontrabass und Kaspar Rast am Schlagzeug fuhren wieder Überland oder über Land durchs Land. Die fünf Virtuosen nahmen bestehende Melodien aus der Volksmusik oder eigene Kompositionen und liessen es dann zusammen irgendwohin gehen. So spielten sie keine reine Volksmusik, obwohl viel Volksmusik in ihrer Musik steckte sondern reicherten die Stücke an mit jazzigem, improvisiertem, ein bisschen Americana liess sich ausmachen oder manchmal tönte das Örgeli von Markus Flückiger wie ein TexMex Örgeli. Auch die Eigenkompositionen starteten zum Beispiel als Schlaflied, der zweite Teil hatte aber dann ziemlich Power und Zug drauf. Ein Innerschweizer Stückli bekam ziemlich viel afrikanisches ab, zumindest was die Gitarre von Max Lässer betrifft.Natürlich half auch da das Schlagzeug mit, von der Innerschweiz nach Afrika zu gelangen. Ein ganz anderes Stück, waren ehemalige Improvisationen von Max Lässer, welche mit der Zeit zu einem Werk wurden, welches immerzu an Länge gewann. Max Lässer spielte als Premiere zwei Stücke auf dem Schwyzerörgeli und das noch gut. Das war wirklich sehr schöne, spannende, interessante und gut gespielte Musik der anderen Art, welche beim Publikum sehr gut angekommen ist.

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Fredi Hallauer

PHENOMDEN

Live: In der Mühle Hunziken am 25. September 2021

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Deutlich verspätet startete das Konzert mit Phenomden und den Scrucialists. Grund dafür war wohl ein Personalmangel an der Kasse, den eine Person alleine musste Zertifikate und Tickets kontrollieren und Stempel machen. Aber Ok das kann passieren. Die Scrucialists übernahmen die Bühne und liessen es herrlich grooven. Dann kam Phenomden dazu und zündete mit seinen alten Reggae Songs ein richtiges Feuerwerk, das Publikum tanzte und sang. Nach ein paar solcher Songs startete er mit den neuen Sachen, welche eher soulig waren. Das Feuer erlosch und das Publikum wurde weniger aufmerksam. Aber Phenomden packte immer wieder Reggae aus und hielt das Publikum bei Laune. Die Scrucialists waren eine hervorragende Begleitband, aber nicht mehr. Sie spielten kaum Soli und ihre Sachen einfach emotionslos runter. Bläser wurden mit dem Keyboard gemacht und da und dort Stimmen eingespielt. Etwas schade. Phenomden selber sang bei den neuen souligen Sachen nicht immer ganz sauber. Es war ein mitreissendes Konzert, welches aber noch Entwicklunspotential zeigte.

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Fredi Hallauer

Album: „Streunendi Hünd“ (One Ton/Irascible)

Phenomden liess uns lange auf ein neues Album warten. Er lebte sechs Jahre in Kingston/Jamaika und nun ist er zurück in der Schweiz mit einem Albumund einer Tour. Phnomden ist vielseitiger geworden. Er entdeckte den Soul und lässt nicht nur den modernen Reggae und den Roots Reggae erklingen, nein es ist auch viel grooviger Soul zu hören. Alle zehn Songs sind Mundart und handeln von den verschiedensten Lebensgefühlen, Liebe, Selbstzweifel, Nicht zur Ruhe kommen. Aber auch von einem Ride durch Kingston oder eine Zusammenfassung von den verschiedensten Johnny Songs mit schönen verzerrten Gitarren machen sich sehr gut. Die Feuerzeughymne „Ich gseh di“ setzt dem Album noch die Krone auf. Aber eigentlich ist jedes Lied eine Perle, eine interessante Geschichte oder fährt mit Groove in die Beine. Trotz der Vielseitigkeit kommt das Album aus einem Guss daher.

Fredi Hallauer

77 BOMBAY STREET

Live: Im Bierhübeli am 15. September 2021

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Die vier Brüder sind nach längerer Abwesenheit, zuerst gewollt und nachher wegen der Pandemie, zurück auf der Bühne. Sie sorgten sofort für strahlende Gesichter und das Publikum sang kräftig mit, fast von Anfang an. Ihr unbeschwerter Sound sorgte für eine Fröhlichkeit und Freude. Einen Song präsentierten sie bereits von ihrem neuen Album, welches im Oktober erscheinen wird. Alle vier kamen als Quartett aber auch Solo zum Zug. Jeder hatte seinen Solo Gesang, aber auch Soli auf seinem Instrument. Da sie abwechselten und dank der genialen Tonanlage im Bierhübeli konnte man die Feinheiten der einzelnen Stimmen sehr gut ausmachen. Ein Höhepunkt war, als das Quartett mehrere Lieder vollkommen akustisch sangen. Das war wirklich unplugged, Gitarre ausgezogen und Mikrofone weggestellt. Akustische Gitarre und Stimmen. Einmal waren es drei Stimmen, ein andermal zwei oder Anfangs zwei und dann drei. Das Publikum stand nahe bei der Bühne und sang schön mit, dass es einem kalt den Rücken hinunterlief. Dann wurde wieder abgefeiert und die Hits und sonst bekannten Songs gespielt. Alles war mit hoher Qualitat dargeboten, sympathisch, witzig und es war beste Unterhaltung, ohne eine übertriebene Show zu veranstalten. 77 Bombay Street können es noch und sie sind ein Genuss.

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Fredi Hallauer