PET OWNER

Album: „Natural Behaviour“ (Red Brick Chapel)

Pet Owner, das ist Lea Mathis, eine Songwriterin und Performerin aus Luzern. Sie singt mit sanfter Stimme über das Leben, das reale und das geträumte. So tönt auch ihre Musik, ein bisschen Gitarre, welche sie verschiedene Sounds entlockt, dann gesampelte Alltagsgeräusche, von Natur und Stadt, Experimente mit alten Synthies und was ihr sonst noch für Ideen gekommen sind. Das Resultat ist Folkotronic und leichter Experimental Pop. Das ist Musik unserer Zeit, wohltuend nach einem strengen Tag.

Fredi Hallauer

GRAND MOTHER’S FUNCK

Live: „30 Years Reunion“ in der Mühle Hunziken am 9. September 2022

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Seit 30 Jahren spielt die Band und schüttelt und rüttelt das tanzfreudige Publikum vor der Bühne durch wie sie dies auch an diesem Abend in der Mühle taten. Die Musiker hatten viel Spielfreude und Spielwitz. Sie starteten zuerst ohne Sänger und zündeten dann die nächste Stufe mit ihm. Die Post ging so richtig ab. Alle Musiker konnten ausgiebige Soli spielen und die waren wirklich grossartig. Gäste aus der früheren Formation, welche heute nicht mehr dabei sind, kamen auf die Bühne und funkten mit. Es waren dies Fabienne Hoerni am Tenor Sax, später kam die erste Sängerin der Band Yasmine Tamara noch dazu. Yasmine Tamara hatte die starke, etwas schrille soulige Stimme, während der aktuelle Sänger der Band eine warmige soulige Stimme hatte, so ergänzten sich die beiden Stimmen. Gegen Schluss trat dann noch der zweite Tastenmann auf, Stephan Schneider mit Keyboard und Hammond. So standen wirklich eine wiedervereingte Band auf der Bühne und sie liessen nichts anbrennen, heizten aber den ganzen Abend gehörig ein. Es war ein Konzert, welches die Anwesenden sicher nicht so schnell vergessen.

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Fredi Hallauer

CAROLINE BREITLER

Album: „The Guide Within“

Die Schweizer Metal-Queen schlägt wieder zu mit einem neuen Album. Das melodische Metalalbum wird vor allem durch die Stimme von Caroline Breitler geprägt. Sonst wird da einfach solide Musik gespielt von einer Studioband (Namen stehen nirgend, ausser dem Produzenten und wahrscheinlich auch Musiker Allesandro del Vecchio). Caroline Breitler schreit nicht, sie singt und das mit einer festen aber doch lieblichen Stimme. Sie hat keine Rockröhre. Zuerst ist das leicht irritierend mit dieser Musik dazu, aber bald kann man es geniessen. Die Songs sind druckvoll aber nicht immer gleich packend. Das Ganze ist eine Gewöhnungs- und Geschmacksache, wie das ja auch bei den männlichen Gesangstimmen im metal unterschiedlich ist. Also kurz gesagt, toller harter Rock, druckvoll mit gutem weiblichen Gesang.

Fredi Hallauer

LARYTTA

EP: „Feel Free“

Das Elektroduo larytta hat eine neue EP mit 4 Songs und veräffentlicht. Der erste Song „Sans Sommeil“ ist stark und fährt in die Beine. Der nächste Song sind Geräusche, leichter Rhythmus und Spoken Word aber nicht an die Hörenden. Der dritte Song ist verbaler Rhythmus aber nicht packend und der vierte Song sind Beats und ein bisschen Rap, aber nichts zwingendes. Kurz gesagt, eine Single hätte genügt.

Fredi Hallauer

RISLANE AND THE LOVERS

Album: „Newland“ (Farfara Music)

Rislane ist eine Schweizer Sängerin mit marokkanischen Wurzeln. Sie singt mit einer kräftigen, warmen und eindringlichen Stimme, eigene Songs zwischen Soul, Pop und Rock. Begleitet wird sie von erstklassigen Musikern. Die Musik ist handgemacht, also nichts von Elektro. Für das Herzstück des Albums „Morrocan Heart“ wurde der marokkanische Percussionist Moulay Brahim Amsguine eingeflogen, welcher bereits mit Rislaines Grossvater musizierte. Die Sängerin begeistert auf dem Album mit ihrem Sound, ihrer Stimme und ihren Songs und hoffentlich auch bald schweizweit oder noch weiter von den Bühnen.

Fredi Hallauer

STEFF LA CHEFFE trifft ANDREAS VOLLENWEIDER

Live: „Carte Blanche“ in der La Cappella am 6. September 2022

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Steff La Cheffe hatte eine Carte blanche erhalten und konnte Leute einladen mit denen sie vor allem plaudern möchte und noch ein bisschen Musik machen. Für diesen Abend stand der Name Andreas Vollenweider auf dem Plakat und ebenfalls der Gitarrist Benjamin Noti und Frau Dr. Schindmädr. Benjamin Noti trat an diesem Abend aber nicht auf, er fehlte aber auch nicht, da Andreas Vollenweider mit seiner speziellen Harfe und Steff La Cheffe mit Beatboxen und Gesang den Klangraum füllten. Nach einem Eröffnungsstück, eher Jam, erzählten die Beiden im ersten Teil, wie sie sich kennenlernten und zusammen auf Welttour gingen. Steff La Cheffe erwähnte, dass der grosse Andreas Vollenweider nie respektlos zu anderen Menschen war und alle gleich behandelte. Andreas Vollenweider erzählte dann von seinem Buch und seiner Kinderzeit, in der er wenig in der Schule war und viel bei einer faszinierenden merkwürdigen alten Frau. Im Buch behandelt er die Fragen die er damals schon hatte, die Fragen an das Leben und das in Romanform. Frau Dr. Schindmädr sass dabei und sollte eigentlich auf die Zeit aufpassen, unterbrach das Gespräch aber viel zu oft und störte so den Flow und schaffte unnötige Brüche im Ablauf, welche störten. Vor der Pause gab es noch ein Lied und nach der Pause noch eines. Dann ging das Gespräch weiter mit Themen wie Musik, Gegenwart, Schönheit, alles miteinander verknüpft. Aber auch Projekte von Andreas Vollenweider wurden thematisiert, wie das Frühgeborenen Projekt in Genf, zwei Alben die bald erscheinen, Streaming Konzerte in der Pandemie. Viel Philosophisches konnte man mitnehmen. Frau Dr. Schindmädr war etwas zurückhaltender was den zweiten Teil zum besseren Teil machte. Zum Schluss jammten die beiden Musiker*in mit Harfe und Beatboxen.

Es war ein interessanter Abend. Ein Teil des Publikums erwartete mehr Musik, was aber gemäss Ankündigung klar nicht stattfinden wird. Mit der Rolle von Frau Dr. Schindmädr müssen sich die Beteiligten vielleicht nochmals befassen.

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Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Live: „Openair Tour“ am Teich Mühle Hunziken am 4. September 2022

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Dies war das letzte Konzert für dieses Jahr am Teich bei der Mühle Hunziken (Openair Bühne) und zugleich das letzte Openair Konzert für Dabu Fantastic für dieses Jahr. Das Wetter war ein angenehmer Spätsommerabend. Was wollte man mehr. Dabu Fantastic waren gut gelaunt und genossen das Konzert genau so wie das Publikum. Sie spielten sich durch ihr ganzes Repertoire mit Lieder aus den Anfängen bis zu dem neusten Album. Dabu Fantastic gelang es zwischen Party und Nachdenklich nahtlos zu wechseln,das Publikum sang und tanzte und konnte beim nächsten Lied ganz still sein und zuhören. Die Band hatte viel Spielfreude und interpretierte gewisse ältere Lieder aber auch neuere ganz neu. Toll fand ich die Rockversion von „Frisch usem Ei“. Die Musiker konnten immer wieder solieren und zeigten ihr hervorragendes Können. Als Gast trat dann noch ein gut gelaunter Baze auf und er rappte mit Dabu zusammen.

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DJ Arts kam sehr gut zur Geltung und hatte ganz viele tolle Soli, Tanzparts, ja er rappte auch bei „Die Da“. Als allerletzte Zugabe sang die Band noch ACapella. Ein wunderbares, ja tolles Konzert.

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Fredi Hallauer

SOFT CAPTAIN

Album: „Soft Captain“ (Radicalis)

Wer Zeal & Ardor kennt, kennt Manuel Gagneux. Genau dieser Manuel Gagneux hat zusammen mit dem Gitarristen Samuel Tschudin und einem Schlagzeuger ein Album voller Yacht-Rock aufgenommen. Ganz so ernst ist es nicht. Die beiden mögen keine teuren Drinks, noch teurere Schiffe und weisse Hosen. Wer manuel Gagneux kennt, weiss dass alles bei ihm etwas anders klingt. Die Texte sind leicht und nicht ernst zu nehmen und auch die Musik ist wie eine Schiffahrt auf einem Schweizer See bei schönem Wetter, also ein Genuss, schaukelt ein bisschen und landschaftlich weiss man nie was kommt. mal fährt das Schiff in der Sonne, dann wieder im Schatten. Mir gefallen neben dem gesamt Sound vor allem die verrückten Gitarrenklänge.

Fredi Hallauer

BOGOS

Album: „Empty Bottles“ (Voodoo Rhythm Records)

Das Berner Quartett lässt die Post abgehen auf eine interessante Art. Da ist viel Spass dabei aber auch musikalisches Können, auch in Sachen Hochgeschwindigkeit. Die Band, welche vorwiegend akustisch spielt mit etwas E-Gitarre dabei widmet sich dem Hillbilly Punk, oder einer Art Folkpunk um das einfacher zu erklären. Das Banjo klimpert auf höchstem Tempo, das Schlagzeug und der Bass treiben alles noch an. Die E-Gitarre verlangsamt es wieder mit Psycho Western Sound. Dazu kommt der wilde rauhe Gesang, wie es zum Rock’nRoll gehört, oder eben zum Punk. Da und dort hört man deutliche Zitate von bekannten Songs und das macht das Album auch noch frech, wie es sich gehört. Solchen Sound hat man schon lange nicht mehr gehört. Dieses Album gehört in die Jahresauswahl für das Beste Album 2022.

Fredi Hallauer

JAMBORINES

Album: „Suffer The Dream“ (Escudero Records)

Die vier Männer aus Lausanne sind zurück mit ihrem eigenwilligen Rock. Musikalisch liegen sie irgendwo zwischen Beach Boys und Pink Floyd, oder als Synthese Beach Boys auf Acid. Der Gesang ist träumerisch und mit dieser Musik zusammen werden sie dem Albumtitel gerecht, sie leiden beim Träumen. Es ist aber erfrischende Musik und mit einer schönen Dosis Energie ausgestattet. Die E-Gitarre spielt manchmal klare Linien und dann auch wieder herrlich verzerrte Sachen. Die Jamborines sollte man im Ohr behalten.

Fredi Hallauer