TRUWVE

Album: „Secondi Piatti“

Das Kollektiv hat soeben ihr zweites Album veröffentlicht, eben Secondi Piatti. Es ist Mundartrap und er klingt so bunt wie das Albumcover. Gerappt wird Berndeutsch, und sie bringen alles in den Zusammenhang mit Meer, Fischen, Ferien am Meer. Inhaltlich zelebrieren sie eine Spassgesellschaft. Das Album ist tanzbar und ein klares Partyalbum.

Fredi Hallauer

BIG ZIS

Album: „4xLove:2“ (Blonk)

Big Zis ist eine der wenigen Frauen, welche sich im HipHop mit ihren Rap Songs zu behaupten weiss. Nicht wegen Nichts, hat sie den Schweizer Musikpreis gewonnen. Auf ihrem neuen Album lässt sie es musikalisch und verbal so richtig krachen. Musikalisch dominiert die Elektronik mit kräftigen Bässen und tollen Beats. Textlich rechnet sie mit unserer Gesellschaft in vielen Belangen so richtig ab. Egal ob das die Finanzwirtschaft ist, oder wir alle, denen es gut geht und die mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Ein grosses Thema sind natürlich die Frauen. Sie rappt nicht gegen Männer sondern für die Frauen, auch das Ego ist ein Thema. Egal welches Thema Big Zis in den Mund nimmt, es wird kritisch beleuchtet, klingt aber hoffnungsvoll und hat Zukunft. Diese Album ist ganz klar tanzbar und natürlich auch hörbar. Es lohnt sich und es macht Spass Big Zis zuzuhören.

Fredi Hallauer

FRANCINE JORDI

Live: Im Bierhübeli Bern am 4. September 2020

Fredi Hallauer

Francine Jordi war das erstemal im Bierhübeli auf der Bühne. Für einen Teil des Publikums traf dies ebenfalls zu. Sie startete gleich mit typischen Schlagern durch, strahlte und brauchte zum Tanzen die ganze Bühne. Schwachpunkt oder zumindest ungewohnt war, dass die ganze Musik ab Band kam. Nach ein paar Schlagern sang sie ein Lied im Publikum und wurde mit einem grossen Rosenstrauch beschenkt. Auf der Bühne ging es weiter mit Liedern aus Zusammenarbeiten wie mit Heimweh oder Sing meinen Song. Mit weiteren Schlagern ging das erste Set zu Ende. Im zweiten Set trat sie mit einem Pianisten auf und da wurde es viel musikalischer. Das Repertoire ging von „Feuer der Sehnsucht“, „Im Garten meiner Seele“ auf französisch, zu „Träne“ und weiteren bekannten und weniger bekannten Liedern. Francine Jordi tanzte und sang und unterhielt das Publikum gut und professionel.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

RITSCHI

Live: Tourschluss in der Mühle Hunziken am 3. September 2020

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Dieser Abend war ein ganz spezieller Anlass. Es war das erste Komzert in der Mühle Hunziken seit Monaten und ebenso das erste Konzert für Ritschi und das Publikum. Ritschi und seine vier Musiker zogen alle Register und gaben alles. Das Repertoire umfasste die 18 Jahre von Plüsch bis zu Sing meinen Song. Ein paar Mal entstanden magische Momente z.B. bei „Heimweh“ wenn das Publikum hinter den Masken lautstark mitsang. Ende des ersten Sets stieg die Tonanlage komplett aus und so sang Ritschi ohne Mikrofon begleitet von unverstärkter Gitarre und Kontrabass, „Häbs guet“, ein Hühnerhaut Moment. Musikalisch ging es kräftig zur Sache, meistens ziemlich rockig, Soul und RnB fehlte auch nicht. Gute handgemachte Musik wurde gespielt. Ritschi und seine Band überzeugte. Schwachstellen gab es zwei Mal, wo er mit Lauteffekten und Mikrofon herum blödelte und das zu lange. Aber die restlichen zwei Stunden waten grandios.

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Fredi Hallauer

JÜTZ

Live: BeeFlat im Progr Hof am 2. September 2020

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Das Trio Jütz aus der Schweiz und dem Südtirol spielten ein spätsommerliches alpines Konzert. Sie nahmen alpine Musik und verpackten sie neu, mit vielen Zutaten aus Volksmusik, Jazz und neuer klassischer Musik. Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Hackbrett, Akkordeon, Geige und Stimmen, waren die Instrumente, mit welchen sie die wundervollen und fantasievollen Stücke kreirten. aus „Rance De Vache“ entstand eine Suite, lustige Jodler gab es zu hören oder einen flotten Tiroler Marsch, Musik aus dem Fribourg, dem Allgäu, dem Tirol, dem Gürbetal und aus Norwegen wurden arrangiert und neu interpretiert. Alle drei MusikantInnen hatten viel Spielwitz. Jütz spielten ein ruhiges Konzert, aber gleichzeitig waren sie auch wild, da knallte der Bass, die Trompete sties einen Schrei aus oder die Stimmen wurden laut. Ein abwechslungsreiches Konzert begeisterte das Publikum.

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Fredi Hallauer

AL PRIDE

Album: „Sweet Roller“ (Radicalis)

Al Pride ist weiterhin ein Oktett und das eröffnet viele musikalische Möglichkeiten welche sie nutzen. Die Musik umfasst viele verschiedene Facetten wie Psychedelik, Space, Soul, Funk und einfach geniale Musik. Der Gesang übernehmen sowohl Frauen als auch Männer. Der Albumtitel ist absolut passend, denn die Musik rollt ganz relaxt daher. Das ist ein Album das in keiner Sammlung fehlen sollte, denn die Musik eignet sich für Herbstabende zuhause, wie auch für die Lounge oder für etwas andere romantische Abende.

Fredi

ANNA AARON

EP: „Head Of Darkness“ (Radicalis)

Diese Songs entstanden bei der Arbeit am letzten Album, sprechen aber offenbar eine andere Thematik an und so fanden sie keinen Platz auf dem Album. Die Thematik dieser EP sind Dialoge und Reflektionen von jemandem welcher sich aus politischen Gründen von der christlichen Kirche losgesagt hat. Sie blickt auf die Vergangenheit als Kind von christlich-evangelikalen Missionaren zurück und hintefragt ihre Beweggründe und ihre inneren Sehnsüchte. Anna Aaron tut das mit kräftigen Songs, eindrücklicher Stimme und Musik zwischen Elektro, HipHop, Zitaten aus Literatur und Film, dort wo es nötig war. Dies sind fünf sehr eindrückliche Songs die stimmlich und musikalisch unter die Haut gehen.

Fredi Hallauer

COLOUR OF RICE

Live: Gustavs Biergarten im Bierhübeli am 26. August 2020

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Es war ein wunderschöner milder Spätsommerabend, es wurde früh dunkel und auf der Bühne stand Colour Of Rice mit ihrer Gitarre und ihrer schönen und klaren Stimme. Gleich von Beginn weg zog sie das Publikum in ihren Bann und es war so ruhig, dass sie selber auf der Bühne das Knuspern der Pommes hören konnte. Colour Of Rice sang einige neue Lieder, sozusagen als Vorpremiere oder zum ausprobieren wie sie sagte. Die meisten Songs waren englisch, es gab aber auch ein Mundartlied und ein französisches. Diese Lieder sind ihr sehr gut gelungen in den nicht englischen Sprachen. Neben den herzschmerz Songs, wurde sie aber auch emotionaler und lustiger, also Colour Of Rice sang nicht nur traurige Lieder. Zum Schluss bot sie spannende eigene Interpretationen von „Wayfaring Stranger“, „House Of A Rising Son“ und „Donna Donna“. Ein gemütlicher und wundervoller Abend.

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Fredi Hallauer

ANNA KÄNZIG & TOBEY LUCAS

Album: „Two Of A Kind“ (Sony Music)

Hier haben sich eine Musikerin und ein Musiker zusammengetan, welche leicht unterschiedliche Musik gemacht haben in letzter zeit, doch aber Seelenverwandte sind. Das Duo Känzig/Lucas funktioniert musikalisch sehr gut. Die Stimmen ergänzen sich wunderschön. Wo von Anna Känzig der elektronische Touch hineinspielt, lockert ihn Tobey Lucas mit der Gitarre auf und umgekehrt. So bewegt sich der Sound zwischen Elektropop und Folkpop, am einfachsten nennt man es gute Popmusik. Die Songs sind meistens Mid- und Uptempo gehalten, also Musik für den Alltag und sietut den Ohren so gut, dass es auch Musik für jedefrau und jedermann ist.

Fredi Hallauer

ADRIAN SIEBER

Album: „You, Me & Everything Else“ («Some Of My Best Friends Are Song/Phonag Records)

Der Lovebugs Sänger und Songwriter ist wieder Solo unterwegs. Klar ist, dass die Songs von Adrian Sieber sind, aber nicht nach Lovebugs klingen. er setzt hier auf die 80iger analog Synthies und Drummachines, das macht die Songs extrem tanzbar. Es sind grosse Popsongs die er hier interpretiert. Sie erzählen vom Leben, vom Auf und Ab aber immer mit viel Zuversicht und Hoffnung. Seine typische Stimme prägen die Songs, melodisch und rhythmisch. Bei drei Songs sind noch Gäste mit dabei, aber das passt sich alles sehr gut ins Ganze ein. Dieses Album gehört sicher zu den besten Popalben des Jahres 2020. Unbedingt anhören.

Fredi Hallauer