FlexFab & Ziller Bas

EP: „Mugogo Part 2“ (NSKMusic)

Das Duo mit dem Genfer Musikproduzenten FlexFab und dem kenianischen Rapper Ziller Bas sind bereits mit ihrer zweiten EP auf den Plattentellern vertreten. Es gibt vier Songs welche voll in die Beine fahren. Die Trap Nummer „Haya Wee“ und drei weitere Songs mit kräftigem Dance Beat. Sim Citizen und Branco Branks sind je bei einem Titel die Gäste. Das tanzfreudige Publikum darf sich auf diesen Drive und den Power dieser Musik freuen.

Fredi Hallauer

EUTROPIC

Album: „Dark Age Day Dream“ (Aztec Records/Irascible)

Eutropic ist ein Avant-Pop Trio aus Bern. Drei Jahre haben sie an diesem Konzeptalbum gearbeitet. Zum Einsatz kamen vor allem analoge Synthies, Drum Machine und Gitarre plus Gesang. Sie mischen die 70iger Elekctro Klangbilder mit Elektgropop und einem Schuss Techno. so werden diese Songs tanzbar. Sehr berührend und beeindruckend ist die Gesangsstimme. Der Sänger hat eine warme Baritonstimme mit einem angenehmen leichten Kratzen. Er schlängelt sich gesanglich zwischen den Synthies und der Drummachine geschickt durch, so dass er immer präsent ist und bleibt.

Fredi Hallauer

BOODAMAN

Album: „Subsequent“ (Irascible)

Der Genfer Musiker und Produzent veröffentlicht sein zweites Album. Seine elektronische Musik verbreitet Wärme undbesteht aus grossen Melodiebögen und hintergründigem Rhythmusblubbern. Da und dort erkennt man auch Melodiefragmente die man kennt. Manchmal macht er die Sounds auch dreilagig, dann spielt vorne der Bass eine Melodie das Rhythmusgeblubber bleibt und ganz darüber kommen sphärische Wolken, mal klarer, mal nebulöser. Boodaman knüpft mit diesem Werk an die grossen der elektronischen Musik an, welche in den 80igern und 90iger Jahren die grossen Erfolge hatten. Mit diesem Album könnte er auch an diese Erfolge anknüpfen.

Fredi Hallauer

CRÈME SOLAIRE

Album: „Pannenstreifen ist ihne Pic-Nic“ (AuGeilRecords/WeMakeItRecords/Irascible)

cover album & singles

Das Fribourger Duo brilliert mit ihrem zweiten Longplayer. Ihr Elektro-Punk-Pop ist sehr erfrischend und verbreitet Spass mit Niveau. Sie singen in fünf Sprachen, wobei das Französisch dominiert. In einem Song kommen aber teilweise mehrere Sprachen vor. Sie rasen durch die Songs mit gestampfe und Geschrei um dann plötzlich wieder ganz nett zu klingen. Der Song „Autobahn, Autobahn“ ist eine Metapher für die Schweiz, ein kleiner, betonierter Platz mit Pannenstreifen und Grünstreifen, aber ganz alles ist halt auf der Autobahn auch nicht in Ordnung. Manchmal geht es in den Songs recht chaotisch zu und her und man merkt dass es eine Mischung aus Performance und Musik ist, Performance für die Ohren. Die Medien mit den ganzen Plattformen kommen auch zur Sprache und sonmst noch vieles. Wer wilden, knalligen Elektropunk Pop mag, für den ist dieses Album eine Pflicht und die Anderen könnten sich da positiv überraschen lassen.

Fredi Hallauer

MERIL WUBSLIN

Album: „Alors Quoi“ (Les Disques Bongo Joe/Irascible)

Meril Wubslin kommt aus der französischen Schweiz und spielt in der Grundbesetzung als Trio, auf dem Album kommen aber noch da und dort MusikerInnen dazu, z.B als kleiner Frauenchor. Die Band widmet sich ganz der französischen Sprache, ohne in die Varite Française Falle zu treten. Als grosse Schublade passt Folk oder akustische Musik, die Gitarren wurden ohne Verstärker eingespielt, die Perkussionsinstrumente wie Tambourin und Maracas als Drumkit eingesetzt. Die Musik ist sehr offen, da tönen mal orientalische Rhythmuselemente hinein oder dort klingt der Gesang leicht keltisch angehaucht. Der Sound ist einfach, minimal mit Saiteninstrumenten, Perkussion und ab und zu ein feiner Synthieteppich. Der Gesang ist ihnen sehr wichtig und der klingt schön und kommt sehr gut zur Geltung mit dieser Instrumentierung. Meril Wubslin kriegt man nicht mehr aus den Ohren, wenn man sie einmal gehört hat. Ein aufallend schönes und gutes Album.

Fredi Hallauer

BRANDAO FABER HUNGER

Album: „Ich liebe dich“ (Two Gentlemen Records)

Der wird in Mundart ausgesprochen. Dino Brandao, Faber und Sophie Hunger haben gemeinsam Liebeslieder geschrieben. Grundlage ist, dass wir viel zuwenig sagen „Ich liebe dich“. So hat jede(r) der drei SängerInnen ein Lied mit diesem Titel geschrieben. Die anderen Lieder schrieben sie zusammen und auch einzeln. Aufgenommen wurde zusammen und sie unterstützen sich auch auf den Instrumenten, das trifft vor allem auf Sophie Hunger und Dino Brandao zu. Musikalisch ist dieses Album unter Lieder einzuordnen. Textlich sind die Lieder etwas durchzogen. Faber überzeugt mit seinen Liedern textlich sehr, auf seine frische und freche Art. Ein Höhepunkt ist sicher „E Nacht a dr Langstrass“. Sophie Hunger hat teils etwas kryptische Texte, singt sie aber sehr schön in ihrer gewohnten Art. Das Schlusslied „Derfi di hebe“ ist sehr berührend. Ein Album dass es in sich hat.

Fredi Hallauer

MNEVIS

Album: „The Course Of Events“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Das Schweizer Quartett macht dort weiter wo sie mit dem ersten Album aufgehört haben. Sie spielen verspielten Indie Pop und Rock. Der Rhythmus ist oft vertrackt, auch mal im Latino Stil und darüber klingen verspielte Gitarren und elektronische Effekte. Der Gesang klingt ebenfalls luftig, meist hoffnungsvoll, manchmal aber auch etwas bedsrückter. Die Musik von Mnevis zählt aber zu den Aufstellern. Das sind angenehme Klänge welche sich für alle Situationen eignen. Die schönen Melodiebögen von Mnevis verbreiten Wohlgefühl und der Sound ist nicht aufdringlich, trotzdem ist es nicht Easy Listening Sound oder Kaufhaus Musik.

Fredi Hallauer

STEINER & MADLAINA

Album: „Wünsch mir Glück“ (Glitterhouse Records/Irascible)

Dies ist dass zweite Album dieses Frauen Duos, welches seit der Schulzeit beste Freundinnen sind und einen Deutschlehrer hatten, welcher sie beeindruckte und ihnen die Freude am kreativ Texten mitgab. So sind denn auf diesem Album alle Lieder auf Deutsch. Stilmässig würde ich das deutsche Rock Chansons nennen. Musikalisch werden sie von drei Jungs unterstützt an Gitarre, Bass und Schlagzeug. Selber spielen die beiden ebenfalls Gitarre oder auch mal Piano, und beides nicht schlecht. Das wesentliche bei Steiner & Madlaina sind aber die Texte. Sie sind erfrischend mit einem bitteren Nachgeschmack, wütend oder umschmeichelnd aber irgendwo sind im Text immer irgendwelche Nadeln oder Rasierklingen versteckt. Das ist die Art wie man souialkritische und politische Lieder schreibt, ohne Zeigefinger aber viel bissiger. So lautet beispielsweise der Refrain von „Heile Welt“ „Damit unsere heile Welt / noch eine Weile hält / halten wir uns raus / nur so fühlen wir uns Zuhaus.“ Ich glaube das illustriert das oben geschriebene gut genug. Alle Lieder sind textlich gut, durch die zwei Stimmen ist auch für Abwechslung gesorgt. „Wenn ich ein Junge wär“ ist ein anderer Anspieltipp. Eigentlich könnte man jedes Lied zum Anmspieltipp machen, also hinsetzten und genau hinhören ist gefragt und dann wirkt dieses Album auch entsprechend gut, ohne Depressionen zu verursachen.

Fredi Hallauer

RIO WOLTA

Album: „Belle Epoque“ (Sihlfeld Produktionen/Irascible)

„Belle Epoque“ ist das dritte Album des Zürchers, welcher sich sowohl in der Musik, dem Film und Theater auskennt. Dies ist ein Konzeptalbum mit textlichen Collagen von Filmsequenzen aus dem Archiv des Schweizer Fernsehens, Musik von Rio Wolta und englischer Lyrik ebenfalls von ihm. Wewnn man erwartet, dass dies eine wirre Sache ergibt, liegt man falsch. Alles kommt aus einem Guss. Die Musik ist sehr elegisch und die Texte werden dafür mehr gesprochen als gesungen. Ja es ist Popmusik, sehr intelligente und faszinierende. Es lohnt sich diese Musik anzuhören, nach hinten zu lehnen und einfach geniessen..

Fredi Hallauer

PEGASUS

Album: „Unplugged“ (Gadget/Phonag Records)

Die Bieler Band startete vor vielen Jahren als eine Band mit akustischer Musik. Auf diese Wurzeln haben sie sich zurückbesonnen und ein ganzes Unplugged Album aufgenommen. Es ist ein Rückblick auf ihr Schaffen, aber nicht nur, denn drei Lieder sind neu, eines davon das herrliche Duett mit Anna Rossinelli, welches nicht nur stimmlich sehr schön ist, sondern auch ein sehr schöner Song. Die Songs wurden alle von Lillo Scrimali und Philip Niessen neu arrangiert und produziert, also von zwei Männern, welche viele, viele Unplugged Alben produziert haben. Neben den vier Männern von Pegasus hilft auch ab und zu ein Streichquartett mit, sowie die beiden Produzenten mit Saiten- und Tasteninstrumenten, zwei Bläsern und einem Mandolinenspieler. Aber keine Angst diese zusätzlichen MusikerInnen machen nicht einfach einen lückenlosen Sound, sondern spielen lediglich ein paar schöne Klangfarbtupfer. Die Songs von Pegasus haben sie aus ihrer gesamten Zeit ausgewählt. „Unplugged“ ist also kein Best Of Album sondern eine Rückschau auf viele Jahre gemeinsam Musik machen und gleichzeitig in der heutigen Zeit bleiben. Dieses Album ist ein Meilenstein und erst noch ein sehr schöner.

Fredi Hallauer