HAINAN

Album: „Hainan“ (Universal Music)

Hainan ein Berner Mundartpop Duo legt nun ihr Debut vor. Ihre Musik ist vom internationalen Pop geprägt, die Stimmen entsprechend elektronisch verändert. Sie bewegen sich zwischen Pop und Trap. so klingt das ganze doch recht international. Die Texte sind in Mundart, clever getextet. Es ist Wortwitz dabei, aber auch gute Beobachtungen und Gefühle formuliert. Sehr gelungen ist „Siedlig“, wo der Sänger seine Siedlung beschreibt wo er in den 70iger Jahren aufwuchs, und wie sie heute ist. Leicht irritierend sind die vielen englischen Liedtitel, es sind aber Mundartlieder. Vielleicht bleibt dazu zu sagen, dass diese Wörter eben zur heutigen Mundart gehören. Ein Duo von dem man sicher noch hören wird.

Fredi Hallauer

STRESS

Live: Im Bierhübeli am 7. Dezember 2019

Bild Fredi Hallauer

Stress trat mit seiner gewohnten Band und der Sängerin und dem Sänger auf die Bühne. Ein ganz spezielles Bühnen Licht Design gab dem Konzert entwas besonderes. Mit viel Schwarzlicht und Neoneffekten wurde gearbeitet, was den Fotografen nicht unbedingt gefiel. Von Anfang an hatte Stress eine gute Laune und seine Band eine grosse Spielfreude. Das riss das Publikum mit und so wurde das Konzert zu einer riesen Party. Trotz der Party, verstand es Stress mit guten kurzen positiven Statements das Publikum zum Nachdenken zu bewegen. Sehr stark war das Thema „Ehrlichkeit“ auch zu sich selber und auch „Hilfe holen wen es einem schlecht geht“ und das dies keine Schande ist. Er liebte es in der menge zu baden, so einmal für zwei Lider mitten im Saal auf einem Stuhl und später inmitten von mindestens zwanzig Frauen auf der Bühne. Stress spielte wirklich fast bis zum Umfallen. Pogo tanzen und Jumpen organisierte er immer wieder und so war auch das Publikum am Schluss glücklich und erschöpft. Es war ein wahnsinns Live Erlebnis.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

TUWAN

EP: „Multiplayer“

Tuwan das sind zwei Berner mit afrikanischen Wurzeln. Sie singen im besten Berndeutsch, rhythmisch bewegen sie sich zwischen Tropical und R’n’B. Sie singen über die Liebe, die schönen und die furchtbaren Momente. Interessant sind aber ihre Beats und ihr Sound. Manchmal fragt man sich, wieso müssen die jetzt auch den Autotune einschalten und verdächtig nach bei Lo & Leduc tönen. Bei den weiteren Liedern bewegen sie sich weiter weg und mehr zur Eigenständigkeit. Man darf auf mehr von diesem Duo gespannt sein und wohin sie sich bewegen.

Fredi Hallauer

KOCKROACH

Album: „Something Real“

Das Trio aus der Region Biel hat nun nach 17 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht. Elf Songs sind von ihnen und in einem Song haben sie Musik aus Night Rider einfliessen lassen. Die Drei lieben die Rockmusik der 80iger Jahre und ein paar heroes von heute und spielen Musik in dieser Art. Aufgenommen wurde im Probelokal, aber der Sound ist sauber und klar. Die Gitarre geht mit dem Gesang mit und die beiden anderen knallen einem den Beat um die Ohren. Hier hört man rauhen Rock, ungeschönt, ohne Firlefanz, einfach gerade aus und darum gibt es auch nicht mehr zu schreiben. Wer solche Musik mag, die gute alte handgemachte Rockmusik, der wird seine Freude daran haben.

Fredi Hallauer

ESKIMO

Album: „Hans“ (Muve Recordings/Musikvertrieb)

Das Berner Mundartduo ist nach ihrer EP und verschiedenen Singles bereits mit dem Album da. Es sei schon verraten, es ist ein gutes Album geworden. Musikalisch bewegen sie sich zwischen Berner Chansons und Pop, Westerngitarre, Elektronik, Schlagzeug, Trompete und was gerade nötig ist um die Lieder in die richtige Umgebung zu bringen, wird eingesetzt. Sie huldigen textlich die grossen der Berner Mundartlieder, zeigen aber auch, wie Mundartpop heute tönt, mit anderen Worten sie lehnen sich an Vorbilder und machen gleichzeitig Eigenständiges. Sie schildern die Berner Agglo und binden sich selber ein, machen auch die Lieder vom Verlassenwerden von Frauen nicht zu Jammerballaden, sondern zu leichten tanzbaren Songs. Humor ist viel dabei ohne zu blödeln. Eskimo sind definitiv bei uns angekommen und werden die Mundart 20iger Jahre mitprägen.

Fredi Hallauer

TRUE

Album: „Made Of Glass“ (Mouthwatering Records)

Das spezielle Duo bestehend aus Daniela Sarda und Rico Baumann begeistern mit ihren Songs, welche im intelligenten Elektropop eingeordnet werden können. Sie singen über schwierige Situationen im Leben, welche die meisten kennen, tun das aber bejahend. Das Album dient der Band selber als Therapie um das Leben lebenswert zu machen. Sie machen das auch für uns mit ihrer rhythmischen Elektronik und einer zarten Stimme Frauenstimme, welche aber dazwischen auch etwas lauter werden kann. Ein neuzeitliches Album das eigentlichen vielen Leuten gefallen muss, welche nicht unbedingt auf Mainstream stehen.

Fredi Hallauer

NADINE CARINA

Album: „Reverie“ (Furious Hooves/Irascible)

Die Tessinerin kehrt der Elektronik auf ihrem dritten Album den Rücken. Die Musik ist schlicht gehalten mit Gitarre, Bass, Schlagzeug. Sie entführt uns mit ihren englischsprachigen Songs in eine Traumwelt. Mit leicht angehauchter Stimme singt sie sehr schön. Dieser rosarote Traumwelt fehlt aber die Spannung, welche natürlich bei Träumereien auch nicht vorkommen soll, aber dadurch wird die Musik beim Durchhören des ganzen Albums leicht langweilig. Also mein Tipp, nur ein paar Songs am Stück hören, sie sind nämlich schön und hörenswert.

Fredi Hallauer