THE GREEN FLAMINGOS

Album: „In The Witching Hour“ (The Southern Oracle Records/Irascible)

Das Sextett aus Genf und Frankreich spielt Musik mit einer Stimmung zwischen den Stunden wo gehext wird und hellem Sonnenschein. Sie schaffen sich mit ihrer Musik Luft in diesen unsicheren und schwierigen Zeiten und das nicht nur auf Corona bezogen. Die Hoffnung schwebt immer irgendwo in ihren Songs, meist in der Frauenstimme, manchmal übernimmt aber auch die E-Gitarre die Hoffnung. Ein satter Bass erdet die Klänge und das Schlagzeug hält mit minimalem Aufwand aber interessantgem Spiel alles zusammen. Das Keyboard macht den trockenen Sound etwas sphärischer. The Green Flamingos verdienen es unbedingt, dass man ihnen ein Ohr leiht.

Fredi Hallauer

BARRIO COLETTE

EP: „Amour De Vivre“ (Cheptel Records/Irascible)

Dieses Trio aus Genf bestehend aus zwei Frauen und einem Mann sind sehr erfrischend. Sie spielen Poprock mit französischem Chanson vermischt oder wie das Label schreibt, es ist wie wenn Françoise Hardy mit Mariah Carey befreundet wäre. Hier sind vier Chansons Rock mit viel Charme, etwas Melancholie, angriffigen Fauenstimmen und von Perkussion getrieben. Dieses Trio hat nicht nur im francophonen Raum Zukunft.

Fredi Hallauer

SENSU

EP: „Inner Monologue“ (Universal Music)

Die Schweizer Produzentin und Musikerin veröffentlicht eine EP mit fünf Stücken. In ihrem leicht melancholischem Clubsound setzt sie auch auf Stimmen von aufstrebenden Sängern aus der Schweiz oder einem englischen Rapper. Dazwischen spielt auch UK Garage Pop in die Sounds hinein. Solche Musik konnte man schon lange nicht mehr in einem Club hören, jetzt gibt es dank Sensu wenigsten für Zuhause neue Töne. Musik zum zurücklehnen und als Background für die kleine Gartenparty.

Fredi Hallauer

URSINA

Album: „When I Let Go“ (Radicalis)

Die Bündnerin Ursinaveröffentlicht ihr zweites Album. War das erste Album folkig ist es hier mehr Pop. Es bleibt die ruhige Stimme von Ursina, welche in den Songs viel Raum hat und Weite vermittelt. Die Musik ist ebenfalls auf Weite ausgelegt und sehr fein ausgearbeitet. Dort eine kleine Übertraschung, da ein kurzer unverhoffter Rhythmuswechsel. Ursina singt englisch und romanisch. Der Gesang ist mit einer gehörigen Portion Jazz gewürzt. Was etwas fehlt sind die Emotionen in den Songs, in der Stimme, es kommt alles etwas glatt daher. Mehr Leidenschaft würde das Album glaubwürdiger machen, so plätschert diese Musik plötzlich einfach nur noch daher und man merkt erst wenn das Album fertig ist, dass da noch etwas war. Schöne Songs, leider etwas zu gleichförmig ausser man hört immer ganz genau hin.

Fredi Hallauer

FATIMA DUNN

Album: „Abestärn“ (TOURBOmusic)

Fatima Dunn ist Schweizerin mit irischen Wurzeln. Sie ist ein OneWomanOrchestra mit Cello, Loopgerät, Effektgerät und Kuhglocken, natürlich mit ihrem Gesang. Die Lieder sind alle Mundart. Zwei der zwölf Lieder sind Schweizer Volkslieder, nämlich „Anneli wo bisch geschter gsi“ und „Schönster Abigstärn“. Die anderen Lieder stammen aus der Feder von Fatima Dunn und passen sich bestens ein. Stilmässig darf man das als Pop bezeichnen. Was andere mit Elektronik machen, spielt sie mit Cello, Stimme, und Effekten. Es ist sehr eigenständige Musik und wunderschön. Textlich geht es sehr viel um Verliebtsein, mir kam spontan der Begriff Musenalptexte in den Sinn, aber sie klingen wunderbar. Fatima Dunn ist mit diesem, ihrem zweiten Album, sicher eine lohnende Entdeckung für 2021.

Fredi Hallauer

VERSCHIEDENE INTERPRETEN

Album: „Sing meinen Song Vol.2“ (Phonag)

In der 2. Staffel von Sing meinen Song, dem Schweizer Tauschkonzert waren neben dem Gastgeber Seven, Beatrice Egli, Jaël, Ta’Shan, Adrian Stern, Dodo und Kunz dabei. Das vollgepackte Album mit 49 Songs bietet viele positive Überraschungen und Pleiten. Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann sich akustisch erfreuen. Ich finde es sehr schön diese tolle Produktion einfach akustisch zu geniessen und keine Zwischenkommentare zu hören oder das ewige Umarme anzusehen. Alle SängerInnen gehören zu den Besten der Schweiz oder können es, im Falle von Ta’Shan, noch werden. Überrascht haben eigentliche alle. Beatrice Egli verliess ihr Schlager Zuhause und lässt die Rockröhre raus, oder das Country Girl. Dodo hat halbe Musical zusammengestellt, hervorragend „Lieber Lieder“, aber auch die anderen Lieder sind sehr gut. Jaël zeigt eine breite Bandbreite, vor allem ihres stimmlichen Könnens und verlässt auch ihre Komfortzone. Adrain Stern, war immer schon vielseitig, darum ist es einfach Adrian Stern pur. Kunz verblüfft mit einer A Cappella Version, oder singt einen Lunik Song in persischem Stil. Seven rapt zum ersten Mal. Schön sind auch die sieben Duette, wo immer der/die Interpretin einer neuen Version mit dem ursprünglichen Sänger, Sängerin die neue Version singen, oder etwas Neues daraus machen. Aber alle diese Lieder würden nicht so gut funktionieren, wenn nicht diese grosse hervorragende Band mit Bläser, Backing Vocals, mehreren Gitarren, Hackbrett, Perkussion, Bass und Schlagzeug das ihre leisten Würde. Da waren ebenfalls von den besten MusikerInnen der Schweiz am Werk. Ein Album für viele verschiedene Situationen einfach voller toller Musik.

Fredi Hallauer

HAUZENBERGER, CATENA, KEHRLI & VATTER

Live: „Hommage an die Berner Troubadours“ in der La Cappella am 27. April 2021

Bild Fredi Hallauer

Auf die Bühne traten Martin Hauzenberger, Lisa Catena, Oli Kehrli und Ben Vatter. Sie starteten gleich gemeinsam mit einem Eröffnungslied. Es folgten Lieder der Troubadouren, buntgemischt, mal Solo vorgetragen, dann wieder zusammen oder im Duo. Ben Vatter spielte Klavier und Martin Hauzenberger neben der Gitarre noch das Hackbrett, Oli Kehrli und Lisa Catena spielten Gitarre. Zwischen den Liedern gab es mal ein Gedicht oder eine Geschichte der Troubadouren. Das „Matroselied für Berner Seemänner“ von Fritz Widmer, sangen sie A Cappella. So ging ein erster Teil rasch vorbei. Im zweiten Teil ging es ähnlich weiter, unterhaltsam und interessant. Die vier KünstlerInnen hatten die Möglichkeit eigene Lieder oder Geschichten zu präsentieren, was den Stimmungsbarometer etwas senkte. Sehr gut waren das Lied und die Geschichte von Lisa Catena. Zum Schluss dann noch einige Lieder der Troubadouren mit dem Höhepunkt in der zweiten Zugabe „Karibum“. Die Auswahl der Lieder war sehr gut. Das war wiederum ein gelungener Abend mit guter Unterhaltung, man konnte in Erinnerungen schwelgen und sich an Vergessenes erinnern.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

JAËL

Album: „Sinfonia“ (Zealand Records)

Jaël hat ein Album mit ihren Songs und einem 28 köpfigen Orchester, einem Pianisten und Backgroundsängerinnen aufgenommen. Es ist das Drouji’s Frineds Orchestra unter der Leitung von Droujelub Yanakiew. Im Orchester sind neben den Streichern auch Bläser, Perkussion und Timpani vertreten. Die Songs stammen aus den verschiedenen Zeiten von Jaëls musikalischem Schaffen. So sind zwei Lunik Songs, sieben von ihrem letzten Album, einer von einem früheren Album und drei bisher unveröffentlichte Songs zu hören. Lunik singt klar und deutlich mit ihrer schönen, elfenhaften Stimme und viel Gefühl vor dem Orchester. Das Orchester ist sehr gut arrangiert und nicht nur eine Begleitband, sondern da gibt es zwischen dem Gesang auch sehr viel spannende Töne zu hören. Trotz dieser Vielseitigkeit der Songs und der Musik, klingt das Album aus einem Guss. Man kann es als Songbook bezeichnen mit verschiedenen Kapiteln. Jaël ist bemerkenswertes Werk gelungen, welches seinesgleichen sucht.

Fredi Hallauer

ZID

Album: „300km/h“ (Sony Music)

Nach einer EP und der Tour mit Bligg ist ZID zurück mit einem Album, für welches er die Songs in der Zwischenzeit schrieb. Es sind alles Mundartpop Songs. Die Texte erzählen aus dem Leben eines jungen Menschen. Es sind Geschichten rund um die Liebe, manchmal auch ein bisschen philosophisch, aber immer klar und direkt. Musikalisch lehnt er sich stark an die 80iger Jahre an und so entstanden tolle tanzbare Popsongs. Dazwischen kommt auch ein Rapper zum Zug, was noch weitere Energie in den Song bringt. ZID ist auf gutem Weg mit eigenständigem Stil in der Mundartszene Fuss zu fassen. Seine Lieder sind sowohl, Radio, Party und Konzert tauglich.

Fredi Hallauer

TORP

Album: „Time Flies“ (ListenCollective)

Torp ist ein Singer/Songwriter zwischen Folk und Pop aus dem Prättigau. Geboren wurde er in Norddeutschland, kam als acht Jähriger in die Schweiz in den Kanton Graubünden und lebt nun im Raum Zürich. Er hat nun sein Debütalbum veröffentlicht. Er erzählt uns viele Geschichten, dasrum sicher ein Singer Songwriter. Einige Stücke sind klar folkig mit viel Fingerpicking Gitarre, bei anderen setzt er halbe Ochester ein mit einem dichten Sound. Es hat Songs auf diesem Album, welche zum Indiepop gehören, mit grossen musikalischen Bögen und sogar Stadion Sound. Es ist interessant Torp zuzuhören, einerseits den Geschichten und andererseits mder spannenden Musik. Ein gelungenes Debüt.

Fredi Hallauer