TANYA BARANY

Album: „Lights Disappear“ (Waterfall Of Colours)

Die junge Walliser Komponistin und Sängerin mit englischen Wurzeln singt die sieben Songs auf Englisch. Ihre warme Alt-Stimme fällt einem sofort angenehm ins Ohr. Es sind ruhige Songs von ihrer Band gespielt mit dezenter Elektronik, schönen Gitarren und sauberem Beat durch Bass und Schlagzeug. Es geht ziemlich romantisch und auch etwas mystisch schwebend zu, manchmal etwas dunkler. Dazwischen kommt die Musik eigenständig zum Zug und kann es richtig gehen lassen mit Jazz Ausflügen. Dieser Dreampop gehört zur angenehmen Art dem es lohnt zuzuhören und nicht zu der langweiligen Sorte.

Fredi Hallauer

ROLAND ZOSS

Album: „Baumlieder Vol. 2 Bäume des Südens“ (Sound Service)

Roland Zoss doppelt nach. Baumlieder Vol. 1 beschäftigte sich mit unseren Bäumen, auf Vol. 2 sind nun die Bäume des Südens an der Reihe. Kakaobaum, Eukalyptus, Olivenbaum, Palme, Zypresse,Lorbeerbaum, Zitronenbaum und Banyan, sind einige der Bäume welche er besingt. Ganz stark auf diesem Album ist die Musik, tolle Kompositionen, welche zu den orten der Bäume passen und die gespielt von einem Teil der Creme der Schweizer MusikerInnen. Es singen u.a. Michèle Bachmann (Anshelle), Corin Curschellas, Nyna Dubois (Härz), an den Instrumenten sind u.a. zu hören: Jean-Pierre von Dach, Nick Perrin, Julian Sartorius, Wolfgang Zwiauer, Matthias Urech, H.P. Brüggemann, Mike Maurer und Dani Häusler. Die Musik dieses Album ist ein Genuss. Nicht so gelungen sind die Texte. Alles liebliche und unkritische Texte mit vielen Wiederholungen. Gerade beim Eukalyptus hätte ich mir etwas von der Situation der Aborigines gewünscht, die sitzen unter den Bäumen und sprechen bestenfalls miteinander, meisten trinken sind. Die Texte sind eher für Kinder geeignet, was beim Vol. 1 nicht so war. als Album für Kinder sehr geeignet.

Fredi Hallauer

SANDRA RIPPSTEIN BAND & FRIENDS

Live: Blues am Gründonnerstag in der Alti Moschti Mühlethurnen am 18. April 2019

Bild Fredi Hallauer

Dieses Konzert war nicht so gut besucht wie in früheren Jahren, obwohl an den Blueskonzerten nur hochkarätige Leute auf der Bühne stehen. Diesmal war es Sandra Rippstein aus dem Kanton Aargau mit ihrer Band und Freundinnen. Sie sang sich quer durch Blues, Soul, Funk und Gospel. Häufig ist sie Gastsängerin, aber sie hat auch eine hervorragende Band, welche mit ihr auf der Bühne stand. Die Musiker waren Christoph Heule am Piano und Hammondorgel, Steve Grant am Schlagzeug, Daniel Oswald am E-Bass und Dominik Rüegg an der Gitarre. Das Konzert startete mit genau dieser Besetzung und der grossen Stimme von Sandra Rippstein. Sie groovte herrlich und hatte eine warme kräftige Stimme. Dann kam Freda Goodlett dazu, bzw sie sang ebenfalls zuerst zwei Lieder mit der Band und das war funky Stoff. Die beiden Frauen teilten sich dann die Bühne und holten später noch Maja Remensberger dazu, ebenfalls aus dem Kanton Aargau. Sie hatte eine ganz andere Stimme, mehr für Balladen und jubelte in den höchsten Töne mit ihrer Bruststimme. Gemeinsam sangen sie „Hard Days Night“ und auch die anderen Lieder waren eher aus dem Bereich Pop. Nach der Pause startete wieder Sandra Rippstein mit der Band und dann kamen die beiden Frauen wieder dazu und es wurden Gospel gesungen. Das tun die drei in einer Gospelshow sonst auch und diese drei Stimmen erzeugten Hühnerhaut, Timing war perfekt auch von und mit der Band. Ein grossartiges Konzert mit wahnsinns Musikern und drei tollen Stimmen eröffnete die diesjährige Osterzeit wunderbar.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

VON DER HEIDE, CRISTINA JACCARD, NUBYA

Live: „Divamix“ in der La Cappella am 17. April 2019

Bild Fredi Hallauer

Die beiden Sängerinnen Cristina Jaccard und Nubya und der Sänger Michael von der Heide boten einen Abend mit guter Unterhaltung. Irgendwo, es soll eine Notfallstation sein, was nie so klar wird, treffen drei Diven ungewollt aufeinander. Sie kamen alle von einem Auftritt, Nubya hatte noch die Rosen in der Hand. Sie betrachteten sich ziemlich schräg und es gab immer wieder zweier Gruppen gegen die Dritte. Sie sangen einzeln, zu zweit oder alle drei Songs, Lieder, Chansons aus der Welt des Pop und des Musicals. Gewisse Lieder wurden textlich an diesen Abend angepasst. Nach der Pause wird es farbiger, die Diven geben Statements zu aktuellen Themen wie Fremde, Egoismus und Ratschläge. Jede der Diven singt ein Lied solo. Die Musik stammt vom Keyboarder Dimitri Kindle, welcher alles Live spielte, getarnt als Mann hinter der Theke. Die Musik und der Gesang waren hervorragend, die Tanz-Choreografien überzeugten nicht, bzw waren immer etwa gleich. Der rote Faden mit der Notfallstation war nicht ersichtlich und abstrus, vor allem als sie von einer Selbsthilfegruppe sprachen, oder der Mann hinter der Theke sagte, die Bar schliesse jetzt. Gesanglich top, Texte und Inszenierung mässig. Manchmal übertrieb es Michael von der Heide etwas beim Schauspielern, was etwas kontraproduktiv wirkte. Wie bereits am Anfang geschrieben es war ein guter und unterhaltsamer Abend, nicht mehr und nicht weniger.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

MARC AMACHER

Interview:

Fredi Hallauer sprach im Kulturhof Köniz am 5. April mit Marc Amacher. Hier kann man es hören:

Album: „Roadhouse“ (Jazzhaus Records/Sound Service)

Der Brienzer Gitarrist und Bluesman lässt es auf seinem neuen Album so richtig krachen. Er zelebriert Blues und Bluesrock in den wildesten und lautesten Tönen. Die verschiedensten Gitarren, welche er spielt, bluesen, scheppern, rollen und jaulen das es eine wahre Freude für die Trommelfelle ist. Mit dabei sind Bass, Schlagzeug, eine weitere Gitarre und noch dies und das. Die dunkle rauhe Stimme von Marc Amacher trägt das nötige für die perfekte Blues Stimmung bei. Aufgenommen wurde in einer leeren Gaststätte und das gleich direkt, also ohne Technik Firlefanz. Das ist eine grossartige Bluesrockscheibe.

Fredi Hallauer

FLECHE LOVE

Album: „Naga (Part 1)“ (Musikvertrieb)

Die Schweizer Sängerin, Komponistin und Produzentin Amina Cadelli ist Flèche Love. Sie überzeugt vom ersten Ton an mit ihrem eigenständigen Sound, bestehend aus Elektronik mit tollen Beats und Effekten. Pop für Anspruchsvolle mit viel Soul, R’n’B und HipHop. Flèche Love ist zugleich kühl und doch erwärmend, hart und doch zerbrechlich. Sie singt in der höheren Tonlage und spricht tiefer, das Schlagzeug hat viele höhere Töne und dazu Klänge die an ein Cello erinnern und warm sind. Sie singt Englisch, Französisch und Spanisch. Dies ist ein faszinierendes Album und man darf sich auf Part 2 freuen.

Fredi Hallauer

BITTER MOON

EP: „Bitter Moon“ (La Suisse Primitive Records)

Hinter dem Projekt stehen Reka und Simon von The Pussywarmers and Reka. Sie begegnen sich hier mit digitalen und analogen Instrumenten und Synthies. Herausgekommen sind Soundlandschaften für das Kopfkino und Songs, gesungen von Reka. Die Songs haben einen durchgängigen Beat und sind somit tanzbar, trotzdem kommen die Klangwelten, welche die beiden erschaffen nicht zu kurz. Bitter Moon mit den sechs Stücken ist ein sehr respektables Projekt dass sich durchwegs lohnt sich anzuhören.

Fredi Hallauer