ORGAN MUG

EP: „Here And There“ (Irascible Records)

Der Lausanner Morgan Hug präsntiert hier eine EP mit sechs Songs seines Soloprojekts. Es kann mich nicht begeistern. Elektrobeats, mit Kopfstimme zwischen Dream und Techno und ein bisschen Elektronoise. Alles wirkt sehr konstruiert und diese Musik kann nicht durchgängig getanzt werden oder ist spannend zu hören oder dient als Ambient, nein es ist weder Fisch noch Vogel.

Fredi Hallauer

ANDRA BORLO

Live: Konzert im Kulturhof Köniz am 9. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer


Andra Borlo präsentierte ihr neues Album, das erste nach 10 Jahren. Sie tat dies mit einer illustren Band. Der Gitarrist und Sänger Carlos Ramirez und der Schlagzeuger und Gitarrist Pablo Lacolla kommen aus Argentinien, der Keyborder Beni Mosele aus Luzern und die Geigerin und Backing Sängerin Annina (Nachname nicht verstanden) ebenfalls aus der Schweiz. Das Konzert zeigte das Universum von Andra Borlo und ihrer Band, mit den Songs des neuen Albums und vielen älteren Stücken oder Coverversionen. Die Reise führte durch Lateinamerika und Nordamerika, mindestens vom Stil her. Es war ein grossartiges subtiles Konzert und die MusikerIn liessen Andra Borlos grosse Stimme gut zur Geltung kommen. Es war ein wunderbarer Abend mit warmer Musik gegen die Winterkälte und Nässe.

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Fredi Hallauer

Album: „Universo“ (iGroove)

Andra Borlo veröffentlicht ihr drittes Soloalbum nach einer längeren Pause. Ihre leicht rauchige Altstimme ist eine Wucht und kommt bei den Soulnummern sehr gut zur Geltung. Es gibt auf diesem Album einige Soulsongs im Stile des alten Souls. Hervorgerufen werden die alten Reminisenzen durch da Orgelspiel der 60iger und 70iger Jahre. Ein anderer Einfluss dieses Album ist die argentinische Musik. wer jetzt an Tango denkt, ja es hat da und dort kleine Einflüsse, aber es sind Poprock oder Folk welche dominieren. Andra Borlo’s Gesang passt auch zu den spanisch gesungenen Liedern und die Stimme bekommt einen ganz anderen Charakter. Sie singt hier wie die ganz grossen aus Argentinien, allen voran erinnern ein Teil der spanischen Lieder an Mercedes Sosa. Beim ganzen Album wirken hervorragende MusikerInnen aus Argentinien, der Schweiz und Deutschland mit. Dieses Album gehört auch zu den sehr schönen und guten in diesem jungen Jahr und es scheint dass 2019 ein sehr guter Jahrgang in Sachen Musik aus der Schweiz wird.

Fredi Hallauer

KALEIDOSCOPE STRING QUARTET FEAT. DANIEL & MICHAEL ZISMAN

Live: Im Be Jazz Club am 7. Februar 2019

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Der Abend versprach ganz speziell zu werden, und wurde es auch. Das Kaleidoscope String Quartet hat bisher noch nie einen Abend mit der Familie Zisman bestritten. Den Anfang machte das Streichquartett selber, ohne Gäste. Sie spielten „Die vier Jahreszeiten“ von Simon Heggendorn, dem einen Violinisten. Es war eine sehr faszinierende Komposition, bei welcher NeoKlassik mit synkopischen Rhythmen wechselten, da ein Schuss Jazz, dort eine Prise Pop, ja sogar ein bisschen Rock war mit dabei.

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Es traten dann der Violinist Daniel Zisman und der Kontrabassist Seba Noya dazu. Gemeinsam spielten sie „Die vier jahreszeiten“ von Astor Piazzolla. Da wurde es noch feuriger, die Streichinstrumente schnarrten, spielten Flageolettöne, und da und dort kam Vivaldi durch. Eine ebenso faszinierende Kompüosition. Nach der Pause startete das Kaleidoscope String Quartet wieder selber und spielte eine Komposition, welche für sie geschrieben wurde. Es handelte sich um ein Stück von Johann Strauss in einer Variation, da wurde es ebenso popig-rockig, klassisch und ein bisschen Wiener Schmäh. Sehr witzig und gekonnt. Bild Fredi Hallauer
Nachher trat Michael Zisman mit dem Bandoneon dazu. Zu fünft spielten sie Stücke aus dem Repertoire des Kaleidoscope String Quartet, welche neu arrangiert wurden. Das Bandoneon fügte sich nahtlos in die vielen musikalischen Einflüsse ein und machte die Musik und die rhythmen noch komplexer, aber nicht schwieriger zum Geniessen. Zum Schluss standen dann alle Musiker des Abend auf der Bühne und zelebrierten ein wunderschönes Stück für den Heimweg. Ein schöner Abend, interessant und er zeigte andere Möglichkeiten eines Streichquartets.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

FRANZ ARNOLD’S WIUDÄ BÄRG

Album: „Rebäll“ (Universal)

Es war ein paar Jahre still um den Innerschweizer Franz Arnold. Nun ist er zurück. Er lebt unterdessen im Bündnerland, hat einen Bauernhof und drei Kinder. Seine Band besteht aber aus den alten Musikerkollegen aus der Innerschweiz, mit einer Ausnahme, man hört nämlich bei „Einä wie dich“ einen Mann im Bündnerdialekt singen. Aber beginnen wir ganz vorne. Franz Arnold ist Rebell geblieben, seine Musik ist wilder Folkrock mit starken Schweizerwurzeln. Hin und wieder wird Franz Arnold romantisch, vor allem wenn es um seine Frau und seine Kinder geht, aber auch das ist nicht kitschig. Auf der anderen Seite singt er wie der Schnabel gewachsen ist, nämlich auch mal Worte wie „Schafsecku“ oder „Stuuri Grindä“. Er ist und bleibt ein sympathischer Innerschweizer Querkopf und Querdenker. Das ist das dritte Album von Franz Arnold’s Wiudä Bärg und ich bin immer noch begeistert. Diese Band sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Fredi Hallauer

NORDSITE

EP: „Zyt & Wahnsinn“

Die Bieler Mundartband zwischen Pop und Rap heisst so wie man ihren Namen in Mundart liest. Aber nun zu ihrer Musik. Sie spielen die Instrumente selber und alles ist handgemacht, auch die Scratches. Es ist tolle Musik mit Anleihen im Jazz und im Pop. Darüber rappen sie die Texte mit Niveau. Es sind Beobachtungen aus dem Leben, aber nicht den Gangster/Party Groove. Irgendwie führen sie das Erbe der Gruppe Merfen Orange weiter, Old School aber eigenständig.

Fredi Hallauer

MOES ANTHILL

Album: „Quitter“ (Tourbomusic/Irascible)

Die fünfköpfige Band aus Uri und Zürich spielt auf ihrem neuen Album, Musik für Ausreisser. Wahrscheinlich genau darum gefällt sie dem Schreiber auch so gut, wobei auch schon die früheren Alben gefielen. Moes Anthill spielen Neo-Folk und Americana. Es ist erfrischende Musik mit schönen Melodien, angenehmen Gesang und eben nicht im heutigen glattpolierten Popstil gespielt, sondern echte handgemachte Musik. Lüpfig tönt das Banjo dazwischen, dann wieder etwas rockiger, aber immer speziell. Eien Band und ein Album dass man sich merken sollte.

Fredi Hallauer

SINA

Album: „Emma“ (Musikvertrieb)

Sina ist nun seit 25 Jahren unterwegs und tönt frischer denn je. Mit hervorragenden Musikern wie immer hat sie ein wunderschönes Folk-Pop -Album aufgenommen. Das Album hat auch Singer/Songwriter Qualitäten. Sina erzählt in ihren Liedern Geschichten. Das Titellied „Emma“ ist eine Hommage an ihre Grossmutter. In anderen Liedern singt sie über das Glück welches sie gefunden hat und festhält. Gelungen sind die drei Lieder in denen sie vom Älterwerden singt, mit Augenzwinkern. „Numme ä Zahl“ von der Jahrgangszusammenkunft im Dorf, „Wiär sii schön“ vom Schön sein im Alter oder „Xundheit“, alles mit viel Humor und Augenzwinkern. Texte und Musik kommen locker und unaufgeregt daher, die Texte sind klar und doch ist alles ziemlich verspielt. Eines der besten Alben von Sina.

Fredi Hallauer