SPRUCHRIF

Live: Im ONO Bern am 11. Januar 2019

Bild Fredi Hallauer


Die Baselbieter Band gastierte mit ihrem Mundartrock im ONO in Bern, das Erstemal soweit von zuhause weg. Leider hatte es nur knapp mehr Leute im Publikum als auf der Bühne. Die drei Männer und eine Frau liessen sich aber nicht erschüttern und zogen das Konzert ganz durch. Der Sound war sehr gut und dadurch auch die akustische Verständlichkeit der Texte. Der Schlagzeuger spielte auch die Keyboards und bediente allerhand akustische Effekte. Der Sänger und Gitarrist entpuppte sich ein weiteres mal als eigentlicher Gitarrist, welcher auch singt. Die Frau übernahm die zweite Stimme oder flocht sonst einmal etwas ein. Sie hatte eine sehr schöne Stimme und es würde das Programm bereichern, wenn sie da und dort den Lead übernehmen würde. Spruchrif spielte sich durch ihr gesamtes Repertoire plus ein paar neue Lieder und ein uraltes, welches sie zum Erstenmal live spielten. Im zweiten Teil des Konzertes lies beim Sänger und Gitarristen die Konzentration etwas nach und da litten ein paar Lieder, vor allem ging „Dr Rhy durab“ buchstäblich „dr Bach ab“. Es war ein schönes Konzert, welches doch ein paar Leute mehr verdient hätte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Live: Im Das Zelt in Bern am 30.Dezember 2018 17 Uhr

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Das Zelt war sozusagen ausverkauft, freie Plätze waren keine auszumachen. Pünktlich kamen die vier Musiker an Kontrabass, Schlagzeug, Klavier und Handorgel und Gitarre auf die Bühne, sofort folgten die acht Männer des Chors. Sie verstanden es das Publikum zu fesseln und rockten am Anfang richtig los. Dann spielten sie sich durch die Lieder ihrer beiden Alben. Jeder Sänger stellte sich vor und erzählte in etwa das gleiche wie letztes Jahr. Raphael aus Bern, machte auch das gleiche Theater wie letztes Jahr. Die Erzählungen waren sehr persönlich und sympathisch. Hervorragend war ihr Gesang, da fiel keiner der Männer ab. Begeistert haben die beiden Muothataler mit ihren hohen Jodelstimmen. Die Bilder und Filme, welche im Hintergrund zu sehen waren, trugen viel zur Stimmung bei. Etwas störend war die Animation, aufzustehen und mitzutanzen, in einem ausverkauften Das Zelt mit Konzertbestuhlung, ist das eher schwierig und die Ansagen dazu wirkten etwas deplaziert. Das Repertoire wurde mit „Stets in Truure“ und einem Adriano Celentano erweitert. Heimweh dankte Polo und Hannery für „Stets In Truure“, es ist aber ein Volkslied, welches die Rumpelstilz wieder bekannter gemacht haben. Als Zugabe kam dann noch Daria, die 18 jährige Jodlerin aus Ins auf die Bühne und sang mit Heimweh zusammen das Lied „Rosmarie“. Ein schönes Konzert fand einen würdigen Abschluss.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

BLIGG

Interview:

Vor dem Konzert von Bligg in Bern sprach Fredi Hallauer mit ihm.

Live: „Kombination Tour“ Festhalle Bern am 7.12.2018

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Das Konzert startete geheimnisvoll mit sehr dunklem Licht traten die Musiker langsam auf die Bühne, bis dann die Show gezündet wurde und Bligg begann zu singen. Das Publikum ging sofort los und die Party war sehr schnell in voller Fahrt. Bligg spielte zum Anfang viele seiner bekannten Hits, was natürlich beim Publikum zu Hochstimmungen führte, es sang und klatschte mit, bewegte sich, ging in die Knie und tat alles was von ihm verlangt wurde. Die Musiker spielten ihre Instrumente hervorragend, ausser dem Akkordeonisten und Gitarristen in Personalunion waren aber kaum solistische Hörproben zu hören. Ein DJ, ein Schlagzeuger, ein Bassist und eine Sängerin gehörten noch zur Band. Nach etwa der Hälfte des Konzertes sang Bligg dann vor allem die Lieder des neuen Albums. Da traten dann die feat Gäste Xen und auch ZID auf die Bühne. Dann war Bligg plötzlich hinten im Saal in der Stammbeiz und da ging es um das Trinken seines Tannenschnapses, was ich persönlich etwas ungeschickt fand, angesichts der vielen Kinder und Teenies im Publikum. er sang dann Stammbeiz, man sah aber aus dem Publikum wenig bis nichts. So blieb dann auch bei den nächsten liedern, wieder auf der Bühne, die Stimmung eher etwas tiefer. Gegen Schluss schaffte er es wieder die Party Stimmung zu bekommen. Es war ein sehr gutes Konzert und beste Unterhaltung auf hohem Niveau, ohne riesen Effekte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

CORE LEONI

Live: Mühle Hunziken, Rubigen am 22. November 2018

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Nach zwei Vorbands trat die ersehnte Band um Leo Leoni endlich auf die Bühne der ausverkauften Mühli. Eine Änderung in der Band war sofort klar, Hena Habegger am Schlagzeug war aus ungesagten Gründen nicht da. Er wurde durch einen guten Schlagzeuger aus Milano ersetzt. Ansonsten standen Ronnie Romero (bekannt für seine führende Rolle in Lords Of Black und Rainbow), Jgor Gianola (Ex U.D.O.) an der Gitarre, sowie Mila Merker aus dem Tessin am Bass. Musikalisch gab es da nichts zu nörgeln, sie spielten sich souverän und gekonnt durch Songs aus den Anfangszeiten von Gotthard, welche von der Band vernachlässigt wurden, wie „Down Town“, oder „Firedance“ und frischten ein paar grosse Hits wieder auf. Dazwischen natürlich auch ein In Memoriam an Steve Lee. Der Sänger Ronnie Romero füllte die Mühli mit seiner Stimme, Jgor Gianola konnte mit Leo Leonie mithalten. Dazwischen waren nur noch der Bassist und der Schlagzeuger auf der Bühne, die anderen drei waren irgendwo in den oberen Stockwerken und spielten von dort, war aber nicht vom ganzen Publikum einsehbar. Leider machte vor allem Ronnie Romero zuviele Faxen in Form von mitsingen und es ist schlecht und nochmals und nochmals, dann ein bisschen Comedy, mit Frauen vor der Bühne dumme Sprüche und so fort, das dazwischen einmal bis zu 15 Minuten und auch alle paar Songs ein paar Minuten. Das kam sehr schlecht an, bei den alten Rockern, welche ein grosser Teil des Publikums ausmachten. Das sind unnötige Kapriolen und wenn nicht mehr Stücke zur Verfügung sind, halt einfach dazu stehen und kürzer spielen. Dies schwächte den Eindruck vom Konzert schon. Am Schluss dann doch noch ein versöhnliches Mountain Mama.

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STEFF LA CHEFFE

Live: „Härz Schritt Macherin“ Tourstart Mühle Hunziken, Rubigen am 4.Oktober 2018

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Die Spannung war sehr gross, was bietet Steff La Cheffe auf dieser Club Tour. Es sei vorweggenommen, es war ein absolut sensationelles Konzert. Die Band bestehend aus, Schlagzeug, Perkussion, Keys, E-Bass und E-Gitarre ist eine Spitzenband. Mehrere der Musiker sangen auch Background. Steff La Cheffe kam auf die Bühne und startete mit bekannteren Liedern in neuem Gewand, heizte damit dem 400köpfigen Publikum gut ein. Bei Betriebstemperatur sang sie dann die etwas dunkleren Lieder, leicht bedrückend und dankte dem Publikum, dass es so aufmerksam ist und auch immer noch da. Als Premiere gehörten mehrere neue Lieder zum Programm, welche bis jetzt nicht veröffentlicht wurden. Auch da in den verschiedenen Stimmungen. Steff la Cheffe wirkte sehr locker und gelassen, parierte einen Zwischenrufer sehr charmant und führte sympathisch durch das Konzert. Kurz vor der Pause sang sie „Ha ke Ahnig“ ebenfalls in einem tollen neuen Gewand.

Nach wirklich nur 15 Minuten Pause ging es weiter und jetzt ziemlich schwermütig. Sie machte dem Publikum immer wieder Mut, dass es bald überstanden sei. Aber auch diese Lieder wirkten im Club sehr gut und die Musik war sehr spannend dazu. Es folgten dann noch ein paar Hit als Medley und Steff la Cheffe sang sogar wieder „Annabelle“, da sie sich mit ihr versöhnt habe. Dieses Konzert war wirklich 1A. Der Sound war sehr transparent, so dass man auch bei lauten Stellen, die Feinheiten der Perkussion hören konnte, die Texte waren immer verständlich. Die Dramaturgie der Liedabfolge stimmte, so dass am Schluss alle mit guter Laune sich auf den Heimweg machten.

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MICHAEL VON DER HEIDE

Live: „Hinderem Berg“ in der La Cappella am 17. Juni 2018

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Im Rahmen der Jubiläumsfeiern von 20 Jahre La Cappella trat Michael von der Heide im Trio auf. Mit ihm waren sein langjähriger Gitarrist Martin Buess und der Tastenmann von Hecht sprang für den erkrankten Dimitri Kindle ein. Drei gut gelaunte Musiker standen vor einem ebenso gut gelaunten Publikum. Michael von der Heide sang sich durch alte und neue Schweizerlieder, seine eigenen Songs und Hits, ein paar Lieder von Paola und noch ein paar französische Chansons. Zur Erstaufführung gelangte „Gracias a la vida“ von Violeta Parra, es war eine Hauptprobe, da das sie das Lied bei ihrem Auftritt in Chile spielen werden. Michael von der Heide und seine Musiker überzeugten musikalisch und sie spielten und sangen sehr gut und stimmungsvoll. Die Zwischentexte waren meist lustig und oft informativ, gerade über Violeta Para und auch aus dem Leben von Michael von der Heide. Man konnte auch erfahren, dass „Stets in Truure“ ein Glarner Volkslied ist. Er war auch sehr selbstironisch, vor allem in Bezug auf seine Teilnahme am Chansons d‘ Eurovision oder ESC wie das Spektakel heute heisst. Michael von der Heide zeigte, dass er immer noch ein sehr guter Entertainer und Sänger ist. Ein unterhaltender Abend ging nach rund zwei Stunden Konzert zu Ende.

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Fredi Hallauer

MAREY

Save Animals Eat People Tour im La Cappella am 13. Mai 2018

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Das Bieler Duo trat verstärkt durch einen E-Gitarristen und einen Schlagzeuger auf. Die Sängerin von Marey spielte noch akustische Gitarre und ab und zu Keyboard, der Cellist übernahm die elektrische Gitarre und das Keyboard. Beim ersten Song wurde das Publikum bald geschockt, da nach den sphärischen Klängen der Schlagzeuger ziemlich heftig sein Instrument behämmerte und somit die Stimmung zerhackte. Es kam zum Glück immer seltener vor und im zweiten Set gar nicht mehr. wenn der Schlagzeuger sein Instrumente perkussiv spielte tönte es fantastisch. Im ersten Set kamen ausschliesslich Songs des aktuellen Albums zur Aufführung im zweiten Set dann auch Stücke von der ersten EP und etwa zwei Cover, nämlich „Sag mir wo die Blumen sind“ und ein Dylan Song. Marey verstanden es eine intensive Stimmung in dunkelgrau zu erzeugen, so das romantische Dunkel. Die Songs waren viele recht gleichförmig, was aber die Stimmung verstärkte wenn man sich hinein gehört hatte. Dies war das letzte Konzert der Tour, und ein würdiger Tourabschluss.

Fredi Hallauer