GUY MANDON

Album: „Stream“ (Radicalis)

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Elektropop auf Schweizerdeutsch, geht das? Ja meistens. Guy Mandon zieht viele Register des Elektropop, mal mehr Dance dann mehr Pop und dazwischen  sogar  experimentell. Dazu singt er Mundart. Das funktionert sehr gut und fast alles ist tanzbar. Mühe macht es die Texte zu verstehen wenn er es als Prince versucht. Nicht nur das Verstehen der Worte ist schwierig, aber Mundart passt in dieser Form nicht in diese Art zu singen, bis jetzt. Es ist keine tiefschürfende Musik aber man sie durchaus Anhören oder noch besser dazu tanzen.

Fredi Hallauer

NISU

Album: „Homo Sapiens“

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Nisu ist unter anderem Rapper aus Bern. Mit Homo Sapiens präsentiert er ein Rap Album. Gleich von Beginn weg fällt einem auf, hier geht es bei der Musik nicht um einfache, langsame Beats, sondern es geht die Post ab und zwar auch musikalisch. Latin, Rock und Pop sind die häufigst vertretenen Stile. Dazu rappt Nisu in einem gehörigen Tempo auf Berndeutsch. Die Textqualität ist ziemlich unterschiedlich und etwas pubertär. Es geht immer wieder um viel Trinken und Poppen. Ok, prüde bin ich nicht, aber es langweilt. Dazwischen gibt es dann recht humorvolle und voll Selbstironie steckende Texte wie „Summerhit“  oder auch „Nisu im Huus“, „Lorraine“ gefällt auch sehr gut. Dies ist ein fetziges Rap-Album das textlich noch Luft nach oben hat.

Fredi Hallauer

AERNSCHD BORN

Buch: „Eifach e Lied“ (Verlag Ambi press Basel)

Die Worte meiner songs aus fünf Jahrzehnten.

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Aernschd Born schreibt schon seit 50 Jahren Lieder und hat die in einem Buch zusammen gestellt, auf 500 Seiten. Erhabe noch mehr Texte, erklärt er mir, aber 500 Seiten seien genug. Das Vorwort schrieb Greis, seines Zeichen Rapper. Er schreibt über das, was ich Rapper immer wieder gefragt habe, Rapper sind die heutigen Liedermacher, oder anders herum, was Rapper machen, gab es schon lange. Hinten im Buch sind Verständigungshilfen für nicht Basler und Aernschd Born s Liederleben in 11 Strophen, eine andere Form der Biographie. Nun zum Eigentlichen, den Liedern. Zuerst war ich etwas verstört, denn die Lieder sind nicht chronologisch oder thematisch abgedruckt, sondern alphabetisch. Von „Aber wär“ von 1997 bis „Zwüsche Tür und Angel“ von 1992. Seine Balladen inkl. „Ballade vo dr Viscosuisse“; „Ballade vo Kaiseraugscht“ und „Ballade vom danggbare Fisch“ kommen so hintereinander. Nachdem Aernschd Born mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass in alphabetischer Reihenfolge die Lieder in einem neuen Kontext da stehen, begann es mir zu gefallen, Text um Text von vorne nach hinten zu lesen. Viele Lieder hat Aernschd Born live gesungen und gibt es nicht auf Tonträger, so der „Weihnachtsblues“ von 1968, der ein Bestandteil eines Weihnachtsgottesdienstes von ihm war und natürlich durch die Kriegsnachrichten von Vietnam während der Weihnachtszeit beeinflusst war. „Weisch no“ von 1980 folt darauf, passt aber wieder, da er von der Erinnerung an die Hippie zeit erinnert. So lässt sich noch vieles entdecken. Ein Buch das ein Stück Schweizer Geschichte enthält, nicht vor allem aus der grossen Politik, aber aus dem leben, den Alltagssorgen und der Gesellschaft. Die Texte sind immer klar, und wer meint Aernschd Born zu kennen, entdeckt hier vielleicht noch unbekanntere Seiten des Basler Liedermachers der ersten Stunde bis heute.

Fredi Hallauer

MIN KING

CD: „Immer wieder“ (Polenta Records/Irascible)

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Das Quintett aus Schaffhausen ist wieder da. Ihre Mundartlieder werden einerseits von ihrem Dialekt geprägt und der charismatischen Stimme des Sängers. Die Orgel legt einen wunderbaren Klangteppich, die Rhythmus Section treiben alles voran und das Gebläse setzt Akzente. So kann sich der Sänger ganz seinen Texten widmen, welche vom zwischenmenschlichen Alltag handeln, der Kommunikation zwischen Menschen die stattfindet oder eben nicht. Sehr gelungen und die Anschaffung wert, ist das Mani Matter Lied „Mir haend en Verein“ in der musikalischen Version von Min King. Min King haben einen eigenen Stil gefunden, super.

Fredi Hallauer

HALUNKE

CD: „Superheld“ (Der Letzte Schrei Records)

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Die Halunken sind sehr frisch zurück mit einem ganzen Album. als erstes fällt der gute und locker produzierte Sound auf. Der Klang ist immer sehr luftig und transparent, obwohl Bläser und Streicher teilweise mitwirken. Es gibt noch viel mehr positives zu diesem Album zu schreiben. Die Lieder sind sehr schön arrangiert und es ist eine tolle Gesamtleistung der ganzen Band zu hören. Inhaltlich geht es um Alltagsbeobachtungen, die bereits etwas dauernde Liebe, und eigene Alltagserfahrungen. Einzelne Lieder zu erwähnen ist nicht nötig, wahrscheinlich hat jede und jeder seine eigenen Favoriten. Ein eigentlicher Hit ist für mich nicht auszumachen und daran sieht man, dass es hier um die Gesamtheit der Lieder geht und nicht um Hits. Halunke ihr seid die wahren Superhelden.

Fredi Hallauer

SCHTÄRNEFÖIFI

CD: „Dräckigi Händ“ (Universal)

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  1. Die Kinderrockband, welche auch erwachsenen Spass macht lässt wieder ein ganzes Bündel von neuen Liedern auf unsere Kinder und uns los. Nein ganz so schlimm ist es nicht. Die Lieder sind witzig und sehr Kinder gerecht. Brilliant ist sicher „Heidi“ das berühmteste Mädchen der Schweiz, in nicht ganz drei Minuten erzählt. Moderne Themen wie „Rüeschtigi Alti“ oder „Selfie“ gefallen ebenfalls sehr gut. Aber auch die leide Geschichte vom „Portmonnaie“ erzählt mit Humor was Kinder und Erwachsene halt erleben.n „Märlisalat“ gibt vielleicht den Erwachsenen den Wink, wieviele Märchen sie ihren Kindern noch nicht erzählt haben. Musikalisch zieht Schtärneföifi durch alle Genre des gemässigten Rock und Pop und dadurch entstand ein vielseitiges Album. Ich habe das Album in einem Kindergarten getestet, als ich dort eine Stellvertretung übernahm. Die Kinder waren sehr ruhig und hörten aufmerksam zu und machten dabei Zeichnungen, Halsketten oder Mandalas.

Fredi Hallauer

JEANS FOR JESUS

Interview:

Am Gurtenfestival 2017 sprach Fredi Hallauer mit der Band

CD: „Pro“ (Universal Music)

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Das Berner Quartett legt auf ihrem zweiten Album musikalisch einen Zacken zu. Ihre Popmusik teils vom R’n’B geprägt ist oft sehr minimalistisch instrumentiert. Gesungen wird Mundart mit zwei französischen Liedern. Mutig ist es von den Bernern einen anderen Weg und Stil einzuschlagen als so viele Mundartbands. Solchen Mundartpop gab es vor Jeans For Jesus nicht. Der Gesang ist zumindest für ältere Ohren gewöhnungsbedürftig aber immer gut verständlich, was vor spärlichen Chorgesang nicht immer zu sagen ist. In den Texten werden auch mal kompliziertere Themen behandelt wie Flüchtlinge. Die Lyriks hat noch Entwicklungspotential, da die Messlatte von aktuellen Berner Bands natürlich sehr hoch gelegt ist.

Fredi Hallauer