KING PEPE

Album: „Karma:OK“ (Big Money Records/Gesunder Menschen Versand)

King Pepe aus Bern ist diesmal nicht mehr von Le Rex begleitet sondern von Hari und Rico Baumann, aber nur jeweils von einem, mit Schlagwerk und ganz viel Elektronik. King Pepe am Gesang und Gitarre und der Rest stammt von dem jeweiligen Musikern. Die Texte sind so schräg, verschroben und teils doch hoch philosophisch wie eh und je. Es hat etwas viel komische Stimmeneinspielungen, welche man nicht immer akustisch gut versteht, was schade ist. einige Lieder gehen nur auf Spass, andere sind höherer Blödsinn mit Tiefgang. Sehr toll sind die Lieder „Standortbstimmung“ und „Morn fallt us“. Ein Vorteil dieses Albums, es ist sozusagen durchgehend tanzbar.

Fredi Hallauer

TINU HEINIGER & HANK SHIZZOE

Live: „Heiniger Abend“ in der La Cappella am 26. Dezember 2018

Bild Fredi Hallauer


Wie alle Jahre war Tinu Heiniger in der Weihnachtszeit mit einem anderen Musiker unterwegs und er zelebrierte seinen Heiniger Abend. Diesmal spielte er mit dem Gitarristen und Banjospieler Hank Shizzoe. Die zwei passten musikalisch sehr gut zueinander. Hank Shizzoe unterstützte die Stimmungen der Lieder von Tinu Heiniger mit viel Einfühlungsvermögen und grossem Können. Diesmal war es eigentlich vorwiegend das programm von Tinu Heiniger, nur zwei Songs kamen von Hank Shizzoe, wo Heiniger dann mit seiner Klarinette Töne beisteuerte und zeigte dass er ein begnadeter Klarinettist ist. Das Programm war ziemlich Retrospektiv, Heiniger erzählte aus seiner Jugendzeit und sprang in die heutige Zeit. Die Lieder waren besinnlicher, manchmal etwas bedrückt und die politische Zeit fehlte ganz. Die heutigen Lieder sind musikalisch hervorragend, inhaltlich aber etwas sehr banal und mit unzähligen Wiederholungen in die Länge gezogen. Es war ein schöner Heiniger Abend, nach dem man sich aber etwas bedrückt auf den Heimweg machte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

MISCHA WYSS

Interview:

Am 9. Januar 2019 sprach Fredi hallauer mit Mischa Wyss. Hier zum Anhören.

Album: „Schrift für Schrift“ (www.mischawyss.ch)

Mischa Wyss ist seit einiger Zeit in der Berner Chanson Szene zu hören. Dieses Album erschien bereits vor einigen Monaten, fand aber erst jetzt den Weg zu mir. Zum Glück ist die CD in meinem Player gelandet, den Mischa Wyss verdient es gehört zu werden. Er kommt mit seinen Chansons der ursprünglichen Idee der Troubadouren ziemlich nah. Seine Liedli sind ziemlich kurz, er verliert sich nicht in unendlichen Textzeilen, nein er bringt es ziemlich zügig auf den Punkt, auch wenn es ein überraschender Punkt ist. Seine Ansagen sind ebenfalls prägnant und witzig, aber auch mit Aussagen verknüpft. Mischa Wyss versteht es in Geschichten etwas zu erzählen das hinter oder neben der Geschichte steht. Ich glaube man darf es sagen, seine Chanson sind stark beeinflusst von Mani Matter ohne ihn nachzuahmen. Wer Berner Chanson mag, muss sich Mischa Wyss anhören. 

Fredi Hallauer

MANILLIO

Album: „Plus Minus“ (Universal)

Manillio ist mit einem neuen Album zurück und versteht es zu begeistern. Seine Texte sind engagiert geblieben, vielleicht sogar noch engagierter geworden. Die Beats und Klänge, welche die Raps begleiten sind einfach und typisch für Manillio und trotzdem sind da neuere Elemente zu hören. Zwischendurch gibt es Uptempo Teile oder Klänge welche an Steeldrums erinnern. Es ist angenehm den Klängen zu lauschen. Wichtig sind natürlich die Texte. Sie drehen sich nicht um das Ego, wie das oft beim Rap üblich ist, sondern sie drehen sich um das Weltgeschehen im Grossen wie im Kleinen. Als Gäste sind Lo & Leduc, Greis, Grapejuce und Cobee dabei. „Plus Minus“ ist das beste und wichtigste Rap Album der Schweiz des Jahres 2018.

Fredi Hallauer

SAESCH

Album: „Umschtiege“ (CeDe.ch)

Der Zürcher Oberländer debütiert mit einem Mundartlieder Album. Er war bis knapp 40jährig immer sehr geschäftig und wie so viele auf Geld fokussiert. Nun steigt er um. Er macht eine Musik Stifti, wie er selber sagt, und schreibt Lieder über alles was ihn beschäftigt. Da geht es um die kleinlichen Behörden und Nachbarn, um Vater und Grossvater, Abholzung der Bäume für Coffee To Go, Umsteigen und noch einiges mehr. Die Lieder sind einfach, verdichtet, klar und fadengerade unterlegt mit ebensolcher Musik. Alles ist unkompliziert und trifft direkt ins Herz und hoffentlich auch ins Gehirn. An zwei drei Stellen hat der Lehrling in Sachen Texten, sich selber Stolpersteine eingebaut, nämlich Textzeilen die leicht holpern, aber Lehrlinge dürfen ja noch Fehler machen. Ich bin begeistert von dieser CD von Saesch, das ist Liedermacherei wie sie sein soll.

Fredi Hallauer

HÄRZ

Album: „Erfolgsalbum mit 5 neuen Liedern“ (Hitmill Records)

Die sechs Frauen machen sich startklar für eine grössere Tournee und sind mit ihrem Erfolgsalbum, ergänzt mit fünf neuen oder anders gespielten Liedern am Start. Eröffnet wird das Album mit dem Lied aus der TV Werbung „Sonö Momänt“, einer etwas rührseligen Ballade, für die Weihnachtszeit gemacht. Sonst sind die anderen Liedern zu hören im locker, popigen Gewand. Bei den verbleibenden vier neuen Liedern ist es ein neues Lied, zwei Piano Versionen und einer akustik Version von Liedern welche in der Originalversion auf der CD sind. Neues ist da nicht zu entdecken, aber die Pianoversionen oder akustik Version macht die Lieder leichter und lässt die schönen Stimmen mehr zur Geltung bringen.

Fredi Hallauer

ANDY F.

Album: „Morbus Google“ (Beste Sonne)

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Andy F., der Liedermacher aus Zürich besingt die virtuelle und reale Welt der Mitmenschen. Die Texte sind sehr ansprechend und sehr treffend. Es geht um Liebe, um die verschiedensten Nachrichten die wir täglich über die Neuen Medien erhalten, das Partyvolk in Zürich, oder um Gedächtnisverlust und Einiges mehr. Musikalisch kommt das Album ebenso ansprechend daher. Er selber spielt Gitarre, seine Musiker blasen Trompeten, spielen das Schlagzeug und noch so dies und das. Immer bleibt die Stimme ganz im Vordergrund und sehr gut verständlich. Für mich ist Andy F. eine Entdeckung.

Fredi Hallauer