SCHWEIZER POWERN

Album: „Landnotiz“ (Zytglogge)

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Die Schweizer Powern, lies Schweizer Bauern, aus dem Solothurnischen überraschen mit einem erfrischend pointiertem Album, was den Text betrifft. Die fünf Männer singen alle und spielen die klassischen Instrumente einer Rockband. Musikalisch sind sie im Mundart Rockpop einzuordnen. Die Musik rumpelt herrlich daher, dazwischen holpert es auch einmal, aber auf den Hof eigenen Wegen ist das ja so üblich. Mit den Texten treffen sie dafür voll ins Schwarze. Da gibt es Lieder vom Bauernleben und dies auch von den Schattenseiten. Diese Lieder sind sehr poetisch. Dann gibt es aber Lieder, welche politisch treffen. Sehr schön ist das bei „Freiheit“, „Radioversion“ oder „Greti u Peti“ zu hören. Da geht es nicht um nationalistische Politik, sondern im Gegenteil. In anderen Liedern kommt auch das Geld versus Glück und natürlich auch die Liebe zur Sprache und das in dem Lied mit Sprachwitz, Ironie und Poesie „Tombola“. dieses Album muss man anhören, ich nehme an, dass dies im Radio selten bis nie möglich ist, höre „Radioversion“.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

Album: „Schangsongs3“

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Der Baselbieter Mundartsänger und Texter hat für sein drittes Album der Schangsongs Reihe, sich noch Verstärkung geholt in Form des Tastenmannes Roman Bislin. Mit dabei ist wiederum der Geiger Adam Taubnitz. Florian Schneider singt wiederum Lieder von Menschen oder Figuren aus dem Baselbiet. Die Lieder sind nicht mehr so himmeltraurig wie auf dem letzten Album und drehen sich viel um Liebe, meist verflossene, aber auch Liebessehnsucht. Er sticht heraus mit sehr schöner Poesie und Bildern die ins Baselbiet passen oder fast nur von dort kommen können, wie „Chumm gimmer e Hampfle Chirsi“. Die alten traurigen Geschichten kommen ebenfalls aus dem Baselbiet, z.B. Wenn er ein Lied von der Posamänter (Seidenbandweber) Tochter singt. Die Melodien hat er öfters ausgelehnt bei Volksliedern oder amerikanischen Singer/Songwritern, teils auch ihre Lieder ins Baselbiet frei übertragen. „Schangsongs3“ ist wiederum ein sehr schönes Mundart Lieder Album geworden, an dem nichts auszusetzen ist.

Fredi Hallauer

TOBY MEYER

Album: „Freiheit“ (TM Records/Life Channel)

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Das Album von Toby Meyer trägt noch den Zusatztitel „Mini Gschicht mit Gott“ und somit präzisiert er, dass seine Mundartpopsongs christlich sind. Eigentlich ist dies unnötig, denn seine Texte sind sehr gut verständlich, aber nie missionarisch. Er erzählt von vielen Begegnungen mit Gott ohne den Namen Gott kaum zu nennen. Seine liebliche Stimme unterstreicht sein Anliegen deutlich, es sind Dank- und Loblieder. Musikalisch ist es zügiger Pop ohne Ecken und Kanten, dominiert von der akustischen Gitarre. Die Struktur der Lieder ist immer etwas gleich, aber was störts, denn es geht um die Texte. Toby Meyer hat hier sicher eines der besseren Alben gemacht, in diesem Genre.

Fredi Hallauer

MISS HELVETIA

Album: „E Guete“ (Sony Music)

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Hinter Miss Helvetia steht Barbara Klossner, eine Sängerin, welche mit Schwyzerörgeli abgebildet ist aber nicht selber spielt auf diesem Album. Sie ist auch eine Jodlerin , aber das ist kaum zu hören, da sie den Jodel nicht einsetzt.. Das ganze Album ist etwas zwiespältig und das Wort Trauffer liegt einem nahe und wenn man dann liest, dass ein Produzent von Trauffer die Finger im Spiel hatte wird einem einiges klar. Direkt zu vergleichen ist sie aber nicht.  Die Texte sind nett, die Stimme hat Power und geht ins Herz. Die Musik ist unterschiedlich und oft durchwegs akzeptabel aber manchmal gibt es so einen Volksmusik Disco Groove und dann wirkt es billig. Miss Helvetia setzt sich da in den Graben zwischen Tradition und Moderne und das Gleichgewicht hat sie nicht immer.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Doppelalbum: „Softdrinks“ (Sony Music)

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Dabu Fantastic haben einige ihrer Lieder nochmals aufgenommen und zwar Unplugged und darum heisst das Album Softdrinks. Das zweite Album ist Drinks, so wie es bereits erschien. Zwischen den beiden Alben gibt es nicht nur den Unterschied von Plugged und Unplugged, sondern auch die Titel sind nicht ganz identisch. Aus früheren Alben ist auf Softdrinks „Vo Vorn“, „Min Ort“ und „Belüftigsanlag“ zu hören, Drinks hat noch die Bonustracks „Fredi“ und „Los Los“ mit eingepackt. Musikalisch sind natürlich grosse Unterschiede zu hören. Softdrinks hat zwar auch viel Power und Dampf, aber der Gesang tritt noch besser nach vorn, und da das Ziel ist Lieder zu machen, haben sie ihr Ziel erreicht. Achtung auch Softdrinks können süchtig machen, zumindest wenn sie von Dabu Fantastic herkommen.

Fredi Hallauer

Live: Kurzer Bericht vom Zermatt Unplugged 2018

Im Vernissage starteten die Zürcher Dabu Fantastic ihre SoftdrinkTour, lies Unplugged Tour. Das Lokal war gestossen voll und die Bühne mit acht Leuten auch. Dabu Fantastic zeigten dass sie es geschafft haben mit Züri West und Patent Ochsner in einem Atemzug genannt zu werden. Mit einigen ihrer Songs schafften sie magische Momente. Der Humor kam auch nicht zu kurz.

BRANDHÄRD

Album: „1997“ (Radicalis)

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Die Basler Rapper haben ihr Jubiläum verschlafen, darum ein Jahr später. Die Brandhärd gibt es nämlich nun 21 Jahre. Auf dem Album sind die Single „Mit Links“ ein neues Stück, und elf alte Tracks, die wichtigsten für die Band in ihrer Geschichte. alle diese Tracks wurden neu eingespielt zusammen mit der Band mit welcher sie oft Live unterwegs sind. Die tollen Titel wie „Nochbrand“ oder „Blackbox“ aber auch „Träne in de Auge“ leben hier neu auf. Nichts neues, aber neu verpackt und immer wieder gern gehört. Danke Brandhärd.

Fredi Hallauer

FRATELLI-B

Album: „Per Du“ (Tell Records/Musikvertrieb)

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Die Rapper Duo aus Zug ist wieder oder immer noch da, und das zum Glück. Die tollen Beats mit Tempo und Power die sie ihren Texten unterlegen sind schon mal hörenswert. Dazu kommen ihre Texte, schnell und kompromisslos mit tollem Flow kommen die daher, und immer gut verständlich. Dass es ihnen wichtig ist, was sie rappen sieht man darin, dass ein ganzes Booklet dem Album beiliegt mit den ganzen langen Texten. Das Album ist so vollbepackt wie jeder einzelne Songs und da gibt es wirklich 19 Songs zu hören. Sie rappen über den Alltag, aber sie sind auch älter und reifer geworden und darum ihr Alltag auch realistischer. Gut, der eine ist offenbar nur in Trainerhosen unterwegs „Trainerhose“, was doch einen Einblick in die Philosophie eines Trainerhosenträgers gibt. Sie sind auch im Alter der Klassentreffen „Klassetreffe“ und „Was zämeghört“ spricht für sich. Verschiedene Rap Kollegen und Kolleginnen helfen da und dort mit und auch musikalisch sind Gäste zu hören. Eine gelungene Rap CD.

Fredi Hallauer