LO & LEDUC

CD: „Ingwer & Ewig“ (Bakara Music/Warner)

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Nun ist das zweite Album von Lo & Leduc Wirklichkeit. Zusammengefasst ist zu sagen, wer hohe Erwartungen hatte darf sie als Erfüllt betrachten. Die Musik ist der typische Worldmusic HipHop Sound, luftig flockig und gute Beats und das mit den Instrumenten toll umgesetzt. Musik bei der man nur schwer ruhig sitzen kann. Auffallend ist die Steigerung bei den Texten. Lo & Leduc erzählen Geschichten mit wenigen Worten und bringen Politik, Soziales und das Leben auf den Punkt oder halt eben doch nicht. Die Lyriks sind witzig, philosophisch und stark. Bereits bekannt aus dem Radio ist „Mis Huus dis Huus“, es lohnt sich da genauer Hinzuhören. Weitere Lieder die mit sehr positiv aufgefallen sind, sind „Für Ingwer und Ewig“; „Damevelo“, „Walter“ und „Mond“. Bei jedem Hören hört man wieder Neues. Ein Kandidat für „Album des Jahres“.

Fredi Hallauer

STILLER HAS

Live: Bierhübeli Bern CD Taufe am 16.3.2017

Stiller Has mit neuer CD und in neuer Formation war angesagt, Ohren und Augen waren gespannt. Ein ebenso gespannter oder angespannter Endo stand dann mit seinen vier Männern auf der Bühne. Er wirkte nervös und hat sichtlich Atemprobleme. Trotzdem bringt er die Lieder gut rüber. Im ersten Teil sind neben ein paar neuen Liedern auch viele ältere seiner Lieder zu hören. Die Ansagen sind sehr gut und oft selbstkritisch. Nun zur Band, der Perkussionist Andy Pupato reisst die Band mit seinem Spiel heraus. Der junge Gitarrist macht seine Sache recht aber nicht mehr. Der Produzent und Keyboarder Roman Wyss verbreitet seine Romantik und sein blutjunger Sohn am Bass der spielt da auch mit aber unauffällig. Es tönt wie eine mittelmässige Rock/Pop Band, wäre da nicht Endo am Mikrofon. Nach der Pause ging es zuerst ähnlich weiter. Endo war besser in Form. Dann kam die grosse Wende, Mario Bakovic betrat die Bühne. Auch er hat Songs der neuen CD produziert. Er startete mit der akustischen Gitarre, die Band lebte auf, Endo strahlte und es wurde kreativ. Sie spielten nur noch neue Lieder. Mario Batkovic spielte das Akkordeon, der Gitarrist das Banjo und Andy Pupato kam besser zum Zug. Da bekam die Musik wieder ein roher und rauher Charme der zu Stiller Has passt. Der Gitarrist bekam auch die Möglichkeit zu solieren und zeigte was für ein hervorragender Musiker er ist. Da wurde die Veranstaltung noch zu einem Konzerthighlight der Saison.

Fredi Hallauer

CD: „Endosaurus Rex“ (Sound Service)

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Zuerst eine kurze Warnung. Stiller Has hat noch die typischen Texte und den Sprechgesang von Endo Anaconda aber nicht mehr die typische Musik. Die Band um Schifer Schafer ist nicht mehr. Die neue Band besteht aus neuen Gesichtern. Die CD wurde von zwei Leuten produziert die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber lassen wir das und schreiben über das was es zu hören gibt. Wie bereits gesagt sind die Texte wie immer sehr gut, böse, skuril und vieles mehr. Endo fühlt sich vom Aussterben bedroht, sieht sich auch schon im Altersheim wo es am Freitag fischelet. Es gibt noch viel zu den Texten zu erzählen, aber am Besten ist es sie selber anzuhören. Musikalisch gibt es viel Country und da und dort Balkan. Leider ist bei einigen Liedern musikalisch der Saft etwas ausgegangen oder es wird musikalisch süss, schade. Das musikalisch gelungenste Lied ist „Witwe“. Zusammengefasst lässt sich sagen, Stiller Has hoppelt wie eh und je, von aussterben keine Rede, musikalisch kann er noch etwas mehr Unkraut auf der Wiese spriessen lassen.

Fredi Hallauer

RITSCHI

CD: „Ritschi“ (Phonag Records)

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Ritschi ist zurück. Irgendwie versucht er einen Neuanfang, denn sein Album heist ganz einfach Ritschi, auch sonst hat sich einiges geändert. Ritschi setzt auf Elektro und oft nicht mehr auf wirkliche handgespielte Instrumente. Das ist ja noch OK, aber leider passt Ritschis Stimme, seine Melodien und seine Art zu singen, nicht zum Elektro. Dazu kommt, dass es häufig eher schlechter Elektro ist und er oftmals nervt. Wenn Ritschi dann noch gerne Prince sein möchte, na ja, zum Glück ist das nur einmal der Fall. Aber sehen wir auch das Positive. Seine Texte sind 100% Ritschi wie wir es gewohnt sind, dazu kommen die Melodien mit Ohrwurmcharakter. Somit bleibt nach dem Hören des Albums eine Zwiespältigkeit, vielleicht braucht es viel Gewöhnung.

Fredi Hallauer

HÄNSCHEN KLEIN

CD: „Eile mit Weile“ 

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Die fünf angejahrten Musiker aus dem Berner Oberland haben ihre wilde Jugend verbracht, Kinder grossgezogen, Liebe in den verschiedensten Phasen erlebt, sich im Berufsleben zurechtfinden müssen, teils verwirklicht, Enttäuschungen und Trennungen hinter sich. Genau von dem singen sie in Mundart. Dazu spielen sie wunderschöne handgemachte Musik. Wichtig sind die Texte, welche auch mal einem ein Schmunzeln entlocken können. OK, der Stil der Texte ist ebenso angejahrt wie die Musiker, aber der Inhalt ist ehrlich und vor allem auch aussagekräftig, es ist nicht nur schöne Poesie. Wenn man heute die alten Liedermacher Platten von Degenhard oder Wader hört, ist das der gleiche Stil. Bei Hänschen Klein noch eine Spur weniger poetisch. Mir gefällt diese CD, sie passt sich nicht an heutige Normen an und will auch nicht jedem gefallen, vor allem nicht denjenigen welche die Texte gar nicht hören wollen.

Fredi Hallauer

TRAUFFER

Doppel-CD: „Heitere Fahne – Gletscher Edition“ (Sony Music)

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Trauffer doppelt nach, wie gewohnt. Die CD „Heitere Fahne“ gibt es jetzt als Gletscher Edition. Neu dabei ist, dass die CD mit vier neuen Liedern ergänzt wurde. Positiv herausstechend ist „Banane.Hippie“ ein Cover Medley von den beiden peter Reber Songs, „Grüeni Banane“ und „Hippie-Gspängschtli“. Dazu kommt eine Live CD der aktuellen Tour, welche an 14 Orten aufgenommen wurde. Da sind auch ältere Lieder mit dabei. Unnötig ist nur der letzte Track „Trauffer Sprüche“, da es schon bei den einzelnen Liedern als Einleitung oft seine Sprüche hat. Für Fans ein sicheres Muss

Fredi Hallauer

ANNA & STOFFNER

CD: „Falsch“ (Irascible)

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Was die Rapperin Anna Frey und der Gitarrist Flo Stoffner, unterstützt von Emanuel Künzi am Schlagzeug bieten ist nicht einfache Kost. Auf das erste Hören ist diese CD ziemlich verstörend. Es hat nicht viel mit Rap zu tun und auch wenig mit Musik im herkömmlichen Sinn und das Schlagzeug  spielt auch keinen tanzbaren Beat. Nein es ist frei improvisierte Musik, Töne welche die Texte von Anna stützen. Die Texte sind hochkarätig und es lohnt sich genau hinzuhören. Vorgetragen werden die Texte in einer Form zwischen Poetry Slam und Rap, sehr emotional zum Einen aber auch wieder sehr cool. Das beste Werk des zum Trio angewachsenen Duos.

Fredi Hallauer

MANI MATTER

CD: „Und So Blybt No Sys Lies“ (Zytglogge)

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Mani Matter wäre dieses Jahr 80 Jahre alt geworden. Zu seinem Geburtstag veröffentlicht der Zytglogge Verlag eine Sammlung von seinen Liedern, interpretiert von jungen Interpretinnen und Interpreten. Im Vergleich zu Matter Rock sind es hier meist VertreterInnen von aktuellen Urban Beats. Das Resultat ist etwas enttäuschend, aber vielleicht war das schon Matter Rock für einen Teil der HörerInnen. Viele RapperInnen interpretieren die Texte ohne das Gefühl, das Mani mit seinen Liedern ausstrahlt, auch KünstlerInnen wie Lo&Leduc, Steff La Cheffe, aber auch nicht Rapper Jeans For Jesus tönen recht flach. Dazu kommt dass einige die Matter Texte erweitert haben und so die Lieder zu wortlastig wurden. Nun zu den Highlights, das sind Noti Wümie, Troubas Kater, Boni Koller & Tobias Jundt mit einem bisher unvertontem Text. Diese CD ist kein Muss.

Fredi Hallauer