DABU FANTASTIC

Album: „Schlaf us“ (Sony Music)

Dabu Fantastic haben nun ihre drei EP’s plus drei neue Songs zu einem Album gemacht. Somit habe ich neun der Titel bereits besprochen, darunter die Pophits „Frisch usem Ei“, „Lied“ oder „Jagge“, welche unterdessen alle kennen, wleche auch nur kurz Radio hören. Aber so einfach sind Dabu Fantastic nicht einzuordnen, denn sie gehen mit den neuen Liedern einen Schritt weiter. Sie werden sehr präzis, poetisch, politisch. Das Kernlied ist das Titellied „Schlaf us“, welches ein Friedenslied ist und die letzten entscheidenden Zeilen Stephan Eicher singt. Ebenso treffend und unter die Haut gehend ist „Wemmer gaht“ ein sehr kurzes Lied über die Flüchtlinge und uns. Man hört auch aus anderen Liedern immer wieder klare Botschaften und Statements. Auffallend ist auch wie sie das machen, sie mischen Stile von Pop und dem einfachen und aussagekräftigen Lied im Stile Mani Matters und daraus entstehen diese zeitgemässen politischen Liedern für die heutige Generation. Dieses Album ist ein Muss.

Fredi Hallauer

CHLYKLASS

Album: „Deitinge Nord“ (Chlyklass Records/Sound Service)

Das Berner Rap Kollektiv Chlyklass ist zwanzig Jahre alt geworden und darum haben sie in ihrem Studio noch ein Album aufgenommen. Dabei zeigt sich, dass die Chlyklässler nicht nur älter geworden sind sondern auch reifer. Die Beats sind genial und das Album hat auch einen gesunden Drive. Neben der Elektronik spielen akustische Drums, Violine, Bass und einmal noch ein Charango. Aber das wichtigste bei Chlyklass sind natürlich die Texte und die sind auch gelungen. Weiterhin machen sie sich auch ein bisschen über sich selber lustig. Einmal erzählen sie von ihren Auftritten und dem Nachher erzählen, vom Autogramm geben und Duschen und Nachhausefahren. Sie sind auch gesellschaftsrelevanter geworden. Sehr eindrücklich ist das Lied „Nid üses Revier“, über die Natur die zurückschlägt. Dem fehlenden Swiss Musik Awards trauern sie weiterhin hintennach. Aber alle Texte sind interessant, unterhaltend und regen zum Nachdenken an. Chlyklass ist hier wieder ein gutes Album gelungen, mit vielen was man von ihnen kennt, aber doch eben weiter entwickelt.

Fredi Hallauer

SINA & FRIENDS

Album: „100% Schweizer Musik“ (Muve Recordings/Musikvertrieb)

Sina wurde geehrt für ihr Lebenswerk und bekommt damit ein Album, wo andere Sängerinnen und Sänger ihre Lieder singen und sie selber singt auch eines. Es werden acht Lieder gesungen. Die Auswahl geht vom „Där Sohn vom Pfarrär“ gesungen von Stefanie Heinzmann bis zu „Emma“ gesungen von Sina. Weitere InterpretInnen sind Kunz, Anna Känzig, Michael von der Heide, Nicole Bernegger, Sacha Oberholzer und Gigi Moto und Adrian Stärn. Die verschiedenen InterpretInnen bringen klar einen Mix aus eigenem Stil und Sina hinein. Es ist ein schönes aber sehr kurzes Album geworden, nämlich nur 28 Minuten lang.

Fredi Hallauer

TRAKTORKESTAR

Album: „Ostring“ (Trakon/Irascible)

Das Berner Balkan Jazz Blasorchester feiert sein 10 jähriges Bestehen mit einem Album welches den Kreis Bern-Balkan-Bern schliesst, musikalisch gesehen. Ostring ist ein Quartier und vor allem eine Autobahn Auf-und Abfahrt mit den obligaten Staus. Traktorkestar spielt eine breite Stilpalette. Da sind ein paar typische Balkankracher, schön wird es wenn es jazziger wird und sie mit Harmonien und guten Arrangements brillieren. Mundartlieder sind auch dabei. Mit Schmidi Schmidhauser und seiner „Agatha“ kann man wundervoll walzern oder geniessen und sich amüsieren. Simon Jäggi singt „Freudenberg“ und „Uf dere Syte vor Stadt“.Schlussendlich rezitiert Stephan Eicher, sozusagen im Abspann, einen Text im „Morgeflug“. Dieses Album ist ein wundervolles und sehr vielseitiges Abbild dieser zwölfköpfigen Band aus Bläsern und Schlagwerkern.

Fredi Hallauer

SUPERSIECH

Album: „Plange“ (iMusician)

Die Solothurner Kultband, steigert sich von Album zu Album. Musikalisch vielseitig in einem Folkpop Stil. Sehr schöne Tastenarbeit am Akkordeon der Orgel oder dem Piano. Die Rhythmusabteilung versteht es die Texte in einen Rhythmus zu bringen, egal ob Reggae, Pop oder Latin. Das wesentliche sind aber die Texte. Sie verstehen es von Sehnsucht zu singen, vom Schicksal das es immer mit einem schlecht meint, oder von der Mühseligkeit sich zu entscheiden, sehr schön im Lied „Coopodermigros“. Kochen scheint auch ein Thema zu sein, entweder kocht er für „Isabella“ oder er besingt einen Koch. Endlich wieder mal eine Mundartband, welche nicht nur von Liebe singt und ihren Problemen mit Frauen.

Fredi Hallauer

TOMMY VERCETTI

Album: „No 3 Nächt bis Morn“ (Eldorado Records/Sony Music)

Tommy Vercetti ist ein begnadeter Rapper, vor allem sind seine Texte gut. er hat eine Botschaft und daraus macht er keinen Hehl. Seine Haltung ist Links und so rappt er auch. Er spricht Klartext in gute Ideen und Geschichten eingepackt. Er zählt auf wer von der Prominenz was auch schon gemacht hat, und greift natürlich die Begründungen an, welche Politiker und Finanzhaie ins Feld führen, aber auch die Rapper lässt er nicht ungeschoren. Er hat sehr viel Text in dieses 50 Minuten Album eingepackt, und das überfordert einen, wenn man alles am Stück hören und verstehen will, darum häppchenweise geniessen, dann ist es ein Genuss. ein Genuss ist auch die Musik oder vielleicht muss man einfach Produktion sagen, die stammt von Pablo Nouvelle und ist sagenhaft. Er verlässt die HipHop Cliché Produktionen und zeigt wirklich wie es sein soll. Sicher ein Meisterwerk dieses Album.

Fredi Hallauer

LIGHT FOOD

Album: „Liechti Choscht“ (iGroove/CeDe.ch)

Light Food aus Grenchen machen Mundart Rock-Pop obwohl sie einen englischen Namen tragen. Da sagt der Albumtitel mehr aus, es ist leichte Kost im positiven Sinne. Das Quartett ist eine Gitarrenband und alle singen, wobei der eine Gitarrist ab und zu Mandoline spielt. Die Musik ist rockig, luftig und verbreitet gute Laune, auch als Partymusik geeignet. Die meisten Texte handeln wie so oft von der Liebe und Frauen, verflossenen, neuen und alter Liebe. Das Lied „Wandersmaa“ und die Hymne an ihre Heimatstadt Grenchen „Vo Gränche bigott“ fallen aus den üblichen Cliché Texten und sind sehr gute Lieder geworden. Aber auch die Liebe und die Frauen besingen sie aus den verschiedensten Blickwinkeln, wie „Kuba“ mit Latin Rhythmus, oder „Houptsach schön“ wo der Fussball mit einer schönen Frau an der Bar verbunden wird. Wie die Band selber sagt, ist es leichte Kost, aber nicht nur belanglos oder sogar blöd, nein das ist Musik die man sehr gut hören kann und die eigentlich auch im Radio gesendet werden müsste.

Fredi Hallauer