ANDY F.

Album: „Morbus Google“ (Beste Sonne)

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Andy F., der Liedermacher aus Zürich besingt die virtuelle und reale Welt der Mitmenschen. Die Texte sind sehr ansprechend und sehr treffend. Es geht um Liebe, um die verschiedensten Nachrichten die wir täglich über die Neuen Medien erhalten, das Partyvolk in Zürich, oder um Gedächtnisverlust und Einiges mehr. Musikalisch kommt das Album ebenso ansprechend daher. Er selber spielt Gitarre, seine Musiker blasen Trompeten, spielen das Schlagzeug und noch so dies und das. Immer bleibt die Stimme ganz im Vordergrund und sehr gut verständlich. Für mich ist Andy F. eine Entdeckung.

Fredi Hallauer

ZID

EP: „00.01“ (Sony Music)

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ZID ist ein Mundartmusiker, welcher sich in noch unbekanntere Gebiete des Mundartpop begibt. Das ist urbane Mundartmusik, zeitgemäss und eingängig. ZID ist musikalisch und textlich direkt und da ist nicht experimentelles oder gekünsteltes zu hören. Die fünf Lieder sind vielversprechend für eine erste EP. Man darf gespannt sein was noch kommt von ZID. Da bleibt es nur seine eigene Liedzeile zu zitieren „Gimmer meh“.

Fredi Hallauer

BUBI EIFACH

Album: „Album 4“ (Sound Service)

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Ja ihr habt richtig gezählt, Bubi liegt falsch aber extra. Es ist sein drittes Album, da ihm aber gesagt wurde, dass das dritte Album das schwierigste Album ist, hat er es einfach übersprungen. Vielleicht ist es aber trotzdem schwieriger als die beiden ersten Alben. Musikalisch ist Bubi Eifach noch dreckiger geworden. Die Gitarren reiben sich manchmal förmlich aneinander und auch sonst werden sie rau gespielt, was einen herrlichen Höreffekt gibt. Genauso geht es mit den Texten. Bubi Eifach erzählt weiterhin viele Geschichten, aber von Menschen denen es dreckig geht, oder von Situationen die schwierig auszuhalten sind. Bubi Eifach ist ein tolles eher düsteres Album gelungen, aber mit viel Energie.

Fredi Hallauer

BUSCHI & ANNI

Album: „Pequod“

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Die vier Nidwaldner sind mit ihrem zweiten Album am Start. Grundsätzlich blieben sie ihrem Stil treu, sie nennen ihn Gin-Folk, allgemein wird diese Musik Indie Folk genannt. Die irischen Einflüsse sind unverkennbar zumindest bei den englischen Songs, dann gibt es noch französische Chansons und Mundartlieder. Sprachlich und musikalisch ist es eine riesen Mischung, also für alle etwas dabei, was es nicht unbedingt einfacher macht das Album durchzuhören. Es ist wie Radio, gutes Radio muss man sagen und sehr unterhaltend. Die Produktion ist etwas geschliffen, etwas mehr Ecken und Kanten hätten nichts geschadet.

Fredi Hallauer

AMIXS

EP: „Kauf“ (Irascible)

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Das Basler Duo Patrick Salz und Simon Baumann sind Amixs. Die sind eine Erweiterung der neuen Schweizer Mundartszene zusätzlich zu Jeans For Jesus und Dachs. Musikalisch liegen sie etwas anders, nämlich im Italo Disco und Lo-Fi Electro. Ein Lied ist französisch. Die Texte sind dadaistisch, schräg, ironisch, witzig und auch frech. Es braucht einen Moment um das Konzept zu verstehen, wenn einem dieser Schritt gelungen ist, machen Amixs tierisch Spass und man würde gerne mehr als sechs Lieder hören.

Fredi Hallauer

NACNECC

Album: „Aso, wie meinsch?“

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NacNecc ist ein Berner Sänger und Texter mit einer tollen Band. Er ist nicht einfach einzuordnen und schon gar nicht zu schubladisieren. Elektropop, HipHop, Funk, Dub sind Elemente welche in seiner Musik vorkommen und das alles mit Mundart Texten. Seine Baritonstimme macht die textlich sehr verständlich und tönt angenehm. Musikalisch ist Matthias Urech sein Partner und Produzent. In der Band sind gute Musiker der Berner Musikszene dabei, mit vier Bläsern, einer Backgroundsängerin und QC als Gast. Seine Texte sind ebenso verwirrend wie sein Musikstil. Da ist er Mal melancholisch, dann wütend, sarkastisch und die ganze Palette der Emotionen. Inhaltlich sind es Texte zum Zuhören. NacNecc erzählt uns viel, kritisiert und öffnet uns die Augen, dort wo wir sie immer wieder verschliessen wollen. So thematisiert er die Glückspillen im Lied „NoWartIg“ oder Autismus bei „Nüt isch wie’s schynt“, aber auch die aktuelle Politik in „Blaui Beeri“ und das Erwachsenwerden in „Béhanie“. Also da gibt es viel zu hören. NacNecc ist ein Mundartalbum, jenseits des gängigen Mundartrocks, aber immer noch für ein breites Publikum.

Fredi Hallauer

FRANK POWERS

Album: „Juheminee“ (Radicalis)

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Frank Powers hat dieses Album selber produziert und turnt in Popgefilden. Musikalisch setzt er mal nur wenige Instrumente ein, dann wieder einen Streichersatz oder sonst etwas mehr. Dazwischen allerhand angesammelte Instrumente. Musikalisch ist das Album interessant und wunderschön. Nun kommt das Aber. Frank Power singt in den Falsetttönen und das noch durch den Autotune gelassen und leicht verhallt, dadurch sind seine Texte oft nicht verständlich, ja manchmal merkt man nicht einmal genau ob er jetzt Englisch, Deutsch oder Mundart singt und das finde ich schade. Er will mit seinen Texten etwas sagen, das merkt man, wenn man da genau hinhört wo man es versteht. Frank Powers hat in seiner normalen Stimmlage eine durchaus schöne Stimme, auch das hört man, und darum sind solche Turnübungen und das starke Autotune unnötig. Schade.

Fredi Hallauer