CHRISTIAN TSCHANZ

Album: „Glendora“ (H2U GmbH/Phonag Records)

Der Berner Weltenbummler hat dieses, sein 5. Album in den USA geschrieben und aufgenommen. Er lebt im Moment dort mit seiner Frau und seinen acht Kindern. Die Lieder sind zur Hälfte Mundart und zur anderen Hälfte Französisch. Musikalisch pendelt er zwischen Poprock und Folk, Chanson ist bei den französischen Liedern auch auszumachen. Inhaltlich handeln die Lieder vom Leben, vom realen Leben, der Liebe, dem Fernweh und der Sehnsucht und was alles dazu gehört. Es sind schöne Piano und Gitarrenklänge zu hören, vor allem der akustischen Gitarre. Die Sandpapierstimme von Christian Tschanz passt sehr gut zu den Liedern und Chansons. Dieses Album gehört zu den sonnigen, leicht romatischen Alben.

Fredi Hallauer

ROLAND ZOSS

Album: „Baumlieder Vol. 2 Bäume des Südens“ (Sound Service)

Roland Zoss doppelt nach. Baumlieder Vol. 1 beschäftigte sich mit unseren Bäumen, auf Vol. 2 sind nun die Bäume des Südens an der Reihe. Kakaobaum, Eukalyptus, Olivenbaum, Palme, Zypresse,Lorbeerbaum, Zitronenbaum und Banyan, sind einige der Bäume welche er besingt. Ganz stark auf diesem Album ist die Musik, tolle Kompositionen, welche zu den orten der Bäume passen und die gespielt von einem Teil der Creme der Schweizer MusikerInnen. Es singen u.a. Michèle Bachmann (Anshelle), Corin Curschellas, Nyna Dubois (Härz), an den Instrumenten sind u.a. zu hören: Jean-Pierre von Dach, Nick Perrin, Julian Sartorius, Wolfgang Zwiauer, Matthias Urech, H.P. Brüggemann, Mike Maurer und Dani Häusler. Die Musik dieses Album ist ein Genuss. Nicht so gelungen sind die Texte. Alles liebliche und unkritische Texte mit vielen Wiederholungen. Gerade beim Eukalyptus hätte ich mir etwas von der Situation der Aborigines gewünscht, die sitzen unter den Bäumen und sprechen bestenfalls miteinander, meisten trinken sind. Die Texte sind eher für Kinder geeignet, was beim Vol. 1 nicht so war. als Album für Kinder sehr geeignet.

Fredi Hallauer

ADAMO

Album „Handgmacht“ (Igroove)

Adamo Häller singt nicht französisch, nein er ist der Örgelirocker mit seinem zweiten Album. Das ist Alpenländer Mundartrock mit Handorgel, Schlagzeug, Gitarre und Bass, nicht mehr und nichts weniger. Die Vier rocken geradlinig los und die Handorgel kommt richtig zur Geltung. Die Melodien sind einfach und schrammen sehr nahe am Schlager vorbei, bleiben aber doch rockig. Textlich erzählt er viel von Frauen und Liebe und was so dazugehört, mal ungehobelt und dann auch wieder handzahm. Diese Lieder und dieser Sound eignet sich sicher für eine Alphüttenparty. Wer Trauffer mag, bekommt hier noch etwas den urchigeren Sound zu hören.

Fredi Hallauer

RITSCHI

Album: „Patina“ (Phonag Records)

Ritschi hat bereits wieder ein neues Album am Start. Diesmal ist ihm der Umschwung vom Mundart Rockpop zum modernen Mundart Pop-Soul geglückt. Gleich von Anfang merkt man, dass hier Elektronik und Instrumente den Weg zusammen gehen. Der erste Song geht gut ab und eignet sich sicher zum Tanzen. Auch die weiteren Songs haben genügend Rhythmus und Power und gefallen mir sehr gut. Ritschi hat viel Soul in der Stimme ohne Versuch zu tönen wie Prince. Das erfreuliche an diesem Album ist, dass hier kein Autotune eingesetzt wurde, oder so dass man es nicht merkt, also Ritschi tönt wieder wie Ritschi. Textlich drehen sich die Lieder vor allem um die Frauen und die Liebe. Es verwundert mich etwas, das jemandem der von sich selber singt, dass er Patina angesetzt hat, nicht andere Geschichten in den Sinn kommen, die er in Lieder umsetzen kann. Das ist ein tolles Album geworden und erfrischend in der Schweizer Mundartszene.

Fredi Hallauer

STAHLBERGER

Album „Dini zwei Wänd“ (Irascible)

Der St.Galler kommt aus dem Nichts mit einem neuen Album daher. Diesmal wieder mit Band. Viel Elektronik die sehr gut zu der Stimme von Stahlberger passt. Die Stimme wird nicht zugedeckt und das positive ist auch, Stahlberger tönt wie Stahlberger und wurde nicht durch die Elektronik gedreht. Das wesentliche an diesem Album sind natürlich die Texte und die Art der Interpretation. Also Stahlberger singt emotionlos, monoton, die verrücktesten Geschichten, eine Art Buster Keaton des Gesangs und natürlich in St. Galler Mundart. Seine Geschichten sind wunderbar, düster und verrückt. Zuerst führt er einem auf ein „Iisfäld“ später nach „Schaebikon“ oder zurück in die Schule. Sehr gut gefällt mir „Über Nacht isch en Sturm cho“ er hat alles neu verteilt in der Stadt. Es ist ein Genuss seiner Fabulierkunbst über unseren teils tristen Alltag zu lauschen.

Fredi Hallauer

GMT

EP: „Läbe & Tod“ (Empire Music)

Der Basler Rapper veröffentlicht sehr unerwartet seine erste EP. Es sind sechs knallharte Raps. Ja erzählt von seiner Wut, dass sein Bruder gestorben ist und sagt, dass er keine Angst mehr vor seinem Tod hat. Das erzählt er im Lied „Augenblick“. Musikalisch ist es typischer Mundartrap mit verschleppten Beats und wie es heute leider Mode ist, zuviel Autotune. Bei den weiteren Texten geht er zu stark in den Gangsterrap und versucht das der Idealisierung des harten Strassenlebens und wüsten Ausdrücken zu verstärken. Das wäre nicht unbedingt nötig, der Mann kann auch sonst hart Texten.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Förschi“ (Universal)

Die Musik von Kunz ist ausgereifter geworden. Sein Folkpop verbreitet gute Laune. Die Bassdrum, welche bisher den Sound zu einem Discogestampfe reduzierte ist weg, trotzdem mangelt es nicht an Energie. Neben den akustischen Saiteninstrumenten von den Gitarren zur Mandoline und dem Hackbrett, sind natürlich auch Keyboards, Bass und Schlagzeug dabei. Wohltuend sind die schönen Bläsersätze und der Harmoniegesang. Textlich ist es einfach Kunz wie es immer war. Es geht um Liebe und alles ist ein bisschen rosarot oder pink wie man heute sagt. Da hat Kunz noch Luft nach oben, um sich zu überlegen will er immer bei diesem Thema bleiben. Ich habe das Gefühl hier könnte es noch „Förschi“ gehen.

Fredi Hallauer