DODO

Album: „Pass“ (Sony Music)

Der Zürcher Minister der guten Schwingungen, wie er sich nennt setzt seine Reise fort. Nachdem er an der Pfingstweidstrasse ausziehen musste mit seinem Studio (letztes Album) beginnt seine musikalische Reise mit dem ersten Lied genau dort. Er reiste dann nicht nach Afrika wie geplant, Corona vereitelte es, sondern er blieb in der Schweiz und fuhr in die Bergwelt mit seinem Container. Die Lieder erzählen von den Bergen, den Pässen, den Witterungen und ihren Vorteilen, z.B. wenn man mit einer schönen Frau in einer Hütte eingeschneit ist. Die Lieder sind ausgereift, der Groove nicht immer gleich, aber immer sind es Good Vibes, welche er verbreitet. Lo & Leduc und Nemo haben auch bei verschiedenen Liedern mitgeschrieben und diese Handschrift hört man den Texten positiv an. Seine Art zu produzieren hört man ebenso und das gibt zusammen ein gelungenes Album, welches der Seele sehr gut tut.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Live – Ä Abe mit Fründe“ (Hitmill Records/Phonag)

Der spezielle Männerchor doppelt nach. Da sie nicht auftreten konnten stellten sie ein Live Album zusammen von ihrer letzten Tour. Die Aufnahmen entstanden zwischen Mai 2019 und Januar 2020 oder zwischen Rubigen und Zürich. Sie wählten ihre beliebtesten Lieder aus, von „So Lang“ über „Alpabfahrt“, „Mis Chind“ zu „Rote Wy“, „Blueme“ (Polo Hofer/Tinu Diem) und „Rosmarie“. Als Zusatz gibt es eine Piano Version von „Ich glaibä dra“. Nach jeweils zwei Liedern sind die Moderationen mit dabei, welche eine kleine Einleitung in das folgende Lied geben. Die Band mit Tasten, Schlagzeug, Gitarre und Bass spielt im Hintergrund, aber trotzdem sehr klar wahrnehmbar und auch sehr gut. Sie tragen wesentliches bei zum Gelingen der Konzerte. Es ist ein sehr gelungenes Album. Wie es bei Live Alben sein sollte, ist die Intensität und Emotionalität bei diesen Aufnahmen grösser, als bei den Studioalben. Dieses Album eignet sich sowohl als Erinnerung an die Konzerte von Heimweh oder um die Konzerte von Heimweh erst kennen zu lernen.

Fredi Hallauer

BRANDAO FABER HUNGER

Album: „Ich liebe dich“ (Two Gentlemen Records)

Der wird in Mundart ausgesprochen. Dino Brandao, Faber und Sophie Hunger haben gemeinsam Liebeslieder geschrieben. Grundlage ist, dass wir viel zuwenig sagen „Ich liebe dich“. So hat jede(r) der drei SängerInnen ein Lied mit diesem Titel geschrieben. Die anderen Lieder schrieben sie zusammen und auch einzeln. Aufgenommen wurde zusammen und sie unterstützen sich auch auf den Instrumenten, das trifft vor allem auf Sophie Hunger und Dino Brandao zu. Musikalisch ist dieses Album unter Lieder einzuordnen. Textlich sind die Lieder etwas durchzogen. Faber überzeugt mit seinen Liedern textlich sehr, auf seine frische und freche Art. Ein Höhepunkt ist sicher „E Nacht a dr Langstrass“. Sophie Hunger hat teils etwas kryptische Texte, singt sie aber sehr schön in ihrer gewohnten Art. Das Schlusslied „Derfi di hebe“ ist sehr berührend. Ein Album dass es in sich hat.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

Album: „Schangsongs 4“ (www.florian-schneider.ch)

Florian Schneider macht es uns Hörerinnen und Hörer nicht einfach. Was einmal schräge, düstere und unbequeme Geschichten aus dem Baselbiet waren, sind nun sehr dunkle, morbide und unangenehme Gedanken. Die meisten Lieder sind in der Ich-Form getextet. Die meisten Lieder sind destruktiv, da hat er sechs Kugeln im Lauf dort nahm er 800 Liter Nitro mit. Er kann aber auch bitter-süss romantisch sein im „Nacht am Bosporus“ oder „Rose vom Fluehbärgwald“. Deftig erotisch geht es dann im „Chnabeturner“ zu und her. In anderen Liedern geht es um verflossene Liebschaften oder ein schönes Schlaflied für ein Kind. In „Tschinderassa“ geht es dann nocheinmal mörderisch zu. Ja eigentlich sind es viele Lieder in typischer Florian Schneider Art, welche ich auch selber gut mag, aber die etwa drei Lieder sind mir doch zu morbid. Noch etwas zur Musik, die ist wie immer wunderschön. Gespielt wird sie von Roman Bislin am Keyboard und Adam Taubnitz an der Violine.

Fredi Hallauer

MANUEL STAHLBERGER & BIT-TUNER

Album: „I däre Show“ (Irascible)

Diese beiden Männer passen gut zusammen. Bit-Tuner schafft es Beats und Klangbögen zu schaffen, welche die Stimmungen der Texte aufnehmen und sie aufbauen zu einem grossen Finale, welches nie stattfindet. Manuel Stahlberger sprechsingt seine Texte von Menschen auf der trüberen Seite des Lebens, oder über diejenigen, welche im Alltag gefangen sind. Die Texte sind gute Beschreibungen, haben Humor, wenn auch einen grauen. Sehr schön ist die Beschreibung seines ersten Matchbesuchs im Stadion. Sehr dunkelgrau und gut erzählt „Loch im Augenlid“. mehr zu verraten wäre schade, dieses Album ist zum Hören da. Wer schräge Erzählungen, mit eher knappen Worten mag, liegt mit diesem Album genau richtig.

Fredi Hallauer

DENISE DONATSCH

Album: „Alter Ego“ (iGroove)

Denise Donatsch, Sängerin, Philosophin präsentiert ihr Album Nummer zwei. sie schreibt und singt ihre Lieder in Mundart. die Texte beziehen sich auf Ereignisse in ungünstigen Momenten und meist in Bezug auf Beziehungen zwischen Menschen. Ihre Stimme ist nicht die stärkste und auch nicht sehr präsent hörbar, was dem ganzen Album nicht zugute kommt. Die Musik ist sehr schön, leicht jazzig. Denise Donatsch ist ein schönes Album gelungen, aber man muss es nicht zwingend gehört haben.

Fredi Hallauer

TRYBGUET

Album: „So Wyt So Guet“ (6003 Records)

Trybguet ist eine neue Band mit Padi Bernhard (ex Mash) und Musikern aus verschiedenen Bands wie Lockstoff oder Rocktail. Dieses Debütalbum hat die Band selber produziert und in Nashville abmischen lassen. Dies sagt auch schon etwas über den Sound aus, er ist ganz klar amerikanisch geprägt, mit einem Schuss Countryrock. Padi Bernhard schrieb die Songs, mit einer Ausnahme. Der Coversong stammt von Polo Hofer und Marianna Polistena und ist „Wiene Falter zum Füür“ eine fast vergessene Perle aus den Zeiten von Schmetterding. Als letztes haben Trybguet noch den Mash Hit „Ewigi Liäbi“ aufgenommen, welcher mir in der Mash Version, besser gefällt. Der Sound von Trybguet ist sehr erfrischend, gerade heraus rockig und gewinnt durch die Sängerin Sarah Heer, welche nicht nur Background singt, sondern auch Harmony und Lead, sowie Duett. Die Lieder erzählen von der Liebe, von früher und zu Hause sein. Meine Favoriten sind „Soundtrack“, wo vom Soundtrack des Lebens oder den Songs welche alte Erinnerungen wecken, die Rede ist. Der zweite Favorit ist „Det woni aneghör“ eine wunderschöne Ballade. Dieses Album stieg nicht vergeblich hoch in die Charts ein, Trybguet haben das verdient und man darf offenbar auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

TRUWVE

Album: „Secondi Piatti“

Das Kollektiv hat soeben ihr zweites Album veröffentlicht, eben Secondi Piatti. Es ist Mundartrap und er klingt so bunt wie das Albumcover. Gerappt wird Berndeutsch, und sie bringen alles in den Zusammenhang mit Meer, Fischen, Ferien am Meer. Inhaltlich zelebrieren sie eine Spassgesellschaft. Das Album ist tanzbar und ein klares Partyalbum.

Fredi Hallauer

BIG ZIS

Album: „4xLove:2“ (Blonk)

Big Zis ist eine der wenigen Frauen, welche sich im HipHop mit ihren Rap Songs zu behaupten weiss. Nicht wegen Nichts, hat sie den Schweizer Musikpreis gewonnen. Auf ihrem neuen Album lässt sie es musikalisch und verbal so richtig krachen. Musikalisch dominiert die Elektronik mit kräftigen Bässen und tollen Beats. Textlich rechnet sie mit unserer Gesellschaft in vielen Belangen so richtig ab. Egal ob das die Finanzwirtschaft ist, oder wir alle, denen es gut geht und die mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Ein grosses Thema sind natürlich die Frauen. Sie rappt nicht gegen Männer sondern für die Frauen, auch das Ego ist ein Thema. Egal welches Thema Big Zis in den Mund nimmt, es wird kritisch beleuchtet, klingt aber hoffnungsvoll und hat Zukunft. Diese Album ist ganz klar tanzbar und natürlich auch hörbar. Es lohnt sich und es macht Spass Big Zis zuzuhören.

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Mini Schwiiz, mini Heimat“ (Universal Music)

Beatrice Egli singt nun Mundart. Sie hat einige ihrer Erfolge mit Mundarttexten versehen und je zwei Lieder singt sie französisch und italienisch. Gelungen ist ihr das ganze sehr gut. Klar es sind vieles noch Schlager, und Schlagersängerin will sie auch sein. Aber gerade das Titellied ist recht popig und eine wirkliche Liebeserklärung an die Schweiz. wehmütig ist hier gar nichts, Beatrice Egli gibt recht Gas und ist eine wahre Stimmungskanone die viel gute Laune verbreitet, was wir ja in diesen schwierigen Zeiten sehr gut gebrauchen können. Dieses Album ist gelungen und dürfte nicht nur SchlagerliebhaberInnen, sondern auch Menschen die Nichts zu eng sehen, Freude machen.

Fredi Hallauer