TRAKTORKESTAR

Album: „Ostring“ (Trakon/Irascible)

Das Berner Balkan Jazz Blasorchester feiert sein 10 jähriges Bestehen mit einem Album welches den Kreis Bern-Balkan-Bern schliesst, musikalisch gesehen. Ostring ist ein Quartier und vor allem eine Autobahn Auf-und Abfahrt mit den obligaten Staus. Traktorkestar spielt eine breite Stilpalette. Da sind ein paar typische Balkankracher, schön wird es wenn es jazziger wird und sie mit Harmonien und guten Arrangements brillieren. Mundartlieder sind auch dabei. Mit Schmidi Schmidhauser und seiner „Agatha“ kann man wundervoll walzern oder geniessen und sich amüsieren. Simon Jäggi singt „Freudenberg“ und „Uf dere Syte vor Stadt“.Schlussendlich rezitiert Stephan Eicher, sozusagen im Abspann, einen Text im „Morgeflug“. Dieses Album ist ein wundervolles und sehr vielseitiges Abbild dieser zwölfköpfigen Band aus Bläsern und Schlagwerkern.

Fredi Hallauer

SUPERSIECH

Album: „Plange“ (iMusician)

Die Solothurner Kultband, steigert sich von Album zu Album. Musikalisch vielseitig in einem Folkpop Stil. Sehr schöne Tastenarbeit am Akkordeon der Orgel oder dem Piano. Die Rhythmusabteilung versteht es die Texte in einen Rhythmus zu bringen, egal ob Reggae, Pop oder Latin. Das wesentliche sind aber die Texte. Sie verstehen es von Sehnsucht zu singen, vom Schicksal das es immer mit einem schlecht meint, oder von der Mühseligkeit sich zu entscheiden, sehr schön im Lied „Coopodermigros“. Kochen scheint auch ein Thema zu sein, entweder kocht er für „Isabella“ oder er besingt einen Koch. Endlich wieder mal eine Mundartband, welche nicht nur von Liebe singt und ihren Problemen mit Frauen.

Fredi Hallauer

TOMMY VERCETTI

Album: „No 3 Nächt bis Morn“ (Eldorado Records/Sony Music)

Tommy Vercetti ist ein begnadeter Rapper, vor allem sind seine Texte gut. er hat eine Botschaft und daraus macht er keinen Hehl. Seine Haltung ist Links und so rappt er auch. Er spricht Klartext in gute Ideen und Geschichten eingepackt. Er zählt auf wer von der Prominenz was auch schon gemacht hat, und greift natürlich die Begründungen an, welche Politiker und Finanzhaie ins Feld führen, aber auch die Rapper lässt er nicht ungeschoren. Er hat sehr viel Text in dieses 50 Minuten Album eingepackt, und das überfordert einen, wenn man alles am Stück hören und verstehen will, darum häppchenweise geniessen, dann ist es ein Genuss. ein Genuss ist auch die Musik oder vielleicht muss man einfach Produktion sagen, die stammt von Pablo Nouvelle und ist sagenhaft. Er verlässt die HipHop Cliché Produktionen und zeigt wirklich wie es sein soll. Sicher ein Meisterwerk dieses Album.

Fredi Hallauer

LIGHT FOOD

Album: „Liechti Choscht“ (iGroove/CeDe.ch)

Light Food aus Grenchen machen Mundart Rock-Pop obwohl sie einen englischen Namen tragen. Da sagt der Albumtitel mehr aus, es ist leichte Kost im positiven Sinne. Das Quartett ist eine Gitarrenband und alle singen, wobei der eine Gitarrist ab und zu Mandoline spielt. Die Musik ist rockig, luftig und verbreitet gute Laune, auch als Partymusik geeignet. Die meisten Texte handeln wie so oft von der Liebe und Frauen, verflossenen, neuen und alter Liebe. Das Lied „Wandersmaa“ und die Hymne an ihre Heimatstadt Grenchen „Vo Gränche bigott“ fallen aus den üblichen Cliché Texten und sind sehr gute Lieder geworden. Aber auch die Liebe und die Frauen besingen sie aus den verschiedensten Blickwinkeln, wie „Kuba“ mit Latin Rhythmus, oder „Houptsach schön“ wo der Fussball mit einer schönen Frau an der Bar verbunden wird. Wie die Band selber sagt, ist es leichte Kost, aber nicht nur belanglos oder sogar blöd, nein das ist Musik die man sehr gut hören kann und die eigentlich auch im Radio gesendet werden müsste.

Fredi Hallauer

PETER REBER

Album: „Ha mys Härz uf der Büni gla“ (Universal Music)

Peter Reber hat ein neues Album aufgenommen mit neuen und älteren Liedern, aber in neuen Versionen und drei Lieder singt seine Tochter Nina, bei anderen Liedern spielt sie das Cello. Neu ist das Titellied, ein kleiner Bühnenrückblick sozusagen. Sehr gefallen tut „Ploudertäsche“ ein Lied an seine Enkelin, sehr schön formuliert und wird jedem engagiertem Grossvater gefallen. Dann singt er selber die Mundartversion von Michael Kunze „Der Tüfel und der jung Ma“ welches er für Paola gemacht hat. Alle Lieder sind einfach instrumentiert und wirken so sehr authentisch. Nina singt „D Chinder vom Kolumbus“, dann von Bettina Wegner „Sind so kleine Hände“, ein sehr schönes Lied und aus dem Peter, Sue & Marc Repertoire „Sing Children“. Peter Reber hat hier ein schlichtes Album gemacht, welches gemütlich ist und auch für das Gemüt. Interessant sind die Erläuterungen zu den einzelnen Liedern im Album Booklet.

Fredi Hallauer

ADRIAN TACCHI

EP: „Zimmer“ (Wemotions Music)

Der Sänger der Popgruppe Baba Shrimps frönt zwischen zwei Baba Shrimps Alben, seinem Soloprojekt, dem Mundartlied. Musikalisch ist es angenehmer und sehr abwechslungsreicher Pop. Spannend sind natürlich die Texte. Er beobachtet und beschreibt sich und seine Umgebung. Sei es der Sonntagnachmittag in der kleinen Wohnung und der Nachbar übt Klavier. Aber auch die Beziehung die auseinandergeht und es geht trotzdem weiter, aber auch das Hier sein im Supermercado. Es sind sehr intelligente Texte und es ist schön ihnen zuzuhören.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Ärdeschön“ (HitMill/Phonag)

Alle Jahre wieder und der Erfolg geht weiter mit dem Männerchor der Schweiz. Die zwölf Männer, Amateursänger, singen gewohnt, heimatverbunden schön, neue Lieder aus der Feder von Georg Schlunegger. Mit dabei sind je bei einem Lied, der Hackbrettspieler Nicolas Senn und die Sängerinnen Francine Jordi, Daria Occhini und Lisa Stoll. Die Lieder werden von einer Band unterstützt, was den Chor den Pop Groove gibt mit den Heimatharmonien. Die Melodien sind sehr eingängig und kommen einem manchmal vor als ob man sie schon irgendwo gehört hätte. Die Inhalte befassen sich mit Alpabfahrt, nach Hause kommen, dem Zuhause sein im Bauernhaus, Erinnerungen und Bergbauernleben. Da es doch noch ein paar Bauern und ein Schafhirte dabei hat, kommen die Lieder glaubwürdig daher.

Fredi Hallauer