MISS HELVETIA

Album: „E Guete“ (Sony Music)

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Hinter Miss Helvetia steht Barbara Klossner, eine Sängerin, welche mit Schwyzerörgeli abgebildet ist aber nicht selber spielt auf diesem Album. Sie ist auch eine Jodlerin , aber das ist kaum zu hören, da sie den Jodel nicht einsetzt.. Das ganze Album ist etwas zwiespältig und das Wort Trauffer liegt einem nahe und wenn man dann liest, dass ein Produzent von Trauffer die Finger im Spiel hatte wird einem einiges klar. Direkt zu vergleichen ist sie aber nicht.  Die Texte sind nett, die Stimme hat Power und geht ins Herz. Die Musik ist unterschiedlich und oft durchwegs akzeptabel aber manchmal gibt es so einen Volksmusik Disco Groove und dann wirkt es billig. Miss Helvetia setzt sich da in den Graben zwischen Tradition und Moderne und das Gleichgewicht hat sie nicht immer.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Doppelalbum: „Softdrinks“ (Sony Music)

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Dabu Fantastic haben einige ihrer Lieder nochmals aufgenommen und zwar Unplugged und darum heisst das Album Softdrinks. Das zweite Album ist Drinks, so wie es bereits erschien. Zwischen den beiden Alben gibt es nicht nur den Unterschied von Plugged und Unplugged, sondern auch die Titel sind nicht ganz identisch. Aus früheren Alben ist auf Softdrinks „Vo Vorn“, „Min Ort“ und „Belüftigsanlag“ zu hören, Drinks hat noch die Bonustracks „Fredi“ und „Los Los“ mit eingepackt. Musikalisch sind natürlich grosse Unterschiede zu hören. Softdrinks hat zwar auch viel Power und Dampf, aber der Gesang tritt noch besser nach vorn, und da das Ziel ist Lieder zu machen, haben sie ihr Ziel erreicht. Achtung auch Softdrinks können süchtig machen, zumindest wenn sie von Dabu Fantastic herkommen.

Fredi Hallauer

Live: Kurzer Bericht vom Zermatt Unplugged 2018

Im Vernissage starteten die Zürcher Dabu Fantastic ihre SoftdrinkTour, lies Unplugged Tour. Das Lokal war gestossen voll und die Bühne mit acht Leuten auch. Dabu Fantastic zeigten dass sie es geschafft haben mit Züri West und Patent Ochsner in einem Atemzug genannt zu werden. Mit einigen ihrer Songs schafften sie magische Momente. Der Humor kam auch nicht zu kurz.

BRANDHÄRD

Album: „1997“ (Radicalis)

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Die Basler Rapper haben ihr Jubiläum verschlafen, darum ein Jahr später. Die Brandhärd gibt es nämlich nun 21 Jahre. Auf dem Album sind die Single „Mit Links“ ein neues Stück, und elf alte Tracks, die wichtigsten für die Band in ihrer Geschichte. alle diese Tracks wurden neu eingespielt zusammen mit der Band mit welcher sie oft Live unterwegs sind. Die tollen Titel wie „Nochbrand“ oder „Blackbox“ aber auch „Träne in de Auge“ leben hier neu auf. Nichts neues, aber neu verpackt und immer wieder gern gehört. Danke Brandhärd.

Fredi Hallauer

FRATELLI-B

Album: „Per Du“ (Tell Records/Musikvertrieb)

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Die Rapper Duo aus Zug ist wieder oder immer noch da, und das zum Glück. Die tollen Beats mit Tempo und Power die sie ihren Texten unterlegen sind schon mal hörenswert. Dazu kommen ihre Texte, schnell und kompromisslos mit tollem Flow kommen die daher, und immer gut verständlich. Dass es ihnen wichtig ist, was sie rappen sieht man darin, dass ein ganzes Booklet dem Album beiliegt mit den ganzen langen Texten. Das Album ist so vollbepackt wie jeder einzelne Songs und da gibt es wirklich 19 Songs zu hören. Sie rappen über den Alltag, aber sie sind auch älter und reifer geworden und darum ihr Alltag auch realistischer. Gut, der eine ist offenbar nur in Trainerhosen unterwegs „Trainerhose“, was doch einen Einblick in die Philosophie eines Trainerhosenträgers gibt. Sie sind auch im Alter der Klassentreffen „Klassetreffe“ und „Was zämeghört“ spricht für sich. Verschiedene Rap Kollegen und Kolleginnen helfen da und dort mit und auch musikalisch sind Gäste zu hören. Eine gelungene Rap CD.

Fredi Hallauer

CHICA TORPEDO

Live: Albumtaufe in der Mühle Hunziken am 24. März 2018

Bild Fredi Hallauer

Die Mühle war gestossen voll, wen wunderts wenn Chica Torpedo zur Taufe ihres wundervollen Albums ruft. auf der Bühne war es fast so eng wie im Publikum, denn alle neun Mitglieder der Band waren anwesend und gaben sich in bester Spiellaune. Was sofort auffiel war der gute Sound. Auch wenn alle im Einsatz waren konnte jedes einzelne Instrument oder Stimme immer genau gehört werden, auch wenn diese leiser waren. Chica Torpedo liessen die Latinparty so richtig steigen mit den fetzigen Stücken und dazwischen gab es dann Musik der einzelnen Musiker in kleinerer Besetzung, so duellierten sich der Perkussionist am Tambourin mit dem Gitarristen in rasanter Art und Weise. Jeder Musiker und die Musikerin kamen immer wieder zu ausgedehnten Soli und alle zeigten dass sie sehr gute MusikerInnen sind. Einer sei hier namentlich erwähnt, das ist Ivo Prato, welcher neu die Saxophone in der Band spielt und auch zum Erstenmal das Akkordeon live spielte. Die Posaunistin, der Trompeter und der Saxophonist spielten ein wunderschönes raffiniertes Stück im Trio. Die Repertoire setzte sich aus den Liedern und Stücken der neuen CD und älterem Material zusammen, auch einem Lied aus dr Ursprungsband Stop The Shoppers. Schmidi führte souverän mit wahren oder gut erfundenen Geschichten durch den Abend, sonst war er zwar meistens der Sänger, aber nicht immer und konnte sich gut zur Seite stellen, wenn andere im Mittelpunkt standen. Als Zugabe gab es dann unter anderem noch „Vater sii“ einem der schönsten Lieder des neuen Albums und aus dem letzten Album „Si schaffet ire Gärtnerei“. Chica Torpedo feierten ihre Album Taufe schweisstreibend und wie es sich für diese Band gehört, professionell und genial.

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Fredi Hallauer

Album: „Corazon Total“ (Endorphin Entertainement/Irascible)

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Chica Torpedo hat sich stellenweise etwas neu erfunden, was sehr erfrischend ist und angenehm. Wer es lieber noch so hat wie früher, auch das ist noch zu hören. Was ist neu? Die 9köpfige Band spielt nicht mehr immer tutti, sondern es sind einmal die Instrumente am Zug und dann jene. Das kommt vor allem den Texten zugute, welche ebenfalls viel an Inhaltlichem gewonnen haben. Texter und Komponist ist dreimal der Gitarrist Bernhard Häberlin, einmal noch zusammen mit Schmidi Schmidhauser, der auch noch drei Songs geschrieben hat. Dazu kommt noch Anselmo Torres mit einer Zusammenarbeit mit Schmidi Schmidhauser und einer Eigenkomposition. Mir gefallen sehr die Lieder „Vatter sii“, „Glück“ und „Pling“ und nürlich die Latin Fetzer welche auch dabei sind. Chica Torpedo geht mal wieder einen Schritt voraus und verändert die Mundartszene erfrischend.

Fredi Hallauer

KAUFMANN

Album: „König vu dr Nacht“ (Zytglogge)

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Der Bündner Reto Kaufmann tritt als neuer Mundart Künstler unter seinem Familiennamen auf. Musikalisch ist er bei den amerikanischen Singer/Songwritern einzuordnen. Seine Band besteht aus Gitarre, Bass und Schlagzeug plus ein paar Zusatzinstrumente da und dort. Er selber singt und spielt die akustische Gitarre. Soweit ist alles OK und die Musik tönt gut. Nun beginnen aber die Enttäuschungen. Der Gesang ist nicht das gelbe vom Ei, irgendwie klingt Kaufmann sehr verkrampft und angestrengt. Die Texte erzählen allesamt von Liebe, meist irgend einer schiefgelaufenen aber die Lieder berühren und faszinieren nicht, auch nicht in der Art der Poesie, sie sind auch nicht frech oder provokativ. Vielleicht ist KaufmannKönig der Nacht, aber sonst muss er sich noch den Erfolg erarbeiten.

Fredi Hallauer

DACHS

Album: „Immer Schö lächle“ (Irascible)

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Dachs aus St. Gallen präsentiert 15 neue Lieder auf ihrem Album. nach der EP fahren sie genau dort weiter. Ausgeklügelter Elektropop mit schrägen und subversiven Texten. Die Texte sind absolut verständlich und die Ideen und Geschichten so schön schräg. Nicht immer ganz jugendfrei aber was solls. Clevere Texte mit cleverer Musik gepaart machen dieses spezielle Duo aus. Hoffentlich hört man noch viel vom Dachs.

Fredi Hallauer