DACHS

Album: „Immer Schö lächle“ (Irascible)

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Dachs aus St. Gallen präsentiert 15 neue Lieder auf ihrem Album. nach der EP fahren sie genau dort weiter. Ausgeklügelter Elektropop mit schrägen und subversiven Texten. Die Texte sind absolut verständlich und die Ideen und Geschichten so schön schräg. Nicht immer ganz jugendfrei aber was solls. Clevere Texte mit cleverer Musik gepaart machen dieses spezielle Duo aus. Hoffentlich hört man noch viel vom Dachs.

Fredi Hallauer

11Ä

Album: „Hie“ (Equipe Music)

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Der Name der Künstlerin muss Elfä ausgesprochen werden, also für nicht Berner Elfe. Das ist nicht das einzige spezielle an diesem Album. Die Beats und grooves gehen meist mit hohem Tempo los und mit eigenem Sound. Elfä rappt dazu was das Zeug hält. Mit ihrer etwas tieferen Frauenstimme liegt sie etwa dort in der Stimmlage wo Nemo liegt. Also es ist Elfä und nicht Nemo. Textlich hat die junge Frau etwas zu sagen was auch gesellschaftsrelevant ist. Für mich sind die Highlights „Aus woni ha“, „Meh vo dir“ und „I läbe“, aber auch die anderen Texte sind hörenswert. Bern ist um eine Stimme reicher, welche sogar noch etwas zu sagen hat.

Fredi Hallauer

SCHÖNHOLZER & RÜDISÜLI

Album: „Sozialplan“ (buffalo downhill/www.markus-schönholzer.ch)

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Markus Schönholzer ist ein Liedermacher, welcher von Robi Rüdisüli auf dem Akkordeon unterstützt wird. Robi Rüdisüli gibt den Liedern die richtige Ambiance mit seinen meist spärlichen Klängen, aber richtig eingesetzt. Überhaupt sind diese Lieder spärlich von den Anzahl Worten, dafür sitzen sie und man mag zuhören und wird nicht zugetextet. Stimme von Markus Schönholzer und die Art der Lieder erinnern ein bisschen an das Pfannestil Chammer Sexdeet. Die Texte erzählen vom Alltag, von den Alltagssituationen und Menschen. Alle Lieder sind gut, hier erwähne ich nur ein paar, nämlich „Doppelbett“ handelt vom Zustandekommen einer Beziehung und deren Auflösung, „Jammern als Chance“ ist ein herrlicher Genuss, „Franz“ vom französisch lernen und „Perfekt“, lasst euch überraschen. Schwierige Situationen werden hier mit Humor angegangen. Schönholzer und Rüdisüli sind eine Entdeckung und Genuss. Das Album ist unter  https://schoenholzer.bandcamp.com/album/sozialplan  erhältlich.

Fredi Hallauer

STEREO LUCHS

Album: „Lince“ (Island Records/Universal)

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Stereo Luchs singt in Mundart und die Musik ist Dancehall und verwandte Stile. Eine solche Mischung haben andere auch schon gemacht und sie hat oft ein kleines problem, nämlich dass der Flow dieses Stils nicht optimal zur Mundart passt, oder umgekehrt. So wird es relativ schwierig die Texte zu verstehen, aber genau das will Stereo Luchs. Die Texte darf man und soll man auch verstehen denn schlecht oder nichts sagend sind sie nicht. Stereo Luchs erzählt vom Alltag, von der Liebe und das versucht er auf eine etwas andere Art. Beim öfteren hören versteht man immer mehr. Schön wäre in diesem Falle auch, wenn die Texte im Booklet wären.

Fredi Hallauer

 

GUY MANDON

Album: „Stream“ (Radicalis)

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Elektropop auf Schweizerdeutsch, geht das? Ja meistens. Guy Mandon zieht viele Register des Elektropop, mal mehr Dance dann mehr Pop und dazwischen  sogar  experimentell. Dazu singt er Mundart. Das funktionert sehr gut und fast alles ist tanzbar. Mühe macht es die Texte zu verstehen wenn er es als Prince versucht. Nicht nur das Verstehen der Worte ist schwierig, aber Mundart passt in dieser Form nicht in diese Art zu singen, bis jetzt. Es ist keine tiefschürfende Musik aber man sie durchaus Anhören oder noch besser dazu tanzen.

Fredi Hallauer

NISU

Album: „Homo Sapiens“

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Nisu ist unter anderem Rapper aus Bern. Mit Homo Sapiens präsentiert er ein Rap Album. Gleich von Beginn weg fällt einem auf, hier geht es bei der Musik nicht um einfache, langsame Beats, sondern es geht die Post ab und zwar auch musikalisch. Latin, Rock und Pop sind die häufigst vertretenen Stile. Dazu rappt Nisu in einem gehörigen Tempo auf Berndeutsch. Die Textqualität ist ziemlich unterschiedlich und etwas pubertär. Es geht immer wieder um viel Trinken und Poppen. Ok, prüde bin ich nicht, aber es langweilt. Dazwischen gibt es dann recht humorvolle und voll Selbstironie steckende Texte wie „Summerhit“  oder auch „Nisu im Huus“, „Lorraine“ gefällt auch sehr gut. Dies ist ein fetziges Rap-Album das textlich noch Luft nach oben hat.

Fredi Hallauer

AERNSCHD BORN

Buch: „Eifach e Lied“ (Verlag Ambi press Basel)

Die Worte meiner songs aus fünf Jahrzehnten.

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Aernschd Born schreibt schon seit 50 Jahren Lieder und hat die in einem Buch zusammen gestellt, auf 500 Seiten. Erhabe noch mehr Texte, erklärt er mir, aber 500 Seiten seien genug. Das Vorwort schrieb Greis, seines Zeichen Rapper. Er schreibt über das, was ich Rapper immer wieder gefragt habe, Rapper sind die heutigen Liedermacher, oder anders herum, was Rapper machen, gab es schon lange. Hinten im Buch sind Verständigungshilfen für nicht Basler und Aernschd Born s Liederleben in 11 Strophen, eine andere Form der Biographie. Nun zum Eigentlichen, den Liedern. Zuerst war ich etwas verstört, denn die Lieder sind nicht chronologisch oder thematisch abgedruckt, sondern alphabetisch. Von „Aber wär“ von 1997 bis „Zwüsche Tür und Angel“ von 1992. Seine Balladen inkl. „Ballade vo dr Viscosuisse“; „Ballade vo Kaiseraugscht“ und „Ballade vom danggbare Fisch“ kommen so hintereinander. Nachdem Aernschd Born mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass in alphabetischer Reihenfolge die Lieder in einem neuen Kontext da stehen, begann es mir zu gefallen, Text um Text von vorne nach hinten zu lesen. Viele Lieder hat Aernschd Born live gesungen und gibt es nicht auf Tonträger, so der „Weihnachtsblues“ von 1968, der ein Bestandteil eines Weihnachtsgottesdienstes von ihm war und natürlich durch die Kriegsnachrichten von Vietnam während der Weihnachtszeit beeinflusst war. „Weisch no“ von 1980 folt darauf, passt aber wieder, da er von der Erinnerung an die Hippie zeit erinnert. So lässt sich noch vieles entdecken. Ein Buch das ein Stück Schweizer Geschichte enthält, nicht vor allem aus der grossen Politik, aber aus dem leben, den Alltagssorgen und der Gesellschaft. Die Texte sind immer klar, und wer meint Aernschd Born zu kennen, entdeckt hier vielleicht noch unbekanntere Seiten des Basler Liedermachers der ersten Stunde bis heute.

Fredi Hallauer