ZID

EP: „Letschte Tanz“ (Sony Music)

Zid doppelt mit einer neuen EP nach bzw drei Liedern. Es sind Mundartpop Songs mit guten Beats, ansprechenden Texten und cooler Stimme. „Autostopp“ handelt von der Fahrt ins Paradies, „Keis Signal“ erzählt von unserer guten Vernetzung und plötzlich hat man von jemandem kein Signal mehr, „Letschte Tanz“ geht um eine nicht mehr bestehende Liebe. Alles sehr gut gemacht. Das ist cleverer Mundartpop der eigentlich auch in den Radios Erfolg haben sollte.

Fredi Hallauer

STEFANIA KAYE

Album: „Traces“ (Sound Service)

Stefania Kaye. die Berner Musikerin ist mit einem neuen Album zurück. Sie hat die neun Songs selber geschrieben in Zusammenarbeit mit Thomas Fessler und David Campbell Jr. Auf dem Album spielen grossartige Musiker mit, wie Thomas Fessler, Jean-Pierre von Dach, Mario Capitanio, Michael Chilewsky, Simon Kistler und ein paar mehr. So eintstand ein luftig, lockerer Poprock Sound, der sehr gut zu den Songs passt. Stefania Kaye ist etwas popiger geworden, aber auch unbeschwerter. Dieses Album passt bestens in die Sommerzeit, kann aber auch im Herbst den Nebel vertreiben.

Fredi Hallauer

CHARLIE MIDNITE

Trippel Album: „Commercial Suicide“

Charlie Midnite, mit bürgerlichem Name Ruedi Birchler kommt aus Aarau und ist seit den 80iger Jahren unter dem Pseudonym unterwegs. Der Albumtitel ist sicher vieldeutig. Musik darf heute nichts kosten, ist sicher ein commercial suicide, aber auch wenn einer gleich drei CD’s füllt mit 34 Songs und zwei Stunden und 15 Minuten. Musikaisch sind es schöne Singer/Songwriter Songs, mal zuhause aufgenommen und mit Drumloops gearbeitet, oder in einem normalen Studio mit amerikanischen Kollegen, oder einfach in einem Studio,dafür wieder über Bücher und Filme gesungen. Dominant ist die angenehme Stimme mit einem nicht akzentfreien Englisch und natürlich die tolle Gitarrenarbeit. Die Frage stellt sich einfach musste es so viel sein, denn die Musik läuft in Gefahr, dass sie plötzlich zur Hintergrundmusik wird, und das hat sie nicht verdient. Aber eben „Commercial Suicide“

Fredi Hallauer

Stubete Gäng

Album: „Stubete Gäng“ (HitMill/Phonag Records)

Stubete Gäng kommen aus Zug. Eine Stubete ist eine Party in der Stube und das liegt dieser Musik zugrunde, Partymusik. Vater Hassler ist ein begnadeter Akkordeonist, sein Sohn ist der Partymacher und Rampensau. So ist dann die gute Idee der Stubete Gäng zu einer volksdümlichen Schlagerplatte verkommen. Das Akkordeon ist oft im Hintergrund und der Bum Bum Beat haut dann noch alle guten Ansätze kaputt. Es gibt Schwyzerögeler die schaffen es ohne BumBum ziemlich rockig und fetzig zu spielen. Die Texte sind ziemlich dümmlich. Idee missglückt.

Fredi Hallauer

BONAPARTE

Album: „Was mir passiert“ (Sony Music)

Der Schweizer Wahlberliner Tobias Jundt hat sich wieder einmal neu erfunden. Fertig mit dem bizarren Partysound, Bonaparte hat sich globalisiert, zumindest musikalisch. Er reiste nach Abidjan an der Elfenbeinküste und nahm mit lokalen Musikern und lokalen Stars ein Album in deutscher Sprache auf. Bei je einem Lied haben auch Sophie Hunger, Bela B, Farian Urlaub, Bop de Narr, Les Soeurs Dion, Tosha Kitona, Fatoumata Diawara und Ruby & Hazel mitgeholfen. Die Musik nimmt von überall etwas, nämlich das was nötig ist um die Texte zu transportieren. Nun zu den Texten, die sind sehr speziell, wie könnte das bei Bonaparte anders sein. „Das Lied vom Tod“ besingt alle Musik die tot ist mit sehr treffenden Zwischentexten, „Dene wos guet geit“ das einzige Mundartlied, ein Mani Matter Cover, hat natürlich schon den entsprechenden Text und zusammen mit Sophie Hunger gesungen, geht es unter die Haut und am Schluss kommt als Sahnehäubchen noch ein afrikanisches Frauenchörlein dazu. In „Weinbar“ geht es nicht ums Trinken sondern ums Weinen, und der Titel „Ins Herz geschlafen“ spricht für sich. Bonaparte ist hier eine Perle gelungen.

Fredi Hallauer

THE JACKETS

Album: „Queen Of The Pill“ (Voodoo Rhythm Records/Irascible)

Da ist sie, die Band welche frischen Power in die heimische und auch internationale Musikszene bringt. Mit ihrem vierten Album schlagen The Jackets so richtig zu. Laut und schrill, heisse Gitarren, wildes Schlagzeug und ein dampfmachender Bass, dazu die Stimme von Jackie. Rauher Power Punk Beat mit einem psychedelischen Touch. Die Gitarren klingen wunderschön, mal klar, mal verzerrt und Jackie singt laut und schrill dazu. Auf „Floating Alice“ werden sie fast romantisch und die Gitarren haben einen Shadows Klang. Ein Album welches auf keiner Party fehlen darf und auch auf keiner Bestenliste.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Doppelalbum: „Von innen tätowiert“

Paul Etterlin ist ein erfahrener und sehr guter, wie auch leidenschaftlicher Gitarrist. Nun präsentiert er ein Doppelalbum, welches Zwiespältiger nicht sein könnte. Super ist die Musik bei allen 26 Stücken, tolle Gitarren plus Bläser und gute Rhythmus Sektion. Paul Etterlin zeigt, dass er zu den ganz grossen Gitarristen in der Schweiz gehört. Ein Album ist „Rock“ mit deutschen Texten, das andere ist Gitarrensound, instrumental zwischen Rock, country und Americana. Nun kommt das Aber. Die deutschsprachige CD ist musikalisch top, aber textlich im Schlager Bereich. die Interpretation geht Richtung Schlagerrock. Dies Texte sind nicht zum Hören und machen auch die ganze Musik zu nichte. Schade.

Fredi Hallauer