ZISMAN, HEGGENDORN UND MOLL

Live: Im BeJazz Club am 19. Februar 2026

Michael Zisman am Bandoneon, Simon Heggidorn an der Geige und Philipp Moll am Kontrabass, nahmen sich der Funkmusik von Herbie Hancock. Sie starteten den auch mit zwei Stücken von Herbie Hancock, Funk komplett akustisch im Trio gespielt. Es folgten Stücke von heutigen Funkmusikern auf dem Level von Herbie Hancock. Es folgten wieder Stücke des Meisters, darunter auch  „Cameleon“. Das Trio spielte diese Nummern sehr verspielt, seriös, mit musikalischem Humor und viel Virtuosität.  Simon Heggendorn spielte Melodien, abet such Rhytmus auf der Geige. Manchmal liess er sein Instrument schnarren. Philipp Moll übernahm den leisen Funk mit viel Jazzeinflüssen. Michael Zisman brachte alle Töne zusamnen, Melodie, Zwischentöne und auch den Rhythmus. Die Musiker hatten alle viel Raum um ihr Instrument und ihr Können zu präsentieren.

JULIE CAMPICHE SOLO

Album: „Unspoken“ (Ronin Rhythm Records/ Irascible (Schweiz)/ Galileo MC (Deutschland)

Dies ist das erste Soloalbum der schweizerischen Jazzharfenistin. Sie nahm sich starke und engagierte Frauen vor und porträitierte sie musikalisch. neben ihrer, mit elektronischen Effekten ausgestatteten harfe, spricht und singt sie und lässt Texte sprechen. Sie spielt auch Gerüusche ein und erzeugt mit allem zusammen eine grosse Intensität. Ein sehr starkes Album. Julie Campiche hat ihre Stücke selber beschrieben und das sehr genau und darum kopiere ich sie einfach hier hinein.

Julie Campiche über die Songs:

Anonymous: Dieses Stück kreist um Virginia Woolfs berühmten Satz: “For most of history, Anonymous was a woman.” Frauen sprechen dieses Zitat – jede in ihrer eigenen Sprache; ein Chor weiblicher Stimmen, der ein Gefühl von Gemeinschaft entstehen lässt. Stimmen, die die Frauen hinter der Anonymität sichtbar machen. Stimmen, die uns daran erinnern, dass Frauen keine Minderheit sind, sondern die Hälfte der Menschheit. Musikalisch ist das Stück bewusst reduziert, um dem Gesang den vollen Raum zu geben. Es enthält Beatboxing- und Schlagzeugklänge, die an einen Herzschlag erinnern, sowie einen angespannten Akkord mit lang gehaltenen Tönen, die allmählich hervortreten. Die Musik bleibt im Hintergrund und erzeugt eine wachsende Spannung parallel zur Klangkraft des Chors.

Grisélidis Réal: Mutter, Malerin, Schriftstellerin, Prostituierte, international bekannte politische Aktivistin für die Rechte von Sexarbeiter*innen und zudem Archivarin in diesem Bereich – Grisélidis führte ein Leben von seltener Intensität. Stets auf der Suche nach Freiheit, scheute sie sich nie davor, die Bequemlichkeit gesellschaftlicher Konventionen zu stören. Das Stück basiert auf einem Groove, der aus ikonischen Klängen ihres Lebens aufgebaut ist: das Surren eines Kopiergeräts für ihre Rolle als Aktivistin, das Klacken von Schritten auf Pflastersteinen für die Prostitution, das Kratzen eines Bleistifts auf Papier für die Schriftstellerin, Kinderlachen für die Mutter… Auf dieser Klangbasis webe ich eine musikalische Struktur, die versucht, der Intensität dieser Frau gerecht zu werden – zwischen dem Aufschrei des Protests, dem stillen Seufzer des Schmerzes, der Lebenslust und der Erschöpfung eines aufgewühlten Alltags. Die Atmosphäre ist inspiriert von einer tänzerischen Bewegung, ohne je in reines Entertainment zu kippen.

Andréa Bescond: Tänzerin, Regisseurin, Autorin und Schauspielerin – Andréa stellt ihr gesamtes künstlerisches Schaffen in den Dienst ihres Aktivismus gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Sie kämpft dafür, das mediale Schweigen zu brechen und ein System anzuprangern, das Täter schützt. Musikalisch stützt sich das Stück auf das Ticken der Sekunden – es verkörpert Spannung in all ihren Formen. Es evoziert zunächst die Angst vor dem unvorhersehbaren Moment, in dem Gewalt geschieht – aber auch die Gewissheit, dass sie geschehen wird. Der Rhythmus basiert auf Schlag- und Atemgeräuschen, durchbrochen von plötzlichen Momenten der Stille, die an die Brutalität und Unvorhersehbarkeit der Taten erinnern. Die Melodie, mit einer speziellen Spieltechnik auf der Harfe erzeugt, ruft Schreie in Erinnerung. Die Spannung steigt allmählich an und kulminiert in einem durchgehenden elektronischen Ton – wie ein flaches EKG, ein tragisches Symbol für den Tod, den solche Gewalt verursachen kann.

Rosa: Rosa hat keinen Nachnamen. Diese Komposition ist eine Hommage an all die Frauen, die im Schatten unserer Gesellschaft arbeiten. Ihre Arbeit ermöglicht es Frauen in westlichen Gesellschaften, sich von Haushalt und Kindererziehung zu befreien – ohne die Grundstrukturen unseres sozialen Gefüges infrage zu stellen. Musikalisch basiert das Stück auf sich wiederholenden Rhythmen, die eine konstante Spannung aufbauen. Tiefe und hohe Melodielinien antworten sich im Kontrapunkt, melancholisch gefärbt. In Schleifen wiederholt und allmählich verstärkt, steigern sie sich, bis sie sich in Verzerrung auflösen – als Ausdruck der Erschöpfung und der unter der Oberfläche schwelenden Wut.

Las Patronas: Eine Gruppe mexikanischer Frauen, die zentralamerikanischen Migrantinnen helfen, welche auf Güterzügen in Richtung USA reisen – auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Diese Frauen bereiten täglich etwa 300 Mahlzeiten zu, die sie in Beuteln den vorbeifahrenden Migrantinnen zuwerfen. Trotz Schwierigkeiten wie Schikane und Bedrohungen durch Behörden und kriminelle Gruppen, setzen sie ihre mutige humanitäre Mission fort. Sie sind zu einem Symbol der Hoffnung und Solidarität für unzählige Migrant*innen aus Mittelamerika geworden.In diesem Stück lasse ich die Harfe beiseite und rezitiere ein Gedicht auf Spanisch – begleitet von einer Trommel und einem Shruti, einem indischen Akustikinstrument, das lange, vibrierende Drones erzeugt.

Tarana Burke: Sie rief den Hashtag #MeToo ins Leben, um Frauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, Unterstützung und Empowerment zu bieten. Die Bewegung erlangte 2017 weltweite Aufmerksamkeit, insbesondere als sie von weissen Gemeinschaften aufgegriffen wurde – zuerst im Zusammenhang mit dem Weinstein-Fall. Das Time Magazine ehrte sie als „Silence Breakers“ des Jahres 2017, und anerkannte damit, wie eng Geschlecht, Rasse, Herkunft und Sexualität in Fällen von Unterdrückung miteinander verflochten sind. Dieses Stück beleuchtet ihre Geschichte und lädt zur Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und systemischer Ungleichheit ein. Musikalisch enthält es ein Sample aus einer Rede von Tarana Burke, deren Worte zum Zusammenhalt aufrufen und daran erinnern, dass in der Einheit Stärke liegt. Die sich stetig ausdehnende musikalische Struktur ist eine Einladung zu kollektiver Aktion und gelebter Solidarität.

Maman du ciel: Eine Street-Art-Künstlerin, die sich gegen Inzest und innerfamiliäre Gewalt einsetzt. Maman du ciel ist eine Mutter, der das Sorgerecht entzogen wurde. Sie kämpft darum, ihre elterlichen Rechte zurückzuerlangen und ihre 7-jährige Tochter zu schützen, die beim Vater untergebracht wurde – obwohl gegen ihn eine laufende strafrechtliche Untersuchung wegen Inzests vorliegt. Um ihrer Tochter zu zeigen, dass sie für sie kämpft, platziert diese Mutter auf dem Schulweg Bilder von bunten Vögeln, die sie gemeinsam gezeichnet haben. Musikalisch basiert das Stück auf einer obsessiven Frage: „Why can’t you hear?“ Diese Phrase entfaltet sich in einer vokalen Polyphonie, in Schleifen, wie ein Schrei, der kein Echo findet. Die Harfe spielt eine Basslinie, unterlegt mit Polyrhythmik, und schafft ein Gefühl von Unruhe und Instabilität. Darüber schwebt eine vokale Improvisation, die die Form eines Wiegenlieds streift – fragil, schwankend –, als wolle sie dennoch schützen, trotz allem.

Zaïna: Dieses Stück ist meine allererste Komposition – ihre Aufnahme ins Album ist hochsymbolisch, denn sie verkörpert das Wesen der Unschuld. Jede Frau ist – bevor sie eine weibliche Identität übernimmt und in eine gesellschaftlich konstruierte Rolle tritt – zunächst ein Mensch. Diese Idee erinnert direkt an Simone de Beauvoirs berühmten Satz: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ – ein Hinweis darauf, wie stark das Weibliche in unserer Gesellschaft sozial konstruiert ist. Musikalisch entfaltet sich dieses Stück rein akustisch, ohne elektronische Mittel. Es entsteht buchstäblich aus der Stille heraus, baut sich allmählich um eine Improvisation auf und erreicht ihren Höhepunkt mit der auf der Harfe gespielten und gesungenen Melodie. Diese Entwicklung steht sinnbildlich für die Zerbrechlichkeit und zugleich die Kraft der Unschuld – und fängt ihre emotionale Tiefe und Vielschichtigkeit ein.

Fredi Hallauer

AINO SALTO

EP: „Guesswork“ (Irascible Records)

Die Musikerin und Sängerin thematisiert in drei Songs das Zusammensein. Sie ist eigentlich Jazzmusikerin, lässt aber hier den Jazz leicht in den Hintergrund treten und lässt mehr Einfluss der Popmusik zu. Musik, Texte und Gesang mit Tiefgang. Vielmehr lässt sich zu drei Songs nicht schreiben.

Fredi Hallauer

LUNA & THE GENTS

EP: „Second Life (Part 1)“ (Intermusic)

LUNA & The Gents sind eine Sängerin und ein Trio mit Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug. Sie spielen Vintage Pop mit einer gehörigen Portion Swing. Hinter dem Projekt steht Leendert van Stipriaan, welcher seine Songs, teils schon ziemlich älter, neu arrangiert hat und mit dieser Band einspielte. Zu hören sind fünf Songs, und einer davon in einer längeren Version. LUNA singt Englisch und Französisch. Die Band gibt es nur digital und sie macht so den Spagat zwischen Nostalgie und Zukunft. Die Musik ist sauber produziert mit glasklarem Sound und fährt so direkt in die Beine. Eine tolle EP für die Party und den Tanzboden.

Fredi Hallauer

GINI BROWN

EP: „Sun Down“ (Irascible)

Gini Brown erzählt mit ihrem Alternativrock Geschichten ihrer dunklen Seite. Es ist kraftvolle Musik, mit viel Energie gesungen. Das Ganze tönt ehrlich und nie wütend. Gini Brown sagt, die Musik ist Therapie für sie. Die Musikerin und Sängerin überzeugt auch stimmlich. Sie versteht es, einen zu berühren, mit feiner, aber unter die Haut gehender Stimme, und dann wieder gibt es eine geballte Ladung Gesang auf die Ohren.

Fredi Hallauer

DAVID HOWALD

Album: „Der Narr“ (BrillJant sounds/Irascible)

David Howald singt nun Deutsch auf seinem Soloalbum. Seine Texte sind teils persönlich und teils ziemlich kryptisch. Seine Stimme und sein Gesangsstil sind gewöhnungsbedürftig und nicht sehr eingängig. Er ist mit den schwierigeren Liedermachern (zum Hören) zu vergleichen. Musikalisch macht es uns David Howald auch nicht gerade leichter. Er setzt elektronische Texturen ein, Klavier, akustische oder elektrische Gitarren. Manchmal driftet der Sound in Noise ab und dies passt schlecht zu der ruhigen Gesangsart. Ein Album, welches man vor dem Kauf besser anhört, um sich zu vergewissern, ob einem dies gefällt.

Fredi Hallauer

AARON ASTERIA

Album: „No Time For Heroes“

Der Schweizer Singer/Songwriter und Popmusiker sprengt schon mit seiner Stimme viele Grenzen. Seine Hymnen sind episch und passen stilmässig gut zu seinen Themen. Es geht darum, dass wir keine Helden benötigen, sondern selbst Helden sein sollen. Um Selbstverständlichkeit und Selbstbewusstsein. Es sind grosse Themen, aber Aaron Asteria schafft das. Mal erklingen Rockgitarren, dort zieht er die Punkattitüde aus der Schublade und dann wird er wieder romantisch. Die charismatische Stimme ist umwerfend und er wird damit auf jedem Festival oder in jedem grossen Club oder in jeder Arena begeistern. Einen Song singt er in Mundart, aufgenommen in einer Live-Session und dieser Song besitzt bereits Kultstatus, also die Ohren offenhalten.

Fredi Hallauer

KADEBOSTANY

Album: „The Outsider“ (NSK/Republic of Kadebostany)

Der in die Schweiz adoptierte Kadebostany, fand erst als 20-Jähriger heraus, wo seine Wurzeln liegen, nämlich in Algerien. Er schlägt mit einer neuen Crew ein neues Kapitel der Kadebostany Geschichte auf. Auffällig ist, dass die neuen Songs in das herkömmliche Songschema passen. Musikalisch werden analoge Instrumente eingesetzt und eine feine elektronische Textur daruntergelegt. Das ganze Album ist nicht mehr vorwiegend von der elektronischen Musik geprägt. Die beiden Leadsänger:innen geben dem Sound noch einen neuen Touch. Das Resultat ist ein ziemlich abwechslungsreiches Album, tanzbar und ein aussergewöhnliches Popalbum, ohne experimentell zu sein.

Fredi Hallauer

JOEL GOLDENBERGER

EP: „I Choose Joy“

Der Popsinger/Songwriter singt in fünf Songs vom Halt in stürmischen Zeiten, von Abschied und Mut und davon, trotz allem Freude zu haben. Seine Stimme klingt grossartig und die Songs sind wie gemacht für Stadien oder Festivals. Musikalisch liegt er im Trend der grossen Popsänger, ruhig und doch bewegt. Joel Goldenberg ist ein Künstler, von dem man gerne mehr als fünf Songs hören möchte.

Fredi Hallauer

CAROLINE CHEVIN

EP: „No Love In Real Time“

Caroline Chevin ist mit einer EP mit fünf Ohrwürmern zurück. Ihr Songwriting ist sensationell und die Songs gehen sofort ins Ohr und in die Beine. Die Musik ist handgemacht und wird von ihrer hervorragenden Band gespielt. Da kommt noch die markante Stimme von Caroline Chevin dazu und eine kleine Perle ist perfekt. Caroline Chevin singt von Lebensfragen, und da gibt es ja genug. Bravo.

Fredi Hallauer

PANDA LUX

Album: „Herz“ (Mouthwatering Records)

Die vier Musiker, welche seit Teenagerjahren zusammen Musik machen, nahmen ihr viertes Album auf. Sie sind etwas persönlicher geworden und sich trotzdem treu geblieben. Ihr auf Deutsch gesungener Indiepop erzählt von Liebe, Sehnsucht, Trennung und die Suche nach sich selbst. Die Musik wird neben Gitarre, Bass und Schlagzeug von Electro geprägt. Ein Teil der Lieder wird mit belegter Kopfstimme geschmachtet, das ist etwas Geschmackssache. Ein eindrückliches Lied ist „Therapie“. Panda Lux sind eine Indie Popband mit starken Texten und grosser Eigenständigkeit.

Fredi Hallauer

KALLEMI

EP: „Viajeras“ ( Levantine Music/Kallemi/Irascible)

Kallemi ist ein Projekt von vier Frauen. Jasmin Albash mit palästinensischen Wurzeln, La Nefera mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik und den beiden Palästinenserinnen Maysa Dawn und Rasha Nabas. Die vier Frauen erarbeiteten ihre Lieder gemeinsam in Ramallah und traten in Basel damit auf. Unterdessen spielten sie bereits auf vielen Bühnen auf der ganzen Welt. Nun ist ihr erstes Album da und die Tour geht weiter. Mit mehrstimmigem Gesang und Rap spüren sie den Fragen nach: Wo bin ich zu Hause, wo gehöre ich dazu und verwandten Fragen. Der Gesang ist mit elektronischen Texturen ergänzt, da und dort eine Gitarre und immer wieder Trommelklänge. Kallemi singen und rappen auf Englisch, Spanisch und Arabisch. Der Sound und der Gesang sind wundervoll und da hört man viele Fragen, aber keinen Hass. Von solcher berührender Musik sollte es noch mehr geben.

Fredi Hallauer

KNOBIL LARGE ENSEMBLE

Live: „knobisous and knobilive“ am BeJazz Winterfestival, 29 Januar 2026

Bild Kathrin Hallauer

Das Knobil Grande Ensemble, wie es offiziell heisst, aus der französischen Schweiz, war eine energiegeladene Band. Die Leaderin Louise Knobil am Kontrabass und Gesang, mit Schlagzeuger, Gitarristin, Bassklarinettist, Altosaxophonist und Tubaspielerin, waren alle glitzernd angezogen. Sie spielten eine Mischung aus Chanson, Jazz und einer Prise Punk mit viel Glitzerattitüde. Louise Knobil sang Französisch, machte aber ihre Ansagen in charmantem Deutsch. Ihr Stimmumfang war verblüffend, von der Altstimme bis in Contersopran müsste man sagen, es war so hoch, es war kaum zu glauben. Mal sang sie chansonartig, dann wieder gesprochener und punkmässig oder ganz klarer Jazzgesang. Ihr Kontrabassspiel war ebenso verblüffend: Sie schrubbte den Kontrabass und spielte die Saiten in einem hohen Tempo mit wunderschönen Tonkombinationen.

Bild Kathrin Hallauer

Die anderen Musiker:innen spielten ganz klaren zeitgenössischen Jazz, mit Ausflügen in den Freejazz. Ganz grob kann man den Musikstil in diesem Grandensemble vielleicht als Punkjazz oder Jazzpunk umschreiben. Dies war ein energiegeladenes Konzert und sehr sympathisch. Ein Erlebnis.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

KÜFFER-PERRIN-SCHIAVANO-GIGENA

Live: „Pozo de Estrellas“ am BeJazz Winterfestival, 29. Januar 2026

Bild Kathrin Hallauer

Das Quartett wurde zum Septett mit der Flamencotänzerin Naty Cabrera und dem Stepptänzer Daniel Borak. Dazu kam noch der Flamencosänger Juan Granados.

Bild Kathrin Hallauer

Das Konzert begann mit einem elegischen Stück mit Tänzerin und Tänzer. Es folgte ein Gesangsintro mit einem wilden Stück, welches eine Art Battle war zwischen den Tanzenden. So wechselte sich alles ab. Musik in verschieden grossen Formationen und Zusammensetzungen, Solotanz mit und ohne Gesang oder mit Perkussion. Ruhige und temperamentvollere Stücke brachten eine tolle Stimmung in den Saal. Es passte alles bestens zusammen. Flamenco und Stepptanz, waren kein Gegensatz, sondern sie ergänzten sich.

Bild Kathrin Hallauer

Alle Musiker:innen und Tänzer:innen hatten auch Spass bei diesem Auftritt, aber er verlangte von allen eine Höchstleistung. Regula Küffer spornte dann den Stepptänzer noch richtig an, indem sie mit ihrer Vogel-Lotusflöte um ihn herumtanzte. Dies war ein Konzert oder besser gesagt, eine Aufführung der Höchstklasse und etwas vom Besten, was es gibt.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

ARNAUD

Album: „Au-delà des hommes“ (Irascible)

Der Genfer Sänger fährt auf diesem zweiten Album im gleichen Stil weiter, wie beim Debütalbum vor fünf Jahren. Er singt von seinen Zweifeln, spielt intime Melodien und verbreitet zwielichtige Stimmungen. Schlagzeug, spärliche, aber präsente Gitarre und Keyboard unterstützen und untermalen seine französischen Chansons. Es sind sehr schöne Lieder mit wundervoller Musik, modern und doch irgendwo in der Tradition des französischen Chansons aus Savoyen.

Fredi Hallauer