SCHWEIZER POWERN

Album: „Landnotiz“ (Zytglogge)

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Die Schweizer Powern, lies Schweizer Bauern, aus dem Solothurnischen überraschen mit einem erfrischend pointiertem Album, was den Text betrifft. Die fünf Männer singen alle und spielen die klassischen Instrumente einer Rockband. Musikalisch sind sie im Mundart Rockpop einzuordnen. Die Musik rumpelt herrlich daher, dazwischen holpert es auch einmal, aber auf den Hof eigenen Wegen ist das ja so üblich. Mit den Texten treffen sie dafür voll ins Schwarze. Da gibt es Lieder vom Bauernleben und dies auch von den Schattenseiten. Diese Lieder sind sehr poetisch. Dann gibt es aber Lieder, welche politisch treffen. Sehr schön ist das bei „Freiheit“, „Radioversion“ oder „Greti u Peti“ zu hören. Da geht es nicht um nationalistische Politik, sondern im Gegenteil. In anderen Liedern kommt auch das Geld versus Glück und natürlich auch die Liebe zur Sprache und das in dem Lied mit Sprachwitz, Ironie und Poesie „Tombola“. dieses Album muss man anhören, ich nehme an, dass dies im Radio selten bis nie möglich ist, höre „Radioversion“.

Fredi Hallauer

SOPHIE HUNGER

Album: „Molecules“ (Supermoon/Caroline International/Universal)

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Sophie Hunger meldet sich mit einem neuen Album zurück, diesmal aus Berlin wo sie hingezogen ist. Ihre Vielsprachigkeit hat sie bei diesem Album aufgegeben, die elf Songs singt sie in Englisch. Musikalisch hat sie sich auch von den Instrumenten getrennt und ihre ganze musikalische Begleitung ist elektronisch. Wer sich da nun etwas eintöniges oder mainstreamiges vorstellt liegt falsch. Diese Musik ist sehr interessant und spannend, wenn man mit dem Hören des Albums beginnt sogar aufregend. Sophie Hungers Stimme klingt sehr schön und die Lieder sind melodiös und schmeicheln sich richtig in die Gehörgänge. Dieses Zusammenwirken des schönen Gesangs mit der interessanten Elektronik ist das Geheimnis dieses Albums, warum es nicht tönt wie andere. Zugegeben, am Anfang ist wie mit einer Fahrt auf dem Rummelplatz mit einer wilden Bahn, es kribbelt so herrlich in der Magengegend, je länger die Fahrt geht, je mehr nimmt das kribbeln ab.

Fredi Hallauer

LOS GATILLOS

Album: „Los Gatillos“ (Gutfeeling Records/Irascible)

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Das Trio besteht aus Pierre Omer (u.a. Dead Brothers), Money B. (Hells Kitchen) und Fred Raspail aus Genf und Lyon. Alle drei singen und sechs Hände spielen die Instrumente. Gesungen wird in Englisch, Deutsch und Französisch. Musikalisch kommen die drei von etwas verschiedenen Stilrichtungen mit mehr Folk, oder mehr Blues oder dem Swing. Zusammen lassen sie diese Schubladen liegen und machen einfach Musik mit viel Spass, etwas gespenstig manchmal, vielleicht passen sie in die Schublade Folk Noir. Entstanden sind Los Gatillos aus Spass und plötzlich hatten sie genügend Songs für ein Album. Der Spass scheint immer noch da zu sein und die Qualität von guten Songs ebenfalls.

Fredi Hallauer

SEREJ

Album: „I Hane Idee Gha“ (Equipe Music)

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Ja genau es ist der Serej, welcher man von der Chlyklass kennt. Aber hier kommt kein weiteres Rap Soloalbum sondern etwas Anderes. Serej hatte schon immer ein Faible für Mani Matter Lieder und er kann Klavier spielen. So sang er zu seiner Klavierbegleitung Mani Matter Lieder, für sich und seine Freunde. Dabei entstanden dann eigene Lieder in der Art von matter Lieder. Serej sagt nicht er sei der neue Mani Matter, er liess sich von ihm beeinflussen. Herausgekommen sind zehn Lieder mit 24 Minuten Dauer. Es ist sehr schön wie er da reimt und mit den Worten spielt. Am stärksten an Mani Matter erinnert „Eigetlich“. Das ist ein Album das viel Beachtung verdient.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Vom Gipfel Is Tal“ (Hitmill/Phonag)

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Der bereits bekannte Männerchor der besonderen Art ist wieder zurück. Es hat einige positive Neuerungen bei den Liedern gegeben. Die Männer sind noch dieselben und somit auch die Mischung der Dialekte. Der Vortrag der Lieder hat sich geändert, nicht jedes Lied wird von Jodel begleitet, sondern das eine oder andere Lied ist ziemlich Folkpop. Was ebenfalls positiv zu vermerken ist, dass es immer noch eine Schönwetter Musik ist, und das wollen sie ja sein, nämlich die Herzen erfreuen. Trotzdem ziehen da und dort auf dem Weg vom Gipfel ins Tal Nebelschwaden vorbei. Ein schönes Beispiel ist „Di Bueb“. Lustig gelungen ist „Langnau im Ämmital“ wo die Geschichte erzählt wird von einer Begegnung mit einer schönen Frau im Zug von Bern bis Luzern, sie steigt in Langnau aus, er versucht ihr wieder zu begegnen. Die Geschichte kennt man, aber nicht diese lustigen Reimereien mit den Ortschaften von Ostermundigen bis Entlebuch. Ich finde dieses Album gelungen und wie es weitergeht darf man gespannt sein.

Fredi Hallauer

LONG TALL JEFFERSON

Album: „Lucky Guy“ (Red Brick Chapel)

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Der Singer/Songwriter präsentiert sich auf seinem Zweitling sehr erfrischend. Durch die Hinzunahme diverser weiterer Instrumente tönen seine Songs erfrischender und man wird zum genauen Hinhören eingeladen. Die leicht monotone Stimme von Long Tall Jefferson gewinnt mächtig. Er ist weiterhin der Geschichtenerzähler in seinen Liedern, von seinen Reiseerlebnissen, seinen Beobachtungen und Überlegungen. Long Tall Jefferson ist mit diesem Album nun nicht nur jemanden den man liver Erleben muss, sondern ein Musiker von dem es sich auch lohnt das Album anzuhören.

Fredi Hallauer

HIS DOG BINGO

Album: „Grapefruits Tears“ (Prolog Music)

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Die Berner Band spielt wunderschöne, zartbittere und luftige Songs im Americana Stil. Stephan Gremminger schrieb diese kleinen Meisterwerke und singt sie auch. als Musiker sind Kevin Chesham, Oli Hartung, Jüre Schmidhauser und Oli Kuster dabei, also wirkliche Beherrscher ihrer Instrumente und kreative Köpfe. Das hört man dann auch. OK, grosse Schublade ist Americana, aber es schleichen sich auch jazzige Töne ein, oder ein bisschen etwas popiges. Die Songs erzählen von den Beobachtungen im Alltag. Der Sänger selber ist auch da meistens Beobachter und nicht der Held oder Antiheld. Ein gelungenes Album, welches nur als Download oder Vinyl erhältlich ist.

Fredi Hallauer