CHLYKLASS

Live: Albumtaufe „Deitinge Nord“ im Bierhübeli am 15. Januar 2022

Endlich war es soweit und Chlyklass konnte ihr vor zwei Jahren erschienes Album nach fast zwei Jahren taufen. So trat dann Mann für Mann der Chlyklass auf die Bühne bis alle acht Chlyklässer am rappen waren, dazu natürlich der DJ und DJ Assistent. Die Berner Rapper hatten gute Laune und freuten sich endlich wieder auf der Bühne zu stehen und abzufeiern. Sie tönten toll. Eindrücklich war wenn alle acht auf der Bühne waren, es ergab einen richtigen Rapper Männerchor oder vielleicht besser gesagt einen Rapperchor. Im Laufe der zweieinhalb Stunden die das Konzert dauerte, traten sie dann in den verschiedensten Formationen auf. Manchmal in ihren angestammten Gruppen aber auch in anderen Zusammensetzungen, vom Duo bis zum Oktett in jeder möglichen Zusammensetzung gab es alles zu hören. Jeder der Rapper kam mit seinen individuellen Fähigkeiten voll zum Zug, dsei es mit Singen, schnell Rappen, Humor oder Ernsthaftigkeit. Sie rappten sich durch ihre Hits, neuen Songs und vielen alten, mal bekannter mal weniger. Das Publikum war sehr zufrieden und feierte und rappte mit. Endlich hat sie stattgefunden diese Albumtaufe und das warten hat sich wirklich gelohnt.

Fredi Hallauer

LINARD BARDILL

Live: „Radikale Lieder aus der geteilten Lebendigkeit“ in der La Cappella am 14.Januar 2022

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Linard Bardill steht wieder auf den Bühnen mit einem Programm für Erwachsene. Er startete mit einem rätoromanischen Lied , welches er zur Gitarre sang. Dann holte er Bruno Brandenberger, einer der besten Kontrabassisten der Schweiz, auf die Bühne. Zusammen spielten sie ein ganz neues Programm voller neuer Lieder. Linard Bardill erklärte für die meisten Lieder die Vorgeschichte. Dann sang er die Lieder, mit einer Ausnahme, in Mundart. Die Texte waren typisch Linard Bardill, bildhafte, philosophische Betrachtungen des Lebens. Zum Leben gehören natürlich die Liebe, das Sterben, die Geduld und vieles mehr. Einige der Lieder hatten Mitsingrefrains, so einfach zum Mitsingen und nicht zum Abfeiern. Linard Bardill spielte die Akkorde und Rhythmen auf seiner Gitarre und Bruno Brandenberger gab dem ganzen Boden, er umspielte die Texte und Melodien und spielte verblüffende Rhythmen und Melodien dazu. Einfach grossartig wie das Ganze auch zusammenpasste. Wie bereits am Anfang geschrieben, Linard Bardill ist für Erwachsene auf der Bühne zurück und das nicht nur einfach so, sondern intensiv und präsent.

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Fredi Hallauer

JULIE CAMPICHE STRINGS PROJECT

Live: Im BeJazz Club am 13. Januar 2022

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Julie Campiche die Harfenistin aus Genf stand mit ihrem neuen Project auf der Bühne. Kontrabass, Violoncello und Violine ergänzten die Saiten der Harfe und dazu kam ein Elektroperkussionist. Die Musik war eine Art Kammerjazz voller Emotionen. Schon die Themen der Stücke zeigten wo die Emotionen lagen. Einerseits war es eine Träumerei, dann ein hochpolitisches Stück über die MS Aquarius, es wurde aber auch einfach leer (empty) und dann wieder erotisch. Als Zugabe spielten sie ein Musette aus dem Barock in ihrer Version. Immer wieder andere Instrumente spielten vor oder übernahmen das Thema. Die Harfe war mit Elektronik ausgestattet, welche sehr dezent immer wieder zum Einsatz kam. Der Kontrabass brachte den Power in das Ensemble, so wie auch das Violoncello, die Violine übernahm den Luftpart und führte einem in die Träume. Interessant war die Perkussion mit den elektronischen Effekten, welche manchmal fast als Kontrapunkt wirkten und sehr interessante Klangveränderungen für alle auslösten. Julie Campiche Strings Project spielten sehr schöne und sehr spannende Musik. Ein etwas anderer Jazz.

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Fredi Hallauer

MARC AMACHER

Album: „Grandhotel“ (Jazz Records/Sound Service)

Marc Amacher macht es einem nicht leicht mit seinem neuen Album. Aufgenommen wurde es im Hotel Giessbach über dem Brienzersee. Marc Amacher geht natürlich immer seinen Weg und wie verrückt dass der ist, er zieht es durch. Das Album startet mit „Stay Clean“ von Motorhead, in einer Version, so roh, dass sie nicht einmal Motorhead in den Sinn kam. Das Grundgerüst ist lauter, roher Rock und die Gitarren haben etwas bluesiges im Sound, sehr gewöhnungsbedürftig. Es folgt eine rockige Bluesnummer „Ride“, das ist Amacher wie man ihn erwarten darf, roh, laut und starke Gitarrensounds. Dann folgen mehrere Songs, die irgendwo in den Noise-Blues gehören, psychedelisch vielleicht, wahnsinnig verhallt (unklar ob der zugefügt wurde oder das Grandhotel dafür verantwortlich ist), auf alle Fälle sehr gewöhnungsbedürftiger Sound, welcher mich persönlich nicht anspricht. „Rocket Man Blues“ und „Diving Duck“ plus die Reprise „Rocket Man Blues“ sind sehr gut gelungen, mit schlichtem Sound, roh zwar immer noch, aber sie lassen etwas in einem erklingen und vibrieren. Wenn man genau hinhört gibt es immer mehr zu entdecken aber zuerst muss man den Schock überwinden.

Fredi Hallauer

KLAPPARAT

Album: „Orbit“ (klapparat.ch)

Dies ist das dritte Album des Jazz Saxophonensembles. Auf dem Album ist die Besetzung unterschiedlich zur Albumtaufe. Es sind n och fünf Saxophonist*innen und ein Schlagzeuger, mit dabei ist noch Erwin Brünisholz am Baritonsaxophon. Charlotte Lang spielt das Soprano und Alto Saxophon, die anderen Musiker spielen die Saxophone, welche sie auch live spielen. Durch die fünf Saxophone ist das Gewebe etwas dichter, es schlängelt sich ein Musikfaden mehr durch und es gibt etwas mehr um genau hinzuhören. Die Stücke sind die gleichen, welche auch live gespielt wurden. Also es sind tolle Tongemälde, bei denen man sich zurücklehnen kann und sein Kopfkino oder die Kopfgallerie einschalten kann. Alles sind Eigenkompositionen von Matthias Wenger, Ivo Prato und eine vom Schlagzeuger Philipp Leibundgut. Es gibt eingängigere Stücke und auch ein paarmal schwierigere Kost, aber bei jedem Anhören sinkt man mehr in diese tollen Klangwelten ein. Für eine Stunde intensives Musikhören ist mit diesem Album gesorgt, ein schöner Jahresbeginn.

Fredi Hallauer

Live: Albumtaufe „Orbit“ im Be Jazz Club am 7. Januar 2022

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Klapparat das ehemalige Saxophone Quintett ist nun ein Saxophon Quartett plus wie immer ein Schlagzeuger. Personalwechsel hat es auch noch gegeben, am Schlagzeug ist neu Philipp Leibundgut und am Alto und Bariton Saxophon Charlotte Lang.

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Daniel Zumofen spielte das Sopran und Alto Saxophon, Ivo Prato das Tenor Saxophon und Matthias Wenger das Tubax.

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Musikalisch verstanden sich alle nach wie vor sehr gut und das Zusammenspiel, bzw das gewollte Gegeneinanderspiel mit kniffligen Wechseln überzeugte. Sie starteten mit einem Stück zwischen Marching Band und Südafrika Jazz, die meisten später gespielten Stücke sind stilmässig nicht mehr so genau einzuordnen.

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Sehr eindrucksvoll waren die Bilder und Geschichten, welche sie kurz erzählten und dann musikalisch umsetzten wie Field, Running, Freddie The Sturdy Beast oder Woodcock. Bei anderen Stücken konnte man sich selber Bilder oder Filme im Kopf machen. Viele Stücke bestanden nicht aus einem Solo von den meisten Musiker*innen, sondern ein Saxophonist*in zogen das ganze Stück mit Thema und Improvisationen durch.

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Der Schlagzeuger bekam auch seine Soli, er steuerte auch eine Komposition bei. Überhaupt faszinierte Philipp Leibundgut mit dem Spiel seiner Stöcke. Er machte Musik, eigentliche leise und trotzdem sehr präsent und dynamisch. Es lag auch an der sehr guten Leistung des Tonmischers, dass auch die leisen Töne des Schlagzeugs wahrnehmbar waren. Klapparat zeigte, dass es sie immer noch gibt und dass sie bereit für grosse Taten sind.

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Fredi Hallauer

STORACE

Album: „Live And Let Live“ (Cream Of Rock)

Marc Storace hat ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach Auflösung von Krokus wandelt er auf Solopfaden, Vertrieb und Management hat sein früherer Bandkollege von Tea, Roli Eggli, übernommen. Klar Marc Storace singt immer noch Rock und wie. Er zeigt auf diesem Album dass Rock immer noch lebt. Es ist eine Form von Rock, die vor allem seine Stimme zur Geltung bringt und er sich über der Musik gut ausdrücken kann. Die Musiker auf dem Album sind Massimo Buonanonno am Schlagzeug, Marco Blöchlinger am Bass, Cyrill Camenzind und JP von Dach an den Gitarren, Christian Roffler an den Keyboards und Gee K, Micha Dettwyler, Celine Hafes Backgroundgesang. Also alles relativ pur, nicht noch viele Gäste und Firlefanz, gute Rockmusik eben. Die Songs sind alle neu und die Texte sind von Marc Storace. Es geht abwechslungsreich zu und her, mal laut mal leiser, mal akustischer mal elektrischer. Marc Storace überzeugt mit tollen Songs und Musik.

Fredi Hallauer

THIS IS ROCK

Rockgeschichte von den 60igern zu den 90igern Live im Das Zelt am 30. Dezember 2021

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In Das Zelt wurde an diesem Abend der Rock zelebriert und erklärt. Der Lehrer war Michael Morris, welcher auch ein paar Mal selber sang und er wurde durch viele Texte auf den Videowänden ergänzt.

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Am Anfang war es wirklich ein bisschen sehr schulmeisterlich, es wurde dann weniger und besser. Texte auf den Videowänden waren sehr viele und nicht alle nötig. Weniger wäre mehr gewesen. Dafür rockte die Musik um so mehr. Die Musiker*innen, es standen zwei Frauen auf der Bühne, gehörten zu den erfahrenen Rockmusiker*innen der Schweiz und sind zum Teil schon sehr lange auf der Bühne. Hier ein paar Namen, von den insgesamt 14 Personen auf der Bühne. Marc Storace und Fernando von Arb von den Krokus, Marc Storace war auch bei TEA wie Armand Volker und Roli Eggli, dann war da noch Claudio Matteo von China und Freda Goodlett welche bei jenen Bands sang und singt. Die weiteren Künstler*innen waren noch von Unchain, Tusk, Callaway und weiteren Bands.

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Das Programm zeigte Rockmusik von den Kinks bis zu Nirvana und Queen mit Stationen bei The Who, Cream, Jimi Hendrix, Black Sabbath, Led Zeppelin, Deep Purple, AC/DC, John Lennon Pink Floyd, den Schweizer Bands Tea, Krokus und Gotthard und auch Lenny Kravitz, Rod Stewart, Bon Jovi, Van Halen und Neil Young fanden ihren Platz, neben einigen anderen.

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Die Musiker waren alle sehr gut und die Songs wurden in eigenen Versionen gespielt, meist kürzer als im Original, trotzdem hatte man nie das Gefühl es sei ein Verschnitt. Die Musiker fielen auch nicht in Posen und sie ahmten die Originale auch nicht nach, was dazu führte, dass die ganze Show nicht peinlich war.

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Es war ein fantastischer Abend mit bester Unterhaltung und in Erinnerungen schwelgen und für etwa die Hälfte des Publikums auch ein bisschen Unterricht in Rockmusik. Am Schluss war es eine richtige Rockparty von jung und älter wie es sich gehört.

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Fredi Hallauer

KÜFFER PERRIN SCHIAVANO GIGENA

Album: „Convivencia“ (kueffer-perrin.com)

Dieses Quartett macht Flamenco auf ihre Art, wie man ihn, zumindest in der Schweiz selten bis nie hört. Regula Küffer (Flöte), Nicolas Perrin (Flamencogitarre), Antonio Schiavano (Bass) und an der Perkussion German Papu-Gigena musizieren aus einem Guss. Alle Kompositionen sind von Nicolas Perrin. Die Musik wird wirklich von einem Quartett als Ganzes gespielt und nicht einfach ein Gitarrist der begleitet wird. Da ist zum einen die Flöte, welche die Melodien spielt oder aufnimmt, aber auch Rhythmisches grandios meistert. Dann natürlich die Gitarre mit den typischen schnellen Läufen und den harten Riffs, aber auch da gibt es immer wieder leise, feine sehr melodiöse Töne. Der Bass soliert dazwischen auch und bringt vielleicht eine Prise Jazz hinein. Die Perkussion ist immer dezent aber trotzdem prägnant zu hören, manchmal auch kurze solistische Einlagen, sonst aber umspielt sie auf gekonnte Art die Rhythmen umd sie dann auch wieder direkt zu spielen. Es ist ein Instrumentalalbum mit Musik zum Geniessen und um das tun zu können muss man nicht einmal Flamenco Fan sein, aber Flöte und akustische Gitarre mögen mit etwas schnelleren Rhythmen.

Fredi Hallauer

BLAY

Album: „Unplugged Live“ (Sony Music)

Blay, das sind Bligg und Marc Sway, sie nahmen schon ein Album zusammen auf. Nun sind sie zurück mit einer Live Aufnahme unplugged. Sie werden von einem Pianisten und einem Schlagzeuger unterstützt und begleitet, mehr nicht. Es funktioniert sogar sehr gut. So ist etwas eigenständiges entstanden. Die Lieder sind aus ihrem Repertoire, kommen aber in dieser unplugged Version sehr gut zur Geltung . Die Texte setzen sich mit den Problemen unserer Zeit, wie Umwelt, Migration, Heimweh auch durch Migration, Weihnachtsgeschenkrausch und anderen wichtigen Sachen auseinander. Viel gibt es dazu nicht zu schreiben, es ist ein Wurf und eine Pflicht sich dieses Album anzuhören.

Fredi Hallauer

ERIKA STUCKY

Live: „Stucky Yodels“ im Bee-Flat Progr am 26. Dezember 2021

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Erika Stucky startete ihre Tour im Progr. Mit ihr auf der Bühne sassen der Gitarrist Oliver Hartung und der Tuba Spieler aus den USA Jon Sass und hinter ihr wurde eine Leinwand mit Video bespielt. Erika Stucky legte sofort ziemlich schräg los mit einer Form von Jodel, Echorufen, indianischen Geräuschen mit Rasseln und Klappern, dazu Klangbilder mit Gitarre und Tuba. Diese Klangbilder gehörten immer dazu, mal waren sie rhythmischer, mal abstrakter und dann auch mal konkret. Erika Stucky kündigte an, dass sie nicht 90 Minuten lang Yodeln werde, aber die Hälfte im Saal kam wohl wegen des Yodelns und so tue sie das auch. Es kam dann ein Yodel Teil mit einheimischen Einflüssen, aber auch zwei Countrysongs mit Yodelling, natürlich in Erika Stuckys eigener Version. Später wurde es zappaesk oder Einflüsse von Jim Morrison hat sie in das Programm gewebt. Der Mittelteil des Programms klang dann etwas gleichförmig in Klang und Rhythmus. Der Schlussteil wurde wieder interessant mit funky teilen, so richtig groovig und als Zugabe sogar einen Britney Spears Song von Erika Stucky interpretiert. Es war ein geniales Konzert wie es nur Erika Stucky spielen kann und sie zeigte, dass sie eine Klasse für sich ist.

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Fredi Hallauer