FUSION SQUARE GARDEN

Album: „Taktus“

Die Reggaeband wird mit ihrem siebten Album inhaltlich konkreter. Sie machen das was zum Reggae gehört, sie singen gesellschaftskritische Texte. In ihren Songs geht es um Umwelt, Krisen, Beziehungen und Ungerechtigkeiten und viel Hoffnung und Zuversicht. Sie singen in Mundart, Italienisch, Französisch und Englisch, manchmal mehrere Sprachen im gleichen Song. Musikalisch öffnen sie den Reggae mit Cumbia, Latin, Pop und R’n’B. Es ist fröhliche und tanzbare Musik mit Texten welche zum Nachdenken anregen. Mehrere Gäste bringen noch zusätzliche Würze in den Sound, nämlich Lengualerta, Junior Tshaka, Sa Mood und Ben Whale. Ein herrliches Reggaealbum einer der ältesten Reggaeband der Schweiz, wenn nicht die älteste.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Ärdeschön“ (HitMill/Phonag)

Alle Jahre wieder und der Erfolg geht weiter mit dem Männerchor der Schweiz. Die zwölf Männer, Amateursänger, singen gewohnt, heimatverbunden schön, neue Lieder aus der Feder von Georg Schlunegger. Mit dabei sind je bei einem Lied, der Hackbrettspieler Nicolas Senn und die Sängerinnen Francine Jordi, Daria Occhini und Lisa Stoll. Die Lieder werden von einer Band unterstützt, was den Chor den Pop Groove gibt mit den Heimatharmonien. Die Melodien sind sehr eingängig und kommen einem manchmal vor als ob man sie schon irgendwo gehört hätte. Die Inhalte befassen sich mit Alpabfahrt, nach Hause kommen, dem Zuhause sein im Bauernhaus, Erinnerungen und Bergbauernleben. Da es doch noch ein paar Bauern und ein Schafhirte dabei hat, kommen die Lieder glaubwürdig daher.

Fredi Hallauer

STRESS

Album: „Sincerement“ (Universal Music)

Der Rapper aus der Romandie liess sich zeit für ein neues Album. Das Warten hat sich gelohnt. Stress kommt frisch daher. Er singt dazwischen sogar. Es gibt titel, die könnte man als Rap-Chansons bezeichnen. Seine Beats sind luftig geworden, das Schwere und Brachiale ist nicht mehr da, trotzdem ist es ein Stress Album. Die Inhalte seiner Stücke sind Umweltthemen und dann ein Wundenlecken, welche nach seinen Beziehungen blieben. Er macht das aber auf eine sehr charmante Art. selbstverständlich hat er verschiedene Gäste dabei, es sind das: Naomie Lareine, Akhenaton, Shurik’n & L’as de choeur, Xen, Nemo und JP Cooper. Neben dem französisch gibt es also auch noch etwas Mundart und englisch zu hören. Stress wird mit diesem Album wieder viele Erfolge feiern können.

Fredi Hallauer

TENFORTY

Album: „The Way“

Die Basler Rockband veröffentlichte in diesen Tagen ihr Debütalbum. Das Quartett spielt melancholischen Rock, mit einiger Romantik gespickt, aber auch Indierock Einflüssen. Schlagzeug und Bass legen einen guten Boden, und der Schlagzeuger spielt sein Instrument sehr vielseitig und Varianten reich. Die beiden Gitarren bereiten die grossen Melodien vor und spielen sie dann auch aus, wenn sie nicht mit dem Rhythmus beschäftigt sind. Darüber kommt der leadgesang, unterstütz vom Harmoniegesang der Kollegen. Das Songwriting überzeugt. Ein Schwachpunkt ist manchmal die Stimme des Leadsängers, sie hat in dieser Produktion mit kleinem Budget, etwas wenig Druck, ich kann mir vorstellen, dass dies live besser ist. Manchmal wünschte ich mir, dass sie etwas mehr Mut hätten und frecher daherkämen, im Sinne von prägnanter. Es ist ein schönes Album geworden und mir persönlich gefällt „Joy“ sehr gut.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

EP: „Jagge“ (Sony Music)

Dabu Fantastic veröffentlichten nun ihre dritte EP in diesem Jahr. Das Titellied ist, der Saison angepasst, „Jagge“. Die vier Songs sind wiederum Wortspielereien der intelligenteren Art. „Cloud“ tönt ja gleich wie Klaut, und da ergeben sich dann bei Dabu Fantastic die entsprechenden Texte. Sehr eindrücklich und eher ungewohnt, ist das Lied „Wemmer gaht“, kurz einfach und mit einer auf den Punkt gebrachten Botschaft, wenn man genau zurhört. Grandios.

Fredi Hallauer

Live: in der Mühle Hunziken am 12. Oktober 2019

Bild Fredi Hallauer

Dies war nur das zweite Konzert von Dabu Fantastic in diesem Jahr. Sie starteten mit dem Song „Früsch usem Ei“. Mit ihren vier Musikern brachten sie einen tollen Sound hin. Bereits beim vierten Lied war Party, denn bei „Angelina“ war niemand mehr zu halten. Gesungen wurde aus vollen Kehlen. So spielten sie sich durch neue und alte Lieder. Zu Ehren von Polo Hofer spielten sie den Anfang von „Memphis“. Nach der Pause kam bald „Jagge“ zur Aufführung, der neue Song. Dann wurden sie funky und dann kam ihre Mundartversion von „Die da“ aus der EP „Die fantastische wir“. Es fehlten keine Hits und auch „gumpen“ durfte das junge Publikum. Als offizieller Schluss spielten sie „Nomal vo vorn“. Die erste Zugabe war ein sehr schönes Lied nur mit Piano „Wenn me gaht“, es folgte ein Bass Solo. Darauf ein Lied gegen Waffen, bewaffnete Konflikte, wahnsinnig gut, Titel „Schlaf us“, was aber auch zum Aufstehen gegen Ungerechtigkeit aufruft. Das Publikum war absolut ruhig und aufmerksam. Die Stimme von Dabu war von diesem Konzert unterdessen sichtlich gezeichnet. Das super Konzert endete mit dem Lied „Lied“.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

LINA BUTTON

Album: „Who’ll Be Here“

Lina Button liess sich etwas Zeit nach ihrem dritten Album. In dieser Zeit eröffnete sie sich einen anderen Zugang zum Songwriting und das hat sich gelohnt. Es sind sehr schöne, ruhige Popsongs mit Energie geladen und guten Texten. also schon mal genauer hinhören lohnt sich. Lina Button überzeugt mit ihrer warmen Stimme, welche sie zum Glück nicht zu stark durch das Autotune gedreht hat. Musikalisch ist es, wie schon gesagt, ein Popalbum, hauptsächlich programmiert und elektronisch. Die Elektronik wurde aber im Sinne der Songs und der Stimme eingesetzt und überdeckt nichts.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

EP: „No Fire In The Sand“ (Mouthwatering Records/Irascible)

Die folkige Band mit der Texterin und Sängerin Janine Cathrein haben nach ihrem Debüt Album und erfolgreicher Tour, weitere fünf Songs aufgenommen und führen die erfolgreiche Tour weiter. Diese neuen fünf Songs überzeugen weiterhin durch die schöne warme Stimme der Sängerin und den akustischen, sparsam eingesetzten Instrumenten. Die Musik ist stimmungsvoll und passt gut zu den Songs. Die Texte erzählen von diesem und jenem, Geschichten aus Beobachtungen und die das leben schrieb. Eine wunderschöne herbst EP.

Fredi Hallauer