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Dieter Meier und Boris Blank schicken ihr 15. Studioalbum ins Rennen. Die Vergangenheit trifft sich mit der Zukunft, könnte man die Klänge beschreiben. Der erste Song „Around The Sun“ tönt gar nicht nach Yello, er ist locker, flockig, sonnendurchströmt und herrlicher Pop. Ab dem zweiten Song erkennt man Yello immer besser. Neben den typischen Sounds ist auch die mystisch grummelige Stimme von Dieter Meier zu hören. Dieses neue Album von Yello groovt so wie gewohnt. Ein eigentlicher Hit ist nach dreimaligem Anhören nicht auszumachen, ausser dem bereits erwähnten ersten Song. „Time Lab“ ist es eigentlich einfach Yello pur.
Live: „Gränzgängig“ in der Aula vom Progr am 5. November 2026
Wiederum war ein weiteres Konzert aus der Reihe Gränzgängig. Die vier Musiker von Viertaktmotor trafen sich morgens um 10 Uhr mit den drei Musikerinnen von Tie Drei. Sie probten zusammen Stücke, welche sie vorher ausgetauscht hatten, und kleideten so die Stücke von Viertaktmotor in neue Gewänder oder füllten die Stücke von Tie Drei, wie sie erklärten. Um 20 Uhr fand dann das Konzert, oder das Resultat aus der gemeinsamen Probe statt. Es sei vorweggenommen: Es war ein spannendes und wunderschönes Konzert. Es wurde mit Hackbrett, Cello, zwei Kontrabässen, Geige und Gesang, Trompete und Flügelhorn und mit dem Akkordeon musiziert. Die Musiker:innen waren sehr versiert darin, sich in die Stücke der anderen Gruppe hineinzuleben, und technisch brillant, sodass sie da sehr viel Musikalität hineingeben konnten. Speziell war das Musizieren mit den beiden Kontrabässen: So konnte der eine Bass gezupft werden und der andere gestrichen, und die schnellen Wechsel zum oder weg vom Bogen fielen weg. Manchmal strichen auch beide ihr Instrument oder sie zupften beide. Der Gesang, nicht nur Solo, sondern manchmal auch gemeinsam, oder gemeinsames Pfeifen waren ebenfalls neue Elemente, welche es an diesem Abend zu hören gab. Die Trompeterin bewältigte spielend Übergänge vom Jazz zur Volksmusik und umgekehrt, oder bewegte sich irgendwo dazwischen. Hier noch die Namen der Musiker: Tie Drei sind Sonja Ott (Trompete und Flügelhorn), Hannah Adriana Müller (Geige und Gesang); Johanna Pärli (Kontrabass); Viertaktmotor: Nayan Stalder (Hackbrett), Raphael Heggendorn (Cello), Kaspar Eggimann (Akkordeon) und Laurin Moor (Kontrabass). Es war ein gelungener und musikalisch sehr interessanter Abend
Hyper Duper machen französischsprachigen Synthiepop. Sie erzählen in den Liedern von Alltagsgefühlen, von Spannungen zwischen Verzweiflung und Weitermachen, Furcht vor Hass und dem Wunsch nach Nähe. Leider ist der Gesang sehr im Hintergrund und eher schlecht verständlich. Die Musik klingt etwas gleichförmig und man merkt, wie man beim Zuhören plötzlich abschweift. Dies ist das Debütalbum der Band und somit haben sie ja noch viele Verbesserungspotenziale.
Lily Gasc aus dem Kanton Waadt hat offenbar Albträume (Cauchemar). Die Musik ist Elektropop und bestens tanzbar. Mit ihrem lustigen und witzigen Gesangsstil kann sie den Hyperpop nicht abschütteln und die dunkle Melancholie welche sie verbreiten möchte gelingt akustisch nicht. Aber egal, die Musik federt durch den Alltag oder durch die Nacht und die Stimme gibt gute Laune.
Das Sextett aus Winterthur spielt Indie-Kraut-Pop mit viel Synthesizern, sphärischen Gitarren, analogem und digitalem Schlagzeug und Gesang. Den Gesang teilen sich eine Frau und ein Mann. Die Texte sind oft ironisch und fast immer kryptisch. Man tut gut daran, wenn man diese Musik einfach auf sich wirken lässt und nicht versucht zu verstehen. Die Musik ist eingängig, blubbernd.
Die Schweizer Band veröffentlicht eine neue EP mit fünf Songs. Ihr Stil ist schwierig zu beschreiben. Es ist eine Mischung von Neo Psychedelika, Krautrock, Progressivrock und elektronischer Musik. Die fünf Songs sind alle ähnlich aufgebaut. Der Anfang ist jeweils klar und transparent und sie steigern sich dann in epische Musik, ins Chaos und ins Laute. Ich finde, das kann ein- oder zweimal gut gehen, aber so ist die Musik zu absehbar. Die Band versucht, Gegensätze zu vereinen. Die Texte sind häufig fragmentarisch, in verschiedenen Sprachen und können auch mal serbisch sein. Inhaltlich setzen sie sich mit gesellschaftlichen Gegebenheiten auseinander, wie Denunziation, Ökologie und einer Welt mit wenig Sinn.
Live im Yehudi Menuhin Forum in Bern am 29. Oktober 2026
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Zuerst traten die vier Musiker der Kruger Brothers auf die Bühne. Ja es sind jetzt vier Musiker. Zu den beiden Krüger Brüdern und Joel, der seit 37 Jahren dabei, ist der junge Mandolinist festes Mitglied der Band.
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Sie starteten in dieser Formation. Als erstes spielten sie eine Suite wo jeder der vier zum Zuge kam. Das Spiel des Mandolinisten erinnerte stark an das Mandolinenspiel von David Grisman.
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Der Start war ziemlich vom Jazz angehaucht und so langsam kamen sie im typischen Kruger Brothers Sound an.
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Als Nächstes kam das Kaleidoscop String Quartet auf die Bühne und spielte eine fulminante Komposition des Bratschisten.
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Dann begann das geniale Zusammenspiel der beiden Formationen. Sie nahmen sich vorwiegend den Suiten von den Kruger Brothers an. Im ersten Teil waren es Teile aus Appalachian Concerto, welche für die Kruger Brothers und Streichquartett geschrieben wurden.
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Den zweiten Teil eröffneten Sie mit einem Wettstreit zwischen dem Streichquartett und den Kruger Brothers, nämlich zwischen schnellem Bluegrass und schneller Klassik, witzig und fantastisch. Es folgten verschiedene Stücke und dann einiges aus der Moonshine Sonata, über die illegalen Schnapsbrenner.
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Das war ein fantastisches Konzert in neuer Zusammensetzung mit acht brillanten und vielseitigen Musikern. Wahrscheinlich gibt es nie mehr Töne zu hören, als an einem Kruger Brothers Konzert.
Die seit über dreissig Jahren in Bern lebende Irländerin veröffentlicht nach acht Jahren ein neues Album. Es wurde ein Folkalbum mit klaren Wurzeln in der irischen Musik in Bezug auf Rhythmen und Harmonien. Die Texte handeln von Macht und Machtmissbrauch, vom Älterwerden, Hoffnung und Selbstbestimmung und Shirley Grimes stellt viele unbequeme Fragen. Shirley spielt Gitarre und singt, am Schlagzeug sitzt Clemens Kuratle, am Kontrabass zupft und streicht André Pousaz. Wolfgang Zwiauer spielt Klavier, Michael Flury bläst die Posaune, ihre Tochter Sophie Grimes und Finja Keogh übernehmen die Backings und ihr Sohn Dylan Grimes singt ein Duett mit Shirley Grimes. Produziert hat Hank Shizzoe. Das Resultat ist vielseitig und im Zentrum bleibt der Gesang von Shirley Grimes. Die Instrumente und weiteren Stimmen unterstützen die Inhalte und helfen, sie zu tragen. Ein reifes Album.
Album: „Off The Road We Go“ (Voodoo Rhythm Records)
The Monsters sind eine Berner Garage Punk’n’Roll Band. Sie existieren seit vierzig Jahren und machten immer eigenständige Musik, liessen sich nie in Rollen und Stile pressen. Da es in der Musikszene eher wieder enger wurde, nahmen sie ihre Instrumente, Gitarren, Schlagzeug, Bass und verschiedene Synthesizer und Orgeln von Flohmärkten und Freunden und verschanzten sich im Studio. Sie schrieben für zwölf Songs hundert Worte Text und nahmen die Instrumente auf, sangen und das in den verschiedensten Variationen. Das ganze Geschnipsel und Chaos sandten sie nach vier Wochen Arbeit an Jim Diamond in Detroit für ein Mix-Abenteuer. Herausgekommen ist diese wilde, schräge Musik, Lo-Fi-Garagen-Punk mit einer unbändigen Energie. Bei dieser Musik kann man mit Freuden alle Wut und Unzufriedenheit herauslassen, welche man beim heutigen Weltgeschehen bekommt. Diese Musik macht Spass.
Der Basler Reggae Paradiesvogel meldet sich zurück. Es ist ein weiterer Schritt auf seinem Weg. Nun verbindet er Reggae mit Dancehall, mit Brasil-Reggae, Pop und Worldmusic. Zu hören sind sechs Songs. Seine Musik ist erfrischend, gibt Hoffnung und Mut und tut einfach der Seele wohl. Zusammen mit einer erstklassigen Band, hat er diese EP eingespielt. Die Band besteht aus drei Mitgliedern von Fusion Square Garden und dem Gitarristen von Steff LaCheffe. Viel zu schreiben gibt es dazu nicht, einfach starten und geniessen.
Die junge Bernerin veröffentlichte ihre zweite EP. Dieses Mal singt sie von Beziehungen, zu Anderen und zu sich selbst. Der Sound ist eine moderne elektronische Textur, beeinflusst von Bass ’n’Drums. Schade ist dass die Gesangsstimme elektronisch verändert wurde, denn das macht den Sound so futuristisch, unnahbar und weniger authentisch. Textlich ist es eine hervorragende EP.
Der Komponist und Produzent Flex Fab hat sich mit dem Rapper Manu Kann zusammengetan. Dabei kamen vier treibende Raps heraus. Die Musik von FlexFab ist vertrackt und doch tanzbar, verspielt und doch klar. Die Texte von Manu Kann sind messerscharf, sein Flow rasend und ebenso verspielt wie die Musik. Manu Kann rappt Französisch. Eine spannende EP der zeitgemässen Popmusik.
Das Schweizer Brüderpaar spielt einfach Gitarren und das auf hohem Niveau. Das neue Album sind viele Klangbilder, beeinflusst durch eine Reise durch die Länder der Indios. Aber hier geht es trotz des Titels und des Covers nicht um die Indio Folklore. Hermanos Gutierrez lassen Bilder entstehen, erzählen Geschichten mit ihren Instrumenten und nehmen die Hörer:innen auf ihre Klangreise mit. Die beiden spielen verschiedene Gitarren, meist akustische Gitarren mit Nylonsaiten plus die Lap Steel. Dazu kommt auch mal ein Charango, oder ein Bass. Weitere Musiker übernehmen die Perkussion und die Orgel. Dabei entsteht kein Flitzefinger-Gitarren Wettkampf, nein, es ist einfach Instrumentalmusik. Durch die Lap Steel kommt etwas Psychedelisches hinein, etwas Wehmütiges oder das Gefühl der Weite. Diese schöne Musik kann man kaum umschreiben, man muss sie sich einfach anhören.
Live: „24 Jahr Jubiläum“ im Hotel Seepark Thun am 17. Oktober 2026
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Der italienische Cantautore aus Thun feierte sein 24. Bühnenjubiläum im Hotel Seepark Thun mit einem gut gelaunten Publikum. Er trat mit einer dreiköpfigen Band, Gitarre, Bass, Perkussion auf.
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Nach zwei seiner Lieder wurde ihm ein Ballon mit Widmung überbracht und darauf folgte Grossi (vormals bei Bagatello) als Louie und hielt eine Laudatio, die einerseits informativ, andererseits aber auch sehr witzig und lustig war.
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Roberto Brigante brachte das Publikum schnell zum Mitsingen und Mitklatschen. Das gelang ihm bei seinen eigenen Titeln schon hervorragend. Als er dann vor der Pause „Marina“ und „Bella Ciao“ anstimmte, brachen die Dämme endgültig.
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Nach der Pause ging es zuerst mit Cover weiter. Es folgten dann die bekannteren Lieder von Roberto Brigante. Der Cantautore wirkte sehr sympathisch und auch musikalisch gab es an diesem Konzert keine Schwachpunkte. Ein herrlicher italienischer Abend.
EP: „Michael von der Heide singt Knef live“ (IGroove)
Nach seinem Studioalbum mit Liedern von Hildegard Knef und der ersten Tranche der Tour dazu veröffentlicht der Chansonnier eine EP mit fünf Liedern von Hildegard Knef, live aufgenommen. Zwei der fünf Lieder, nämlich „Illusionen“ und „Die Herren dieser Welt“ sind das erste Mal von ihm aufgenommen worden. Im Lied „Die Welt ging unter am Zürichsee bei 30 Grad im Schatten“ spielt Lukas Thoeni ein grandioses Trompetensolo. Sonst wird Michael von der Heide von seiner hervorragenden Band begleitet. Neben den erwähnten Liedern sind noch „Ich zieh mich an und langsam aus“ und „Für mich solls rote Rosen regnen“ zu hören. Dies ist eine vielseitige Auswahl von den oft doppelbödigen Liedern von Hildegard Knef.