GASPAR NARBY

EP: „A Star Makes Two“ (Radicalis)

Gaspar Narby kommt aus dem Jura und lebt zur zeit in London. Er ist Multiinstrumentalist und Produzent, er schreibt auch seine Songs selber. Es ist elektronische Musik, bei welcher er die Synthis auf Kassetten aufgenommen hat, damit es einen warmen Sound gibt. dieser Effekt ist wirklich verblüffend. Seine Experimente gelten im Moment der Stimme. als Elektroniker ist er fasziniert von der menschlichen Stimme und so kommen verschiedene SängerInnen zum Zug. er lässt teilweise die Stimmen wie sie sind, verfremdet sie aber auch. Der Klang dieser EP ist faszinierend und nach mehrmaligem Hören, lässt sich dieser Popmusik immer mehr abgewinnen. 

Fredi Hallauer

GOTTHARD

Doppelalbum: „Defrosted 2“ (Sony Music)

Gotthard war von Frühling bis Ende Sommer mit ihrer Defrosted 2 Tour unterwegs. Sie haben alle Konzerte aufgenommen und die besten Momente nun als Doppelalbum veröffentlicht. Defrosted heisst bei Gotthard, Unplugged. So haben sie natürlich einige andere MusikerInnen mit auf die Bühne genommen. Andy Pupato an der Perkussion, Ernesto Ghezzi am Keyboard zwei Background Sängerinnen und ein Frauen Streichquartett, die G-Strings, prägen diesen unvergleichlichen Sound. Wer jetzt ein Balladenalbum erwartet, liegt falsch. Gotthard geben unplugged sehr viel Power und die Gastmusikerinnen sind auch für den Power verantwortlich. Die G-Strings rocken manchmal fast mehr als Gotthard und auch die Sängerinnen geben volles Rohr. Zu hören sind viele Songs der letzten jahre und natürlich auch die grossen Klassiker wie „Hush“; „Mountain Mama“; „One Life, One Soul“, „Heaven“ und „Anytime, Anywhere“. Verblüffend ist sicher die Version von „Smoke On The Water“. Zusätzlich gibt es zwei brandneue Songs, nämlich „Bye Bye Caroline“ und „What I Wouldn’t Give“. Das Album ist sehr gut aufgenommen, hat einen schönen und warmen Live Sound, und das Publikum ist nicht die ganze Zeit zu hören, auch muss es nicht dauernd mitsingen, so wird das Album zu einem Genuss.

Fredi Hallauer

SAESCH

Album: „Umschtiege“ (CeDe.ch)

Der Zürcher Oberländer debütiert mit einem Mundartlieder Album. Er war bis knapp 40jährig immer sehr geschäftig und wie so viele auf Geld fokussiert. Nun steigt er um. Er macht eine Musik Stifti, wie er selber sagt, und schreibt Lieder über alles was ihn beschäftigt. Da geht es um die kleinlichen Behörden und Nachbarn, um Vater und Grossvater, Abholzung der Bäume für Coffee To Go, Umsteigen und noch einiges mehr. Die Lieder sind einfach, verdichtet, klar und fadengerade unterlegt mit ebensolcher Musik. Alles ist unkompliziert und trifft direkt ins Herz und hoffentlich auch ins Gehirn. An zwei drei Stellen hat der Lehrling in Sachen Texten, sich selber Stolpersteine eingebaut, nämlich Textzeilen die leicht holpern, aber Lehrlinge dürfen ja noch Fehler machen. Ich bin begeistert von dieser CD von Saesch, das ist Liedermacherei wie sie sein soll.

Fredi Hallauer

BLIGG

Live: „Kombination Tour“ Festhalle Bern am 7.12.2018

Bild Fredi Hallauer

Das Konzert startete geheimnisvoll mit sehr dunklem Licht traten die Musiker langsam auf die Bühne, bis dann die Show gezündet wurde und Bligg begann zu singen. Das Publikum ging sofort los und die Party war sehr schnell in voller Fahrt. Bligg spielte zum Anfang viele seiner bekannten Hits, was natürlich beim Publikum zu Hochstimmungen führte, es sang und klatschte mit, bewegte sich, ging in die Knie und tat alles was von ihm verlangt wurde. Die Musiker spielten ihre Instrumente hervorragend, ausser dem Akkordeonisten und Gitarristen in Personalunion waren aber kaum solistische Hörproben zu hören. Ein DJ, ein Schlagzeuger, ein Bassist und eine Sängerin gehörten noch zur Band. Nach etwa der Hälfte des Konzertes sang Bligg dann vor allem die Lieder des neuen Albums. Da traten dann die feat Gäste Xen und auch ZID auf die Bühne. Dann war Bligg plötzlich hinten im Saal in der Stammbeiz und da ging es um das Trinken seines Tannenschnapses, was ich persönlich etwas ungeschickt fand, angesichts der vielen Kinder und Teenies im Publikum. er sang dann Stammbeiz, man sah aber aus dem Publikum wenig bis nichts. So blieb dann auch bei den nächsten liedern, wieder auf der Bühne, die Stimmung eher etwas tiefer. Gegen Schluss schaffte er es wieder die Party Stimmung zu bekommen. Es war ein sehr gutes Konzert und beste Unterhaltung auf hohem Niveau, ohne riesen Effekte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

BRUNO DIETRICH

Album: „Chateau Dopamin“ (www.brunodietrich.ch) 

Bruno Dietrich ist mit einem neuen Album am Start. Im Titel wird schon klar, Dopamin ist verantwortlich für Glücksgefühle und das bekommt man auch beim Hören des Albums. Es sind Liebeslieder, manchmal etwas erdiger oder herber, dann wieder leicht süsslich und immer vollmundig. Bruno Dietrich tönt wirklich sehr glücklich und steckt damit an. Die Band mit Jean-Pierre von Dach an den Gitarren und Roland Sumi am Bass und Bruno Dietrich an den meisten anderen Instrumenten, plus ein paar Gäste tönt sehr gut und klar und unterstütz die Texte sehr gut. Viele Lieder erinnern an die Span der 90iger Jahre, vielleicht ist es auch nur, dass hier Mundartrock (pop) gespielt wird, wie er landauf und landab bekannt ist. Die Texte haben Niveau und versuchen mit dem Thema Liebe und vielen Facetten davon umzugehen, was einigermassen gelingt, aber wer kann das besser, es liegt am Thema.

Fredi Hallauer

UNSHAKEABLES

EP: „Planets“ (CeDe.ch)

Ein Engländer und drei Aargauer brachte der Zufall oder das Glück zusammen. allesamt sind es gute Musiker, Produzenten und haben eigene Studios. So kam viel Manpower und Erfahrung zusammen. Man hort dies an den fünf schönen Rockpop Songs. Die Sandpapier Stimme des Sängers Jamie R. Hawkins trifft voll ins Herz und das Songwriting ist exzellen. Die einzelnen Songs kann man sehr gut voneinander unterscheiden. Man darf auf diese neue Band auf unseren Bühnen gespannt sein.

Fredi Hallauer

CABINETS

EP: „Common Regimes“ (Coldkings)

Die junge Innerschweizer Band macht mit diesen vier Songs auf sich aufmerksam. Eigentlich müsste ich gar nichts schreiben, denn die Jungs pfeifen darauf was die Anderen zu ihrer Musik sagen, so steht es zumindest im Presseinfo. Trotzdem hier ein paar Worte zu der EP. Der Stil ist Indie Rock, krachig, laut und speziell mit der Posaune dabei. Bereits der erste Song geht gut ab und ist ein Festivalbühnen-Song. Der Sänger hat eine angekratzte Stimme, entweder von Natur oder Zigaretten und Whiskey, dazu singen die anderen Bandmitglieder ebenfalls. Die Posaune ist ihr markenzeichen oder das was sie von anderen Band unterscheidet. Hoffentlich hört man bald mehr und sieht sie auch auf den Bühnen unseres Landes. Das Aufmerksam machen ist gelungen.

Fredi Hallauer