MAX BEREND

Album: „On Serenity“ (Surfin‘ Puffin Records)

Der Singer/Songwriter nahm ein ruhiges Album mit wunderschönen Klängen auf. Er spielt die Gitarre und singt. Je nach Bedarf spielen verschiedene Leute an verschiedenen Instrumenten mit, wie Piano, Bass, Schlagzeug und Perkussion, Cello und Gesang/Harmoniegesang. Diese Instrumente verraten schon, dass es hier um sanfte Klänge geht. Im Zentrum eines Singer/Songwriters stehen natürlich das Songwriting und der Gesang. Das Songwriting geht hier wirklich etwas neue Wege und nicht die alten, ausgetretenen. Max Berend schafft es diese neuen Wege zu betreten, ohne alles Alte über Bord zu werfen. Man muss zwar die Hörgewohnheiten etwas umstellen, merkt aber schnell, dass es immer wohlklingend und wohltuend tönt. Da und dort gibt es auch mal einen Instrumentalteil. Max Berends’ Stimme ist ebenfalls speziell, vielleicht kann man sie etwas brüchig nennen. Dies bringt einem die Lieder näher und macht die Musik und Songs wärmer.

Fredi Hallauer

STUBER & GOALIE

Album: „Kollektion 3“

Stuber & Goalie sind ein Berner Duo, welches sich selbst geschriebenen intelligenten Texten widmet. Die Texte werden gerappt, man kann das Post Rap nennen. Die Musik und die Beats sind oft elektronisch erzeugt, manchmal aber auch mit Instrumenten gespielt. Stuber präsentiert die Texte und Goalie ist für den Sound zuständig. Die Texte handeln vom Leben, welches oft nicht so bequem ist. Es sind gesellschaftsrelevante Texte. Es lohnt sich, den Geschichten zuzuhören, und wenn man andere Berner Songs oder Bands kennt, dann gibt es viele Anspielungen. „Anaconda“ ist die Fortsetzung der Geschichte von Hene von Stiller Has. Dies ist ein Duo das eine grössere Beachtung verdient.

Fredi Hallauer

PHIPU BLUEDÖG GERBER

Live: Bühne am Teich Mühle Hunziken am 24. Juli 2026

Bild Kathrin Hallauer

Phipu Bluedög Gerber eröffnete zusamnen mit seinem Bruder am Cajon die Konzertreihe am Teich. Er spielte akustische Gitarre und sang, eigene Songs und Coverversionen. Sein Repertoir3 umfasste Stücke von seinen Anfangszeiten bis heute. Nach eine halben Stunde war fertig eingeheizt für Walter Trout.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

MISS C-LINE

Album: „Mellow Hearts“

Dieses Album erschien bereits im Oktober 2025, kam aber mir hingegen erst jetzt zu Gehör. Es ist ein Album, das einen nicht mehr in Ruhe lässt, wenn man es einmal gehört hat, darum bespreche ich es hier. Die Komponistin, Produzentin und Sängerin MISS C-LINE ist in allem, was sie macht, hervorragend. Sie kann singen und muss zu einer der besten jungen Sängerinnen der Sparte Jazz gezählt werden. Die Kompositionen sind grossartig, mal ziemlich Contemporary Jazz, dann wieder Chamber Jazz oder auch im Genre Pop zu orten. Sie scharrte brillante Musiker:innen um sich und arrangierte ihre Songs auf den Punkt. Da gibt es Schlagzeug, Bass, Keyboards, ein Streichtrio, Saxophone, Flöte, Backing Vocals und Gitarre. Alle Songs überzeugen, sind aber ganz unterschiedlich. „Distance“ beginnt poppig, wird aber dann recht jazzig. „Unique“ hat eine geballte Ladung Funk dabei und wird zu Funkjazz. Die Musik und der Gesang sind immer verständlich und bekömmlich. Sollte es einmal für gewisse Ohren zu extrem werden, kurz warten, und die Klänge schmeicheln sich wieder in die Gehörgänge. Vor allem beim nächsten Mal gefällt einem dann das ganze Stück. Bei diesem Album hört man bei jedem Abspielen immer wieder mehr und Neues. Dies ist ein Album und eine Künstlerin, die man sich nicht aus den Ohren lassen sollte.

Fredi Hallauer

KARLI

EP: „Vögel und Müüs“

Karli ist nun solo unterwegs. Wer ist denn Karli? Er ist derjenige der Band Plankton, welche bedeutend war in der Schweizer Musikszene. Jetzt ist er solo unterwegs mit Mundartliedern. Er erzählt aus dem Leben, wie er Vögel und Mäuse begraben hat, aber in seinem halben Leben noch nie einen toten Menschen sah. In anderen Liedern singt er von der streikenden Karte an der Kasse, von „Ewigi Liebi“ im Ohr, von schlechtem Wetter am Geburtstag, von verlorenen Schlüsseln. Es sind alles kleine Episoden, die wir alle kennen, und darum sind die Lieder so direkt zugänglich. Musikalisch ist es Gitarre, Bass, Vintage Synthies, da eine Trompete, dort ein anderes Instrument. Der Sound ist sparsam, aber sehr passend und warm. Man darf sich auf sein Album im Herbst freuen.

Fredi Hallauer

ALWA ALIBI

EP: „Dreamgirl“ (Forcefields Records/Irascible)

Alwa Alibi wird dieses Jahr drei EPs mit je vier Liedern veröffentlichen. Der Produzent dieser ersten EP ist Ben Mühlethaler. So kann man typische elektronische Beats. Alwa Alibi singt Mundart. Ihre Texte befassen sich oft mit Queerness, Sucht und dem nicht einfachen Alltag von jungen Menschen. Sie sind ziemlich klar und nicht kryptisch. Das macht die Bernerin sehr sympathisch und man hört sich fast automatisch die Lieder genau an.

Fredi Hallauer

NOEMI BEZA

EP: „You’ll Find Me There“ (Universal Music)

Die junge Sängerin zeigt mit ihrer zweiten EP, dass sie zur Schweizer Musikszene zu zählen ist und dies in der ersten Reihe. Sie stammt aus Äthiopien und wurde vier Monate alt von einer Schweizer Familie adoptiert und wuchs im kanton Thurgau auf. Sie singt englisch. Noemi Beza macht Popmusik zwischen Indie Pop und Indie Folk mit treibendem Rockeinfluss. Das Spektrum der vier Songs ist sehr breit. Inhaltlich setzt sie sich u.a.mit der Suche von ihrem Platz im leben auseinander. Es ist fröhliche und aufgestellte Musik und bestens zum Abtanzen geeignet.

Fredi Hallauer

SHENANYGANS

Album: „Lullabies And Lucid Dreams“ (Irascible)

Das Quartett aus Solothurn bietet uns Musik für den Sonntagmorgen. Einerseits kann man dazu weiterträumen, oder sie ermuntert einen auch zum Aufstehen, es aber dann noch gemütlich zu nehmen. Musikalisch lassen sie sich im Spannungsfeld von Slacker Rock, Indie und Psychedelikpop einordnen. Die Band setzt sich aus einem Brüderpaar aus Irland und zwei Schweizern zusammen. Ein weiterer Mann spielt hier und dort die Keyboards. Der Sound ist gitarrenlastig, mit einer klaren Stimme gesungen, Chorgesang und einem erfrischend rumpeligen Schlagzeug. Es ist es wert, diese Band anzuhören, und dieses Album ist die beste Gelegenheit dazu.

Fredi Hallauer

NICKLESS

Album: „Cars And Things That Go“ (Universal Music)

Der Zürcher Musiker ist mit einem neuen Album zurück – und wie! Die Musik strotzt nur so vor Energie. Er mischt modernen Synthpop mit 80er-Sound und Energie. Da geht es fröhlich zu und her, auch wenn er von einsamen Herzen singt. Nicht nur die Musik hat Power, seine Stimme ebenfalls. Er singt in ziemlich hoher Stimmlage und fällt nur selten in die Kopfstimme. Als singender Schlagzeuger hat es natürlich als Rhythmus, echtes Schlagzeug dabei und nicht nur Elektrobeats. „Take Me Dancing“ ist eigentlich fast das Motto des Albums und bei diesem Song singt Crimer noch mit, also 80er-Sound im Quadrat. Bei diesem Album gilt: Abspielen und tanzen in allen Lebenslagen oder auf die nächste Party mitnehmen. So soll Popmusik tönen, treibend und clever.

Fredi Hallauer

GUPFBUEBÄ & ZUGER SINFONIETTA

Album: „Gupfbuebä Sinfonisch“ (Phonoplay)

Die Ländlerkapelle Gupfbuebä feiert das 40. Jubiläum, und dazu liessen sie sich etwas Besonderes einfallen. Sie holten sich die neun Streicher:innen der Zuger Sinfonietta (alles Streichinstrumente) und kleideten ihre Stücke neu ein. Zehn Stücke stammen aus der Feder von Dani Häusler, dem Klarinettisten der Gupfbuebä, und fünf von Walter Balmer jun., einem Freund der Kapelle. Nun, wie tönt das denn? Da bleibt nur zu sagen: hervorragend. Die Stücke sind virtuos, voller Finessen und grosser Melodiebögen. Das Streichorchester Sinfonietta aus Zug unterstützt das sehr. Es liegt auch an den Arrangements von Dani Häusler. Ein Glanzstück ist „Klarinettenfimmel“ von Walter Balmer, wo die Klarinette die schwierigsten Läufe spielt und dazu das Streichorchester, das Klavier gibt den Takt. Gut gelungen ist auch der Walzer „Christina“, welcher Dani Häusler seiner verstorbenen Mutter widmet. Da harmonieren Akkordeon, Sopransax und das Streichorchester im Wechsel zusammen. Alle übernehmen mal die Führung. „Dreasm Team“, ein Fox, welcher herrlich swingt, erweitert die Klangfarben dieser verrückten Kombination, welche nicht besser zueinanderpassen könnte. Kein einziges Stück fällt ab. Vielleicht muss noch der „Heirassa-Festival-Schottisch“ erwähnt werden. Die Melodie kennen die meisten, aber so hat man ihn noch nie gehört. Auch ein Streichorchester kann lüpfig sein. Dieses Album ist ein Meilenstein der Schweizer Ländlermusik oder Klassik.

Fredi Hallauer

TAL ARDITI

Album: „Love Myself“ (Mouthwatering Records)

Tal Arditi ist bereits wieder mit neuer Musik am Start. Das Album tönt quirliger, verspielter und lebendiger. Seine schöne Stimme gibt den Songs den entsprechenden Charakter. Es sind liebliche Popsongs mit viel Charme und vertrackten Beats. Der Inhalt der Lieder dreht sich um Selbstakzeptanz. Er hatte selbst Probleme damit und verarbeitet dies nun in diesen Songs. Ein wunderschönes Album ist entstanden. Tal Arditi sollte man gehört haben, zumindest einmal, aber dann wirkt seine Magie und man wird ihn immer und immer wieder hören.

Fredi Hallauer

QELLER

EP: „Luftschloss

Qeller ist eigentlich ein Liedermacher in deutscher Sprache und dies ist seine Debüt EP. Er umgibt sich mit einer Indie Pop Band. Die EP besticht durch leichtfüssige Melodien und Poprhythmen. Die Lieder erzählen von Alltag, von Träumen ohne Fundament und von Sehnsucht. Deutscher Indiepop für gemütliche Stunden.

Fredi Hallauer

TO ATHENA

Album: „Have I Lost My Magic“ (Mouthwatering Records)

Dies ist bereits das dritte Studioalbum der Luzerner Musikerin und Sängerin To Athena. Inhaltlich ist es ein persönliches Album, welches von der Suche nach der verloren geglaubten inneren Magie erzählt, von Verletzlichkeit, von zwischenmenschlichen Beziehungen, Burn-out und Missbrauch. Musikalisch bewegt sich das Album in einer riesigen Palette, welche im Universum von To Athena möglich ist. Da sind geringe Arrangements mit Streichern und Piano und/oder Harfe zu hören, um dann wiederum grosse Bögen zu spannen mit fast schon symphonischem Ausmass. Man darf diese Musik als Kammerpop bezeichnen.Grundsätzlich sind die Songs und Lieder eher ruhig und vielleicht etwas traurig und gleichzeitig auch hoffnungsvoll und voll Sonnenschein. To Athena versteht es, Stimmungen zum Publikum zu bringen, ohne dass man alles versteht. Das lässt ihre Erfolge auch in Mexiko mit Mundartliedern erklären. Sie singt auf diesem Album Englisch und Mundart.

Fredi Hallauer

ODD BEHOLDER

Album: „Honest Work“ /Sinnbus/Mouthwatering Records)

Die Musikerin erzählt vom Arbeitsalltag mit den Frustrationen, unfairen Arbeitsbedingungen, ökologischen Krisen und emotionaler Einsamkeit. Es erzählt von einer Gesellschaft, die Leistungsdruck internalisiert und dabei Leistung nur vage definiert. Von Erschöpfung, Zorn und Druck und vom Leben jener, die versuchen, sich darin zurechtzufinden und ihre Würde nicht zu verlieren, und damit wahrscheinlich scheitern. Musikalisch betont sie die Beats und den Bass. Die Stücke lehnen sich an elektronische Musik der Neunzigerjahre an; an Trip-Hop, Drum ’n’ Bass, 2-Step Garage und Industrial. Die Stimmung ist dunkler Pop und trotzdem mit einer Leichtigkeit, welche Mut macht und vielleicht sogar aufstellend ist, wenn man unter schwierigen Bedingungen arbeiten muss. Ein sehr engagiertes und intelligentes Album.

Fredi Hallauer

VIERTAKTMOTOR & DANIEL HÄUSLER

Live: „Gränzgängig“ in der Aula Progr Bern am 21. Mai 2026

Bild Kathrin Hallauer

Wiederum luden Viertaktmotor mit ihrem Gast Daniel Häusler zum Format „Gränzgängig“ ein. Das heisst, nach einem Austausch der Noten über E-Mail trafen sie sich am Morgen um 10 Uhr, übten zusammen und spielten am Abend ein gemeinsames Konzert. Diese Vorgaben führten immer zu positiven Überraschungen. Daniel Häusler spielte Klarinetten und Sopransaxofon. Er ist Volksmusiker seit vielen Jahren und brachte einige seiner Stücke ein. Als Volksmusiker und Innerschweizer waren seine Kompositionen eher ziemlich schnell, mit etwa zwei Ausnahmen.

Bild Kathrin Hallauer

Dazwischen spielten sie natürlich auch Kompositionen von Viertaktmotor zusammen. Daniel Häusler verstand es, nach dem Durchspielen der Melodien im traditionelleren Stil, auf die schrägen Töne und das Jazzige umzusteigen. So wurde an dem Abend grossartig musiziert. Ein Stück war langsam, wunderschön und leicht kitschig, und es sollte zeigen, dass auch das dazwischen sein darf. Das Stück „Ändler“ von Viertaktmotor, tönte in dieser Besetzung fast vollständig neu. Es war wiederum ein grossartiger Konzertabend.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer