OPEN SEASON

Album: „Rock Steady“ (Mainland Music)

Die Berner Rocksteady, Reggae und Ska Band feiert ihr 20 jahre Jubiläum mit einem Album voll warmen, fetzigen und groovigen Songs. Sie verbreiten die Good Vibes auf natürliche Art. Neben der starken Rhythmus Sektion kommen auch die Bläser zur Geltung und der Gitarrist wirft kurze Brücken und Solos dazwischen. Der Opener „Hey You“ bringt einem sofort in die richtige Stimmung, „Rocksteady“ erzählt ein bisschen aus der Band Bio und getanzt kann bis zum Schluss mit Genuss. Open Season haben bei diesem Album weitgehend auf elektronischen Firlefanz verzichtet und gehen in Richtung Back To The Roots, was der Musik sehr gut tut und richtig Spass macht beim Tanzen und Hören.

Fredi Hallauer

EPHREM LÜCHINGER

Album: „Klaviertagebuch, mein musikalisches Logbuch zum Lockdown“ (Irascible)

Der Komponist und Pianist Ephrem Lüchinger hat während dem Lockdown jeden Tag ein kurzes Klavierstück aufgenommen. Teils sind es neue Kompositonen, teils sind es Filmmusiken von ihm, welche er auf das Klavier übertrug. Die Titel sind kurz und verbreiten eine zuversichtliche und positive Stimmung. Mal geht es ruhiger zu, ein andermal quirliger, aber nie wild und auch nie dunkel. Es ist sehr schön dieser Musik zu lauschen, sie tut gut. Das ist Musik der man zuhören muss, welche aber nicht kopflastig ist, sondern das Gemüt anspricht. Wunderbar.

Fredi Hallauer

TSCHUGGR

Album: „Trotzdäm“ (Equipe Music)

Wer sind diese Tschuggr, das weiss man nicht so genau. Wahrscheinlich sind es gestandene Musiker, welche nun Mundartrock machen. Klar ist, Tschuggr ist ein klassisches Rocktrio. Sie rotzen in alter Berner Rock Art daher, schreien sich die Seele aus dem Leib, was dem ganzen einen Touch Punk verleiht. Wie das bei solchen Band häufig ist, versteht amn den Gesang nicht sehr gut, da er etwas in den Hintergrund gemischt wurde. Grundsätzlich stehen sie kritisch zur heutigen Gesellschaft und man darf die Songs ruhig unter Protestsongs einordnen. Tschuggr lassen einem etwas ratlos zurück. Die Musik ist Old School Bärner Rock, alles bewusst etwas handgestrickt und dadurch wohltuend. Der Sound und die Produktion entsprechen einer Garagenband, was ja auch nicht schlecht ist. Tschuggr machen spass und haben etwas zu sagen.

Fredi Hallauer

DIVVAS

EP: „Challenge Deep“ (Blaublau Rec/Irascible)

Das Zürcher Duo minimalisiert die Musik und die Melodien. Mit zwei Gesangsstimmen (Frau und Mann), Gitarren, Bass und Synthies, sowie Effekte schaffen sie das auf spezielle Art. Die ganze EP führt in die tiefsten Abgründe der Psyche und ist auf ihre Art trotzdem Aufstellend. Hier ist zuhören gefordert und dabei entdeckt man clevere Arrangements, Effekte und Rhythmen. viel mehr gibt es zu diesen 7 Songs, eines davon in Mundart, und 29 Minuten Spieldauer nicht zu sagen. Sehr ruhige Musik und trotzdem aufregend schön.

Fredi Hallauer

ARTHUR HNATEK

EP: „Swims“ (Mouthwatering Records)

Der Genfer Schlagzeuger und Komponist startet hier ein elektronisches Soloprojekt. Es ist beste Clubmusik. Man kann sie einfach über sich ergehen lassen und da ist der Sound nicht besser oder schlechter als vieles Andere. Wer aber genau hinhört, der hört die Feinheiten der Kompositionen und kann die wechselhafte in Stimmung und Rhythmik, Musik geniessen. Dazwischen singt bei einem Stück Andrina Bolliger, was das Spektrum auch noch bereichert. Vier Songs und 21 Minuten Musik in die man zuerst hineinkommen muss, aber die Mühe lohnt sich.

Fredi Hallauer

MAKEL & FRIENDS

Album: „Fast Train“

Die Seeländer Band um Martin Keller debütiert mit diesem Album. Mit dabei sind drei Sängerinnen, welche auch Trompete und Cello spielen. Gesungen wird englisch, französisch, deutsch und Mundart. Die Songs haben schöne Melodien. Das Album hängt mit der Vielseitigkeit nicht zusammen und ist ein bisschen ein Birchermüesli, bei dem eine Zutat fehlt oder zuviel davon dabei ist, so genau findet man es nicht heraus, aber etwas stimmt nicht. Dazu kommt der Gesang von Makel der ebenfalls von Makeln behaftet ist, schon die englisch Aussprache, war in den 70iger Jahren nicht nur OK. Ein Album welches wohl etwas zu früh erschien.

Fredi Hallauer

MARC AMACHER

„Bluesmacher“ im Bierhübeli am 26. Juni 2020

Bild Fredi Hallauer

Der Oberländer Blueser trat Solo auf und sehr speziell mit Mundartblues. Er adaptierte nicht einfach amerikanische Bluesnummern, nein er sang seine eigenen Geschichten, z.B. von einer Schildkröte, oder dem Nachbar der Löcher in die Wand starrte. Hoochie Coochie Man wurde zu einem Hutschi Kutschli in Brienz. Sehr stark waren seine Mani Matter Blues Nummern, in den Bluesakkorden mit mehr Text und anderen Wendungen in den Geschichten. Am Anfang war Marc Amacher wieder sichtlich nervös und er redete etwas viel, aber so ab der Hälfte des Konzertes spielte und sang er vor allem. Der Brienzer Blueser begeisterte einmal mehr mit seiner ganz persönlichen, sympathischen und querdenkenden Art.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

PASCAL DUSSEX & RESLI BURRI

Live im Gustavs Biergarten am 25. Juni 2020

Bild Fredi Hallauer

An einem wunderschönen warmen Sommerabend startete die Reihe der Gartenkonzerte. Pascal Dussex und Resli Burri waren angesagt. Normalerweise treten sie als Les Trois Suisses auf, diesmal unter ihren Namen. Das Programm war ein Liederabend, sie sangen und spielten ihre Lieblingslieder. Das Repertoire umfasste Songs aus dem Jazz, französische Chansons, Songs von Tom Waits, Randy Newman, Dr. John, aber auch Adriano Celentano und Zucchero und einiges mehr. Die begleiteten sich mit Gitarre, Banjo, Zuberbass, Kazoo. Singender Säge und Perkussion. Die Musik groovte und jede Person im Garten wippte dazu, egal ob 70 oder 2 jährig. Eim herrliches und gemütliches Gartenkonzert mit Niveau.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Album: „Easy does it“ (www.pauletterlin.com)

Der Schweizer Musiker, Gitarrist, Sänger, Komponist und noch einiges mehr veröffentlichte sein sechstes Studioalbum. Diesmal singt er wieder englisch, was seinen Songs sehr gut ansteht. Der Album Titel ist Programm, denn es ist Easy Westcoast Rock den es hier zu hören gibt. Hervorragend ist einserseits der Gesang mit einer rauchigen rauhen schönen Stimme vorgetragen und dazu die E-Gitarre, welche dazu jubiliert. Aufgenommen wurde in zwei Studios in England und in Paul Etterlin’s eigenem Studio. Das ganze ist eine tolle Produktion, mit gutem Songwriting, lies abwechslungsreichen Songs mit Wiedererkennung. Das ist Musik zum Hören und geniessen oder auch zum Tanzen. Handgemachte Musik der besten Art und der richtige Soundtrack für diesen Sommer.

Fredi Hallauer

TINKABELLE

Album: „Greatest Hits … and some more“ (Phonag)

Um Tinkabelle war es Album mässig etwa sieben Jahre ruhig, live sind sie noch immer unterwegs in einer etwas geänderten Formation, da Tanja (Vocals) und Res (Banjo) die Band verliessen. Einige Aufnahmen der Band sind vergriffen, so stellten sie eine Greatest Hits und noch mehr zusammen. Die 18 Songs zeigen noch einmal die Bandbreite der Pop/Country/Folk Band aus dem Raum Zürich. Ihre handgemachte Musik ist herzlich, warm und erfrischend. Bei den Aufnahmen hat es auch ein paar Gäste wie Andrea Benz, Mae Ann Jordan auf einem unveröffentlichten Song, dazu kommen verschiedene Live Aufnahmen. Ein tolles Album.

Fredi Hallauer