VELVET TWO STRIPES

Interview:

Am Gurtenfestival sprach Fredi Hallauer mit den drei Musikerinnen.

Album: „Devil Dance“

Ja da tanzt wirklich der Teufel und alle wilden Kreaturen dazu, oder vielleicht sind es auch die Alten, welche seit den 60igern und 70igern Jahren immer noch wild sind. Es ist toll, dass junge Frauen wieder solche Musik spielen und viele jungen Leute die auch mögen, neben den erwähnten Alten. Die drei Frauen, verstärkt mit Schlagzeug und selten mit Orgel, lassen es so richtig rocken. Zwei Gitarren, zwei heisse Stimmen und ein satter Bass rocken sich durch zwölf eigenständige Songs im Stil der grossen Bands der 60iger und 70iger Jahre. Die Leadgitarristin holt alles aus ihrer Gitarre heraus und das oft sehr bluesig. Es bleibt eigentlich nicht viel zu schreiben, als „Das ist Rock’n’Roll wie er sein muss“.

Fredi Hallauer

RE:DASEIN

EP: „Re:Dasein“

Das Duo Re:Dasein besteht aus Sebastian Muxfeldt und Valentin Hebel. Sie frönen den schönen Elektropop mit Songs über schnöde Sehnsucht, schönes Scheitern und schillernde Selbstzerstörung. Es sind vier geschliffene Songs, der erste hat noch ein paar schöne Kanten drin, aber die weiteren Songs gleiten plötzlich in die Nebenbei Musik, welche sie textmässig nicht verdient hat, musikalisch aber die Spannung nicht halten kann und auch nicht sehr interessant klingt.

Fredi Hallauer

ALPINIS

Album: „Alpinis 2019“ (Zytglogge)

Alpinis ist das Volksmusikensemble der Hochschule Luzern. Es sind elf MusikerInnen unter der Leitung von Albin Brun. Der eine oder andere Name ist auch schon in Formationen der Neuen Schweizer Volksmusik aufgetaucht. Als Instrumente sind da Schwyzerörgeli, Cello, Violine, Hackbrett, Kontrabass, Klavier zu hören und noch Jodel. Neue Schweizer Volksmusik fasst den Begriff Volksmusik weiter, sie ist verwurzelt in unserer musikalischen Tradition und bereichert durch Einflüsse aus anderen Stilen und Weltgegenden. Der Reigen wird auf diesem Album mit dem „A Moll Schottisch“ von Josef Walpen eröffnet, gefolgt von einem Stück eines Alpinis Mitglied und dann eines vom Leiter des Ensembles. So geht es dann munter weiter, da ein tradiotionelles Stück, immer wieder Eigenkompositionen und dann auch eine traditionelle finnische Polka. Einmal sind die Klänge eingängig und ein andermal etwas sperriger in unseren Ohren, dafür sehr interessant. Fast 70 Minuten sehr interessante und spannende Musik, vielleicht manchmal leicht gewöhnungsbedürftig, aber immer bekömmlich. Gratulation.

Fredi Hallauer

NOE TAVELLI & THE ARGONAUTS COLLECTIVE

Album: „Noé Tavelli & The Argonauts Collective“ (Double Moon Records)

Was sich, gefühlsmässig nach einer Grossformation anhört, ist in Wirklichkeit ein Quartett. Noé Tavelli aus Genf bedient das Schlagzeug, Matthias Spillmann bläst die Trompete, Francesco Geminiani tut das gleiche mit dem Tenorsaxophon und Fabien Iannone zupft den Kontrabass. Diese vier jungen Jazzmusiker spielen vorwiegend eigene Jazzstücke und zwar wirklichen Jazz, ohne Kompromisse in die eine oder andere Richtung. Auffallend ist in der Besetzung, dass das Piano fehlt, dafür mit zwei Bläsern musiziert wird. Dieser Jazz lässt den Musikern viel Freiraum für Improvisationen, aber es wird nie Freejazz, die Struktur des Stückes bleibt erhalten. Wer klassischen Jazz im Stil von Gerry Mulligan und/oder Chet Baker mag, bekommt hier den entsprechenden Ohrenschmaus. Sicher etwas vom Besten in Sachen jazz im Moment.

Fredi Hallauer

EMILIE ZOE

Interview:

Am Stars of Sounds in Murten sprach Fredi Hallauer mit Emilie Zoé. Hier zum Anhören.

Album: „The Very Start“ (Hummus Records)

Emilie Zoé kommt aus Neuchatel. Sie versteht es eigene Wege zu gehen und die Hörgewohnheiten des Publikums auf sanfte Art zu verändern. Sie erzählt gerne Geschichten, egal ob mit Worten, der Gitarre, der Stimme und mit dem Loop klingen dann die Geschichten in einer Umgebung. Mit dabei ist noch ein Schlagzeuger und Elektroniker. Das Album wurde gleich direkt eingespielt, also alles auf einmal und nicht später zusammengbaut, dies tut dieser Musik sehr gut, sie lebt. Emilie Zoé kann ganz sanft klingen, aber dazwischen lässt sie die Gitarre auf unangenehme Art lärmen um einem aufzurütteln und natürlich auch ein bisschen zu nerven, es geht aber vorbei. Im gesamten ist dies ein sehr hörenswertes Album, für Mensche, welche bereit sind, ein bisschen anders zuzuhören.

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Natürlich“ (Universal/Polydor)

Natürlich singt Beatrice Egli Schlager, was denn sonst. Es behauptet auch niemand etwas anderes. Ihre Schlager sind aber recht vielseitig. Es hat einige der stupiden Bumm Bumm Schlager, welche alle gleich Tönen, egal von welcher Interpretin. Beatrice Egli schafft es aber, andere Rhythmen zu nehmen und das Ganze luftiger anzugehen. Lobende Beispiele sind: „Terra Australia“, ein Liebeslied an Australien (auch textlich eine lobende Ausnahme) und „Natürlich“ mit einem Latin Rhythmus und einem Text, welcher doch recht offen ist. Gut gelungen ist der Mundartschlager „Rock mis Härz“. Wer Schlager mag ist hier sicher gut bedient, wer sie gar nicht mag, soll die Ohren davon lassen und wer offen ist, findet doch ein paar unterhaltende und nicht schlechte Lieder.

Fredi Hallauer

AL-BERTO & THE FRIED BIKINIS

Album: „Yallingup“ (Bikini Atoll Vibrations/iMDigital)

Der Innerschweizer mit Wurzeln in Guatemala erfreut uns in diesen heissen Tagen mit seinem vierten Album. Wie bereits die Vorgängeralben gibt es hier Surfsound zu hören, aber sehr clever gemacht. Er sind englisch und spanisch. Die Gitarren übernehmen den Reggae und Latino Sound, dazu kommen New Wave Basslinien und ein bisschen Funk, alles schmeichelt sich um die Stimme. Manchmal erinnert es einem an Manu Chao, von der Musik her. Viel bleibt nicht zu schreiben, als die Füsse in das Wasser und diesen Sound hören. Alberto ist übrigens wirklich Surfer und Kletterer und er schreibt seine Musik wenn er wieder zurück in der Schweiz ist.

Fredi Hallauer