DAKOTAH

EP: „Break The Shell“

Dakotha das ist eine Frau welche als Sarah Huber in den USA geboren wurde und aufwuchs, heute lebt sie im Kanton Baselland mit Mann und Kindern. Sie bagann bereits in den USA Lieder zu schreiben und zu singen, nun hat sie das verfeinert. Stilmässig kann man ihre Songs im Pop einordnen, welcher die verschiedene Facetten davon einsetzt, nämlich von Rock zu Blues. Dakotah singt über Trennung, über Verlust (sie verarbeitet eine Fehlgeburt), aber auch von verpassten Liebeschancen. Ihre Stimme ist ziemlich hoch und geöhnungsbedürftig, wenn man sich aber hineingehört hat, geht genau diese Stimme in Herz. Sehr schönes Pianospiel oder auch die Hammond gefäält sehr gut. Eine schöne unaufgeregte EP.

Fredi Hallauer

FIONA FIASCO & MELODIESINFONIE

Album: „Forever Faking Memoirs“ (Radicalis Music)

Die beiden zählen als das musikalische Traumpaar. Fiona Fiasco spielt Gitarre und singt, Melodiesinfonie ist Produzent und Musiker, meist spielt er auch Gitarre und luftige Elektronik. Musikalisch sind die beiden im Jazz anzusiedeln. Vor allem die Gitarren sind jazzig, der Gesang bewegt sich zwischen Jazz, Pop und manchmal auch Sprechgesang. Alles ist minimal instrumentiert und so ist dies ein Album zum genau Hinhören und nicht für den Dancefloor, aber auch nicht als Hintergrundsmusik. Gesungen wird meistens englisch, aber auch Mundart, französisch und rätoromanisch. Dieses Album ist ein schönes und anspruchsvolles Album.

Fredi Hallauer

DER ELEKTRISCHE MANN

Album: „Musik Musik Musik“ (Boom Jash Records/Broken Silence)

Was der elektrische Mann hier bietet, führt uns einerseits zurück in die Anfänge der Neuen Deutschen Welle mit Punk Einflüssen, aber er führt ebenso vorwärts in die heutige Zeit. Die Musik ist mittels elektronischen Gerätschaften gespielt plus manchmal Saiteninstrumente. Der elektrische Mann singt Deutsch und wird manchmal durch eine weibliche Gesangsstimme unterstützt. Mit Pop und Indie wird ebenfalls rumgespielt und so entstand etwas Neues, oder neu für die heutige Zeit. Die Texte, welche sehr wichtig sind, handeln einerseits von der Welt in der es Menschen gibt die immer mehr wollen und nichts geben, Rassismus, Radikalisierung, Macht und Dummheit kommen zur Sprache. Aber auch Verlustängste werden angesprochen oder dass man einfach Musik Musik Musik braucht und keine Millionen, so wie es im Titelsong, einem Cover von Joannes Hester heisst. Diese Musik ist toll, treibend, pulsierend und tanzbar, dazu erst noch deutsche Texte mit Niveau und Stil.

Fredi Hallauer

NOUMUSO

Album: „Frequency Of Da Sun“ (Sogue Records)

Noumuso ist ein schweizerisches – afrikanisches Projekt, welches eine zeitlose und grenzenlose Musik präsentiert. Kopf des Projekts ist der ehemalige Kuchikästli Schlagzeuger EmaNuel am Schlagzeug, Cymbals und Pad. Sadio Cissokho aus Senegal spielt die Kora, singt und bedient auch die Perkussion, Yamoussa Sylla aus Guinea spielt das Djembé und das Doundoun, David Mäder aus der Schweiz und Italien bedient den E-Bass. Dazu kommt der südafrikanische Jazzpianist Nududuzo Makhathini mit Flügel, Fender und Synthies. Aber auf dem Album sind noch viele weitere Musiker mit dabei. Die meisten Titel sind instrumental, wenn gesungen wird sind die Texte in malinke, sousou, englisch und französisch und behandeln Themen wie Geduld, Vertrauen, Freiheit, Zusammenhalt, Friede, Liebe, Freude und die Zukunft unserer Kinder. Diese Musik ist wirklich spannend, sie wird geprägt durch rhythmische Mustern aus Afrika, dem HipHop und dem Jazz, dazu kommen die Melodien und Patterns der afrikanischen Instrumente und perlende jazzige Pianospiel. Die CD hat eine stolze Spieldauer von 72 Minuten und trotzdem könnte man gut noch viel mehr von dieser tollen und abwechslungsreichen Musik hören.

Fredi Hallauer

AMOA

Album: „You“ (Radicalis)

Die Basler Sängerin Andrea Thoma steckt hinter dem Pseudonym Amoa. Sie singt Pop mit purer Elektronik begleitet. Die Musik besteht aus elektronischen Pattern und ist relativ einfach gehalten, steckt aber voller filigraner Überraschungen. Die Stimme von Amoa hat etwas besonderes und berührt einem sofort. Irgendwo lehnt sich dieser Sound an Elektro-TripHop an. Amoa arbeitet aber nicht mit den Pop Songstrukturen, also ohne Strophe – Refrain, die Songs gehen immer weiter und verändern sich auch. Diese Musik kann man plätschern lassen und von der Stimme sich berühren lassen, was aber dem Album nicht gerecht wird, besser ist sich hinsetzen und ruhig und genau hinhören.

Fredi Hallauer

DODO

Album: „Pass“ (Sony Music)

Der Zürcher Minister der guten Schwingungen, wie er sich nennt setzt seine Reise fort. Nachdem er an der Pfingstweidstrasse ausziehen musste mit seinem Studio (letztes Album) beginnt seine musikalische Reise mit dem ersten Lied genau dort. Er reiste dann nicht nach Afrika wie geplant, Corona vereitelte es, sondern er blieb in der Schweiz und fuhr in die Bergwelt mit seinem Container. Die Lieder erzählen von den Bergen, den Pässen, den Witterungen und ihren Vorteilen, z.B. wenn man mit einer schönen Frau in einer Hütte eingeschneit ist. Die Lieder sind ausgereift, der Groove nicht immer gleich, aber immer sind es Good Vibes, welche er verbreitet. Lo & Leduc und Nemo haben auch bei verschiedenen Liedern mitgeschrieben und diese Handschrift hört man den Texten positiv an. Seine Art zu produzieren hört man ebenso und das gibt zusammen ein gelungenes Album, welches der Seele sehr gut tut.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Live – Ä Abe mit Fründe“ (Hitmill Records/Phonag)

Der spezielle Männerchor doppelt nach. Da sie nicht auftreten konnten stellten sie ein Live Album zusammen von ihrer letzten Tour. Die Aufnahmen entstanden zwischen Mai 2019 und Januar 2020 oder zwischen Rubigen und Zürich. Sie wählten ihre beliebtesten Lieder aus, von „So Lang“ über „Alpabfahrt“, „Mis Chind“ zu „Rote Wy“, „Blueme“ (Polo Hofer/Tinu Diem) und „Rosmarie“. Als Zusatz gibt es eine Piano Version von „Ich glaibä dra“. Nach jeweils zwei Liedern sind die Moderationen mit dabei, welche eine kleine Einleitung in das folgende Lied geben. Die Band mit Tasten, Schlagzeug, Gitarre und Bass spielt im Hintergrund, aber trotzdem sehr klar wahrnehmbar und auch sehr gut. Sie tragen wesentliches bei zum Gelingen der Konzerte. Es ist ein sehr gelungenes Album. Wie es bei Live Alben sein sollte, ist die Intensität und Emotionalität bei diesen Aufnahmen grösser, als bei den Studioalben. Dieses Album eignet sich sowohl als Erinnerung an die Konzerte von Heimweh oder um die Konzerte von Heimweh erst kennen zu lernen.

Fredi Hallauer

FlexFab & Ziller Bas

EP: „Mugogo Part 2“ (NSKMusic)

Das Duo mit dem Genfer Musikproduzenten FlexFab und dem kenianischen Rapper Ziller Bas sind bereits mit ihrer zweiten EP auf den Plattentellern vertreten. Es gibt vier Songs welche voll in die Beine fahren. Die Trap Nummer „Haya Wee“ und drei weitere Songs mit kräftigem Dance Beat. Sim Citizen und Branco Branks sind je bei einem Titel die Gäste. Das tanzfreudige Publikum darf sich auf diesen Drive und den Power dieser Musik freuen.

Fredi Hallauer

EUTROPIC

Album: „Dark Age Day Dream“ (Aztec Records/Irascible)

Eutropic ist ein Avant-Pop Trio aus Bern. Drei Jahre haben sie an diesem Konzeptalbum gearbeitet. Zum Einsatz kamen vor allem analoge Synthies, Drum Machine und Gitarre plus Gesang. Sie mischen die 70iger Elekctro Klangbilder mit Elektgropop und einem Schuss Techno. so werden diese Songs tanzbar. Sehr berührend und beeindruckend ist die Gesangsstimme. Der Sänger hat eine warme Baritonstimme mit einem angenehmen leichten Kratzen. Er schlängelt sich gesanglich zwischen den Synthies und der Drummachine geschickt durch, so dass er immer präsent ist und bleibt.

Fredi Hallauer

BOODAMAN

Album: „Subsequent“ (Irascible)

Der Genfer Musiker und Produzent veröffentlicht sein zweites Album. Seine elektronische Musik verbreitet Wärme undbesteht aus grossen Melodiebögen und hintergründigem Rhythmusblubbern. Da und dort erkennt man auch Melodiefragmente die man kennt. Manchmal macht er die Sounds auch dreilagig, dann spielt vorne der Bass eine Melodie das Rhythmusgeblubber bleibt und ganz darüber kommen sphärische Wolken, mal klarer, mal nebulöser. Boodaman knüpft mit diesem Werk an die grossen der elektronischen Musik an, welche in den 80igern und 90iger Jahren die grossen Erfolge hatten. Mit diesem Album könnte er auch an diese Erfolge anknüpfen.

Fredi Hallauer