MARC ROSSIER – MEIRA LOOM

Live: In der La Cappella Bern am 20. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer

Dieser Abend stand unter dem Motto: Zwei neue Projekte, ein einmaliger Abend. so war es dann auch, bzw. Marc Rossier und Meira Loom stellten nicht nur Teile aus ihren neuen Projekten vor, sondern sie spielten auch gemeinsame Songs. Es sei vorweggenommen, dieser Abend war einmalig. Eröffnet wurde er durch Marc Rossier alleine mit akustischer Gitarre und einem Song den er für Leonard Cohen schrieb.Bild Fredi Hallauer
Nachher trat Meira Loom auf die Bühne setzte sich an den Flügel und sang ein paar sehr berührende Stücke, vom Inhalt her, aber auch durch ihre Stimme und dem Pianospiel. Es folgte wieder Marc Rossier mit Band. Die Band bestand aus Peter Enderli am Bass und Christof Jaussi am Schlagzeug. Marc Rossier spielte die elektrische Gitarre, sowohl leise wie auch lauter und wilder. Bei seiner Art zu singen und dem Gitarrenspiel plus seine Begleitmusiker, hörte man dazwischen Jimi Hendrix heraus. Die Songs waren ziemlich bluesig und bluesrockig. Meira Loom erschien wieder, setzte sich ans Piano und spielte mit der ganzen Crew. Es folgten wieder Songs, welche sie alleine spielte und sang. Es war sehr eindrücklich wie sie die Texte gesanglich emotional herüberbrachte. Nach der Pause ging es ähnlich weiter aber noch etwas lebhafter. Marc Rossier spielte einen herrlichen Slowblues mit einer himmeltraurigen Geschichte, Meira Loom hatte eben so traurige und berührende Songs dabei.
Dann aber gab es ein paar Songs da stand Meira Loom am Bühnenrand und sang mit Marc Rossier, unter anderem ein Duett über das Sterben, aber auch fröhlichere Lieder. Die Musiker rockten ziemlich ab und alle boten Höchstleistungen. Als allerletzte Zugabe, sangen Meira Loom und Marc Rossier im Publikum unverstärkt ein weiteres schönes Lied.

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Fredi Hallauer

THE YOUNG GODS

Album: „Data Mirage Tangram“ (Two Gentlemen/Irascible)

Seit dreissig Jahren unterwegs und immer wieder erfinden sie sich neu. Den drei Herren ist ein grossartiges Album gelungen und ein Vielseitiges dazu. Der Anfang und auch dazwischen ist es ziemlich mystisch, ja fast sogar schon esoterisch. Aber keine Angst es ändert sich immer wieder. Bei anderen Stücken geht es ziemlich gerade zu und her, so ziemlich popig fast schon. Da und dort schlägt dann der Noise der ersten Jahre deutlich durch. Rhythmisch waren sie schon immer genial und hier werden auch Worldbeats angeschlagen und der Sound passt ebenfalls. Es schneidet sich dann eine scharfe E-Gitarre in den Sound und Noise kommt dazu. Einfach fantastisch. Auch bei den Young Gods gilt, diese Musik muss man hören und nicht lesen. Wer Young gods mag, kommt sicher auf seine Rechnung und wer mal etwas anderes hören will als den Mainstream, aber noch im Genussbereich, der liegt mit den jungen Götter auch nicht schlecht.

Fredi Hallauer

MISCHA WYSS

Live: „Klangsam aber sicher“ Premiere in der La Cappella am 19. Februar 2019

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Mischa Wyss der Mundart Chansonier mit dem grossen Vorbild Mani Matter spielte zum Erstenmal sein neues Programm „Klangsam aber sicher“ in der fast ausverkauften La Cappella in Bern. Er überzeugte von Anfang an mit Wortwitz, sei er gesprochen oder gesungen. sein neues Programm bestand aus ganz alten Liedern und viel ganz neuen Liedern und speziellen Liedern, welche er nur einmal oder so irgendwo gesungen hatte. Die Themenvielfalt war sehr gross, von der Schule zur Politik, dann die Liebe und wieder die Politik, Mann und Frau und Mann, älter werden, Tod, aber auch Gesundheit und einiges mehr wurde angesprochen oder besser angesungen. Teils waren natürlich mehrere Themen in einem Lied. Die Zwischentexte waren sehr erheiternd, forderten aber auch zum Nachdenken auf, sei es über den Wortwitz oder was dahintersteckt. Mischa Wyss machte klar, dass es viele Wortwitze gibt, welche nur über das Ohr funktionieren und nicht über das Auge. Er sang ein paar Lieder, welche er als Auftrag für ein Engagement schrieb, bei Firmen oder Verbänden, die funktionierten nicht wirklich, wirkten etwas platt, ähnelten einem Werbespot und waren wohl vor allem an dem betreffenden Anlass gut und lustig. Mischa Wyss führte sehr sympathisch durch sein Programm, war witzig und nie blöd. Dies war ein Abend mit einem Künstler der den Mut hat als Mundart-Chansonier aufzutreten und es auch bestens kann.

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Fredi Hallauer

MOONPOOLS

EP: „Turbulent Times“ (Radicalis)

Das Basler Quintett kommt auf ihrer Debut-EP sehr erfrischend daher. Sie spielen Pop, intelligenten Pop mit leicht jazzigen Einflüssen. Überzeugend ist die Stimme der Sängerin, welche auch das Songwriting übernommen hat. neben ihrer Stimme gefällt mir auch der angeborene englische Akzent, welcher im Song „Brainbug“ sehr gut zur Geltung kommt. Schön sind auch die Orgelpassagen im Hintergrund und als direkte Begleitung und der melodische Bass mit dem dosierten Schlagzeug. Natürlich darf der solide Gitarrist nicht vergessen werden. Mit den Moonpools ist eine vielversprechende Band am Start.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Förschi“ (Universal)

Die Musik von Kunz ist ausgereifter geworden. Sein Folkpop verbreitet gute Laune. Die Bassdrum, welche bisher den Sound zu einem Discogestampfe reduzierte ist weg, trotzdem mangelt es nicht an Energie. Neben den akustischen Saiteninstrumenten von den Gitarren zur Mandoline und dem Hackbrett, sind natürlich auch Keyboards, Bass und Schlagzeug dabei. Wohltuend sind die schönen Bläsersätze und der Harmoniegesang. Textlich ist es einfach Kunz wie es immer war. Es geht um Liebe und alles ist ein bisschen rosarot oder pink wie man heute sagt. Da hat Kunz noch Luft nach oben, um sich zu überlegen will er immer bei diesem Thema bleiben. Ich habe das Gefühl hier könnte es noch „Förschi“ gehen.

Fredi Hallauer

ALROZANA

Live: CD-Taufe im Yehudi Menuhin Forum in Bern am 16. Februar 2019

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Das Ensemble bestehend aus Musikern von Syrien und der Schweiz, mit traditionellen Instrumenten und klassischen Musikinstrumenten spielte die zwölf Lieder und Improvisationen dazu, welche auch auf dem Album zu hören sind. Auf der Bühne standen und sassen: Najat Süleiman (syrischer Gesang), Barbara Berger (Schweizerdeutscher Gesang), Kristina Brunner (Schwyzerörgeli), Hassan Taha (Oud und Arrangements), Nayan Stalder (Hackbrett), Herbert Schaad (Geige), Kathrin Bögli (Cello), Evelyn Brunner (Kontrabass), Titus Bellwald (Perkussion) und Mike Maurer (Alphorn). Die Leitung hatte Hans Martin Stähli. Die sehr versierten Musikerinnen und Musiker verstanden es die beiden Kulturen ineinander zu verweben, was nicht nur einfach ist, da die syrischen Lieder nicht auf Strukturen basieren, sondern auf Ornamentik. So musste z.B. das Schwyzerörgeli plötzlich Ornamente spielen und nicht mehr einen Takt mit einer Melodie. Bild Fredi Hallauer
Wenn das schriftlich fremd tönt, live tönte es wunderbar wenn man sich einfach in diese Klangwelten sinken liess, kopflos, wie Hans Martin Stähli es beschrieb bei einer seiner prägnanten und guten Einführungen. Das war neue Volksmusik, globale Volksmusik was gespielt wurde, egal ob es auf „Stets i Truure“ oder „Alrozana“. Bild Fredi Hallauer
Wenn man den Sängerinnen zuhörte ohne auf die Sprache zu achten sondern nur auf den Klang, waren sich die Liebeslieder aus beiden Ländern plötzlich sehr ähnlich. Was Hassan Taha hier geschaffen hat, ist grossartig und wie es die Musiker umgesetzt haben, ebenfalls. Bild Fredi Hallauer
Ein grosses Lob gehört auch Hans Martin Stähli, der die Musiker gesucht und gefunden hat und diese Synthese geschafft hat, die Arrangements mit ihnen umzusetzen.

Weitere Konzerte finden am So 3. März in der Geigenbauschule Spiez, am Sa. 9. März in der Kirche Kirchenthurnen und am 17. März in der Kirche Wohlen statt. Eintritt frei, Kollekte.

Fredi Hallauer

BRAINCHILD

EP: „Sweet Sadness“ (Radicalis)

Das Basler Trio startet unter dem Bandnamen Brainchild mit einer wunderschönen Debut-EP. Die Songs zwischen Pop, Soul und Indie kommen wirklich süss-melancholisch daher. So wunderschön melancholisch um es richtig zu geniessen. Das Songwriting ist sehr gut und die einzelnen Songs haben Wiedererkennungswert. Die Musik basiert auf Piano oder Gitarre, tönt sehr melodisch und bewegt und geht direkt vom Ohr ins Herz. Brainchild zeigen, dass man tolle Musik machen kann ohne Elektronik. Dies ist eine wunderschöne EP um sich auf das Sofa zu setzen, ein Glas Wein zu trinken und den Hochnebel draussen noch schön zu finden.

Fredi Hallauer