LE REX

Live: „Albumtaufe“ am Winterfestival von BeJazz am 17. Januar 2019

Bild Fredi Hallauer


Am ersten Konzertabend des Winterfestivals traten nach der Pause Le Rex auf. Die vier Bläser und der Schlagzeuger tauften ihre neue CD, welche im März 2019 erscheint. Die ersten Stücke waren inspiriert von Filmen von Heinz Sielmann, dem Tier-und Naturfilmer. Es folgte eine Suite mit Stücken über fünf Helden und nachher noch einige verschiedene Stücke. Das Quintett begeisterte mit ihren Arrangements. Sie wechselten immer wieder, alles was es zu wechseln gab. Von jazzigen Choralpartien in den Freejazz, von kraftvollen Soli zu sehr leisen und sanften Weisen. Da gab es viel zu hören und alles bekam man sicher nicht mit, den es war sehr spannend. Gute Musiker spielten sich quer und eigenständig durch vielseitigen guten Jazz. Getrübt wurde dieses Konzert nur dadurch, dass die Band offenbar alles mit mehreren Kameras filmen liess und eine Kamera in der Mitte der Zuschauer, in der Mitte der Tribüne auf Kopfhöhe mehrer Zuschauer stand und so das optische der Band zerstörte. Die Kameraufrau hatte kein einsehen. Die Frage stellt sich, wollen die Musiker für ein Publikum spielen oder um gefilmt zu werden?

Fredi Hallauer

JAN GALEGA BRÖNNIMANN & MICHAEL ZISMAN

Live: „The Music Of The Beatles“ BeJazz Winterfestival am 17. Januar 2019

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Das 18. Winterfestival des BeJazz in Bern wurde von zwei speziellen Musikern und ihren speziellen Instrumenten eröffnet. Michael Zisman spielte das Bandoneon und Jan Galega Brönnimann die Bassklarinette, die Kontrabassklarinette und das Sopransax. diesen Abend widmeten die beiden den Beatles. Sie interpretierten nur Beatles Kompositionen, meist etwas weniger bekannte, aber auch die bekannteren waren teils schwierig zu erkennen. „Strawberryfields forever“ wurde zwischenzeitlich zum Tango, andere Songs zerfielen in freie Jazzimprovisationen, aber bis zum Ende des Songs waren sie immer wieder einigermassen zusammengesetzt. Manchmal begann der Song in Puzzleteilen, welche die Musiker auf Umwegen zur Melodie brachten. Schöne spannende Musik mit viel Spielfreude vorgetragen.

Fredi Hallauer

KING PEPE

Album: „Karma:OK“ (Big Money Records/Gesunder Menschen Versand)

King Pepe aus Bern ist diesmal nicht mehr von Le Rex begleitet sondern von Hari und Rico Baumann, aber nur jeweils von einem, mit Schlagwerk und ganz viel Elektronik. King Pepe am Gesang und Gitarre und der Rest stammt von dem jeweiligen Musikern. Die Texte sind so schräg, verschroben und teils doch hoch philosophisch wie eh und je. Es hat etwas viel komische Stimmeneinspielungen, welche man nicht immer akustisch gut versteht, was schade ist. einige Lieder gehen nur auf Spass, andere sind höherer Blödsinn mit Tiefgang. Sehr toll sind die Lieder „Standortbstimmung“ und „Morn fallt us“. Ein Vorteil dieses Albums, es ist sozusagen durchgehend tanzbar.

Fredi Hallauer

RAINCOAST

EP: „Endless Summer“ (Radicalis)

Das Basler Quintett verlängert den Sommer ins Unendliche obwohl jetzt Winter ist. Ihre popige Musik mit Disco Elementen und vielen anderen Zutaten geht in die Gehörgänge wie die Sirupstimme des Sängers. Wundervoll verspielt mit Instrumenten verstehen sie es das leben angenehm zu machen. Die Musik ist zwar vielseitig, trotzdem ist diese EP kein Birchermüesli, sondern ein gut gewürzter Eintopf. solche Bands machen Spass.

Fredi Hallauer

MNEVIS

Album: „Episodes“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Die Sandkastenfreunde aus der aargauischen Provinz haben es nach vielen Jahren geschafft ihr Debütalbum aufzunehmen. Sie bastelten immer wieder daran und stellten die verschiedensten Stile zusammen. Dadurch sind sie nicht genau einzuordnen und liegen irgendwo zwischen Pop und Indierock, haben aber auch mal einen jazzigen Touch. Die Musik ist verspielt und spannend, die Gesangsstimme meist etwas langweilig und öde. Im grossen und ganzen ist es unaufgeregte Musik.

Fredi Hallauer

SPRUCHRIF

Live: Im ONO Bern am 11. Januar 2019

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Die Baselbieter Band gastierte mit ihrem Mundartrock im ONO in Bern, das Erstemal soweit von zuhause weg. Leider hatte es nur knapp mehr Leute im Publikum als auf der Bühne. Die drei Männer und eine Frau liessen sich aber nicht erschüttern und zogen das Konzert ganz durch. Der Sound war sehr gut und dadurch auch die akustische Verständlichkeit der Texte. Der Schlagzeuger spielte auch die Keyboards und bediente allerhand akustische Effekte. Der Sänger und Gitarrist entpuppte sich ein weiteres mal als eigentlicher Gitarrist, welcher auch singt. Die Frau übernahm die zweite Stimme oder flocht sonst einmal etwas ein. Sie hatte eine sehr schöne Stimme und es würde das Programm bereichern, wenn sie da und dort den Lead übernehmen würde. Spruchrif spielte sich durch ihr gesamtes Repertoire plus ein paar neue Lieder und ein uraltes, welches sie zum Erstenmal live spielten. Im zweiten Teil des Konzertes lies beim Sänger und Gitarristen die Konzentration etwas nach und da litten ein paar Lieder, vor allem ging „Dr Rhy durab“ buchstäblich „dr Bach ab“. Es war ein schönes Konzert, welches doch ein paar Leute mehr verdient hätte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

ECHO VOM BÄRÄAUG

Album: „E haarigi Sach“ (Phonoplay)

Da spielt eine bemerkenswerte Volksmusikanten Gruppe auf. Das Trio, drei junge Männer zwischen 23 und 29 jährig mögen den runden, rassigen urchigen Illgauerstil zu spielen. Zwei der Musiker wurden durch ihre Väter den Zugang zur Volksmusik erhalten, der eine davon (Bass) zusätzlich von seinem Grossvater, Dominik „Sity“ Marty (Bass), oder kurz vom Sity Domini. Die beiden Örgeler und der Bassist legen sich richtig ins Zeug und örgelen dass es eine Freude ist. Auch „bödelet“ wird dazwischen. Die Kompositionen sind von bekannten Volksmusik Komponisten. Diese junge Formation, sie spielen seit fünf Jahren zusammen, macht richtig Spass und Freude. Dieses Album zeigt, dass die urchige Volksmusik lebt.

Fredi Hallauer