BLUEZ BALLZ

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 19. Januar 2017

Die Alti Moschti hat gerufen dass wieder Blues gespielt wird und das Publikum ist erschienen um die hervorragenden Bluez Ballz aus Bern und Basel zu hören. Das Trio ist seit 14 Jahren unterwegs und das erstemal in der Moschti in Mühlethurnen. Der Gitarrist  und der Bassist sind die Urgesteine des Trios und der Schlagzeuger wurde einmal gewechselt. An diesem Abend stand sogar ab und zu eine Backgroundsängerin mit auf der Bühne. Bluez Ballz eröffneten mit ihrem elektrischen Blues zwischen Texas Shuffle und Blues Rock, dazwischen auch Country Blues oder Blues aus einer anderen Gegend. Der Bassist liess es grooven und spielte einen sehr melodiösen und gefühlvollen Bass, konnte aber auch richtige Basswirbel hervorbringen. Der Schlagzeuger legte einen soliden Rhythmusteppich aus und knallte dazwischen präzise Breaks und kurze Soli hinein. er griff auch einmal zur Bluesharp, was er ebenfalls konnte. Der Gitarrist überzeugte mit seinen verschiedensten, meist schnellen Techniken und seiner Kreativität. Sein Gesang war OK, könnte aber noch etwas mehr Ausdruckskraft vertragen. Seine Stimme und die der Backgroundsängerin rieben sich manchmal, passten also nicht optimal zusammen, nach der Pause war es etwas besser. Nach der Hälfte des ersten Sets, sattelten die Musiker auf akustische Bassgitarre und Gitarre um. Auch da überzeugten beide mit virtuosem Spiel und trotzdem blieben sie rockig. Nach der pause zuerst wieder akustisch und zum Schluss legten sie elektrisch nochmals richtig zu. Bluez Ballz darf man nicht verpassen.

Fredi Hallauer

MATTERMANIA

Album: „Fritz“ (Narrenschiff)

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Das Trio Mattermania aus dem Aargau spielen, wie es der Name sagt, Lieder von Mani Matter. Sie haben nichts an den Texten oder Melodien abgeändert, einfach mehr Musik gibt es zu hören. Sie musizieren neben den verschiedensten Saiteninstrumenten setzen sie auch Tuba und Posaune ein. So wird Mani Matter vom „Liedlimacher“ zum Texter von Folksongs. Die Liedauswahl ist sehr breit und auch die alten Lieder wie „Parkingmeter“ gibt es wieder zu hören. Schwachpunkte gibt es dort wo sie extra die Aargauer Endung von Worten verwenden, damit es nicht mehr reimt, zum Glück nur selten. Mattermania passt bestens zu Matterlive und sie spielen ihren eigenen Stil.

Fredi Hallauer

ERIKA STUCKY

Album: „Papito“ (Traumton Records)

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Erika Stucky widmet dieses Album ihrem Vater, der zu Lebzeiten Metzger war. Sie führt hier wiederum Musik Zusammen, welche sonst nicht zusammen kommt, dafür beinelt sie bekannte Songs aus. Mit dabei sind ein Violoncello, zwei Violinen, Kontrabass, Viola, Cembalo und Orgel, Theorbe und Gitarre sowie Electronics. Neben ihren Songs sind Lieder von Cole Porter, Randy Newman, Youmans (Tea For Two), Lucio Dalla, den Beatles, Billy Holiday und Stephen Sondheim zu hören. Erika Stucky übernimmt im Gesang das Grundgerüst der Melodie, verändert die Bauweise und die Musik unterlegt und verziert auf minimale Art, das Ganze. Auch die Art wie Erika Stucky singt ist vielseitig. Bei dieser Musik wird einem nicht langweilig, denn es gibt immer wieder etwas zu entdecken und obwohl es sehr unkonventionelle Musik ist, schmiegt sie sich gut in die Gehörgänge.

Fredi Hallauer

HERRMANN & BRIGANTE

Album: „Dieci“

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Herrmann & Brigante wohnen beide in der Region Thun, Herrmann ist Deutscher und Brigante Italiener und sie haben zusammengefunden. Das Duo, teils mit einer Band verstärkt spielt Lieder auf italienisch, englisch und deutsch. Fünf Lieder sind von Herrmann und fünf von Brigante. Die beiden Stimmen harmonieren. Das Duo spielt altmodischen Pop, und das positiv gemeint, nämlich handgemacht und wirklich gesungen ohne Tunings. Die italienischen Canzoni erinnern an die alten Cantautore, die englischen sind schöne Radiopopsongs und das deutsche Lied hat ferne Anleihen von sanften Toten Hosen Liedern. Etwas schwierig ist beim Hören, dass man beim schwelgen im italienischen plötzlich englisch geweckt wird, aber italienisch kommt ja wieder. Dieci ist eine CD für unbeschwerte Stunden.

Fredi Hallauer

Hier einen Link zum Probehören

11Ä

Album: „Hie“ (Equipe Music)

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Der Name der Künstlerin muss Elfä ausgesprochen werden, also für nicht Berner Elfe. Das ist nicht das einzige spezielle an diesem Album. Die Beats und grooves gehen meist mit hohem Tempo los und mit eigenem Sound. Elfä rappt dazu was das Zeug hält. Mit ihrer etwas tieferen Frauenstimme liegt sie etwa dort in der Stimmlage wo Nemo liegt. Also es ist Elfä und nicht Nemo. Textlich hat die junge Frau etwas zu sagen was auch gesellschaftsrelevant ist. Für mich sind die Highlights „Aus woni ha“, „Meh vo dir“ und „I läbe“, aber auch die anderen Texte sind hörenswert. Bern ist um eine Stimme reicher, welche sogar noch etwas zu sagen hat.

Fredi Hallauer

JOE HAIDER JAZZ ORCHESTRA & THE SPARKLETTES

Live: CD-Taufe „Back To The Roots“ im Be-Jazz Club am 11. Januar 2018

Bild Fredi Hallauer

Joe Haider wurde vor wenigen Tagen 82 jährig und taufte an diesem Abend seine neue CD. Alle Musiker und die vier Frauen von The Sparklettes zeigten sich in bester Form. Joe Haider präsentierte die Stücke und die SolistInnen mit Charme und Witz. Das Repertoire umfasste ein sehr breites Spektrum des Jazz, von Blues, verschobenem Blues zu Charlie Parker bis zu neueren Formen des Jazz. Alle Musiker bekamen viel Platz für Soli, der Chef selber war sehr zurückhaltend, brillierte natürlich bei seinen wenigen Soli mit berauschendem ruhigen Spiel. Die Sparklettes durften ihre Stimmen bei jedem Stück einsetzen und jede Frau hatte sicher einen Lead im Laufe des Abends. Gut die Hälfte der Stücke stammten aus der Feder von Joe Haider und waren melodiös gehalten mit feinen Zwischentönen gespickt. ein Kernstück im zweiten Teil war das „Looking At The Moon“ das er im Gedenken an seine Tochter schrieb, mit der er als letztes noch die Mondlandung schaute. Dieser Abend war ein wunderbarer Event der Jazzmusik.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

ALBIN BRUN & PATRICIA DRAEGER

Album: „Glisch D’Atun“ (Narrenschiff)

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Das Duo macht sich ihre Volksmusik selber oder ist das jetzt Weltmusik? Egal. Mit Schwyzerörgeli und Akkordeon, dazwischen auch mal das Sopransaxophon oder Duduk und einmal eine Accordina, spielen sich die beiden von Volksmusik bis in den Jazz hinein. Die zehn Stücke sind Eigenkompositionen in denen aber einige bestehende Melodien eingebaut oder darauf aufgebaut wird. So lässt sich plötzlich zu „Simelibärg“ Tango tanzen oder der „Friedberg-Jodel“ wird ein Instrumentalstück. diese filigranen Klänge belohnen einem bei genauem Zuhören. Ein Ohrenschmaus.

Fredi Hallauer