PATRIC SCOTT

Album: „Spirit“ (Cloud26)

Patric Scott überzeugt ein weiteres Mal. Seine Musik gehört in den Bereich Soul und Funk der popigen Art. Mit sehr guten Musikern singt er 14 Lieder, immer schön treibend. Gute Beats der Band geben den richtigen Groove und Backgroundgesang lassen seine Stimme nicht im Nichts schweben, sondern es ist wie wenn seine Stimme projiziert wird. Bei „All Around The Globe“ singt er zusammen mit den Naturally 7, der Acapella Gruppe schlechthin. Sonst gibt es nicht viel zu schreiben, sondern Album starten und in diese tolle Musik abtauchen und/oder dazu grooven. Ein sehr tolles Album.

Fredi Hallauer

CAROLINE CHEVIN

Live: In der La Cappella in Bern am 10. November 2019

Bild Fredi Hallauer

Angekündigt war, Caroline Chevin im Duo, und so war es auch. Sie trat mit dem Pianisten Christoph Siegenthaler auf. Aber nun von Anfang an. Der Start des Konzerts war ein Cabarett, da Caroline Chevin so nervös war. Sie versuchte zwar mit ihrem Humor und Charme das Ganze zu retten, aber es kam so schlimm, dass sie das erste Lied abrechen musste und ein anderes singen. Ab dann ging es einigermassen, aber die Nervosität legte sich bis Ende des Konzertes nicht ganz und es passierten immer wieder kleine Fehler. Das alles tat der Qualität von Caroline Chevin’s Gesang keinen Abbruch. Einfach so auf der Bühne mit Gitarren- oder Pianobegleitung, ohne Effekte, eine starke Stimme mit viel Ausdruckskraft und Variationsmöglichkeiten. Der Pianist spielte sehr schöne Intros und begleitete leicht jazzig, was auch Caroline Chevin im Gesang oft übernahm und so ein jazziges Timbre einbrachte. Das Repertoire reichte von der allerersten Single bis zu Songs aus dem nächsten März erscheinenden Album. Es war ein schönes Konzert um die Woche zu beschliessen.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

BERNER SYMPHONIEORCHESTER MIT LO & LEDUC

Live: „Über ds Chrüz“ im Casino Bern am 9. November 2019

Bild Fredi Hallauer

Das Casino Bern war hoffnungslos ausverkauft. Im Parkett gab es nur Stehplätze. Das Publikum war vorwiegend das Publikum von Lo & Leduc, aber auch Klassik Publikum sah man. Die Spannung vor dem Konzert war im Saal sehr gross. Dann kam das grosse Symphonieorchester und sein Dirigent Mario Venzago auf die Bühne.

Bild Fredi Hallauer

Die Musiker der Band von Lo & Leduc waren im Orchester integriert. Zum Auftakt spielte das Symphonieorchester „Toccata und Fuge“ von Johann Sebastian Bach, in einer Orchesterversion von Leopold Stokowski von 1940. Ein gewaltiger Auftakt mit ganz grosser Musik. Dann kamen Lo & Leduc und Julia Portmann auf die Bühne. Das Orchester spielte die Songs, aber ganz anders als gewohnt, Intros und Zwischenteile waren länger und neu komponiert, anstelle eine lauten Breakschlags oder Ton spielte eine einzige feine Geige und viel mehr solche schönen Sachen konnte man hören. Lo & Leduc sangen sehr viel und dies mit der Unterstützung von Julia Portmann, welche das sonst schon tut, aber hier war sie noch wichtiger um auch gegen das starke Symphonieorchester anzuhalten.

Bild Fredi Hallauer

Als Kernstück spielten und sangen sie ein ganz neues 20 minütiges Stück, welches mit einem leeren Blattpapier begann, auf dem dann einmal „Daheime“ stand. Zusammen mit dem sehr jungen Komponisten Sebastian Schwab entstand dann dieses Werk. Die Texte waren eine sehr engagierte Auseinandersetzung mit „Daheime“, es ging um Internet, Herkunft, Ab- und Ausgrenzung, Hoffnung, Flüchtlinge und wohin gehen wir schlussendlich. Ganz jedes Wort war nicht verständlich, da das Symphonieorchester, auch in leisen Passagen ein lautes Instrument war.

Bild Fredi Hallauer

Nach diesem Wahnsinnsstück spielte das Orchester die Wilhelm Tell Ouvertüre von Gioachino Rossini. Dann ging es wieder mit Lo & Leduc weiter und ihren neueren bekannten Liedern, aber immer noch in dieser neuen Form, nicht Klassik nicht Pop. Ganz spannend war auch die 079 Version, welche übrigens die Zugabe war. Dem Symphonieorchester unter der Leitung von Mario Venzago, dem Komponisten Sebastian Schwab und Lo & Leduc mit Band ist hier etwas ganz besonderes gelungen. Es war ein meisterliches Konzert und grosser Abend.

Bild Fredi Hallauer

Am 1. Januar 2020 wird das Konzert im Schweizer Fernsehen gesendet.

Fredi Hallauer

JA JA DICKICHT

EP: „Wrong Map“ (Mouthwatering Records)

Ja Ja Dickicht ist ein englisch singender Musiker aus Bern, um das klarzustellen und die Erwartungen in die richtige Richtung zu rücken. Er macht intelligente Popmusik. Mit der falschen Karte, meint er die landkarte die wir täglich brauchen um uns durch das soziale Umfeld und darüber hinaus zu navigieren. Sein Gesang klingt sehr träumerisch, seine Musik, mit viel Elektronik, bringt viele unerwartete Wendungen und Effekte und ist sehr lebendig. Eine spannende Debüt-EP.

Fredi Hallauer

VERONICA FUSARO UND BAND

Live: Bierhübeli Bern am 8. November 2019

Bild Fredi Hallauer

Veronica Fusaro stand an diesem Abend zum Drittenmal auf der Bierhübelibühne, zweimal als Support. An diesem Abend hatte sie ihre Fans bei sich und die wurde schon bald mit unzähligen Wundercherzli gefeiert. Sie trat sehr souverän auf, selbstsicher und immer sympathisch. Ihre Band bestabd aus Bassist, Drummer und Keyboarder.  Sie selber hat musikalisch und gesanglich riesige Fortschritte gemacht, auch als Songwriterin. Nach einem sehr anspruchsvollen Solostück setzte sie die Loopstation eind machte gehörig Dampf. Das Publikum konnte wieder mitshaken. Bei einem Song liess sie Soundwände explodieren. Darauf foögte ein neuer Song zum Herunterfahren. So wechselten sich die Songs ab. Bei den ruhigen Stücken wurde das Publikum, vor allem jenes an der Bar, immer störend lauter. Der Keyboarder spielte mehrere fantastischen Soli. Zu Schluss  liess sie das Publikum tanzen und mitklatschen. Veronica Fusaro muss zu den wichtigen Frauen der Schweizer Musikszene gezählt werden. Kleiner Wermutstropfen des Konzerts war, dass es ohne Zugabe und auch ohne Kommentar zu Ende ging.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

CARROUSEL

Live: Bierhübeli Bern am 8. November 2019

Bild Fredi Hallauer

Das Duo aus der Romandie, genauer dem Jura, versprühte wie immer sehr viel Charme und sympathische Eleganz. Beide sangen Lead und Harmonie. Sie spielte Akkordeon, Glockenspiel, Keyboard, Melodeon, bediente die Taschenlampe als Lightshow und tanzte. Er spielte die Gitarre und Ukulele. Ein Schlagzeuger und ein Keyboarder ergänzten das Duo. Die französischen leichten und lüpfigen Popsongs sprachen das Publikum sofort an. Seine deutschen Ansagen waren sehr sympathisch wie das ganze Konzert. Mit ihrem Folkrock liessen sie die Post so richtig abgehen. Das Publikum tanzte und machte mit. Eine herzliche Stimmung herrschte an diesem Herbstabend. Nach einer Stunde war das herrliche Konzert fertig, da es der erste Teil eines Doppelkonzertes war.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

ALAS THE SUN

Album: „You And Your Love“

Das Zürcher Duo dbütiert mit diesem Album zwischen Indie Folk und Dream Pop. Es sind feine Songs von der Frauen- und der Männerstimme oft im Duett gesungen. Schöne Harmonien und feine Gitarrenklänge, mal ruhiger, mal federleicht treibend und immer sehr wohlklingend. Da kommen keine schrillen oder schräge Töne vor. Dies macht diese Musik aber anfällig für Langweiligkeit, was bei Alas the Sun aber nicht passiert, sie streifen durch die raffinierten arrangements immer knapp daran vorbei. Ein Herbstalbum, welches Sonne durch den Nebel scheinen lässt.

Fredi Hallauer