THE JACKETS

Album: „Queen Of The Pill“ (Voodoo Rhythm Records/Irascible)

Da ist sie, die Band welche frischen Power in die heimische und auch internationale Musikszene bringt. Mit ihrem vierten Album schlagen The Jackets so richtig zu. Laut und schrill, heisse Gitarren, wildes Schlagzeug und ein dampfmachender Bass, dazu die Stimme von Jackie. Rauher Power Punk Beat mit einem psychedelischen Touch. Die Gitarren klingen wunderschön, mal klar, mal verzerrt und Jackie singt laut und schrill dazu. Auf „Floating Alice“ werden sie fast romantisch und die Gitarren haben einen Shadows Klang. Ein Album welches auf keiner Party fehlen darf und auch auf keiner Bestenliste.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Doppelalbum: „Von innen tätowiert“

Paul Etterlin ist ein erfahrener und sehr guter, wie auch leidenschaftlicher Gitarrist. Nun präsentiert er ein Doppelalbum, welches Zwiespältiger nicht sein könnte. Super ist die Musik bei allen 26 Stücken, tolle Gitarren plus Bläser und gute Rhythmus Sektion. Paul Etterlin zeigt, dass er zu den ganz grossen Gitarristen in der Schweiz gehört. Ein Album ist „Rock“ mit deutschen Texten, das andere ist Gitarrensound, instrumental zwischen Rock, country und Americana. Nun kommt das Aber. Die deutschsprachige CD ist musikalisch top, aber textlich im Schlager Bereich. die Interpretation geht Richtung Schlagerrock. Dies Texte sind nicht zum Hören und machen auch die ganze Musik zu nichte. Schade.

Fredi Hallauer

GINA ETE

EP: „Oak Tree“ (

Gina Eté ist mit eine EP und sieben Liedern wieder da und vor allem sehr deutlich. Die Violaspielerin und Pianisten und ihre drei Musiker an E-Gitarre, Kontrabass und Schlagezeug und alle singen, überzeugen vom ersten bis zum letzten Lied. Stilmässig sit Gina Eté immer noch im Post Punk einzuordnen, vielleicht noch deutlicher als bei der ersten EP. Da wird auch mal richtig Lärm gemacht, aber dann sind es wieder leise aber klare Songs. Ihre Stimme ist warm, mal härter und dann wieder zerbrechlich oder anschmiegsam. Sie singt englisch, deutsch und Mundart. Es gibt Momente da kommt einem ein Vergleich mit Sophie Hunger in den Sinn. Gina Eté spielt sehr eigenständige, intelligente aber auch unterhaltsame Musik zum Zuhören.

Fredi Hallauer

GIMMA

Album & Textbuach: „Kartellmusig“ (Zytglogge)

Gimma oder mit bürgerlichem Name Gian-Marco Schmid hielt es anlässlich der Situationen auf der Welt und vor allem im Kanton Graubünden nicht mehr aus zu schweigen. Er hat vierzehn neue Texte geschrieben und rappt sie uns nun auf dem neuen Album. Gimma ist immer noch schonungslos offen und ehrlich, aber reifer. Musikalisch ist es ein Rapalbum mit den Beats und den Sounds, welche aber zu den besseren ihrer Art zählen. Dieses Album ist, wie schon immer bei Gimma, einerseits Musik zum Party machen, anderseits sind es schlaue Texte zum Zuhören und Nachdenken. Musik und Texte gehen ab, beides auf ihre Art. Gimma wettert noch immer über Politiker und Kartellleute und das zurecht. Er macht es mit Wut und meint es ernst, aber der Schalk ist nicht verloren gegangen. „Fokus“ gefällt sehr gut, ein Lied über die verschiedenen Sichtweisen, oder „As kunnt alles guat“ mehr im Liedermacherstil sind zwei Lieder die man hervorheben kann, aber man könnte das mit einigen anderen Liedern auch machen. Fazit: Gimma ist zurück und besser denn je.

Fredi Hallauer

PFLANZPLÄTZ

Album: „Wildwuchs“ (Narrenschiff)

Das Volksmusik Trio wird bei einzelnen Stücken von Gastmusikern wie Andreas Gabriel (Geige), Dani Häusler (Bassklarinette) und David Märki (Hackbrett) erweitert. Sonst sind die beiden Örgeler Thomas Aeschbacher und Simon Dettwiler am Werk mit dem Bassisten und Gitarristen Jürg Nietlisbach. Sie spielen „Schweizer Volksmusik“ im ungejäteten Garten, denn da kommt der Cha Cha Cha dazwischen auf, nordische Klänge sind zu hören, aber auch Balkan und Jimmy Hendrix sind vertreten. Nicht dass Pflanzplätz jetzt Jimmy Hendrix spielt, aber seine Musik fliesst in die Volksmusik ein. Es ist herrliche Musik, erfrischend und für offene Ohren und Herzen geeignet. Örgeli Freundinnen und Freunde finden sicher auch ihren gefallen, denn da wird mit sovielen unterschiedlichen Instrumenten musiziert wie: Schwyzerörgeli, Langnauerli, Bass-Örgeli und Stöpselbassörgeli. So macht Volksmusik richtig Spass und in dieser Qualität mit dieser Freude und dem Spielwitz sowieso.

Fredi Hallauer

MARZELLA

EP: „Seasons Of Life“ (Irascible)

Die beiden jungen Frauen, Marzia und Ella, sind seit Kinderjahren befreundet und machen nun zusammen Musik. Sie singen englisch, französisch und italienisch und sind Multiinstrumentalistinnen. Auf ihrer Debüt-EP sind vier Songs in den drei Sprachen. Es sind alles ruhige Songs, folkig mit zwei schönen Frauenstimmen gesungen. Sie erzählen vom Wandel der Biografien, den Generationen und den Lebenszyklen überhaupt. Eine sehr schöne EP, man darf auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

DRÜDIETER

Album: „Roscht & Rose“ (Narrenschiff)

Drüdieter heisst das Trio, welches sich aus drei mit Vornamen Dieter zusammensetzt. Es sind das: Dieter Sulzer (Gsang, Jodel, Trümpi, Flöte); Dieter Ringli (Gitarren, Halszither, Gesang) und Dieter „Dide“ Marfurt (Halszither, Gitarren, Bass, Gesang). Sie spielen Musik zwischen Volksmusik und Folk mit ausschliesslich Mundarttexten. Musikalisch sind sie erste Sahne, egal ob sie einen Marley Song Covern, die Steiner Chilbi von Jost Ribary zu einer E-Gitarren Polka transformieren oder auch wunderschöne eigene Songs spielen. Gelungen, aber speziell finde ich die Texte zum „Echo vom Geisshimmel“ von Res Gwerder. Schwierig finde ich hingegen die Interpretation des Volksliedes „Mir Sänne“, bei dem die Melodie nicht übernommen wurde und der Text negativiert wurde, auch der Gesang nervt irgendwie. Auch „De Ordonnanzmarsch“ ein Kehl gesungener Tambourenmarsch, ist nicht so toll und Span haben das vor etwa 40 Jahren genau mit diesem Marsch schon gemacht. Darum kommt vor allem das Eigene gut an, oder ein eigener absolut neuer Text zu bestehenden Melodien. Drüdieter ist eine Gruppe, welche wieder frischen Wind und ein bisschen Alte Schule in die Folkmusik bringt.

Fredi Hallauer