GION STUMP & THE LIGHTHOUSE PROJECT

CD: „Holy Darkness“ (Igroove)

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Die Ostschweizer Band sollte eigentlich nicht mehr unbekannt sein, spielten sie doch diverse grosse Festivals in der Schweiz, aber auch im Ausland können sie immer wieder tolle Konzerte spielen. Das neue Album wurde an verschiedenen orten auf der Welt aufgenommen und gemastert mit grossen Namen. Das Resultat darf sich hören lassen. neben dem Quintett, welches neben akustischen Instrumenten auch Synthies einsetzt, spielen Streicher, eine Oboe, Perkussion, zusätzliche Vocals und ein Kinderchor mit. Entstanden ist ein eher düsteres aber nicht depressives Album. Diese heilige Dunkelheit erinnert mich an Kurt Martis Büchlein „Heilige Vergangenheit“. Die Texte erzählen vom aktuellen Weltgeschehen, respektive der Stimmung die dadurch ausgelöst wird. Es ist ein sehr schönes Album geworden mit viel Liebe ins musikalische Detail und die Texte sind ausgereift. Ebenso viel Liebe wurde in das Cover aussen und innen und in das Booklet gesteckt. sämtliche Texte können nachgelesen werden und es sieht sehr schön aus. Ein Album das man sich für die Jahresbestenliste vormerken muss.

Fredi Hallauer

LOU EES

EP: „Birthday“ (Irascible)

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Lou Ees präsentiert ihre erste EP, welche sie selber komponiert und getextet hat. Die Musik kommt sehr reif daher und nicht wie von jemandem der die erste EP einespielt hat. kein Wunder, denn Lou Ees war die hälfte des Duos Loreley & Me. Es ist klar Popmusik was wir hier hören, aber ungreifbare, mal glücklich un dzerbrechlich dann wieder kräftiger, dort träumend da konkret. Die fünf Songs könnten unterschiedlicher nicht sein. Musikalisch hat es viele Elektroeinflüsse, aber nie diese discomässige Stumpfheit. Cleverer Pop.

Fredi Hallauer

TRAKTORKESTAR

LIVE: In der Mühle Hunziken in Rubigen am 19. Mai 2017

Das Traktorkestar trat zum Erstenmal in der Mühle Hunziken auf. Das tolle Lokal war sozusagen ausverkauft. Der Auftritt begann mit einem langsamen, aufbauenden und jazzigen Intro. Es dauerte einige zeit bis alle zwölf Musiker auf der Bühne waren. Dann ging es meist mit den jazzigen und groovigen Stücken weiter, bei denen sich Dampfablassen und gut Zuhören abwechselte. Tolle Soli wurden von allen Musikern geblasen, aber auch die drei Schlagwerker bekamen Platz ihr Können zu zeigen und das Publikum mitzureissen. Die drei Tenorhornisten brillierten ebenfalls auf ihren Posaunen. Ein offizielles 1. Headbanging auf der Bühne mit Traktorkestar liess die blonden Haare der drei mutigen Damen aus dem Publikum fliegen und begeisterte ebenfalls das Publikum. 

Dann trat Simon Jäggi, Sänger der Kummerbuben auf die Bühne und brachte eine weitere Dimension in die Musik. Er sang auch später wieder Lieder, einerseits die von der letzten Traktorkestar CD, aber er coverte mit dem Traktorkestar sich selber, bzw die Kummerbuben mit einem Song. Höhepunkte seiner Auftritte waren sicher der Song „Lost Boy And Suicide Girl“, welcher das Publikum mitsang und dann das Experiment, Traktorkestar mit Simon Jäggi Covern Rammstein und das noch auf Mundart. Das Experiment ist gelungen und man darf auf weitere solche Taten hoffen.

Nach der Pause kamen dann mehr noch die Balkanbeeinflussten Stücke zum einsatz und das Publikum konnte abtanzen. Es war ein Konzerthöhepunkt der Saison und Traktorkestar überzeugte mit hohem Können und auch zum Zuhören sehr interessanter Musik, ohne nur kopflastig zu sein, sondern auch etwas für die Beine zu tun.

Fredi Hallauer

MARIUS & DIE JAGDKAPELLE

CD: „Hirschschnauzdisco“ (Zytglogge)

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Marius und die Jagdkapelle ist wieder auf der Pirsch und zwar diesmal in der Hirschschnauzdisco. Was diesen Jägern immer in den Sinn kommt ist erstaunlich und erstaunlich gut. Die Texte der Lieder sind witzig, geben aber auch Lebensweisheiten für Kinder und Erwachsene wieder. So geschieht das unter anderem im Lied „Ächti Fründe“ wo von Bubenfreundschaft erzählt wird. Am Schluss singt er, dass er schon weiss, dass Mädchen auch Freundschaften haben, er sei nicht blöd, aber die Mädchen hätten solche Geheimnisse die verstehe und kenne ein Bube nicht. Die Geschichten ziehen sich durchs ganze Jahr vom Frühling bis zum Samichlaus. Bei der Musik haben sind wenig neue Ideen auszumachen. Sie tönt weitgehend gleich wie auf den bisherigen CD’s, bzw man hat oft das Gefühl das Lied war doch irgendwo schon drauf. Die Produktion ist ausgereifter und hat da und dort feine Finessen versteckt. Die Musik ist lustig, tanzbar und die Texte überzeugen, darum mag es dieses Album gut vertragen.

Fredi Hallauer

SWISSTERS

CD: „Made In Switzerland“

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Die Swissters sind, wie der Name etwas verrät, zwei Schwestern, nämlich Carole und Eve Kay, welche beide singen. Unterstützt und musiklaisch geprägt werden sie von Pele Loriano, der von den Keyboards, zu den programmierten Beats, den Gitarren und dem Backing Vocals alles macht. als Ergänzung kommt noch ein Alphornist dazu, welcher zuständig ist für das Swiss im Bandname. herausgekommen ist ein Popalbum mit Radiopop. Schöne Musik zum Abtanzen, guter Gesang, musikalisch so im üblichen des Genres. Auffallend sind zwei Titel der CD, nämlich „Swiss Lady“ in Mundart und mit zwei Frauenstimmen und noch „Heimät“, ebenfalls in Mundart. Die anderen acht Songs sind englisch, textlich sehr gut. Das ist ein guter Anfang der Swissters, nächstesmal darf es etwas mutiger sein, die Ansätze dazu sind vorhanden und vielleicht etwas weniger auf den grossen Hit schielen.

Fredi Hallauer

THE TWO ROMANS

Live: Mühle Hunziken, Rubigen am 12. Mai 2017

Die Two Romans standen mit ganzer Band, also zu sechst auf der Bühne. von Anfang an legten sie so richtig los, aber nicht punkto Lautstärke, sondern mit Tempo. Ihr Musik kam immer sehr locker, verspielt daher und neben den beiden Brüdern übernahmen noch weitere Bandmitglieder den Harmoniegesang, was zu schönen Chorsätzen wurde. Die Texte sind sehr gut und geben dem Publikum etwas auf den Weg mit, sei es zu sein wie man ist und das zu machen was man will, enn es andere auch nicht so toll finden, oder über Achtsamkeit im leben, welche man vor lauter Routine aus den Augen verliert. Musikalisch spielten sie zwischen Indie Folk, mit Banjo und Mandoline zu Indie Pop, ein paar Mal wurde es auch rockig bluesig. Es heisst diese Band im Auge zu behalten oder vor allem immer wieder anzuhören, denn so wie sie an diesem Abend spielten war es schlicht grandios.

Fredi Hallauer

LE BLEU ROI

LIVE: Im Kulturhof Köniz am 10. Mai 2017

Das Quartett bestehend aus zwei singenden Schwestern an den Synthies und dem Keyboard und zwei Brüder an Gitarre und Gesang und am Schlagzeug traten auf einer optisch schön gestalteten Bühne auf. Ihre elegischen Songs setzten sie wunderschön um mit vielen Effekten und Synthies aber eben auch Gitarre und Schlagzeug (analog wie auch elektronisch). Die beiden schönen Frauenstimmen wurden neben ihren Synthies sehr schön von der Gitarre in Szene gesetzt und bekamen durch das Schlagzeug immer wieder gute Fahrt. Der Gitarrist brilliert mit ein paar sehr eigenständigen Soli. Le Bleu Roi verstehen es Elektro interessant klingen zu lassen und auch live zu einem Erlebniss zu verwandeln. Ihre Stimmen und Musik berühren einem und es wurde bei dem eine gute Stunde dauernden Konzert nie langweilig. aufgepasst, nächstesmal nicht verpassen.

Fredi Hallauer