SOFT LOFT

EP: „In Case You Still Get Lonely“

Das Quintett mit zwei Frauen und drei Männern läutet mit ihrer Musik den Sommer ein. Nicht das sie auf Sommerhit machen, nein im Gegenteil, es ist mehr die Vertonung des Sommers. Da ist es leicht und wunderbar, im nächsten Song flimmert die Sommerhitze und in einem anderen Song drückt die Hitze so richtig aufs Gemüt. Indiepop in einer grossen Bandbreite mit Frauengesang. Die Arrangement sind vielschichtig und interessant.

Fredi Hallauer

TZUPATI ORCHESTRA

Album: „Balkan Klezmer“

Die sechs Musiker:innen aus allen Ecken des Landes fanden sich zusammen um lüpfige Klezmer und Balkan Musik zu machen. Sie spielen nur ganz wenige traditionelle Stücke, das Meiste sind Eigenkompositionen. Flöte, Klarinette und Posaune geben den Ton an, ein Akkordeon meldet sich auch immer wiederin den Lücken der Melodie und schafft es auch nach ganz vorne. Was ungewöhnlich ist, der Schlagzeuger und Bandleader, startet das Album mit einem fulminanten Wirbel und bleibt auch sonst recht dominant, ohne die Musik zu verhämmern. Ab und zu wird im Chor gesungen. Dies ist Folkmusik, Worldmusik von jungen Leuten entdeckt und gespielt, welche Spass macht.

Fredi Hallauer

MIDWIFE CRISIS

Live: „Papa“ in der La Cappella am 4. Juni 2023

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Dieses Konzert fand am Vatertag statt und das ganze Programm drehte sich um Papa, Vater, Daddy oder wie die Erzeuger auch immer heissen. Gesungen haben die Midwife Crisis, der 25 köpfige Hebammenchor, geleitet von Ben Vatter und unterstützt mit Keyboard, E-Bass und Schlagzeug. Im ersten Teil traten die Frauen in Männer Berufskleider auf und im zweiten dann eher in schönen Männerkleidern. Das Programm startete mit „Ätti“ von Dodo Hug und im Laufe des Abends sang der Chor Lieder von Adriano Celentano, Stromae, Patent Ochsner, Madonna, Joe Dassin, oder „O mein Papa“, „Papa Was A Rolling Stone“ und vielen weiteren aus den verschiedensten Ländern wie z.B das „Unser Vater“ in Suaheli. Ben Vatter moderierte den Abend sehr kurzweilig, seine Erläuterungen waren witzig, informativ und kurz. Bei einzelnen Liedern spielte er sehr gut Trompete. Den Sologesang übernahm die Arrangeurin und Sängerin Martina Houston Schibler. Sie sang sehr sicher und nicht nur einfache Parts. Midwife Crisis haben einen grossen Schritt vorwärts gemacht und sind noch viel besser geworden, obwohl das auf diesem hohen Niveau schwierig ist.

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Fredi Hallauer

THEM FLEURS

Album: „Schöne Welt“

Die vier Musiker haben ihr Album in Sessions aufgenommen. Neben ihren beiden Gitarren, Bass und Schlagzeug, halfen noch ein Gäste an den Tasten und der Perkussion mit. So entstand ein stimmiges Popalbum. Es bewegt sich im Bereich zwischen Indie.Pop und Dream-Pop. Sie singen Englisch und Deutsch. Drei der Musiker teilen sich den Gesang oder unterstützen sich gegenseitig. Zehn Songs schmeicheln sich so in die Gehörgänge. Das Album eignet sich einfach fürs Hören und einen gemütlichen Abend.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Album: „So Easy Mitenand“ (Gadget/Phonag)

Dabu Fantastic habern sich noch etwas einfallen lassen, um das grosse Projekt „So easy“ abzuschliessen. Sie nahmen die elf Lieder nocheinmal auf, aber jeweils mit Gästen und teils in anderen Sprachen. Das Projekt ist grossartig geworden. Mit dabei sind Mattiu (mit romanischem Gesang), Sina mit einem grossartigen Duett mit Dabu, Stress und Cachita in einer sehr schönen Version vo „Underem Schirm“ auf französisch und spanisch, Aliose, To Athena, dann Pippo Pollina mit einer kraftvollen italiensichen Version von „Niemer gweckt“, KT Girrique und Nicky B Fly, Ay Wing und James Gruntz, L Loko, Drini und in „Liebi Vorig“ Melanie und Hansueli Oesch und Pedro Lenz mit einem sehr schönen eindrücklichen Text. Die Lieder tönen alle neu und sind es auch. Beide Alben zu haben ist wie zwei verschiedene Alben zu haben. Selbstverständlich ist Dabu Fantastic in jedem Lied klar auch zu hören. Ein Album für die Jahresliste oder den SMA.

Fredi Hallauer

HIESIX

Album: „Folkorn“ (Narrenschiff)

HiesiX spielen den unverwüstlichen Schweizer Folk. Das Quartett spielt auf Geige, Ukulele, Halszithern, Bass, Häxeschyt, Muugiige, Bariton Gitarre, Sackpfeife, Drehleiher, Dobro, Gitarre und Perkussionsinstrumenten. Ein Gast spielt noch zusätzlich Geige. Bei ein paar Stücken ist auch noch ein Frauengesang dabei. Die Musik ist vielseitig, filigran und lüpfig gespielt. Alle Musiker:innen können sehr viel auf ihren Instrumenten. Die Stücke kommen aus der ganzen Schweiz, viele sind Traditionals, andere Eigenkompositionen, meistens nach traditonellen Motiven. Das ist der Folk, handgemacht, ohne Elektroinstrumente, wie er bereits an den Folkfestivals auf der Lenzburg oder am Folkfestival auf dem Gurten der 70iger Jahre gespielt wurde. Obwohl das vielleicht nach Old School oder Retro tönt, nein das ist es nicht, diese Musik wird immer noch sehr lebendig gespielt.

Fredi Hallauer

LIT & LAVA (LO & LEDUC)

Live: „Openair Hauptprobe im Club“ in der Mühle Hunziken am 2. Juni 2023

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Es wurde nicht bekannt gegeben wer an diesem Abend unter dem Pseudonym spielen wird. Die meisten im Publikum setzten auf Lo und Leduc. So war es dann auch. Sie traten mit der kompletten Band auf und testeten ihr Openair Programm mit neuen und alten Liedern. Was bleibt noch zu sagen. Das Konzert war solide, die Musiker hervorragend und alle durften irgendwann und irgendwo ein Solo einbringen. Das Programm gewohnt mit einigen der neuen Lieder ihrer letzten zwei Alben und gegen Schluss noch ein bisschen neuer Sound, im Stile Elektro Hip Hop mit ziemlich kräftigen Bässen, gespickt. Leider hat man dort die Texte sehr schlecht bis nicht verstanden. Überhaupt litt die Verständlichkeit etwas, bei älteren Liedern kannten ja alle die Texte. Lorenz litt etwas in seinem Outfit, es war schön, aber zu warm und die langen Haare trug er offen, was auch nicht zur Kühlung beitrug. Er wirkte auch schon frischer auf der Bühne. Luc hingegen sprudelte vor Begeisterung auf der Bühne vor so einem tollen Publikum zu stehen, auch die Musiker zeigten grosse Spielfreude und Spass. Nach 90 Minuten, also Festivallänge, war das Konzert fertig, es war irgendwie schade, aber man war auch froh aus der sehr heissen Mühle an die frische Luft zu können. Es war ein gutes Konzert und man darf sich auf den Festivalsommer mit Lo & Leduc freuen.

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Fredi Hallauer

YET NO YOKAI

Album: „Wir sind da“ (Hummus Records)

Ja das sind sie wirklich, sie sind da. Das Zürcher Krautrock Trio gibt es seitz ein paar Jahren und das ist ihr jetzt erschienenes Debüt Album. Auf dem Album sind sie noch mit Synthesizern und Perkussion verstärkt. Sie loten alle Winkel und Ecken des Krautrocks aus und lassen es dabei so richtig losgehen. Die Texte sind englisch und deutsch. Die Musik mag etwas düster sein, aber auch hoffnungsvoll, schön und mitreissend. Die Dämonen (Yokai) sind jetzt nicht da. Für Menschen welche Rock lieben, der nicht Mainstream ist, sondern verspielt, versponnen, kraftvoll und vertrackt. Schon wieder ein Album für die Jahresliste.

Fredi Hallauer

JACK JOSEPH LOVE LEVIER

EP: „Transnational“ (La Suisse Primitive/Irascible)

Jack Joseph Love Levier ist eine Kollaboration von Komet City (Robin Girod) und Musikern von Léclair. Diese Musiker aus der französischen Schweiz verstehen esd Energien freizusetzen. Bei Transnational geht es um Funk, ein bisschen Psychedelik, Afrobeat und alles was den Musikern in die Finger kommt. Komet City singt auch dazwischen und dann gibt es schöne instrumental Teile. Die EP groovt so richtig.

Fredi Hallauer

ARCHAIR

EP: „Hope Is A DGRS Game“ (Escudero Records)

Das Duo Archair legt wieder so richtig los. Ihr moderner Rock mit Elektronik, vor allem als Schlagzeug und Bass und Effekten ist fast einzigartig und es gibt wenige Bands die eine solche Intensität auf einen Tonträger bringen. Die Rockgitarristin und der Rockgitarrist können so ihre Gitarren optimal einsetzen und auch ihre Stimme. Vor allem die Stimme der Sängerin gehr unter die Haut. Der Sound geht in Richtung Postpunk, kein unbändiges rocken und austoben, sondern ein cleveres Einsetzen all ihrer Möglichkeiten zeichnen das Duo aus der französischen Schweiz aus. Gesungen wird englisch. Eine EP für die Jahresliste.

Fredi Hallauer