PASCAL DUSSEX „TRUE BLUE“

Live: Band Revival im BeJazz Club am 21. März 2019

Die Formation bestehend aus Pascal Dussex (voc), Wege Wüthrich (sax), Andy Erchinger (p), German Klaiber (b) und Elmar Frey (dr) spielte seit zwanzig Jahren nicht mehr zusammen. am heutigen Abend starteten sie das Band Revival. Sie haben immer noch CD’s aus den alten Zeiten, die Exemplare in einer noch verschlossenen Schachtel waren verstaubt, die Musik aber welche sie damals spielten und heute noch spielen tönte frisch. So spielten die fünf, bereits ergrauten Herren viele ihrer alten Stücke, aber auch viele neue Stücke. Das Repertoire war sehr spannend und vielseitig. Da wurde gejazzt, Jazzstandards wurden gespielt aber auch Stücke von Sting, Frank Sinatra, Tom Waits, Ray Charles, Dr. John und vielen mehr. Die Eigenkompositionen und die Coverversionen in neuem Kleid waren in etwa gleichmässig vertreten. Auch sonst ging es von BeBop zum Swing und Balladen quer durch die Spielarten des Jazz. Alle Musiker brillierten sowohl im Zusammenspiel wie bei den Soli. Pascal Dussex war bestens bei Stimme und steigerte sich förmlich in die Songs hinein. Die Band spielte auf das erste Hören unspektakulär und gerade dadurch waren sie grossartig.

Fredi Hallauer

HANRETI

Album: „Cherries Apples Pineapples and Limes“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Die Luzerner Band hat bereits wieder ein Album veröffentlicht. Sie bleiben ihrem Stil treu, weiten ihn aber auch aus. Grobe Schublade ist Indie Folk und lieben es aber bis in extreme Gefilde zu gehen. So startet der erste Song „Bloodsucking Times“ ziemlich popig und zitieren „Mule Of Kintyre“ um in einer Freejazz Eskapade zu Enden. Auch sonst geht es ziemlich bunt zu und her. Das ganze Album ist ziemlich relaxt und vielleicht merkt man erast bei mehrmaligem Anhören was da alles dahinter steckt. Dies ist spannende Musik.

Fredi Hallauer

SISSY FOX

Album: „Randomly I Bite“ (Irascible)

Die Musikerin aus Zürich entführte die Hörerschaft mit dem letzten Album noch in Parallelwelten. Dies ist nun mit dem zweiten Album vorbei. Sie setzt der Depression Space Disco, Spoken Words und PunkPop entgegen. Sie singt wie es ist als Vollzeit Arbeiterin durch das Leben zu gehen, oder über traumatisierte Kämpfer, aber auch der Titel Song hat es in sich. Musikalisch bedient sie sich in ziemlich vielen Schubladen. Da tönt es popiger mit zappaesken Einflüssen natürlich mit elektronischen Beats und Bässen angereichert. Ein Album dass man sich unbedingt anhören muss.

Fredi Hallauer

ROBERTO BRIGANTE

Album: „Sono Io“ (Cede.ch)

Der Italiener aus Thun und langjähriger Cantautore hat viele neue Lieder geschrieben. Er tat sich diesmal mit einem andern Italiener aus der Schweiz zusammen, mit Roberto De Luca, welcher das Album produzierte. herausgekommen ist ein radiotaugliches Italopop Album, dem ziemlich alle Unebenheiten genommen wurde. Es beginnt bei der Stimme von Roberto Brigante, welche etwas leicht rauhes hatte, nun tönt er nicht mehr so, schade. Die Songs sind aalglatt produziert und viel ist Schrummelpop und vom alten Cantautore, welcher etwas von Bennato hatte ist nichts geblieben. Als Gäste sind George, Roberto De Luca und Holger Herrmann dabei, welche das Album nicht besser machen. „Sono Io“ ist ein Album für das Tagesprogramm des Radios, wo man erst hinhört wenn sie nicht mehr senden.

Fredi Hallauer

KISSIN BLACK

Album: „Dresscode Black“ (Notte Nera Records)

Die Luzerner Band mit italo-schweizerischen Wurzeln ist mit ihrem zweiten Album zurück. ja hier geht es dunkel zu, aber nicht nur in einem Stil. Kissin Black lassen es rocken und krachen, aber dann werden sie plötzlich romantisch. Der Sänger hat eine Gänsehautstimme die wirklich dunkel ist, trotzdem vermeint man da und dort etwas Farbe und Sehnsucht nach Farbe zu hören. Verblüffend sind Kissin Black mit ihrer Vielseitigkeit in schwarzen Genres. sicher hat es für viele Leute hier etwas dabei, für Romantiker und Rocker und auch für Mystiker. Dieses Album vereinigt schöne Musik, aber es kann einem auch einmal ein Song auf die nerven gehen.

Fredi Hallauer

RITSCHI

Album: „Patina“ (Phonag Records)

Ritschi hat bereits wieder ein neues Album am Start. Diesmal ist ihm der Umschwung vom Mundart Rockpop zum modernen Mundart Pop-Soul geglückt. Gleich von Anfang merkt man, dass hier Elektronik und Instrumente den Weg zusammen gehen. Der erste Song geht gut ab und eignet sich sicher zum Tanzen. Auch die weiteren Songs haben genügend Rhythmus und Power und gefallen mir sehr gut. Ritschi hat viel Soul in der Stimme ohne Versuch zu tönen wie Prince. Das erfreuliche an diesem Album ist, dass hier kein Autotune eingesetzt wurde, oder so dass man es nicht merkt, also Ritschi tönt wieder wie Ritschi. Textlich drehen sich die Lieder vor allem um die Frauen und die Liebe. Es verwundert mich etwas, das jemandem der von sich selber singt, dass er Patina angesetzt hat, nicht andere Geschichten in den Sinn kommen, die er in Lieder umsetzen kann. Das ist ein tolles Album geworden und erfrischend in der Schweizer Mundartszene.

Fredi Hallauer

STAHLBERGER

Album „Dini zwei Wänd“ (Irascible)

Der St.Galler kommt aus dem Nichts mit einem neuen Album daher. Diesmal wieder mit Band. Viel Elektronik die sehr gut zu der Stimme von Stahlberger passt. Die Stimme wird nicht zugedeckt und das positive ist auch, Stahlberger tönt wie Stahlberger und wurde nicht durch die Elektronik gedreht. Das wesentliche an diesem Album sind natürlich die Texte und die Art der Interpretation. Also Stahlberger singt emotionlos, monoton, die verrücktesten Geschichten, eine Art Buster Keaton des Gesangs und natürlich in St. Galler Mundart. Seine Geschichten sind wunderbar, düster und verrückt. Zuerst führt er einem auf ein „Iisfäld“ später nach „Schaebikon“ oder zurück in die Schule. Sehr gut gefällt mir „Über Nacht isch en Sturm cho“ er hat alles neu verteilt in der Stadt. Es ist ein Genuss seiner Fabulierkunbst über unseren teils tristen Alltag zu lauschen.

Fredi Hallauer