JEANS FOR JESUS

Album: „2000 etc.“ (Universal Music)

Jeans for Jesus zündet ein wahres Feuerwerk. Einerseits erschein gleichzeitig ein Deutsch gesungenes und ein französisch gesungenes Album. Diese Besprechung betrifft das Deutsch gesungene Album. Irgendwie tut das den Bernern gut, Deutsch zu singen. Man versteht jedes Wort und es ist gutes Deutsch und es sind gute Songs. Die Beats sind satt und der ganze Sound hat bodenhaftung, die Fistelstimmen sind verschwunden. Bei einem Song singen Steiner und Madleina auf erfrischende Art mit. Die Texte erzählen von der Welt und ihren kleinen und sehr grossen Problemen. Das ist herrlicher Deutscher Elektropop ohne an Schlager zu erinnern.

Fredi Hallauer

SEVEN

Album: „Ich bin mir sicher“ (Sevenmusic Records/Orchard/Phonag)

Seven hat sich definitiv neu erfunden. Er singt auf dem neuen Album nicht nur Deutsch (hat er schon bei seinem letzten Album gemacht), sondern seine Musik ist ganz klar Deutschpop mit etwas Soul Einflüssen. Daran muss man sich zuerst etwas gewöhnen, aber nach mehrmaligem Hören des Albums beginnt es zu gefallen und entwickelt die wahren Qualitäten. Es ist tolle Musik die er dabei hat, mit Instrumenten gespielt und sehr sauber produziert. Obwohl es eine grosse Band ist, bleibt der Gesang immer im Vordergrund, glasklar und sehr gut verständlich. Seven singt auch mit den Gästen Curse, Cassandra Steen,Flo Mega, und Credibil. Die Texte handeln von den Freuden und Problemen des Alltags, allen voran der Liebe. Er besingt seine Liebe zu den Kindern und seiner Frau, aber auch wie es ist anders zu sein und die Liebe ganz allgemein. Mit diesem Album hat Seven den Weg gefunden für seinen neuen Stil.

Fredi Hallauer

HEIDI HAPPY

Album: „Nid Für Ewig“ (Silent Mode)

Heidi Happy hat sich neu erfunden, sie singt jetzt viel Mundart und Deutsch. Fünf Lieder sind Mundart, drei Deutsch und drei Englisch und eines zusammen mit Meimuna auf Französisch. Sie singt viel von Herzschmerz, Liebe und was dazugehört, aber auch um den Zucker in der Glacé und das geht dann weiter bis zum Protest gegen Krieg, das haben die ja früher auch gekonnt, singt sie. Textlich sind es nicht gerade grosse Würfe. Musikalisch ist alles sehr leicht und luftig zwischen Folkballade und Elektropop ja sogar Dreampop. Manchmal klingt alles ein bisschen sehr verhangen und gehaucht, an der Stimme von Heidi Happy hat man elektronisch gearbeitet, was ich schade finde, denn sie hat eine sehr schöne Stimme (nachzuhören auf dem MTV Album von Patent Ochsner). „Nid für Ewig“ ist ein geeignetes Album nach dem Feierabend um zu entspannen.

Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Doppel CD im Buch „Echo“ (MvdH Music)

Michael von der Heide feiert 30 Jahre auf der Bühne. Vor 30 Jahren gewann er seinen ersten Musikwettbewerb und vor 25 Jahren erschien sein erstes Album. Das alles ergibt ein Echo, welches auf zwei CD’s zu hören ist, plus einige Fotos und ein paar Informationen und Kommentare im Buch. Neben den bereits erschienen Sachen sind neun neue oder neu eingespielte, abgemischte Lieder unter den 30 Liedern zu hören. Die beiden CD’s sind geschickt zusammengestellt. Bei CD 1 geht es eher um die Elektropop Welt mit vielen französischen Popsongs, auf CD 2 sind es eher die Chansons in den verschiedensten Sprachen. Klar ist „Jeudi Amour“ mit dabei und seine anderen Hits oder bekannten Stücke. Sehr spannend sind die Duette, welche mit einer Ausnahme sehr gut gelungen sind und über beide CD’s verteilt sind. Das nicht so geglückte Duett ist mit Tora Augestad „Die Insel“ wo sich die beiden Stimmen fast schmerzlich reiben. Wahrscheinlich ist da irgendetwas bei der Abmischung schief gelaufen. Sonst singt Michael von der Heide mit Kuno Lauener, Sina, Paola, Swiss Jazz Orchestra, Daniela Simmons und Nina Hagen. Ein sehr schönes Doppelalbum, welches die vielen Facetten von Michael von der Heide zeigt. Wer die eine Facette vielleicht nicht so mag, findet hier sicher Musik die in anspricht.

Fredi Hallauer

DALAI PUMA

Album: „OK Ciao Kakao (Red Brick Chapel)

Das Zürcher Trio spielt einen Art Indie Pop, aber alles ist so schräg und queer, dass vielleicht ihr Begriff Rhabarber Pop besser passt. Es singen alle drei, mal Deutsch, mal Englisch und andere Sprachen werden auch noch ab und zu eingeflochten. Sie spielen mit den Worten und verdrehen so ziemlich alles und trotzdem versteht man, was sie meinen. Die Texte haben Aussagen, vielleicht nicht gleich erkennbar aber mit ein bisschen Nachdenken, sollten Alle verstehen was gemeint sein könnte. Die Frauenstimme und die zwei Männerstimmen sorgen für viel Abwechslung, da sie auch im Wechselgesang singen und sprechen wie im HipHop. Musikalisch ist das Album schlicht gehalten. Schlagzeug, Bass und Gitarre plus ein paar Gimmicks Töne. Stark ist der Beat vom Schlagzeug und vom Bass und witzig die Gitarre. Mit Dalai Puma taucht eine erfrischende, freche und schräge Band in der Schweizer Musikszene auf.

Fredi Hallauer