MICHAEL VON DER HEIDE

Doppel CD im Buch „Echo“ (MvdH Music)

Michael von der Heide feiert 30 Jahre auf der Bühne. Vor 30 Jahren gewann er seinen ersten Musikwettbewerb und vor 25 Jahren erschien sein erstes Album. Das alles ergibt ein Echo, welches auf zwei CD’s zu hören ist, plus einige Fotos und ein paar Informationen und Kommentare im Buch. Neben den bereits erschienen Sachen sind neun neue oder neu eingespielte, abgemischte Lieder unter den 30 Liedern zu hören. Die beiden CD’s sind geschickt zusammengestellt. Bei CD 1 geht es eher um die Elektropop Welt mit vielen französischen Popsongs, auf CD 2 sind es eher die Chansons in den verschiedensten Sprachen. Klar ist „Jeudi Amour“ mit dabei und seine anderen Hits oder bekannten Stücke. Sehr spannend sind die Duette, welche mit einer Ausnahme sehr gut gelungen sind und über beide CD’s verteilt sind. Das nicht so geglückte Duett ist mit Tora Augestad „Die Insel“ wo sich die beiden Stimmen fast schmerzlich reiben. Wahrscheinlich ist da irgendetwas bei der Abmischung schief gelaufen. Sonst singt Michael von der Heide mit Kuno Lauener, Sina, Paola, Swiss Jazz Orchestra, Daniela Simmons und Nina Hagen. Ein sehr schönes Doppelalbum, welches die vielen Facetten von Michael von der Heide zeigt. Wer die eine Facette vielleicht nicht so mag, findet hier sicher Musik die in anspricht.

Fredi Hallauer

DALAI PUMA

Album: „OK Ciao Kakao (Red Brick Chapel)

Das Zürcher Trio spielt einen Art Indie Pop, aber alles ist so schräg und queer, dass vielleicht ihr Begriff Rhabarber Pop besser passt. Es singen alle drei, mal Deutsch, mal Englisch und andere Sprachen werden auch noch ab und zu eingeflochten. Sie spielen mit den Worten und verdrehen so ziemlich alles und trotzdem versteht man, was sie meinen. Die Texte haben Aussagen, vielleicht nicht gleich erkennbar aber mit ein bisschen Nachdenken, sollten Alle verstehen was gemeint sein könnte. Die Frauenstimme und die zwei Männerstimmen sorgen für viel Abwechslung, da sie auch im Wechselgesang singen und sprechen wie im HipHop. Musikalisch ist das Album schlicht gehalten. Schlagzeug, Bass und Gitarre plus ein paar Gimmicks Töne. Stark ist der Beat vom Schlagzeug und vom Bass und witzig die Gitarre. Mit Dalai Puma taucht eine erfrischende, freche und schräge Band in der Schweizer Musikszene auf.

Fredi Hallauer

DER ELEKTRISCHE MANN

Album: „Musik Musik Musik“ (Boom Jash Records/Broken Silence)

Was der elektrische Mann hier bietet, führt uns einerseits zurück in die Anfänge der Neuen Deutschen Welle mit Punk Einflüssen, aber er führt ebenso vorwärts in die heutige Zeit. Die Musik ist mittels elektronischen Gerätschaften gespielt plus manchmal Saiteninstrumente. Der elektrische Mann singt Deutsch und wird manchmal durch eine weibliche Gesangsstimme unterstützt. Mit Pop und Indie wird ebenfalls rumgespielt und so entstand etwas Neues, oder neu für die heutige Zeit. Die Texte, welche sehr wichtig sind, handeln einerseits von der Welt in der es Menschen gibt die immer mehr wollen und nichts geben, Rassismus, Radikalisierung, Macht und Dummheit kommen zur Sprache. Aber auch Verlustängste werden angesprochen oder dass man einfach Musik Musik Musik braucht und keine Millionen, so wie es im Titelsong, einem Cover von Joannes Hester heisst. Diese Musik ist toll, treibend, pulsierend und tanzbar, dazu erst noch deutsche Texte mit Niveau und Stil.

Fredi Hallauer

STEINER & MADLAINA

Album: „Wünsch mir Glück“ (Glitterhouse Records/Irascible)

Dies ist dass zweite Album dieses Frauen Duos, welches seit der Schulzeit beste Freundinnen sind und einen Deutschlehrer hatten, welcher sie beeindruckte und ihnen die Freude am kreativ Texten mitgab. So sind denn auf diesem Album alle Lieder auf Deutsch. Stilmässig würde ich das deutsche Rock Chansons nennen. Musikalisch werden sie von drei Jungs unterstützt an Gitarre, Bass und Schlagzeug. Selber spielen die beiden ebenfalls Gitarre oder auch mal Piano, und beides nicht schlecht. Das wesentliche bei Steiner & Madlaina sind aber die Texte. Sie sind erfrischend mit einem bitteren Nachgeschmack, wütend oder umschmeichelnd aber irgendwo sind im Text immer irgendwelche Nadeln oder Rasierklingen versteckt. Das ist die Art wie man souialkritische und politische Lieder schreibt, ohne Zeigefinger aber viel bissiger. So lautet beispielsweise der Refrain von „Heile Welt“ „Damit unsere heile Welt / noch eine Weile hält / halten wir uns raus / nur so fühlen wir uns Zuhaus.“ Ich glaube das illustriert das oben geschriebene gut genug. Alle Lieder sind textlich gut, durch die zwei Stimmen ist auch für Abwechslung gesorgt. „Wenn ich ein Junge wär“ ist ein anderer Anspieltipp. Eigentlich könnte man jedes Lied zum Anmspieltipp machen, also hinsetzten und genau hinhören ist gefragt und dann wirkt dieses Album auch entsprechend gut, ohne Depressionen zu verursachen.

Fredi Hallauer