FABER

Album: „I Fucking Love my Life“ (Faber/Universal Music)

Also Faber singt deutsch und ein Lied sogar in Mundart. Das ganze Album ist so seltsam wie der Titel und das Cover. Die Musik ist spannend und OK. Textlich kommt Faber nicht an die Qualität seines letzten Albums heran. Es dreht sich alles um ihn und die Beziehungen, das Saufen und das Wort Kotzen kommt auch mehrfach vor. Er jammerst sehr viel vor Langeweile, wird von den Frauen verlassen und denkt nur noch an sie. „Das Boot ist voll“ ist der beste Text, zwar sehr provokativ und er könnte sehr wohl falsch verstanden werden. Vielleicht ein mehr Klartext und Position beziehen würde das verhindern. Alles in allem, Faber tut einem Leid, er tönt sehr unzufrieden und suhlt sich in Selbstmitleid. Wer das braucht um zu hören dass es anderen menschen schlechter geht liegt mit diesem Album richtig, die Anderen sollen die Finger davon lassen, auch wenn Faber ein Hype ist.

Fredi Hallauer

BONAPARTE

Album: „Was mir passiert“ (Sony Music)

Der Schweizer Wahlberliner Tobias Jundt hat sich wieder einmal neu erfunden. Fertig mit dem bizarren Partysound, Bonaparte hat sich globalisiert, zumindest musikalisch. Er reiste nach Abidjan an der Elfenbeinküste und nahm mit lokalen Musikern und lokalen Stars ein Album in deutscher Sprache auf. Bei je einem Lied haben auch Sophie Hunger, Bela B, Farian Urlaub, Bop de Narr, Les Soeurs Dion, Tosha Kitona, Fatoumata Diawara und Ruby & Hazel mitgeholfen. Die Musik nimmt von überall etwas, nämlich das was nötig ist um die Texte zu transportieren. Nun zu den Texten, die sind sehr speziell, wie könnte das bei Bonaparte anders sein. „Das Lied vom Tod“ besingt alle Musik die tot ist mit sehr treffenden Zwischentexten, „Dene wos guet geit“ das einzige Mundartlied, ein Mani Matter Cover, hat natürlich schon den entsprechenden Text und zusammen mit Sophie Hunger gesungen, geht es unter die Haut und am Schluss kommt als Sahnehäubchen noch ein afrikanisches Frauenchörlein dazu. In „Weinbar“ geht es nicht ums Trinken sondern ums Weinen, und der Titel „Ins Herz geschlafen“ spricht für sich. Bonaparte ist hier eine Perle gelungen.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Doppelalbum: „Von innen tätowiert“

Paul Etterlin ist ein erfahrener und sehr guter, wie auch leidenschaftlicher Gitarrist. Nun präsentiert er ein Doppelalbum, welches Zwiespältiger nicht sein könnte. Super ist die Musik bei allen 26 Stücken, tolle Gitarren plus Bläser und gute Rhythmus Sektion. Paul Etterlin zeigt, dass er zu den ganz grossen Gitarristen in der Schweiz gehört. Ein Album ist „Rock“ mit deutschen Texten, das andere ist Gitarrensound, instrumental zwischen Rock, country und Americana. Nun kommt das Aber. Die deutschsprachige CD ist musikalisch top, aber textlich im Schlager Bereich. die Interpretation geht Richtung Schlagerrock. Dies Texte sind nicht zum Hören und machen auch die ganze Musik zu nichte. Schade.

Fredi Hallauer