AURELIE EMERY

Album: „Un Gout De Rocher“

Die Unterwalliserin versteht es wunderschöne, mystische Klänge zu erzeugen mit ihrer Stimme, sparsame Elektronik und Perkussion und einem wunderbaren Kontrabassisten. Sie hat sich Gedichten der Walliser Dichterin S.Corinna Bille (1912-1979) angenommen. Diese Dichterin war extrem verbunden mit der natur, den Felsen und den Gletschern. So schafft Aurélie Emery mit ihrer modernen Vertonung und Interpretation dieser Texte ein Stück Heimat. Gesungen wird auf französisch. Diese Musik muss man anhören, sie ist unbeschreiblich, unbeschreiblich schön. Ein Anwärter für Album des Jahres.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Homeless Songs“ (Universal Music)

Stephan Eicher hat zwischen 2016 und 2019 neue Songs aufgenommen die nirgends hineinpassten, darum der Albumtitel. Ein Song ist ein Fragment von 45 Sekunden und andere dauern knappe bis gute zwei Minuten, ein Fünf- und ein Sechsminüter ist aber auch dabei. Stephan Eicher singt meist französisch, dreimal Berndeutsch und auch Englisch. Die berndeutschen Lieder sind von Martin Suter gestextet, zwei davon bereits in einer anderen Version auf Songbook zu hören. Musikalisch hat er mit einem Streichquartett zusammen gearbeitet, welches mal zum Schunkeln einlädt, aber auch ab und zu etwas schwülstig ist, oft aber sehr filigran. höhepunkte sind dann, wenn vor allem das Piano zu hören ist. „Homeless Songs“ ist ein sehr schönes Album von Stephan Eicher, ruhig, manchmal sogar etwas spröde (positiv), einfach Eicher halt. es knüpft irgendwo an seine grossen Alben an.

Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Rio Amden Amsterdam (CeDe.ch)

Michael von der Heide zeigt mit seinem neuen Album dass er es noch kann. Ja er chansoniert auf zwölf Liedern sieben Mal auf Deutsch, viermal auf Französisch und einmal Mundart. Musikalisch pendelt er zwischen Pop und popigem Jazz und hat aus beiden Sparten die besten Musiker dabei. Es ist schon musikalisch ein Genuss zuzuhören. Einmal singt Daniela Simmons mit und ein andermal Heidi Happy. Ein paar Texte hat er selber geschrieben oder sich schreiben lassen, andere Texte stammen von Juliane Werding, Rio Reiser oder Boris Vian. Alle Texte, egal in welcher Sprache sind gut und auch die Musik passt zusammen. wichtig ist, dass keine Computer und Synthies im Einsatz sind, auch ein Autotune ist nicht zu hören. Michael von der Heide ist zurück und fängt vielleicht nochmals an , wie er es in seinem Lied „Ein Tag aus Papier“ besingt. Sicher ein bedeutendes Album für die Schweizer Chanson Szene für 2019.

Fredi Hallauer

MEIMUNA

EP: „Amour“ (Radicalis)

Meimuna sind eine Komponistin, Sängerin und Gitarristin aus dem Wallis, und ein Gitarrist, welche mit sehr ruhigen berührenden Chanson die Herzen berühren. Sie bewegen sich zwischen Folk, NeoKlassik und leichtem Pop. Sie singt französischem und das über die Liebe in vielen Facetten. Das speziele bei Meimuna ist ihre Stimme, welche wirklich sofort berührt und einem in ihren Bann zieht ob man will oder nicht.

Fredi Hallauer

MISCHA WYSS

Interview:

Am 9. Januar 2019 sprach Fredi hallauer mit Mischa Wyss. Hier zum Anhören.

Album: „Schrift für Schrift“ (www.mischawyss.ch)

Mischa Wyss ist seit einiger Zeit in der Berner Chanson Szene zu hören. Dieses Album erschien bereits vor einigen Monaten, fand aber erst jetzt den Weg zu mir. Zum Glück ist die CD in meinem Player gelandet, den Mischa Wyss verdient es gehört zu werden. Er kommt mit seinen Chansons der ursprünglichen Idee der Troubadouren ziemlich nah. Seine Liedli sind ziemlich kurz, er verliert sich nicht in unendlichen Textzeilen, nein er bringt es ziemlich zügig auf den Punkt, auch wenn es ein überraschender Punkt ist. Seine Ansagen sind ebenfalls prägnant und witzig, aber auch mit Aussagen verknüpft. Mischa Wyss versteht es in Geschichten etwas zu erzählen das hinter oder neben der Geschichte steht. Ich glaube man darf es sagen, seine Chanson sind stark beeinflusst von Mani Matter ohne ihn nachzuahmen. Wer Berner Chanson mag, muss sich Mischa Wyss anhören. 

Fredi Hallauer