BLAY

Album: „Heimspiel“ (Sony Music)

Blay, das sind Bligg und Marc Sway. Angekündigt wurde etwas Neues, das Resultat zeigt das aber nicht. Dieses Album ist OK und es ist beste Mundart Popmusik. Sie tönt eigentlich wie Bligg, nur das dazwischen marc Sway auch noch mitsingt. Es ist Rap Pop mit grossen Hymnen für das Stadion, es sind Balladen oder einfach sonst gute Songs. Inhaltlich sind es die Themen die man von Bligg kennt, nämlich vom Vater der immer unterwegs ist, oder vom gegen den Strom schwimmen, von Menschen die zu früh von uns gegangen sind oder von der Liebe. Konsumrausch und Wissen sind ebenfalls besungene Themen. Wie gesagt ein tolles Album, vielleicht waren die Erwartungen an mehr Innovation zu hoch.

Fredi Hallauer

STEFANIE HEINZMANN

Album: „Labyrinth“ (BMG Right Management/Phonag)

Nachdem sie auf dem letzten Album die Liebe, auch zu sich selber, besungen hat, geht es diesmal um Irrungen und Wirrungen. Stefanie Heinzmann singt von Allem was einem leicht fällt und von den Schwierigkeiten. Von der Unzufriedenheit mit sich selber und das dies OK ist. Sie tut das auf zehn Songs. Es ist Popmusik, dem Elektropop zuzuordnen, aber ziemlich knackig. Musikalisch auf ein Minimum reduziert, vorwiegend Beats und ein bisschen Harmonieunterstützung. So kommt die fantastische Stimme von Stefanie Heinzmann sehr gut zur Geltung. Die Songs klingen nicht nur in den Ohren nach, sie fahren auch direkt in die Beine und man kann sich schon auf die nächsten Stefanie Heinzmann Auftritte freuen wenn man wieder vor der Bühne tanzen darf. Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es, manchmal nähert sich Stefanie Heinzmann gefährlich nahe dem Schreien statt singen. Sie umschifft es immer noch knapp, aber mehr darf es nicht werden. „Labyrinth“ ist ein gutes tanzbares Popalbum.

Fredi Hallauer

THE SOULS

Album: „Queenie Pop“

Das Sextett aus Thun spielt auf ihrem Album Queenie Pop, gepflegten, ziemlich rockigen Poprock. Die Songs brillieren durch das Songwriting und manchmal hat man das Gefühl, das ist der perfekte Poprock Song. Als zweites fällt der Gesang auf. Die hohe, klare Stimme glänzt und glitzert über den Instrumenten. Das Schlagzeug macht das ziemlich rockige aus und das Keyboard prögt die Songs zu grossen Songs mit herrlichen Bögen. Der Bass pumpt und funkt und die Gitarren machen alles noch perfekt. Die Songs sind unterschiedlich und Langeweile kommt bei diesem Album nie auf. Darum Album abspielen und lostanzen und geniessen. Ein tolles Album.

Fredi Hallauer

RITA ROOF

Album: „Stimm i mir“ (Universal Music)

Rita Roof mit ihrer samtenen Altstimme arbeitete bisher im Hintergrund, im Backing, von verschiedenen KünstlerInnen wie Phenomden, Dodo, Steff La Cheffe und einigen mehr. Nun tritt sie in den Vordergrund mit ihrem ersten Album. Sie singt vor allem Mundart, in einem Lied dazwischen spanisch und zweimal englisch. Ihre Lyrik sind sehr ansprechend. Sie erzählt aus ihrem Leben als alleinerziehende Mutter, aber auch wie es ist als Frau in der Männer dominierten Musiklandschaft. Die Texte sind sehr ausgereift, klar und nicht nur akustisch gut verständlich. Produziert haben Dodo und Big-J. Das ist dem Sound gut anzumerken. Obwohl die Inhalte der Lieder nicht leicht sind, federt die Musik und der Minister Of Good Vibes hat einen tollen Sound hingezaubert. Stilmässig ist es Reggae, Soul und Pop. Sehr speziell ist, dass da keiner der Stile ausgeprägt pur daher kommt, sondern dass Rita Roof ihren eigenständigen Sound und Mix der Stile hat. Rita Roof ist nicht nur eine begnadete Sängerin, sondern eine sehr gute Songwriterin.

Fredi Hallauer

URSINA

Album: „When I Let Go“ (Radicalis)

Die Bündnerin Ursinaveröffentlicht ihr zweites Album. War das erste Album folkig ist es hier mehr Pop. Es bleibt die ruhige Stimme von Ursina, welche in den Songs viel Raum hat und Weite vermittelt. Die Musik ist ebenfalls auf Weite ausgelegt und sehr fein ausgearbeitet. Dort eine kleine Übertraschung, da ein kurzer unverhoffter Rhythmuswechsel. Ursina singt englisch und romanisch. Der Gesang ist mit einer gehörigen Portion Jazz gewürzt. Was etwas fehlt sind die Emotionen in den Songs, in der Stimme, es kommt alles etwas glatt daher. Mehr Leidenschaft würde das Album glaubwürdiger machen, so plätschert diese Musik plötzlich einfach nur noch daher und man merkt erst wenn das Album fertig ist, dass da noch etwas war. Schöne Songs, leider etwas zu gleichförmig ausser man hört immer ganz genau hin.

Fredi Hallauer

FATIMA DUNN

Album: „Abestärn“ (TOURBOmusic)

Fatima Dunn ist Schweizerin mit irischen Wurzeln. Sie ist ein OneWomanOrchestra mit Cello, Loopgerät, Effektgerät und Kuhglocken, natürlich mit ihrem Gesang. Die Lieder sind alle Mundart. Zwei der zwölf Lieder sind Schweizer Volkslieder, nämlich „Anneli wo bisch geschter gsi“ und „Schönster Abigstärn“. Die anderen Lieder stammen aus der Feder von Fatima Dunn und passen sich bestens ein. Stilmässig darf man das als Pop bezeichnen. Was andere mit Elektronik machen, spielt sie mit Cello, Stimme, und Effekten. Es ist sehr eigenständige Musik und wunderschön. Textlich geht es sehr viel um Verliebtsein, mir kam spontan der Begriff Musenalptexte in den Sinn, aber sie klingen wunderbar. Fatima Dunn ist mit diesem, ihrem zweiten Album, sicher eine lohnende Entdeckung für 2021.

Fredi Hallauer

VERSCHIEDENE INTERPRETEN

Album: „Sing meinen Song Vol.2“ (Phonag)

In der 2. Staffel von Sing meinen Song, dem Schweizer Tauschkonzert waren neben dem Gastgeber Seven, Beatrice Egli, Jaël, Ta’Shan, Adrian Stern, Dodo und Kunz dabei. Das vollgepackte Album mit 49 Songs bietet viele positive Überraschungen und Pleiten. Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann sich akustisch erfreuen. Ich finde es sehr schön diese tolle Produktion einfach akustisch zu geniessen und keine Zwischenkommentare zu hören oder das ewige Umarme anzusehen. Alle SängerInnen gehören zu den Besten der Schweiz oder können es, im Falle von Ta’Shan, noch werden. Überrascht haben eigentliche alle. Beatrice Egli verliess ihr Schlager Zuhause und lässt die Rockröhre raus, oder das Country Girl. Dodo hat halbe Musical zusammengestellt, hervorragend „Lieber Lieder“, aber auch die anderen Lieder sind sehr gut. Jaël zeigt eine breite Bandbreite, vor allem ihres stimmlichen Könnens und verlässt auch ihre Komfortzone. Adrain Stern, war immer schon vielseitig, darum ist es einfach Adrian Stern pur. Kunz verblüfft mit einer A Cappella Version, oder singt einen Lunik Song in persischem Stil. Seven rapt zum ersten Mal. Schön sind auch die sieben Duette, wo immer der/die Interpretin einer neuen Version mit dem ursprünglichen Sänger, Sängerin die neue Version singen, oder etwas Neues daraus machen. Aber alle diese Lieder würden nicht so gut funktionieren, wenn nicht diese grosse hervorragende Band mit Bläser, Backing Vocals, mehreren Gitarren, Hackbrett, Perkussion, Bass und Schlagzeug das ihre leisten Würde. Da waren ebenfalls von den besten MusikerInnen der Schweiz am Werk. Ein Album für viele verschiedene Situationen einfach voller toller Musik.

Fredi Hallauer

ZID

Album: „300km/h“ (Sony Music)

Nach einer EP und der Tour mit Bligg ist ZID zurück mit einem Album, für welches er die Songs in der Zwischenzeit schrieb. Es sind alles Mundartpop Songs. Die Texte erzählen aus dem Leben eines jungen Menschen. Es sind Geschichten rund um die Liebe, manchmal auch ein bisschen philosophisch, aber immer klar und direkt. Musikalisch lehnt er sich stark an die 80iger Jahre an und so entstanden tolle tanzbare Popsongs. Dazwischen kommt auch ein Rapper zum Zug, was noch weitere Energie in den Song bringt. ZID ist auf gutem Weg mit eigenständigem Stil in der Mundartszene Fuss zu fassen. Seine Lieder sind sowohl, Radio, Party und Konzert tauglich.

Fredi Hallauer

P FOR PEPSINE

Album: „Thoughts Collide With Stars“ (11 P.M. Records)

P For Pepsine ist eine One Man Band aus Luzern. Die Basis der Songs ist gutes Songwriting, gespielt mit Gitarre. Aber P Ffor Pepsine lässt es nicht damit bewenden er spielt weitere analoge Instrumente dazu. Aber auch das ist noch nicht genug mit digitalen Spielereien und Beats wird die Musik wuchtig und gleichzeitig verspielt. Beim Hören hat man wirklich das Gefühl eine grosse Band hat das Album aufgenommen. Die Stimme hat Charakter und ist wieder zu erkennen. Der leichte nasale Klang ist für einmal kein Nachteil. Dies ist ein verspieltes Album und es macht Spass es anzuhören.

Fredi Hallauer

ANNA ERHARD

Album: „Short Cut“ (Radicalis)

Die Baslerin und Leaderin der Basler Band Serafyn ist nach dem Ende der Band nach Berlin ausgewandert und hat sich nicht nur örtlich neu orientiert. Nein auch musikalisch suchte sie neue Wege. Das Resultat liegt hier vor. Ihre Suche nach dem neuen Daheim, nicht im Sinne vom Dach über dem Kopf, aber das Zurechtfinden in einer anderen Stadt ist das Thema in ihren Texten, welche sie ihrem Tagebuch aus dieser Zeit entnahm. Zumindest tönt es so. Anna Erhard sing immer noch sanft, klar und lieblich mit schöner Stimme ohne zu schmeicheln. Musikalisch kann man sagen Pop mit minimalen Instrumenten, genau soviel wie nötig spielen das Schlagzeug oder die Gitarren oder auch mal ein Synthie oder Keyboard. Ein gelungenes Solo Debüt.

Fredi Hallauer