PEDESTRIANS

Album: “ Sweet Space“ (Gadget)

Pedestrians haben zusammen mit Dodo ihr erstes Album aufgenommen. Die zehn Songs zeugen von weiterer Reife der Band. Sie bewegen sich weiterhin zwischen Reggae, Pop und 90iger Vibes. Der Reggae wird durch starken Bass etwas mehr betont, andererseits helfen die Gäste wie Manuel Felder (The Gardener & The Tree), KT Gorique, Naima und Will and the People, den Popasüekt stärker zu betonen. So entstand ein toller Sound, verspielt, tanzbar, mit mehrstimmigem Gesang und alles sehr vielseitig. Der Groove ist sehr ausgeprägt und reisst einem so richtig mit. Pedestrians beweisen, dass man mit Synthie und Instrumenten, und dazu einer guten idee, tolle Musik machen kann.

Fredi Hallauer

AL PRIDE

EP: „Spruce“ (Radicalis)

Die Badener Band ist auf acht MusikerInnen angewachsen. Der Sound ist trotzdem soweit minimiert wie es geht um genau die Musik in den Vordergrund zu stellen, welche sie wollen. Viel Groove mit sattem Bass, Schlagzeug und Perkussion ist zu hören, natürlich hilft auch die Rhythmusgitarre oder das Keyboard mit. Lead- und Backgroundgesang sind wichtig, ebenso die sphärische Leadgitarre und die Al Pride Bläsersektion. „Another Vibe“ lässt einem beschwingt abtanzen, die anderen Stücke sind eher langsamer und etwas grau eingefärbt, man könnte auch sagen melancholischer, aber trotzdem groovig. Ein gutes und vielseitiges Songwriting prägt diese EP ebenfalls. Ein wichtiges Stück CH-Musik.

Fredi Hallauer

EMILIE ZOE & CHRISTIAN GARCIA-GAUCHER

Album: Pigeons – Soundtrack for the Birds on the Treetops Watching the Movie of our Lives (Hummus Records)

Emilie Zoé aus der französischen Schweiz, wurde von einem alternativen Filmfestival in La Chaux De Fonds, eingeladen einen alternativen Live Filmsoundtrack für einen Film ihrer Wahl zu machen. Sie wählte den Film „A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence“ von Roy Anderssons. Ins Boot holte sie den Produzenten Christian Garcia-Gaucher. So wurde zum Film mit der Originalmusik noch diese Musik gespielt, so wie ich das verstanden habe. Dieser Alternative Soundtrack gibt es jetzt als Album. Viele Aufführungen mit dem Film und Emilie Zoé mit dem Schlagzeuger Nicolas Pittet hätten stattfinden sollen, welche jetzt wegen der Coronakrise vorläufig wegfallen. Es bleiben uns aber diese melancholischen Klänge mit etwas Orgel untermalt, den Gitarren und einigen wunderschönen oft zweistimmig gesungenen Songs (Frauen- und Männerstimme). Ein paar Stücke sind instrumental, aber auch die lohnenswert zu hören.Emilie Zoé ist es wieder einmal gelungen Popmusik ganz neu zu definieren.

Fredi Hallauer

CHRISTOPHER GEORGE & THE SAPIDITY AGENTS

Album: „With A Pinch Of Salt“ (www.christophergeorge.ch)

Der Pianist und Sänger aus dem Raum Zürich hat eine tolle Band um sich gescharrt und die lassen es so herrlich grooven. Neben Piano, Bass, Gitarre, und Schlagzeug gehört auch noch die Perkussion und eine Bläsersektion dazu. christopher George singt alltagsgeschichten auf Englisch und Mundart. Die schnelleren groovigen Nummern überzeugen mehr, als die balladenhaften, welche doch auf die Dauer etwas gleichförmig wirken. An den Instrumenten sticht vor allem die Rhythmussektion und der Gitarrist hervor. Natürlich auch die Horns, dort wo sie blasen. Die Stimme von Christopher George ist etwas dünn. Ein Album das vielleicht eher zur Erinnerung nach einem Konzert dient.

Fredi Hallauer

ANDRYY

EP: „Das isch mini erschti EP“ (Phonag)

Der Winterthurer sorgte früher als Allen Finch für Aufmerksamkeit. Heute macht er als Andryy Mundartpop und hat sein altes Projekt hinter sich gelassen. Nun ist er mit seiner ersten Mundart EP da und dem Namen Andryy. Sein Songwriting ist geblieben und das ist guter amerikanischer Pop, sauber produziert mit viel Energie. Die Texte erzählen aus dem Alltag und geben viele Tipps für das Leben und das ein bisschen nach Lehrer Manier. Der Gesang ist sauber und emotional. Eine schöne EP die man einfach so hören kann oder eben tanzen.

Fredi Hallauer

AYU

EP: „I Changed my Mind“ (AYU/recordJET)

Die in Berlin lebende Schweizer Künstlerin veröffentlicht nach einigen Singles endlich ihre erste EP. Ihr Sound ist oft ziemlich treibender Elektro Trip Pop. Sehr wichtig ist ihre Stimme, welche in ihren Songs auch das akustische Zentrum bildet. Diese EP wurde sehr sauber produziert. Da gibt es tolle Bässe, welche an mehrere gleichzeitig spielende Kontrabässe erinnern. Das Schlagzeug treibt alles an und die Synthies schwirren darum herum. Diese Musik gehört zu der Art, welcher nach mehrmaligem Hören an Wert gewinnt.

Fredi Hallauer

ADRIAN SIEBER

EP: „No Other Love“ (Some Of My Best Friends Are Songs/Phonag)

Der Sänger der Lovebugs wandelt wieder einmal auf Solopfaden. Er versucht neue Wege für sich und somit ist klar, mit Lovebugs haben die fünf Songs nichts zu tun. er spielt eine Mischung aus Elektropop, New Wave und Trap. Diese Sound tönen, vor allem im Song „Tightrope“ rhythmisch sehr abenteuerlich. Manchmal wie beim Titeltrack ist es einfach radiogängiger Pop. Schade ist, dass er auch seine Stimme nicht mehr tönt wie bei den Lovebugs, somit wird der ganze Sound doch auch etwas normales, sowie alle die Anderen. Diese EP von Adrian Sieber löst doch etwas Unsicherheit aus, in Bezug was soll das, ist es Popmusik oder etwas wirklich Neues. Eingeschlagen hat sie bei mir nach dreimaligem Anhören nicht, aber vielleicht kommt es noch.

Fredi Hallauer

THE NIGHT IS STILL YOUNG

Album: „She Wants Us To Leave“ (Radicalis Records)

Der Musiker Marco Naef, so heisst The Night Is Still Young wirklich, hat bereits wieder ein neues album aufgenommen. Intelligente Popmusik, lebendig, bewegt aber ohne Bumbum zeichnet sie aus. wichtiger sind natürlich die Texte. Sie sind fein und ironisch, aber nicht sarkastisch irgendwo zwischen Nick Cave und Neil Young. Der Albumtitel handelt nicht etwa von der Geliebten die will dass wir gehen, sondern von der Erde. Hier hört man schon diesen ironischen Ton. Ein anderer Song heisst „There She Goes Our Beautiful World“. Ja The Night Is Still Young singt uns da pre-apokalptische Popsongs aber von Herzen und ohne Angstmacherei und Dramatik.

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Album: „Schlaf us“ (Sony Music)

Dabu Fantastic haben nun ihre drei EP’s plus drei neue Songs zu einem Album gemacht. Somit habe ich neun der Titel bereits besprochen, darunter die Pophits „Frisch usem Ei“, „Lied“ oder „Jagge“, welche unterdessen alle kennen, wleche auch nur kurz Radio hören. Aber so einfach sind Dabu Fantastic nicht einzuordnen, denn sie gehen mit den neuen Liedern einen Schritt weiter. Sie werden sehr präzis, poetisch, politisch. Das Kernlied ist das Titellied „Schlaf us“, welches ein Friedenslied ist und die letzten entscheidenden Zeilen Stephan Eicher singt. Ebenso treffend und unter die Haut gehend ist „Wemmer gaht“ ein sehr kurzes Lied über die Flüchtlinge und uns. Man hört auch aus anderen Liedern immer wieder klare Botschaften und Statements. Auffallend ist auch wie sie das machen, sie mischen Stile von Pop und dem einfachen und aussagekräftigen Lied im Stile Mani Matters und daraus entstehen diese zeitgemässen politischen Liedern für die heutige Generation. Dieses Album ist ein Muss.

Fredi Hallauer

LITTLE FELLOW

EP: „Dizzy“ (Red Brick Chapel)

Das Duo hat in einer Alphütte ein altes elektronisches Keyboard mit vielen Preset Sounds und einem alten I-Pad umständlich miteinander verbunden. Dazu kamen das Schlagzeug und die wunderbare warme Stimme. Little Fellow das sind Lea Mathis und Amadeus Fries. Herausgekommen ist Pop, Elektropop der alten Machart und einfach wohlklingende Musik für die Lounge oder auch zum Tanzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fredi Hallauer