PEGASUS

Album: „Future:Memories“ (Gadget/Phonag)

Pegasus spielt nach dem Unplugged Album wieder elektrisch. Auf zehn wunderbaren, typischen Pegasus Songs, zeigen sie, dass sie es immer noch können. Eingängige Melodien, grosse Hymnen, dann wieder nachdenkliche Balladen, alles passt zusammen. Pegasus tönt auf das erste Hören ziemlich einfach, nicht überladen und klanglich sehr ausgeglichen. Beim öfteren Hören merkt man, dass da viel mehr dahinter ist und die Songs immer mehr an Wert und Tiefe gewinnen. Dieses Album muss man sich einfach anhören, aber vorsicht, es könnte süchtig machen.

Fredi Hallauer

HANRETI

Album: „The Afterdark“ (Orange Peel Records)

Das Luzerner Quintett veröffentlicht bereits das fünfte Album in sieben Jahren. Sie lassen immer wieder neue Stile einfliessen und verändern ihren Sound damit leicht. Dieses Album ist eine fiktive Antarktis Expedition. Neben den Lyrics erzählen auch die Musiker mit ihren Instrumenten. Der Sound ist eher kühl und manchmal leicht psychedelisch. Durch die Perkussion, neben dem Schlagzeug wird der Beat ziemlich leicht und der Synthie bringt dann das ganze Gebilde zum Gleiten über das Eis. Manchmal tönt es auch nach Krautrock und Gitarrenpop. Es ist ein abwechslungsreiches Album und trotzdem passt alles zueinander und ergibt ein Ganzes. Man kann sich diese Klänge als ganzes Album anhören und geniessen.

Fredi Hallauer

DELIA MESHLIR

Album: „Calling The Unknown“ (Irascible Records)

Die Waadtländerin besingt englisch das unbekannte der Liebe. Fragen wie: Wie ist es in einer festen Beziehung, bin ich da gefangen? Mag ich lieber jemandem vom gleichen Geschlecht. Will ich eine Beziehung überhaupt? und so weiter. Sie singt das sehr schwebend, teils fast träumend. Damit die Sängerin den Boden nicht ganz verliert hat sie eine Band, welche das ganze erdet. Der Sound kann manchmal einen deutlichen Kontrapunkt setzten und richtig rockig abfahren unter der schwebenden Sängerin. -es funktioniert. Andere Songs sind dann wieder sphärisch folkig begleitet. Ein sehr interessantes Album.

Fredi Hallauer

SEVEN

Album: „Ich bin mir sicher“ (Sevenmusic Records/Orchard/Phonag)

Seven hat sich definitiv neu erfunden. Er singt auf dem neuen Album nicht nur Deutsch (hat er schon bei seinem letzten Album gemacht), sondern seine Musik ist ganz klar Deutschpop mit etwas Soul Einflüssen. Daran muss man sich zuerst etwas gewöhnen, aber nach mehrmaligem Hören des Albums beginnt es zu gefallen und entwickelt die wahren Qualitäten. Es ist tolle Musik die er dabei hat, mit Instrumenten gespielt und sehr sauber produziert. Obwohl es eine grosse Band ist, bleibt der Gesang immer im Vordergrund, glasklar und sehr gut verständlich. Seven singt auch mit den Gästen Curse, Cassandra Steen,Flo Mega, und Credibil. Die Texte handeln von den Freuden und Problemen des Alltags, allen voran der Liebe. Er besingt seine Liebe zu den Kindern und seiner Frau, aber auch wie es ist anders zu sein und die Liebe ganz allgemein. Mit diesem Album hat Seven den Weg gefunden für seinen neuen Stil.

Fredi Hallauer

HEIDI HAPPY

Album: „Nid Für Ewig“ (Silent Mode)

Heidi Happy hat sich neu erfunden, sie singt jetzt viel Mundart und Deutsch. Fünf Lieder sind Mundart, drei Deutsch und drei Englisch und eines zusammen mit Meimuna auf Französisch. Sie singt viel von Herzschmerz, Liebe und was dazugehört, aber auch um den Zucker in der Glacé und das geht dann weiter bis zum Protest gegen Krieg, das haben die ja früher auch gekonnt, singt sie. Textlich sind es nicht gerade grosse Würfe. Musikalisch ist alles sehr leicht und luftig zwischen Folkballade und Elektropop ja sogar Dreampop. Manchmal klingt alles ein bisschen sehr verhangen und gehaucht, an der Stimme von Heidi Happy hat man elektronisch gearbeitet, was ich schade finde, denn sie hat eine sehr schöne Stimme (nachzuhören auf dem MTV Album von Patent Ochsner). „Nid für Ewig“ ist ein geeignetes Album nach dem Feierabend um zu entspannen.

Fredi Hallauer

AY WING

EP: „No Wondertwoman“ (Mouthwatering Records)

Die Popsängerin hat fünf Songs mit Tiefgang aufgenommen. Musikalischist es Pop, Elektropop und hält dem internationalen Standard die Stange. Die Musik ist aber ein Transportmittel für die Texte und da geht es um modernen, neuzeitlichen Feminismus. Es ist der Feminismus der Jungen. Die Texte handeln von Verletzlichkeit, Depressionen, sich gehen lassen, aber auch von Hoffnung und Akzeptanz. Dioe Songs sind tanzbar und dabei bekommt man gleich noch etwas mit.

Fredi Hallauer

CHELAN

EP: „Orange & Blue“

Diese EP von Chelan ist ein sehr produziertes Projekt mit sieben Songs. Das Thema ist teilen. Neben dem, das einige Sänger*innen mit dabei sind, sind es seibenmal die gleichen gesampelten Schlagzeug Patterns, welche für diese EP kuratiert wurden. Das Ganze tönt dann aber doch ziemlich emotionslos, einfach Backgroundklänge für die Lounge.

Fredi Hallauer

ANOUCHKA GWEN

Album: „Utopia“ (Irascible)

Anouchka Gwen kommt aus Basel und veröffentlicht ihr erstes Album. Als junge BIPOC (Black, Indigenous, People Of Colour) ist sie sehr vielen Realitäten ausgesetzt, welche zur Verzweiflung, Wut und Ohnmacht führen. Als Gegenentwurf hat sie sich hier eine Utopie, eine Oase der Ruhe und der Stärke geschaffen. Neben den englischen Songtexten singt und spricht sie dazwischen Deutsch. So klingt denn auch die Musik. Es sind Spähren in denen sich die Stimme bewegt, mit meistens einem leichten Beat, manchmal ist der Rhythmus auch afrikanisch beeinflusst und so schön leicht. Eine starke, tiefe und warme Frauenstimme schenkt einem die Utopie der Ruhe.

Fredi Hallauer

STRESS

Album: „Libertad“ (Universal Music)

Der Rapper kommt mit einem verblüffend frischen und vielseitigem Album daher. Den ersten Song spielt er mit dem Prague Symphonic Ensemble, ohne irgendwelche elektronische Beats, echt stark. Dann hat er viele Gäste wie Stefanie Heinzmann, Murphy, Argyle, Karolyn oder Naomi Lareine, um ein Paar zu nennen. er singt französisch und einmal englisch, aber mit den Gästen ist auch Schweizerdeutsch zu hören. Die Songs decken das ganze Spektrum des HipHops ab, von melodiösen und gesungenen Nummern, über mehr die mit starkem Elektrobeat versehenen und stark gerappten Songs bis zu den poppigen Songs. Die Themen der Songs sind ebenfalls vielseitig, von der Liebe, die ihn immer wieder beschäftigt, bis zu sozialen Fragen. Stress hat es mit diesem Album geschafft sich ein stückweit wieder neu zu erfinden.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

Album: „I Am My Mother“ (Mouthwatering Records)

Die eingeschworene Band um Janine Cathrein veröffentlichte ihr zweites Album. Es überzeugt durch grosse Musikalität. Der Klang ist orchestral und trotzdem transparent. Es gibt schöne Gitarrenklänge, akustische und elektrische, viel Streicher, Piano und vieles mehr zu hören. Dazwischen schwebt die Stimme von Janine Cathrein, manchmal unterstützt von anderen Stimmen. Das perkussive Schlagzeug lässt den Sound pulsieren. Die Stimmung ist abgetönt mit vielen hellen Stellen. Das ganze ist eine Ode an die Kunst der Musik. Das ist Musik in die man so richtig schön versinken kann, und das muss man tun und kann es nicht beschreiben.

Fredi Hallauer