MARVIN

EP: „One Two Three“

Marvin kommt aus Freiburg und ist eigentlich ein Duo, bestehend aus Stefan Schmid (Gesang, Keyboards und Gitarre) und Muso Stamm (Schlagzeug, Perkussion), auf der Ep halfen noch zusätzliche Musiker an Gitarren, Bass und Perkussion mit. Stilmässig ist Marvin Singer/Songwriter Pop. Der Sänger hat eine schöne und ausdrucksstarke Stimme. Auffallend sind auch die Keyboardssound. Diese Musik ist tanzbar und macht gute Laune. Manchmal ist es fast Elektropop, dafür kann es auf der anderen Seite auch etwas rockig werden, Schöner Harmoniegesang macht, dass sich diese Klänge in die Gehörgänge schmiegen.

Fredi Hallauer

ALICE LOOPER

Album: „Hors-sol“ (Escudero Records/Irascible Music)

Nein das ist kein Tippfehler und sollte nicht Alice Cooper heissen. Die Frau heisst Alice Richtarch und sie singt und bedient den Looper, das ergibt Alice Looper. Mit zum Trio gehören Rafael Gunti ebenfalls Stimme und manchmal noch Bass und Manuel Monnet ebenfalls Stimme, Perkussion und Beatboxen. Was diese drei für tolle Musik machen ist umwerfend und so eine richtige Wow-CD. Sie singen sozusagen Pop, machen das also hauptsächlich mit den Stimmen, liegen aber nicht auf der Welle der A-cappella Gruppen oder nur bedingt, da sie ganz andere Musik machen. Sie covern „Bongo Bong“ von Manu Chao, das gibt vielleicht etwas die Richtung an. Sie singen französisch und alles klingt federleicht und wunderschön. Ernsthafte Musik auf eine andere Art. Für mich das dritte Album für die Jahresbestenliste in diesem Jahr.

Fredi Hallauer

MALUMMI

Album: „Blood“ (Irascible Records)

Malummi ist ein Trio aus Basel. Geprägt wird diese Band von Larissa Rapold’s Stimme und ihren Texten. In den acht Songs erzählt sie von (Familien)Liebe, Zerissenheit, Chaos und Schicksal. Musikalisch geht das Trio eigene Wege. Da sind teils dunkle elektronische Passagen, dann wieder psychedelische Gitarren. Die hohe, manchmal etwas fiebsige Stimme von Larissa Rapold ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das ganze Album ist keine leichte Kost und es lohnt sich vor dem Kauf hinein zu hören, ob einem das wirklich gefällt. Ich persönlich habe nach dreimaligem Hören den Zugang noch nicht ganz gefunden, die Klangwelten faszinieren mich jedoch, so dass ich nicht aufgebe das Album weiterhin zu hören.

Fredi Hallauer

EVELINN TROUBLE

Album: „Longing Forever“ (Mouthwatering Records)

Dies ist das fünfte Album der Zürcher Singer/Songwriterin und Produzentin. Der Sound auf diesem Album ist etwas dunkel, so wie ein kalter, trüber Winter. Die Stimme von Evelinn Trouble ist warm, klar und cool. Evelinn Trouble macht sehr ruhige Musik, die Klänge sind einerseits akustisch und andererseits elektronisch, aber so gemischt, dass sie kaum voneinander zu unterscheiden sind. Musikalisch ist es ganz klar Pop der intelligenten Art. In den Texten erzählt sie aus ihrem Seelenleben, Sehnsüchten und Enttäuschungen plus Einigem mehr. Ein Album das man ruhig entdecken darf.

Fredi Hallauer

THE LEGENDARY LIGHTNESS

Album: „Bis doch froh“ (Sailing For Peace Records/Irascible)

Die Band kommt aus Zürich und hat bereits mehrere Alben veröffentlicht, bisher alle englisch gesungen. Nun hat der Texter und Sänger die Sprache auf Dialekt umgestellt, da er so seine Beobachtungen besser ausdrücken kann. Genau das tut er auch. „I dä Gsichter vo dä Lüt“ beschreibt er die Menschen in der Stadt Zürich, mit aufgespritzten Lippen und Handys und einigem mehr. Er beschreibt das so treffend, dass man sich die Szenen direkt vorstellen kann. Aber auch in den anderen Liedern trifft er es genau, sei es die Ängste an einem Familientreffen oder was er auch immer besingt. Die Band macht die Musik tanzbar ohne viel Lärm, aber mit einem lockeren Beat und prägnanter Gitarre. The Legendary Lightness haben das Mundafrtlied auf eine neue Ebene gebracht und sie sind stilmässig sehr eigenständig. Gefällt sehr gut.

Fredi Hallauer

SAM HIMSELF

Album: „Power Ballads“ (Taxi Gauche Records)

Der Basler mit der Wahlheimat New York hat in Basel begonnen dieses Album aufzunehmen und es in New York fertiggestellt. Der selbsternannte „Fondue Bariton“, beeindruckt mit seiner Stimme. Er schafft es auch höhere Lagen zu meistern. Das Album ist einfach, ja fast spartanisch instrumentiert mit Synthesizer, etwas Drums und ein paar wenige Instrumente. Sie unterstützen den Gesang von Sam Himself, geben aber seiner Stimme den ganzen Klangraum, dekcen nichts zu und verdrängen ihn auch nicht. Es ist eine super Produktion. Sam Himself setzt sich in seinen Songs mit den Quellen und Auswirkungen von Macht auseinander. Wunderschönes schlichts Album.

Fredi Hallauer

LAPCAT

Album: „Till We Meet Again“ (Mouthwatering Records)

Lapcat sind bei ihrem vierten Studio Album angelangt. Sie spielen den gepflegten Pop mit Elementen aus allen möglichen Musikstilen. Das Songwriting ist sicher ein wichtiger Teil, aber die Musik unterstützt dann die gesungenen Bilder tatkräftig. Mal ist es ein holpriger Beat und auch die anderen Instrumenten streuen Sand ins Getriebe. Dort ist es dann plötzlich Artrock oder auch etwas TripHop. Inhaltlich geht es ums Abschied nehmen, für immer oder eben „Till We Meet Again“. Hoffnungsvolle Musik ohne irgendwo überschwenglich zu sein. Die zärtliche Frauenstimme klingt klar und deutlich und streichelt einem die Trommelfelle. Lapcat haben wirklich etwas von einer Katze, sie sind unberechenbar, aber lieb, kuschelig aber auch ein bisschen kratzig wenn man nicht aufpasst und sie halten einem beim Zuhören auf Trab.

Fredi Hallauer

LEA LU

Album: „I Call You“ (LL Records/Irascible)

Wenn die Zürcherin Lea Lu ruft, so kommen sie alle.So hat man das Gefühl, denn sie hat ganz tolle Musiker zusammengebracht und ein paar Featuring Gäste mit denen sie zusammen dieses Album aufgenommen hat. Es ist ein askustisches Album, vielseitig bewegt, popig und getragen von der warmen Stimme von Lea Lu. Inhaltlich geht es um Einsamkeit mit der Hoffnung daraus auszubrechen, aber auch um Begegnungen, Sehnsüchten und vielem mehr was (junge) Menschen bewegt. Die Themen sind sehr schön musikalisch umgesetzt. Bei der Einsamkeit beginnt eine einsame akustische Gitarre um sich dann später den Platz mit anderen Instrumenten zu teilen. Das Klangbild ist grossartig durch den Einsatz von den verschiedensten Instrumenten, auch Bläser, und dies nicht einfach für Riffs, sondern für ergänzende Klänge. Lea Lu und ihren Musiker*innen ist ein cleveres Popalbum gelungen.

Fredi Hallauer

CARROUSEL

Live: im Bierhübeli am 23. September 2021

Bild Fredi Hallauer

Das Carrousel drehte sich auch live. Das Duo und ihre beiden Musiker am Schlagzeug und am Keyboard/Saxophon begeisterten jung und alt. Alles war neu, sogar der Keyboarder und das Lichtdesign und das Bühnenbild. Alles war grossartig und gut inszeniert. Sophie Burande, sang, tanzte, spielte Glockenspiel, ein übergrosses Metalofon, Akkordeon, Melodica und Perkussion. Leonard Gogniat sang, spielte Gitarren und Perkussion. Er sprach deutsch und sie meist französisch mit ein paar deutschen Worten oder sogar Mundartausdrücken, „c’est pas un Seich“. Sympathisch war einfach alles an diesem Abend und grossartig auch. Beste Musik, gute Unterhaltung, viel Lebensfreude, so ein Abend tut einfach gut.

Bild Fredi Hallauer

Fredi

Album: „Cinq“ (Phonag)

Das Welschschweizer Duo veröffentlicht bereits ihr 5. Album, wie es der Albumtitel „Cinq“ schlichtwegs verrät. Es ist eine Freude den beiden zuzuhören. Ihr Gesang, oft singen Frau und Mann im Wechsel oder zusammen mit schönen Harmonien, warmen Stimmen, welche sich in die Gehörgänge schmeicheln. Die beiden singen alles französich zu lockerer Musik auf Gitarre, Elektronik, Glockenspiel, Bass und Schlagzeug (Bass und Schlagzeug übernehmen zwei zusätzliche Musiker). Der Rhythmus ist bewegt und die Musik dreht sich fröhlich wie ein Karussell. Ihr Texte sind Alltagsbeobachtungen der Menschen rund um uns. Alles ist tanzbar, fröhlich und mit viel französischem Charme und auch einigem Augenzwinkern gesungen. Herrliche Popmusik,

Fredi Hallauer

ODD BEHOLDER

Album: „Sunny Bay“ (Sinnbus Records/Irascible)

Odd Beholder, das ist die Musikerin aus Baden, Daniela Weinmann und weitere Musiker. Daniela Weinmann hatte aber die komplette Kontrolle übernommen und alles musste genau so klingen wie sie es wollte. Nach zwei Ep’s und einem Album ist es das zweite Album. Ging es bisher vorwiegend um Digitalisierung geht es jetzt um Natur, Romantik die mit Natur verbunden sind, Eskapismus und Entfremdung. Musikalisch bewegt sich Odd Beholder zwischen Pop, Elektropop und Singer/Songwriter. Ihre Stimme ist mal warm und kräftig, dann wieder hoch, dünn und zerbrechlich. Die Songs sind im Midtempo gehalten und haben durchwegs tanzbare Beats.

Fredi Hallauer