PHENOMDEN

Album: „Streunendi Hünd“ (One Ton/Irascible)

Phenomden liess uns lange auf ein neues Album warten. Er lebte sechs Jahre in Kingston/Jamaika und nun ist er zurück in der Schweiz mit einem Albumund einer Tour. Phnomden ist vielseitiger geworden. Er entdeckte den Soul und lässt nicht nur den modernen Reggae und den Roots Reggae erklingen, nein es ist auch viel grooviger Soul zu hören. Alle zehn Songs sind Mundart und handeln von den verschiedensten Lebensgefühlen, Liebe, Selbstzweifel, Nicht zur Ruhe kommen. Aber auch von einem Ride durch Kingston oder eine Zusammenfassung von den verschiedensten Johnny Songs mit schönen verzerrten Gitarren machen sich sehr gut. Die Feuerzeughymne „Ich gseh di“ setzt dem Album noch die Krone auf. Aber eigentlich ist jedes Lied eine Perle, eine interessante Geschichte oder fährt mit Groove in die Beine. Trotz der Vielseitigkeit kommt das Album aus einem Guss daher.

Fredi Hallauer

IRINA MOSSI

Album: „Royality“ (Echo Kollektiv)

Irina Mossi hatr kongolsesiche Wurzeln und kommt von Biel. Sie ist spätestens mit diesem Album eine Soul Grösse in der Schweiz, was schreibe ich, sie kann durchaus international mit den ganz Grossen mithalten. Sie vermischt Stile und Musik aus der ganzen Welt miteinander und singt dazu mit einer herrlichen Intensität und einer angenehmen Stimme. Die Musik ist tanzbar, soulig, mal auch funkig oder sogar Reggae kommt vor. auf dem Album sind einige Gäste zu hören, nämlich, Cali P., Burni Aman, Jones und Caroline Nu. Dieser Sound ist prickelnd, mitreissend und Balsam für das Ohr und die Seele. Irina Mossi ist für mich eine Entdeckung.

Fredi Hallauer

RITA ROOF

Album: „Stimm i mir“ (Universal Music)

Rita Roof mit ihrer samtenen Altstimme arbeitete bisher im Hintergrund, im Backing, von verschiedenen KünstlerInnen wie Phenomden, Dodo, Steff La Cheffe und einigen mehr. Nun tritt sie in den Vordergrund mit ihrem ersten Album. Sie singt vor allem Mundart, in einem Lied dazwischen spanisch und zweimal englisch. Ihre Lyrik sind sehr ansprechend. Sie erzählt aus ihrem Leben als alleinerziehende Mutter, aber auch wie es ist als Frau in der Männer dominierten Musiklandschaft. Die Texte sind sehr ausgereift, klar und nicht nur akustisch gut verständlich. Produziert haben Dodo und Big-J. Das ist dem Sound gut anzumerken. Obwohl die Inhalte der Lieder nicht leicht sind, federt die Musik und der Minister Of Good Vibes hat einen tollen Sound hingezaubert. Stilmässig ist es Reggae, Soul und Pop. Sehr speziell ist, dass da keiner der Stile ausgeprägt pur daher kommt, sondern dass Rita Roof ihren eigenständigen Sound und Mix der Stile hat. Rita Roof ist nicht nur eine begnadete Sängerin, sondern eine sehr gute Songwriterin.

Fredi Hallauer

MEIRA LOOM

Interview:

Fredi Hallauer sprach über Skype mit Meira Loom

Album: „Letting Go“ (Groove Factory)

Die Berner Singer/Songwriterin mit asiatischen Wurzeln zeigt auf ihrem Debütalbum die Vielseitigkeit ihrer Stimme und noch viel mehr. Aber beginnen wir bei ein paar genaueren Beschreibungen. Meira Loom erzählt in ihren jazzig, souligen, selbstgeschriebenen Songs (eine Ausnahme) vom Aufbruch, der Schönheit des Wassers aber auch von dessen Tiefe, von Selbstwert und einigem mehr. Da sie das meiste mit ihren Instrumenten in ihrem Studio aufgenommen hat ist nichts überinstrumentiert und ihre Stimme kommt mit allen Facetten zur Geltung. Sie spielt Piano. Keyboard und Perkussion und da und dort kommt ein Cello dazu. Manchmal vervielfacht sie ihre Stimme und bildet einen verspielten Chor, so beim ersten Song. „Nice To Meet You Again“ bringt viel Wärme dank der warmen Facette von Meira Looms Stimme. Bei „There Is Enough“ betet sie eine Art Mantra mit Pianobegleitung mit über zwei Minuten „There is enough for everyone – including myself“. Das verlangt etwas Durchhaltewillen für die HörerInnen. Bei einem anderen Song flippt sie jazzig aus und fordert ihrer Stimme alles ab was nur geht. Wiederum mantraähnlich tönt es auch bei „I Have Always Been“, dort mit mehr Musik unterstützt und der Text variert. Das sind Momente wo man sich fragt, wie passt das in den Rest der Songs dieses Albums. Beim Schlusslied „Aare 5 a.m.“ gibt es sechs Minuten Aarerauschen und nachher kommt dafür ein wunderschöner Hidden Track „Long Distance Call“. Dieses Album ist sehr vielseitig, ja vielleicht da und dort mit einer Seite zuviel.

Fredi Hallauer