PHILIPP FANKHAUSER

Album: „Let Life Flow“ (Sony Music)

Ja Philipp Fankhauser macht es uns nicht einfach mit seiner Musik. Zum einen ist es gewohnt, schöner, solider, melodiöser und souliger Blues wie wir ihn von ihm kennen. Alles auf hohem Niveau gespielt und gesungen. Es sind Kompositionen darunter bei welchen er mitbeteiligt war, dann eine von Johnny Copeland und ein paar Klassiker. Als Musiker fungiert seine erfahrene Band plus Studiocracks aus den USA, welche auch bei früheren Alben schon dabei waren. Das alles rechtfertigt sicher den Kauf dieses Albums, da es purer Genuss ist. Nun singt da der Philipp Fankhauser plötzlich italienisch, ein Lied von Lucio Dalla. ja es ist eine eigene Interpretation, aber trotzdem fällt sie aus dem Rahmen des Albums, wirkt wie ein Fremdkörper. Wenn dieses Canzoni am Schluss gekommen wäre, ok. Darauf folgt „Chasch mers gloube“ von Hanery Amman. Da tönt die Interpretation nicht so weit vom Original entfernt und die Frage stellt sich, musste dieses Lied auf das Album, es gehört eher auf ein Tribute Album. Nach diesen beiden Fremdkörpern folgen wieder Songs und Blues wie wir sie von Philipp Fankhauser gewohnt sind. Also bitte richtig verstehen, dies ist ein schönes und gutes Album von Philipp Fankhauser mit Überraschungseffekt.

Fredi Hallauer

MAËL

Album: „Homeland“ (Mondstein Records/CeDe.ch)

Maël ist eine begnadete Schweizer Sängerin und Songwriterin. Für diese Produktion hat sie sich ein paar Cracks aus der Schweizer Musikszene geangelt, allen voran Marco Figini (Gitarren), Max Lässer (Akustische Hawai Gitarre) dann verschiedene Schlagzeuger, Lesley Bogaert (Backing Vocals) und Andi Pupato (Perkussion). Entstanden sind soulige und rockige Songs, die herrlich luftig daherkommen und von Maëls Stimme beseelt werden. Die Songs bringen Sonenschein in die Herzen und Seelen und stehen auf der positiven Seite des Lebens. Hier gibt es handgemachte Musik zu hören und die hat Seele. Unbedingt reinhören.

Fredi Hallauer

LAKNA

EP: „Patchwork“ (Irascible)

Bei der Musik der jungen Fribourger Musikerin fällt einem als Erstes die Stimme auf. Der erste Song ist sozusagen Acappella. Bei den weiteren Songs kommen Beats und Musik dazu. Dieser Soul wandelt sich dann in Richtung R’n’B, manchmal sogar Rap. Sie singt in den fünf Songs englisch und französisch. Inhaltlich geht es um Frauen aus den verschiedensten Perspektiven. Also aufgepasst und den Radar nach Fribourg ausrichten und die Ohren für diese junge und talentierte Sängerin offen halten.

Fredi Hallauer

PATRIC SCOTT

Album: „Spirit“ (Cloud26)

Patric Scott überzeugt ein weiteres Mal. Seine Musik gehört in den Bereich Soul und Funk der popigen Art. Mit sehr guten Musikern singt er 14 Lieder, immer schön treibend. Gute Beats der Band geben den richtigen Groove und Backgroundgesang lassen seine Stimme nicht im Nichts schweben, sondern es ist wie wenn seine Stimme projiziert wird. Bei „All Around The Globe“ singt er zusammen mit den Naturally 7, der Acapella Gruppe schlechthin. Sonst gibt es nicht viel zu schreiben, sondern Album starten und in diese tolle Musik abtauchen und/oder dazu grooven. Ein sehr tolles Album.

Fredi Hallauer

NICOLE BERNEGGER

Album: „Alien Pearl“ (Fontastix)

Nicole Bernegger ist zurück oder immer noch da und das im Moment sehr präsent. Nicht nur dass sie ein neues Album hat, nein wenn man ihre Songs hört, gibt es Gänsehaut. Die Soulstimme kommt bei diesen Aufnahmen, welche mit Vintage Instrumenten gemacht wurden sehr gut zur Geltung. Die Songs sind meistens Midtempo, da und dort mal schneller oder langsamer. Endlich passen die Musik und die Stimme zusammen und vor allem auch Stilgerecht. man kann nicht viel dazu schreiben sondern einfach anhören, tanzen und sich freuen.

Fredi Hallauer

BRAINCHILD

EP: „Sweet Sadness“ (Radicalis)

Das Basler Trio startet unter dem Bandnamen Brainchild mit einer wunderschönen Debut-EP. Die Songs zwischen Pop, Soul und Indie kommen wirklich süss-melancholisch daher. So wunderschön melancholisch um es richtig zu geniessen. Das Songwriting ist sehr gut und die einzelnen Songs haben Wiedererkennungswert. Die Musik basiert auf Piano oder Gitarre, tönt sehr melodisch und bewegt und geht direkt vom Ohr ins Herz. Brainchild zeigen, dass man tolle Musik machen kann ohne Elektronik. Dies ist eine wunderschöne EP um sich auf das Sofa zu setzen, ein Glas Wein zu trinken und den Hochnebel draussen noch schön zu finden.

Fredi Hallauer

ANDRA BORLO

Live: Konzert im Kulturhof Köniz am 9. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer


Andra Borlo präsentierte ihr neues Album, das erste nach 10 Jahren. Sie tat dies mit einer illustren Band. Der Gitarrist und Sänger Carlos Ramirez und der Schlagzeuger und Gitarrist Pablo Lacolla kommen aus Argentinien, der Keyborder Beni Mosele aus Luzern und die Geigerin und Backing Sängerin Annina (Nachname nicht verstanden) ebenfalls aus der Schweiz. Das Konzert zeigte das Universum von Andra Borlo und ihrer Band, mit den Songs des neuen Albums und vielen älteren Stücken oder Coverversionen. Die Reise führte durch Lateinamerika und Nordamerika, mindestens vom Stil her. Es war ein grossartiges subtiles Konzert und die MusikerIn liessen Andra Borlos grosse Stimme gut zur Geltung kommen. Es war ein wunderbarer Abend mit warmer Musik gegen die Winterkälte und Nässe.

Bild Fredi Hallauer
Fredi Hallauer

Album: „Universo“ (iGroove)

Andra Borlo veröffentlicht ihr drittes Soloalbum nach einer längeren Pause. Ihre leicht rauchige Altstimme ist eine Wucht und kommt bei den Soulnummern sehr gut zur Geltung. Es gibt auf diesem Album einige Soulsongs im Stile des alten Souls. Hervorgerufen werden die alten Reminisenzen durch da Orgelspiel der 60iger und 70iger Jahre. Ein anderer Einfluss dieses Album ist die argentinische Musik. wer jetzt an Tango denkt, ja es hat da und dort kleine Einflüsse, aber es sind Poprock oder Folk welche dominieren. Andra Borlo’s Gesang passt auch zu den spanisch gesungenen Liedern und die Stimme bekommt einen ganz anderen Charakter. Sie singt hier wie die ganz grossen aus Argentinien, allen voran erinnern ein Teil der spanischen Lieder an Mercedes Sosa. Beim ganzen Album wirken hervorragende MusikerInnen aus Argentinien, der Schweiz und Deutschland mit. Dieses Album gehört auch zu den sehr schönen und guten in diesem jungen Jahr und es scheint dass 2019 ein sehr guter Jahrgang in Sachen Musik aus der Schweiz wird.

Fredi Hallauer