MEIRA LOOM

Album: „Letting Go“ (Groove Factory)

Die Berner Singer/Songwriterin mit asiatischen Wurzeln zeigt auf ihrem Debütalbum die Vielseitigkeit ihrer Stimme und noch viel mehr. Aber beginnen wir bei ein paar genaueren Beschreibungen. Meira Loom erzählt in ihren jazzig, souligen, selbstgeschriebenen Songs (eine Ausnahme) vom Aufbruch, der Schönheit des Wassers aber auch von dessen Tiefe, von Selbstwert und einigem mehr. Da sie das meiste mit ihren Instrumenten in ihrem Studio aufgenommen hat ist nichts überinstrumentiert und ihre Stimme kommt mit allen Facetten zur Geltung. Sie spielt Piano. Keyboard und Perkussion und da und dort kommt ein Cello dazu. Manchmal vervielfacht sie ihre Stimme und bildet einen verspielten Chor, so beim ersten Song. „Nice To Meet You Again“ bringt viel Wärme dank der warmen Facette von Meira Looms Stimme. Bei „There Is Enough“ betet sie eine Art Mantra mit Pianobegleitung mit über zwei Minuten „There is enough for everyone – including myself“. Das verlangt etwas Durchhaltewillen für die HörerInnen. Bei einem anderen Song flippt sie jazzig aus und fordert ihrer Stimme alles ab was nur geht. Wiederum mantraähnlich tönt es auch bei „I Have Always Been“, dort mit mehr Musik unterstützt und der Text variert. Das sind Momente wo man sich fragt, wie passt das in den Rest der Songs dieses Albums. Beim Schlusslied „Aare 5 a.m.“ gibt es sechs Minuten Aarerauschen und nachher kommt dafür ein wunderschöner Hidden Track „Long Distance Call“. Dieses Album ist sehr vielseitig, ja vielleicht da und dort mit einer Seite zuviel.

Fredi Hallauer

CHRISTOPHER GEORGE & THE SAPIDITY AGENTS

Album: „With A Pinch Of Salt“ (www.christophergeorge.ch)

Der Pianist und Sänger aus dem Raum Zürich hat eine tolle Band um sich gescharrt und die lassen es so herrlich grooven. Neben Piano, Bass, Gitarre, und Schlagzeug gehört auch noch die Perkussion und eine Bläsersektion dazu. christopher George singt alltagsgeschichten auf Englisch und Mundart. Die schnelleren groovigen Nummern überzeugen mehr, als die balladenhaften, welche doch auf die Dauer etwas gleichförmig wirken. An den Instrumenten sticht vor allem die Rhythmussektion und der Gitarrist hervor. Natürlich auch die Horns, dort wo sie blasen. Die Stimme von Christopher George ist etwas dünn. Ein Album das vielleicht eher zur Erinnerung nach einem Konzert dient.

Fredi Hallauer

LARISSA BAUMANN

Album: „Gotta Break Free“ (CeDe.ch)

Larissa Baumann hatte schon viele Auftritte an Gala Anlässen. Nun endlich erscheint ihr erstes Album. Die Soul- und Jazzsängerin lässt es dann auch richtig zur Sache gehen, ganz gemäss dem Albumtitel. Eine fantastische Band steht hinter ihr und dazu noch eine Hornsektion. Ihre Stimme ist phänomenal, mal wild und laut und dann wieder gemässigter. Schreien tut sie nicht, sie singt immer, aber leise ist sie ebenfalls nie. Das Album wurde toll produziert, der Sound ist packend und das Songwriting der sechs Eigenkompositionen und zwei Fremdkompositionen gut, die Songs haben Wiedererkennungs Wert. Larissa Baumann macht keine Experimente, sie spielt klassischen Soul mit einer Prise Jazz und einem Funken Pop. Ein Album mit viel grosser Musik.

Fredi Hallauer

PHILIPP FANKHAUSER

Album: „Let Life Flow“ (Sony Music)

Ja Philipp Fankhauser macht es uns nicht einfach mit seiner Musik. Zum einen ist es gewohnt, schöner, solider, melodiöser und souliger Blues wie wir ihn von ihm kennen. Alles auf hohem Niveau gespielt und gesungen. Es sind Kompositionen darunter bei welchen er mitbeteiligt war, dann eine von Johnny Copeland und ein paar Klassiker. Als Musiker fungiert seine erfahrene Band plus Studiocracks aus den USA, welche auch bei früheren Alben schon dabei waren. Das alles rechtfertigt sicher den Kauf dieses Albums, da es purer Genuss ist. Nun singt da der Philipp Fankhauser plötzlich italienisch, ein Lied von Lucio Dalla. ja es ist eine eigene Interpretation, aber trotzdem fällt sie aus dem Rahmen des Albums, wirkt wie ein Fremdkörper. Wenn dieses Canzoni am Schluss gekommen wäre, ok. Darauf folgt „Chasch mers gloube“ von Hanery Amman. Da tönt die Interpretation nicht so weit vom Original entfernt und die Frage stellt sich, musste dieses Lied auf das Album, es gehört eher auf ein Tribute Album. Nach diesen beiden Fremdkörpern folgen wieder Songs und Blues wie wir sie von Philipp Fankhauser gewohnt sind. Also bitte richtig verstehen, dies ist ein schönes und gutes Album von Philipp Fankhauser mit Überraschungseffekt.

Fredi Hallauer