ERIKA STUCKY

Album: „Papito“ (Traumton Records)

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Erika Stucky widmet dieses Album ihrem Vater, der zu Lebzeiten Metzger war. Sie führt hier wiederum Musik Zusammen, welche sonst nicht zusammen kommt, dafür beinelt sie bekannte Songs aus. Mit dabei sind ein Violoncello, zwei Violinen, Kontrabass, Viola, Cembalo und Orgel, Theorbe und Gitarre sowie Electronics. Neben ihren Songs sind Lieder von Cole Porter, Randy Newman, Youmans (Tea For Two), Lucio Dalla, den Beatles, Billy Holiday und Stephen Sondheim zu hören. Erika Stucky übernimmt im Gesang das Grundgerüst der Melodie, verändert die Bauweise und die Musik unterlegt und verziert auf minimale Art, das Ganze. Auch die Art wie Erika Stucky singt ist vielseitig. Bei dieser Musik wird einem nicht langweilig, denn es gibt immer wieder etwas zu entdecken und obwohl es sehr unkonventionelle Musik ist, schmiegt sie sich gut in die Gehörgänge.

Fredi Hallauer

JOE HAIDER JAZZ ORCHESTRA & THE SPARKLETTES

Live: CD-Taufe „Back To The Roots“ im Be-Jazz Club am 11. Januar 2018

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Joe Haider wurde vor wenigen Tagen 82 jährig und taufte an diesem Abend seine neue CD. Alle Musiker und die vier Frauen von The Sparklettes zeigten sich in bester Form. Joe Haider präsentierte die Stücke und die SolistInnen mit Charme und Witz. Das Repertoire umfasste ein sehr breites Spektrum des Jazz, von Blues, verschobenem Blues zu Charlie Parker bis zu neueren Formen des Jazz. Alle Musiker bekamen viel Platz für Soli, der Chef selber war sehr zurückhaltend, brillierte natürlich bei seinen wenigen Soli mit berauschendem ruhigen Spiel. Die Sparklettes durften ihre Stimmen bei jedem Stück einsetzen und jede Frau hatte sicher einen Lead im Laufe des Abends. Gut die Hälfte der Stücke stammten aus der Feder von Joe Haider und waren melodiös gehalten mit feinen Zwischentönen gespickt. ein Kernstück im zweiten Teil war das „Looking At The Moon“ das er im Gedenken an seine Tochter schrieb, mit der er als letztes noch die Mondlandung schaute. Dieser Abend war ein wunderbarer Event der Jazzmusik.

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Fredi Hallauer

AUL

Album: „UTO“ (Red Brick Chapel)

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Die Band besteht aus drei MusikerInnen welche sich vor längerer Zeit an der Luzerner Jazzschule kennenlernten und längere Zeit wegen anderen Projekten auf Eis gelegen hatte. Roland Wäspe an der Gitarre, Martina Berther am Bass und Mario Hänni am Schlagzeug spielen ihren eigenen Sound. Die Musik ist spannend und treibend, die eingeflochtene Elektronik hat ihren speziellen Reiz. Sicher ist, dass es repetitive Musik ist, nichts mit dem landläufigen Begriff Jazz am Hut hat, aber trotz Repetitiven nicht esoterisch wirkt. Die Drei gehen zur Sache und reizen ihre Instrumente aus. Musik die bei jedem Anhören besser wird.

Fredi Hallauer

SWISS JAZZ ORCHESTRA feat. BRANDY BUTLER

LIVE: Gala Abend Ella Fitzgerald im Bierhübeli am 18. Dezember 2017

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Im Jahre 2017 wäre Ella Fitzgerald 100jährig geworden. Beim letzten Konzert des Jahres ist es dem Swiss Jazz Orchestra noch gelungen ein Konzert ihr zu Ehren zu spielen. als Sängerin wählten sie Brandy Butler, welche nicht nur eine tolle Fitzgerald Interpretin ist, sondern ein grosser Fan von ihr. Aber zuerst spielte sich die Band warm und brachte das Publikum in die richtige Stimmung mit ein paar Nummern von Count Basie, da Ella Fitzgerald sehr viel mit ihm aufgenommen hat. Dann betrat Brandy Butler die Bühne und sang sich wunderbar durch die grossen Klassiker von Ella Fitzgerald. Im zweiten Teil sogar auch nur mit dem Pianisten zusammen. Dazwischen erzählte der Bandleader immer wieder Anekdoten und Geschichten aus dem Leben der grossen Jazzsängerin. Das Swiss Jazz Orchestra spielte gekonnt wie immer und brachte den Sound der 30iger und 40iger Jahre sehr gut hinüber. Brandy Butler sang wunder- und gefühlvoll die Songs welche alle sehr gut kennen und mögen. Es war ein unaufgeregter schöner Jazzabend.

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Fredi Hallauer

SWISS JAZZ ORCHESTRA feat. MICHAEL ZISMANN

LIVE: Tribute Night Astor Piazzolla im Bierhübeli am 4.Dezember 2017

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Einen Abend nur Astor Piazzolla und das von einem Jazz Orchestra gespielt, ein Ohrenschmaus. Teils spielte das Orchestra ohne Bandoneon und als volles Orchester, dann wieder das orchestra aber fast nur mit Solisten, Orchestra mit Michael Zisman kräftig oder Michael Zismann fast als Tango Orchester mit Piano, Bass, Schlagzeug zumindest über weite Strecken eines Stücks. So gab es in den zwei Stunden Musik grosse Abwechslung. Der Klangkörper Swiss Jazz Orchestra überzeugte, die Arrangements waren bereits bestehende und gaben keinen Anlass etwas daran zu kritisieren, Michael Zisman kam mit dem Swiss Jazz Orchestra zurecht. Ein kleines Haar im Sound habe ich gefunden, wenn das Orchestra volles Rohr spielte und das Bandoneon dazu, hörte man das Bandoneon nicht mehr, aber das war nur bei Schlussakkorden der Fall. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

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Fredi Hallauer

KLAPPARAT

Album: „Tilting Axis“ (Unit Records)

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Klapparat das sind fünf Saxophonisten und ein Schlagzeuger. Klar sie spielen ausgereiften Jazz. Sie spielen den Jazz auf ihre eigene Art, was sich ja schon durch die Zusammensetzung der Instrumente ergibt. Häufig wird das Thema immer wieder gespielt mit einem anderen Saxophon als Lead, sie kommen auch mitten im Stück auf das Thema zurück. Die Kompositionen sind mit zwei Ausnahmen von den Bandmitgliedern selber. Die Stücke haben eine  Länge um die vier Minuten im Durchschnitt, man muss sich also nicht durch ellenlange Eskapaden leiden. Durch die Vielseitigkeit ist dies vielleicht auch ein Jazzalbum für Leute die sonst nicht unbedingt Jazz hören. Aber es ist ein Jazzalbum mit den typischen Soli und deren harmonische Begleitung, auch rhytmisch wird experimentiert. Melodie und Rhythmus fallen plötzlich auseinander um sich wieder zu finden. Ein starkes Album mit aktuellem Jazz.

Fredi Hallauer

TRAKTORKESTAR

Live: Kulturhof Köniz am 21.Oktober 2017

Traktorkestar lud zu einem Galakonzert ein. Eine Überraschung war angesagt. Mehr wusste niemand. Aber beginnen wir den Abend von vorne. Traktorkestar bot einen sicheren, musikalisch hochstehenden Auftritt. Die Harmonien werden immer ausgeklügelter und es war faszinierend den einzelnen Registern zu zuhören. Aber ebenso wie die Bläser brillierten die drei Schlagwerker. immer wieder trommelten sie Soli, Breaks und Intros, und verblüfften mit ihrer Präzision, Rhythmuswechseln und Fantasie. Das Repertoire umfasste Stücke aus dem ganzen Schaffen der Band, von dem letzten Album waren sicher mehr Stücke darunter.

Nach einer gewissen Zeit kam der erste Gastsänger, nämlich Simon Jäggi von den Kummerbuben und sang neben den titeln der letzten Albums, ein Lied der Kummerbuben und eine berndeutsche Adaption eines Rammstein Liedes.

Noch etwas später kam der grosse Überraschungsgast und es war wirklich eine Überraschung,

Stefan Eicher. Er sang im Kanton Bern noch nie zusammen mit dem Traktorkestar. Stefan Eicher gab sich sehr bescheiden und hatte sichtlich Freude am Gebläse, welches ihn bei zwei seiner französischen Liedern und dem Lied „Hemmige“ unterstützte. nach weiterer Musik des Traktorkestars pur kam ganz zum Schluss nocheinmal Stefan Eicher und sang zusammen mit dem Traktorkestar „Simmelibärg“, das Lied haben alle schon länger im Repertoire. Ein grossartiges Finale. Traktorkestar und die Gäste spielten ein grandioses Konzert, mit guten Ansagen und noch viel besserer Musik.

Fredi Hallauer