POFFET TRIO feat. Thomas Knuchel & Marc Stucki

Album: „No More Tears“ (Zamp Records)

Das Poffet Trio besteht aus Myria Poffet am Piano und Gesang, Michel Poffett am Kontrabass und David Elias am Schlagzeug. Auf diesem Album sind noch Thomas Knuchel an der Trompete und Marc Stucki am Tenorsaxophon dabei. Das Album beginnt mit wunderschönem Pianospiel. Die 11 Stücke gehen von Jazz Standards bis hin zu Popmusik. Aber keine Angst das ist kein Pop Album, denn die Stücke werden alle im Jazz Modus gespielt. Myria Poffet spielt nicht nur wunderschön Piano sondern sie singt ebenso wundervoll. Dazu kommt das fantasievolle Bassspiel ihres Vaters und das alles umspielende Schlagzeug. Die beiden Bläser ergänzen das Trio bestens und bringen neue Dimensionen in diese Musik. So umfasst das Album ein Repertoire von Abbey Lincoln zu Shirley Horn, Mal Waldron, Dzke Ellington, George Gershwin, Rodgers/Hart zu Britney Spears und Double. „Toxic* von Britney Spears geht am weitesten vom distinguirten American Songbook Jazz weg, und da können die Bläser so richtig die Wilden sein. „The
Capt’n of my heart“ passt sich sehr schön in das Programm ein und wer das Stück nicht kennt, könnte meinen es sei American Songbook, dabei isgt es ein grosser Schweizer Pop Hit. Die Musik auf dem Album ist ziemlich ausgeglichen und gegenüber dem Livekonzert auch gemässigter. Das ist klar, denn es steht nicht soviel Zeit zur Verfügung um lange Soli und Freejazz Eskapaden zu machen. Ein sehr schönes Jazzalbum.

Fredi Hallauer

KATE BIRCH

Album: „The Fool“ (Red Brick Chapel)

Hinter dem Künstlernamen Kate Birch verbirgt sich Laura Schuler. Laura Schuler ist ausgebildete Jazzgeigerin und spielte international in verschiedensten Formationen und Projekten. Nun hat sie genug davon und wechselte zum Pop und tritt als Kate Birch auf. Die Geige und Elektronik ist neben Drums die musikalische Unterstützung ihrer Texte. Die Songs erzählen allesamt von Begegnungen mit Menschen aller Art und Alter, was sehr spannend ist. Musikalisch ist dies Album etwas schwierig. Wenn man die Musik als Indie-Pop anhört entsprechen nur ein Teil der Songs dem Stil. Als Jazz passt doch viel mehr, vor allem als zeitgenössischer offener Jazz. Wenn man diese Klänge mit den guten Texten ohne Genre Vorgabe geniesst, hat man am Meisten davon und da ist das Album eine wirkliche Perle.

Fredi Hallauer

AVIELLE

Album: „Oread“

Avielle lebt in der Schweiz und hat arabisch – jüdische Wurzeln. Sie lebte schon fast überall auf der Welt und ist vielleicht die typische Weltenbürgerin. Sie ist aber auch Singer/Songwriterin mit Gitarre und zelbriert einen Stil zwischen Folk, Jazz und Americana. Avielle ist inspiriert von der Musik der späten 60iger Jahre, als Musik noch ein Teil von Pazifismus und sozialer Revolution war. Die Songs hat sie in den Schweizer Alpen geschrieben und der Albumtitel weist darauf hin, denn Oreaden sind in der griechischen mythologie, Bergnymphen. Sie erzählt in ihren Songs viel von der natur, den Bergen, Pflanzen und Tieren, vom Wind und Wetter und macht dies als Sinnbild für die Menschheit und die Gesellschaft. Avielle singt mit einer warmen Alt-Stimme und lässt es einem sehr angenehm werden, wenn man ihr zuhört. Ein aussergewöhnliches Album.

Fredi Hallauer

KLAPPARAT

Album: „Orbit“ (klapparat.ch)

Dies ist das dritte Album des Jazz Saxophonensembles. Auf dem Album ist die Besetzung unterschiedlich zur Albumtaufe. Es sind n och fünf Saxophonist*innen und ein Schlagzeuger, mit dabei ist noch Erwin Brünisholz am Baritonsaxophon. Charlotte Lang spielt das Soprano und Alto Saxophon, die anderen Musiker spielen die Saxophone, welche sie auch live spielen. Durch die fünf Saxophone ist das Gewebe etwas dichter, es schlängelt sich ein Musikfaden mehr durch und es gibt etwas mehr um genau hinzuhören. Die Stücke sind die gleichen, welche auch live gespielt wurden. Also es sind tolle Tongemälde, bei denen man sich zurücklehnen kann und sein Kopfkino oder die Kopfgallerie einschalten kann. Alles sind Eigenkompositionen von Matthias Wenger, Ivo Prato und eine vom Schlagzeuger Philipp Leibundgut. Es gibt eingängigere Stücke und auch ein paarmal schwierigere Kost, aber bei jedem Anhören sinkt man mehr in diese tollen Klangwelten ein. Für eine Stunde intensives Musikhören ist mit diesem Album gesorgt, ein schöner Jahresbeginn.

Fredi Hallauer

Live: Albumtaufe „Orbit“ im Be Jazz Club am 7. Januar 2022

Bild Fredi Hallauer

Klapparat das ehemalige Saxophone Quintett ist nun ein Saxophon Quartett plus wie immer ein Schlagzeuger. Personalwechsel hat es auch noch gegeben, am Schlagzeug ist neu Philipp Leibundgut und am Alto und Bariton Saxophon Charlotte Lang.

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Daniel Zumofen spielte das Sopran und Alto Saxophon, Ivo Prato das Tenor Saxophon und Matthias Wenger das Tubax.

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Musikalisch verstanden sich alle nach wie vor sehr gut und das Zusammenspiel, bzw das gewollte Gegeneinanderspiel mit kniffligen Wechseln überzeugte. Sie starteten mit einem Stück zwischen Marching Band und Südafrika Jazz, die meisten später gespielten Stücke sind stilmässig nicht mehr so genau einzuordnen.

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Sehr eindrucksvoll waren die Bilder und Geschichten, welche sie kurz erzählten und dann musikalisch umsetzten wie Field, Running, Freddie The Sturdy Beast oder Woodcock. Bei anderen Stücken konnte man sich selber Bilder oder Filme im Kopf machen. Viele Stücke bestanden nicht aus einem Solo von den meisten Musiker*innen, sondern ein Saxophonist*in zogen das ganze Stück mit Thema und Improvisationen durch.

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Der Schlagzeuger bekam auch seine Soli, er steuerte auch eine Komposition bei. Überhaupt faszinierte Philipp Leibundgut mit dem Spiel seiner Stöcke. Er machte Musik, eigentliche leise und trotzdem sehr präsent und dynamisch. Es lag auch an der sehr guten Leistung des Tonmischers, dass auch die leisen Töne des Schlagzeugs wahrnehmbar waren. Klapparat zeigte, dass es sie immer noch gibt und dass sie bereit für grosse Taten sind.

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Fredi Hallauer