PFISTERMEN’S FRIENDS feat. SCHMIDI SCHMIDHAUSER

Album: „Es dämmeret“ (iGroove)

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Pfistermen’s Friends sind eine Streetband bestehend aus 10 Bläsern und einem Schlagwerker. Sie trafen sich im Umfeld der Berner Jazzschule und haben die US-Combo Youngblood Brass Band als Vorbild. Mit diesem Vorbild können sie absolut mithalten. Sie grooven, rumpeln, sinnieren, jubilieren und lassen das Tanzbein in Unruhe fallen. Musikalische Einflüsse sind klar der Jazz, aber auch Funk, HipHop und Soul. Mit ins Boot holten sie sich den Sänger Schmidi Schmidhauser von Chica Torpedo, welcher seine Texte zum Besten gibt. Spannend ist, dass der Gsang wirklich in der Musik verschmilzt. Sowohl Schmidi Schmidhauser als auch die Band ziehen ihr Ding durch, gemeinsam. Neben dem Gesang jubiliert ein Instrument oder der Gesang nimmt jazzige Formen an. Dies ist eine Band sowohl zum Tanzen und Zuhören.

Fredi Hallauer

THE PEPPERMINT TEA GROUP

Album: „At The Bazaar“

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Die achtköpfige Band aus Glarus und Zürich versucht sich in einem musikalischem Gemisch, welches nicht genau zu definieren ist. ja manchmal ist es kein Gemisch, sondern es sind zwei verschiedene Sachen, getrennt in einem Song. Der Album Titel ist irreführend, mit Musik vom Bazaar hat es wenig zu tun. Vordergründig und beim ersten Song ist es groovende Musik mit viel Soulelementen und leichtem Jazz. Der zweite Song ist weiterhin sehr groovig, dazu kommt unnötiges Elektrogebrumme und -gefipse und es wird sehr jazzig. Der Jazz ist sehr gut, es ist sogar kräftiger, wirklicher Jazz und er paast nicht zum ersten Song. Es wird dann popig und nachher funkig. Zwischendurch klingt es auch nach einem Unterhaltungsorchester. Irgendwie fehlt dieser Musik die Seele. Ich weiss nicht ob es daran liegt, dass ich Pfefferminz Tee nicht so mag, ich hoffe nicht.

Fredi Hallauer

FREDY STUDER

Album: „Now’s The Time“ (Everest Records/Irascible)

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Fredy Studer der Luzerner Jazzschlagzeuger wird 70 und hat sein erstes Soloalbum aufgenommen. Diese Aufnahmen kommen gänzlich ohne Overdubs und Elektronik aus. Fredy Studer erzeugt alle Töne und Geräusche mit seinen Händen und Füssen. Da wird nicht nur getrommelt und geschlagen, sondern auch leise Töne gibt es zu entdecken. Er bringt Cymbals zum Schwingen, so wie man Gläser zum klingen bringt. Die einzelnen Stücke sind sehr unterschiedlich sowohl in der Art und in der Länge. Die Stücke dauern zwischen einenhalb und zwölf Minuten. Das ist wirkliche Musik die Fredy Studer hier spielt, mal leise, mal lauter, schnelle leise Schlagmuster, Klänge oder dann wieder Schlagzeug wie man es gewohnt ist. Dieses Album ist ein Meisterwerk.

Fredi Hallauer

VERONIKA’S NDIIGO

Album: „Fly“ (Veronika Stalder/Irascible)

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Diese Musik bringt einem irgendwo auf eine Wiese, Sonnenschein und mit vielen Schmetterlingen. Die Band Veronika’s Ndiigo besteht aus Veronika Stalder (Gesang, Gitarre, Geige), Prince Moussa Cossokho (Kora, Gesang), Oli Hartung (Gitarre), Antonio Schiavano (Bass) und Samuel Bauer (Perkussion, Gesang). Da trifft Folk, World und Jazz aufeinander. Die schöne Stimme von Veronika Stalder passt gut zu den Tönen der Kora, auch sonst setzt sie die Stimme häufig als weiteres Instrument ein. Die Musiker spielen einen unverkennbaren Stil mit vielen Verzierungen, Schlenkern und Rhythmuskapriolen und doch ist alles schlicht und nichts überladen. Musik die einem verzaubert.

Fredi Hallauer

FISCHERMANNS ORCHESTRA

 

Album: „Tiefenrausch“ (Unit Records)

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Das elfköpfige Orchester tourt seit vielen Jahren in ganz Europa. Nun sind sie wieder mit einem neuen Album da. Die Musik welche sie spielen ist teils ziemlich eingängig und teils ziemlich sperrig und schwierig. Sie bewegen sich zwischen Jazz, Worldmusik und frei improvisierter Musik. Sieben der Musiker haben Kompositionen dazu beigetragen. Alle Stücke sind Instrumental. Bei den eingängigen Stücken liegt es am Schlagwerk, welches einen groovigen Beat unter die Bläser, das Keyboard und die Gitarre legt. Die sperrigen Stücke sind durch die Bläser verursacht, welche da frei improvisieren mit recht viel Freejazz Attitüden, gequietsche und Saxophonklappen geklapper. Die Musik ist immer spannend und bei mehrmaligem Hören schlüpfen auch die sperrigen Teile in den Gehörgang. Wer Jazz mag, kommt sicher auf die Rechnung, alle anderen hört euch das Fischermanns Orchestra doch mal an, vielleicht macht es sogar süchtig.

Musik hören

Fredi Hallauer

SIMEON HOLZER

Album: „On My Own“ (Blue Martin Records)

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Vom Jazzmusiker und Multiinstrumentalist kommt hier ein schönes Jazzalbum daher. Jazz in verschiedenen Spielarten wird geboten, nichts aufregendes einfach wunderschön zum Geniessen. aber halt, das Album heisst „On My Own“ und so ist es auch. Simeon Holzer hat alle Instrumente selber eingespielt und dann zusammengebaut. Aber da ist kein gebastelt, da musiziert einer mit sich selbst. Das Album tönt wie wenn es wirklich verschiedene Jazzmusiker sind, welche miteinander musizieren und harmonieren. Zu hören sind Klavier, Gitarre, ein bombastisch schöner Bass und Schlagzeug. Neben klassischem Jazz spielt Simeon Holzer auch mit den Rhythmen und so gibt es etwas Latin Jazz dazwischen, Gitarrenjazz etwas moderner kann man ebenfalls hören. Ein album das sich Jazzliebhaber sicher einmal anhören sollten.

Fredi Hallauer

THIS IS PAN

Album: „The Hudson Suite“ (ANUK)

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Das Berner Jazzquartett ist eine Jazzformation, welche sich Platz für ausgedehnte Soli der einzelnen Instrumente gibt. Matthias Kohler (Saxophon, Klarinette), Lukas Thoeni (Trompete, Flügelhorn), André Pousaz (Bass) und Gregor Hilbe (Schlagzeug) lassen die Musik fliessen wie es der Hudson River tut, dem eine kleine Suite gewidmet ist. Die Musik dehnt sich aus und kommt dann wieder zusammen, wie es Flüsse welche nicht begradigt wurden, tun. Von den neun Stücken gehören vier zu der Suite, wenn man das aber nicht auf der Titelliste liest, merkt man es nicht, es könnten auch alle Stücke zur Suite gehören. Bass und Schlagzeug geben einen kräftigen Beat und stampfen so das Fundament zurecht, auf dem die beiden Bläser sich austoben, entwickeln und erproben können. Auf der Info steht Elastik Jazz, das tönt nach etwas speziellerem, was einerseits neugierig andererseits aber auch abschrecken kann, das soll es nicht, den es ist Jazz für alle JazzliebhaberInnen.

Fredi Hallauer