FREDY STUDER

Album: „Now’s The Time“ (Everest Records/Irascible)

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Fredy Studer der Luzerner Jazzschlagzeuger wird 70 und hat sein erstes Soloalbum aufgenommen. Diese Aufnahmen kommen gänzlich ohne Overdubs und Elektronik aus. Fredy Studer erzeugt alle Töne und Geräusche mit seinen Händen und Füssen. Da wird nicht nur getrommelt und geschlagen, sondern auch leise Töne gibt es zu entdecken. Er bringt Cymbals zum Schwingen, so wie man Gläser zum klingen bringt. Die einzelnen Stücke sind sehr unterschiedlich sowohl in der Art und in der Länge. Die Stücke dauern zwischen einenhalb und zwölf Minuten. Das ist wirkliche Musik die Fredy Studer hier spielt, mal leise, mal lauter, schnelle leise Schlagmuster, Klänge oder dann wieder Schlagzeug wie man es gewohnt ist. Dieses Album ist ein Meisterwerk.

Fredi Hallauer

VERONIKA’S NDIIGO

Album: „Fly“ (Veronika Stalder/Irascible)

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Diese Musik bringt einem irgendwo auf eine Wiese, Sonnenschein und mit vielen Schmetterlingen. Die Band Veronika’s Ndiigo besteht aus Veronika Stalder (Gesang, Gitarre, Geige), Prince Moussa Cossokho (Kora, Gesang), Oli Hartung (Gitarre), Antonio Schiavano (Bass) und Samuel Bauer (Perkussion, Gesang). Da trifft Folk, World und Jazz aufeinander. Die schöne Stimme von Veronika Stalder passt gut zu den Tönen der Kora, auch sonst setzt sie die Stimme häufig als weiteres Instrument ein. Die Musiker spielen einen unverkennbaren Stil mit vielen Verzierungen, Schlenkern und Rhythmuskapriolen und doch ist alles schlicht und nichts überladen. Musik die einem verzaubert.

Fredi Hallauer

FISCHERMANNS ORCHESTRA

 

Album: „Tiefenrausch“ (Unit Records)

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Das elfköpfige Orchester tourt seit vielen Jahren in ganz Europa. Nun sind sie wieder mit einem neuen Album da. Die Musik welche sie spielen ist teils ziemlich eingängig und teils ziemlich sperrig und schwierig. Sie bewegen sich zwischen Jazz, Worldmusik und frei improvisierter Musik. Sieben der Musiker haben Kompositionen dazu beigetragen. Alle Stücke sind Instrumental. Bei den eingängigen Stücken liegt es am Schlagwerk, welches einen groovigen Beat unter die Bläser, das Keyboard und die Gitarre legt. Die sperrigen Stücke sind durch die Bläser verursacht, welche da frei improvisieren mit recht viel Freejazz Attitüden, gequietsche und Saxophonklappen geklapper. Die Musik ist immer spannend und bei mehrmaligem Hören schlüpfen auch die sperrigen Teile in den Gehörgang. Wer Jazz mag, kommt sicher auf die Rechnung, alle anderen hört euch das Fischermanns Orchestra doch mal an, vielleicht macht es sogar süchtig.

Musik hören

Fredi Hallauer

SIMEON HOLZER

Album: „On My Own“ (Blue Martin Records)

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Vom Jazzmusiker und Multiinstrumentalist kommt hier ein schönes Jazzalbum daher. Jazz in verschiedenen Spielarten wird geboten, nichts aufregendes einfach wunderschön zum Geniessen. aber halt, das Album heisst „On My Own“ und so ist es auch. Simeon Holzer hat alle Instrumente selber eingespielt und dann zusammengebaut. Aber da ist kein gebastelt, da musiziert einer mit sich selbst. Das Album tönt wie wenn es wirklich verschiedene Jazzmusiker sind, welche miteinander musizieren und harmonieren. Zu hören sind Klavier, Gitarre, ein bombastisch schöner Bass und Schlagzeug. Neben klassischem Jazz spielt Simeon Holzer auch mit den Rhythmen und so gibt es etwas Latin Jazz dazwischen, Gitarrenjazz etwas moderner kann man ebenfalls hören. Ein album das sich Jazzliebhaber sicher einmal anhören sollten.

Fredi Hallauer

THIS IS PAN

Album: „The Hudson Suite“ (ANUK)

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Das Berner Jazzquartett ist eine Jazzformation, welche sich Platz für ausgedehnte Soli der einzelnen Instrumente gibt. Matthias Kohler (Saxophon, Klarinette), Lukas Thoeni (Trompete, Flügelhorn), André Pousaz (Bass) und Gregor Hilbe (Schlagzeug) lassen die Musik fliessen wie es der Hudson River tut, dem eine kleine Suite gewidmet ist. Die Musik dehnt sich aus und kommt dann wieder zusammen, wie es Flüsse welche nicht begradigt wurden, tun. Von den neun Stücken gehören vier zu der Suite, wenn man das aber nicht auf der Titelliste liest, merkt man es nicht, es könnten auch alle Stücke zur Suite gehören. Bass und Schlagzeug geben einen kräftigen Beat und stampfen so das Fundament zurecht, auf dem die beiden Bläser sich austoben, entwickeln und erproben können. Auf der Info steht Elastik Jazz, das tönt nach etwas speziellerem, was einerseits neugierig andererseits aber auch abschrecken kann, das soll es nicht, den es ist Jazz für alle JazzliebhaberInnen.

Fredi Hallauer

BAHUR GHAZI’S PALMYRA

Album: „Bidaya“ (Irascible)

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Der in der Schweiz im Exil lebende Syrer Bahur Ghazi spielt die Oud und zählt zu den führenden Musikern auf diesem Instrument. Nein hier geht es nicht um arabische Musik oder doch, aber nicht so wie wir es gewohnt sind. Bahur Ghazi hat vier Schweizer MusikerInnen gefunden welche auf bezaubernde Art, seine Musik und Ideen aufnehmen und umsetzen. Es sind das Patricia Draeger (acc), Christoph Baumann (p), Luca Sisera (b), Dario Sisera (d). Er selber wohnt im Bündnerland und die Bandmitgleider zum Teil auch. Die Musiksparte ist schwer zu finden, in welche diese Klänge passen. Irgendwo ist es Folk, arabische Musik und Jazz gleichzeitig. In diesen Instrumentalstücken erzählt Bahur Ghazi von seiner Heimat, von seiner Flucht, von der Schönheit seiner Heimat in der Antike  und der Schönheit der Alpen, das ist alles den Titeln zu entnehmen und man spürt es auch beim Anhören. Für mich ist diese Gruppe und diese Musik  eine grosse Entdeckung und dieses Album gehört auf die Liste  Album des Jahres 2018.

Fredi Hallauer

KLAPPARAT

Live: CD Taufe im Bejazz Bern am 23. Februar 2018

Bild Fredi Hallauer

Die CD erschien bereits vor einigen Wochen aber hier wurde sie offiziell getauft. Das Saxophonquintett mit dem Schlagzeuger zeigte sich in Topform. Die Musiker waren spielfreudig und musikalisch verspielt wie immer und spielten ein sehr hochstehendes Konzert zwischen Latin, arabisch, interstellar, verquert russisch, klassisch („Bolero“), Jazz und einigem mehr. Klar Klapparat ist alles Jazz im weitesten Sinne. Die Soli aller Musiker waren umwerfend und lösten Begeisterungsstürme aus, vom Sopransax zum Tubax und dem Schlagzeug. Faszinierend war ihre Version des „Bolero“ von Ravel, aber auch eigene Kompositionen wie „Arabiata“. Auffallend war ihre Choreografie, die Musiker bleiben nämlich nicht immer am gleichen Ort stehen sondern gruppieren sich mal so und mal so. Es war ein Konzerthöhepunkt im noch jungen Konzertjahr.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

hier ist die CD Besprechung