KLAPPARAT

Album: „Tilting Axis“ (Unit Records)

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Klapparat das sind fünf Saxophonisten und ein Schlagzeuger. Klar sie spielen ausgereiften Jazz. Sie spielen den Jazz auf ihre eigene Art, was sich ja schon durch die Zusammensetzung der Instrumente ergibt. Häufig wird das Thema immer wieder gespielt mit einem anderen Saxophon als Lead, sie kommen auch mitten im Stück auf das Thema zurück. Die Kompositionen sind mit zwei Ausnahmen von den Bandmitgliedern selber. Die Stücke haben eine  Länge um die vier Minuten im Durchschnitt, man muss sich also nicht durch ellenlange Eskapaden leiden. Durch die Vielseitigkeit ist dies vielleicht auch ein Jazzalbum für Leute die sonst nicht unbedingt Jazz hören. Aber es ist ein Jazzalbum mit den typischen Soli und deren harmonische Begleitung, auch rhytmisch wird experimentiert. Melodie und Rhythmus fallen plötzlich auseinander um sich wieder zu finden. Ein starkes Album mit aktuellem Jazz.

Fredi Hallauer

TRAKTORKESTAR

Live: Kulturhof Köniz am 21.Oktober 2017

Traktorkestar lud zu einem Galakonzert ein. Eine Überraschung war angesagt. Mehr wusste niemand. Aber beginnen wir den Abend von vorne. Traktorkestar bot einen sicheren, musikalisch hochstehenden Auftritt. Die Harmonien werden immer ausgeklügelter und es war faszinierend den einzelnen Registern zu zuhören. Aber ebenso wie die Bläser brillierten die drei Schlagwerker. immer wieder trommelten sie Soli, Breaks und Intros, und verblüfften mit ihrer Präzision, Rhythmuswechseln und Fantasie. Das Repertoire umfasste Stücke aus dem ganzen Schaffen der Band, von dem letzten Album waren sicher mehr Stücke darunter.

Nach einer gewissen Zeit kam der erste Gastsänger, nämlich Simon Jäggi von den Kummerbuben und sang neben den titeln der letzten Albums, ein Lied der Kummerbuben und eine berndeutsche Adaption eines Rammstein Liedes.

Noch etwas später kam der grosse Überraschungsgast und es war wirklich eine Überraschung,

Stefan Eicher. Er sang im Kanton Bern noch nie zusammen mit dem Traktorkestar. Stefan Eicher gab sich sehr bescheiden und hatte sichtlich Freude am Gebläse, welches ihn bei zwei seiner französischen Liedern und dem Lied „Hemmige“ unterstützte. nach weiterer Musik des Traktorkestars pur kam ganz zum Schluss nocheinmal Stefan Eicher und sang zusammen mit dem Traktorkestar „Simmelibärg“, das Lied haben alle schon länger im Repertoire. Ein grossartiges Finale. Traktorkestar und die Gäste spielten ein grandioses Konzert, mit guten Ansagen und noch viel besserer Musik.

Fredi Hallauer

MONOGLOT

CD: „Wrong Turns And Dead Ends“ (Radicalis)

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Beim Anhören dieser Musik hat man wirklich manchmal das Gefühl, dass da falsche Abzweigungen und Sackgassen entstanden sind, aber es gibt immer wieder eine Lösung. Monoglot sind ein Quintett mit Musikern aus der Schweiz, Deutschland und Island. Es ist instrumental was sie hier zum Besten geben, mit zwei Tenorsaxophonen, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Sie bewegen sich musikalisch zwischen Jazz und Avantgarde und manchmal Ambience. Der Sound ist sehr ausgeklügelt, manchmal überkommt einem das Gefühl, dass es etwas mit Mathematik zu tun hat. Sehr spannende Musik.

Fredi Hallauer

FLEUR

CD: „Homeless“

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Die Nidwaldnerin ist mit ihren jungen Jahren in den verschiedensten Räumen der Musik unterwegs. Auf ihrem Album kommen sind die verschiedensten Stile zu hören. Grundsätzlich ist Fleur eine Musikerin und Sängerin. Sie spielt sehr schön Klavier, lässt aber auch die DJane zum Zuge kommen und haut einem heisse Beats in die Beine. Ihre Stimme ist grossartig und jeweils noch grossartiger, wenn sie sich neben bekannte musikalische Pfade begibt.  Der Opener ist Deutsch gesungen, dann gibt es ein Mundartlied, sonst sind es englische Songs, zu Heimatlosigkeit, zur Beziehung zum Vater, zu Liebe und was das leben so bringt. Die Wirkung des Albums ist langsam aber eindrücklich. Plötzlich hört man jazziges und was für guten Jazz, oder etwas Dance und vieles mehr.Es lohnt sich mit dieser schönen Stimme auf Musikentdeckungsreise zu gehen.

Fredi Hallauer

LUUMU

Interview: Vor dem Wohnzimmerkonzert am 2. Februar sprach Fredi Hallauer mit der Band

LIVE: In einem Wohnzimmer der Berner Altstadt am 2. Februar 2017

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Das Trio Luumu bot an diesem speziellen Ort ein ganz tolles Konzert. Bei bester Akustik zeigten die drei ihr individuelles Können und das geniale Zusammenspiel. Der Schlagzeuger wirbelte mit viel Gefühl auf seinem Schlagzeug, mal mehr, mal weniger aber immer war es Musik was er machte. Der Bassist zupfte und strich seinen Kontrabass auf die vielseitigsten Weisen. Irgendwie spielte er Cello auf dem Kontrabass, faszinierend. Dazu die Pianistin und Sängerin holte aus ihrem Keyboard ebenfalls die verschiedensten Stimmungen heraus. Sie spielte stellenweise ein sehr jazziges Piano. Ihr Gesang war direkt und sauber und immer brilliant zu hören. Die Musik war lebhafter und jazziger als auf der CD, was dem Konzert sehr gut tat, es ist nämlich interessanter im Konzert nicht einfach ein Abklatsch der CD zu hören. Luumu sind es Wert live hören zu gehen und das für Leute die gerne Musik haben, welche nicht auf ausgetrampelten Pfaden spielt.

Fredi Hallauer

CD: „Projection“ (Aurora)

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Luumu ist eine Band, genauer gesagt ein Trio, aus dem Bereich Jazz, welches den Jazz etwas anders versteht. Der Kopf des Trios ist die Sängerin und Pianistin Adina Friis, dazu kommen der Kontrabassist Simon Iten und der Schlagzeuger Andreas Schelker. Was sich wie ein klassisches Jazztrio anhört ist es nicht. Luumu ist und bleibt geheimnisvoll und schöpft aus dem geheimnissvollen Nordeuropa. Adina Friis ist in Dänemark geboren und in der Schweiz aufgewachsen. Die Musik und der Gesang spiegelt oft die weiten der Landschaften wieder, aber auch das Enge und Schroffe der Fjorden. Was meditativ beginnt kann  auch in einem Klanggewitter enden. Adina Friis hat eine wundervolle Feenstimme, welche mit Leichtigkeit über der Musik schwebt. Bass und Schlagzeug spielen vielseitig und steuern sehr viel zum Klangbild und den Stimmungen bei. nein Luumu ist kein Kopfjazz, Luumu kann durchaus genossen werden, zuhause auf dem Sofa und das Kopfkino einschalten.

Fredi Hallauer