AKKU QUINTET

Album: „Depart“ (7d Media/Godbrain Distribution

Das Berner Quintett spielt Jazz auf der Basis von Minimal Musik mit Post Rock durchsetzt und viel Patterns und Grooves. Das ist das vierte Album dieses speziellen Quintetts. Es beseht aus Manuel Pasquinelli (Drums, Komposition), Michael Gilsenan (Sax), Maja Nydegger (Keys), Markus Ischer (Gitarre) und Andi Schnellmann (Bass). Das Schlagzeug setzt häufig die Muster und das Keyboard nimmt sie auf, natürlich ist auch der Bass mit dabei. Die Gitarre setzt dann mehr den Groove und das Saxophon lässt es jazzen. Die Musik ist manchmal ziemlich sperrig und selten einfach. Man muss sich in den Strudel dieser Musik hineinziehen lassen und es funktioniert nicht jeden Tag gleich gut. Man muss ganz offen sein für alles musikalische, dann gefällt dieser Sound.

Fredi Hallauer

JAN GALEGA BRÖNNIMANN & MICHAEL ZISMAN

Live: „The Music Of The Beatles“ BeJazz Winterfestival am 17. Januar 2019

Bild Fredi Hallauer

Das 18. Winterfestival des BeJazz in Bern wurde von zwei speziellen Musikern und ihren speziellen Instrumenten eröffnet. Michael Zisman spielte das Bandoneon und Jan Galega Brönnimann die Bassklarinette, die Kontrabassklarinette und das Sopransax. diesen Abend widmeten die beiden den Beatles. Sie interpretierten nur Beatles Kompositionen, meist etwas weniger bekannte, aber auch die bekannteren waren teils schwierig zu erkennen. „Strawberryfields forever“ wurde zwischenzeitlich zum Tango, andere Songs zerfielen in freie Jazzimprovisationen, aber bis zum Ende des Songs waren sie immer wieder einigermassen zusammengesetzt. Manchmal begann der Song in Puzzleteilen, welche die Musiker auf Umwegen zur Melodie brachten. Schöne spannende Musik mit viel Spielfreude vorgetragen.

Fredi Hallauer

PFISTERMEN’S FRIENDS feat. SCHMIDI SCHMIDHAUSER

Album: „Es dämmeret“ (iGroove)

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Pfistermen’s Friends sind eine Streetband bestehend aus 10 Bläsern und einem Schlagwerker. Sie trafen sich im Umfeld der Berner Jazzschule und haben die US-Combo Youngblood Brass Band als Vorbild. Mit diesem Vorbild können sie absolut mithalten. Sie grooven, rumpeln, sinnieren, jubilieren und lassen das Tanzbein in Unruhe fallen. Musikalische Einflüsse sind klar der Jazz, aber auch Funk, HipHop und Soul. Mit ins Boot holten sie sich den Sänger Schmidi Schmidhauser von Chica Torpedo, welcher seine Texte zum Besten gibt. Spannend ist, dass der Gsang wirklich in der Musik verschmilzt. Sowohl Schmidi Schmidhauser als auch die Band ziehen ihr Ding durch, gemeinsam. Neben dem Gesang jubiliert ein Instrument oder der Gesang nimmt jazzige Formen an. Dies ist eine Band sowohl zum Tanzen und Zuhören.

Fredi Hallauer

THE PEPPERMINT TEA GROUP

Album: „At The Bazaar“

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Die achtköpfige Band aus Glarus und Zürich versucht sich in einem musikalischem Gemisch, welches nicht genau zu definieren ist. ja manchmal ist es kein Gemisch, sondern es sind zwei verschiedene Sachen, getrennt in einem Song. Der Album Titel ist irreführend, mit Musik vom Bazaar hat es wenig zu tun. Vordergründig und beim ersten Song ist es groovende Musik mit viel Soulelementen und leichtem Jazz. Der zweite Song ist weiterhin sehr groovig, dazu kommt unnötiges Elektrogebrumme und -gefipse und es wird sehr jazzig. Der Jazz ist sehr gut, es ist sogar kräftiger, wirklicher Jazz und er paast nicht zum ersten Song. Es wird dann popig und nachher funkig. Zwischendurch klingt es auch nach einem Unterhaltungsorchester. Irgendwie fehlt dieser Musik die Seele. Ich weiss nicht ob es daran liegt, dass ich Pfefferminz Tee nicht so mag, ich hoffe nicht.

Fredi Hallauer

FREDY STUDER

Album: „Now’s The Time“ (Everest Records/Irascible)

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Fredy Studer der Luzerner Jazzschlagzeuger wird 70 und hat sein erstes Soloalbum aufgenommen. Diese Aufnahmen kommen gänzlich ohne Overdubs und Elektronik aus. Fredy Studer erzeugt alle Töne und Geräusche mit seinen Händen und Füssen. Da wird nicht nur getrommelt und geschlagen, sondern auch leise Töne gibt es zu entdecken. Er bringt Cymbals zum Schwingen, so wie man Gläser zum klingen bringt. Die einzelnen Stücke sind sehr unterschiedlich sowohl in der Art und in der Länge. Die Stücke dauern zwischen einenhalb und zwölf Minuten. Das ist wirkliche Musik die Fredy Studer hier spielt, mal leise, mal lauter, schnelle leise Schlagmuster, Klänge oder dann wieder Schlagzeug wie man es gewohnt ist. Dieses Album ist ein Meisterwerk.

Fredi Hallauer