DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

Fredi Hallauer

FRANZ ARNOLD’S WIUDÄ BÄRG

Album: „Rebäll“ (Universal)

Es war ein paar Jahre still um den Innerschweizer Franz Arnold. Nun ist er zurück. Er lebt unterdessen im Bündnerland, hat einen Bauernhof und drei Kinder. Seine Band besteht aber aus den alten Musikerkollegen aus der Innerschweiz, mit einer Ausnahme, man hört nämlich bei „Einä wie dich“ einen Mann im Bündnerdialekt singen. Aber beginnen wir ganz vorne. Franz Arnold ist Rebell geblieben, seine Musik ist wilder Folkrock mit starken Schweizerwurzeln. Hin und wieder wird Franz Arnold romantisch, vor allem wenn es um seine Frau und seine Kinder geht, aber auch das ist nicht kitschig. Auf der anderen Seite singt er wie der Schnabel gewachsen ist, nämlich auch mal Worte wie „Schafsecku“ oder „Stuuri Grindä“. Er ist und bleibt ein sympathischer Innerschweizer Querkopf und Querdenker. Das ist das dritte Album von Franz Arnold’s Wiudä Bärg und ich bin immer noch begeistert. Diese Band sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Fredi Hallauer

NORDSITE

EP: „Zyt & Wahnsinn“

Die Bieler Mundartband zwischen Pop und Rap heisst so wie man ihren Namen in Mundart liest. Aber nun zu ihrer Musik. Sie spielen die Instrumente selber und alles ist handgemacht, auch die Scratches. Es ist tolle Musik mit Anleihen im Jazz und im Pop. Darüber rappen sie die Texte mit Niveau. Es sind Beobachtungen aus dem Leben, aber nicht den Gangster/Party Groove. Irgendwie führen sie das Erbe der Gruppe Merfen Orange weiter, Old School aber eigenständig.

Fredi Hallauer

SINA

Live: „Emma Tour“ im Uptown Gurten am 2. März 2019

Bild Fredi Hallauer

Sina ist mit einer wunderbaren Band und ihrem neuen Album auf den einheimischen Bühnen unterwegs. Im Uptown auf dem Gurten spielten sie ihr zweites Konzert der Tour. Sie hat diesmal eine neue Band, eine reine Gitarrenband, d.h. keine Keyboards. Das Quartett besteht aus Jean-Pierre von Dach, Gitarre und Gesang; Gregor Heini, Gitarre, Banjo, Ukulele, Cello und Gesang; Matthias Kräutli, Schlagzeug und Gesang; Michael Chylewski, E-Bass, Kontrabass, Mundharmonika und Gesang. Das Konzert begann sehr mystisch mit rotem Licht, Cello und E-Gitarre und Vocals von Sina. Dann wurde es konkreter. Sina sang die Lieder des neuen Albums und dazwischen Lieder aus ihren gesamten 25 Jahren. „Memphis“ zu Ehren Polo Hofers fand einen Platz und wurde teils ins Wallis verlegt. Die Liebe und das älter werden waren die Schwerpunkte des Programms. Sina bringt das mit Augenzwinkern herüber, man merkt aber auch, das es sie wirklich beschäftigt. Ein Höhepunkt war das Lied „Emma“ welches sie ihrer Grossmutter widmete. Die Band überzeugte und bekam auch Raum um die Lieder richtig zu unterstützen und die richtigen Stimmungen zu erzeugen. Die Zwischentexte waren witzig und sinnig zugleich. Sina zeigte einmal mehr, dass sie eine gute Sängerin ist und eine ebenso gute Entertainerin.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

Album: „Emma“ (Musikvertrieb)

Sina ist nun seit 25 Jahren unterwegs und tönt frischer denn je. Mit hervorragenden Musikern wie immer hat sie ein wunderschönes Folk-Pop -Album aufgenommen. Das Album hat auch Singer/Songwriter Qualitäten. Sina erzählt in ihren Liedern Geschichten. Das Titellied „Emma“ ist eine Hommage an ihre Grossmutter. In anderen Liedern singt sie über das Glück welches sie gefunden hat und festhält. Gelungen sind die drei Lieder in denen sie vom Älterwerden singt, mit Augenzwinkern. „Numme ä Zahl“ von der Jahrgangszusammenkunft im Dorf, „Wiär sii schön“ vom Schön sein im Alter oder „Xundheit“, alles mit viel Humor und Augenzwinkern. Texte und Musik kommen locker und unaufgeregt daher, die Texte sind klar und doch ist alles ziemlich verspielt. Eines der besten Alben von Sina.

Fredi Hallauer

CARMEN CRESTA

Album: „Aurora“ (Eigenverlag)

Carmen Cresta kommt aus dem Kanton Graubünden und wirbelt die Musikszene recht durcheinander. Zusammen mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger lässt sie es ziemlich rocken. Die Musik ist kantig und wild, dazwischen aber auch wieder melancholisch, romantisch. Genre mässig ist das Rock und Bluesrock, auch die Stimme passt. Die junge Frau hat noch den jugendlichen Übermut, die Energie, aber auch das „Himmel Hoch Jauchzend – Zu Tode Betrübt“ was die Jugend so prägt. Die Lieder sind in Mundart und romanisch. Produziert hat Stämpf Schmid (EX QL), was doch auch über das ungeschliffene des erfrischenden Albums etwas aussagt. Carmen Cresta wird wohl bald mit ihrem Wirbelsturm die Schweiz durcheinander bringen.

Fredi Hallauer

CHATZEGOLD

Album: „Heiss Uf Em Markt“

Das St. Galler Mundart-Trio präsentiert die Debut CD. Leider hat die Band den Namen gewählt der zu ihnen passt, den Chatzegold ist kein Gold, kann aber ein schöner Hingucker sein. So rumpelt die Band, manchmal etwas unbeholfen daher und die Texte machen dasselbe. Die Textideen sind gut, aber sprachlich und Flow mässig ist da noch sehr viel Luft nach oben. Dies ist nun wirklich ein Album, welches nur hartgesottene Fans haben müssen.

Fredi Hallauer

KING PEPE

Album: „Karma:OK“ (Big Money Records/Gesunder Menschen Versand)

King Pepe aus Bern ist diesmal nicht mehr von Le Rex begleitet sondern von Hari und Rico Baumann, aber nur jeweils von einem, mit Schlagwerk und ganz viel Elektronik. King Pepe am Gesang und Gitarre und der Rest stammt von dem jeweiligen Musikern. Die Texte sind so schräg, verschroben und teils doch hoch philosophisch wie eh und je. Es hat etwas viel komische Stimmeneinspielungen, welche man nicht immer akustisch gut versteht, was schade ist. einige Lieder gehen nur auf Spass, andere sind höherer Blödsinn mit Tiefgang. Sehr toll sind die Lieder „Standortbstimmung“ und „Morn fallt us“. Ein Vorteil dieses Albums, es ist sozusagen durchgehend tanzbar.

Fredi Hallauer