PETER REBER

Album: „Ha mys Härz uf der Büni gla“ (Universal Music)

Peter Reber hat ein neues Album aufgenommen mit neuen und älteren Liedern, aber in neuen Versionen und drei Lieder singt seine Tochter Nina, bei anderen Liedern spielt sie das Cello. Neu ist das Titellied, ein kleiner Bühnenrückblick sozusagen. Sehr gefallen tut „Ploudertäsche“ ein Lied an seine Enkelin, sehr schön formuliert und wird jedem engagiertem Grossvater gefallen. Dann singt er selber die Mundartversion von Michael Kunze „Der Tüfel und der jung Ma“ welches er für Paola gemacht hat. Alle Lieder sind einfach instrumentiert und wirken so sehr authentisch. Nina singt „D Chinder vom Kolumbus“, dann von Bettina Wegner „Sind so kleine Hände“, ein sehr schönes Lied und aus dem Peter, Sue & Marc Repertoire „Sing Children“. Peter Reber hat hier ein schlichtes Album gemacht, welches gemütlich ist und auch für das Gemüt. Interessant sind die Erläuterungen zu den einzelnen Liedern im Album Booklet.

Fredi Hallauer

ADRIAN TACCHI

EP: „Zimmer“ (Wemotions Music)

Der Sänger der Popgruppe Baba Shrimps frönt zwischen zwei Baba Shrimps Alben, seinem Soloprojekt, dem Mundartlied. Musikalisch ist es angenehmer und sehr abwechslungsreicher Pop. Spannend sind natürlich die Texte. Er beobachtet und beschreibt sich und seine Umgebung. Sei es der Sonntagnachmittag in der kleinen Wohnung und der Nachbar übt Klavier. Aber auch die Beziehung die auseinandergeht und es geht trotzdem weiter, aber auch das Hier sein im Supermercado. Es sind sehr intelligente Texte und es ist schön ihnen zuzuhören.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Ärdeschön“ (HitMill/Phonag)

Alle Jahre wieder und der Erfolg geht weiter mit dem Männerchor der Schweiz. Die zwölf Männer, Amateursänger, singen gewohnt, heimatverbunden schön, neue Lieder aus der Feder von Georg Schlunegger. Mit dabei sind je bei einem Lied, der Hackbrettspieler Nicolas Senn und die Sängerinnen Francine Jordi, Daria Occhini und Lisa Stoll. Die Lieder werden von einer Band unterstützt, was den Chor den Pop Groove gibt mit den Heimatharmonien. Die Melodien sind sehr eingängig und kommen einem manchmal vor als ob man sie schon irgendwo gehört hätte. Die Inhalte befassen sich mit Alpabfahrt, nach Hause kommen, dem Zuhause sein im Bauernhaus, Erinnerungen und Bergbauernleben. Da es doch noch ein paar Bauern und ein Schafhirte dabei hat, kommen die Lieder glaubwürdig daher.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Homeless Songs“ (Universal Music)

Stephan Eicher hat zwischen 2016 und 2019 neue Songs aufgenommen die nirgends hineinpassten, darum der Albumtitel. Ein Song ist ein Fragment von 45 Sekunden und andere dauern knappe bis gute zwei Minuten, ein Fünf- und ein Sechsminüter ist aber auch dabei. Stephan Eicher singt meist französisch, dreimal Berndeutsch und auch Englisch. Die berndeutschen Lieder sind von Martin Suter gestextet, zwei davon bereits in einer anderen Version auf Songbook zu hören. Musikalisch hat er mit einem Streichquartett zusammen gearbeitet, welches mal zum Schunkeln einlädt, aber auch ab und zu etwas schwülstig ist, oft aber sehr filigran. höhepunkte sind dann, wenn vor allem das Piano zu hören ist. „Homeless Songs“ ist ein sehr schönes Album von Stephan Eicher, ruhig, manchmal sogar etwas spröde (positiv), einfach Eicher halt. es knüpft irgendwo an seine grossen Alben an.

Fredi Hallauer

GIMMA

Album & Textbuach: „Kartellmusig“ (Zytglogge)

Gimma oder mit bürgerlichem Name Gian-Marco Schmid hielt es anlässlich der Situationen auf der Welt und vor allem im Kanton Graubünden nicht mehr aus zu schweigen. Er hat vierzehn neue Texte geschrieben und rappt sie uns nun auf dem neuen Album. Gimma ist immer noch schonungslos offen und ehrlich, aber reifer. Musikalisch ist es ein Rapalbum mit den Beats und den Sounds, welche aber zu den besseren ihrer Art zählen. Dieses Album ist, wie schon immer bei Gimma, einerseits Musik zum Party machen, anderseits sind es schlaue Texte zum Zuhören und Nachdenken. Musik und Texte gehen ab, beides auf ihre Art. Gimma wettert noch immer über Politiker und Kartellleute und das zurecht. Er macht es mit Wut und meint es ernst, aber der Schalk ist nicht verloren gegangen. „Fokus“ gefällt sehr gut, ein Lied über die verschiedenen Sichtweisen, oder „As kunnt alles guat“ mehr im Liedermacherstil sind zwei Lieder die man hervorheben kann, aber man könnte das mit einigen anderen Liedern auch machen. Fazit: Gimma ist zurück und besser denn je.

Fredi Hallauer

DRÜDIETER

Album: „Roscht & Rose“ (Narrenschiff)

Drüdieter heisst das Trio, welches sich aus drei mit Vornamen Dieter zusammensetzt. Es sind das: Dieter Sulzer (Gsang, Jodel, Trümpi, Flöte); Dieter Ringli (Gitarren, Halszither, Gesang) und Dieter „Dide“ Marfurt (Halszither, Gitarren, Bass, Gesang). Sie spielen Musik zwischen Volksmusik und Folk mit ausschliesslich Mundarttexten. Musikalisch sind sie erste Sahne, egal ob sie einen Marley Song Covern, die Steiner Chilbi von Jost Ribary zu einer E-Gitarren Polka transformieren oder auch wunderschöne eigene Songs spielen. Gelungen, aber speziell finde ich die Texte zum „Echo vom Geisshimmel“ von Res Gwerder. Schwierig finde ich hingegen die Interpretation des Volksliedes „Mir Sänne“, bei dem die Melodie nicht übernommen wurde und der Text negativiert wurde, auch der Gesang nervt irgendwie. Auch „De Ordonnanzmarsch“ ein Kehl gesungener Tambourenmarsch, ist nicht so toll und Span haben das vor etwa 40 Jahren genau mit diesem Marsch schon gemacht. Darum kommt vor allem das Eigene gut an, oder ein eigener absolut neuer Text zu bestehenden Melodien. Drüdieter ist eine Gruppe, welche wieder frischen Wind und ein bisschen Alte Schule in die Folkmusik bringt.

Fredi Hallauer

PATENT OCHSNER

Album: „Cut Up“ (Universal)

Patent Ochsner sind zurück. Es ist ja immer schwierig, die Erwartungen an eine so legendäre Band und was man zu hören bekommt, miteinander abzustimmen. Aber aufgepasst, Patent Ochsner erfüllen einerseits die Erwartungen mit den Hymnen, andererseits haben sie sich auch verändert und bringen neues. Gastsängerin Shirley Grimes bringt eine Frauenstimme und die englische Sprache in die Ochsner Familie bei einem Lied und noch viel mehr passiert. Büne Huber verpasst textlich den ewigen Gackern eine Breitseite im „Hüehnerhof“, singt aber auch eine Ode an Polo Hofer und an andere liebe Menschen welche von uns gegangen sind im Lied „Kreis“. Einflüsse von Chanson und Jazz sind zu hören und auch Reggae. Die Texte bringen die Geschichten mehr auf den Punkt und die Sprache ist nicht mehr so blumig wie früher, das ist aber schon seit einiger Zeit der Trend gewesen. Die Musik ist vielseitig, geht ins Herz und bietet aber auch wunderschöne Passagen und Qualität. Ob diese drei Teile mit englischen Text nötig sind, welcher einem der Standort der Reise erklären will ist fraglich. Aber die sind nur kurz und somit darf man ruhig sagen „Cut Up“ ist ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer