Z THE FRESHMAN & HOTEL SAMAR

Album: „Poésie Nocturne“ (Equipe Music)

Der junge Z The Freshman versucht im weitesten Sinne R’n’B zu machen, dem Sound aber eine neue Dimension zu geben. Mitgeholfen haben Hotel Samar bestehend aus einem Musiker und Produzenten in einem , einer Sängerin und einem Produzenten. So tönt denn das Album auch, sehr produziert und nicht wirklich organisch. Die Texte handeln von Themen rund um das Erwachsen werden und sind wirklich sehr poetisch und auf dem Album werden noch verschiedene Künstler*innen gefeatured u.a. Tashan und ein Kinderchor, was gute Abwechslung hineinbringt. Ansonsten ist der Sound etwas gleichförmig und der Gesang etwas jammernd. Irgendwo ist in dieser Zusammensetzung und vor allem bei Z The Freshman Potential vorhanden, welches hier nicht erkannt und genutzt wurde.

Fredi Hallauer

TANJA DANKNER

Album: „Swingness“ (Zytglogge)

Die Schweizer Sängerin nahm dieses Album mit der Swingness Big Band und ihrem leader Pepe Lienhard auf. Neben dem Swing sind alles Coverversionen von Schweizer Liedern zu hören, aus Folk und Pop. Das Resultat ist bescheiden und das Album verunsichert. Was will Tanja Dakner jetzt hier? „Kiosk“, „W.nuss vo Bümpliz“ oder „079“ tönen nach nichts wirklichem. Es ist kein Jazz was sie singt, aber auch kein Chanson, vielleicht Schlager, aber auch das nicht wirklich. Der Stimme fehlt etwas um diese Lieder eigenständig herüber zu bringen. Gelungen ist „Hemmige“ zusammen mit Kunz. Auch die Liedauswahl gibt Fragen auf, neben den erwähnten Titeln sind da „Heidi“ oder ein bisschen Trio Eugster, DJ Bobo Medley, aber tanzbar ist nichts wirklich. Irgendwie Schade, aber das ist ein Album zum Vergessen.

Fredi Hallauer

WILDC

Album: „Giggerig“ (WildRecords/Sound Service)

WilDC ist eine Art doppelte Tribute Band. Einerseits zollen sie Polo Hofer Tribute und andererseits AC/DC. Wie geht das? Der Schlagzeuger der Schmetterband, Thomas Wild“ hat ein paar Musiker um sich gescharrt, welche einerseits Mundartrock im speziellen Polo Hofer mögen, aber auch auf der harten Seite im Stil von AC/DC sich auskennen. Zwölf Lieder haben sie aufgenommen, einige Hits wie „In Memphis“, „Alperose“, „Giggerig“ (feat. Gigi Moto), „Summer 68“ und „Wyssebüel“ und einige etwas weniger bekannte Lieder wie „Weisch no?“, „Es saftigs Müntschi“ (feat. Gigi Moto) oder „Uf die guete Zyte“ und ein paar mehr. Dan Gfeller hat den Lead Gesang im Sinne AC/DC, die Gitarren spielen Peter Steiner und David Joss, Rolf Balsiger zupft den Bass, ebenso Markus Grimm und Thomas Wild sitz am Schlagwerk. Neben Gigi Moto bei zwei Liedern, sind die Soulbirds dabei, ein Frauen Gesangs Quartett. Der Sound ist kräftig und geht ab. Das tolle ist, niemand versucht Polo zu imitieren, es ist die Nachahmung von AC/DC die es ausmacht. Vielleicht ist gerade „In Memphis“ etwas trocken ohne Hammond und Bläser, aber es fetzt ebenfalls. Es ist eine gelungene Sache mit Spass und irgendwie, Polo Hofer auf eine andere Ebene geholt.

Fredi Hallauer

IRMA KREBS

Album: „Summerhits“

Das Berner Quartett in der klassischen Rockbesetzung rumpelt durch alle Stilarten aber immer im besten Berndeutsch.“Fotzelschnitte“ tönt ein bisschen nach den alten Berner Mundartrockbands. Dann wird es aber moderner von der Musik her, mal ein bisschen funkig, oder Indie Pop oder balladesk. Aber eigentlich ist die Musik nur der Träger für die Texte zwischen höherem Blödsinn und Tiefsinn. Auf den ersten Eindruck sind die Texte einfach nur schräg und witzig oder skurill, wenn man aber ein bisschen darüber nachdenkt, haben ein paar Lieder viel Potential für Tiefsinniges. Dieses Album ist sicher für Menschen welche es gerne etwas schräg haben.

Fredi Hallauer

QL

Album: „Punküberfall“(Sony Music)

Die Seeländer Funpunker haben zehn knallharte Mundart Songs abgeliefert. In gewohnter Art nahmen sie bestehende Lieder in ihr Repertoire auf und kleideten sie in ein Punkgewand. Vier Lieder stammen aus ihrer eigenen Feder und die können mit den adaptierten Liedern bestens mithalten. Spaß macht aber wenn man das Hecht Lied Kawasaki in dieser punkigen Version hört. Es Kafi am Pischterand von Vreni Schneider hat es ebenfalls auf dieses Album geschafft. Meitschi von Florian Ast kommt so zu einem Tempo geladener Version. Wunderschön ist das Lied Blue Bayou, welches nun Bielersee heißt. Alles im Griff von Jürgen Drews und Hollywood von den Stoakogler runden das Album ab. Da ist nirgends etwas tiefsinniges dabei, Aber sehr, sehr viel Spaß und genügend Stoff zum Abtanzen.

Fredi Hallauer

SCHÖRGELI

Album: „Troumfänger“ (Phono Vertrieb GmbH)

Schörgeli, das sind Daniel Thürler am Schwyzerörgeli, Fredu Mosimann am Bass und Gesang, George Schöre Müller an den akustischen Gitarren und Gesang und Matthias Kohli am Schlagzeug und Gesang. Die vier spielen Musik zwischen Volksmusik und Americana. Es gibt sowohl Lieder wie auch Instrumentalstücke zu hören. Gesungen wird meist Mundart aber auch französisch. Mit einer Ausnahme sind es alles Eigenkompositionen. Es ist eine vielseitige Musik die da zu hören ist. Da klingt es nach Mundart Cajun und dort ein bisschen nach Span, hier nach englischer Volkstanzmusik und irgendwo einfach nach schöner Musik. Die Kompositionen sind unterschiedlich gelungen. Manchmal überzeugt das Örgeli mit fantasievollem Spiel, ein andermal sind es die Gitarren, es gibt aber Momente da fehlt plötzlich die Fantasie. Das ist ein kunterbunter Musikstrauss, welcher einem die Träume einfangen kann. Ein Album für die Gemütlichkeit.

Fredi Hallauer

HECHT

Album: „For Life“ (Gadget/Phonag Records)

Die zwölf neuen Lieder von Hecht drehen sich alle um die Liebe. Die Luzerner aus Zürich setzen ziemlich auf Hit und Stadionhymnen. Die Rockband ist viel popiger geworden und sie haben sich musikalisch an Dabu Fantastic angenähert oder angebiedert. Ansonsten ist das Album gut produziert, die Texte sehr gut verständlich, sowohl akustisch wie auch sprachlich. Tiefgang fehlt sowohl bei den Texten, wie auch musikalisch. Eine Idee, wei sie die Texte nämlich doch zu aktuellen Themen singen können gibt das Lied „Liebi & e Beat“, da ist die Umwelt ein kleines Thema. Aber OK, Hecht sind zurück und das mit einem neuen Album auf die kommende Festivalsaison. Tanzen, mitsingen und feiern ist mit diesen Liedern garantiert.

Fredi Hallauer

HANSRUEDI EGLI

Album: „Vom Cho, vom Si u Ga“ (www.hansruediegli.ch)

Der Berner Gitarrist und Liedermacher hat in all den langen Jahren seit 1977 sein fünftes
Album veröffentlicht. Es ist ein reifes Album eines reifen und weisen Liedermachers und eines guten Musikers. Er pendelt zwischen Folk und Pop und feinster Gitarrenmusik sowie träumerischen Instrumentalstücken. Neben ihm spielen vierzehn Musiker*innen auf dem Album mit, von den üblichen Instrumenten bis zu Pipes, Flutes, Flöte, Saxophone, Sousaphon, Englisch Horn, Streichinstrumente und schöner weiblicher Backing Vocals. Ein träumerisches Stück ist „Conamara“Gitarrenstücke hat es immer wieder. Aber Hansruedi Egli kann nicht nur mit der Gitarre Geschichten erzählen, er kann das ebensogut mit Worten. So erzählt er von sich und der Natur, seine Beobachtungen und Erlebnisse. Wer diese Texte nur oberflächlich hört verpasst etwas, denn seine philosophische Betrachtungen wollen uns etwas sagen und die Aussagen sind engagiert. Das Album ist mit 15 Titeln vollgepackt, abwechslungsreich und aus einem Guss. Für mich ist das im Jahr 2022 der erste Anwärter für mein Album des Jahres.

Fredi Hallauer

MEGAWATT

Album: „Felsafescht“ (Hitmill/Musikvertrieb)

Die wilde Rockband aus dem Rheintal zelebriert den 80iger und 90iger Rock mit modernen Stilelementen. Der Sänger singt in seinem sympathischen Rheinthaler Dialekt. Das Schlagzeug hämmert wild und kräftig und gibt so diesem Rock den richtigen Drive. Das Keyboard macht den 80iger Touch aus, wir sagten dem anno dazumal, Turborock, das ist, wenn das Keyboard jede Soundlücke füllt. Die Gitarren kommen dabei etwas zu kurz, da das Keyboard den Sound prägt. Aber es gibt schöne Gitarren Soli und auch bei den Balladen kann man in den Gitarrenklängen schwelgen. Der gesamte Sound hat etwas viel Hall oder sagt man heute er wurde dreidimensional gemischt, das ergibt eine weniger starke Präsenz des Gesamtsounds, aber das ist Geschmacksache. Es ist ein gutes AOR Mundartrockalbum, aber irgend ein Gewürz hat man beim abschmecken vergessen,

Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

Album: „So Easy“ (Gadget/Phonag Records)

Dabu Fantastic nehmen jetzt alles so easy, oder eben doch nicht. Die Musik, die Lieder bewegen sich wirklich zwischen easy und nachdenklich. Offenbar bekam Dabu gefallen am Chorgesang und so starten sie gleich mit einem Acapella Lied, welches wirklich sehr schön ist und sehr gut tut. Es folgt dann ein sehr schöner kurzer Beschrieb über Männer- aber auch Frauenchöre, welche eher nach der Chorprobe bei Bier oder Wein singen. „Mit de Rabe“ ist ein schönes und nachdenkliches Lied, welches unser streben nach Licht (lies Liebe und Glück) schildert. To Athena ist Gastsängerin bei „Die Falschi“ Baze Gastsänger bei „Easy Tue“. Die beiden tiefgründigsten Lieder sind „Niemert Gweckt“ und „Muet“. Ein Lied, welches von der Art her stark an Mani Matter erinnert ist „Wenn’s mir wieder guet gaht“, nicht wegen dem verwandten Titel, sondern wegen der auf den punkt gebrachten kurzen Lyrik. Dabu Fantastic verstanden es für dieses Album, leichtes und schönes mit tiefgründigem zu mischen, aber auch mit den nachdenklichen Liedern einem nicht in einen negativ Strudel zu reissen. Dabu Fantastic ist definitiv in der obersten Liga der Mundart Pop Gruppen angekommen.

Fredi Hallauer