MILCHMAA

Album: „-muat“ (AINIAC Entertainement)

Der Churer, Rapper mit serbischen Wurzeln und Gymlehrer, veröffentlicht sein zweites Album. Die Texte handeln genau von diesem Spannungsfeld. Da geht es um die Rapper und ihre Musik. Mit seinen in der Schweiz lebenden Landsmännern geht er auch heftig zu Gericht. Das Spannungsfeld, balkanische Wurzeln zu haben und in der Schweiz zu leben und sogar Schweizer werden und dann rechts wählen. Aber jeder Mensch ist bei diesen Texten gefordert, Flüchtlingsfrage, Rassismus und Armut in der Schweiz und vieles mehr. Textlich ist dies ein sehr gesellschaft relevantes Album. Musikalisch nimmt er das Spannungsfeld ebenfalls auf. Neben den Rapbeats klingt Folklore aus dem Balkan mit. Dazwischen sind es dominante schöne Chöre. Bei vielen Songs hat er Gäste mit dabei. Milchmaa ist im Moment der beste Rapper der Schweiz.

Fredi Hallauer

MoeZart

Album: „Z.A.U.J. (Equipe Music)

Der Musiker aus dem Kanton Bern ist schon länger in der Rapszene bekannt, aber erst jetzt kommt sein Album. Hier geht es aber weder nur um Rap oder nur um Mundartsongs, es geht um beides. MoeZart versteht es Rap und Mundartsongs miteinander zu verschmelzen ohne bekannte kommerzielle Wege einzuschlagen. Die Musik wir von Elektronik aber auch von Gitarre und anderen handgespielten Instrumenten geprägt. Die Lieder erzählen aus dem Leben. Der Albumtitel sagt dfas bereits, den Z.A.U.J. heisst nicht anderes als „Zwischen Alt und Jung“. Als Vater weiss er von was er singt und die Texte tönen wirklich erwachsen. Vielleicht hat es etwas viel Auto-Tune auf der Stimme, aber es ist ein Debüt das aufhorchen lässt.

Fredi Hallauer

ADA VO ZÜRI

Album: „Heldeträne“ (Narrenschiff)

Ada vo Züri ist eine vielseitige Künstlerin, welche zeichnet, malt, komponiert, Texte schreibt (von Gedichten zu Geschichten) und viele Musikinstrumente spielt. So hat sie für ihr Album Klavier, Keyboards, Gitarre, Ukulele, Bass, Handorgel, Klangzungentrommel sleber eingespielt. Selbstverständlich übernahm sie auch den Gesang und Chorgesang. Gastmusiker stuerten Geige, Gitarre, Synthiesounds, Perkussion, Schlagzeug und Hammond Orgel bei. Die zehn Lieder sind in Mundart gesungen. Sie erzählen von der Liebe, dem Leben und Erinnerungen. Vieles ist sicher autobiographisch. Stilmässig orientiert sich Ada vo Züri an Chanson, Jazz und etwas Pop. Die Schweizer Wurzeln sind auch musikalisch immer irgendwo vorhanden, nicht nur sprachlich. Es ist sehr eigenständige Musik mit eben solchen Texten. Auch der Gesangsstil ist nicht Mainstream. Erist gut aber man muss sich ein bisschen daran gewöhnen. Es ist ein sehr schönes Album geworden mit melancholischen und aufgestellten Liedern.

Fredi Hallauer

STEFAN HEIMOZ

Album: „Us dr Gofere“ (Narrenschiff)

Der Berner Liedermacher ein ein Album veröffentlicht, welches unnötig ist. Gelungen tönt hier fast gar nichts. Schon das „Värsli schmieden“ ist ihm nicht besonders gelungen, es holpert. Die Geschichten sind vielleicht gut gedacht, aber schlecht erzählt. Stefan Heimoz singt öfters ganz leicht daneben und auch sein Gitarrenspiel zeigt immer wieder Mängel, speziell auffällig bei dem Instrumentalstück „Zwüschetön“. Also höchstens als Erinnerung wenn jemanden ein Konzert von ihm gut gefallen hat.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Mai“ (Universal Music)

Der Mundart Folk Pop Musiker präsentiert uns sein neues Album. Es ist wiederum ausgereifter als sein letztes Album. Zuerst das Negative: Leider hat er bei ein paar wenigen Liedern immer noch den Schlager Groove drauf, das heisst Bumm Bumm Refrain mit endlosen Wiederholungen. Dieses Minus ist aber verkraftbar und tritt gegenüber den positiven Aspekten dieses Album in den Hintergrund. Kunz erzählt Geschichten aus dem Leben von uns allen denen man gerne zuhört. Musikalisch kommt das folkige gut zum Tragen mit dem Hackbrett und der Geige. Trotzdem ist das Album ziemlich poprockig. Tolle Musik, vielfältig, verschiedenste Stile, ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer

DODO

Album: „Pass“ (Sony Music)

Der Zürcher Minister der guten Schwingungen, wie er sich nennt setzt seine Reise fort. Nachdem er an der Pfingstweidstrasse ausziehen musste mit seinem Studio (letztes Album) beginnt seine musikalische Reise mit dem ersten Lied genau dort. Er reiste dann nicht nach Afrika wie geplant, Corona vereitelte es, sondern er blieb in der Schweiz und fuhr in die Bergwelt mit seinem Container. Die Lieder erzählen von den Bergen, den Pässen, den Witterungen und ihren Vorteilen, z.B. wenn man mit einer schönen Frau in einer Hütte eingeschneit ist. Die Lieder sind ausgereift, der Groove nicht immer gleich, aber immer sind es Good Vibes, welche er verbreitet. Lo & Leduc und Nemo haben auch bei verschiedenen Liedern mitgeschrieben und diese Handschrift hört man den Texten positiv an. Seine Art zu produzieren hört man ebenso und das gibt zusammen ein gelungenes Album, welches der Seele sehr gut tut.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Live – Ä Abe mit Fründe“ (Hitmill Records/Phonag)

Der spezielle Männerchor doppelt nach. Da sie nicht auftreten konnten stellten sie ein Live Album zusammen von ihrer letzten Tour. Die Aufnahmen entstanden zwischen Mai 2019 und Januar 2020 oder zwischen Rubigen und Zürich. Sie wählten ihre beliebtesten Lieder aus, von „So Lang“ über „Alpabfahrt“, „Mis Chind“ zu „Rote Wy“, „Blueme“ (Polo Hofer/Tinu Diem) und „Rosmarie“. Als Zusatz gibt es eine Piano Version von „Ich glaibä dra“. Nach jeweils zwei Liedern sind die Moderationen mit dabei, welche eine kleine Einleitung in das folgende Lied geben. Die Band mit Tasten, Schlagzeug, Gitarre und Bass spielt im Hintergrund, aber trotzdem sehr klar wahrnehmbar und auch sehr gut. Sie tragen wesentliches bei zum Gelingen der Konzerte. Es ist ein sehr gelungenes Album. Wie es bei Live Alben sein sollte, ist die Intensität und Emotionalität bei diesen Aufnahmen grösser, als bei den Studioalben. Dieses Album eignet sich sowohl als Erinnerung an die Konzerte von Heimweh oder um die Konzerte von Heimweh erst kennen zu lernen.

Fredi Hallauer

BRANDAO FABER HUNGER

Album: „Ich liebe dich“ (Two Gentlemen Records)

Der wird in Mundart ausgesprochen. Dino Brandao, Faber und Sophie Hunger haben gemeinsam Liebeslieder geschrieben. Grundlage ist, dass wir viel zuwenig sagen „Ich liebe dich“. So hat jede(r) der drei SängerInnen ein Lied mit diesem Titel geschrieben. Die anderen Lieder schrieben sie zusammen und auch einzeln. Aufgenommen wurde zusammen und sie unterstützen sich auch auf den Instrumenten, das trifft vor allem auf Sophie Hunger und Dino Brandao zu. Musikalisch ist dieses Album unter Lieder einzuordnen. Textlich sind die Lieder etwas durchzogen. Faber überzeugt mit seinen Liedern textlich sehr, auf seine frische und freche Art. Ein Höhepunkt ist sicher „E Nacht a dr Langstrass“. Sophie Hunger hat teils etwas kryptische Texte, singt sie aber sehr schön in ihrer gewohnten Art. Das Schlusslied „Derfi di hebe“ ist sehr berührend. Ein Album dass es in sich hat.

Fredi Hallauer

FLORIAN SCHNEIDER

Album: „Schangsongs 4“ (www.florian-schneider.ch)

Florian Schneider macht es uns Hörerinnen und Hörer nicht einfach. Was einmal schräge, düstere und unbequeme Geschichten aus dem Baselbiet waren, sind nun sehr dunkle, morbide und unangenehme Gedanken. Die meisten Lieder sind in der Ich-Form getextet. Die meisten Lieder sind destruktiv, da hat er sechs Kugeln im Lauf dort nahm er 800 Liter Nitro mit. Er kann aber auch bitter-süss romantisch sein im „Nacht am Bosporus“ oder „Rose vom Fluehbärgwald“. Deftig erotisch geht es dann im „Chnabeturner“ zu und her. In anderen Liedern geht es um verflossene Liebschaften oder ein schönes Schlaflied für ein Kind. In „Tschinderassa“ geht es dann nocheinmal mörderisch zu. Ja eigentlich sind es viele Lieder in typischer Florian Schneider Art, welche ich auch selber gut mag, aber die etwa drei Lieder sind mir doch zu morbid. Noch etwas zur Musik, die ist wie immer wunderschön. Gespielt wird sie von Roman Bislin am Keyboard und Adam Taubnitz an der Violine.

Fredi Hallauer

MANUEL STAHLBERGER & BIT-TUNER

Album: „I däre Show“ (Irascible)

Diese beiden Männer passen gut zusammen. Bit-Tuner schafft es Beats und Klangbögen zu schaffen, welche die Stimmungen der Texte aufnehmen und sie aufbauen zu einem grossen Finale, welches nie stattfindet. Manuel Stahlberger sprechsingt seine Texte von Menschen auf der trüberen Seite des Lebens, oder über diejenigen, welche im Alltag gefangen sind. Die Texte sind gute Beschreibungen, haben Humor, wenn auch einen grauen. Sehr schön ist die Beschreibung seines ersten Matchbesuchs im Stadion. Sehr dunkelgrau und gut erzählt „Loch im Augenlid“. mehr zu verraten wäre schade, dieses Album ist zum Hören da. Wer schräge Erzählungen, mit eher knappen Worten mag, liegt mit diesem Album genau richtig.

Fredi Hallauer