SCHÖRGELI

Album: „Troumfänger“ (Phono Vertrieb GmbH)

Schörgeli, das sind Daniel Thürler am Schwyzerörgeli, Fredu Mosimann am Bass und Gesang, George Schöre Müller an den akustischen Gitarren und Gesang und Matthias Kohli am Schlagzeug und Gesang. Die vier spielen Musik zwischen Volksmusik und Americana. Es gibt sowohl Lieder wie auch Instrumentalstücke zu hören. Gesungen wird meist Mundart aber auch französisch. Mit einer Ausnahme sind es alles Eigenkompositionen. Es ist eine vielseitige Musik die da zu hören ist. Da klingt es nach Mundart Cajun und dort ein bisschen nach Span, hier nach englischer Volkstanzmusik und irgendwo einfach nach schöner Musik. Die Kompositionen sind unterschiedlich gelungen. Manchmal überzeugt das Örgeli mit fantasievollem Spiel, ein andermal sind es die Gitarren, es gibt aber Momente da fehlt plötzlich die Fantasie. Das ist ein kunterbunter Musikstrauss, welcher einem die Träume einfangen kann. Ein Album für die Gemütlichkeit.

Fredi Hallauer

AVIELLE

Album: „Oread“

Avielle lebt in der Schweiz und hat arabisch – jüdische Wurzeln. Sie lebte schon fast überall auf der Welt und ist vielleicht die typische Weltenbürgerin. Sie ist aber auch Singer/Songwriterin mit Gitarre und zelbriert einen Stil zwischen Folk, Jazz und Americana. Avielle ist inspiriert von der Musik der späten 60iger Jahre, als Musik noch ein Teil von Pazifismus und sozialer Revolution war. Die Songs hat sie in den Schweizer Alpen geschrieben und der Albumtitel weist darauf hin, denn Oreaden sind in der griechischen mythologie, Bergnymphen. Sie erzählt in ihren Songs viel von der natur, den Bergen, Pflanzen und Tieren, vom Wind und Wetter und macht dies als Sinnbild für die Menschheit und die Gesellschaft. Avielle singt mit einer warmen Alt-Stimme und lässt es einem sehr angenehm werden, wenn man ihr zuhört. Ein aussergewöhnliches Album.

Fredi Hallauer

MALA OREEN

Album: „Awake“ (TOURBOmusic)

Die in Luzern lebende schweizerische-amerikanische SingerSongwriterin widmet ihr musikalisches Schaffen ganz dem amerikanischen Folk. Als Singer/Songwriterin ist sie nun zu hören in ihrem Soloprojekt, vorher spielte sie auch schon Alben mit Band ein. Ja ganz Solo ist sie nicht immer, es haben da und dort Musiker mitgespielt. Sie selber spielt Gitarren und Violine und das sehr gut. Auffallend ist aber ihre Stimme. Eine klare und reife Stimme und genau so reif sind auch die Songs herausgekommen. Mala Oreen nahm dieses Album in den Staaten auf und sie singt auch viel über Amerika und so klingt das ganze Album sehr authentisch. Beim Hören vergisst man schnell, dass dies eine Schweizer Künstlerin ist und man sie eigentlich auf unseren Bühnen hören müsste.

Fredi Hallauer

CHRISTOPH BÜRGIN

Album: „Jäger und Sammler“ (info@christophbuergin.ch)

Der Schaffhauser Musiker hat ein weiteres wunderschönes Liedermacher Album veröffentlicht. Dieser Satz wird dem Album nicht wirklich gerecht. Er singt elf Lieder, welcher er zum grösseren Teil selber geschrieben hat und zum Teil adaptiert in den Dialekt von Schaffhausen und dazu spielt er und einige Musiker*innen wunderschöne Musik zwischen Folk und Americana. Beginnen wir bei der Musik. Christoph Bürgin spielt akustische und elektrische Gitarren, Dobro, Bouzouki und Appenzeller Hackbrett. Dazu spielen verschiedene bekannte Leute aus der Schweizer Musikszene Cello, Schwyzerörgeli, Violinr, Viola, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboards, Programming, Perkussion und dazu Backing Vocals und eine Hornsection bläst auch noch kräftig mit. Die Texte der Lieder sind sehr engagiert. Christoph Bürgin versteht es Geschichten zu erzählen, er tut das auch mit ruhigem Gesang und sein Gesang ist wirklich in einem Erzählmodus. Er erzählt uns von den amerikanischen Bomben welche 1944 auf Schaffhausen fielen, von der Schrift an der Wand in Genua mit einem Satz den Fabrizio André sagte, welcher aus der Bibel stammt und bei den Behörden für Unbehagen sorgt, er erzählt von den Bremer Stadtmusikanten und den Auswanderern aus Schaffhausen, von den Nachtzügen nach Süditalien und als Adaption von Carl Michael Bellman in Anlehnung an Fritz Widmer vom Sonntag oder von der letzten Stunde. Dies ist ein Album welches einem vom ersten bis zum letzten Ton gefangen nimmt und dazu eines der besten Liedermacher Alben der letzten Zeit.

Fredi Hallauer

Das Album ist in einem Büchlein mit den Texten in Mundart, hochdeutschen Übersetzungen und Erläuterungen, sowie ein paar Kurzgedchichten /Texte, welches ich hier zu einem späteren Zeitpunkt bespreche.

PALE MALE

Album: „Season Finale“ (Phonag)

Der Genfer Musiker debütiert mit diesem grandiosen Album. Musikalisch bewegt er sich zwischen Folk, Americana und 80iger Rock. Wichtig ist, alle Instrumente wurden gespielt und nicht gesampelt oder mittels Sinthi erzeugt. Da sind wunderschöne Streicherpassagen, majestetische Bläser. eine Lapsteel Gitarre, Backgroundgesang, neben Gitarren, Bass und Schlagzeug. Dazu kommen die schönen Melodien mit viel Wiedererkennungswert. Was wäre die wundervolle Musik ohne den textlichen Inhalt. Auch der stimmt bei Pale Male. Er erzählt aus seinem Leben und Beobachtungen, welche er machte. So zum Beispiel von der Landflucht der spanischen ländlichen Bevölkerung. Sein Vater ist Spanier und kommt aus einem Dorf, welches heute mehr oder weniger eine Ruine ist. Persönlich wird es, wenn er von seiner schmerzhaften seltenen Krankheit erzählt, der Psoriasis-Arthritis. Eines ist zu hoffen, dass noch mehr so tolle Alben von Pale Male erscheinen und dass man ihn bald einmal auf unseren Bühnen erleben darf.

Fredi Hallauer