KASCHMIR

Album: „Gold“ (kaschmirband.ch)

Da kommt noch ein Album daher, das sich gewaschen und unheimlich stark und eigenständig ist. Aber beginnen wir von vorne. Der Band Name hat nichts mit Geografie oder Wolle zu tun, man lese ihn auf Schweizerdeutsch. Die Band ist ein Quartett bestehend aus Jessie Wezel am Gesang, E-Gitarre und akustische Gitarre; Thomas Marmier, Gitarren, Mandoline und Chörli; Philippe Mathys am Schlagzeug und Luca Leombruni am Kontrabass und E-Bass. Musikalisch ist es entspannter Americana und dazu der Gesang von Jessie Wetzel mit einer sehr jungen Stimme aber gereiften Texten. Sie plappert in Gesangsform über das Leben, das Scheitern und den Tod in einer sexy Art, wie es noch nie oder sehr selten in Mundart gehört wurde. Dazu immer die wunderschöne Musik mit E-Gitarren, Lapsteel Gitarre, wiegendem Bass. Aber wer sich so schön aufgehoben fühlt in diesen Klängen wird plötzlich durch andere Töne geweckt und dann kommt dazu eine Textzeile die zu denken gibt. Ein sehr cleveres Bandkonzept und Mundartpop den man so noch nie gehört hat. Achtung dieses Album kann süchtig machen.

Fredi Hallauer

SCHÖRGELI

Album: „Troumfänger“ (Phono Vertrieb GmbH)

Schörgeli, das sind Daniel Thürler am Schwyzerörgeli, Fredu Mosimann am Bass und Gesang, George Schöre Müller an den akustischen Gitarren und Gesang und Matthias Kohli am Schlagzeug und Gesang. Die vier spielen Musik zwischen Volksmusik und Americana. Es gibt sowohl Lieder wie auch Instrumentalstücke zu hören. Gesungen wird meist Mundart aber auch französisch. Mit einer Ausnahme sind es alles Eigenkompositionen. Es ist eine vielseitige Musik die da zu hören ist. Da klingt es nach Mundart Cajun und dort ein bisschen nach Span, hier nach englischer Volkstanzmusik und irgendwo einfach nach schöner Musik. Die Kompositionen sind unterschiedlich gelungen. Manchmal überzeugt das Örgeli mit fantasievollem Spiel, ein andermal sind es die Gitarren, es gibt aber Momente da fehlt plötzlich die Fantasie. Das ist ein kunterbunter Musikstrauss, welcher einem die Träume einfangen kann. Ein Album für die Gemütlichkeit.

Fredi Hallauer

AVIELLE

Album: „Oread“

Avielle lebt in der Schweiz und hat arabisch – jüdische Wurzeln. Sie lebte schon fast überall auf der Welt und ist vielleicht die typische Weltenbürgerin. Sie ist aber auch Singer/Songwriterin mit Gitarre und zelbriert einen Stil zwischen Folk, Jazz und Americana. Avielle ist inspiriert von der Musik der späten 60iger Jahre, als Musik noch ein Teil von Pazifismus und sozialer Revolution war. Die Songs hat sie in den Schweizer Alpen geschrieben und der Albumtitel weist darauf hin, denn Oreaden sind in der griechischen mythologie, Bergnymphen. Sie erzählt in ihren Songs viel von der natur, den Bergen, Pflanzen und Tieren, vom Wind und Wetter und macht dies als Sinnbild für die Menschheit und die Gesellschaft. Avielle singt mit einer warmen Alt-Stimme und lässt es einem sehr angenehm werden, wenn man ihr zuhört. Ein aussergewöhnliches Album.

Fredi Hallauer