CYRIL CYRIL

Interview

Am Zermatt Unplugged sprach Fredi Hallauer mit Cyril Cyril

Album: „Certaine Ruines“ (Bongo Joe Records)

Die beiden erfahrenen Musiker heissen beide Cyril und kommen beide aus Genf, aber aus verschiedenen Musikrichtungen. Der Eine spielt Saiteninstrumente, der Andere Schlagzeug und Perkussion, beide spielen Orgel und singen. Der Eine kommt vom Folk, der andere vom Jazz und Freejazz. Nun nähern sie sich musikalisch an. Entstanden ist spannende Musik. Die zehn Stücke, gesungen auf französisch und arabisch (der eine Cyril kommt ursprünglich aus dem Libanon) sind eine Mischung aus Folk mit starker Perkussion und einem orientalischen Groove. Es ist erstaunlich was zwei Musiker ohne Elektronik zustande bringen. Cyril Cyril spielen sehr spezielle eigenständige Musik, welche ein gewöhnungsbedürftig ist, aber wenn man mutig eingetaucht ist, kann man diesen Sound geniessen.

Fredi Hallauer

TONI VESCOLI

Album: „Gääle Mond“ (Cereus/CeDe.ch)

Toni Vescoli ist mit 77 Jahren immer noch unverwüstlich und nun wieder da mit einem neuen Mundartalbum. er nahm es teils in Texas mit seinen dortigen Musikerkollegen auf und die anderen Lieder alleine bei sich zuhause. Bei den sieben Liedern aus Texas sind Fiddle, Akkordeon, Keyboards, Bass, Schlagzeug, Perkussion und 12 saitige Gitarre und Stimme zu hören. Bei den selber aufgenommenen Liedern sind es Tonis Stimme, Gitarren, Mundharmonika und Perkussion. Der Sound ist super und Toni Vescoli typisch, zwischen Rock, Folk, TexMex und Blues. Bemerkenswert sind die Texte. Toni Vescoli ist aufmüpfig wie selten. Er singt von den Problemen auf dieser Welt, der Globalisierung, der Digitalisierung, aber auch ein schönes Lied für Pfarrer Sieber mit dem Aufruf an andere Pfarrer auch so zu sein. Über das Recht das Kinder ,Kinder sein dürfen und vieles mehr. Spass und Augenzwinkern ist auch dabei, wenn er von den fitten Alten singt. Auf diesem Album gibt es viel zu hören und auch viele Gedankenanstösse.

Fredi Hallauer

DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

Album: „White Creatures“ (Mouthwatering Records)

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Die Musik von Black Sea Dahu ist so geheimnissvoll wie der Bandname oder das Fabelwesen Dahu aus dem Jura oder der Albumtitel. Janine Cathrein, die Sängerin hat dazu noch eine ebenso geheimnissvolle Stimme, schön, berührend, manchmal leicht angerauht. Die Songs sind folkig mit einem spärlichen Instrumentarium begleitet und sehr zurückgemischt um an einzelnen Stellen zu einem ganzen Orchester anzuwachsen. Diese acht etwas längeren Songs zwingen einem zuzuhören und belohnen einem mit einem Ohrenschmaus. Für mich ein Album für die Liste, Album des Jahres.

Fredi Hallauer

PIGEONS ON THE GATE

Album: „Chasing Suns“ (Tourbo Music)

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Die Schweizer irish Band um Lajescha und Roger O’Dubler haben ihrem zeitgenössischen Irish Folk etwas mehr Pop beigefügt. irgendwie läuft das heute unter Indie-Folk, für mich Folkrock oder Folkpop. Das Schlagzeug hämmert einen fast punkigen Beat, die Flöte jubiliert und der Gesang ist mal lieblich elfenhaft und dann wieder Whisky geschwängert oder laut. Sehr schön sind die Songs wie „Road to Corofin II“ wo sich die Flöte und die E-Gitarre im Duett treffen. Pigeons On The Gate können da im Ressort Folk bei den grossen Gruppen mithalten, sie spieln mit viel Leidenschaft und gehen kreativ mit dem Begriff Folk um. Es wäre schön sie öfters zu sehen und zu hören.

Fredi Hallauer

LOS GATILLOS

Album: „Los Gatillos“ (Gutfeeling Records/Irascible)

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Das Trio besteht aus Pierre Omer (u.a. Dead Brothers), Money B. (Hells Kitchen) und Fred Raspail aus Genf und Lyon. Alle drei singen und sechs Hände spielen die Instrumente. Gesungen wird in Englisch, Deutsch und Französisch. Musikalisch kommen die drei von etwas verschiedenen Stilrichtungen mit mehr Folk, oder mehr Blues oder dem Swing. Zusammen lassen sie diese Schubladen liegen und machen einfach Musik mit viel Spass, etwas gespenstig manchmal, vielleicht passen sie in die Schublade Folk Noir. Entstanden sind Los Gatillos aus Spass und plötzlich hatten sie genügend Songs für ein Album. Der Spass scheint immer noch da zu sein und die Qualität von guten Songs ebenfalls.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Vom Gipfel Is Tal“ (Hitmill/Phonag)

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Der bereits bekannte Männerchor der besonderen Art ist wieder zurück. Es hat einige positive Neuerungen bei den Liedern gegeben. Die Männer sind noch dieselben und somit auch die Mischung der Dialekte. Der Vortrag der Lieder hat sich geändert, nicht jedes Lied wird von Jodel begleitet, sondern das eine oder andere Lied ist ziemlich Folkpop. Was ebenfalls positiv zu vermerken ist, dass es immer noch eine Schönwetter Musik ist, und das wollen sie ja sein, nämlich die Herzen erfreuen. Trotzdem ziehen da und dort auf dem Weg vom Gipfel ins Tal Nebelschwaden vorbei. Ein schönes Beispiel ist „Di Bueb“. Lustig gelungen ist „Langnau im Ämmital“ wo die Geschichte erzählt wird von einer Begegnung mit einer schönen Frau im Zug von Bern bis Luzern, sie steigt in Langnau aus, er versucht ihr wieder zu begegnen. Die Geschichte kennt man, aber nicht diese lustigen Reimereien mit den Ortschaften von Ostermundigen bis Entlebuch. Ich finde dieses Album gelungen und wie es weitergeht darf man gespannt sein.

Fredi Hallauer