JULIA HEART

EP: „Julia Heart“ (Little Jig Records)

Julia Heart ist Julia Herzog und war die Sängerin mit der unglaublichen Stimme von The Konincks, der harten Bluesrock Band aus Luzern. Nun ist sie musikalisch leiser und weicher unterwegs, aber immer noch hört man den Blues herumschwirren. Julia Heart singt Folk, Americana und Bluesiges. Ihre Stimme ist geblieben und die haut einem einfach um. Diese starke, rauchige und etwas rauhe Stimme kommt nicht oft vor. Auch ihr Timbre beim Singen muss man gehört haben. Nach diesen vier Songs darf man auf mehr gespannt sein. Julia Heart müsste eigentlich auf jeder Bühne dieses Landes auftreten und alle Auszeichnungen von Best Talent bis weiss ich was einsammeln.

Fredi Hallauer

MEIMUNA

EP: „Amour“ (Radicalis)

Meimuna sind eine Komponistin, Sängerin und Gitarristin aus dem Wallis, und ein Gitarrist, welche mit sehr ruhigen berührenden Chanson die Herzen berühren. Sie bewegen sich zwischen Folk, NeoKlassik und leichtem Pop. Sie singt französischem und das über die Liebe in vielen Facetten. Das speziele bei Meimuna ist ihre Stimme, welche wirklich sofort berührt und einem in ihren Bann zieht ob man will oder nicht.

Fredi Hallauer

EGLI

Album: „Filet“

Dieses Album ist etwa zehn Jahre alt, aber erst jetzt in meine Finger gekommen, bzw im CD-Player gelandet und es ist so stark, dass es besprochen werden muss. Egli das ist Hansruedi Egli aus Bern, Gitarrist und Liedermacher. Er tritt nicht allzuoft auf und auch Alben sind nur wenige von ihm erschienen in den letzten über 40 Jahren. Bei diesem Album hat er von den besten Musikern zusammen gebracht. Andy Narell am Steeldrum, Solis String Quartett, Kaiser Twins am Schlagzeug und Bass, Voxtasy und Oberstufe Vechigen für den Chorgesang und noch einige mehr. Wer jetzt hier ein Album eines Gitarristen erwartet, bekommt das nicht. Es ist ein Folkpop Album mit Mundartliedern die teils recht tief gehen, philosphische Betrachtungen, Mutmacher Lieder, oder eine eigenwillige Interpretationen von „Sidi“ von Mani Matter oder vom „Simelibärg“. Dazwischen gibt es auch mal ein schönes folkiges Gitarrenstück. Die Lieder und die Musik von Hansruedi Egli verdienen viel mehr Beachtung als das bisher geschehen ist. Für mich ist das gerade mein Lieblingsalbum geworden.

Fredi Hallauer

CYRIL CYRIL

Interview

Am Zermatt Unplugged sprach Fredi Hallauer mit Cyril Cyril

Album: „Certaine Ruines“ (Bongo Joe Records)

Die beiden erfahrenen Musiker heissen beide Cyril und kommen beide aus Genf, aber aus verschiedenen Musikrichtungen. Der Eine spielt Saiteninstrumente, der Andere Schlagzeug und Perkussion, beide spielen Orgel und singen. Der Eine kommt vom Folk, der andere vom Jazz und Freejazz. Nun nähern sie sich musikalisch an. Entstanden ist spannende Musik. Die zehn Stücke, gesungen auf französisch und arabisch (der eine Cyril kommt ursprünglich aus dem Libanon) sind eine Mischung aus Folk mit starker Perkussion und einem orientalischen Groove. Es ist erstaunlich was zwei Musiker ohne Elektronik zustande bringen. Cyril Cyril spielen sehr spezielle eigenständige Musik, welche ein gewöhnungsbedürftig ist, aber wenn man mutig eingetaucht ist, kann man diesen Sound geniessen.

Fredi Hallauer

TONI VESCOLI

Album: „Gääle Mond“ (Cereus/CeDe.ch)

Toni Vescoli ist mit 77 Jahren immer noch unverwüstlich und nun wieder da mit einem neuen Mundartalbum. er nahm es teils in Texas mit seinen dortigen Musikerkollegen auf und die anderen Lieder alleine bei sich zuhause. Bei den sieben Liedern aus Texas sind Fiddle, Akkordeon, Keyboards, Bass, Schlagzeug, Perkussion und 12 saitige Gitarre und Stimme zu hören. Bei den selber aufgenommenen Liedern sind es Tonis Stimme, Gitarren, Mundharmonika und Perkussion. Der Sound ist super und Toni Vescoli typisch, zwischen Rock, Folk, TexMex und Blues. Bemerkenswert sind die Texte. Toni Vescoli ist aufmüpfig wie selten. Er singt von den Problemen auf dieser Welt, der Globalisierung, der Digitalisierung, aber auch ein schönes Lied für Pfarrer Sieber mit dem Aufruf an andere Pfarrer auch so zu sein. Über das Recht das Kinder ,Kinder sein dürfen und vieles mehr. Spass und Augenzwinkern ist auch dabei, wenn er von den fitten Alten singt. Auf diesem Album gibt es viel zu hören und auch viele Gedankenanstösse.

Fredi Hallauer

DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

Fredi Hallauer

SCHLAMASSEL

Album: „Schlamassel“ (schlamassel.ch)

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Schlamassel ist eine Folkband aus Bern, welche mit ihrer Musik so richtig Dampf machen können. Sie spielen vorwiegend Stücke aus Osteuropa, das heisst aus Bulgarien, der Türkei, Russland, Mazedonien, Musik von den Roma und jiddische Lieder. Diese CD ist nicht mehr neu (2015),  aber die aktuelle CD der Gruppe, welche ich erst jetzt entdeckte. Die Band besteht aus zwei Violinen, Tenorsaxophon und Klarinette, Gitarre, Bass und Perkussion und Gesang. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus allen verschiedensten Sparten, was eine sehr lebendige eigene Musik ergibt. Mitten in einem Stück der Roma klingt das Saxophon plötzlich jazzig, die akustische Gitarre schrammelt nicht nur sondern da ist viel Flatpicking zu hören, die Geigen haben einen irischen und einen klassischen Touch und die Sängerin singt sich stilsicher durch das ganze Schlamassel. Eine Band welches es Wert ist anzuhören.

Fredi Hallauer