KUNZ

Album: „Stadt Land Fluss Poet“ (Universal Music Switzerland)

Kunz hat zwölf neue Lieder für sein siebtes Studioalbum aufgenommen. Es sind Lieder über die „Kleinigkeiten“ im Leben. Alle Geschichten handeln vom Glück und vom Glücklichsein. Folkballaden und Pophymnen wechseln sich ab. Hervorragend gelungen ist das Duett mit Anna Känzig „Die ganzi Wäut“. Vielfach sind es spärlich instrumentierte Stücke, und dabei kommt sowohl die Musik, die einzelnen Instrumente als auch der Gesang gut zur Geltung. Das Album tönt immer noch nach Kunz. Es ist Wohlfühlmusik für den Alltag. Die Texte sind nicht tiefschürfend, aber schön. Das, was man benötigt zum Glücklichsein.

Fredi Hallauer

PINA PALAU

Album: „You Better Get Used To It“ (Mouthwatering Records)

Die Sängerin präsentiert auf ihrem neuen Album wunderschönen Folk und rohen Indie Rock. Dazu kommt noch Americana wie er nicht schöner gespielt werden könnte. Die Songs handeln von Herzschmerz und Verliebtsein. Es ist eine Art Tagebuch von Gesprächen, welche zwischen Menschen geführt werden sollten. Es sind Texte vom Frust über alte Verhaltensmuster bis zu neuen Klangfarben der Liebe. Pina Palau singt es mit einer klaren Stimme, welche da und dort mal zerbrechlich tönt und dann wieder sehr bestimmt. Mit diesem dritten Album gelang es Pina Palau, weitere Schritte voranzugehen, und sie verdient damit sehr viel Beachtung.

Fredi Hallauer

BLACK SEA DAHU

Album: „Everything“ (Mouthwatering Records)

Black Sea Dahu veröffentlicht ihr drittes Album. Die Geschwister in der erweiterten Familienband verloren vor ein paar Jahren ihren Vater. Die Trauer um ihn und die Sehnsucht nach ihm sind immer noch vorhanden. Aus dieser Situation entstanden die neuen Songs. Sie handeln von Trauer, Trost, Sehnsucht und Orientierungslosigkeit. Das alles ist nicht nur in den Worten zu hören, sondern auch in der Musik. Manchmal ist es eine einsame Gitarre, dann wieder orchestraler, aber immer auf der traurigen, melancholischen Seite. Dazwischen wird ein Synthesizer eingesetzt, welcher nicht so gut in das gesamte Klangbild passt. Ansonsten ist es ein gut produziertes und vom Sound her ein schönes und klares Album.

Fredi Hallauer

MATTIU

Album: „Aura“ (Radicalis Records/The Orchard)

Mattiu wuchs in einer Tradition auf, in der viel gesungen wurde. Dazu kam sein Wohnort, der vorwiegend Natur war. Natur mit aller Schönheit und vielen Gefahren. Er wuchs rätoromanisch auf. Was liegt also näher, als dass er singt, auf Rätoromanisch und über die Natur? Seine Lieder pendeln zwischen Folk und Bass- schlagzeuggetriebenen Songs. Alles sehr ruhig. Er begleitet sich an Gitarre und Piano. Er singt mit klarer, schöner, lieblicher und sanfter Stimme. Das erste Lied ist verschlungener Gesang mit mehreren Stimmen. Es wurden zehn abwechslungsreiche Songs. Der Gesang und der Klang schaffen es, die Geschichten zu erzählen, ohne die Texte zu verstehen.

Fredi Hallauer

VERONIKA’S NDIIGO

Album: „A Pocket Full Of Rainbows“ (ndiigo.ch)

Diese Band hat viele Regenbögen in der Tasche und zeigt sie uns mit ihrer Musik. Sie bauen Brücken mit Sound und Farben von ihren Herzen zu unserem Herz. Nun, wer sind diese Brückenbauer:innen. Es sind Veronika Stalder (Gesang, Gitarre, Geige, Nyckelharpa), Oli Hartung (akustische Gitarre, Backing Gesang), Antonio Schiavano (akustische Bassgitarre, Backing Gesang) und Samuel Baur (Perkussion, Backing Gesang). Auf diesem Album sind noch bei diesem und jenem Stück Gäste dabei, das sind Patrizias Dräger (Akkordeon), Matthieu Michel (Flügelhorn), Emilia Amper aus Schweden (Nyckelharpa), Amine Mraini aus Tunesien (Oud), Anette Odimer aus Norwegen (Backing Gesang) und Patrizia Stalder (Backing Gesang). So vielseitig wie die Zusammensetzung klingt auch die Musik. Veronika Stalder singt Englisch und Spanisch und weitere Sprachen. Das sind wunderschöne Klänge und Lieder, ruhig und doch bewegt, mit dezentem, aber bestimmtem Rhythmus und sehr filigranen Klängen der Instrumente. Die berührende Stimme von Veronika Stalder klingt wundervoll. Die Gitarren bilden das feine Geflecht, Bass und Perkussion sind die luftigen Säulen der Brücke, sodass der Gesang darüber schweben kann. Ein aussergewöhnliches Album.

Fredi Hallauer

TINY SATELLITE

Album: „Your Smile Lives In Me“ (Irascible)

Tiny Satellite ist das Soloprojekt des Singer/Songwriters und Produzenten Giovanni Vicari aus Basel. Er präsentiert mit den Texten seine Zerbrechlichkeit und mehr aus seinem Seelenleben. Die Musik ist elektronisch bearbeiteter Folk, ohne Beats, und auch der Gesang hat Bearbeitungen erfahren. Es sind ästhetische Songs darunter. Besonders gefällt mir „Driving & Longing“, er könnte aus den 60gern sein. Ansonsten sind die Songs etwas gleichförmig.

Fredi Hallauer

NADINE CARINA

Album: „The Blue Hour“ (A Tree In A Field Recording)

Nadine Carina ist nach einer Babypause zurück. Sie schrieb neue Lieder in den Tessiner Bergen. Ihre Musik ist weniger elektronisch, sondern mehr analog. Ukulele und Gitarre sind die hörbaren Instrumente, dazu elektronische Manipulationen. In den zehn Songs lebt sie die Ruhe, die Stimmung der Blauen Stunde, genau bevor die Sonne unter- oder aufgeht. Mir sind diese Lieder zu minimal und zu ruhig, zumindest wenn man das Album als Ganzes hört.

Fredi Hallauer

LOST IN LONA

Album: „The Killer“ (Mouthwatering Records)

Das Duo aus Basel und Zürich überzeugt weiterhin mit ihrer schönen und unkomplizierten Musik. Gitarren und schöne Stimme dominieren den Sound. Lost in Lona erzählen auf diesem Boden ihre Geschichten und da lohnt es sich hinzuhören. Indie Folk oder Singer/Songwriter könnten die Schubladen heissen, für diejenigen, welche eine brauchen. Vielleicht tönen viele Stücke etwas ähnlich, was aber bei dieser Schönheit nichts macht, und die Geschichte ist jeweils eine andere. Musik zum hinsetzen oder legen und einfach Zuhören.

Fredi Hallauer

LUUMU

Album: „S’Goldige Rad“

Luumu ist eine Formation um die Pianistin, Sängerin und Komponistin Adina Friis. Die Formation gibt es in immer wieder neuer Besetzung seit einigen Jahren, aber dies ist das erste Album in Mundart. Luumu spielte ursprünglich Jazz und jetzt ist es Kammerpop, Folk und noch einiges an Jazz. Die Musik ist genial, mit Streichern und Bläsern angereichert, aber auch sattem Bass und solidem Schlagzeug. Gerade dem Schlagzeug merkt man den Jazz immer wieder an und natürlich den Kompositionen. Gerade die Disharmonien in den Liedern, machen sie etwas sperriger. Die Texte erzählen Geschichten aus dem Leben, sind Poesie, trotzdem holpern sie in dieser Singform hier und dort. Diese Lieder schmeicheln sich bisher nicht in meine Ohren, obwohl die Musik es tut.

Fredi Hallauer

SELVEYA

Album: „Aliver“

Das Quartett setzt sich zusammen aus Gitarre und Gesang, Geige, Hackbrett und Kontrabass. Die drei Frauen und der Mann kommen aus Südfrankreich/London, Genf, Bern und dem Bündnerland. Bereits diese Zusammensetzung tönt sehr spannend. Sie spielen Folk mit Einflüssen aus dem keltischen, Frankreich und der Schweiz, würzen diese Klänge mit Chanson- und Popelementen. Gesungen wird Englisch, Französisch und Spanisch. Die Gesangsharmonien des Quartetts sind aussergewöhnlich schön. Die Instrumente kommen alle bei dieser sauberen Produktion hervorragend zur Geltung. Alle dürfen mal den Lead übernehmen, so machen die verschiedenen Wechsel die Musik sehr interessant. Die Musiker:innen beherrschen ihre Instrumente und entlocken ihnen durch die verschiedensten Spieltechniken auch mal ungewöhnliche Töne. Selveya gehört auf die Folkbestenlisten.

Fredi Hallauer

MARK KELLY & THE PEACEFUL WARRIORS

Album: „Hope“ (Hairy People/Irascible)

Der Musiker aus Vevey wollte nach Soloalben wieder mit einer Band musizieren und fand gute Musiker:innen aus den verschiedensten Genres. Das sind nun die Peaceful Warriors. Gesungen wird englisch. Musikalisch pendelt die Musik zwischen Folk, Afrobeat, einer Prise Funk und ein Schuss Pop, da und dort noch etwas Country. Diese Mischung macht den Sound sehr interessant. Die Stimme von Mark Kelly ist etwas nasal und in der Tenorlage und wirkt dadurch sehr markant. Die Texte versteht man gut. Er singt vom friedlichen Umgang mit dem, was einem das Leben bereithält, er singt von Vergebung und wie wir sie zum Besseren verändern können. Ein sehr spannendes Album.

Fredi Hallauer

STAIN OF LIGHT

Album: „Stain Of Light“ (Irascible)

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Die Band aus Yverdon-Les-Bains spielt auf ihrem Debüt Album erfrischenden Folk und Indie Folk. Banjo, Gitarren und Dobro Klänge legen sich unter den Harmoniegesang. Selbstverständlich fehlt auch der Bass und das Schlagzeug nicht. Da und dort werden auch andere Instrumente dazugenommen. Sie singen Englisch. Stain Of Light ist offiziell immer noch ein Duo, aber auf dem Album und der Bühne werden sie von drei Familienmitgliedern und Freunden verstärkt. So ist der Gesang mit der Harmoniestimme einer zweiten Frau besonders gelungen. Die Kompositionen sind vielseitig und diese Musik tut sehr wohl und ist hoffentlich auch einmal in der Deutschschweiz live zu hören.

Fredi Hallauer

MOIRA X OTRAVA

Interview:

Am Zermatt Unplugged sprachen Fredi und Kathrin Hallauer mit Moira X Otrava

Album: „Planet Moirava“ (TURBOmusic)

Moira X Otrava ist ein gelungener Zusammenschluss der Sängerin und Keyboarderin Moira mit der Balkan/Klezmer Band Otrava. Da geht auch auf dem Album ziemlich die Post ab. Otrava spielt mit Trompete, Posaune, Klarinette, Akkordeon, Geige, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Mitglieder von Otrava singen ebenfalls. So entstand eine grosse musikalische Palette mit Frauen und Männerstimmen, teils auch gemeinsam. Musikalisch ist es einfach Folk, stark von Osteuropa beeinflusst, aber auch Chanson, Jazz und Pop sind zu hören. Gesungen wird in den verschiedensten Sprachen, auch Französisch und Mundart. Das ist für mich ein Wow Album. Da ist Energie vorhanden, aber auch Melancholie, hohe Musikalität und viel Spass. Man muss sich einfach auf den Planet Moirava begeben, es ist ein Erlebnis, das sich lohnt.

Fredi Hallauer

TAL ARDITI

EP: „Close Your Eyes“ (Mouthwatering Records)

Tal Arditi ist mit einer neuen EP zurück. Es sind sechs schöne Songs zwischen Folk und Elektro. Manchmal ist die akustische Gitarre dominant und dann kommt der Electro wieder mehr zum Zug. Die Songs sind ruhig, wie wir das von Tal Arditi kennen. Der letzte Song geht etwas mehr als dreissig Sekunden, er fasst aber alle Texte zusammen mit „Hör nicht auf, an dich selbst zu glauben“. Ehrliche, leicht introvertierte Songs für Geniesende.

Es ist im Moment nur dieses Live Acoustic Video verfügbar, was nicht ganz der Musik auf dem Album entspricht.

Fredi Hallauer

LONG TALL JEFFERSON

Album: „Old Sun, New Horizon“ (Mouthwatering Records)

Der Zürcher Singer/Songwriter präsentiert sein viertes Album. Seine Songs sind feine Songs mit wunderschöner akustischer Gitarre. Bei einem Teil der Songs ist eine Band mit dabei, welche sich aber gut im Hintergrund hält, sodass der Gesang wirklich zur Geltung kommt. Die E-Gitarre passt hervorragend zu der akustischen Gitarre in diesen Songs. Die Musik pendelt zwischen Folk, Indie Folk und Americana. Long Tall Jefferson singt hoffnungsvolle Lieder zwischen sonnigem und wolkigem Wetter, von der Stimmung her.

Homepage: https://www.longtalljefferson.com/

Fredi Hallauer