VERONICA FUSARO

EP: „Sunkisses“ (Deep Dive Music/Phonag Records)

Ein Jahr ist vorbei und Veronica Fusaro mit der dritten EP auf dem Markt. Sie ist von der Sonne geküsst und glücklich, so kommen auch die Songs daher. Eine Übersetzung aus dem Song „Lie To me“ lautet in etwa so: „Draussen herrscht Kälte, die Welt ist voller Lügen. Bleib doch noch ein bisschen, trink noch eines. Du kannst mir ruhig lauter Märchen auftischen, denn die Welt in unserem Zimmer ist viel zu schön, als dass es drauf ankäme, ob sie wahr sind.“ So ungefähr, aber natürlich viel poetischer und vor allem melodischer beschreibt Fusaro eine Stunde des Glücks. Ihre fünf Songs tönen perfekt in ihrem eigenen, Gitarren orientiertem Pop. Eigentlich gehört sie eher zu den Singer/Songwriterinnen, welche ihre Songs popig verpackt. Sie erzählt von Berg- und Talfahrten oder wie es ist wenn man einen alten Freund, den man sehr gut kannte, wieder einmal trifft. Zuhören ist angesagt, bei der Thunerin mit Zukunft.

Fredi Hallauer

SPORTELLI

Live: Albumtaufe in der La Cappella am 8. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer


Sportelli trat im Trio auf, mit Lea Meyer (Cello, Gitarre, Keys, Loops und Backings) und Christine Wyder (Drums und Backings). Er selber spielte die verschiedensten Gitarren, Loops und er sang. Der Sound war meist recht trocken, auch das Cello verströmte nicht die romantische Wärme, sondern es rockte, das Schlagzeug rumpelte erfrischend. Sportelli spielte die Gitarren oft perkussiv. Der Soudn war irgendwie Postpunk oder Alternativ Singer/Songwriter. Die Stimme von Sportelli klang grossartig mit dem Touch der australischen Singer/Songwriter. Die Arrangements klangen spannend, oft kam zum Schluss auf dem Cello ein Feuerwerk, das dann abrupt endete und das Stück war aus. Das Repertoire umspannte die ganze Schaffensperiode von Sportelli. Der Schwachpunkt, oder wo es noch etwas zu verbessern gibt, war die Technik. Beim Umstellen mit den Fusstasten bei Sportelli, war oft der Sound zu extrem verschieden in Lautstärke und Hall, das störte die Stimmung welche das Trio vorher aufgebaut hatten. Dieser gelungene Abend des sympathischen Trios endete mit drei Zugaben.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

Album: „Fear & Courage“ ( Jungle Ocean Records/ iGroove)

Sportelli aus dem Berner Seeland spielt auf seinem neuen Album interessante Singer/Songwriter Musik. Die Gitarren und Loops, dazu Schlagzeug, Cello und Tasten. Die Songs sind ruhig gehalten. Sie erzählen von dem Mut sichauf den Weg zu machen und Neues zu entdecken, vielleicht auch solches vor dem man Angst hat. Die Türen müssen hinter sich geschlossen werden, damit man neue aufmachen kann. Das Ganze tönt traumwandlerisch und bringt das Kopfkino in Betrieb. Für meinen Geschmack ist etwas viel Audiotune bei der Stimme, aber vielleicht ist es gewollt, um das träumerische zu bewirken.

Fredi Hallauer