Zermatt Unplugged

2018

BERICHT VON DEN KONZERTEN

Dienstag 10.April

Bild Fredi Hallauer

Veronica Fusaro eröffnete den ersten Abend im Taste Village ganz Solo mit ihrem Loopgerät. Sie begeisterte das zahlreich erschienene Publikum mit ihrem eigenwilligen Stil. Ihre Stimme berührte und sie verstand es verschiedene Stimmungen hinzu zaubern. Mit Beatboxen machte sie manchmal richtig Dampf. Es war ein wunderschönes Konzert.

Bild Fredi Hallauer

The Soul übernahmen die Bühne im Taste Village. Sie spielten ihre Songs wirklich in wunderschönen Unplugged Arrangements und dabei kam ihr mehrstimmiger Gesang sehr gut zur Geltung.

Bild Nick Lobeck Zermatt Unplugged

Kodaline eröffneten die Bühne im Zelt. Sie begannen ihr Konzert wirklich unplugged und brillierten gesanglich. Sonst war die Band schlecht vorbereitet und es gab einige Pannen wie Text vergessen, Anfänge klappten nicht etc. Diese Mängel verschwanden und es wurde auch plötzlich die Instrumente eingesteckt. Nun waren Kodaline die welche man kennt, nur zwischen den Songs dauerte es oft eine halbe Ewigkeit. Musikalisch war es ein schönes Konzert, Ausstrahlung wenig und ich glaube die Motivation fehlte.

Sarah Connor spielte anschliessend im Alex. Von Unplugged war keine Rede und sie rockte das ausverkaufte Lokal richtig. Die Frau hat eine tolle Stimme und Ausstrahlung. Die Ansagen oder Zwischentexte waren zu lange und die Liedtexte oft etwas schlagerhaftes. Die vielen Frauen im Publikum liebten das und sangen kräftig mit. Die entstandenen technischen Probleme wurden mit Hilfe der Techniker und der Band weitgehend behoben. Es war ein würdiger Tagesabschluss

Mittwoch 11. April

In der Blue Lounge spielten wiederum The Souls. In dem kleinen Lokal tönten sie ziemlich satt und diesmal war der Leadgesang im Vordergrund. The Souls bewiesen dass sie nicht mehr von der Musikszene wegzudenken sind.

Bild Fredi Hallauer

La Nefera heizte im Taste Village so richtig ein. Sie spielte zusammen mit dem Kaos Trio vollkommen unplugged. Trompete, Sousaphon und Schlagzeug legten den Boden für die spanischen Raps mit Latineinflüssen. Ein grossartiges Konzert.

Bild Fredi Hallauer

Es folgten Suma Covjek mit 10 Mann auf der Bühne. Sie beigesterten das Publikum bis zum Tanzen. Ihre Musik zwischen Rap, Balkan, belgischem Walzer und vielem mehr ist wirklich eine Entdeckung. Man muss sie erlebt haben.

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Bild Nick Lobeck

Am Abend im Zelt bot Emely Sandé ein magisches Zermatt Unplugged Konzert. Begleitet von Piano, Gitarre oder Bass und perkussivem Schlagzeug sang sie stark und berührend. Ihre Songs hat sie vollständig auf Unplugged umarrangiert. Dazwischen begleitete sie sich am Flügel und sonst war niemand mehr auf der Bühne. Ihre Interpretationen von „Piece Of My Heart“ oder „Beautiful tonight“ waren schlichtwegs magisch. Ein absolutes Highlight.

Bild Fredi Hallauer

Meimuna im neuen Lokal Cavern brachten den magischen Abend zum Abschluss. Zwei Gitarren und eine sehr schöne Stimme reichte um das Publikum zu verzücken und zuhören zu lassen.

Donnerstag 12. April

Bild Fredi Hallauer

The Two begeisterten mit ihrem Blues das Publikum. Die Stimme des Sängers war grossartig ebenso der Charme der Beiden. Mit verschiedenen Gitarren zelebrierten sie nachdenkliche und fröhliche Musik, Gebete an die Natur und vieles mehr was mit Blues im zusammenhang Stand. Höhepunkt war sicher ein Blues aus der Heimat von Yanick, Mauritius. Aufpassen und The Two nicht verpassen.

Bild Fredi Hallauer

Im Taste Village spielte die Zürcher Band Black Sea Dahu. Sechs Leute vertonten sozusagen die Texte ihrer Sängerin. Sie illustrierten sie mit Gitarre, Piano, Cello und gaben ihnen Drive mit Bass und Schlagzeug. Die Texte sangen sie englisch. Das Publikum hörte dieser sympathischen Band sehr aufmerksam zu.

Bild Fredi Hallauer

Max Prosa aus Deutschland sang seine deutschsprachigen Lieder mit viel Temperament. Die Texte waren meistens Gesellschaftsrelevant. Er wurdevon einer kleinen Band unterstüzt, was aber das verstehen der Texte nicht erleichterte. Max Prosa muss in der Schweiz einen Gang zurückschalten.

Bild Fredi Hallauer

Im Vernissage starteten die Zürcher Dabu Fantastic ihre SoftdrinkTour, lies Unplugged Tour. Das Lokal war gestossen voll und die Bühne mit acht Leuten auch. Dabu Fantastic zeigten dass sie es geschafft haben mit Züri West und Patent Ochsner in einem Atemzug genannt zu werden. Mit einigen ihrer Songs schafften sie magische Momente. Der Humor kam auch nicht zu kurz.

Bild Florian Aeby

Selah Sue trat im Alex mit Cellist und Pianist auf, welche beide noch Loopgeräte hatten. Sie spielte Gitarre und sang ebenfalls mit einem Loopgerät. Da sie vor einem Jahr Mutter wurde drehten sich die neuesten Songs um dieses Thema. Sie spielte sich vom eifachen Song über spärisches zum Raggamuffin. Ihre rauhe Stimme passte gut. Höhepunkt war „Que Sera“ in ihrer eigenwilligen Adaption.

Freitag 13. April

Bild Fredi Hallauer

Heute war es für Ronnie Scotts Allstars das erstemal möglich auf der Gandegghütte zu spielen. Die Konzerte unter dem Titel „Extreme Jazz“ stimmte heute zu 150%. Ein eisiger Wind wehte den Schnee ins E-Piano, der Kontrabass fiel nach dem Transport auseinander und ein Saxophon bei Minustemperaturen anzufassen ist ohne Handschuhe unmöglich. So startete die Band ohne Bass, der Saxophonist lieh sich Handschuhe beim Publikum und zwei Leute hielten Decken um das Piano vor dem Schnee zu schützen. Später legte der Pianist eine Decke auf die Tasten und spielte darunter. In der Pause kam ein E-Bass mit dem Helikopter. Die Engländer verloren ihren Humor in dieser Situation nie. Das war Jazz Extreme.

Bild Fredi Hallauer

Am Abend spielte im Taste Village der Rapper aus dem Jura Sim’s

Bild Fredi Hallauer

Er stand mit ein paar Musikern auf der Bühne und einer Sängerin. Um unplugged zu sein setzte er für den Beat einen Beatboxer ein. Sim’s präsentierte und erklärte die Songs auf eine sympathische Art auf englisch, gesungen wurde französisch. Das Publikum war berührt, hatte Freude und ging mit. Das war eine Entdeckung.

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Bild George Eberle

Jack Savoretti der Italiener aus England spielte im ausverkauften Zelt. Er gewann das Publikum bereits beim verpatzten Intro und liess es nicht mehr los. Seine sympathische Art und die Authenzitität berührten das Publikum, seine Sandpapierstimme half ihm noch dabei. Ein erstklassiger Pianist brachte das Publikum zur Standing Ovation. Ein wunderbarer Bend war das.

Samstag 14. April

Bild Fredi Hallauer

Im Taste Village spielte Violetta Zironi aus Italien ihre Songs in bester Singer/Songwriter Art. Sie sang in einem schönen Englisch und mit einer kräftigen berührenden Stimme. Sie spielte Gitarre und Ukulele und wurde von einem Bassisten und einem Drummer begleitet. Auch Violetta Zironi war wieder eine Entdeckung.

Bild Fredi Hallauer

Es folgte Tim Freitag welche wunderschön und sanft begannen und der Gesang wirkte. Dann wurden sie immer lauter und demontierten das unplugged Konzept mit Synthie und E-Gitarren. Der Leadgesang ging bei leisen Gesangspassagen verloren und war in lauten Passagen ein Shouting. Der Indie Rock von Tim Freitag hat gute Texte, die musikalischen Arrangement und das ausnützen von vier Gesangsstimmen hat noch viel Entwicklungspotential.

Bild Nick Lobeck

Auf der Zeltbühne spielte Lianne La Havas. Sie stand alleine auf der Bühne mit der Elektrogitarre. Ihr Gitarrenspiel war nicht gerade betörend, ihre Stimme schon. Nur ging die Londonerin alleine in dem grossen Zelt ziemlich verloren zumindest erreichte die Stimmung die hinterste Reihe mit Hintergrundlärm aus dem Foyerzelt nicht.

Bild Fredi Hallauer

Im The Alex boten Mighty Oaks ein wunderbares Konzert. Sie bereiteten extra ein spezielles Unplugged Konzert vor. Der Sänger mit der rauhen Stimme spielte mit einer Ausnahme akustische Gitarren und Mandoline, der Flügel kam zum Einsatz und eine Geigerin entlockte ihrem Instrument wunderschöne und auch fetzige Folkklänge. Die Songs gehören zum Folk. Der dreistimmige Harmoniegesang war excellent. Als Zugabe spielten sie eine acapella Nummer mit akustischer Gitarre. Die jungen Frauen sangen meistens kräftig mit.

Dabu Fantastic Albumbesprechung

La Nefera EP Besprechung und Interview

Sim’s Albumbesprechung und Interview

Suma Covjek Albumbesprechung und Interview

Tim Freitag Interview 

The Two Albumbesprechung und Interview

Veronica Fusaro EP Besprechung und Interview

Wintershome Album Besprechung und Interview

 

 

Fredi Hallauer