LUUMU

Album: „S’Goldige Rad“

Luumu ist eine Formation um die Pianistin, Sängerin und Komponistin Adina Friis. Die Formation gibt es in immer wieder neuer Besetzung seit einigen Jahren, aber dies ist das erste Album in Mundart. Luumu spielte ursprünglich Jazz und jetzt ist es Kammerpop, Folk und noch einiges an Jazz. Die Musik ist genial, mit Streichern und Bläsern angereichert, aber auch sattem Bass und solidem Schlagzeug. Gerade dem Schlagzeug merkt man den Jazz immer wieder an und natürlich den Kompositionen. Gerade die Disharmonien in den Liedern, machen sie etwas sperriger. Die Texte erzählen Geschichten aus dem Leben, sind Poesie, trotzdem holpern sie in dieser Singform hier und dort. Diese Lieder schmeicheln sich bisher nicht in meine Ohren, obwohl die Musik es tut.

Fredi Hallauer

LIA SELLS FISH

Album: „The Heart Thea Heart The Heart“ (liasellsfish@gmail.com)

Lia Sells Fish sind die Sängerin, Texterin und Komponistin Christine Hasler, der Schlagzeuger Pascal Lüthi, der Keyboarder Ueli Kempter und der Gitarrist und Bassklarinettist Stefan Schischkanov. Sie machen Musik zwischen allen Stilen, oft wird das Alternativ genannt. Es gibt da Postrock, Indie, Jazz, TripHop und Pop, welche unter anderem einfliessen. Im Vordergrund ist immer die Stimme von Christine Hasler, einmal ruhiger und wärmer, dann wieder schriller und gehetzt. Sie singt von Liebe, Erschöpfung, Freiheit und Neuanfängen. Die Musiker erzeugen die passenden Klänge, jeder auf seine Art und das ergibt den Lia Sells Fish Klang. Dies ist eine kreative und erfrischende Band, welche immer noch für die meisten Menschen ein Genuss ist.

Fredi Hallauer

LENA-LISA

EP: „Farbe“

Dies ist die erste EP in Mundart der Schweiz – Deutschen Sängerin. Sie wuchs in Luzern auf und lebt seit acht Jahren in Berlin. Sie spielt Musik zwischen Indie Folk und Indie Pop. Es sind wunderschöne Melodien. Die Texte reflektieren das Leben einer jungen Frau, die Zweifel und die Stärke und viel Liebe. Die Lieder klingen sehr ehrlich und kommen ohne Kitsch und Romantik aus. Hoffen wir, dass es bald mehr von Lena-Lisa zu hören gibt.

Fredi Hallauer

VIERTAKTMOTOR & MYSLAURE AUGUSTIN

Live: „Gränzgängig“ in der Aula des Progr Bern am 6. November 2025

Bild Kathrin Hallauer

Dies war das vierte Konzert dieses Jahres im Format Gränzgängig. Viertaktmotor luden dieses Mal Myslaure Augustin ein, eine Pianistin aus der Sparte Jazz, Avantgarde, aber auch Musik aus anderen Kulturen. Zuerst spielte das Quartett, das immer wieder gern, gehörte Stück „Ändler“, dann sass Myslaure Augustin an das Klavier und sie spielten ein weiteres Stück von Viertaktmotor, nämlich „Wyter“. Die Pianistin fügte sich sogleich in das Quartett ein und spielte virtuos, konnte aber bei den Schweizer Volksmusik Teilen so richtig Gas geben und sehr lüpfig spielen.

Bild Kathrin Hallauer

Weiter ging es mit einem Stück von Myslaure Augustin, das aus dem Jazz und der Avantgarde kam. Hier passten die fünf Musiker:innen wiederum bestens zusammen. So ging es eine Stunde lang. Von Myslaure war auch eine Ballade dabei.

Bild Kathrin Hallauer

Als Zugabe spielten der Akkordeonist Kaspar Eggimann und Myslaure Augustin ein vierhändiges Stück am Flügel, wobei sie immer wieder die Seiten wechselten. Dieser Gränzgängig Abend war wiederum spannend, interessant und ein Hochgenuss.

Bild Kathrin Hallauer

Nicht verpassen: 18.12.2025 mit Überraschungsgast, 20 Uhr Aula Progr. Kollekte

Fredi Hallauer

BATBAIT

Album: „Working In The Garden“ (Irascible Records)

Diese Frauenband tut genau das, was der Albumtitel sagt: Im Garten arbeiten. Der gemeinte Garten ist nicht vor allem der vor dem Haus, nein, vielmehr der innere Garten. Dort gibt es einiges zu tun. Sie tun das mit meist kräftiger Musik. Die Stilrichtungen sind vielseitig, von Wave zu Postpunk, etwas Shoegaze, Rock und was es gerade benötigt. Das ist eindringlicher Sound mit Stimmen, welche unter die Haut gehen.

Fredi Hallauer

ELE A

Album: „Pixel“ (Universal Music)

Die Tessiner Rapperin präsentiert mit „Pixel“ ihr Debütalbum. Sie rappt italienisch. Ele A rappt über einen Beat, welcher an Old School erinnert und doch auch zeitgemäss ist. Man hört neben den Beats auch Gitarren und Klaviere. Sie rappt mit einer warmen und atmosphärischen Stimme und dazwischen singt sie auch, und das hervorragend. Ihre Themen wie Herkunft, Emotionen, Verletzlichkeit und Stärke bringt sie sehr deutlich mit ihrer Bildsprache zum Publikum. Ele A ist eine sehr coole Rapperin. Sicher wird man noch viel von ihr hören.

Fredi Hallauer

MUSIQUE SIMILI

Live: Premiere „Viva La Luna!“ La Cappella am 4. November 2025

Bild Kathrin Hallauer

Es war Vollmond und darum fand in der La Cappella ein Vollmondkonzert statt und diese Premiere von Musique Simili passte da bestens.

Bild Kathrin Hallauer

Neben dem grossen Mond über der Bühne hatte Musique Simili noch einen Mond auf der Bühne, welcher auch als Schirm für Schattentheater diente.

Die Gruppe setzt sich aktuell aus Marc Hänsenberger am Akkordeon und am Piano, Juliette Du Pasquier, an der Geige, Bratsche, Kontrabass, Bouzouki, Gesang und Schattenspiel sowie der quirligen Vicky Papailieu am Kontrabass, an der Gitarre, am Gesang und an der Perkussion, zusammen. Sie erzählten vom Mond, von der ersten Mondlandung, von der Erfindung des Croissants, von Liebe im Mondschein und vielem mehr – mit ihren Liedern in vielen Sprachen, mit den Melodien, dem Schattenspiel und in Worten.

Bild Kathrin Hallauer

Gesungen wurde Italienisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Bulgarisch und Sephardisch, wahrscheinlich waren es sogar noch mehr Sprachen. Das Konzert war sehr lebendig, abwechslungsreich, witzig, romantisch, feurig und unterhaltend. Man lernte auch dies und das, unter anderem, dass das Lied von Edith Piaf „Padam Padam“ die Melodie von einem argentinischen Lied hat. Es war erstaunlich, wieviele Ideen die Gruppe auf die Bühne brachte, wieviel Spielwitz und Virtuosität sie hatte, da blieb einem manchmal einfach der Mund offen. Es war ein grossartiges Konzert. Mit diesem Programm wird Musique Simili weiter auf Tour sein. Nicht verpassen.

Bilder Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

STEINER & MADLEINA

Live: Bierhübeli am 1. November 2025

Bild Fredi Hallauer

Die beiden Frauen waren nicht nur mit ihrer ursprünglichen Band, Gitarre, Bass und Schlagzeug unterwegs, sondern mit eiem Streichtrio dazu. Die Streicherinnen übernahmen auch Backings, Perkussion und die Tasten. Das neue Album erscheint erst in etwa einer Woche, doch Steiner & Madleina spielten alle neuen Songs, dazu kamen einige ihrer Evergreens. Das Duo mit Band ist seit zehn Jahren unterwegs. Das Konzert war soundmässig sehr abwechslungsreich. Manchmal wenn sie aufdrehten litt der Sound an Transparenz. Stilmässig bewgten sie sich im Indiepop, zwischen Chanson, Pop, Rock und sogar Postpunk. Es bleibt nur zu sagen, das war ein unaufgeregtes, grossartiges Konzert.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

VERONICA FUSARO

Album: „Looking For Connection“ (deepdive records)

Veronica Fusaro geht mit ihrem Album wieder einen Schritt weiter. Die Thunerin produzierte dieses Album zwischen Bern und Berlin. Es sind treibende Songs zwischen Pop, Rock und Soul. Ihr Schwergewicht liegt dieses Mal mehr auf dem Gesang als auf der Gitarre, aber Gitarre gibt es trotzdem noch genug zu hören. „Alice“ sticht aus den zehn Songs heraus, eine wunderschöne, moderne Soulnummer. Veronica Fusaro zeigt hier, dass sie eine ausgezeichnete Soulsängerin ist. Die Inhalte der Lieder drehen sich sowohl um Persönliches als auch um Universales. Ein Grundtenor ist die Vernetzung, also in den sozialen Netzwerken präsent zu sein, aber gerade so gerne menschliche Nähe zu spüren. Veronica Fusaro ist hier ein wundervolles Album gelungen.

Fredi Hallauer

SILANCE

EP: „Patti Person“ (Irascible)

Die Künstlerin aus Lausanne war bisher eher im Rap zu Hause. Nun wechselte sie zum Pop. Ihre Songs sind im Elektropop verankert, aber doch noch mit einer Prise Hiphop versehen. Sie lässt es musikalisch und beatmässig ziemlich uptempo und wild angehen. Ihre Stimme verändert sie elektronisch in den Songs immer wieder, plötzlich flirrt sie durch den Sound und dann steht sie wieder mit beiden Beinen auf dem Teppich der Beats. Silance singt französisch und bei einem Song ist als featuring Gast Albert Chinot, dabei. Tolle Pop-EP mit sechs Songs.

Fredi Hallauer

AMIXS

Album: „Konjunktur Trochemuur“ (Irascible)

Das Basler Subkultur-Trio bringt uns kräftigen, Uptempo Synthwave mit Mundarttexten. Stilistisch liegen sie zwischen Neuer Deutscher Welle und Falco. Der Gesangs-Sprechstil erinnert stark an Letzteren. Es hat nicht immer dasselbe Bandmitglied den Lead, sie wechseln sich ab. Spannend sind Amixs vorwiegend textlich. Es sind scharfe Beobachtungen des Alltags, aus einer anderen Perspektive, wie über das Schnitzelbrot oder über den Gempen (ein Hügel mit Fluh und Aussichtsturm im Baselbiet). Der Titeltrack ist eine Art Hymne auf die schweizerische Grenzkultur, aber satirisch gemeint. Tanzbarer Sound mit erfrischenden Texten.

Fredi Hallauer

SELVEYA

Album: „Aliver“

Das Quartett setzt sich zusammen aus Gitarre und Gesang, Geige, Hackbrett und Kontrabass. Die drei Frauen und der Mann kommen aus Südfrankreich/London, Genf, Bern und dem Bündnerland. Bereits diese Zusammensetzung tönt sehr spannend. Sie spielen Folk mit Einflüssen aus dem keltischen, Frankreich und der Schweiz, würzen diese Klänge mit Chanson- und Popelementen. Gesungen wird Englisch, Französisch und Spanisch. Die Gesangsharmonien des Quartetts sind aussergewöhnlich schön. Die Instrumente kommen alle bei dieser sauberen Produktion hervorragend zur Geltung. Alle dürfen mal den Lead übernehmen, so machen die verschiedenen Wechsel die Musik sehr interessant. Die Musiker:innen beherrschen ihre Instrumente und entlocken ihnen durch die verschiedensten Spieltechniken auch mal ungewöhnliche Töne. Selveya gehört auf die Folkbestenlisten.

Fredi Hallauer

VINCENT GROSS

Album: „Prost“ (Electrola/Universal Music)

Der Schweizer mit deutschen Wurzeln präsentiert ein Schlageralbum. Er ist der Partyhengst und macht recht Power, wie eh und je. Musikalisch sind die Stücke eine Mischung aus altem Schlager und heutigem Sound. Dadurch spricht er auch die Fans der alten Partyschlager an, und trotzdem sind die Beats zeitgemäss. Eigentlich ein interessantes Schlageralbum, wenn die Texte nicht wären. Wie es der Albumtitel verrät, geht es fast ausschliesslich ums Trinken von Alkohol. Dass man ein ganzes Album allen Alkoholika widmet und das, ohne sie zu hinterfragen, kann ich nicht verstehen, bei den vielen Menschen, die in unserer Gesellschaft mit einem Alkoholproblem leben. Bitte das nächste Mal etwas mehr Hirnzellen für die Texte verwenden. Schade.

Fredi Hallauer

NEMO

Album: „Arthouse“ (Universal Music)

Endlich ist es da, das erste Album von Nemo. Da sind alles Songs zu hören, welche bisher nicht auf einer EP erschienen. Nemo singt ausschliesslich Englisch. Ja, „The Code“ ist als letzter Song auf dem Album. Noch einmal ja, es ist ein tolles Popalbum geworden. Jetzt etwas genauer. Dieses Album ist wirklich international produzierter Pop mit einer grossen Verspieltheit im Sound. Da hört man immer wieder einen anderen Synthesizer flirren. Nemo zieht gesanglich alle Register, von gewöhnlichem Gesang bis zu den Ausflügen in die Kopfstimme. Es ist ein Partykracher-Album mit wenig ruhigen Momenten. Nemo legt ein glitzerndes und schrilles Album auf die Plattenteller, schweisstreibend und faszinierend. Das ist Musik zum Tanzen und für die Party.

Fredi Hallauer

ROXXXET

Live: „Tribute To Roxette“ im Landhaus Liebefeld am 23. Oktober 2025

Bild Kathrin Hallauer

Der wunderschöne Saal im Dachstock des Restaurants Landhaus im Liebefeld war ausverkauft. Dann trat die Tribute Band von Roxette, nämlich RoxXxet auf die Bühne. Dies ist eine Band des Gitarristen und Sängers Paul Etterlin. Er umgab sich mit Musikern der Spitzenklasse aller Altersklassen. Die klassische Besetzung mit Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug und Gesang war natürlich angesagt für dieses Programm. Der Gesang wurde von Paul Etterlin mit der Sängerin Anna Smith geteilt. Manchmal war eine Stimme solo und dann wieder zusammen. Paul Etterlin brillierte auf seinen Gitarren, liess aber auch den jungen Schlagzeuger oder den Keyboarder solieren und brillieren. Der Bassist bekam ebenfalls sein Solo. Das Programm startete mit den eher frühen Stücken von Roxette, um gegen Schluss dann die ganz grossen Hits zu präsentieren. Das Publikum sang kräftig mit und tanzte am Schluss auch noch zu dem rockigen Sound. RoxXxet zeigte an diesem Abend, dass auch Coverbands ihre Berechtigung haben und gute Musik machen können.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer