OESCH’S DIE DRITTEN

Album: „Vätu’s Wunschliste“ (Universal Music)

Dieses Album erschien bereits 2018, traf aber erst jetzt bei mir ein. Darum eine verspätete Besprechung. Zum 60. Geburtstag von Vätu Hansueli, nahm das Quintett 15 Stücke und eine Geschichte auf. Es ist die Wunschliste und die führt von Ländler zu Jodler zu Schlager. Verblüffend ist, was das Qunitett auch aus den Schlagern macht, sie „fäge“ auch so musikalisch, das Örgeli gibt da richtig Gas. Die eigenen Texte, vor allem „Vätu“ sind da eher der Schwachpunkt. Wenn Melanie deutsch singt, klingt das lustig, nicht gerade wie die Bundesräte, aber doch mit einem starken Schweizer Akzent. „Banjo Boy“ halb Berndeutsch ausgesprochen ist eine Perle, vor allem ohne Banjo, „Traumboot der Liebe“ und „Rote Korallen“, kann man ja überspringen, wer nicht auf Schlager steht. Dieses Album zeigt doch ein Stück Geschichte der Schweizer populären Volksmusik auf, welche zwischen Volksmusik und Schlager pendelt. Ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Natürlich“ (Universal/Polydor)

Natürlich singt Beatrice Egli Schlager, was denn sonst. Es behauptet auch niemand etwas anderes. Ihre Schlager sind aber recht vielseitig. Es hat einige der stupiden Bumm Bumm Schlager, welche alle gleich Tönen, egal von welcher Interpretin. Beatrice Egli schafft es aber, andere Rhythmen zu nehmen und das Ganze luftiger anzugehen. Lobende Beispiele sind: „Terra Australia“, ein Liebeslied an Australien (auch textlich eine lobende Ausnahme) und „Natürlich“ mit einem Latin Rhythmus und einem Text, welcher doch recht offen ist. Gut gelungen ist der Mundartschlager „Rock mis Härz“. Wer Schlager mag ist hier sicher gut bedient, wer sie gar nicht mag, soll die Ohren davon lassen und wer offen ist, findet doch ein paar unterhaltende und nicht schlechte Lieder.

Fredi Hallauer