TOMMY VERCETTI

Album: „No 3 Nächt bis Morn“ (Eldorado Records/Sony Music)

Tommy Vercetti ist ein begnadeter Rapper, vor allem sind seine Texte gut. er hat eine Botschaft und daraus macht er keinen Hehl. Seine Haltung ist Links und so rappt er auch. Er spricht Klartext in gute Ideen und Geschichten eingepackt. Er zählt auf wer von der Prominenz was auch schon gemacht hat, und greift natürlich die Begründungen an, welche Politiker und Finanzhaie ins Feld führen, aber auch die Rapper lässt er nicht ungeschoren. Er hat sehr viel Text in dieses 50 Minuten Album eingepackt, und das überfordert einen, wenn man alles am Stück hören und verstehen will, darum häppchenweise geniessen, dann ist es ein Genuss. ein Genuss ist auch die Musik oder vielleicht muss man einfach Produktion sagen, die stammt von Pablo Nouvelle und ist sagenhaft. Er verlässt die HipHop Cliché Produktionen und zeigt wirklich wie es sein soll. Sicher ein Meisterwerk dieses Album.

Fredi Hallauer

STRESS

Album: „Sincerement“ (Universal Music)

Der Rapper aus der Romandie liess sich zeit für ein neues Album. Das Warten hat sich gelohnt. Stress kommt frisch daher. Er singt dazwischen sogar. Es gibt titel, die könnte man als Rap-Chansons bezeichnen. Seine Beats sind luftig geworden, das Schwere und Brachiale ist nicht mehr da, trotzdem ist es ein Stress Album. Die Inhalte seiner Stücke sind Umweltthemen und dann ein Wundenlecken, welche nach seinen Beziehungen blieben. Er macht das aber auf eine sehr charmante Art. selbstverständlich hat er verschiedene Gäste dabei, es sind das: Naomie Lareine, Akhenaton, Shurik’n & L’as de choeur, Xen, Nemo und JP Cooper. Neben dem französisch gibt es also auch noch etwas Mundart und englisch zu hören. Stress wird mit diesem Album wieder viele Erfolge feiern können.

Fredi Hallauer

GIMMA

Album & Textbuach: „Kartellmusig“ (Zytglogge)

Gimma oder mit bürgerlichem Name Gian-Marco Schmid hielt es anlässlich der Situationen auf der Welt und vor allem im Kanton Graubünden nicht mehr aus zu schweigen. Er hat vierzehn neue Texte geschrieben und rappt sie uns nun auf dem neuen Album. Gimma ist immer noch schonungslos offen und ehrlich, aber reifer. Musikalisch ist es ein Rapalbum mit den Beats und den Sounds, welche aber zu den besseren ihrer Art zählen. Dieses Album ist, wie schon immer bei Gimma, einerseits Musik zum Party machen, anderseits sind es schlaue Texte zum Zuhören und Nachdenken. Musik und Texte gehen ab, beides auf ihre Art. Gimma wettert noch immer über Politiker und Kartellleute und das zurecht. Er macht es mit Wut und meint es ernst, aber der Schalk ist nicht verloren gegangen. „Fokus“ gefällt sehr gut, ein Lied über die verschiedenen Sichtweisen, oder „As kunnt alles guat“ mehr im Liedermacherstil sind zwei Lieder die man hervorheben kann, aber man könnte das mit einigen anderen Liedern auch machen. Fazit: Gimma ist zurück und besser denn je.

Fredi Hallauer

GMT

EP: „Läbe & Tod“ (Empire Music)

Der Basler Rapper veröffentlicht sehr unerwartet seine erste EP. Es sind sechs knallharte Raps. Ja erzählt von seiner Wut, dass sein Bruder gestorben ist und sagt, dass er keine Angst mehr vor seinem Tod hat. Das erzählt er im Lied „Augenblick“. Musikalisch ist es typischer Mundartrap mit verschleppten Beats und wie es heute leider Mode ist, zuviel Autotune. Bei den weiteren Texten geht er zu stark in den Gangsterrap und versucht das der Idealisierung des harten Strassenlebens und wüsten Ausdrücken zu verstärken. Das wäre nicht unbedingt nötig, der Mann kann auch sonst hart Texten.

Fredi Hallauer

NORDSITE

EP: „Zyt & Wahnsinn“

Die Bieler Mundartband zwischen Pop und Rap heisst so wie man ihren Namen in Mundart liest. Aber nun zu ihrer Musik. Sie spielen die Instrumente selber und alles ist handgemacht, auch die Scratches. Es ist tolle Musik mit Anleihen im Jazz und im Pop. Darüber rappen sie die Texte mit Niveau. Es sind Beobachtungen aus dem Leben, aber nicht den Gangster/Party Groove. Irgendwie führen sie das Erbe der Gruppe Merfen Orange weiter, Old School aber eigenständig.

Fredi Hallauer

MANILLIO

Album: „Plus Minus“ (Universal)

Manillio ist mit einem neuen Album zurück und versteht es zu begeistern. Seine Texte sind engagiert geblieben, vielleicht sogar noch engagierter geworden. Die Beats und Klänge, welche die Raps begleiten sind einfach und typisch für Manillio und trotzdem sind da neuere Elemente zu hören. Zwischendurch gibt es Uptempo Teile oder Klänge welche an Steeldrums erinnern. Es ist angenehm den Klängen zu lauschen. Wichtig sind natürlich die Texte. Sie drehen sich nicht um das Ego, wie das oft beim Rap üblich ist, sondern sie drehen sich um das Weltgeschehen im Grossen wie im Kleinen. Als Gäste sind Lo & Leduc, Greis, Grapejuce und Cobee dabei. „Plus Minus“ ist das beste und wichtigste Rap Album der Schweiz des Jahres 2018.

Fredi Hallauer