IKAN HYU

EP: „Zebra“ (Gadget)

05f28c48-9179-46cb-824a-279615d64744.jpeg

Ikan Hyu, das Elastic Plastic Power Pop Duo haben einen eigenständigen, beeindruckenden Stil gefunden. Von Rap zu Rock und Pop zu Electronica gibt es alles und manchmal alles miteinander. eine der beiden Frauen rappt in Hochgeschwindigkeit, die andere singt mit einer Powerstimme. Überhaupt sind fast alle Songs sehr Energie geladen, mit Ausnahme der beiden Balladen. Ikan Hyu muss man gehört haben und werden wir hoffentlich noch oft hören.

Fredi Hallauer

BAZE

Album: „Gott“

Unknown-1.jpeg

Der Berner Rapper entfernt sich immer mehr vom HipHop und hat seinen ganz eigenen Stil mit diesem Album gefunden. Rap im weitesten Sinne ist es noch, nämlich Sprechgesang, ziemlich spröde, das macht die Stärke von Baze aus. Musikalisch ist es kein Jazz mehr wie beim letzten Album, sondern pure Elektronik. Es sind verzierte Beats, welche recht interessant sind. Wichtiger sind natürlich die Texte, welche ziemlich herbstlich, neblig und düster sind. Der Nebel spielt da eine Rolle, der alles frisst und verhüllt, oder die A1, die das Land zerschneidet und an grässlichen Shoppingcentren, Lusttempeln und Parkplätzen vorbeiführt. Baze singt auch von der Liebe die zu Hass wird. Er ist ein sehr guter Beobachter und analysiert die Seele der Menschen und damit auch seine. Die Texte sind nicht ganz einfach, wenn man sie tiefgründiger verstehen will, reicht einmal Anhören nicht. Dieses Album entwickelt seine Qualitäten je öfter man es hört.

Fredi Hallauer

SIM’S

Album: „Meme Pas Peur“ (Escudero Records/Disques Office)

Unknown-2.jpeg

Der Rapper aus dem Jura Sim’s ist mit seiner neuen CD am Start. Er rappt auf französisch, aber in einem das man gut versteht und das Tempo ist auch nicht rasant. Yvan Peacemaker spielt die Instrumente und hat das Werk produziert. Dazu kommen noch ein bisschen Gitarre und eine Frauenstimme. Der Sound ist klar Rap, aber nicht knochenharter Rap. So verhält es sich auch mit den Texten. Sim’s rappt über Themen, zu welchen ein über 30 oder fast 40 jähriger etwas zu sagen hat. Der Titeltrack eignet sich sicher für Leute die den Zugang noch suchen müssen. Ein wunderschönes Album aus der frankophonen Schweiz, welches es über den Röstigraben schaffen müsste.

Musik hören

Fredi Hallauer

SIM’S

Interview: Am Zermatt Unplugged sprach Fredi Hallauer mit Sim’s

Album: „Il Reste La Chaleur“ (Escudero Records/Disques Office)

Unknown-2.jpeg

Sim’s ist Simon Seiler und bereits in der Schule sagte man ihm Sim’s, das ist nun sein Name als Rapper. Er stammt aus dem Kanton Neuenburg und rappt darum französisch. Er macht das nicht einfach mit einem DJ, sondern mit einer ausgewachsenen Band. Dieses Album ist bereits vor einiger Zeit erschienen, ich entdeckte ihn aber erst am Zermatt Unplugged 2018. In diesen Wochen erscheint sein neues Album, welches auch hier besprochen werden wird.  Sim’s gibt ziemlich Dampf beim rappen und nichts tönt nach Jugendlich, es ist Rap für Erwachsene, eben die Kinder der 80iger Jahre. Die Texte sind ebenfalls erwachsen und der Sound ist wirklich cool. Er rappt über die Alltagsprobleme , über die Zukunft, die Stimmung vor dem Gewitter und auch um die Liebe. ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer

STEFF LA CHEFFE

Interview

Am Gurtenfestival Sprach Fredi Hallauer mit Steffe La Cheffe

Album: „Härz Schritt Macherin“ (Bakara Music)

Unknown Kopie 7.jpeg

Steff La Cheffe ist zurück. Wer erwartet dass die Berner Rapperin dort weitermacht wo sie aufgehört hat, liegt falsch. Steffe La Cheffe hat sich neu orientiert und einen neuen Produzenten, nämlich Ben Mühlethaler ins Boot geholt. Die Lieder erzählen von Beziehungen, oft gescheiterten oder schlechten Beziehungen und von den Schwierigkeiten mit der Liebe. Das Ganze ist eine eher traurige und düstere Angelegenheit und so tönt auch die Musik dazu. „Orion“ birgt Hoffnung in sich, „Habibi“ ist das fröhichste Lied. Die Texte sind aber zum Teil grossartige Poesie wie „Brachland“ oder „Boumhuus“. Wie ganz genau das „Guggisbärglied“ mit dieser pompösen Elektronik da hineinpasst, kann ich mir nicht erklären. Steff La Cheffe ist reifer geworden, aber auch schwieriger zu verstehen.

Fredi Hallauer

 

BLIGG

Album: „Kombination“ (Universal Music)

Unknown-1.jpeg

Bligg ist nach einer längeren Pause zurück. Er spielt weiterhin seinen erfolgreichen Pop angehauchten Rap mit dem bewährten Team. Musikalisch geht die Post gut ab und viel Energie ist zu spüren. Den Einsatz von Gästen wie Marc Sway oder einem Gospelchor lockern alles etwas auf. Sonst ist die Musik der Titel sich doch ziemlich ähnlich, irgendwie wieder typisch Bligg. Textlich zieht der Rapper wieder viele Register und einige gute Ideen sind darunter, aber das grosse Album ist es lieder nicht geworden.

Fredi Hallauer

FRATELLI-B

Album: „Per Du“ (Tell Records/Musikvertrieb)

Unknown.jpeg

Die Rapper Duo aus Zug ist wieder oder immer noch da, und das zum Glück. Die tollen Beats mit Tempo und Power die sie ihren Texten unterlegen sind schon mal hörenswert. Dazu kommen ihre Texte, schnell und kompromisslos mit tollem Flow kommen die daher, und immer gut verständlich. Dass es ihnen wichtig ist, was sie rappen sieht man darin, dass ein ganzes Booklet dem Album beiliegt mit den ganzen langen Texten. Das Album ist so vollbepackt wie jeder einzelne Songs und da gibt es wirklich 19 Songs zu hören. Sie rappen über den Alltag, aber sie sind auch älter und reifer geworden und darum ihr Alltag auch realistischer. Gut, der eine ist offenbar nur in Trainerhosen unterwegs „Trainerhose“, was doch einen Einblick in die Philosophie eines Trainerhosenträgers gibt. Sie sind auch im Alter der Klassentreffen „Klassetreffe“ und „Was zämeghört“ spricht für sich. Verschiedene Rap Kollegen und Kolleginnen helfen da und dort mit und auch musikalisch sind Gäste zu hören. Eine gelungene Rap CD.

Fredi Hallauer