BLAY

Album: „Unplugged Live“ (Sony Music)

Blay, das sind Bligg und Marc Sway, sie nahmen schon ein Album zusammen auf. Nun sind sie zurück mit einer Live Aufnahme unplugged. Sie werden von einem Pianisten und einem Schlagzeuger unterstützt und begleitet, mehr nicht. Es funktioniert sogar sehr gut. So ist etwas eigenständiges entstanden. Die Lieder sind aus ihrem Repertoire, kommen aber in dieser unplugged Version sehr gut zur Geltung . Die Texte setzen sich mit den Problemen unserer Zeit, wie Umwelt, Migration, Heimweh auch durch Migration, Weihnachtsgeschenkrausch und anderen wichtigen Sachen auseinander. Viel gibt es dazu nicht zu schreiben, es ist ein Wurf und eine Pflicht sich dieses Album anzuhören.

Fredi Hallauer

PALKO MUSKI

EP: „Bugs In The System“ (Boomerang Records/Irascible)

Die Musiker von Palko Muski aus Zürich können sich nicht ruhig halten und so nahmen sie in der Zwangspause gleich die Auswirkungen von Käfern auf die menschheit zum Anlass eine EP aufzunehmen. Inhaltlich geht es um die Käfer welche uns zum Schluss zu Erde verarbeiten, aber auch um die Käfer im System oder den verschiedenen Systemen, welche manchmal die menschlichkeit in Frage stellen. Kritische Texte sind es, mit viel Augenzwinkern. Dazu kommt die tanzbare Musik zwischen Balkanrock, Ska, Rock, Rap und was die Musiker sonst noch antreibt. Dazwischen kommt eine Backgroundsängerin zum Einsatz oder Streicher*innen versüssen den letzten Song. Eine vielseitige und spannende EP sowohl textlich wie musikalisch.

Fredi Hallauer

FANTU

Album: „Westside“ (Equipe Music)

Fantu von Chlyklass und PVP veröffentlicht sein erstes Solo Album. Auf acht Tracks erzählt er seine Geschichten. Die Musik bewegt sich von klassischem Berner HipHop zu modernen Urban Sounds. Fantu rappt seine Geschichten in einem coolen Slowdown Rhythmus. Als Gäste sind Baze, Krisl und Greis dabei. Das schöne Cover hat übrigens auch Baze gemacht. Die Texte sind Geschichten eines Erwachsenen und es macht Spass zuzuhören. „Frag di Friseur“ hat etwas aktuelles. Die heutigen Errungenschaften und Lebensweisen werden auf eine ganz spezielle, ruhige, leicht zynische Art herrlich kritisiert. Fantu reiht sich zuvorderst in die Reihe der Rapper ein mit diesem Album.

Fredi Hallauer

SETAY

Album: „Petit Rêveur“ (Escudero Records/Irascible)

Der Rapper aus der französischen Schweiz hat auf seinem Album viel zu sagen. So ist es Rap mit viel Text, und dazu guter Sound. Setay zeigt alles auf was 2020 aktuell war, Migration, Soziale Defizite, Umwelt, Einsamkeit, Angst vor der Zukunft und einiges mehr. die Themen werden von seiner dreiköpfigen Band, mit Keyboards, Gitarren, Bass und Elektronik herausgearbeitet. Die Musik geht weit über das Genre HipHop und Rap hinaus, eher in Richtung Pop und auch da sind immer wieder Chanson Einflüsse zu hören. Es gefällt wie Sétay phrasiert und dazu die eher luftige Musik mit einem satten Bass. Ein Album und ein Musiker aus der französischen Schweiz der auch auf dieser Seite des Röstigrabens gut tut.

Fredi Hallauer

JOHNNY NABU

EP: „Liebe Grüsse“

Johnny Nabu ist ein Zürcher Duo, welches Urbanen Mundart Sound macht, so zwischen HipHop, Rap und Pop. Die beiden besingen vor allem Zürich, das Leben der jungen Erwachsenen, das Gehetze, die Pausen und auch das Fernweh um dieser Stadt zu entkommen. Die Beats beigesteuert und produziert hat Gabriel Spahni von Pegasus und Stress. Die beiden Freunde und Lehrer haben als Gemeinsamkeit auch die Musik. Da und dort sind Frauenstimmen zu hören, so erklingt ein abwechslungsreicher Sound. Johnny Nabu ist eine moderne Pop EP mit sechs Liedern gelungen, welche Chancen hat im Radio gespielt zu werden.

Fredi Hallauer

BLAY

Album: „Heimspiel“ (Sony Music)

Blay, das sind Bligg und Marc Sway. Angekündigt wurde etwas Neues, das Resultat zeigt das aber nicht. Dieses Album ist OK und es ist beste Mundart Popmusik. Sie tönt eigentlich wie Bligg, nur das dazwischen marc Sway auch noch mitsingt. Es ist Rap Pop mit grossen Hymnen für das Stadion, es sind Balladen oder einfach sonst gute Songs. Inhaltlich sind es die Themen die man von Bligg kennt, nämlich vom Vater der immer unterwegs ist, oder vom gegen den Strom schwimmen, von Menschen die zu früh von uns gegangen sind oder von der Liebe. Konsumrausch und Wissen sind ebenfalls besungene Themen. Wie gesagt ein tolles Album, vielleicht waren die Erwartungen an mehr Innovation zu hoch.

Fredi Hallauer

MILCHMAA

Album: „-muat“ (AINIAC Entertainement)

Der Churer, Rapper mit serbischen Wurzeln und Gymlehrer, veröffentlicht sein zweites Album. Die Texte handeln genau von diesem Spannungsfeld. Da geht es um die Rapper und ihre Musik. Mit seinen in der Schweiz lebenden Landsmännern geht er auch heftig zu Gericht. Das Spannungsfeld, balkanische Wurzeln zu haben und in der Schweiz zu leben und sogar Schweizer werden und dann rechts wählen. Aber jeder Mensch ist bei diesen Texten gefordert, Flüchtlingsfrage, Rassismus und Armut in der Schweiz und vieles mehr. Textlich ist dies ein sehr gesellschaft relevantes Album. Musikalisch nimmt er das Spannungsfeld ebenfalls auf. Neben den Rapbeats klingt Folklore aus dem Balkan mit. Dazwischen sind es dominante schöne Chöre. Bei vielen Songs hat er Gäste mit dabei. Milchmaa ist im Moment der beste Rapper der Schweiz.

Fredi Hallauer

MoeZart

Album: „Z.A.U.J. (Equipe Music)

Der Musiker aus dem Kanton Bern ist schon länger in der Rapszene bekannt, aber erst jetzt kommt sein Album. Hier geht es aber weder nur um Rap oder nur um Mundartsongs, es geht um beides. MoeZart versteht es Rap und Mundartsongs miteinander zu verschmelzen ohne bekannte kommerzielle Wege einzuschlagen. Die Musik wir von Elektronik aber auch von Gitarre und anderen handgespielten Instrumenten geprägt. Die Lieder erzählen aus dem Leben. Der Albumtitel sagt dfas bereits, den Z.A.U.J. heisst nicht anderes als „Zwischen Alt und Jung“. Als Vater weiss er von was er singt und die Texte tönen wirklich erwachsen. Vielleicht hat es etwas viel Auto-Tune auf der Stimme, aber es ist ein Debüt das aufhorchen lässt.

Fredi Hallauer