TRAUFFER

Album: „Pallanza Deluxe Edition“ (Universal)

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ja es stimmt, das ist ein altes Album, genau gesagt 10 Jahre alt. Es ist Trauffer’s erstes Soloalbum nach der Auflösung von Airbäg. Nun sind aber zu den 11 Originaltiteln 2 neue und 5 akustische Versionen dazu gekommen. Trauffer in dieser Phase war ein interessanter Mundartrock Musiker. Da ist nichts von Alpentainer und auch nichts mehr vom Blödeln aus der Airbäg Zeit. Es sind Mundartrocksongs welche vom Leben erzählen mit den verschiedensten Facetten. Viel dreht sich natürlich um das Zusammenkommen und Auseinadergehen, um Wunschträume und Wirklichkeit. Die beiden neuen Songs entstanden wohl in der gleichen Zeit und ergänzen die elf original Lieder. „Honigmond“ und „Wiit ewäg“ heissen sie. „Pallanza“ ist ein Album das heute, auch musikalisch, noch seine Gültigkeit hat.

Fredi Hallauer

M’GHADI

EP: „Take Two“ (Distrokid)

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Die achtköpfige Luzerner Band serviert uns ein erfrischendes Birchermüesli. Inhalt des Müeslis sind Reggae, HipHop, Pianoballaden, Instrumentals, Bläserstücke, englische und Mundartsongs, und das alles in 7 Songs. Ursprünglich eine Coverband sind sie mit eigenen Songs unterwegs. Musikalisch tönt es wunderbar und spannend. Textlich sind diese Sprachwechsel etwas problematisch, man hört nämlich nicht mehr genau hin, vor allem da auch die Musik alleine hörenswert ist und die Rhythmen in die Beine fahren. Die Mundarttexte sollen Gesellschaftskritisch und zynisch sein, ok, aber so formuliert dass sie auch falsch verstanden werden können. So hinterlässt dieses Birchermüesli einen leicht zwiespältigen Nachgeschmack mit Zutaten die man mag und solchen die einem die Freude etwas nehmen.

Fredi Hallauer

SUBMARYNE

EP: „Encore“ (Phonag)

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Die junge Lausanner Sängerin hat sich auf ihrer ersten EP verschiedenen bestehenden Songs angenommen, unter anderem „Addicted To You“ von Avicii, aber auch weniger bekannten Stücken, auch eines aus Frankreich. Sie singt mit einer Ausnahme englisch. Submaryne hat eine wunderschöne natürliche Stimme und die Begleitung ist sehr folkig, akustisch im Sinne einer Singer/Songwriterin. Auf das Album, welches 2019 erscheinen soll darf man sich freuen.

Fredi Hallauer

JEN DALE

Album: „Close Distance“

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Die in der Schweiz aufgewachsene Sängerin mit einem englischen Vater veröffentlicht ihr erstes Album. Sie ist Soulsängerin und macht Musik ganz im Hier und Jetzt. Die Musik ist Elektropop im weitesten Sinne, teils  tanzbare Songs und dann gibt sie sich wieder ganz der Stimmung hin. Ihre grossartige Stimme schlägt einem in ihren Bann, sie kann sanft schmeicheln oder in den höchsten Tönen soulieren, aber auch wieder kräftig zur Sache kommen. „Rain“ ist ein Paradestück des kräftigen und tanzbaren Souls, aber als Empfehlung kann jeder Song genannt werden. Eine Überraschung ist Jen Dale auf alle Fälle.

Fredi Hallauer

LES FILS DU FACTEUR

Album: „Fidèles Aux Postes“ (Pas Mal Bien)

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Das Duo aus der französischen Schweiz hat sich für dieses Album erweitert mit Klavier, Bass und Schlagzeug, aber keine Angst hier kommen immer noch vor allem Sacha Maffli mit Gesang und Gitarre und Emilien Colin mit Akkordeon und Gesang zum Zuge. Die beiden führen das weiter, was sie mit ihren EP’s begonnen haben. Sie spielen und singen eigene französische Chansons, eigentlich altmodisch und doch sehr zeitgemäss. Sie erzählen Geschichten, oft etwas verrückt, mit viel Lebensfreude und immer intelligent. Die einzelnen Chansons unterscheiden sich sehr klar voneinander und es gibt viel Lebensfreude dieser Musik und den Liedern zu lauschen. Ein Duo das immer noch auf die Entdeckung in der deutschen Schweiz wartet, aber sie wird kommen.

Fredi Hallauer

KUMMERBUBEN

Album: „Itz mau Apokalypse“ (Irascible)

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Die Kummerbuben sind mit sechs neuen Songs wieder da. Die Rumpelrocker spannten mit einem 80 köpfigen ad-hoc Orchester aus Bern zusammen. Die schöne Musik balanciert nahe am Abgrund von zusammenfallenden Welten der Protagonisten. Wie immer liegt in den Texten der Kummerbuben viel Zynismus und satirisches versteckt. Auch andere Mundartrocker werden zitiert mit der Zeile „Wär scho gäng gärn e Fischer gsi“. Die Texte haben es in sich und man muss sie sich öfter anhören um die ganze Wirkung zu entdecken, aber ebenso die Musik. Sicher eines der besten Alben des Mundartrocks.

Fredi Hallauer

NILSA

Album: „Salada Moçambique“ (www.nilsamusic.ch)

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Nilsa stammt aus Moçambique, lebt seit 18 Jahren in der Schweiz und veröffentlicht nun nach 6 Jahren Pause ihr viertes Album. Nilsa singt portugiesisch und in anderen Sprachen aus ihrer Heimat. Musikalisch ist es ein Feuerwerk oder eben ein bunter Sommersalat mit Rhythmen aus Moçambique verbunden mit Reggae, Ragga, Reggaeton und HipHop. Das alles kann sie bestens. Die drei Musiker die mit Nilsa musizieren machen es aus, dass diese Songs gut zur Geltung kommen, den nötigen Drive haben und das richtige Feeling. Da ist Rolf Mosele, ihr Mann, der die Gitarren spielt, so perlig wie ein Afrikaner, ein Bassist mit dem richtigen Groove und der Schlagzeuger der sich in all den Rhythmen heimisch fühlt. Inhaltlich erzählt Nilsa von zuhause, versteht es aber die Themen so zu formulieren, dass sie für alle Menschen auf der Welt zutreffen. Sei es, dass Liebe nicht dazu da ist jemanden auszunutzen, dass niemanden jemanden zwingen soll zu etwas oder eine Warnung an die jungen Frauen, nicht mit den falschen Männern zu spielen. Sie erzählt auch, dass sie die verschiedensten Stämme von Moçambique in ihrem Körper vereint und auch andere das tun, vielleicht vereinen wir alle verschiedene Stämme, Völker oder Kulturen in uns. Aber wie anfangs erwähnt, diese Songs, diese Musik kommt fröhlich und lebenslustig daher. Eine pure Freude dieses Album.

Fredi Hallauer