NAMAKA

EP: „Water On The Sun“ (Mouthwatering Records)

Das Elektropop Trio spielt auf dieser EP fünf quirlige, sonnige Songs. Die Frauenstimme singt sich sofort ins Herz. Analoge und digitale Synthesizer legen schöne Popmelodien zwischen den Gesang und das quirrlige Schlagzeug und die Beats. Das ist Popmusik mit Niveau wie sie eigentlich häufig im Radio laufen sollte. Gutes Songwriting und Abwechslung zeichnen diese EP aus.

Fredi Hallauer

BLIGG

Album: „Okey Dokey II“ (Universal)

Der Rapper ist zurück mit einem Album welches an ein früheres mit dem selben Namen erinnert oder erinnern soll. Es ist eine Art Mixtape aber trotzdem keines. Bligg geht mehr in den HipHop zurück, wobei bei den fast klassischen HipHop Liedern ist er musikalisch wie textlich zurück gefallen. Es sind nicht moderne Beats die er seinen Texten unterlegt und die Texte sind die eines jungen Erwachsenen. Ab der Hälfte des Albums wird es wieder popiger und die Texte bekommen plötzlich Gehalt. Höhepunkt ist sicher „Sorry Mama“ mit Marc Sway und „S Paradies“ mit Naomi Austero. Diese Sängerin gibt es dann auch noch einmal im Lied „Bis da anne“ und auch da überzeugt sie. Die feat. Gäste geben sich die Klinke in die Hand und aufzählen will ich nun nicht alle. spass macht an dem Album, dass Bligg sich nicht all zu ernst nimmt und seine eigenen Lieder zitiert. Sätze und Sound von seinen Hits tauchen da und dort auf, also Ohren spitzen. Das Ultimative HipHop Album ist es nicht, aber es macht Spass wie bereits das Album mit dem gleichen Namen.

Fredi Hallauer

PIERRE OMER & THE NIGHTCRUISERS

Album: „Time Flies“ (Radiogram/Beast/Irascible)

Pierre Omer aus Genf hat sich mit zwölf MusikerInnen umgeben und sie spielen herrlich, leicht düsteren Folkrock mit Americana vermischt. Der Gesang ist englisch mit einem mediteranen Klang. Die MusikerInnen stammen von Bands wie Aloan, Elvett, Young Gods, Blind Butcher, Symphonie Orchester Rom, Gros Oiseau, Imperial Tiger und Pierre Omer kommt von The Dead Brothers und Pierre Omer’s Swing Revue. Auf „Time Flies“ gibt es moderne Musik zu hören, welche einerseits handgemacht ist, andererseits auch mit Sampling arbeitet. Alles ist gewachsen und nichts irgendwie zusammengeklebt, es kommt aus einem Guss daher. Dieses Album ist ein Genuss, es ist ruhig aber nie langweilig und ein weiterer Anwärter für die Jahrbestenliste.

Fredi Hallauer

VIERTAKTMOTOR

Album: „Siebesiech“ (Narrenschiff)

Nayan Stalder am Hackbrett, laurin Moor am Kontrabass, Kaspar Eggimann am Akkordeon und Raphael Heggedorn am Violomcello, das ist der Viertaktmotor. Mit dieser Besetzung machen sie Musik zwischen Traum und Volksmusik, zwischen Kopfkino und Musette. Überraschungen treten eigentlich fortwährend auf. Die fast logisch folgende Melodie kommt , aber auf einem unerwarteten Instrument. Manchmal entsteht auch ein abrupter Wechsel des Taktes, des Leadinstrumentes oder allem zusammen. an sich sehr interessante und spannende Musik. Der Viertaktmotor scheint trotz den jungen Musikern in die jahre gekommen zu sein und er tuckert und rumpelt etwas sehr gemächlich über das Feld. man würde sich hier und dort etwas mehr Zündung wünschen. die Stücke sind auch manchmal etwas zu zusammengesetzt und reissen einem aus dem Zusammenhang. Viertaktmotor macht tolle Musik, hat aber noch Entwicklungspotential.

Fredi Hallauer

KUSH K

Album: „Lotophagi“ (Irascible)

Die Frau und drei Männer machen leicht verträumte Musik zwischen Folk und Electronica, vielleicht eine Art Post Folk oder Post Pop. Sie kommen aus dem Raum Zürich. Ein tickendes Schlagzeug, ein schneller und pumpender Bass geben den Rhythmus, darüber schwebende Synthieklänge und obendrauf trohnt die schöne, folkige Frauenstimme. Alles in allem schöne Musik, manchmal vielleicht etwas zu sehr verträumt. Ihr Thema ist Rausch und das Aufeinanderprallen von Gegensätzen und das wird aus ihrer Musik sehr klar. Ein Album für TräumerInnen mit herbstlichen Noten.

Fredi Hallauer

AUDIO DOPE

Album: „Superlunary“ (Radicalis Music)

Der Soundtüftler legt uns sein zweites Soloalbum in die Lounge. Enthalten sind 28 Minuten oder acht Tracks mit Instrumental. Ab und zu hört man eine gesampelte Stimme oder Bruchstücke von Gesang, welche aber ebenfalls als Instrument dient. Die Klänge zwischen TripHop und Electronica mit einzelnen HipHop Beats sind der Soundtrack zu den Lockdowns mit ausgestorbenen Städten. Angesagt ist hinsetzen, Kopfkino einschalten und durch die Menschen leere Stadt zu gehen (in Gedanken). Für Hintergrundmusik ist es etwas schade, denn es gibt da dieses und jenes zu Hören, die kleinen Finessen und intelligenten Tüfteleien von Audio Dope.

Fredi Hallauer

ROSEWOOD

Album: „Miles And Stories“ (iGroove/CeDe.ch)

Das Innerschweizer Country Rock Quintett hat einen tollen Longplayer aufgenommen. Vierzehn Songs machen dieses Album zu einem veritablen Genuss. Wer Country nicht mag, könnte Rosewood trotzdem mögen. Die Gitarren sind herrlich dreckig und rockig und auch die Rhythmussektion steuert ihren groovigen Anteil bei. Aber auch Country Freunde mögen Rosewood, denn die Lapsteel Gitarre bringt den Schmelz in den Rock. Manchmal wünscht man sich die Sängerin würde etwas mehr Whisky trinken, oder sonst etwas tun, dass ihre schöne Stimme nicht ganz so brav klingt, sondern ein bisschen bissiger, vielleicht ein bisschen mehr nach Country Rock. Bemerkenswert ist, dass alles Eigenkompositionen der verschiedenen Bandmitglieder sind und alle ein gutes Songwriting haben. Ein Album für die Autofahrt oder einfach so Geniessen.

Fredi Hallauer