STALLDRANG

Album: „Roots“ (Zytglogge)

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Nein das ist keine neue Mundartrockband und gesungen wird sowieso nicht. Stalldrang wurde dieses Jahr gegründet und besteht aus Brunner – Pfändler – Brunner. Ja die zweimal Brunner das sind Evelyn Brunner am Kontrabass und Kristina Brunner am Cello und Schwyzerörgeli. Pfändler ist Chris Pfändler am Hackbrett. Sie spielen neue Volksmusik oder einfach eine sehr gemütliche, kreative und „gmögige“ Musik. Die Kompositionen stammen alle von Chris Pfändler, die Arrangements von Stalldrang. Das Hackbrett dominiert den Klang klar, wie es das Instrument immer tut, aber aufgepasst da gibt es einen kreativen Bass der sogar mal Melodie spielt, das Cello übernimmt plötzlich die Melodieführung und übergibt dem Hackbrett den Rhythmus. Ab und zu kommt das Schwyzerögeli zum Einsatz. Die Grundrhythmen sind meist traditionell aber man könnte doch da und dort bei einem Schottisch oder einer Mazurka ins Stolpern geraten, wenn die Synkopen auftauchen. Dieses Album ist ein schönes Stück Schweizer Instrumentalmusik.

Fredi Hallauer

LOLASISTER

EP: „Infinite Jest“ (Irascible)

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Das Quintett aus Bern mit den zwei Sängerinnen versucht es mit einer EP. Die Texte sind eine Referenz an David Foster Wallace, ein Dichter aus dem 20. Jahrhundert. Der Gesang rezitiert Texte aber keine Emotionen. Er wirkt ziemlich eintönig und teils auch langweilig. Die Musik, welche neben Pop auch Jazz beeinhaltet ist ziemlich cool, d.h. auch hier fehlten die Emotionen. Die Spannung wird nirgend aufgebaut und so findet auch keine Entspannjung statt. Entweder war es noch zu früh eine EP zu machen oder die MusikerInnen wollen das so.

Fredi Hallauer

BAHUR GHAZI’S PALMYRA

Interview:

Vor dem Konzert im Ono sprach Fredi Hallauer mit Bahur Ghazi

Live: „Bidaya“ Tour im Ono Bern am 9. Juni 2018

Bild Fredi Hallauer

Der in der Schweiz lebende Oud Spieler Bahur Ghazi trat mit seiner Band Palmyra im Bern auf. Die Jazzmusikerin und Jazzmusiker übernahmen Bahur Ghazis Jazzkompositionen und erweiterten sie mit Improvisationen. Es war ein ausgeglichenes sehr speziell schönes Konzert. Das Oud war nicht omnipräsent sondern trat zurück oder spielte unisono mit dem Bass, bis es wieder zu einem Solo Höhenflug ansetzte. Der Bassist zupfte, kratzte und schlug seine Seiten und kam ganz ohne Bogen aus. Er spielte wild und quirrlig. Die Akkordeonistin spielte sehr kraftvoll und der Pianist liess die Töne daher perlen. Der Schlagzeuger war sehr dynamisch von sehr leise bis sehr laut. Das Repertoire umfasste die Stücke des Albums und noch ein paar dazu. Vieles waren Verarbeitungen, schöne Erinnerungen an das Syrien vor dem Krieg. Ein neues Stück und Oud Solo faszinierte besonders. Bahur Ghazi schrieb es für eine Braut und es heisst auf Deutsch, „Fusskettchen“. Dieses Konzert gehörte zu einem weiteren Höhepunkt der Saison.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

TURN

EP: „Unstoppable“

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Turn, eine Band aus Burgdorf hat sich ganz dem weissen Soul verschrieben. Sie strotzen von Selbstvertrauen und das zu recht, so singen sie dann auch „I’m unstoppable“. Sie wollen hoch hinaus und werden es auch schaffen, wenn sie so weiter machen. Die Musik hat den richtigen Groove, der Gesang auch. Es sind schöne Songs die es hier zu hören gibt. Der Schwachpunkt ist das Songwriting und die Arrangements, sie ähneln sich etwas zu stark, oder anders gesagt, die Wiedererkennung der einzelnen Songs ist etwas gering.

Fredi Hallauer

KLEIN KAROO

EP: „Remixes“ (Irascible)

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Die Popband aus Zürich liess ihre 2017 erschienen EP Remixen. Selber remixten sie zwei Titel befreundeter Band, nämlich von Fromkid und Yet To Find. herausgekommen sind sechs tanzbare Songs, bei welchen so im typischen Remixstil die Bässe verschleppt wurden und die Stimmen getunt. Gute Popmusik eher etwas schlechter gemacht.

Fredi Hallauer

Sweet & Power

Live: „Im Fluss“ in der La Cappella Bern am 3. Juni 2018

Bild Fredi Hallauer

Der Berner Frauenchor sang an diesem Sonntag Abend ein wunderschönes und eindrückliches Konzert. Die Chorleiterin Isa Ritter verlangte den Sängerinnen einiges ab, welche das Verlangte dann auch grandios meisterten. Das Thema war im Fluss oder alles was mit Wasser zu tun hat. Dabei sangen sie Songs wie „Singing in the Rain“; „Louenesee“; „Aare“ von Stiller Has; ein Song einer New Wave Band oder „Io senza te“. Natürlich waren da noch einige Lieder mehr zu hören. Alles wurde auswendig gesungen. Kleiner Schwachpunkt, die Choreografie, vor allem die Handbewegungen waren manchmal etwas viel, vor allem dort wo jede Stimme eine andere Bewegung machte. Weniger wäre mehr. Aber musikalisch gibt es nichts zu kritisieren. Wie bereits gesagt, es war ein schönes Konzert.

Fredi Hallauer

PABLO III

EP: „Illusion“ (Musikvertrieb)

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Pablo III ist ein 25 jähriger Basler der mit seinen vier Songs zeigt, dass er international mithalten kann. Dazu tragen seine Stimme und das Gefühl für gute Popsongs bei. Das Songwriting ist gelungen und die Produktion auch. Pablo III liegt im aktuellen Popsong Stil mit samtenen Soul Einflüssen, angenehm und mit Wiedererkennungswert.

Fredi Hallauer