KAPPA MOUNTAIN

EP: „Echo Pool II“ (Platoon/Radicalis)

Kappa Mountain das sind der Pianist Matthias Gusset und der Beat Maker Audio Dope. Die EP beinhaltet sieben Stücke und 18 Minuten Spieldauer. Zu hören sind ausschliesslich Neo-Klassik Piano Stücke mit sanften Beats und Geräuschen versehen. Diese Klänge regen das Kopfkino an oder die Entspannung. Musik die sich aber auch als Ambientmusik eignet, wo auch immer. Sie ist angenehm und recht diskret.

Fredi Hallauer

SCHÄBYSCHIGG

Album: „REtroSchPEKTivä“ (Narrenschiff)

Die Kapelle, eine fast Blaskapelle, wobei das Akkordeon ja auch Luft an die Stimmzungen bläst, ist mit ihrem zweiten Album zurück. Sie spielen mit Klarinette, zwei Trompeten, einer Basstrompete und ein Mann spielt abwechselnd die Tuba, das Akkordeon und hat bei ein paar Stücken den Leadgesang. Das ist neuer bei Schäbyschigg, sie singen etwas mehr und einmal vor allem einen längeren, engagierten Text, nämlich bei „Oh Wält“. Der Albumtitel setzt sich zusammen aus Retrospektive und Respekt, darum ist er so seltsam geschrieben. Der Gruppe geht es um Respekt vor Altem und vor Neuem, denn nichts ist oder war besser. Ihre Musik kann man zur Neuen Volksmusik zählen, es ist aber einfach mehrheitlich Instrumentalmusik zwischen Volksmusik, Jazz und einfach fantasievoller und toller Musik. in den einzelnen Stücken gibt es viele unerwartete Wendungen und Wechsel, was diese Musik speziell spannend macht. Vielleicht das schwächste Stück ist „Whiskey In The Jar“, es ist aber immer noch sehr gut, etwas weniger typisch Schäbyschigg. Auch ihr zweites Album gehört für mich wieder in meine persönliche Liste für das Album des Jahres.

Fredi Hallauer

ROMY WAVE

EP: „Almost Ideal“

Die junge Walliserin trt bereits auf einigen grossen Bühnen auf und präsnetiert jetzt ihre EP. Musikalisch ist es guter Pop und mit einer betörenden Stimme gesungen. Auffallend ist das gute Songwriting, die vier Songs unterscheiden sich deutlich voneinander, ohne ein Stil-Birchermüesli zu machen. Eine EP mit toller Popmusik, schöner Stimme und tanzbar.

Fredi Hallauer

SCHWELLHEIM

EP: „Ei Schritt Vorwärts“

Diese Basler Band gibt es seit 18 Jahren und sie vermögen noch immer zu begeistern oder begesitern je länger je mehr. Mit zwei Sängern und drei Bläsern und ihren tollen Beats. Meistens ist es Reggae, Ska und verwandtes, es sind aber auch andere karibische Rhythmen auszumachen. Gesungen wird Mundart und das für und mit Lebensfreude. Die EP mit sechs Liedern und 23 Minuten Spieldauer ist ein richtiger Aufsteller. Aber auch kritische Töne gehören ins Repertoire, vor allem im Lied „Traum“. Eine EP welche viel Radio Airplay verdient.

Fredi Hallauer

BALTHASAR STREIFF & YANNICK WEY

Album: „Büchelbox 2“ (Zytglogge)

Die beiden Musiker legen ihre zweite CD nach mit Büchelmusik und Musik mit anderen Holztrompeten. Büchel ist ein kleines Alphorn, aber gewunden, oder eine Holztrompete ohne Ventile, also mit den Naturtönen. Der Büchel kommt hauptsächlich in der Zentralschweiz vor und da haben die beiden denn auch gegraben, die Stücke transkribiert und spielen sie nun in hrer Art, oder wie sie sagen, eine Art die auch möglich ist. Unter den 52 Stücken, hat es auch ein paar aus Europa, aus der Ukraine sind es Trembita Stücke, aus Norwegen die Neverlur Stücke und aus Österreich Stücke für das Würzhorn. Weiter kommen Stücke von Bela Bartok dazu, welche er aus Rumänien von den Hirten übernommen hatte, welche Bucium spielten. Einige Eigenkompositionen sind auch dabei und ein Fanfarenstück von Benjamin Britten. Einige Stücke sind aus dem Muothatal und da gibt es bekannte Namen wie: Alois Bürgler, Franz Gwerder, Franz Imhof und natürlich Dominik Marty, welcher bei verschiedenen Auftritten an Folkfestivals (Lenzburg, Gurten) und Folkclubs seine Büchelkunst einem jungen Publikum zeigte. Es ist wirklich verblüffend wie verbreitet die Holztrompeten waren und wenn die Stücke alle auf dem Büchel gespielt werden, sind sie gar nicht so unterschiedlich, gleich aus welcher Gegend sie kommen. „Büchelbox 2“ ist wiederum ein gelungenes Album für interessierte Hörer*innen geworden und präsentiert einfach die Büchelmusik ohne irgendwelche Lehrmeisterei. Ein kleines Meisterwerk in einer für viele Leute unbekannten Nische.

Fredi Hallauer

MICH GERBER, ANDY PUPATO und ROLAND SCHILDKNECHT

Live: In der La Cappella am 10. Juni 2022

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Die drei Musiker sieht man selten so beieinander in einem Konzertlokal. Aber an diesem Abend spielten sie zusammen und es war ein einmaliges Erlebnis. Mich Gerber mit dem Bass und dem Looper, Andy Pupato mit einem grossen Arsenal an Perkussionsinstrumenten und Roland Schildknecht mit Hackbrett und Streichpsalter. Mich Gerber entwickelte die Harmonien und den Beat mit Bass und Loopgerät, dann stimmte meist das Streichpsalter oder das Hackbrett mit Rhythmus ein und die Perkussion warf ihre Töne hinein mit einem kleinen Glöckchen, einem Cymbal oder irgendwelchen Trommeln. Der Bass begann Melodie zu spielen und ein Musikstück, eine Klangwelt entwickelte sich und steigerte sich. Das Hackbrett spielte im Zwiegespräch mit dem Bass oder sie steigerten sich beide in den Rhythmus oder die Melodie und wenn dann noch die Perkussion auch mitmischte nahm es herrlich dramatische Formen an. Die einzelnen Stücke waren lang und es blieb viel Zeit und Raum um etwas entstehen zu lassen. Alle drei Musiker zeigten viel Spielfreude und manchmal auch Spielwitz. Mit diesen Klängen tauchte man in eine andere Welt ein.

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Fredi Hallauer

CoreLeoni

Album mit Bonus CD: „III“ (Atomic Fire)

CoreLeoni, die Band von Leo Leoni ist mit einem neuen Sänger zurück. Eugent Bushepa singt die Songs druckvoll und seine Stimme passt ganz in das Konzept von Leo Leonie, die alten Songs von Gotthard wieder aufleben zu lassen. Unter diesen 15 Songs (mit der Bonus CD) sind fünf Songs, welche Steve Lee noch mitgeschrieben hat, ansonsten sind viele neue Songs dabei und Coverversionen. Ganz speziell fällt die Version der Rolling Stones von „Jumpin Jack Flash“ auf. Auf dem ganzen Album geht es richtig zur Sache, die Songs sind teils hart, die Les Pauls Gitarren jaulen aus den Marshall Amps, genau wie früher. Trotzdem spielen CoreLeoni heute, aber ohne irgendwelchen Elektronik Firlefanz. Da gibt es nur eines, Album abspielen, Lautstärkeregler auf und geniessen.

Fredi Hallauer

Z THE FRESHMAN & HOTEL SAMAR

Album: „Poésie Nocturne“ (Equipe Music)

Der junge Z The Freshman versucht im weitesten Sinne R’n’B zu machen, dem Sound aber eine neue Dimension zu geben. Mitgeholfen haben Hotel Samar bestehend aus einem Musiker und Produzenten in einem , einer Sängerin und einem Produzenten. So tönt denn das Album auch, sehr produziert und nicht wirklich organisch. Die Texte handeln von Themen rund um das Erwachsen werden und sind wirklich sehr poetisch und auf dem Album werden noch verschiedene Künstler*innen gefeatured u.a. Tashan und ein Kinderchor, was gute Abwechslung hineinbringt. Ansonsten ist der Sound etwas gleichförmig und der Gesang etwas jammernd. Irgendwo ist in dieser Zusammensetzung und vor allem bei Z The Freshman Potential vorhanden, welches hier nicht erkannt und genutzt wurde.

Fredi Hallauer

BLISS

Live: „Acapulco“ Tourstart im Bierhübeli am 7. Juni 2022

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Das Musik und Comedy Quintett präsentierte ihr neues Programm und bot einen sehr hohen Unterhaltungswert. Gleich am Anfang zeigten sie, dass sie gesanglich Top sind und sie legten auch eine tolle Choreografie auf die Bühne. Acapulco ist keine wirkliche Geschichte, es sind Ideen, Überlegungen und Persiflagen auf Ferien, vor allem auf Billigferien mit All Inclusive im Hotel Acapulco. Stark waren die Songs, welche sie adaptierten, so wurde aus „Get Back“, „Gepäck“, aber auch den schönen Song der Österreicher STS „Irgendwann da geh ich furt“ wurde Schweizerdeutsch noch intensiver. Ein paar herrliche Running Gags faszinierten immer wieder. Die Songs die jeder kennt, war auch eine gute Idee, sie sangen den Anfang und das Publikum schrie dann automatisch „Alice ………“ oder „HuHu“ oder was auch immer die Fortsetzung war. Vor der Pause waren ein paar Lieder, wahrscheinlich Eigenkompositionen und da hing das Programm ein bisschen, aber nach der Pause schafften sie es den Schwung bis zum Schluss zu behalten. Es gab da ein paar Songs ohne Comedie, welche die Qualitäten der Gruppe zeigten. Wie bereits gesagt: Beste Unterhaltung, tolle Show und irgendwo war für alle etwas dabei, so sah man im Publikum Junge wie auch ältere Menschen und alle hatten Freude.

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Fredi Hallauer

TANJA DANKNER

Album: „Swingness“ (Zytglogge)

Die Schweizer Sängerin nahm dieses Album mit der Swingness Big Band und ihrem leader Pepe Lienhard auf. Neben dem Swing sind alles Coverversionen von Schweizer Liedern zu hören, aus Folk und Pop. Das Resultat ist bescheiden und das Album verunsichert. Was will Tanja Dakner jetzt hier? „Kiosk“, „W.nuss vo Bümpliz“ oder „079“ tönen nach nichts wirklichem. Es ist kein Jazz was sie singt, aber auch kein Chanson, vielleicht Schlager, aber auch das nicht wirklich. Der Stimme fehlt etwas um diese Lieder eigenständig herüber zu bringen. Gelungen ist „Hemmige“ zusammen mit Kunz. Auch die Liedauswahl gibt Fragen auf, neben den erwähnten Titeln sind da „Heidi“ oder ein bisschen Trio Eugster, DJ Bobo Medley, aber tanzbar ist nichts wirklich. Irgendwie Schade, aber das ist ein Album zum Vergessen.

Fredi Hallauer