RICHARD KOECHLI BLUE ROOTS COMPANY

Live: In der Alti Moschti Mühlethurnen am 15. Februar 2019

Bild Fredi Hallauer

In der Alti Moschti in Mühlethurnen war wieder einmal Blues angesagt. Auf die Bühne trat Richard Koechli mit der Blue Roots Company. Er spielte das erste Mal im Sextett, sonst war er im Trio zu hören. Mit Richard Koechli (Gitarren, Gesang) spielten Fausto Medici (Schlagzeug), Michael Dolmetsch (Piano, Hammond und Akkordeon), Heini Heitz (Gitarre, Gesang), Dsvid Zopfi (Bass) und Dani Lauk (Bluesharp). Sie legten ziemlich kräftig los und bereits beim ersten Song bekamen alle, ausser dem Bassisten ein ausgedehntes Solo und konnten sich so selber vorstellen. Es zeigte sich sofort, das hier erstklassige Musiker auf der Bühne standen. Das Repertoire zog sich durch die Bandgeschichte von Richard Koechli, seinen Blues Favoriten wie Tampa Red oder JJ. Cale, Liebeslieder und Oden an seine Frau, seine Eltern oder an alle Handwerker. Spannend wurde es, wenn Richard Koechli mit dem Tastenmann auf den Instrumenten Zwiegespräche führten. Alle Musiker inkl. dem Bandleader waren sehr virtuos auf ihren Instrumenten. Der Gesang und die Ansagen waren der Schwachpunkt. Im allgemeinen gab es aber längere Instrumentalteile in den Songs und so fand der Never Ending Blues, nach zweieinhalb Stunden Konzert seinen Abschluss in einem irischen Lied mit Akkordeon Begleitung. Ein wunderbarer Abend.

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Fredi Hallauer

DABU FANTASTIC

EP: „Frisch Usem Ei“ (Sony Music)

Dabu Fantastic bringen ziemlich überraschend eine EP heraus. Ja es sind drei Lieder, also eher mehr eine Maxi Single. Das Titellied ist gut, witzig in Text und Musik und dürfte einen Hit geben, sozusagen „=79“ von 2019. „Berlin“ hat etwas viele Textwiederholungen, ja man weiss dann mal, dass es in Berlin immer regnet wenn sie dort sind. Eher etwas fad tönt „Video“. Aber der Titelsong ist so gut, dass es sich lohnt diese EP zu hören.

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FIJI

Album: „Bizarre“ (Irascible)

Das Duo mit Simon Schüttel dem Soundcreator und der Stimme von Simone de Lorenzi legt mit ihrem fünften Album einen Meilenstein dazu. Was sie hier machen ist nicht mehr nur Disco oder Elektropop, nein es ist alles zusammen und das sehr clever gemacht. Die Klänge sind teils wirklich bizarr und teils gehen sie tanzbar los. Der Gesang von Simone de Lorenzi bewegt sich von warm und düster-romantisch bis zu erotisch oder auch mal schrill. sie singt englisch, französisch und italienisch. Die beiden spielen hier ältere Sachen in alternativen Takes und ganz Neues. Fiji ist sicher eine Band zu der man an der nächsten party tanzen sollte.

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DODO HUG & BAND

Album: „Cosmopolitana“ (Hugini Music Production)

Cosmopolitana oder Ode an die Vielfalt, wie das Album im Untertitel heisst, ist das 16. Album von Dodo Hug, diesmal mit Band. Was der Untertitel verspricht, ist auch zu hören. Eine sehr grosse musikalische Vielfalt dank ihrer Band, welche noch unzählige Instrumente spielen können. Textlich ist auch eine Sprachenvielfalt auszumachen, von Berndeutsch zu Senslerdeutsch (Deutsch Fribourg), Englisch, Italienisch, Spanisch und Korsisch, manchmal zwei Sprachen im selben Lied. Inhaltlich handeln die Lieder ebenfalls von den unterschiedlichsten Themen. Da geht es klar um Kosmopolitisches, um Apps, um Liebe. Auch politische Themen sind zu hören wie das „Laki Penan“ das dem Umweltaktivist Manser und vor allem seinem Werk gewidmet ist. „Bittibätti Mache“ gefällt auch gut, da es hier um die ewigen Gesuche der Kulturschaffenden geht, die kompliziert sind und nicht immer positiv beantwortet werden. Das ganze Album ist eine gelungene runde Scheibe. Obwohl es eine Live Aufnahme ist, muss man sich kein ewiges Geklatsche anhören.

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ARTHUR HENRY

EP: „#Who Am I“ (QFTF Records/Irascible)

Der Mann aus La Chaux-De-Fonds, bekannt als KoQa Beatbox, geht einen Schritt weiter. Er Beatboxt immer noch mit seinem Loop-Gerät, verknüpft aber diese Töne und Rhythmen mit Elektronik, bzw. er elektronisiert sie sozusagen und schafft so neue Klänge und Möglichkeiten. Das tolle daran, der Sound tönt nicht einfach nach Elektro, sondern wirklich neu. So entstanden sieben Songs, teils auch mit Gästen, welche singen. Diese EP ist ein Genuss und verlangt nach mehr.

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ORGAN MUG

EP: „Here And There“ (Irascible Records)

Der Lausanner Morgan Hug präsntiert hier eine EP mit sechs Songs seines Soloprojekts. Es kann mich nicht begeistern. Elektrobeats, mit Kopfstimme zwischen Dream und Techno und ein bisschen Elektronoise. Alles wirkt sehr konstruiert und diese Musik kann nicht durchgängig getanzt werden oder ist spannend zu hören oder dient als Ambient, nein es ist weder Fisch noch Vogel.

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ANDRA BORLO

Live: Konzert im Kulturhof Köniz am 9. Februar 2019

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Andra Borlo präsentierte ihr neues Album, das erste nach 10 Jahren. Sie tat dies mit einer illustren Band. Der Gitarrist und Sänger Carlos Ramirez und der Schlagzeuger und Gitarrist Pablo Lacolla kommen aus Argentinien, der Keyborder Beni Mosele aus Luzern und die Geigerin und Backing Sängerin Annina (Nachname nicht verstanden) ebenfalls aus der Schweiz. Das Konzert zeigte das Universum von Andra Borlo und ihrer Band, mit den Songs des neuen Albums und vielen älteren Stücken oder Coverversionen. Die Reise führte durch Lateinamerika und Nordamerika, mindestens vom Stil her. Es war ein grossartiges subtiles Konzert und die MusikerIn liessen Andra Borlos grosse Stimme gut zur Geltung kommen. Es war ein wunderbarer Abend mit warmer Musik gegen die Winterkälte und Nässe.

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Fredi Hallauer

Album: „Universo“ (iGroove)

Andra Borlo veröffentlicht ihr drittes Soloalbum nach einer längeren Pause. Ihre leicht rauchige Altstimme ist eine Wucht und kommt bei den Soulnummern sehr gut zur Geltung. Es gibt auf diesem Album einige Soulsongs im Stile des alten Souls. Hervorgerufen werden die alten Reminisenzen durch da Orgelspiel der 60iger und 70iger Jahre. Ein anderer Einfluss dieses Album ist die argentinische Musik. wer jetzt an Tango denkt, ja es hat da und dort kleine Einflüsse, aber es sind Poprock oder Folk welche dominieren. Andra Borlo’s Gesang passt auch zu den spanisch gesungenen Liedern und die Stimme bekommt einen ganz anderen Charakter. Sie singt hier wie die ganz grossen aus Argentinien, allen voran erinnern ein Teil der spanischen Lieder an Mercedes Sosa. Beim ganzen Album wirken hervorragende MusikerInnen aus Argentinien, der Schweiz und Deutschland mit. Dieses Album gehört auch zu den sehr schönen und guten in diesem jungen Jahr und es scheint dass 2019 ein sehr guter Jahrgang in Sachen Musik aus der Schweiz wird.

Fredi Hallauer