FOMIES

Album: „Reversal“ (Bleu Lagon Records/Irascible)

Die Band kommt aus der welschen Schweiz, singt aber englisch und macht spannende und zeitgemässe Rockmusik. Hier prallen E-Gitarren, Bass, Schlagzeug und Hammond/Keyboard auf wilde Synthieklänge. Die Musik verkörpert das Chaos, welche die Menschheit bis heute angerichtet hat und verlangt die Umkehr. Um das geht es auch in den Texten der Songs. Die Texte sind oft nicht verständlich aber die Musik, die Beats und die Sprachmelodie sprechen die eigene Sprache, welche alle Menschen verstehen. Das ist eher härtere Rockmusik, mit einem Schuss Psychedelik und einer Prise Blues. Die Fomies sprechen die Sprache der jungen Generation und machen auch ihre Musik weit abseits von Mainstream und das erst noch genial.

Fredi Hallauer

ADA VO ZÜRI

Album: „Heldeträne“ (Narrenschiff)

Ada vo Züri ist eine vielseitige Künstlerin, welche zeichnet, malt, komponiert, Texte schreibt (von Gedichten zu Geschichten) und viele Musikinstrumente spielt. So hat sie für ihr Album Klavier, Keyboards, Gitarre, Ukulele, Bass, Handorgel, Klangzungentrommel sleber eingespielt. Selbstverständlich übernahm sie auch den Gesang und Chorgesang. Gastmusiker stuerten Geige, Gitarre, Synthiesounds, Perkussion, Schlagzeug und Hammond Orgel bei. Die zehn Lieder sind in Mundart gesungen. Sie erzählen von der Liebe, dem Leben und Erinnerungen. Vieles ist sicher autobiographisch. Stilmässig orientiert sich Ada vo Züri an Chanson, Jazz und etwas Pop. Die Schweizer Wurzeln sind auch musikalisch immer irgendwo vorhanden, nicht nur sprachlich. Es ist sehr eigenständige Musik mit eben solchen Texten. Auch der Gesangsstil ist nicht Mainstream. Erist gut aber man muss sich ein bisschen daran gewöhnen. Es ist ein sehr schönes Album geworden mit melancholischen und aufgestellten Liedern.

Fredi Hallauer

STEFAN HEIMOZ

Album: „Us dr Gofere“ (Narrenschiff)

Der Berner Liedermacher ein ein Album veröffentlicht, welches unnötig ist. Gelungen tönt hier fast gar nichts. Schon das „Värsli schmieden“ ist ihm nicht besonders gelungen, es holpert. Die Geschichten sind vielleicht gut gedacht, aber schlecht erzählt. Stefan Heimoz singt öfters ganz leicht daneben und auch sein Gitarrenspiel zeigt immer wieder Mängel, speziell auffällig bei dem Instrumentalstück „Zwüschetön“. Also höchstens als Erinnerung wenn jemanden ein Konzert von ihm gut gefallen hat.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Mai“ (Universal Music)

Der Mundart Folk Pop Musiker präsentiert uns sein neues Album. Es ist wiederum ausgereifter als sein letztes Album. Zuerst das Negative: Leider hat er bei ein paar wenigen Liedern immer noch den Schlager Groove drauf, das heisst Bumm Bumm Refrain mit endlosen Wiederholungen. Dieses Minus ist aber verkraftbar und tritt gegenüber den positiven Aspekten dieses Album in den Hintergrund. Kunz erzählt Geschichten aus dem Leben von uns allen denen man gerne zuhört. Musikalisch kommt das folkige gut zum Tragen mit dem Hackbrett und der Geige. Trotzdem ist das Album ziemlich poprockig. Tolle Musik, vielfältig, verschiedenste Stile, ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer

AWORI X TWANI

Album: „Ranavalona“ (Galant Records/Irascible)

Awori ist eine in Genf lebende Rapperin mit der Herkunft Uganda, Twani ist ein französischer Beatmaker. Sie spannten das erstemal für dieses Album zusammen. Ranavalona ist eine madegassische Königin, hier wurde speziel an Ravanola III gedacht, einer Ikone des antikolonialen Kampfes. Der Sound dieses Albums bewegt sich zwischen Hip-Hop, Neo-Soul, R&B und Afrobeat-Rhythmen. Stimmungsmässig passt sich Awaori perfekt an, wenn die Hip-Hop Songs energiegeladen sind und mit viel Power daherkommen, schmeichelt sie sich bei den Neo-Soul Songs so richtig ins Ohr hinein. Awori X Twani spielen da eine spannende Mischung aus multikultureller und moderner Popmusik.

Fredi Hallauer

HONSHU WOLVES

Album: „Cosmic Creature Capture“ (Voodoo Rhythm Records)

Dies ist ein Trio aus Bern, welches bereits seit mindestens 2009 unterwegs ist. Die Leaderin spielt Gitarre und sing, dazu kommt eine zweite Gitarre und ein Schlagzeug und fertig. So spielen sie psychedelischen Desert Gospel Delta Space Blues. Diese Bezeichnung stammt vom Plattenlabel, aber schöner kann man diese Musik nicht bezeichnen. Die helle klare Stimme der Sängerin, die beiden Gitarren und das Schlagzeug und trotzdem hebt da plötzlich eine Gitarre in den Space ab, oder beide Gitarren versinken im Sumpf des Blues. Die Stimme folgt den Instrumenten oder die Instrumente ihr. Diese Musik ist schräg, aber immer noch eingängig für alle welche den psychedelischen Blues mögen sicher eine Empfehlung. Ansonsten ist das Musik die man hören muss und nicht beschreiben kann.

Fredi Hallauer

ADRIAN STERN

Album: „Meer“ (6003 Records)

Adrian Stern ist wieder mit seiner Band und eigenen neuen Songs zurück. Die Lieder sind wunderschön eingespielt mit schönen Gitarren und anderen Saiteninstrumente. Die Musik ist präsent und trotzdem sparsam eingesetzt aber immer wieder irgendwo ein Gitarrensolo oder schöner Keyboardsound dahinter. „Meer“ ist hier doppeldeutig. Zum einen ist es das grosse Wasser und zum anderen ist es „meer“ also mir in Adrians Stern Dialekt. Inhaltlich geht es um Liebe, die zu seiner Frau und seinen Kindern. Da das Album im Lockdown entstand hat er vielmehr Zeit zuhause zugebracht und singt nun über seine Frau und Kinder. Sehr gelungen und sogar ein bisschen zum Schmunzeln ist „De Traum vo eusem Glück“, welches eine art Fortsetzung ist von „Amerika“. Er singt dass er und seine Liebe nie nach Amerika aufgebrochen sind aber der Traum von ihrem Glück hat sie nie verlassen. Verschiedene Zitate aus „Amerika“ macht er in diesem Lied. Adrian Stern glaubt man was er singt, dass er mit Frau und Familie glücklich ist. Eine Coverversion ist zu hören, nämlich „Campingplatz“ von Stop The Shoppers, einem Lieblingslied von Adrian Stern, es passt thematisch bestens in dieses Album. Das warten auf dieses neue Werk von Adrian Stern hat sich gelohnt.

Fredi Hallauer

WALDSKIN

Album: „Clarity Before The Crash“ (Motor Entertainement)

Das Schweizer Trio macht es uns nicht ganz einfach mit ihrem Debütalbum. Teils ist es wunderschöner farbiger ArtPop und dann wiederum wechselt die Musik ins Dunkle. Manchmal kommt sogar beides vor, nämlich eine leichte farbige Musik, aber dunkle und kritische Songinhalte. Grundsätzlich fällt Waldskin sowieso auf, da sie eine spezielle Instrumenten Zusammensetzung haben. Sie spielen mit Schlagzeug, Synthesizer, Cello, Geräusche und Gesang. Der Gesang sind meistens Frauenstimmen, da auch zwei Bandmitglieder Frauen sind. Dort sind kräftige Elektrobeats und Geräusche, da dafür zarte Cellotöne und feine Synthiesounds. Sobald man sich ein bisschen hineingehört hat, öffnet sich eine wunderschöne, spannende und interessante musikalische Welt.

Fredi Hallauer

LEA MARIA FRIES – 22° HALO

Album: „Light At The Angle“ (Prolog Records)

Die in Paris wohnende Schweizerin ist Sängerin und Komponistin. Dieses Album ist das Debüt ihres Soloprojektes 22°Halo. Eigentlich ist Lea Maria Fries ein Teil eines Quartetts. Ziemlich wichtig neben dem Gesang sind der Pianist, der Kontrabassist und der Schlagzeuger. Alle Musiker und die Sängerin sind Jazzmusiker. Der Gesangsstil von Lea Maria Fries gehört zum weitgefassten Jazz oder teils zum Post Jazz. „If You Let Me Go“ zeigt auch bei den Instrumentalisten eine spannende Begleitung, welche schwer in einen Stil einzuordnen ist, dafür umso interessanter tönt. Die Stimme von Lea Maria Fries ist zart, leicht belegt und eher in den höheren Lagen, also eine spezielle auffallende Stimme im Jazz. Dieses Album ist das richtige für einen lauen Abend und einem Glas Wein.

Fredi Hallauer

KROKUS

Album: „Adiose Amigos Live @ Wacken“ (Sony Music)

Nach 46 Jahren als Band auf der Bühne verabschieden sich Krokus mit einer Abschiedstour, welche leider wegen Corona unterbrochen wurde. Ein Konzert in Wacken, einem der grössten Rockfestivals, wurde aufgenommen und bringt uns zu Gehör wie gross die Spielfreude dieser Männer ist. Sie spielen sich durch die eigenen Hits und ein paar Cover Versionen. Einen Unterschied macht es nicht, es rockt alles so richtig in Krokus Art. Es muss ein grossartiges Konzert gewesen sein, Band und Publikum tönen wie eingeübt und so werden die Musiker so richtig aufgeputscht. Egal ob Sänger, Gitarristen, Schlagzeuger oder Bassist sei geben einfach alles voll Rohr. Ein mitreissendes Rockalbum für die nächste Party wenn erlaubt oder die Luftgitarre zuhause.

Fredi Hallauer