ALAS THE SUN

Album: „You And Your Love“

Das Zürcher Duo dbütiert mit diesem Album zwischen Indie Folk und Dream Pop. Es sind feine Songs von der Frauen- und der Männerstimme oft im Duett gesungen. Schöne Harmonien und feine Gitarrenklänge, mal ruhiger, mal federleicht treibend und immer sehr wohlklingend. Da kommen keine schrillen oder schräge Töne vor. Dies macht diese Musik aber anfällig für Langweiligkeit, was bei Alas the Sun aber nicht passiert, sie streifen durch die raffinierten arrangements immer knapp daran vorbei. Ein Herbstalbum, welches Sonne durch den Nebel scheinen lässt.

Fredi Hallauer

GOB RIBBONS

EP: „Attain – Maintain“ (Little Jig Records)

Die Luzerner Band liebt es lange Stücke zu spielen, so dauert diese EP mit drei Songs, 27 Minuten. Das Quintett spielt Progrock und Postrock und baut wahre Soundcollagen zusammen. Manchmal sind die verhallten und echoisierten Texte von Politikern und anderen Stimmen ein bisschen viel. Es ist aber gnügend Musik zu hören und die Passagen mit der hervorragenden Musik sind auch lange genug ohne Unterbrechung. Teilweise erinnert der Sound an Pink Floyd, nur deutlich härter, realistischer und nicht verträumt und psychedelisch. Die Gesangsstimme ist gewöhnungsbedürftig aber man kann gut damit leben, da es viele instrumentale Passagen gibt, wo sich Gitarren und Keyboards ein tolles Zusammenspiel, aber auch einen Konkurrenzkampf liefern, auf einem wilden Teppich von Schlagzeug und Bass. Gob Ribbons erinnert an Altbekanntes und doch sind sie neu und sehr eigenständig.

Fredi Hallauer

ELIANE

Album: „Eliane“ (Sony Music)

Eliane verblüfft immer wieder mit ihrer schönen Stimme. Das nun schlicht betitelte Album „Eliane“ tönt ebenso schlicht, aber wirkungsvoll. Popmusik mit Klavierbegleitung, dezente Band oder Streichern und oder mehreres davon fliesst schön ins Ohr. Dreampop lässt sich diese Musik auch nennen. neben den ruhigen romantischen Songs wird man ab und zu von einem Schlagzeug wieder in die gegenwart zurückgeholt, oder besser gesagt von Paukenschlägen. Diese Paukenschläge passen sehr gut ins Sounddesign und sind sehr erfrischend. Eliane singt vor allem von der Liebe, Beziehungen und dem Seelenleben, alles auf Englisch. Es ist ein angenehmes Album dabei herausgekommen, geeignet für das Wohnzimmer, ein paar kerzen und etwas zu trinken.

Fredi Hallauer

HANK

Album: „Gossip“ (Radicalis)

Das Quartett spielt Gummipop, so nennen sie ihren Stil selber und sie treffen dabei nicht schlecht. Das Album tönt als ob die Jungs gerade aufgestanden sind und noch nicht richtig wach. Die Gesangsstimme ist ein bisschen nölend. Die Gitarren scherbeln und schleppen sich daher, sie sind neben dem Schlagzeug das Instrument welches am wachsten tönt. Das besondere bei hank ist diese Coolness, sie kann einem aber auch auf den Geist gehen. Ansonsten sind sie nicht speziell aufregend, aber das wollen sie wohl auch nicht sein.

Fredi Hallauer

ARNO CAMENISCH & JÜTZ MIT DEM KAMMERORCHESTER DES BERNER SYMPHONIEORCHESTERS

Live in der Diaconiskirche am 27. Oktober 2019

Bild Fredi Hallauer

Mit leisen Tönen begann das Orchester und Jütz. Das Flügelhorn spielte eine schöne Melodie und das Orchester intonierte „Zoge am Boge“ was Jütz immer wieder als rythmisierter Sprechgesang übernahm. Jütz musizierten mit Akkordeon, Geige, Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Hackbrett und Gesang. Sie wechselten von jazzigem zur Volksmusik, sie wurden vom Orchester unterstützt ider sie unterstützten das Orchester. Beide setzten Gegensätze, Symbiosen und hoben musikalische Grenzen auf. Daniel Woodtli schrieb, arrangierte und leitete das ganze Projekt. Dazwischen las Arno Camenisch, der Bündner Autor aus seinem Buch „Sez Ner“. Er tat das sowohl in Mundart wie auf rätoromanisch. Das Rätoromanisch klang wie ergänzende Musik. Die Geschichten von der Alp waren skurril, witzig, dramarisch, schön und aus dem möglichen Leben von Menschen gegriffen. So passte das ganze Projekt bestebs zusammen, denn die gleicgen Elemente fanden sich in der Musik. Als Zugabe spielten die Musiker noch „Luegit vo Bärg und Tal“ in der Südtiroler Version. Ein swhr gelungenes Sonntagmorgen Konzert begeisterte das zahlreiche Publikum.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

GWENDOLYN MASIN & ANDREAS SCHAERER

Live: Cocktail für die Musen im Casino Bern am 26. Oktober 2019

Bild Fredi Hallauer

Dies war der erste Abend im gut besetzten Casino Bern des Formats Cocktail für die Musen. Gwendolyn Masin war Gastgeberin und wird es auch in Zukunft sein. Sie hatte eine Carte Blanche und lud Andreas Scherrer ein, den Jazzsänger und Komponisten. Klar das diese zwei nicht alleine den Abend bestritten, sie hatten noch einige hochkarätige MusikerInnen mit dabei, einige speziell eingeflogen. Es waren u.a. Etienne Abelin, Gina Maria McGuinness an den Violinen, Cecilia Bercovich aus Spanien an der Viola, Matteo Burci am Kontrabass, Patrick Moriarty aus London am Violoncelle, Wolfgang Zwiauer am E-Bass und der Finne Kalle Kalima an der E-Gitarre. Der Abend begann mit einem Doppelstreichquartett von Johann Sebastian Bach, von den Streichern gespielt. Es folgten noch zwei Streichquartette, diesmal von Andreas Schaerer komponiert, aber wiederum von einem Teil der Streicher gespielt. Dann trat Andreas Schaerer mit Wolfgang Zwieauer und Kalle Kalima auf die Bühne. Sie spielten Stücke von und mit Andreas Schaerer, wo er sang und Beatboxte und das Orchester dirigierte. Es folgte ein weiteres Streichquartett von J.S.Bach, diesmal hätte es ein Cembalo benötigt, welches aber mit der E-Gitarre und dem E-Bass übernommen wurde, aber im klassischen Sinne. nach weiteren typischen Schaerer Kompositionen spielte Gwendolyn Masin ein Violinkonzert von Bach, das Streichorchester übernahmen E-Gitarre, E-Bass und die Stimme von Andreas Schaerer, die Streicher verliessen die Bühne. So ging es immer weiter an diesem wundervollen Abend, welcher fast drei Stunden (mit Pause) dauerte. Musik wurde nicht neu erfunden, es gab auch keinen Knall beim Aufeinanderstossen von Klassik und Jazz, nein es wurde versucht miteinander zu musizieren, als ob es keine Grenzen gäbe. Gegensätze waren trotzdem vorhanden und diese Reibung die machte das magische an diesem Abend aus. Ein Abend voller musikalischer Wunder mit vielen leisen Tönen und einem sehr aufmerksamen Publikum.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

BLEU ROI

Album: „Dark/Light“ (PlusPlus Records/Irascible)

Die Basler Band befasst sich mit der Dunkelheit und dem Licht. Elektronisch lässt sich das sehr gut ausdrücken, natürlich auch mit den frauenstimmen dazu. Beim Anhören des Albums ist deutlich zu hören wo Dunkelheit und wo das Licht herrscht. Neben der Elektronik spielt ein dumpfes Schlagzeug, sozusagen den Herzschlag. Dreampop ist man genigt zu sagen, denn die Musik eignet sich wirklich zum Träumen und man muss selber entscheiden ob es dunkle oder lichte Träume sind.

Fredi Hallauer