BRANDHÄRD

Album: „Bländet vom Liecht“ (Radicalis)

Die Basler Mundart Rap Combo ist wieder zurück, rechtzeitig zum 25 jährigen Bestehen. Das ist ihr 7. Album und sie tönen wie immer. Die Texte sind vielleicht etwas reifer, die Beats und die Musik zeitgemäss, aber die Themen und die Selbstironie sind geblieben. Sie erzählen vom Alltag, der bevorstehenden Apokalypse oder dem Wahnsinn in dem wir leben. Trotzdem es ist nie ein hoffnungsloses Album. Die Millenians werden besungen, wo sie selber dazu gehören. Kurz gesagt Brandhärd ist Brandhärd und die waren eigentlich immer gut. Ihre Flows sind stark. Brandhärd gehört neben Chlyklass und Breitbiöld zu den Mundart Olds School Rap Combos, welche sich immer noch auf die Bühne wagen und neue Alben machen.

Fredi Hallauer

THE YOUNG GODS

Album: „Play Terry Riley in C“ (Two Gentlemen Records)

Terry Riley ist Amerikaner und dewie lange und wannr Erfinder der Minimal Musik, er führte die Patterns ein. Das nur kurz und einfach erklärt. Er schrieb ein Stück, das heisst „In C“, da sind die Patterns angegeben, aber nie wie lange ein Pattern gespielt wird und wann. Das Stück kann sehr kurz sein oder sehr lang. Die Young Gods haben sich dem Stück auf ihre Weise angenommen und es auf ein Album mit 58 Minuten gebracht. Das Stück hat einfach Part 1 bis Part 9. Das Resultat kann sich hören lassen. Es ist Minimalmusik und die Patterns sind da, werden aber einfach mit dem Instrumentarium der Young Gods gespielt. Das typische ist vom Original vorhanden, Minimalmusik hat lange den gleichen Pattern ohne eine Veränderung. Hier kommt manchmal das Schlagzeug dazu mit einem anderen Pattern oder wenn es hoch kommt noch eine Gitarre oder ein weiterer Synthie. Die Musik ist nie langweilig, obwohl man sich das nach meiner Beschreibung wahrscheinlich nicht vorstellen kann. Die Young Gods verstehen es da eine herrliche Dramaturgie mit viel Dynamik in das Stück zu bringen. Tipp: Ein paar Mal anhören vor dem urteil, denn plötzlich nimmt es einem den Ärmel hinein.

Fredi Hallauer

LO & LEDUC

Album: „Luft“ (Bakara Music)

Das Berner Duo veröffentlicht nun bereits das zweite Album dieses Jahr. „Luft“ wurde von verschiedenen Leuten produziert und ist klanglich vielseitig. Sie singen über das Leben aus ihrer Sicht, das sind schöne Texte, aber irgendwie erwarte ich immer etwas mehr Biss bei den Worten. Eine Ausnahme gibt es. „Fründ“ betrachtet doch das Leben als Ganzes von Geburt bis Tod. Der Sound ist da etwas düsterer. „Möwe“ gefällt auch sehr gut. Ansonsten sind es sauber produzierte Lieder, zwischen karibik und HipHop mit manchmal etwas viel AudioTune, so am oberen Ende des erträglichen. Schön ist, dass die Bläser da sind, als Solist der Trompeter oder mit schönen Bläserssätzen. Ob da ein Hit dabei ist, lässt sich schwer voraussagen. Mit Lo & Leduc lässt sich in den Herbst tanzen und dazu erst noch auf die Texte achten.

Fredi Hallauer

NEUHAUS

Album: „Dreaming With Wolves – Dancing With Bears“ (Radicalis)

Neuhaus ist ein klassisch ausgebildeter Musiker aus Basel, welcher viele Instrumente beherrscht. Er spielt die Streichinstrumente, Synthesizer, Perkussion und Elektronik und bildet selber mittels Loop ein ganzes Orchester. Seine Stücke sind Neoklassich mit viel Rhythmus durchsetzt. Diese Musik ist sehr cineastisch und so kann man das Kopfkino sehr gut dazu einschalten. Irgendwie ist es schwierig diese Klänge genau einzuordnen. Neoklsassich bis New Age, etwas esoterisch, entspannend alles im positiven Sinne gemeint. Vielleicht darf man auch sagen wer Andreas Vollenweider’s Musik mag, soll sich mal Neuhaus anhören.

Fredi Hallauer

THE OSKARS

EP: „The Oskars“

Das Ostschweizer Quartett debütiert mit eine EP gefüllt mit Indie Rock. Harte Gitarren prägen den Sound und die charismatische Stimme des Sängers. Sechs Songs und 21 Minuten Spieldauer ist schon eine längere EP. So spielen The Oskars auch mal eine Ballade. Alle Titel sind tanzbar. Der Sound ist manchmal etwas überladen und in einem Teil der Songs wirkt der Sänger etwas überkandidelt, er will alles und noch mehr und zeigt alles was er drauf hat im gleichen Song und das ist eher zuviel. Ansonsten darf man auf mehr von The Oskars gespannt sein.

Fredi Hallauer

DA CRUZ

Album: „Baladas Da Luta“ (Boom Jah Records/Horus Music)

Die schweizerische/brasilianische Band ist mit einem starken Album da. Die „Balladen für den Kampf“ sind musikalisch vielseitig, vielleicht als gesamtes unter urbane afro-brasilianische Musik. Die Lyrics hat die Sängerin Mariana Da Cruz geschrieben. Sie sind meist sehr politisch und handeln von den miserablen Zuständen in Brasilien, aber auch am Beispiel Brasilien, wie Armut, Hass und weitere Einflüsse das menschliche Zusammenleben verändern können. Die Musik ist zwischen Afro-brasilianisch, Rap, HipHop, Soul und Disco einzuordnen und tasnzbar. Da Cruz schaffen es schwierige Inhalte locker zu transportieren und trotz Allem eine Lebensfreude zu bewahren und zu verbreiten. Die Kernband besteht neben Mariana Da Cruz aus Ane H. am Programming, dem Gitarristen Oliver Husmann und dem Schlagzeuger Pit Lee. Als Gäste sind der brasilianische Pidgin Rapper Magugu und Arnaldo Antunes zu hören. Es ist ein hochaktuelles und auch musikalisches starkes Album, das unter die haut geht und in die Beine fährt.

Fredi Hallauer

Da die Inhalte der Lieder wichtig sind, aber viele Leute hier das brasilianisch nicht verstehen, hier die Angaben zu den Songs von der Band formuliert.

Serpentes feat. Magugu

Zusammen  mit dem britisch-nigerianischen Pidgin-Rap-Guru Magugu ist ein musikalisches und politisches Statement entstanden. „Serpentes“ („Schlangen“) beschreibt die Situation Brasiliens nach vier Jahren unter dem rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro.  „Die Gesellschaft ist politisch entzweit, der Umgangston ist rau, die Kulturszene ist traumatisiert“, sagt Mariana Da Cruz. „In diesem Ambiente ist dieses Lied entstanden.“ Es groovt in einem von tiefen, elektronischen Bässen erschütterten Afrobeat. Darüber singt Mariana Da Cruz ein Klagelied über den Zustand der Welt und fordert einen Impfstoff gegen den Hass.

O Corpo

„O Corpo“ ist Da Cruz‘ Beitrag zur Body-Positivity-Debatte. Es ist eine Ode an den eigenen Körper, diese Quelle der Inspiration, diese Schnittstelle zwischen dem Selbst und der Welt.

Der Song kombiniert 70s-Streicher, mit 80er-Jahre Drummachines und brasilianischem Disco-Appeal. Er entstand während einer Jam-Session nach einem Konzert in Madrid.

Das Video enthält Tanzbeiträge von verschiedenen TikTok-Tänzern aus der ganzen Welt.

 Novo Mundo feat. Arnaldo Antunes

Wenn bisher von einer «neuen Welt» die Rede war, klang das nach einem Heilsversprechen. Nach etwas, was wir uns aus der Summe unserer Interessen selbst gestalten dürfen. Es klang nach besserer Luft, nach netteren Menschen, nach fortschrittlichen Technologien, nach Evolution und weniger Problemen. Doch in letzter Zeit bedeutet der Begriff “neue Welt” nur noch Spaltung, Intoleranz, irrsinnige Diktatoren, Präsidenten, die Hass und Verachtung schüren. Das balladeske Lied handelt von dieser paradoxen Stimmung, in der wir leben: Fortschritt hat sich ins Gegenteil von dem verwandelt, was wir als eine “bessere Welt” begreifen. Am Ende des Songs, für den Da Cruz Arnaldo Antunes gewinnen konnte – einen der einflussreichsten Musiker der brasilianischen Geschichte -, singt Mariana Da Cruz: “Ich habe an dich geglaubt, neue Welt / Mein Herz rast / Ich habe auf dich gewartet, neue Welt / Ich hatte die Fanfaren schon bestellt.”

Durante a Noite

Der Song ist eine kleine Reminiszenz an den Hip-Hop der Achtzigerjahre. Er handelt von der Liebe in einer immer düster werdenden Welt: “Über Nacht kamen die Erinnerungen / Alle lachten, niemand zweifelte / Über Nacht änderte sich das Klima / Niemand hätte je gedacht, dass es sich zum Schlechten wendet / Über Nacht bist du mir erschienen / Und die Welt leuchtete / Und die Welt leuchtete”.

Liberdade

Man hat in den letzten Jahren viele “Freiheit” rufen gehört. Und nicht alle scheinen den Begriff richtig verstanden zu haben. “Die Freiheit, die ich in diesem Lied preise, ist nicht die Freiheit, die auf Egoismus beruht oder die das Trennende, Abspaltende sucht. Es ist eine Freiheit, die wir als Gesellschaft erlangen, wenn wir solidarisch sind, wenn wir zusammenstehen und die Schwächsten integrieren”, sagt Mariana Da Cruz zu diesem Song, der von einer feierlichen Funkyness, aber auch von einer gewissen Melancholie beseelt ist. 

Ninguém Solta

Brasilien hat in den letzten Jahren gleich zwei Seuchen erlebt: Corona und ein Präsident, der ein Klima der Missgunst und des Hasses geschaffen hat. “Ich habe diesen Song im Bewusstsein geschrieben, dass mein Heimatland in dieser Zeit sein Lächeln und seine Unbeschwertheit verloren hat”, sagt Mariana Da Cruz. “Wir werden immer wieder geblendet von Scharlatanen, die uns das schnelle Glück und Prosperität versprechen, und wir erliegen der Versuchung, ihnen zu folgen, obschon wir ihre faulen Tricks durchschauen. Doch wir kommen nur vorwärts, wenn wir uns die Hände geben und gemeinsam für unsere Werte und für Menschlichkeit einstehen.” Davon handelt dieses Lied, das musikalisch Krautrock mit Spaghetti-Western-Gitarren und Psychedelik vermischt. 

Lembro Meu Irmão

In der Trauer um ihren verstorbenen Bruder malt Mariana Da Cruz das Sittengemälde eines Landes, das die Schwächsten wie Dreck behandelt. Ein Land, in dem Armut und Ichbezogenheit wie nie zuvor um sich greifen. Ein Land, das die Privilegierten bevorzugt, anstatt jenen Schutz oder zumindest eine Chance zu bieten, die weniger Glück im Leben haben. “Es ist das Lied dieses Albums, das mir am meisten ans Herz geht”, sagt Mariana Da Cruz. Zitat aus dem Refrain: “Ich erinnere mich an meinen Bruder / Der mit blauen Flecken auf dem Boden herumkroch / Um Verzeihung bitten / Verlassen werden / Ohne jeden Schutz”. Stilistisch ist das Lied schwer einzuordnen. Nennen wir es Afro-brasilianische Dubmusik.

Gimme Some Power

“Ich habe diesen Song geschrieben, nachdem ich das Buch “Tagebuch der Armut” von Carolina Maria de Jesus gelesen habe. Eine Frau aus den Favelas von Rio, deren Tagebücher entdeckt und veröffentlicht wurden. Sie geben eine erschütternde Ahnung davon ab, was es bedeutet, in Armut und Hunger zu leben”, sagt Mariana Da Cruz. Unter der Regierung von Jair Bolsonaro ist Brasilien wieder auf die internationale Karte des Hungers zurückgekehrt. 27 Millionen Menschen leben in Armut, die meisten davon gehören nicht zur alten, weissen Minderheit, die dieses Land regiert. “Gimme Some Power” sei ein Schrei der Verzweiflung, sagt Mariana Da Cruz. 

Bate Panela

Es ist ein Geräusch, das man in Brasilien in den letzten vier Jahren öfters hörte: Menschen traten auf ihre Balkone und schlugen auf ihre Pfannen. Lärm gegen eine Regierung, die alle bisherigen Anstrengungen rückgängig gemacht hat, Brasilien gerechter, geeinter und toleranter zu machen. Da Cruz haben diesen Sound hier aufgegriffen. Das Lied handelt vom Schmerz und von der Wut eines Menschen, dessen Werte und dessen afro-brasilianische Geschichte von einer zynischen Regierung lächerlich gemacht werden. „Oh mein Gott! Dieser kulturelle Abgrund muss ein Ende haben“, singt Mariana Da Cruz am Ende dieses rauschhaften und kräftig groovenden Songs, der stilistisch zwischen Afrika, Europa und Brasilien pendelt – urban, inbrünstig und gegen Schluss von einem fast schon spöttischen Furor getrieben.

Falar Serio

Ein Liebeslied in souligem Duktus. Es geht der Frage nach, was die Liebe für eine Chance hat, wenn um einen herum ein Sturm des Wahnsinns wütet. 

Apenas 150 Anos

“Diesen Song habe ich nach einem Besuch in Rio geschrieben. Es gibt dort einen Platz, zu dem früher die afrikanischen Arbeiter gebracht wurden, um dann als Sklaven verkauft zu werden. Wenn wir über diese Zeit sprechen, denken wir immer, dass dies in dunkler Vergangenheit geschehen ist. Dabei ist es bloss 150 Jahre her.” Davon handelt dieser zornige Hip-Hop-Song. Mariana singt: “Der Geist der alten Tage ist noch in euren Köpfen / So habt ihr eure Welt aufgebaut / Und gleichzeitig unsere zerstört”.

JULIE CAMPICHE QUARTET

Album: „You Matter“ (ENJA Recors/Yellowbird Records)

Das Julie Campiche Quartet besteht aus der Leaderin und Harfenistinm Julie Campiche, dem Saxophonisten Leo Fumagalli, dem Kontrabassisten Manu Hagmann und dem Schlagzeuger Clemens Kuratle. Zusammen spielen sie experimentellen Jazz mit einer kraftvollen Note und der Harfe im Zentrum. „You Matter“ „Du bist wichtig“ ist ein Konzeptalbum, welches die Flüchtlingssituation auf dem Mittelmeer und überhaupt, den Klimawandel und das Frausein aber auch alles was auf der Welt geschieht vertont und uns dazu aufruft etwas zu tun da wir wichtig sind. Das alles geschieht nicht in Worten sondern in musikalischer Sprache. Wer hinhört versteht was Julie Campiche sagen will. Irgendwo sind auch noch gesampelte Redeauszüge von Greta Thunberg zu hören. Ich glaube da wird die Aussage dieser fantastischen Musik allen klar. Es ist einzigartig was diese vier Musiker*innen für eine musikalische Sprache gefunden haben und wie sie zusammen harmonieren. Ein modernes Jazzalbum der Superlative.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Album: „Sleeping On A Railroad Track“

Der Luzerner Rock-Pop Musiker hat wiederum ein sehr schönes Album veröffentlicht. Das sind elf ehrlich gemachte Songs, Gitarre, Gesang, Bass und Schlagzeug, die ersten beiden Parts sind die von Paul Etterlin und dann kommen noch ein paar Instrumente dazu. DasSongwriting liegt Paul etterlin sehr gut. Es sind abwechslungsreiche Songs mit Ohrwurmcharakter, als Beispiele sind hier „You And I“ und „My Fate“ genannt. aber eigentlich kann man jeden nennen. Selbstverständlich kommen die Gitarren nicht zu kurz, schöne Licks in den Songs un dimmer wieder melodiöse Soli sind überall eingestreut, Beispiel ist „Fireball“. Ein weiteres Highlight ist Paul Etterlin’s Stimme. Eine typische Rockstimme, leicht angerauht, schwingt sich manchmal in die Höhe und bekommt dann das gewisse etwas im Timbre, er schreit aber nie, sondern singt immer. Zu all diesen positiven Punkten kommt der gute Sound des Albums und die gute Abmischung, alles ist dort wo es hingehört und alles wird gehört. Ein Poprock Album das zu den besten dieses Jahres gehört.

Fredi Hallauer

KONSI-BIGBAND & UPTOWN-BIGBAND

Live im Be-Jazz am 4. November 2022

Bild Fredi Hallauer

Den Abend eröffneten mit dem ersten Set, die Konsi-Bigband unter der Leitung von Matthias Wenger. Die jungen Musiker*innen zwischen 12 und 25 Jahren, starteten so richtig durch. Die feinen ausgeklügelten Arrangements halfen der Band sich richtig Wohl zu fühlen. Sie spielten Soli wie die grossen und konnten recht Gas geben.

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Das Repertoire umfasste Klassiker wie auch Kompositionen aus unserer Zeit. Ein grosses Bravo dieser tollen Band, welche zeigte, dass die Bigbandszene keine Nachwuchs Sorgen haben muss.

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Nach der Pause kam die routiniertere Uptown-Bigband auf die Bühne. Das 197. Konzert im BeJazz und noch nie in dieser Besetzung, auch da drängen jüngere Musiker*innen nach. Sie mussten gleich im zweiten Set starten, erwischten aber einen guten Start. Das Repertoire waren Perlen und Kompositionen von Bandmitgliedern, aufgelockert mit Standards. Die Musiker hatten längere Zeiten zum solieren oder einmal blies die Saxophon Section, ein andermal die Posaunen Section wunderschöne Melodien und Harmonien über längere Zeit. Am Schluss brachte Mike Maurer noch sein Alphorn zum Einsatz mit Bigband und nachher sang er noch einen Blues. Als Zugabe dann noch einen Bigband Blues.

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So begeisterten zwei Bands an diesem Abend das zahlreich erschienene Publikum

Fredi Hallauer

BIRDMAN JÄGGI

Album: „Zieh di ab mir müessä redä“

Simon Jäggi (Kummerbuben) und Thierry Lüthi (Traktorkestar) bilden ein neues Berner Mundart-Duo. Simon Jäggi texter und sing und Thierry Lüthi macht elektronische Beats, Geräusche und Töne dazu. Aussagen, es töne wie Züri West der Zukunft finde ich absurd. Es sind einfach Elektrobeats, meist nicht wirklich zum Tanzen und über das ganze Album gesehen, eher etwas eintönig. Die Texte von Simon Jäggi, sie sind typisch für ihn, eigentlich nicht besonders gut und oft skryptisch. Die eine oder die andere Geschichte kann man stehen lassen. Er kann seine Texte sehr gut singen oder rüberbringen, im selber Texten war er noch nie speziell gut. Seine Adaptionen von Volksliedern waren gut das kann er auch. Offenbar kann er sehr gut konservieren und alles gut präsentieren, so ist er ein besserer Kurator (Preis für die Ausstellung Queer im Naturhistorischen Museum Bern) als Texter.

Fredi Hallauer