STEPHAN EICHER & MARTIN SUTER

CD und Buch: „Songbook“ (Universal/Diogenes)

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Hier liegt wieder ein spezielles Werk von Stephan Eicher vor. Zusammen mit dem Schriftsteller, welcher bereits früher die Mundarttexte für Stephan Eicher schrieb, haben sie eine CD mit lauter Mundartliedern gesungen von Stephan Eicher und getextet von Martin Suter herausgegeben. Das ganze in Buchform mit 106 Seiten, wo neben den Texten auch Prosatexte zu lesen sind, von Martin Suter welcher fiktiv schreibt, wie die Liedtexte entstanden. Zuerst zur CD. Die Lieder sind alle eher ruhig, die Texte handeln von Liebe bei Jungen und Alten, vom Weggehen, von verpassten Chancen und so ähnlichen zwischenmenschlichen Sachen. Die Inhalte sind sehr schön formuliert, und natürlich auch sehr poetisch. Einzelne Lieder gab es schon , die sind jetzt hier in der Songbook Version zu hören und kommen viel besser zur Geltung, da die ganze CD  in sich stimmt. Musikalisch ist alles sehr clever und sauber gemacht. Die Lieder gleichen sich musikalisch aber sehr, doch durch den Einsatz von verschiedenen anderen Leuten und musikalischen Stilmittel wirkt es nicht langweilig. Da sind die Krüger Brothers zu hören, ein Chor, ein Streichquartett oder Annett Louisan. Noch ein paar mehr spezielle Sachen, hätten dem Album noch gut getan. Es ist aber ein sehr schönes, melancholisches und stimmungsvolles Album geworden.

Im Buch sind die Liedtexte und Credits nachzulesen. Dazu noch einige Prosatexte von Martin Suter die ziemlich witzig und abstrus sind, über das Entstehen der jeweiligen Liedern.

Den beiden ist ein kleines Meisterwerk gelungen.

Fredi Hallauer

MIN KING

Live: Kulturhof Köniz am 8. November 2017

Das Schaffhauser Septett war nach dem Busker 2017 wieder in Bern zu hören. Mit ihrem Mundart Soul begeisterten Sie das Publikum. Ihr Dialekt war nicht immer einfach zu verstehen, dafür ihre Musik. Am Anfang war der Sänger ziemlich nervös was sich aber zusehends besserte. Cool, tänzerisch und sehr musikalisch präsentierten sich der Saxophonist und der Trompeter. Es war ein schönes Konzert was der Band sicher hilft in Bern Fuss zu fassen.

Fredi Hallauer

TORTILLA FLAT

Album: „Forward To The Past“

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Das Trio aus Langenthal besteht seit etwa 25 Jahren und spielt so frisch wie eh und je ihren irischen Folk Rock Punk. Sie gehen meistens so richtig los und der Sänger gibt alles und reisst die Hörenden mit. The Pogues lassen grüssen, aber nicht das Tortilla Flat eine Pogues Coverband sind. Ganz fetzig wird es dann, wenn die drei Dudelsackspieler der Independent Pipers dazu loslegen. Tortilla Flat ist nichts Neues, aber immer wieder erfrischende und handgemachte Musik.

Fredi Hallauer

AMORPH

Album: „Where We Grow Tongues“ (Irascible)

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Die sechs Basler spielen gross auf. kein Wunder, die Band gibt es seit zwölf Jahren und nun ihr erstes Album. Was gibt es da zu hören? Es ist Rock, am ehesten in die Schublade Art Rock zu passen mit fetten, schwebenden Synthie Wolken, kräftigen Gitarren und einem Schlagzeug, das sehr vertrackte Rhythmen spielt. Der Sänger meistert all diese Klippen sehr gut und natürlich auch die Band. Rhythmuswechsel gehören in die Songs, Tempowechsel und das manchmal ziemlich abrupt ebenfalls. Die Intro hören sich spannend an, wenn sie nur duch Beats geprägt sind mit Stimme. die Songs gehen alle zwischen fünf Minuten und achteinhalb Minuten. Absolut spannende Musik.

Fredi Hallauer

ALOIS

Album: „Mints“ (Red Brick Chapel)

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Alois kommt aus Luzern und debütiert mit Mints. Alois schein ein Tagträumer zu sein. So nahm er das Album mit Elektronik und seiner Stimme auf, die er auch noch leicht verändert hat, je nach Song. Entstanden ist ein Tagträumer Album was sonst, oder anders gesagt ein langsames Indie-Pop Album mit romantischen und träumerischen Klängen. Nie kitschig, das ist zu sagen, aber wirklich nur für Träumer geeignet.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Blueme“ (Phonag)

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Der Männerchor zwischen Tradition und Pop, zwischen Heimatland und Alltag singt wieder. Unter den elf Liedern ist das Erfolgslied „Blueme“ von Polo Hofer , welches auch schon der Jodlerklub Wiesenberg im Programm hat. Weitere Klassiker sind „Farbfoto“ von Mani Matter und das Volkslied „Stets i Truure“ das bereits Rumpelstilz mit Polo im Repertoire hatten. Dazu kommen acht Eigenkompositionen. Dieses Album hat etwas mehr Pep als das Erste. Gerade die Fremdkompositionen bringen mehr Farbe in das Repertoire. Die Eigenkompositionen fallen während des Liedes manchmal in den Kitsch. Auffallend ist auch, das jedes Lied der Eigenkompositionen gleich aufgebaut ist. Das ist etwas schade, denn die Stimmen sind toll, haben den nötigen Staub auf der Zunge und da würde sich etwas Dreck bei den Instrumenten gut machen.

Fredi Hallauer

SEVEN

Live: Im Bierhübeli am 3. November 2017

Bild Fredi Hallauer

Es war ein wahnsinniges Konzert, das sei schon mal vorweggenommen, und eine toll konzipierte Show. Das Konzert begann mit geschlossenen Augen und ruhig. Seven führte durch die vier Farben, fügte aber immer wieder ältere Songs ein, manchmal auch in noch nicht gehörten Versionen. Dass Seven ein grosser Sänger und Interpret ist, muss nicht mehr geschrieben werden, aber seine Musiker und die Musikerin sind wirklich Spitze im Team und als Solisten. Sie liessen Seven zu richtigen Höhenflügen abheben. Bis zu Purpel war eine riesen Party im Gang. Seven inszenierte sich auf eine sehr sympathische Weise und überzeugte wahrscheinlich alle im ausverkauften Bierhübeli.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer