SILVER FIRS

EP: „Lake Hypoxia“ (Oh Sister Records)

Silver Firs ist eine siebenköpfige Band aus Bern, welcher nach einer etwas längeren Pause wieder von sich reden macht. Die EP mit fünf Songs und 22 Minuten Spielzeit ist ein Versprechen auf mehr und Live Auftritte. Indie-Pop ist die grossde Schublade wo sie hineinpassen, dazwischen tönt es auch träumerisch, häufig aber sehr verspielt, vor allem rhythmisch. Sieben Leute haben natürlich auch viele Möglichkeiten. Da hört man im Leadgesang, sowohl Frauen- wie Männerstimme. Ein transparanter und klarer Sound mit feinen Gitarrentönen ziehen sich durch die Songs. Nicht vergessen werden darf das Schlagzeug und die Perkussion. Schon alleine was da getrommelt und geklopft wird macht es lohnenswert, die EP anzuhören.

Fredi Hallauer

FANTU

Album: „Westside“ (Equipe Music)

Fantu von Chlyklass und PVP veröffentlicht sein erstes Solo Album. Auf acht Tracks erzählt er seine Geschichten. Die Musik bewegt sich von klassischem Berner HipHop zu modernen Urban Sounds. Fantu rappt seine Geschichten in einem coolen Slowdown Rhythmus. Als Gäste sind Baze, Krisl und Greis dabei. Das schöne Cover hat übrigens auch Baze gemacht. Die Texte sind Geschichten eines Erwachsenen und es macht Spass zuzuhören. „Frag di Friseur“ hat etwas aktuelles. Die heutigen Errungenschaften und Lebensweisen werden auf eine ganz spezielle, ruhige, leicht zynische Art herrlich kritisiert. Fantu reiht sich zuvorderst in die Reihe der Rapper ein mit diesem Album.

Fredi Hallauer

GINA ÉTE

Live: Tour de Suisse bei Bee-Flat im Progr Bern am 23. Juni 2021

Bild Fredi Hallauer

Das Konzert fand wegen Regenwetter in der Turnhalle statt. Gina Éte versprühte von Beginn an ihr sonniges Gemüt und wundervolle Musik. Sie trat mit ihrer Band auf, einem Trio hochkarätiger Musiker. Das waren ein Gitarrist, ein Schlagzeuger und Synthiemann und ein Kontrabassist und Tastenmann. Gina Éte selber spielte Keys und Bratsche. Ihre Stimme begeisterte das Publikum. Sie sang sicher von den höchsten Tönen bis in den unteren Altbereich, von laut bis leise. Kleiner Nachteil des Konzertes, die Texte waren nicht sehr gut verständlich, was vor allem bei Mundart schade war. Die Bratsche zupfte sie und holte ganz neue Töne hervor. Die Band verstand es richtige Tonwände aufzubauen und dann von einer Sekunde auf die andere unerwartet aufzuhören. Gina Éte und die ganze Band wirkten sehr sympathisch. Hoffentlich war das nicht nur ihr erster genialer Auftritt in der Turnhalle, sondern auch der Anfang von noch vielen Auftritten.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

SETAY

Album: „Petit Rêveur“ (Escudero Records/Irascible)

Der Rapper aus der französischen Schweiz hat auf seinem Album viel zu sagen. So ist es Rap mit viel Text, und dazu guter Sound. Setay zeigt alles auf was 2020 aktuell war, Migration, Soziale Defizite, Umwelt, Einsamkeit, Angst vor der Zukunft und einiges mehr. die Themen werden von seiner dreiköpfigen Band, mit Keyboards, Gitarren, Bass und Elektronik herausgearbeitet. Die Musik geht weit über das Genre HipHop und Rap hinaus, eher in Richtung Pop und auch da sind immer wieder Chanson Einflüsse zu hören. Es gefällt wie Sétay phrasiert und dazu die eher luftige Musik mit einem satten Bass. Ein Album und ein Musiker aus der französischen Schweiz der auch auf dieser Seite des Röstigrabens gut tut.

Fredi Hallauer

ANACH CUAN

EP: „La Fille Au Terminal 3“ (Escudero Records)

Das Oktett aus dem Unterwallis frönt weiterhin dem Folkrock. Sicher ist die Musik keltisch beeinflusst, aber nciht nur, da sind auch französische Wurzeln auszumachen. Zwei der sechs Songs sind englisch gesungen, die anderen vier auf französisch. Musiziert wird mit Bodhran, Drehleier, Flöte, Glöckchen, Akkordeon, Gitarre, Geige, Bass und Schlagzeug. Zwei der acht Musiker singen noch dazu. Der Rhythmus ist treibend, sowohl von der Rhythmussektion auch von den Instrumenten. Anach Cuan zelebrieren wirklich den alten Folkrock der späten 70iger und frühen 80iger Jahren und das sehr gut. Durch den französischen Gesang kommt ein Hasuch französisches Chanson dazu, also Folkrock Chanson. Das englisch mit französischem
Akzent tönt natürlich auch sehr sympathisch. Erfrischende Musik in diesen heissen Tagen und überhaupt.

Fredi Hallauer

JOHNNY NABU

EP: „Liebe Grüsse“

Johnny Nabu ist ein Zürcher Duo, welches Urbanen Mundart Sound macht, so zwischen HipHop, Rap und Pop. Die beiden besingen vor allem Zürich, das Leben der jungen Erwachsenen, das Gehetze, die Pausen und auch das Fernweh um dieser Stadt zu entkommen. Die Beats beigesteuert und produziert hat Gabriel Spahni von Pegasus und Stress. Die beiden Freunde und Lehrer haben als Gemeinsamkeit auch die Musik. Da und dort sind Frauenstimmen zu hören, so erklingt ein abwechslungsreicher Sound. Johnny Nabu ist eine moderne Pop EP mit sechs Liedern gelungen, welche Chancen hat im Radio gespielt zu werden.

Fredi Hallauer

VARIOUS ARTISTS

Album: „In Covid We Trust“ (LuxNoise Records)

Dreizehn Songs, dreizehn Schweizer Bands mit neuen Punk und Garagenrock Songs. Die Bands gibt es zum Teil schon lange, sehr lange oder es sind junge Bands. Also ein Querschnitt durch die Szene. Es geht bei allen Songs so richtig zur Sache. Die dreizehn Songs dauern 34 Minuten, also Durchschnitt unter drei Minuten, genau richtig für Punk. Hier eine Auswahl der beteiligten Bands: Bitch Queens, Delilahs, Tight Finks, Monofones, WolfWolf, Uristier, The Monsters und sechs weitere Bands im ähnlichen Stil. Natürlich ist bei allen Songs Covid das Thema auf mehr oder weniger zynisch, satyrische Art. Dies ist eine tolle Zusammenstellung der Bands aus dieser Szene, dazu tolle Musik, was will man mehr.

Fredi Hallauer

JOYA MARLEEN

EP: „Joya Marleen“ (Phonag Records)

Die junge St.Galler Musikerin und Sängerin begeistert auf dieser EP bereits mit den ersten Tönen von „Nightmare“. Die Begeisterung betrifft alle Punkt wie Stimme, Sound und musikalischer Teil des Songs. Das gleiche gilt auch für die vier anderen Songs. Die Alt-Stimme, herrlich warm und ein richtiger Ohrenschmeichler tut in den Gehörgängen wohl und geht dann hinein wie Honig. Der Sound ist ebenso warm, nicht überfrachtet und mit tollem Groove. Dazu kommen die Kompositionen. Sie unterscheiden sich deutlich voneinander und haben Wiedererkennungswert. Genau so muss Popmusik sein, ein Volltreffer für die Seele und das Tanzbein und intelligent. Hoffentlich hören wir noch viel von Joya Marleen.

Fredi Hallauer

LONER LAWRENCE

Album: „Parochial Living“ (Oh Sister Records)

Das schweizerische – englische Duo veröffentlichte ihren Zweitling. Si haben sich derr elektronischen Musik verschireben, experimentieren aber mit dem zusätzlichen Einsatz von akustischen Instrumenten. Das Album ist sehr vielseitig und zeigt viele verschiedene Spielarten von Electronica. Mal sind es tanzbare Elektropopnummern, mal sind es sphärische Klänge, dann wieder vertrackte Rhythmen, filigrane Musik, Chill Out oder Lounge Tracks. Da und dort singen oder sprechen sie auch dazu. Die Sounds sind leicht und und luftig, die richtige Sommermusik. Musik zum Entspannen und geeignet für Liegestuhl.

Fredi Hallauer

BURGER

Live: Albumrelease „Mängisch zart u mängisch wild“ in der Mahogany Hall am 10. Juni 2021

Die Thuner Band Burger spielte ein solides und langes Konzert als Albumrelease Feier. Die Gitarrenband wurde mit einem Tastenmann erweitert, welcher auch oft das Akkordeon wunderschön einsetzte. Das Programm setzte sich aus Liedern des aktuellen Albums und vielen ältern und alten Liedern von Burger zusammen. Alle kamen aber wie aus einem Guss daher, wenn sie es nichjt entsprechend angesagt hätten, wäre es nicht aufgefallen. Ihre Mundartlieder zwischen Folkrock und Rock kamen live rockiger daher, was den Liedern für Live sehr gut tat. Neben dem Sänger und Gitarristen Burger und dem Tastenmann, fiel vor allem der Leadgitarrist auf, welcher in allen Liedern solierte und wohlklingende Töne erklingen liess. Manchmal, und dies vor allem im zweiten Teil, spielte er etwas zuviele Töne und das passte nicht immer in den Gesamtsound. Das Konzert nahm aber dadurch keinen Schaden. Der Schlagzeuger trommelte wie ein Uhrwerk und setzte seine Akzente und der Bassist legte einen Boden unter alles. Im Laufe des Konzertes tragten verschiedene Gäste auf. Da waren die beiden Sängerinnen welche je ein Duett mit Burger sangen, nämlich Amanda Grossenbacher und Anna Mae. Der Klarinettist Fredi Zaugg bereicherte zwei Lieder mit seinem Instrument. Ees war ein Konzert zum Hinhören, sich Gedanken machen, aber auch für die Seele und das Gemüt.

Fredi Hallauer