ROLAND ZOSS

Album: „Baumlieder 1“ (Sound Service)

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Roland Zoss, bekannt für seine Kinderlieder begibt sich sozusagen auf den Holzweg, er besingt unsere Bäume, für Erwachsene und Kinder. Er nimmt uns textlich mit auf die Reise von den Kelten bis zu Merlin udn noch über einige weitere Stationen. Er erklärt einerseits die Bäume in den Liedern und erzählt aber auch aus der Sagenwelt und der Bedeutung der Bäume. Unterstütz wird er durch viele Holzinstrumente gespielt von guten Musikanten, es sind das u.a. Jean- Pierre v. Dach, Julian Sartorius, Dani Häusler, Wolfgang Zwiauer und gesanglich hat er sich mit markanten Frauenstimmen umgeben, es sind das Anna Murphy (Ex Eluveitie), Christine Lauterburg, Corin Curschellas und Männerstimmen u.a. Shem Thomas. Es ist ein interessantes, spannendes und schönes  Album geworden.

Fredi Hallauer

QUIET ISLAND

Album: „Telescope“ (Red Brick Chapel / Irascible)

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Das Genfer Quartett hat das zweite Album aufgenommen und jetzt veröffentlicht. Es ist Alternativ Folk mit  Prog Rock Elementen. neben den akustischen Instrumenten wie Gitarren, Flöten und Cello kommen Synthesizer dazu und gesampelte Geräusche. Der Harmoniegesang hat etwas märchenhaftes. Die Leadstimme klingt etwas sehr verträumt und dazwischen driftet die Band auch in die Langeweile ab. Quiet Island ist eine Band die auf gutem Weg ist eigenständige Musik fernab vom Mainstream zu machen.

Fredi Hallauer

HASSAN TAHA ENSEMBLE BRUNNEN & BRÜCKEN

Album: „Alrozana“ (Zytglogge)

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Dieses Album ist ein mutiges Projekt, das ziemlich geglückt ist. Aber es braucht ein paar Erklärungen. Hassan Taha und seine Frau Najat Suleiman sind aus Syrien und flüchteten in die Schweiz. Hassan spielt die Oud (arabische Laute) und Najat ist Sängerin und Perkussionistin, beide mit Ausbildung an der Musikhochschule in Syrien. Seit 2010 leben sie in der Schweiz. Das projekt Ensemble Brunnen und Brücken besteht aus der Sängerin Barbara Berger, Kristina Brunner am Schwyzerörgeli, Nayan Stalder am Hackbrett, Herbert Schaad an der Geige, Kathrin Bögli am Cello, Evelyn Brunner am Kontrabass, Titus Bellwald spielt die Perkussion, Dominik Ziöjen bläst das Alphorn und Hans Martin Schmid leitet das Ganze. Gespielt und gesungen werden Liebeslieder aus Syrien und der Schweiz, welche zu den Volksliedern gezählt werden, bzw diejenigen aus Syrien in alter zeit geschrieben wurden. Aus der Schweiz sind das „S‘ isch äbe e Mönsch uf Ärde“, „Es isch kei söllige Stamme“, „Es taget vor dem Walde“, „Stets i Truure mues i läbe“ und „Lueget vo Bärge und Tal“. Jetzt werden die Lieder mit der originalen Melodie gesungen, die Musiker schlagen aber Brücken zu Syrien oder lösen einfach das bekannte Volksmusik Muster auf und schaffen eben Neue Volksmusik, ohne Grenzen. Sicher sind viele Töne die hier gespielt werden für unsere Ohren noch ungewohnt, aber die bekannten Gesangsmelodien und Texte wecken doch die Neugier was dabei herauskommt. Ich sage Euch, die Neugier lohnt sich.

Fredi Hallauer

SCHELLMERY

Album: „Mira Clar Tenebras“ (Narrenschiff)

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Das Trio, welches viel an Mittelalter Anlässen zu hören und zu sehen ist präsentiert neue Lieder auf ihrem Album. Neue Lieder sind natürlich neu recherchierte und aufgenommene Lieder, geschrieben wurden sie allesamt zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert oder es sind traditionelle Lieder. Viele der Lieder kommen aus der Schweiz und die anderen aus den Nachbarländern Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich. Viele der Lieder sind in den alten Sprachen gesungen, aber im Booklet sind sämtliche Texte übersetzt. Ein Teil der Texte sind Altdeutsch, die versteht man einigermassen. wichtig ist es bei den Texten zwischen die Zeilen zu hören. Sie handeln oft von der Liebe, aber zwischen den Zeilen sind viele sozialpolitische und gesellschaftliche Themen versteckt, welche man nicht einfach so besingen durfte. Ein schönes Beispiel ist „Zwei Haase“, das Lied erzählt von der Liebe, bzw abgewiesenen Liebe von zwei Hasen, wahrscheinlich waren beides Männchen und so wurde das Thema Homosexualität im 19. Jahrhundert thematisiert. Einiges zu den Liedern ist erklärt und anderes darf man selber hören. Neben diesen Texten ist natürlich ganz viel Musik zu hören. Die Drei musizieren auf Harfe, Schalmeien, Flöten, Pfeifen, Bouzouki, Drehleier und Perkussion. Neben der Musik zu den Liedern gibt es immer wieder Tänze, entweder angehängt oder dazwischen. Schellmery ist ein wunderbares und empfehlenswertes Album gelungen, nicht nur für Mittelalterfreunde.

Fredi Hallauer

LES TOURISTES

EP: „Tanzi halt elei“ (Gadget)

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Die fünf Basler haben vier Lieder aufgenommen. Musikalisch ist es tanzbarer Pop. sie erzählen aber aus dem Leben. Die Texte sind intelligent und selbstironisch. Das erste Lied ist Deutsch mit sehr viel Autotune, nicht typisch Les Touristes. Beim zweiten Lied ist es schon besser. Super ist der Titeltrack „Tanzi halt elei“, da ist auch viel Selbstironie drin und ein toller Beat. Von der früheren Frische ist irgendwo etwas verloren gegangen und ihre frechen Texte sind auch auf der Strecke geblieben. So muss man Les Touristes neu entdecken und sich ihnen wieder annähern.

Fredi Hallauer

BIGGLES

Album: „Wondertaker“ (Endorphine Entertainment)

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Biggles ist im Quintett zu hören, d.h. hier wird Musik gemacht und nicht nur zusammen gebastelt. Das spezielle an diesem Sound ist, dass auch noch eine Viola mitspielt, so wird der Sound noch etwas geheimnissvoller als mit Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Biggles vermischt auf diesem Album Arcade Fire mit den Eeels. Die Songs sind zwischen geheimnissvoll sphärisch und melancholisch mit Antrieb. Es ist intelligente Popmusik oder Indie Rock was die Fünf hier machen. Biggles bleibt immer noch ein Geheimtipp obwohl er das längst nicht mehr sein sollte.

Fredi Hallauer

PIGEONS ON THE GATE

Album: „Chasing Suns“ (Tourbo Music)

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Die Schweizer irish Band um Lajescha und Roger O’Dubler haben ihrem zeitgenössischen Irish Folk etwas mehr Pop beigefügt. irgendwie läuft das heute unter Indie-Folk, für mich Folkrock oder Folkpop. Das Schlagzeug hämmert einen fast punkigen Beat, die Flöte jubiliert und der Gesang ist mal lieblich elfenhaft und dann wieder Whisky geschwängert oder laut. Sehr schön sind die Songs wie „Road to Corofin II“ wo sich die Flöte und die E-Gitarre im Duett treffen. Pigeons On The Gate können da im Ressort Folk bei den grossen Gruppen mithalten, sie spieln mit viel Leidenschaft und gehen kreativ mit dem Begriff Folk um. Es wäre schön sie öfters zu sehen und zu hören.

Fredi Hallauer