LORD KESSELI & THE DRUMS

Album: „Melodies Of Immortality“ (Irascible Records/Bookmaker Records)

Das exzentrische St. Galler Duo macht es einem bei ihrem Zweitling nicht leichter als beim Debüt. Das Album handelt von Wechselwirkungen wie Patient und Therapie oder Roboter und Mensch. Da sind kräftige Sinthy Sounds neben Gitarre, Drums und einer Stimme die einem nicht in Ruhe lässt. Das ganze Gebräu kommt sehr kraftvoll daher. Immer wieder sind Melodien da, welche einem wieder etwas ruhiger werden lassen. Es braucht etwas Mut und Durchhaltevermögen dieses Album zu hören, aber es ist lohnenswert.

Fredi Hallauer

UPTOWN BIG BAND

Live: Konzert-Lesung „Kurt Bläsi – Agent wider Willen“ im BeJazz Club am 23. November 2018

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Der Saisonauftakt der Uptown Big Band war etwas besonderes, eine Konzert Lesung. Die Geschichte von Kurt Bläsi schrieb der Autor Andreas Iseli. Gelesen, die Musik komponiert und zusammengestellt, arrangiert und die Band geleitet hat Christian Schütz. Die Geschichte war spannend, witzig und auch skurril und wurde ebenso vorgelesen. Dazwischen spielte die Big Band Musik welche zum Gehörten passte. Christian Schütz hat sich natürlich reichlich bedient bei bekannten Stücken, was das Ganze noch besser machte, da das Publikum natürlich einige Melodien kannte und andere sogar genau zuordnen konnte und es auch Witz hatte, sei es beim „Kriminal-Tango“ oder „James Bond“ um nur zwei Beispiele zu nennen um nicht zuviel zu verraten. Die Band spielte auf einem hohen Niveau, der Komponist hatte viele Soli eingeplant und auch für die Rhythmus Sektion. Dadurch wurde der schon abwechslungsreiche Abend noch abwechslungsreicher. Es war beste Unterhaltung mit Niveau und guter Musik.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

CORE LEONI

Live: Mühle Hunziken, Rubigen am 22. November 2018

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Nach zwei Vorbands trat die ersehnte Band um Leo Leoni endlich auf die Bühne der ausverkauften Mühli. Eine Änderung in der Band war sofort klar, Hena Habegger am Schlagzeug war aus ungesagten Gründen nicht da. Er wurde durch einen guten Schlagzeuger aus Milano ersetzt. Ansonsten standen Ronnie Romero (bekannt für seine führende Rolle in Lords Of Black und Rainbow), Jgor Gianola (Ex U.D.O.) an der Gitarre, sowie Mila Merker aus dem Tessin am Bass. Musikalisch gab es da nichts zu nörgeln, sie spielten sich souverän und gekonnt durch Songs aus den Anfangszeiten von Gotthard, welche von der Band vernachlässigt wurden, wie „Down Town“, oder „Firedance“ und frischten ein paar grosse Hits wieder auf. Dazwischen natürlich auch ein In Memoriam an Steve Lee. Der Sänger Ronnie Romero füllte die Mühli mit seiner Stimme, Jgor Gianola konnte mit Leo Leonie mithalten. Dazwischen waren nur noch der Bassist und der Schlagzeuger auf der Bühne, die anderen drei waren irgendwo in den oberen Stockwerken und spielten von dort, war aber nicht vom ganzen Publikum einsehbar. Leider machte vor allem Ronnie Romero zuviele Faxen in Form von mitsingen und es ist schlecht und nochmals und nochmals, dann ein bisschen Comedy, mit Frauen vor der Bühne dumme Sprüche und so fort, das dazwischen einmal bis zu 15 Minuten und auch alle paar Songs ein paar Minuten. Das kam sehr schlecht an, bei den alten Rockern, welche ein grosser Teil des Publikums ausmachten. Das sind unnötige Kapriolen und wenn nicht mehr Stücke zur Verfügung sind, halt einfach dazu stehen und kürzer spielen. Dies schwächte den Eindruck vom Konzert schon. Am Schluss dann doch noch ein versöhnliches Mountain Mama.

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Fredi Hallauer

CHRISTOPH BÜRGIN

Album: „19:57“

Der Schaffhauser Liedermacher Christoph Bürgin ist mit einem neuen Album am Start. Es sind zwölf Mundartlieder, welcher er mit Begleitung einer starken Band singt. Mit dabei sind u.a. Mark Koch (Konzertflügel, Hammond, Keyboard); Peter Fischer (Schlagzeug); Heidi Moll (Bass); Rolf Stauffacher (vom Akkordeon zur Posaune und noch viel mehr) und noch ein paar Gäste. Christoph Bürgin erzählt Geschichten aus dem Leben, welche jedem passieren könnten. Viele seiner Lieder sind im Raum Schaffhausen angesiedelt, was ihnen das ganz spezielle gibt. Höhepunkt des Albums ist sicher das Lied „Anna Wirth“, wo es um eine eingewanderte Frau geht, welche ihren Spass mit wichtigen Herren hatte und schlussendlich als Hexe hingerichtet wurde. Neben den schönen und guten Texten, gilt es auf das Gitarrenspiel von Christoph Bürgin zu achten, das ziemlich stark ist. Ein gelungenes Liedermacheralbum.

Fredi Hallauer

PABLO INFERNAL

Album: „Monologues“ (Panta R&E)

Das Rockquartett aus Zürich brettert auf ihrem zweiten Album mächtig los. Das ist Rock pur mit vielen Klisches und gleichzeitig auch Anspielungen auf bekannte Songs um sich dann auch sofort darüber und über sich selbst etwas lustig zu machen. Es sind zehn rocksongs zu hören. Die ersten fünf sind eine lockere Folge von Songs, die zweiten fünf gehören zusammen. Es wird eine Geschichte erzählt von der Suche nach der Muse und dem Tritonus (dem teuflischenTon), welcher dann jeweils am Ende jeden Teils erklingt. Vielleicht ist es auch die Geschichte der Band nach ihrer Suche nach ihrem eigenen Sound und so wie das zu hören ist, haben sie ihn für den Moment gefunden.

Fredi Hallauer

BOB SPRING& THE CALLING SIRENS

Album: „Dark Countries“ 

Hier wird Americana gespielt, vielleicht in etwas düsterer und dunkler Art, aber sehr schön. Das Daunkle macht sicher die Stimme des Sängers aus, aber wohlverstanden, es ist nie bedrohlich, eher romantisch. Die Band spielt melodische handgemachte Musik. Die Keyboards orgeln herrlich daher und Gitarrentöne fliegen darüber. Diese Musik tönt wie aus der Wüste oder aus dem Nirgendwo. Die guten Musiker unterstützen den Sänger optimal und ergänzen den Gesang mit Musik die sich hören lassen kann. Es macht Freude dieser Band zuzuhören.

Fredi Hallauer

PLUTOPOWER2000

EP: „EP01“

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Das Schweizer Pop Duo präsentiert ihre EP mit analoger elektronischer Musik. Es wurden nur analoge Synthies verwendet und keine Computer und Samples. Herausgekommen ist Elektropop mit Rockeinflüssen. Die tiefe Stimme des Sängers bringt ein Schuss Romantik in die Songs. Die fünf Songs sind in der Ecke Entschleunigung anzuordnen, aber nicht nur. Die Tracks sind einfach durchnummeriert. Eine Musik die man sich gut anhören kann und für gute Vibes sorgt.

Fredi Hallauer