STRANGE MODES

Album: „Who Builds The Houses In Your Head“ (Irascible)

Das Duo aus Zürich veröffentlichte ein spannendes Debütalbum. Inhaltlich gehen sie der Frage nach, wie unsere Denkweise entsteht und wie sie beeinflusst wird. Musikalisch setzen sie dieses Thema wunderschön um. Schlagzeug, Gitarre und Keyboard/Synthesizer legen den Boden und darüber singen die beiden, meistens zusammen. Die Frauen- und Männerstimme harmonieren perfekt. Dies ist herrliche Musik zum Hören, Nachdenken und Geniessen.

Fredi Hallauer

RITSCHI

Album: „Lieblingslieder“

Ritschi hat mit seiner Band seine Lieblingslieder neu verpackt und direkt live eingespielt. Fünf Musiker im Studio und keine digitalen Spielereien, das ergibt diese echte und handgemachte Musik mit Leidenschaft und Seele. Die Musik tönt toll. Piano/Keyboard und Gitarre spielen tolle Passagen und solieren. Bass und Schlagzeug treiben die Lieder voran. Alle Instrumente liegen hinter der Stimme, sind aber immer transparent und deutlich zu hören. Ritschi ist gut bei Stimme und singt sich souverän durch seine Lieblingslieder. Einige sind neu, andere aus seinem grossen Repertoire. Inhaltlich singt Ritschi immer noch viel von der Liebe in den verschiedensten Facetten. Einmal braucht er eine solche Liebe nicht mehr, einmal entschuldigt er sich für sein Verhalten und dann findet er erneut seine grosse Liebe und dies mehrmals. Etwas unglücklich in einer Zusammenstellung, auch wenn die Lieder in verschiedenen Jahren geschrieben wurden. Er kann aber auch andere Lieder schreiben, wie über die alten Zeiten, die wir immer noch haben können, wenn wir wollen. Ein weiteres wunderschönes Lied ist das Lied von der Tochter, für die er alles machte, bis sie dann alt genug war und ihre Entscheidungen selbst traf und schlussendlich auszog. Ein gutes Album mit ein paar inhaltlichen Schwachpunkten, aber auch Stärken.

Fredi Hallauer

MONUMENTAL

Album: „When I Liked Myself Just A Little Too Much“ (Mouthwatering Records)

Das Album von Monumental ist Musik mit viel Augenzwinkern und trotzdem ersten Fragen. Musikalisch ziehen sie viele Register im Bereich Elektropop, Elektrorock, aber auch Indiepop ist vorhanden. Alles klingt ziemlich verspielt. Sie hinterfragen alles und stellen alles infrage, und dies ist genau das, was Freude macht an dieser Musik und ihren Texten. Mit neun Songs und 27 Minuten ist es ein relativ kurzes Album, denn genau das ist schade. Es wird nie langweilig, gutes Songwriting, und darum hätte man gerne mehr gehört.

Videos auf You Tube oder vom Plattenlabel gibt es keine. Wer trotzdem hören müchte findet unter folgendem Link, aktuelle Musik.

https://mx3.ch/monumental

Fredi Hallauer

ELIO RICCA

Album: „Emotional Hardcore“ (Mouthwatering Records)

Das Schweizer Duo spielt im Widerspruch des Albumtitels. Einmal sind sie emotional und in wenigen Sekunden darauf Hardcore. Sie pendeln zwischen hartem Elektropop und Postpunk. Schöne Hooks, vertrackte Beats oder Texte, die ein Mantra sein könnten, dies und noch viel mehr gibt es in den Songs auf dem neuen Album zu hören. Sie klingen sehr eigenständig und sind sicher nicht jedermanns Sache. Flexible und neugierige Menschen finden sicher Gefallen an dieser Musik.

Fredi Hallauer

LEXY ZELYA

EP: „L“ (Irascible)

Lexy Zela kommt aus Genf. Dies ist ihre erste EP. Sie ist eine Popsängerin, welche sich die frühere Popmusik als Vorbild genommen hat. Darum sind die vier Songs Retro Pop, mit den heutigen modernen Möglichkeiten aufgepeppt. Tanzbare Popmusik.

Fredi Hallauer

AMAYA GLOOR

EP: „Unfinished“ (Universal)

Amaya Gloor gibt ihre Debüt-EP heraus. Es sind sechs internationale Popsongs. Sie zeigt ihr Können mit verschiedenen Stilen. Meistens mit tollen Beats und tanzbar, dazwischen schöne und melancholische Balladen. Auffallend ist die Stimme von Amaya Gloor. Sie singt klar, mit einer warmen, etwas tiefer gesetzten Stimme, erreicht aber auch immer wieder die oberen Skalen der Tonleiter. Die Stimme ist im erträglichen Mass bearbeitet, wie es leider in der Popmusik heute möglich ist. Das Songwriting kann sich hören lassen und die Produktion ist stark.

Fredi Hallauer

MARK KELLY & THE PEACEFUL WARRIORS

Album: „Hope“ (Hairy People/Irascible)

Der Musiker aus Vevey wollte nach Soloalben wieder mit einer Band musizieren und fand gute Musiker:innen aus den verschiedensten Genres. Das sind nun die Peaceful Warriors. Gesungen wird englisch. Musikalisch pendelt die Musik zwischen Folk, Afrobeat, einer Prise Funk und ein Schuss Pop, da und dort noch etwas Country. Diese Mischung macht den Sound sehr interessant. Die Stimme von Mark Kelly ist etwas nasal und in der Tenorlage und wirkt dadurch sehr markant. Die Texte versteht man gut. Er singt vom friedlichen Umgang mit dem, was einem das Leben bereithält, er singt von Vergebung und wie wir sie zum Besseren verändern können. Ein sehr spannendes Album.

Fredi Hallauer

ELIANE

Album: „Final Destination“

Eliane muss man in der Schweiz nicht mehr vorstellen. Auf ihrem neuen Album ist wundervoller, vielseitiger, sanfter Pop zu hören. Das Piano spielt bei den meisten Songs eine gewichtige Rolle. Eliane singt siebenmal englisch, zweimal Mundart und zweimal italienisch. Bei „Vergässe“ ist Florian Ast ihr Duettpartner und bei „Nowhere To Go“ steuert Didi kurze Raps bei. Ein genussvolles und unaufgeregtes Album.

Fredi Hallauer

MYLA LEI

EP: „My Head Is Alright“

Die Zuger Musikerin und Sängerin veröffentlicht ihre erste EP. Zu hören sind ein Poem und vier Songs. Das Poem ist mit Musik untermalt. Die Songs bewegen sich im üblichen internationalen Pop Stil. Myla Lei erzählt Geschichten aus dem Leben und da ist manchmal eine leise Wut zu hören.

Fredi Hallauer

MAKEL & FRIENDS

Album: „Milk On The Rocks“ (Makel Music)

Makel & Friends kommen aus dem Berner Seeland und spielen handgemchte Musik. Makel ist der Texter, Komponist und Sänger, spielt auch noch Gitarre. Auf dem Album gibt es zehn Songs zu hören, zwei davon in Mundart. Jesse Rich und T.J. Gyger haben das Album aufgenommen und Jesse Rich steuert auch seine Stimme bei. Sonst sind die üblichen Instrumente plus Cello zu hören und noch Frauengesang. Stilmässig passt es in die grosse Schublade von Liedermacher und Singer/Songwriter Pop. Eigentlich alles wunderbar, aber beim Hören fehlt einem etwas Unbekanntes. Es ist wie bei einem fein zubereiteten Gericht, wo ein Kräutlein, ein Gewürz fehlt. Das macht es bei diesem Album so schwierig. Die Musik ist sauber gespielt, sauber gesungen, gut produziert, aber etwas stimmt nicht ganz. Wahrscheinlich ist das einfach so, dass Makel den Sound so will.

Fredi Hallauer

ELYN

EP: „Lay Down My Name“ (Irascible)

Die St. Galler Musikerin und Sängerin gab vier neue ruhige Songs heraus, einer davon in Mundart. Die Musik besteht aus Piano, feinen Synthesizer-Klängen und sanften Elektrobeats dazu. Diese Klänge gehören zur Popmusik in der Unterkategorie Singer/Songwriter. Elyn singt von der Selbstsuche, der Liebe, die gegangen ist und doch noch hier und weiteren Fragen einer jungen Frau. Die vier Songs stechen dank der eindringlichen Stimme von Elyn heraus.

Fredi Hallauer

AMOA

Album: „I’ll be kind“ (Radicalis)

Amoa, die Basler Musikerin und Sängerin, präsentiert ihr zweites Album. Es sind ruhige Klänge mit schönem Gesang. Die Texte führen in Amoas Innenleben. Es geht um die Suche nach sich selbst, um Sterblichkeit und einige Fragen mehr, welche sich einer jungen Frau im Kopf drehen. Die Antworten auf die Fragen sind ziemlich vage und offen. Die Stimme ist vielseitig, die Kompositionen weniger.

Fredi Hallauer

VARIOUS ARTISTS

Album: „Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert – Staffel 6“ (Phonag)

An der 6. Staffel des Schweizer Tauschkonzerts Sing meinen Song nahmen neben dem Host Dodo, Nic Maeder und Marc Lynn von Gotthard, Zian, Nicole Bernegger, Kings Elliot, Aurel Hassler von der Stubete Gäng und Gigi auf dem Sofa Platz. Dieses Album mit 49 Songs kann man sich sehr gut anhören, wenn man die Fernsehsendungen dazu nicht gesehen hat. Es ist eine wundervolle Popmusik mit vielen Facetten und Überraschungen. Eine grosse Wundertüte war Gigi, sie rockte, rappte und machte weitere coole Sachen. Nicole Bernegger zog auch viele Register ihres Könnens und singt Schweizerdeutsch und Deutsch. Zian ist oft recht rockig und er bläst Susaphon oder trommelt. Aurel Hassler zeigte, dass er nicht nur Stubete Gäng kann, sondern vielmals sang er sehr ruhige Lieder und badet in melancholischen Songs, und das steht ihm gut. Kings Elliot besticht mit ihrer Stimme, bei jedem Song neu. Gotthard Sänger Nic Mäder singt sogar bei zwei Songs den Refrain auf Schweizerdeutsch. Dodo ist ja immer für Überraschungen gut und das macht er auch so, wie man es von ihm gewohnt ist. Einzelne Songs hervorzuheben ist schwierig, denn es sind alle Songs auf ihre Art sehr gut. Bei den Videos habe ich einfach ein paar ausgewählt.

Fredi Hallauer

MOIRA X OTRAVA

Interview:

Am Zermatt Unplugged sprachen Fredi und Kathrin Hallauer mit Moira X Otrava

Album: „Planet Moirava“ (TURBOmusic)

Moira X Otrava ist ein gelungener Zusammenschluss der Sängerin und Keyboarderin Moira mit der Balkan/Klezmer Band Otrava. Da geht auch auf dem Album ziemlich die Post ab. Otrava spielt mit Trompete, Posaune, Klarinette, Akkordeon, Geige, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Mitglieder von Otrava singen ebenfalls. So entstand eine grosse musikalische Palette mit Frauen und Männerstimmen, teils auch gemeinsam. Musikalisch ist es einfach Folk, stark von Osteuropa beeinflusst, aber auch Chanson, Jazz und Pop sind zu hören. Gesungen wird in den verschiedensten Sprachen, auch Französisch und Mundart. Das ist für mich ein Wow Album. Da ist Energie vorhanden, aber auch Melancholie, hohe Musikalität und viel Spass. Man muss sich einfach auf den Planet Moirava begeben, es ist ein Erlebnis, das sich lohnt.

Fredi Hallauer