NACNECC

Album: „Aso, wie meinsch?“

AsoWieMeinsch-B1.jpg

NacNecc ist ein Berner Sänger und Texter mit einer tollen Band. Er ist nicht einfach einzuordnen und schon gar nicht zu schubladisieren. Elektropop, HipHop, Funk, Dub sind Elemente welche in seiner Musik vorkommen und das alles mit Mundart Texten. Seine Baritonstimme macht die textlich sehr verständlich und tönt angenehm. Musikalisch ist Matthias Urech sein Partner und Produzent. In der Band sind gute Musiker der Berner Musikszene dabei, mit vier Bläsern, einer Backgroundsängerin und QC als Gast. Seine Texte sind ebenso verwirrend wie sein Musikstil. Da ist er Mal melancholisch, dann wütend, sarkastisch und die ganze Palette der Emotionen. Inhaltlich sind es Texte zum Zuhören. NacNecc erzählt uns viel, kritisiert und öffnet uns die Augen, dort wo wir sie immer wieder verschliessen wollen. So thematisiert er die Glückspillen im Lied „NoWartIg“ oder Autismus bei „Nüt isch wie’s schynt“, aber auch die aktuelle Politik in „Blaui Beeri“ und das Erwachsenwerden in „Béhanie“. Also da gibt es viel zu hören. NacNecc ist ein Mundartalbum, jenseits des gängigen Mundartrocks, aber immer noch für ein breites Publikum.

Fredi Hallauer

PFISTERMEN’S FRIENDS feat. SCHMIDI SCHMIDHAUSER

Album: „Es dämmeret“ (iGroove)

8281c19a-2b19-48bb-8d16-7e74aa6316e0.jpg

Pfistermen’s Friends sind eine Streetband bestehend aus 10 Bläsern und einem Schlagwerker. Sie trafen sich im Umfeld der Berner Jazzschule und haben die US-Combo Youngblood Brass Band als Vorbild. Mit diesem Vorbild können sie absolut mithalten. Sie grooven, rumpeln, sinnieren, jubilieren und lassen das Tanzbein in Unruhe fallen. Musikalische Einflüsse sind klar der Jazz, aber auch Funk, HipHop und Soul. Mit ins Boot holten sie sich den Sänger Schmidi Schmidhauser von Chica Torpedo, welcher seine Texte zum Besten gibt. Spannend ist, dass der Gsang wirklich in der Musik verschmilzt. Sowohl Schmidi Schmidhauser als auch die Band ziehen ihr Ding durch, gemeinsam. Neben dem Gesang jubiliert ein Instrument oder der Gesang nimmt jazzige Formen an. Dies ist eine Band sowohl zum Tanzen und Zuhören.

Fredi Hallauer

M’GHADI

EP: „Take Two“ (Distrokid)

BqGveMkA.jpeg

Die achtköpfige Luzerner Band serviert uns ein erfrischendes Birchermüesli. Inhalt des Müeslis sind Reggae, HipHop, Pianoballaden, Instrumentals, Bläserstücke, englische und Mundartsongs, und das alles in 7 Songs. Ursprünglich eine Coverband sind sie mit eigenen Songs unterwegs. Musikalisch tönt es wunderbar und spannend. Textlich sind diese Sprachwechsel etwas problematisch, man hört nämlich nicht mehr genau hin, vor allem da auch die Musik alleine hörenswert ist und die Rhythmen in die Beine fahren. Die Mundarttexte sollen Gesellschaftskritisch und zynisch sein, ok, aber so formuliert dass sie auch falsch verstanden werden können. So hinterlässt dieses Birchermüesli einen leicht zwiespältigen Nachgeschmack mit Zutaten die man mag und solchen die einem die Freude etwas nehmen.

Fredi Hallauer