VERONICA FUSARO

EP: „Sunkisses“ (Deep Dive Music/Phonag Records)

Ein Jahr ist vorbei und Veronica Fusaro mit der dritten EP auf dem Markt. Sie ist von der Sonne geküsst und glücklich, so kommen auch die Songs daher. Eine Übersetzung aus dem Song „Lie To me“ lautet in etwa so: „Draussen herrscht Kälte, die Welt ist voller Lügen. Bleib doch noch ein bisschen, trink noch eines. Du kannst mir ruhig lauter Märchen auftischen, denn die Welt in unserem Zimmer ist viel zu schön, als dass es drauf ankäme, ob sie wahr sind.“ So ungefähr, aber natürlich viel poetischer und vor allem melodischer beschreibt Fusaro eine Stunde des Glücks. Ihre fünf Songs tönen perfekt in ihrem eigenen, Gitarren orientiertem Pop. Eigentlich gehört sie eher zu den Singer/Songwriterinnen, welche ihre Songs popig verpackt. Sie erzählt von Berg- und Talfahrten oder wie es ist wenn man einen alten Freund, den man sehr gut kannte, wieder einmal trifft. Zuhören ist angesagt, bei der Thunerin mit Zukunft.

Fredi Hallauer

PATRIC SCOTT

Album: „Spirit“ (Cloud26)

Patric Scott überzeugt ein weiteres Mal. Seine Musik gehört in den Bereich Soul und Funk der popigen Art. Mit sehr guten Musikern singt er 14 Lieder, immer schön treibend. Gute Beats der Band geben den richtigen Groove und Backgroundgesang lassen seine Stimme nicht im Nichts schweben, sondern es ist wie wenn seine Stimme projiziert wird. Bei „All Around The Globe“ singt er zusammen mit den Naturally 7, der Acapella Gruppe schlechthin. Sonst gibt es nicht viel zu schreiben, sondern Album starten und in diese tolle Musik abtauchen und/oder dazu grooven. Ein sehr tolles Album.

Fredi Hallauer

JA JA DICKICHT

EP: „Wrong Map“ (Mouthwatering Records)

Ja Ja Dickicht ist ein englisch singender Musiker aus Bern, um das klarzustellen und die Erwartungen in die richtige Richtung zu rücken. Er macht intelligente Popmusik. Mit der falschen Karte, meint er die landkarte die wir täglich brauchen um uns durch das soziale Umfeld und darüber hinaus zu navigieren. Sein Gesang klingt sehr träumerisch, seine Musik, mit viel Elektronik, bringt viele unerwartete Wendungen und Effekte und ist sehr lebendig. Eine spannende Debüt-EP.

Fredi Hallauer

ELIANE

Album: „Eliane“ (Sony Music)

Eliane verblüfft immer wieder mit ihrer schönen Stimme. Das nun schlicht betitelte Album „Eliane“ tönt ebenso schlicht, aber wirkungsvoll. Popmusik mit Klavierbegleitung, dezente Band oder Streichern und oder mehreres davon fliesst schön ins Ohr. Dreampop lässt sich diese Musik auch nennen. neben den ruhigen romantischen Songs wird man ab und zu von einem Schlagzeug wieder in die gegenwart zurückgeholt, oder besser gesagt von Paukenschlägen. Diese Paukenschläge passen sehr gut ins Sounddesign und sind sehr erfrischend. Eliane singt vor allem von der Liebe, Beziehungen und dem Seelenleben, alles auf Englisch. Es ist ein angenehmes Album dabei herausgekommen, geeignet für das Wohnzimmer, ein paar kerzen und etwas zu trinken.

Fredi Hallauer

ZARDT

EP: „Glimmering“ (Red Brick Chapel/Irascible)

Das Projekt um Adrian Stämpfli spielt filigranen Pop. Leise und feine Gitarren, Hintergrundselektronik, Bläser und ein dosiertes Schlagzeug geben bei dieser Wohlfühlmusik den Ton an. Sie versuchen die Welt zusammen zu halten und schaffen das auch, zumindest gefühlsmässig. Schade ist, dass es nur eine EP ist und diese Klänge bereits nach 15 Minuten zu Ende sind, genau dann wenn man richtig in dieser Soundwelt versinkt.

Fredi Hallauer

BLIND BUTCHER

Album: „Piss Me A Rainbow“ (Irascible)

Das Luzerner Duo mit Gitarre, Schlagzeug, zwei Stimmen und Elektronik beweisen, das alles geht, man muss es nur machen. Sie spielen einen Stilmix und einen Sprachmix, wilder kann man es sich kaum vorstellen. Elektropop, Surfsound, Weltmusik, Pop und was weiss ich alles. Viel Witz ist in diesen Liedern und Songs, welche von den wichtigen Fragen des lebens handeln, von der Liebe und Neurodermitis, Sciencefiction und Träumen oder auch nur der Augenbraue. Zu beschreiben ist dieses Album kaum. wichtig ist, es ist gute Musik, kein Mainstream und Blind Butcher machen Spass.

Fredi Hallauer

THE SHAMANICS

Album: „In Between“ (Phonag)

Hinter diesem Namen steht ein Duo aus der Romandie, nämlich der Pop Produzent Sylvain Ehinger und die Singer/Songwriterin Ella Malherbe. Musikalisch sind sie klar im Pop einzuordnen, aber was für Pop. Tolle elektronische Beats und Soundeffekte jagen das Tempo hoch und treiben die Sängerin an. Ein andermal bieten die Beats Entschleunigung bis sie in einen gemütlichen uptempo Beat fallen. Gesungen wird englisch. Die Stimme ist nicht aussergewöhnlich aber schön, manchmal etwas zuviel vernebelt. Ein durchwegs gängiges Radiopop Album.

Fredi Hallauer

ADRIAN TACCHI

EP: „Zimmer“ (Wemotions Music)

Der Sänger der Popgruppe Baba Shrimps frönt zwischen zwei Baba Shrimps Alben, seinem Soloprojekt, dem Mundartlied. Musikalisch ist es angenehmer und sehr abwechslungsreicher Pop. Spannend sind natürlich die Texte. Er beobachtet und beschreibt sich und seine Umgebung. Sei es der Sonntagnachmittag in der kleinen Wohnung und der Nachbar übt Klavier. Aber auch die Beziehung die auseinandergeht und es geht trotzdem weiter, aber auch das Hier sein im Supermercado. Es sind sehr intelligente Texte und es ist schön ihnen zuzuhören.

Fredi Hallauer

HEIMWEH

Album: „Ärdeschön“ (HitMill/Phonag)

Alle Jahre wieder und der Erfolg geht weiter mit dem Männerchor der Schweiz. Die zwölf Männer, Amateursänger, singen gewohnt, heimatverbunden schön, neue Lieder aus der Feder von Georg Schlunegger. Mit dabei sind je bei einem Lied, der Hackbrettspieler Nicolas Senn und die Sängerinnen Francine Jordi, Daria Occhini und Lisa Stoll. Die Lieder werden von einer Band unterstützt, was den Chor den Pop Groove gibt mit den Heimatharmonien. Die Melodien sind sehr eingängig und kommen einem manchmal vor als ob man sie schon irgendwo gehört hätte. Die Inhalte befassen sich mit Alpabfahrt, nach Hause kommen, dem Zuhause sein im Bauernhaus, Erinnerungen und Bergbauernleben. Da es doch noch ein paar Bauern und ein Schafhirte dabei hat, kommen die Lieder glaubwürdig daher.

Fredi Hallauer

STRESS

Album: „Sincerement“ (Universal Music)

Der Rapper aus der Romandie liess sich zeit für ein neues Album. Das Warten hat sich gelohnt. Stress kommt frisch daher. Er singt dazwischen sogar. Es gibt titel, die könnte man als Rap-Chansons bezeichnen. Seine Beats sind luftig geworden, das Schwere und Brachiale ist nicht mehr da, trotzdem ist es ein Stress Album. Die Inhalte seiner Stücke sind Umweltthemen und dann ein Wundenlecken, welche nach seinen Beziehungen blieben. Er macht das aber auf eine sehr charmante Art. selbstverständlich hat er verschiedene Gäste dabei, es sind das: Naomie Lareine, Akhenaton, Shurik’n & L’as de choeur, Xen, Nemo und JP Cooper. Neben dem französisch gibt es also auch noch etwas Mundart und englisch zu hören. Stress wird mit diesem Album wieder viele Erfolge feiern können.

Fredi Hallauer