JAËL

Live: Albumtaufe im Bierhübeli Bern am 17. Oktober 2019

Bild Fredi Hallauer

Jaël und ihr Quartett tauften das neue Album mit einem ausgiebige Konzert. Zum Zuge kamen natürlich die neue Songs und viele Dongs aus dem bisherigen Schaffen von Jaël. Begleitet wurde sie von einem Tastenmann, einem Gitarristen der wahnsinnig schön die Backing Vocals übernahm, einem Bassisten und einem Schlagzeuger. Sie selber sang und spielte bei manchen Songs Gitarre. Jaël erklärte ihre Lieder sehr sympathisch. Das Lichtdesign war sehr schön, einfach und ausgeklügelt. Das Bierhübeli war bestuhlt und so wie das Publikum sass auch die Band. Da das Repertpire doch viele bewegte Stücke hatte, war das etwas seltsam. „Warum sit dir so trurig“ von Mani Matter kam in einer sehr schönen leicht psychedelischen Form auch zur Aufführung. Für die letzten zwei Stücke stand Jaël auf und forderte das Publikum auf ebenfalls aufzustehen und sich zu bewegen, was zwischen den Stuhlreihen nicht ideal war. Die wunderbare Stimme von Jaël faszinierte und begeisterte bis zum Schluss. Es folgten noch eine Hand voller Zugaben. Ein eher ruhiges Popkonzert mit einer starken Jaël und exzellenten Musikern ging nach knappen zwei Stunden zu Ende.

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Album: „Nothing To Hide“ (Phonag)

Jaël ist wieder da, in alter Frische und reifer. Die elektronischen Spielereien hat sie über Bord geworfen und setzt wieder aufs Handgemachte wie Piano, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Streicher. wichtig sind die schönen Melodien und die grossen eingängigen Refrains. Jaël erzählt Geschichten, teils aus ihrem Leben und andere könnten aus dem Leben sein. Ihre schöne Stimme bezaubert. wunderschön ist das zweisprachige Duett mit dem Franzosen Roman Chelminsky. Es ist ein ruhiges und doch lebhaftes, fröhliches und sogar manchmal quirliges Album geworden.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Homeless Songs“ (Universal Music)

Stephan Eicher hat zwischen 2016 und 2019 neue Songs aufgenommen die nirgends hineinpassten, darum der Albumtitel. Ein Song ist ein Fragment von 45 Sekunden und andere dauern knappe bis gute zwei Minuten, ein Fünf- und ein Sechsminüter ist aber auch dabei. Stephan Eicher singt meist französisch, dreimal Berndeutsch und auch Englisch. Die berndeutschen Lieder sind von Martin Suter gestextet, zwei davon bereits in einer anderen Version auf Songbook zu hören. Musikalisch hat er mit einem Streichquartett zusammen gearbeitet, welches mal zum Schunkeln einlädt, aber auch ab und zu etwas schwülstig ist, oft aber sehr filigran. höhepunkte sind dann, wenn vor allem das Piano zu hören ist. „Homeless Songs“ ist ein sehr schönes Album von Stephan Eicher, ruhig, manchmal sogar etwas spröde (positiv), einfach Eicher halt. es knüpft irgendwo an seine grossen Alben an.

Fredi Hallauer

INFINITE HILLS

Album: „Youth“ (Radicalis Music)

Das junge Berner Trio besingt die Jugend, aber nicht einfach wir sind jung und das ist toll. Sie stellen sich viele Fragen zwischen Liebe, Freundschaft, Trennung, eigene Indentität und das feiern von wilden Partys. All diese Themen und Fragen haben sie mit viel Musik und kryptischer Lyrik zu einem Konzeptalbum werden lassen. Die Musik basiert auf Gitarren und Synthies und beide Instrumente spielen sie sehr gut und setzen sie gekonnt ein. Das Schlagzeug gibt den Beat, mal zum Tanzen, dann wieder dezent. Die hohen Gitarrentöne klingen fröhlich über den schwebenden, nebligen und psychedelischen Sound der Elektronik. Ein sehr bemerkenwertes Debutalbum von einer Band deren Name man sich merken muss.

Fredi Hallauer

LO & LEDUC

EP: „Hype“ (Bakara Music)

Lo & Leduc haben mit Hype eine fünf Lieder EP herausgebracht. Ein Lied, nämlich „Online“ kennt man schon, da es als Single erschienen ist. Alles wurde von Dr. Mo produziert, der gute Arbeit geleistet hat. Die Rhythmen der neuen Lieder sind vielseitig udn die Geschichten faszinieren. Da geht es um den Hype, der Real ist, aber auch wieder vorbei gehen wird, es geht um Fussball, bzw auch um die Liebe zum Vater der einem gewisse Wünsche erfüllt und eine ganz herrliche Geschichte ist „Allei im Chino“, nein er ist nicht ohne Begleitung im Kino, sondern ganz alleine im ganzen Kino. Fünf Lieder zum Tanzen und Geniessen.

Fredi Hallauer

EP Taufe „Hype“ in der Mühle Hunziken am 30. August.

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Die Mühli begann die Saison eine Woche früher als geplant und es hat sich sicher für das Publikum gelohnt. Lo & Leduc kamen mit der gesamten Band und viel Spielfreude bei allen, auf die Bühne. Zuerst spielten sie ihre Klassiker doch schon bald das erste Lied aus „Hype“, es war „Online“ welches man ja schon ein bisschen kannte. Dann folgte ein tolles Gemisch von altbekannten und den neuen Liedern. 079 fehlte natürlich ebenso wenig wie „s rote Chleid“ und viele mehr. Die einzelnen MusikerInnen bekamen immer wieder Raum für auch mal längere Soli, während denen sich Lo & Leduc sympathisch in den Hintergrund stellten. Der Sound war sehr kompakt und gleichzeitig Transparent gemischt, so dass man die Texte gut verstand. Auffällig positiv waren auch die kleinen Choreografien der Bläsersektion. Überhaupt bewegte sich die ganze Band sehr schön, inklusive Lo & Leduc. Auf der relativ kleinen Bühne der Mühle Hunziken, kamen sie sehr gut zur Geltung.

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Fredi Hallauer

SEB LOREZ

EP: „Slide Away“ (Universal Music)

Der Musiker veröffentlicht mit der EP „Slide Away“ sein Debut. Er erzählt in seinen Songs von sich selber und vom Songwriting. Stilmässig ist er im Pop einzuordnen. Die vier Songs und eine Reprise kommen schlicht und sehr melancholisch daher. Elektronik ist eingesetzt, aber sehr erträglich und der Sound, wie die Stimme sind radiotauglich, trotzdem aber sehr eigenständig. Auf die Dauer sind diese Songs und diese Klänge dann doch etwas sehr durch Hochnebel geprägt und drücken auf das Gemüt.

Fredi Hallauer

PELOS

Album: „Only Your Love“

Der Mann aus Einsiedeln ist seit 25 Jahren mit den verschiedensten Bands unterwegs. Nun ist sein Debütalbum unter seinem Namen erschienen, ein Soloalbum bei dem er sich von den verschiedensten Kollegen unterstützen lässt. Es ist ein Popalbum das mal luftig mal etwas zerbrechlicher oder kantiger daherkommt. Er singt von seiner inneren Reise und viel Liebe. Die Musik ist abwechslungsreich und vielseitig, was die nicht allzustarke Stimme wieder wettmacht. Gut tönt es auch wenn jemand die Stimme sozusagen doppelt. Ein Album mit viel Soul und guten ideen, dem aber auf die Dauer irgend ein Gewürz fehlt, damit es ganz einschlägt.

Fredi Hallauer

BUMBLEBEES

Album: „Dancing Dots In The Dark“ (Radicalis Music)

Die fünf Musiker leben in Zürich und Lausanne, haben aber ihre Wurzeln in der Südschweiz. Gesungen wird englisch. Dies ist ihr Debutalbum. Sie spielen Neo-Psychedelic Sound. Die Musik ist oft schwebend durch die Keyboardklänge und Gitarrensounds, das Schlagzeug hält das Gebilde am Boden oder die einzelnen Schläge sind die tanzenden Punkte im Dunkeln. Der Gesang tönt träumerisch, verhallt, manchmal sehr schön mehrstimmig. Dieser Sound hat viel der 70iger Jahre in sich und kommt einem vertraut vor und doch sehr eigenständig. Diese Musik ist sehr angenehm und abwechslungsreich, er eignet sich zum genauen Zuhören.

Fredi Hallauer