PATENT OCHSNER

Album: „Tonbildshow“ MTV unplugged (Universal Music)

Patent Ochsner sind die erste Schweizer Band, welche eine Aufnahme für MTV Unplugged machen konnte. Das Resultat liegt nun auch als Tonaufnahme vor mit einer Spieldauer von 111 Minuten. Die zehnhköpfige Band, hat als Gäste und Verstärkung noch Heidi Happy, Andreas Scherrer und Daniela Sarda dabei. Ich bin nicht sicher ob es noch weitere Gäste hat und möchte mich für vergessene Namen entschuldigen. Das Album ist sehr schön geworden um nicht zu sagen perfekt. Perfekt ist aber manchmal auch etwas glatt und ohne Spannungen, so etwa bei den Hits, die vor allem live mit der lauten Band, mehr leben. Gut gelungen ist „Bruscolo di Terra“ mit Daniela Sarda als Duet Partnerin von Büne und schönem Saxophon Solo. Überhaupt die Musker*innen an den Blasinstrumenten die bringen sehr viel Stimmung hinein. Ein anderer wichtiger Mann ist Andreas Scherrer, er setzt seine Stimme und seine spezielle Art Beatboxen genial ein. Das Album ist wie zu erwarten sehr gut aufgenommen und gemischt, der Sound ist klar, transparent und luftig. Alle Instrumente und Stimmen kommen immer zur Geltung.

Fredi Hallauer

ZIAN

Album: „Burden“ (Sony Music)

Zian schafft es mit seinem Debütalbum gleich ein Wow Album zu lancieren. Vom ersten Ton an nimmt einem dieses Album gefangen und fasziniert einem. Der Basler hat eine Wahnsinnsstimme in der Baritonlage mit etwas Sandpapier dabei. Musikalisch liegt er im Popbereich aber sehr vielseitig zwischen Poprock und manchmal etwas Elektropop. Er wählte die Musik für die Songs welche zu den Inhalten und der Songstruktur passte. Die Songs sind tanzbar und trotzdem viel mehr als Gebrauchsmusik. Inhaltlich geht es um Lasten, welche Zian zu tragen hatte und hat, was aber auch die Lasten von fast allen Menschen sein können. Trotzdem ist es ein beschwingtes Album geworden, vielleicht ein bisschen in gedämpften Farbtönen, aber nie dunkel. Dieses Album darf man nicht vergessen wenn es um die Jahreswertung geht. Wichtig ist aber auch, dass man Zian diesen Sommer auf möglichst vielen Festivalbühnen sieht und sicher ab Herbst auf der einen oder anderen Clubbühne. Wer einmal eine Dosis von Zians Musik gehört hat, bekommt wahrscheinlich nicht genug.

Fredi Hallauer

BASTIAN BAKER

Album: „Stories Of XXI“ (Phonag)

Bastian Baker feiert seine 10jährige Bühnenkarriere mit seinem fünften Studioalbum, also alles neue Songs. „The Way It Is“, der Opener des Albums verblüfft mit einem Anfang von nur Streichern, aber rhythmisch und der Stimme von Bastian. Später kommt dann noch das Schlagzeug dazu. Überhaupt glänzt das Album mit fröhlichen Songs, locker und leicht gespielt mit viel akustischen Gitarren. Die meisten Songs könnte man im Folkpop einordnen, obwohl da auch ein bisschen R’n’B bei „Dancing Without You“ zu hören ist. Bastian Baker zieht seine ganze Palette bei und bleibt sich dabei immer treu. Ein schönes gute Laune Album.

Fredi Hallauer

BONAPARTE & SOPHIE HUNGER

EP: „1“ (Supermoon/Two Gentlemen)

Die Pandemie macht es möglich dass ungewöhnliche Musikpaarungen entstehen. So trafen sich Bonaparte und Sophie Hunger, welche beide in Berlin leben zusammen mit einem Bassisten und einem Drummer. Sie nahmen zwei Coverversionen auf und schrieben zwei neue Songs. Diese vier Songs kommen frisch daher, einer auf deutsch, zwei auf englisch und einer französisch. Viel gibt es dazu nicht zu schreiben. Es sind zwei der innovativsten Musiker*innen und da kann fast nur gutes dabei herauskommen. Die beiden hatten auch hörbar Spass an diesem Projekt und so können wir das auch haben. Macht Spass.

Fredi Hallauer

BLAY

Album: „Unplugged Live“ (Sony Music)

Blay, das sind Bligg und Marc Sway, sie nahmen schon ein Album zusammen auf. Nun sind sie zurück mit einer Live Aufnahme unplugged. Sie werden von einem Pianisten und einem Schlagzeuger unterstützt und begleitet, mehr nicht. Es funktioniert sogar sehr gut. So ist etwas eigenständiges entstanden. Die Lieder sind aus ihrem Repertoire, kommen aber in dieser unplugged Version sehr gut zur Geltung . Die Texte setzen sich mit den Problemen unserer Zeit, wie Umwelt, Migration, Heimweh auch durch Migration, Weihnachtsgeschenkrausch und anderen wichtigen Sachen auseinander. Viel gibt es dazu nicht zu schreiben, es ist ein Wurf und eine Pflicht sich dieses Album anzuhören.

Fredi Hallauer

JPTR

EP: „Not The Same“ (Ronin Rhythm Records)

Das Popduo JPTR sind Andrina Bolliger (Gesang und Perkussion) und Ramòn Oliveras (Schlagzeug und Gesang). Es ist erstaunlich wie Gesang und Schlagzeug/Perkussion zusammenpassen in dieser Form. JPTR sind in einer eigenen Sprache oder Sprachryhthmus und trotzdem versteht man sie. Die Melodie hat auch ihre eigene Form und die ganze Songstruktur ist einfach JPTR. Wer das alles etwas kompliziert findet soll sich die EP unbedingt anhören. Die Musik von JPTR kommt bei den Hörer*innen an, im Ohr, im Herz und soagar in den Beinen, kompliziert ist es nur diese geniale Musik zu beschreiben.

Fredi Hallauer

KINGS ELLIOT

EP: „Chaos In My Court“ (UMD/Vertigo/Universal Music)

Die Wahl-Londonerin mit Schweizer Herkunft hat ihre Singles gebündelt und noch zwei Songs dazugepackt. Es sind wunderschöne Popsongs, manchmal auch Folkpop-Songs. Sie versteht zu singen und ihre Stimmungen mit viel Ausdruckskraft den Hörenden näher zu bringen. Musik und Stimme ist unverwechselbar und Kings Elliot setzt da eine neue Marke in der Popmusik. Wunderschöne Songs zum Geniessen und sich musikalisch berühren lassen.

Fredi Hallauer

EMILIA ANASTAZJA

EP: „Flower House“ (Young & Aspiring)

Die in London lebende Basler Sängerin und Musikerin hat drei erfrischende und wohltuende Popsongs veröffentlicht. Sie versteht es Songs zu machen zwischen Pop, Elektropop und verschiedenen anderen Elementen. Meistens ist die Musik quirlig und hat einen guten und fantasievollen Beat. Die leicht näselnde und junge Stimme, oft vervielfacht tut das ihrige zur Erfrischung dazu. Eigentlich ist mit dieser EP bereits der Frühling angebrochen.

Fredi Hallauer

CEGIU

Album: „Glowing Goodbyes“ (musicbox entertainement/Irascible)

Cégiu aus dem Kanton Luzern mit Wurzeln in der Westschweiz und Italien ist Sängerin, Komponistin, Cellistin und auch ausgebildete elektronische Musikerin. Auf diesem Album geht sie an die textlich und musikalisch an ihre Grenzen, manchmal Schmerzgrenzen, das ganze Klanggefüge bleibt aber immer spannend und interessant. Die Beats sind aus Aufnahmen von Insekten auf Gräbern von lieben Menschen entstanden, das Cello spannt die grossen Bögen unter die Stimme und die Stimme wird manchmal zu einem Chor. Cégiu versteht es schon alleine mit ihrer Stimme Spannungen aufzubauen, es kommt einem manchmal vor wie wenn sie einem etwas sanft und liebevoll ins Ohr flüstert, ein andermal dafür schreit sie einem fast an. Die Sprache wechselt manchmal, ist aber meistens englisch. Es ist ein sehr berührendes, aber nie zu melancholisches Album geworden. Was Cégiu hier spielt hat man noch nicht oder nicht oft gehört.

Fredi Hallauer

BARON.E

EP: „Créature“ (PIAS France)

Das Duo aus Fribourg machtg sehr frische Musik. Ihr Elektropop ist von Frankreich beeinflusst und auch französisch gesungen. Die beiden jungen Stimmen setzten sie einzeln und zusammen abwechselnd ein. Die Melodien erfreuen und der Rhythmus auch. Die fünf Songs zwischen Rock, Rap und Pop sind alle tanzbar und zeigen ein gutes Songwriting. Übrigens Baron.E spricht sich Baron et Barone aus. Player starten und geniessen.

Fredi Hallauer