SCHÄBYSCHIGG

Album: „Perschpektivä“ (Narrenschiff)

Die fünf Musiker, welche im Kanton Uri beheimatet sind, spielen umwerfende Neue Volksmusik. Mit Klarinette, zwei Trompeten, einer Basstrompete und einer Tuba, welche manchmal einem Akkordeon weichen muss, machen sie Musik zwischen Volksmusik und Jazz. Sie beschreiben ihre Musik als, Lieder und Tänze aus dem Leben die in keine Schublade passen. Der Auftakt mit „Äs Tänzli für d Emilie“ ist gewaltig. Das Tänzli beginnt mit einem Getöse von Tuba und Basstrompete, die Klarinette lässt dann das Stück zum Tänzli werden. „Holper Jazz“ wird dem Titel gerecht, es geht um minimalisierte Rhythmus Muster mit den beschriebenen Instrumenten und ein bisschen Melodie. “ Zooge n em Booge“ wird ein bisschen gesungen und noch näher bei der Volksmusik sind sie mit einem Stück, welches nach Oberkrainer tönt, zumindest am Anfang. Es ist aufstellende, spannende Musik und dieses Album gehört für mich in die TopTen für das Jahr 2020.

Fredi Hallauer

3FACH HIRSCHE

Album: „Eifach“ (Phonoplay International/Phono Vertriebs GmbH)

Hier geht es um Schweizer Volksmusik der Sparte Ländlermusik. Der Name des Entlebucher Trios weist darauf hin, dass es sich um drei junge Musikanten handelt. Die beiden Schwyzerörgeler sind werden Anfangs 2020 nämlich 29 und 27 Jahre alt und der Bassist feiert im Sommer ebenfalls seinen 29. Geburtstag. Sie spielen lüpfige und tanzige Ländlermusik. Dabei sind viele Stücke traditionell, aber auch einige Eigenkompositionen und Tänze von bekannten und weniger bekannten Ländlermusik Komponisten sind zu hören. Einige Lieder und Potpouris lockern das Album auf. Sie singen auch deutsch, das darf aber nicht verwundern, denn das ist auch eine Tradition und wenn Innerschweizer Deutsch singen hat das soweiso einen eigenen Charme. Frowin Neff Bödelet dazwischen und Heinz Felder chlefelet, so dass diese Musik so richtigen Rhythmus bekommt. Das ist ein Album mit Volks- und Ländlermusik, welches zu den Besten des Jahres 2019 zu zählen ist.

Fredi Hallauer

LÄNDLERTRIO WILTI-GRUESS

Album: „20 Wilti Johr“ (Phonoplay/Phono-Vertriebs GmbH)

Aus der Innerschweiz kommen die drei Musiker, zwei Brüder und ein Freund, welche seit 20 Jahren zusammen spielen und das mit einer Energie wie anno dazumal. Die Musik geht richtig los. Da sind Eigenkompositionen wie Volksmusik Klassiker von Kasi Geisser, Toni Bürgler oder Alois Föhn vertreten. Dazwischen gibt es zweimal ein Potpourri, einmal mit Schlagerhits und ein andermal mit Rockklassikern. Als Gäste sind ein Cachon Spieler und ein Gitarrist dabei. Das spannende dabei ist, dass der Gitarrist ein Südfranzose ist, welcher in der Innerschweiz lebt. Das Ländlertrio Wilti Gruess hat also nicht nur die Musik geöffnet, sondern auch andere Nationen einfliessen lassen. Als weiterer Gast spielt Elisabeth Rütimann-Enderlin das Hackbrett bei verschiedenen Stücken, so auch beim Rock-Medley. Diese Musik macht Spass, hat Drive und vor allem wenn sie noch Bödele ist das ein grosses Fest. Ein aufgestelltes Volksmusik Album.

Fredi Hallauer

OESCH’S DIE DRITTEN

Album: „Vätu’s Wunschliste“ (Universal Music)

Dieses Album erschien bereits 2018, traf aber erst jetzt bei mir ein. Darum eine verspätete Besprechung. Zum 60. Geburtstag von Vätu Hansueli, nahm das Quintett 15 Stücke und eine Geschichte auf. Es ist die Wunschliste und die führt von Ländler zu Jodler zu Schlager. Verblüffend ist, was das Qunitett auch aus den Schlagern macht, sie „fäge“ auch so musikalisch, das Örgeli gibt da richtig Gas. Die eigenen Texte, vor allem „Vätu“ sind da eher der Schwachpunkt. Wenn Melanie deutsch singt, klingt das lustig, nicht gerade wie die Bundesräte, aber doch mit einem starken Schweizer Akzent. „Banjo Boy“ halb Berndeutsch ausgesprochen ist eine Perle, vor allem ohne Banjo, „Traumboot der Liebe“ und „Rote Korallen“, kann man ja überspringen, wer nicht auf Schlager steht. Dieses Album zeigt doch ein Stück Geschichte der Schweizer populären Volksmusik auf, welche zwischen Volksmusik und Schlager pendelt. Ein gelungenes Album.

Fredi Hallauer

PFLANZPLÄTZ

Album: „Wildwuchs“ (Narrenschiff)

Das Volksmusik Trio wird bei einzelnen Stücken von Gastmusikern wie Andreas Gabriel (Geige), Dani Häusler (Bassklarinette) und David Märki (Hackbrett) erweitert. Sonst sind die beiden Örgeler Thomas Aeschbacher und Simon Dettwiler am Werk mit dem Bassisten und Gitarristen Jürg Nietlisbach. Sie spielen „Schweizer Volksmusik“ im ungejäteten Garten, denn da kommt der Cha Cha Cha dazwischen auf, nordische Klänge sind zu hören, aber auch Balkan und Jimmy Hendrix sind vertreten. Nicht dass Pflanzplätz jetzt Jimmy Hendrix spielt, aber seine Musik fliesst in die Volksmusik ein. Es ist herrliche Musik, erfrischend und für offene Ohren und Herzen geeignet. Örgeli Freundinnen und Freunde finden sicher auch ihren gefallen, denn da wird mit sovielen unterschiedlichen Instrumenten musiziert wie: Schwyzerörgeli, Langnauerli, Bass-Örgeli und Stöpselbassörgeli. So macht Volksmusik richtig Spass und in dieser Qualität mit dieser Freude und dem Spielwitz sowieso.

Fredi Hallauer