DOPPELBOCK MIT CHRISTINE LAUTERBURG

Album: „Froh & Roh“ (Narrenschiff)

Das Quartett Doppelboc, wie immer verstärkt mit Christine Lauterburg erfreut uns wieder mit Schweizer Folk. Zu hören gibt es Volkslieder und Jodellieder wie auch verschiedene Tänzli. Doppelbock verstehen es wie immer den Volksliedern wie „Guggisberglied“ oder „Chirscheli“ die zu wehmütigen Akkorde zu nehmen oder die Rhythmen zu ändern, so dass diesen Liedern die Schönheit bleibt, aber die Heimatklänge zu wehmütig und fast unerträglich sind. Christine Lauterburg singt verschiedene Jodellieder von Jakob Ummel, welcher ihr persönlich sagte, sie darf seine Lieder immer singen und sie so interpretieren wie sie will. „S Stärnli“ von Artur Beul ist ebenfalls eine Perle auf diesem Album. Dazu kommen auch Eigenkompositionen oder „Psatzigsmärschli“ ein Amtseinsetzungsmarsch aus dem Bündnerland. Ja es gibt wirklich viel zu entdecken. Alle Musiker bekommen ihren Platz, so können Matthias Lincke an Geige und Cello, Simon Dettwiler an den Örgeli, Dide Marfurt an Halszither, Drehleier, E-Gitarre, Sackpfeife und Trümpi brillieren. Dies gelingt auch den Gastmusikern Matthias Härtel am Kontrabass und Nyckelharpa und Elias Menzi am Hackbrett. Christine Lauterburg spielt natürlich auch das Langnauerli, Geige und Bratsche und einzelne der Musiker singen ebenfalls. Das ist ein wunderschönes Folkalbum an dem ich keine Schwäche ausmachen kann.

Fredi Hallauer

ILS FRÄNZLIS

Interview

Fredi Hallauer sprach mit Madlaina über Skype

Album: „Mit Alles Und Scharf“ (Zytglogge)

Ils Fränzlis da Tschlin spielen sechs der 19 Stücke in der altbekannten Besetzung Kontrabass, manchmal Akkordeon, Bratsche, Cello, Geige und Klarinette und das alles von Janett gespielt, nämlich Curdin, Madlaina, Cristina, Anna Staschia und Domenic. Die andern Stücke sind mit drei Zusatzfränzlis aufgenommen worden, nämlich mit Barbara Gisler (Cello und Kontrabass), Niculin Janett (Saxophon) und Balthasar Streit (Trompete) und dazwischen wird auch mal gesungen. sie spielen viele traditionelle Stücke, aber genau die oft in der erweiterten Besetzung und auch einem erweiterten Volksmusik Verständnis. Der Jazz fliesst immer wieder sanft ein durch das Saxophon aber auch rhythmisch, am deutlichsten natürlich „Lush Life“ von Billy Strayhorn, dort aber auch wieder die Volksmusik im Jazz. „Il Cumün In Silenzi“ ist ein acapella Lied auf romanisch, welches auch den wunderschönen Klangkörper der Frauen und Männer Stimmen zeigt. Eigenkompositionen gibt es auch einige zu hören, die manchmal in ganz andere musikalische Gefilde triften, wie z.B. „Polca #4#“. Die Trompete bereichert die Klangfarben der Fränzlis, egal ob sie mit Stakkatos die Musik noch lüpfiger macht, oder ein bisschen Balkan hineinbläst. Was die Fränzlis da spielen ist Neue Volksmusik und Weltmusik in Perfektion ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Dieses Album gehört auf die Liste der besten Alben für 2020.

Fredi Hallauer

SCHÄBYSCHIGG

Album: „Perschpektivä“ (Narrenschiff)

Die fünf Musiker, welche im Kanton Uri beheimatet sind, spielen umwerfende Neue Volksmusik. Mit Klarinette, zwei Trompeten, einer Basstrompete und einer Tuba, welche manchmal einem Akkordeon weichen muss, machen sie Musik zwischen Volksmusik und Jazz. Sie beschreiben ihre Musik als, Lieder und Tänze aus dem Leben die in keine Schublade passen. Der Auftakt mit „Äs Tänzli für d Emilie“ ist gewaltig. Das Tänzli beginnt mit einem Getöse von Tuba und Basstrompete, die Klarinette lässt dann das Stück zum Tänzli werden. „Holper Jazz“ wird dem Titel gerecht, es geht um minimalisierte Rhythmus Muster mit den beschriebenen Instrumenten und ein bisschen Melodie. “ Zooge n em Booge“ wird ein bisschen gesungen und noch näher bei der Volksmusik sind sie mit einem Stück, welches nach Oberkrainer tönt, zumindest am Anfang. Es ist aufstellende, spannende Musik und dieses Album gehört für mich in die TopTen für das Jahr 2020.

Fredi Hallauer