HANSRUEDI EGLI

Album: „Vom Cho, vom Si u Ga“ (www.hansruediegli.ch)

Der Berner Gitarrist und Liedermacher hat in all den langen Jahren seit 1977 sein fünftes
Album veröffentlicht. Es ist ein reifes Album eines reifen und weisen Liedermachers und eines guten Musikers. Er pendelt zwischen Folk und Pop und feinster Gitarrenmusik sowie träumerischen Instrumentalstücken. Neben ihm spielen vierzehn Musiker*innen auf dem Album mit, von den üblichen Instrumenten bis zu Pipes, Flutes, Flöte, Saxophone, Sousaphon, Englisch Horn, Streichinstrumente und schöner weiblicher Backing Vocals. Ein träumerisches Stück ist „Conamara“Gitarrenstücke hat es immer wieder. Aber Hansruedi Egli kann nicht nur mit der Gitarre Geschichten erzählen, er kann das ebensogut mit Worten. So erzählt er von sich und der Natur, seine Beobachtungen und Erlebnisse. Wer diese Texte nur oberflächlich hört verpasst etwas, denn seine philosophische Betrachtungen wollen uns etwas sagen und die Aussagen sind engagiert. Das Album ist mit 15 Titeln vollgepackt, abwechslungsreich und aus einem Guss. Für mich ist das im Jahr 2022 der erste Anwärter für mein Album des Jahres.

Fredi Hallauer

CHRISTOPH BÜRGIN

Album: „Jäger und Sammler“ (info@christophbuergin.ch)

Der Schaffhauser Musiker hat ein weiteres wunderschönes Liedermacher Album veröffentlicht. Dieser Satz wird dem Album nicht wirklich gerecht. Er singt elf Lieder, welcher er zum grösseren Teil selber geschrieben hat und zum Teil adaptiert in den Dialekt von Schaffhausen und dazu spielt er und einige Musiker*innen wunderschöne Musik zwischen Folk und Americana. Beginnen wir bei der Musik. Christoph Bürgin spielt akustische und elektrische Gitarren, Dobro, Bouzouki und Appenzeller Hackbrett. Dazu spielen verschiedene bekannte Leute aus der Schweizer Musikszene Cello, Schwyzerörgeli, Violinr, Viola, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboards, Programming, Perkussion und dazu Backing Vocals und eine Hornsection bläst auch noch kräftig mit. Die Texte der Lieder sind sehr engagiert. Christoph Bürgin versteht es Geschichten zu erzählen, er tut das auch mit ruhigem Gesang und sein Gesang ist wirklich in einem Erzählmodus. Er erzählt uns von den amerikanischen Bomben welche 1944 auf Schaffhausen fielen, von der Schrift an der Wand in Genua mit einem Satz den Fabrizio André sagte, welcher aus der Bibel stammt und bei den Behörden für Unbehagen sorgt, er erzählt von den Bremer Stadtmusikanten und den Auswanderern aus Schaffhausen, von den Nachtzügen nach Süditalien und als Adaption von Carl Michael Bellman in Anlehnung an Fritz Widmer vom Sonntag oder von der letzten Stunde. Dies ist ein Album welches einem vom ersten bis zum letzten Ton gefangen nimmt und dazu eines der besten Liedermacher Alben der letzten Zeit.

Fredi Hallauer

Das Album ist in einem Büchlein mit den Texten in Mundart, hochdeutschen Übersetzungen und Erläuterungen, sowie ein paar Kurzgedchichten /Texte, welches ich hier zu einem späteren Zeitpunkt bespreche.