PRIX GARANTI

Album: „Nüt isch guet u aus isch scheisse“ (Nullklultur Records)

Prix Garanti, das Billiglabel von Coop ist auch Programm für die fünfköpfige Band. Was sie machen ist nicht alles schlecht aber alles ziemlich billig. Mundart Elektropop, Underground Mundartsongs wären vielleicht Bezeichnungen des Musikstils. Das Album ist nicht durchwegs tanzbar. Apropos Album, es sind fünf Lieder plus Intro und Outro, Dauer 23 Minuten, schon das ist für ein Album billig. Der Gesang oder eher Sprechgesang wird mit einer weinerlichen Stimme vorgetragen. Die Texte sind teils echt gut, schräg und frech und handeln vom Leben in Bern, zumindest vorwiegend. Wer Prix Garanti nie hört verpasst nichts, wer sie hört kann sie teilweise lustig finden.

Fredi Hallauer

MY SISTER BITES

EP: „Sync“ (TOURBOmusic)

My Sister Bites sind die Sängerin Kathrin Furian und der Musikproduzent Lukas Speissegger. Das Resultat liegt fast auf der Hand oder besser im Ohr, es handelt sich hier um Elektropop, der besseren Art. Kastrin Furian hat eine schöne warme Stimme, sofern sie nicht durch den Autotune gejagt wir, was leider ab und zu passiert. Die Produktion ist abwechslungsreich mit ansprechenden Beat, welche auch in die Beine gehen, Nach dem Anhören dieser vier Songs, darf man auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

EUTROPIC

Album: „Dark Age Day Dream“ (Aztec Records/Irascible)

Eutropic ist ein Avant-Pop Trio aus Bern. Drei Jahre haben sie an diesem Konzeptalbum gearbeitet. Zum Einsatz kamen vor allem analoge Synthies, Drum Machine und Gitarre plus Gesang. Sie mischen die 70iger Elekctro Klangbilder mit Elektgropop und einem Schuss Techno. so werden diese Songs tanzbar. Sehr berührend und beeindruckend ist die Gesangsstimme. Der Sänger hat eine warme Baritonstimme mit einem angenehmen leichten Kratzen. Er schlängelt sich gesanglich zwischen den Synthies und der Drummachine geschickt durch, so dass er immer präsent ist und bleibt.

Fredi Hallauer

SOPHIE HUNGER

Album: „Halluzinationen“ (Caroline International/Universal Music)

Sophie Hunger ist Album mässig nach zwei Jahren zurück, aber auch sonst ist sie zurück. Die Synthies spielen immer noch eine dominante Rolle in ihrer Musik, aber keine ausschliessliche mehr und dann sind die Synthies und Drummachines gezielter eingesetzt und verbreiten die Wärme, welche zu Sophies Hunger Stimme passt. Sie singt auch nicht ausschliesslich englisch, sondern auch Deutsch. Ihre Texte erzählen aus dem Leben, aber ein bisschen kryptisch, so dass jeder Mensch heruashören oder hineininterpretieren kann was er will. „Halluzinationen“ ist ein sehr stimmungsvolles Album mit Tiefgang. Wiederum eine Glanzleistung von Sophie Hunger.

Fredi Hallauer

JASMIN ALBASHI

Album: „Gold“ (Irascible)

Die in Basel lebende Musikerin, Tochter eines palästinensichen Flüchtlings, der in Jordanien aufwuchs und einer Schweizerin suchte ihre Wurzeln. Nach Reisen und Projekten in Palästina entstand dieses persönliche Album. Musikalisch ist es Elektropop, aber dies ist nur ein Transportmittel ihres Gesangs und ihrer Texte. Der Gesang ist dominant und im Zentrum. Mittels Loop schaukelt sie ihre Stimme zu ganzen Chören empor. Sie singt von der Liebe zum Land, von innerem Kampf und Versöhnung oder im Gedenken an ihre Grosseltern, welche in ihre Heimat zurückkehren durften. Es ist ein sehr stimmungsvolles Album mit der warmen, dunklen Stimme von Jasmin Albashi und dazu kommt, dass diese Musik auch tanzbar ist.

Fredi Hallauer

HELENKA

Album: „Vocal Desaster“ (Helenka)

Helenka das ist Helena Danis aus Bern mit slowenischen Eltern. Sie ist ebenso Komödiantin wie auch Dichterin. Sie singt Mundart und auch mal Deutsch. Ihre Musik ist minimaler Elektropop der lockig, flockig daherkommt und die Liedtexte total unterstützt. Aber diese Texte sind der Wahnsinn in der wirklichen Bedeutung des Wortes. Da ist ein Liebeslied an die Geburtsstadt Burgdorf, das die Stadt nicht zu Werbezwecken verwenden wird. Sie wird kabarettistisch zur Singlehrerin oder Atemtherapeutin, oder singt über die Liebe zu einem Haustier. Aber auch Medikamente, welche die Kinder brav machen bekommen ihren Speck weg und noch vieles mehr. Wie gesagt diese Lieder sind schräg, wahnsinnig, verrückt und trotzdem ist da viel Wahrheit darin verpackt. Es ist schon lange her, dass jemand so erfrischende Songs gesungen hat und so frech und ehrlich.

Fredi

NAMAKA

Interview:

Fredi Hallauer sprach über Skype mit Namaka

EP: „Water On The Sun“ (Mouthwatering Records)

Das Elektropop Trio spielt auf dieser EP fünf quirlige, sonnige Songs. Die Frauenstimme singt sich sofort ins Herz. Analoge und digitale Synthesizer legen schöne Popmelodien zwischen den Gesang und das quirrlige Schlagzeug und die Beats. Das ist Popmusik mit Niveau wie sie eigentlich häufig im Radio laufen sollte. Gutes Songwriting und Abwechslung zeichnen diese EP aus.

Fredi Hallauer