GASPAR NARBY

EP: „A Star Makes Two“ (Radicalis)

Gaspar Narby kommt aus dem Jura und lebt zur zeit in London. Er ist Multiinstrumentalist und Produzent, er schreibt auch seine Songs selber. Es ist elektronische Musik, bei welcher er die Synthis auf Kassetten aufgenommen hat, damit es einen warmen Sound gibt. dieser Effekt ist wirklich verblüffend. Seine Experimente gelten im Moment der Stimme. als Elektroniker ist er fasziniert von der menschlichen Stimme und so kommen verschiedene SängerInnen zum Zug. er lässt teilweise die Stimmen wie sie sind, verfremdet sie aber auch. Der Klang dieser EP ist faszinierend und nach mehrmaligem Hören, lässt sich dieser Popmusik immer mehr abgewinnen. 

Fredi Hallauer

NACNECC

Album: „Aso, wie meinsch?“

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NacNecc ist ein Berner Sänger und Texter mit einer tollen Band. Er ist nicht einfach einzuordnen und schon gar nicht zu schubladisieren. Elektropop, HipHop, Funk, Dub sind Elemente welche in seiner Musik vorkommen und das alles mit Mundart Texten. Seine Baritonstimme macht die textlich sehr verständlich und tönt angenehm. Musikalisch ist Matthias Urech sein Partner und Produzent. In der Band sind gute Musiker der Berner Musikszene dabei, mit vier Bläsern, einer Backgroundsängerin und QC als Gast. Seine Texte sind ebenso verwirrend wie sein Musikstil. Da ist er Mal melancholisch, dann wütend, sarkastisch und die ganze Palette der Emotionen. Inhaltlich sind es Texte zum Zuhören. NacNecc erzählt uns viel, kritisiert und öffnet uns die Augen, dort wo wir sie immer wieder verschliessen wollen. So thematisiert er die Glückspillen im Lied „NoWartIg“ oder Autismus bei „Nüt isch wie’s schynt“, aber auch die aktuelle Politik in „Blaui Beeri“ und das Erwachsenwerden in „Béhanie“. Also da gibt es viel zu hören. NacNecc ist ein Mundartalbum, jenseits des gängigen Mundartrocks, aber immer noch für ein breites Publikum.

Fredi Hallauer

MILYMA

EP: „Right Eye Crier“ (Irascible)

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Die eigenständige Frau ohne bisherige Anbindung an eine Musikszene produzierte ihre EP selber. herausgekommen ist sehr eigenwillige Popmusik mit viel Elektronik mit nur geringer Anlehnung an konventionellen Pop. Die vier Songs erzählen von den Enttäuschungen im Leben mit nur soviel Hoffnung wie es braucht um zu überleben. Der Gesang ist etwas sehr klagend und jammernd. Die Musik umrahmt das. Eher eine schwierige Einsteiger EP.

Fredi Hallauer

WOLFMAN

Album: „Mad Woman“ (Irascible)

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Das Zürcher Duo macht nachdenklichen Elektropop. Das Schwergewicht liegt im Gesang. Die Frauen und die Männerstimme kommen beide zum Einsatz, sowohl als Lied wie Background oder sogar als Duett. Die Beats sind ruhig bis Midtempo, die Melodien beschränken sich oft in Dekoration um den Gesang und den Beat. Beim Song „Humpback Whale“ erklingt eine herrlich schräge Gitarre und gibt dem Song einen anderen Klang. Überhaupt die Songs sind sehr unterschiedlich. Beim Gesang wurde teils Auto Tune eingesetzt und teils nicht oder viel weniger, was eine weitere Abwechslung hineinbringt. Die Songs mit weniger verzerrter und verstellten Stimmen gefallen mir besser.

Fredi Hallauer

JEN DALE

Album: „Close Distance“

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Die in der Schweiz aufgewachsene Sängerin mit einem englischen Vater veröffentlicht ihr erstes Album. Sie ist Soulsängerin und macht Musik ganz im Hier und Jetzt. Die Musik ist Elektropop im weitesten Sinne, teils  tanzbare Songs und dann gibt sie sich wieder ganz der Stimmung hin. Ihre grossartige Stimme schlägt einem in ihren Bann, sie kann sanft schmeicheln oder in den höchsten Tönen soulieren, aber auch wieder kräftig zur Sache kommen. „Rain“ ist ein Paradestück des kräftigen und tanzbaren Souls, aber als Empfehlung kann jeder Song genannt werden. Eine Überraschung ist Jen Dale auf alle Fälle.

Fredi Hallauer

KADEBOSTANY

Album: „Monumental“

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Die welschschweizer Elektropop Gruppe bringt wiederum Bewegung in die Elektromusikszene. Sie sind popiger geworden aber nicht billiger sondern das Gegenteil. die Sounds sind zum Teil Monumental, andere wiederum schlicht. Die Sängerin singt umwerfend, manchmal getunt und manchmal auch fast Solo mit einfachen Beats und Klängen dabei. vor allem ist ihre Gesangsart sehr vielseitig. Positiv auffallend ist, dass der Beat nicht nur eins, zwei ist sondern manchmal sogar ziemlich vertrackt und auch Rhythmuswechsel kommen vor. So macht Elektropop echt Spass.

Fredi Hallauer

PABLO NOUVELLE

Album: „Wire“ (Bakara Music)

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Pablo Nouvelle der Schweizer Sound- und Groovetüftler ist wieder mit einem neuen Album am Start. Er setzt nun voll auf Elektronik und lässt songs mit Menschen mit schönen Stimmen singen. herausgekommen ist sicher einAlbum für den Club, dass sich in die Gehörgänge schmeichelt, aber auch einen gewissen Groove hat. Gewisse Stücke sind fast ein bisschen popig und sogar tanzbar, sicher lässt sich zu den Songs immer cool mitwippen. Die Stimmen sind sehr unterschiedlich und erstaunlich wie die Musik sich den Stimmen jeweils anpasst, ja massgeschneidert ist. Entweder waren zuerst die Sound und Pablo Nouvelle suchte die Stimme oder er schrieb den Sängern und Sängerinnen den Song auf den Leib. Das ganze ist clever konstruierte Musik vor allem für den Club.

Fredi Hallauer