MATTIU

EP: „Sur La Selva“ (Radicalis)

Der Büdner Mattiu hat eine sehr vielseitige EP aufgenommen. Gesungen wird ausschliesslich romanisch und das mit einer hohen Intensität, welche einem die Lieder und deren Vibrationen näher bringt, ohne die Sprache zu verstehen. Ein Teil der sechs Lieder sind sehr ruhig und leicht sphärisch gehalten, zwei sind echte Elektropop Nummern und sehr gut tanzbar und eines ist ein A-cappella Lied als Chor. Mattiu sollte man in der Zukunft nirgends vergessen.

Fredi Hallauer

JEANS FOR JESUS

Album: „Milleneufcentquelquechose“ (Universal Music)

Dies ist das zweite Album welches gleichzeitig mit 2000 etc. erschien. Nur diesmal singen die Berner nicht Mundart und auch nicht Deutsch, sondern Französisch. Es ist erstaunlich, je nach Sprache welche sie singen ist es etwas andere Musik die sie machen. Manchmal hat es auf diesem Album etwas wie Electro-Chansons udn natürlich französischer Elektropop. Die Kopfstimmen sind hier häufig zu hören, vertragen sich aber in diesem Stil sehr gut und die Texte bleiben immer noch verständlich. Jeans For Jesus haben sich mit diesem Album eine Türe in die francophone Musikszene geöffnet mit einem Album das sich hören lassen darf.

Fredi Hallauer

JEANS FOR JESUS

Album: „2000 etc.“ (Universal Music)

Jeans for Jesus zündet ein wahres Feuerwerk. Einerseits erschein gleichzeitig ein Deutsch gesungenes und ein französisch gesungenes Album. Diese Besprechung betrifft das Deutsch gesungene Album. Irgendwie tut das den Bernern gut, Deutsch zu singen. Man versteht jedes Wort und es ist gutes Deutsch und es sind gute Songs. Die Beats sind satt und der ganze Sound hat bodenhaftung, die Fistelstimmen sind verschwunden. Bei einem Song singen Steiner und Madleina auf erfrischende Art mit. Die Texte erzählen von der Welt und ihren kleinen und sehr grossen Problemen. Das ist herrlicher Deutscher Elektropop ohne an Schlager zu erinnern.

Fredi Hallauer

NAMAKA

Album: „Restore“ /Mouthwatering Records)

Das Elektroduo aus der Schweiz schaut in sich und auf alles was fliesst. So geht es zumindest textlich zu und her, musikalisch fliesst die Musik natürlich ebenfalls. Die Elektronik wurde mit einem E-Bass erweitert, welcher der Musik den Lebenspuls gibt. Dazu kommt die Stimme der Sängerin und es kann los gehen. Musikalisch setzten sie viele Möglichkeiten aus der Elektromusik ein, was ein einigermassen abwechslungsreiches Album ergibt. Textlich ist es halt im philosophisch, kryptischen und esoterischen Bereich, aber man muss ja auch nicht immer alles verstehen.

Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Doppel CD im Buch „Echo“ (MvdH Music)

Michael von der Heide feiert 30 Jahre auf der Bühne. Vor 30 Jahren gewann er seinen ersten Musikwettbewerb und vor 25 Jahren erschien sein erstes Album. Das alles ergibt ein Echo, welches auf zwei CD’s zu hören ist, plus einige Fotos und ein paar Informationen und Kommentare im Buch. Neben den bereits erschienen Sachen sind neun neue oder neu eingespielte, abgemischte Lieder unter den 30 Liedern zu hören. Die beiden CD’s sind geschickt zusammengestellt. Bei CD 1 geht es eher um die Elektropop Welt mit vielen französischen Popsongs, auf CD 2 sind es eher die Chansons in den verschiedensten Sprachen. Klar ist „Jeudi Amour“ mit dabei und seine anderen Hits oder bekannten Stücke. Sehr spannend sind die Duette, welche mit einer Ausnahme sehr gut gelungen sind und über beide CD’s verteilt sind. Das nicht so geglückte Duett ist mit Tora Augestad „Die Insel“ wo sich die beiden Stimmen fast schmerzlich reiben. Wahrscheinlich ist da irgendetwas bei der Abmischung schief gelaufen. Sonst singt Michael von der Heide mit Kuno Lauener, Sina, Paola, Swiss Jazz Orchestra, Daniela Simmons und Nina Hagen. Ein sehr schönes Doppelalbum, welches die vielen Facetten von Michael von der Heide zeigt. Wer die eine Facette vielleicht nicht so mag, findet hier sicher Musik die in anspricht.

Fredi Hallauer

ODD BEHOLDER

Album: „Sunny Bay“ (Sinnbus Records/Irascible)

Odd Beholder, das ist die Musikerin aus Baden, Daniela Weinmann und weitere Musiker. Daniela Weinmann hatte aber die komplette Kontrolle übernommen und alles musste genau so klingen wie sie es wollte. Nach zwei Ep’s und einem Album ist es das zweite Album. Ging es bisher vorwiegend um Digitalisierung geht es jetzt um Natur, Romantik die mit Natur verbunden sind, Eskapismus und Entfremdung. Musikalisch bewegt sich Odd Beholder zwischen Pop, Elektropop und Singer/Songwriter. Ihre Stimme ist mal warm und kräftig, dann wieder hoch, dünn und zerbrechlich. Die Songs sind im Midtempo gehalten und haben durchwegs tanzbare Beats.

Fredi Hallauer