JESSIQUOI

Album: „Glitch Trigger (Chapter One)“

Die Elektropop Musikerin, Sängerin und Produzentin zeigt mit ihrem Debütalbum wie intelligenter Elektropop mit technoiden Einflüssen tönen kann. Das Album ist klar tanzbar und geht so richtig in die Beine und die Stimme wühlt sich in die Gehörgänge. jessiquoi kommt aus Australien, lebt in der Schweiz. Sie schafft auf diesem Album immer neue Parallelwelten, so wie es Australien und die Schweiz für sie auch sind. In diesen Welten treten neue weibliche Gestalten auf, welche jeweils die Heldinnen des Tracks sind. Absolut spannen zu hören, eingängig und trotzdem irgendwie sperrig. Acht Songs in 28 Minuten dauert das Spektakel.

Fredi Hallauer

TIM & PUMA MIMI

EP: „The Adventures Of Tim & Puma Mimi (Mouthwatering Records)

Tim und Puma Mimi, sie aus Japan er aus der Schweiz spielen seit 15 Jahren zusammen. Es sei vorweggenommen, das ist tolle Popmusik was die beiden machen. Hier gibt es acht Songs aus der Geschichte von Tim & Puma Mimi, zuerst ihr aller erster Song „Grey Sky“ der später als Remix nochmals zu hören ist. Einige der Songs tauchten so nicht auf ihren Tonträgern auf, sondern auf Samplern oder wurden hier ergänzt, oder wurden für eine EP geschrieben, schafften es aber dann nicht darauf. Das ist roher Elektropop zu dem die Party steigen kann. Diese acht Songs machen richtig Lust auf ein neues Album der beiden.

Fredi Hallauer

STAHLBERGER

Album „Dini zwei Wänd“ (Irascible)

Der St.Galler kommt aus dem Nichts mit einem neuen Album daher. Diesmal wieder mit Band. Viel Elektronik die sehr gut zu der Stimme von Stahlberger passt. Die Stimme wird nicht zugedeckt und das positive ist auch, Stahlberger tönt wie Stahlberger und wurde nicht durch die Elektronik gedreht. Das wesentliche an diesem Album sind natürlich die Texte und die Art der Interpretation. Also Stahlberger singt emotionlos, monoton, die verrücktesten Geschichten, eine Art Buster Keaton des Gesangs und natürlich in St. Galler Mundart. Seine Geschichten sind wunderbar, düster und verrückt. Zuerst führt er einem auf ein „Iisfäld“ später nach „Schaebikon“ oder zurück in die Schule. Sehr gut gefällt mir „Über Nacht isch en Sturm cho“ er hat alles neu verteilt in der Stadt. Es ist ein Genuss seiner Fabulierkunbst über unseren teils tristen Alltag zu lauschen.

Fredi Hallauer

GASPAR NARBY

EP: „A Star Makes Two“ (Radicalis)

Gaspar Narby kommt aus dem Jura und lebt zur zeit in London. Er ist Multiinstrumentalist und Produzent, er schreibt auch seine Songs selber. Es ist elektronische Musik, bei welcher er die Synthis auf Kassetten aufgenommen hat, damit es einen warmen Sound gibt. dieser Effekt ist wirklich verblüffend. Seine Experimente gelten im Moment der Stimme. als Elektroniker ist er fasziniert von der menschlichen Stimme und so kommen verschiedene SängerInnen zum Zug. er lässt teilweise die Stimmen wie sie sind, verfremdet sie aber auch. Der Klang dieser EP ist faszinierend und nach mehrmaligem Hören, lässt sich dieser Popmusik immer mehr abgewinnen. 

Fredi Hallauer

NACNECC

Album: „Aso, wie meinsch?“

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NacNecc ist ein Berner Sänger und Texter mit einer tollen Band. Er ist nicht einfach einzuordnen und schon gar nicht zu schubladisieren. Elektropop, HipHop, Funk, Dub sind Elemente welche in seiner Musik vorkommen und das alles mit Mundart Texten. Seine Baritonstimme macht die textlich sehr verständlich und tönt angenehm. Musikalisch ist Matthias Urech sein Partner und Produzent. In der Band sind gute Musiker der Berner Musikszene dabei, mit vier Bläsern, einer Backgroundsängerin und QC als Gast. Seine Texte sind ebenso verwirrend wie sein Musikstil. Da ist er Mal melancholisch, dann wütend, sarkastisch und die ganze Palette der Emotionen. Inhaltlich sind es Texte zum Zuhören. NacNecc erzählt uns viel, kritisiert und öffnet uns die Augen, dort wo wir sie immer wieder verschliessen wollen. So thematisiert er die Glückspillen im Lied „NoWartIg“ oder Autismus bei „Nüt isch wie’s schynt“, aber auch die aktuelle Politik in „Blaui Beeri“ und das Erwachsenwerden in „Béhanie“. Also da gibt es viel zu hören. NacNecc ist ein Mundartalbum, jenseits des gängigen Mundartrocks, aber immer noch für ein breites Publikum.

Fredi Hallauer

MILYMA

EP: „Right Eye Crier“ (Irascible)

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Die eigenständige Frau ohne bisherige Anbindung an eine Musikszene produzierte ihre EP selber. herausgekommen ist sehr eigenwillige Popmusik mit viel Elektronik mit nur geringer Anlehnung an konventionellen Pop. Die vier Songs erzählen von den Enttäuschungen im Leben mit nur soviel Hoffnung wie es braucht um zu überleben. Der Gesang ist etwas sehr klagend und jammernd. Die Musik umrahmt das. Eher eine schwierige Einsteiger EP.

Fredi Hallauer

WOLFMAN

Album: „Mad Woman“ (Irascible)

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Das Zürcher Duo macht nachdenklichen Elektropop. Das Schwergewicht liegt im Gesang. Die Frauen und die Männerstimme kommen beide zum Einsatz, sowohl als Lied wie Background oder sogar als Duett. Die Beats sind ruhig bis Midtempo, die Melodien beschränken sich oft in Dekoration um den Gesang und den Beat. Beim Song „Humpback Whale“ erklingt eine herrlich schräge Gitarre und gibt dem Song einen anderen Klang. Überhaupt die Songs sind sehr unterschiedlich. Beim Gesang wurde teils Auto Tune eingesetzt und teils nicht oder viel weniger, was eine weitere Abwechslung hineinbringt. Die Songs mit weniger verzerrter und verstellten Stimmen gefallen mir besser.

Fredi Hallauer