THE YOUNG GODS

Album: „Play Terry Riley in C“ (Two Gentlemen Records)

Terry Riley ist Amerikaner und dewie lange und wannr Erfinder der Minimal Musik, er führte die Patterns ein. Das nur kurz und einfach erklärt. Er schrieb ein Stück, das heisst „In C“, da sind die Patterns angegeben, aber nie wie lange ein Pattern gespielt wird und wann. Das Stück kann sehr kurz sein oder sehr lang. Die Young Gods haben sich dem Stück auf ihre Weise angenommen und es auf ein Album mit 58 Minuten gebracht. Das Stück hat einfach Part 1 bis Part 9. Das Resultat kann sich hören lassen. Es ist Minimalmusik und die Patterns sind da, werden aber einfach mit dem Instrumentarium der Young Gods gespielt. Das typische ist vom Original vorhanden, Minimalmusik hat lange den gleichen Pattern ohne eine Veränderung. Hier kommt manchmal das Schlagzeug dazu mit einem anderen Pattern oder wenn es hoch kommt noch eine Gitarre oder ein weiterer Synthie. Die Musik ist nie langweilig, obwohl man sich das nach meiner Beschreibung wahrscheinlich nicht vorstellen kann. Die Young Gods verstehen es da eine herrliche Dramaturgie mit viel Dynamik in das Stück zu bringen. Tipp: Ein paar Mal anhören vor dem urteil, denn plötzlich nimmt es einem den Ärmel hinein.

Fredi Hallauer

BIRDMAN JÄGGI

Album: „Zieh di ab mir müessä redä“

Simon Jäggi (Kummerbuben) und Thierry Lüthi (Traktorkestar) bilden ein neues Berner Mundart-Duo. Simon Jäggi texter und sing und Thierry Lüthi macht elektronische Beats, Geräusche und Töne dazu. Aussagen, es töne wie Züri West der Zukunft finde ich absurd. Es sind einfach Elektrobeats, meist nicht wirklich zum Tanzen und über das ganze Album gesehen, eher etwas eintönig. Die Texte von Simon Jäggi, sie sind typisch für ihn, eigentlich nicht besonders gut und oft skryptisch. Die eine oder die andere Geschichte kann man stehen lassen. Er kann seine Texte sehr gut singen oder rüberbringen, im selber Texten war er noch nie speziell gut. Seine Adaptionen von Volksliedern waren gut das kann er auch. Offenbar kann er sehr gut konservieren und alles gut präsentieren, so ist er ein besserer Kurator (Preis für die Ausstellung Queer im Naturhistorischen Museum Bern) als Texter.

Fredi Hallauer

LARYTTA

EP: „Feel Free“

Das Elektroduo larytta hat eine neue EP mit 4 Songs und veräffentlicht. Der erste Song „Sans Sommeil“ ist stark und fährt in die Beine. Der nächste Song sind Geräusche, leichter Rhythmus und Spoken Word aber nicht an die Hörenden. Der dritte Song ist verbaler Rhythmus aber nicht packend und der vierte Song sind Beats und ein bisschen Rap, aber nichts zwingendes. Kurz gesagt, eine Single hätte genügt.

Fredi Hallauer

BARON.E

EP: „Créature“ (PIAS France)

Das Duo aus Fribourg machtg sehr frische Musik. Ihr Elektropop ist von Frankreich beeinflusst und auch französisch gesungen. Die beiden jungen Stimmen setzten sie einzeln und zusammen abwechselnd ein. Die Melodien erfreuen und der Rhythmus auch. Die fünf Songs zwischen Rock, Rap und Pop sind alle tanzbar und zeigen ein gutes Songwriting. Übrigens Baron.E spricht sich Baron et Barone aus. Player starten und geniessen.

Fredi Hallauer

BIANDAPID

Album „Contemplations“ (Irascible)

Hinter dem Bandnamen steht das Duo Kenny Niggli (Keyboard) und Fabian Hänni (Schlagzeug). Die beiden Musiker kommen vom Jazz und agieren meistens als Sidemen bei Dabu Fantastic oder Traktorkestar. Nun haben sie ihr Debütalbum veröffentlicht, ein episches Elektrowerk. Sie spielen nicht einfach auf Computern rum, wie das so üblich ist, nein ihre Musik entstand auf Synthie Palästen und bombastischen Schlagzeugen. So ist ein sehr energiegeladenes Werk entstanden. Bei je einem Track sind der Sänger Junes und die Sängerin DANA dabei. Eien Solotrompete und eine Posaune sind ebenfalls mit von der Partie. Das Album überzeugt durch die Energie und die Emotionen, welche sonst der elektronischen Musik häufig abgehen. Die Tracks sind durchaus tanzbar und so machen Biandapid auch Spass.

Fredi Hallauer