VISIONS IN CLOUDS

Album: „Leave Me“ (Little Jig Records)

Dies ist das vierte Studioalbum der Luzerner Popband. Mit ihrem Indie Pop bis Synth-Pop verstehen sie es, einen zu begeistern. Die Musik ist leicht, die Texte sind melancholisch und auf ihre Art hoffnungsvoll. Das ist aufstellender Sound. Der Gesang wird von mehreren Bandmitgliedern übernommen und so wird das Album abwechslungsreich. Das ist Musik zum Hören und Tanzen.

Fredi Hallauer

BELIA WINNEWISSER

EP: „Mirror“ (Irascible)

Die Zürcherin präsentiert eine EP mit vier Songs. Die Musik ist minimal und teils auch abstrakt, also nicht tanzbar, sondern Musik zum Zuhören. Der Gesang ist wunderschön und die Texte regen die Reflexion über sich selbst an. Es sind vier Songs und das ist ok so, für ein Album müsste musikalisch und auch betreffend Songwriting noch einen Zacken zugelegt werden.

Fredi Hallauer

GIGI

Album: „Hinterem Mond“ (Universal Music)

Die 24-jährige Bündnerin zeigt auf ihrem ersten Album, was Rap alles kann. Musikalisch legt sie minimale Musik und ebensolche Beats vor. Dazwischen wird es etwas mehr, aber ihre Texte sind immer das wichtigste. Sie lässt sich nicht in Genres pressen und zeigt, dass Rap und Pop bestens zusammen gehen. Die Texte zeugen von Reife. Da wird viel hinterfragt, sie, sich selbst, Beziehungen und die Gesellschaft, ja die aktuelle Welt. Der Rap und Gesang sind manchmal zerbrechlich, aber auch sehr direkt und bestimmt. Gigi gibt da eine Steilvorlage für den Schweizer Rap. Unbedingt anhören.

Fredi Hallauer

TROUBAS KATER

Album: „Katergold“ (Groovefactory/Kathamusic)

Ja, Troubaskater feiern ihr 10-jähriges Jubiläum und beschenken sich und uns mit einem Pokal aus Katergold. Da die Welt im Moment ziemlich viele Beulen hat, ist der Pokal auch etwas verbeult, zumindest textlich. Es glänzt nicht alles und nicht alle Texte sind so einfach. Da kommen Themen wie Femizid, Umwelt, die Besitzer von viel Geld, welche es horten, und mehr zur Sprache. Es geht auch um Beziehungen, um Selbstkritik und weitere gesellschaftliche Themen. QC versteht es, alles in eine schöne Poesie zu setzen und dann langsam den Lack abblättern zu lassen. Musikalisch ist das Album sehr erfrischend und so richtig stark. Da wird mit Rhythmen experimentiert, die Bläser drehen auf, lassen aber auch dem Akkordeon Platz. Bei einem Lied bläst Traktorkestar mit, als Gäste sind im Gesamten auch Nina Gutknecht (Gesang), Sonja Huber (Marimba) Simon und Raphael Heggidorn und Nao Rohr (Streicher) zu hören. Stilmässig ziehen Troubas Kater alle Register von Balkan, zu Pop, HipHop und Latin und noch viel mehr. Dieses Album muss man gehört haben, und es ist nach meiner Meinung ihr bisher bestes Album.

Homepage https://www.troubaskater.ch/

Fredi Hallauer

HAUBI MIETI

Album: „Heimelig“

Haubi Mieti ist eine zehnköpfige Stadt Berner Band, welche einiges zu bieten hat. Die Musik fetzt und spielt irgendwo zwischen einer grossen Popband und einer Jazzrockformation. Auffallend sind die Bläser und das Keyboard, hauptsächlich die Hammondsounds. Die Rhythmen sind nicht einfach geradlinig, sondern oft vertrakt und mit Rhythmuswechseln gespickt. Die Texte erzählen vom Leben und sind Bern bezogen. Der Schwachpunkt der Band ist der Sänger, er intoniert oft ziemlich ungenau. Am besten ist er, wenn er näher beim Sprechgesang ist. Da ist also beim Gesang noch viel Luft nach oben und viel Arbeit steht noch bevor.

Fredi Hallauer

BILLIE BIRD

EP: „Nos Corps“ (Mouthwatering Records)

Die französisch singende Sängerin aus der Schweiz setzt sich auf ihrer neuen EP mit dem Körper auseinander. Das erste Lied singt sie spanisch, sonst französisch. Die zentralen Fragen der Texte sind: Wie reagiert mein Körper auf die Umwelt, auf Gerüche, auf ein Gegenüber und mehr von solchen Fragen. Musikalisch ist es eine Mischung aus Pop, Alternativ und weiteren Stilen, welche gerade zum entsprechenden Lied passen. Vier Lieder, die es in sich haben. Kein Mainstream, aber viel besser.

Fredi Hallauer

NYNA DUBOIS

Album: „Keys To The Heart“

Die in Bern lebende Churer Sängerin und Songschreiberin veröffentlichte ihr viertes Soloalbum. Dieses Mal sind alle Songs englisch. Es ist ein Album voller moderner Popmusik mit viel Discoflair, dazwischen schöne Balladen. Über allem klingt die vielseitige, wunderschöne Stimme von Nyna Dubois. In den verschiedenen Stilen kann sie ihren Gesang unterschiedlich einsetzen, und immer ist er wunderbar. Sie singt von ihrem Inneren, welches manchmal ein Chaos ist, und gleichzeitig kann man die Texte auch auf die Gesellschaft und die Welt beziehen. Ein Album zum Tanzen und Träumen.

Fredi Hallauer

SUPERNOVA EASY

Album: „Supernova Easy“ (Red Brick Records)

Die Band besteht um den Drummer, Singer/Songwriter und Produzenten Nick Furrer. Sie loten neue Gebiete im Bereich Pop aus. Es ist eher introvertierte Musik und etwas sperrig. Da gibt es spannende Gitarrenklänge fern von allem Mainstream, reibende Harmonien der Instrumente und auch rhythmisch holpert und stolpert es so richtig. Der Gesang ist ebenfalls eher ungewohnt. Das Album hat viele Facetten und kann als Patchwork-Album bezeichnet werden. Diese Klänge eröffnen sich einem nicht beim ersten Mal hören und sie werden immer besser.

Fredi Hallauer

MARC SWAY

Album: „Roots“(Muve Recordings/Musikvertrieb)

Dies ist das siebte Soloalbum von Marc Sway. Wie es der Titel sagt, spürt er seinen Wurzeln nach, welche in Brasilien und in der Schweiz liegen. So singt er neben englisch auf dem Album immer wieder brasilianisch. Musikalisch verbindet er Gesang mit Rhythmus und modernen elektronischen Einflüssen. Es ist sehr geschickt gemacht und stört einander überhaupt nicht, im Gegenteil ergänzt es und unterstützt sich. Marc Sway hat einige Gäste eingeladen. Im Song „Colorblind“ sind die Sunsite-Jodler Sörenberg zu hören. Sie legen einen schönen Gesangsteppich aus, Marc Sway singt darüber und ein dezentes Piano kommt noch dazu, das ist alles und wunderschön. In einem anderen Song singt er ein Duett mit Naomi Ayleen. Beim titelgebenden Song „Roots“ sucht Marc Sway zusammen mit Stefanie Heinzmann die Wurzeln, er seine und sie ihre, es passt aber zusammen. Marc Sway hat ein schönes, wegweisendes und solides Album am Start.

Fredi Hallauer

PEGASUS

Album: „Twisted Hearts Club“ (Gadget/Phonag)

Pegasus hat ein neues Album veröffentlicht. Wie man es von Pegasus gewohnt ist, klingt diese Musik gut und viele Stadionhymnen sind zu hören. Auf das erste Hören ist es einfach Pegasus, mit grossen Melodien, schönem Gesang und guter Arbeit an den Instrumenten. Wer aber genauer hinhört, oder beim mehrmaligen Hören, bemerkt man viele feine Nuancen. Da sind viele kleine musikalische Feinheiten eingeflossen, Spielereien, Auflockerungen, herrliche Übergänge. Der erste Song tönt schon mal verschieden von den anderen Songs, eigentlich fast ein A cappella Song, aber instrumentiert. „Better Now“ könnte von einem Album von Crosby, Still, Nash and Young, stammen. „My Love“ ist ein Duett mit Stefanie Heinzmann mit hohem Niveau. So könnte man noch mehrere Songs herausheben. Pegasus hat auch mit diesem Album wieder einen grossen Wurf gemacht.

Homepage https://pegasustheband.com/

Fredi Hallauer