FEET PEALS

EP: „A Bientôt“ (feetpeals.ch)

Seit 30 Jahren gibt es diese fantastische Band. Die sechs Musiker:innen spielen Turbofolk, Chanson und Musik, um das Leben zu geniessen. Alles ist tanzbar. Sie musizieren auf Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon, Geige und Saxophon. Der Sound ist herrlich rumpelig. Sie singen Französisch und erzählen in fünf Chansons von der Vergänglichkeit. Die Vergänglichkeit wird nicht betrauert, sondern erforscht und gefeiert, bzw. genau das, was vor der Vergänglichkeit ist: das Leben. Diese Musik muss man erleben, um genau zu verstehen, was hier gemeint ist.

Fredi Hallauer

SILANCE

EP: „Patti Person“ (Irascible)

Die Künstlerin aus Lausanne war bisher eher im Rap zu Hause. Nun wechselte sie zum Pop. Ihre Songs sind im Elektropop verankert, aber doch noch mit einer Prise Hiphop versehen. Sie lässt es musikalisch und beatmässig ziemlich uptempo und wild angehen. Ihre Stimme verändert sie elektronisch in den Songs immer wieder, plötzlich flirrt sie durch den Sound und dann steht sie wieder mit beiden Beinen auf dem Teppich der Beats. Silance singt französisch und bei einem Song ist als featuring Gast Albert Chinot, dabei. Tolle Pop-EP mit sechs Songs.

Fredi Hallauer

SELVEYA

Album: „Aliver“

Das Quartett setzt sich zusammen aus Gitarre und Gesang, Geige, Hackbrett und Kontrabass. Die drei Frauen und der Mann kommen aus Südfrankreich/London, Genf, Bern und dem Bündnerland. Bereits diese Zusammensetzung tönt sehr spannend. Sie spielen Folk mit Einflüssen aus dem keltischen, Frankreich und der Schweiz, würzen diese Klänge mit Chanson- und Popelementen. Gesungen wird Englisch, Französisch und Spanisch. Die Gesangsharmonien des Quartetts sind aussergewöhnlich schön. Die Instrumente kommen alle bei dieser sauberen Produktion hervorragend zur Geltung. Alle dürfen mal den Lead übernehmen, so machen die verschiedenen Wechsel die Musik sehr interessant. Die Musiker:innen beherrschen ihre Instrumente und entlocken ihnen durch die verschiedensten Spieltechniken auch mal ungewöhnliche Töne. Selveya gehört auf die Folkbestenlisten.

Fredi Hallauer

THE LOUPETTES

Album: „Jellyfish Barbecue“ (Irascible)

Die neue Band mit bekannten Berner Musikern und einer Hamburger Sängerin veröffentlicht ihr erstes Album. Bei der Sängerin und Keyboarderin handelt es sich um Jeannette Wolf, bei den Musikern um den Bassisten Higi Bigler, den Gitarristen Urs Gilgen und den Schlagzeuger Tobi Heim, alle drei von den ehemaligen Kummerbuben. Jeannette Wolf singt Deutsch, Englisch und Französisch. Die Band lässt es so richtig grooven, krachen, und manchmal werden sie auch etwas ruhiger. Der Stil ist Indie-Pop mit Chanson-Einflüssen. Gesanglich nimmt uns Jeannette Wolf auf eine Achterbahnfahrt mit, mal frisch, frech und wild, dann wieder eher dunkel oder verträumt. Die Texte sind eher kryptisch, klingen aber gut, vorwiegend die Wortspiele in den deutschsprachigen Teilen.

Fredi Hallauer

JULES MARTINET

EP: „Peak Rose“ (Irascible)

Der Musiker aus Lausanne und Zürich spielte bereits in verschiedensten Bands und mit verschiedensten Musikern. Nun ist er solo unterwegs. Er singt Französisch und seine Texte sind Fragmente, welche er zusammensetzte. Inhalt der Fragmente sind Beziehungen, das Ende von Beziehungen und Ähnliches. Die Musik kann dem Pop zugeordnet werden, ist aber sehr eigenständig und ein wenig eigenwillig. Den Zugang zu diesen Songs zu finden, ist nicht einfach.

Fredi Hallauer

FELICIEN LIA

EP „Tout Bon Tout Triste“ (Irascible)

Der Genfer Musiker singt Französisch und macht sehr urbane Musik. Eigentlich ist es Elektropop, aber er zieht viele verschiedene Register in den fünf Liedern. Die Texte handeln von seinem Seelenleben. Der Beat regt zum Tanzen an und die amüsanten Texte zum Nachdenken. Gutes Songwriting und gute Produktion. Der Sound bietet immer wieder Überraschungen, da taucht ein Streichinstrument auf, dort eine zusätzliche Stimme und hier ein längeres jazziges Saxophonsolo.

Fredi Hallauer

POLIGONE

EP: „En Cas De Tempête“ (Les Disques Du Crochet/Irascible)

Das Indie-Popduo aus Lausanne erfreut das Musikherz mit einer charmanten EP. Die Frauenstimme hat den Lead. Musikalisch ist es eine Synthese zwischen den verschiedensten Synthesizern und wahrscheinlich ein paar analogen Tönen. Auf alle Fälle tönt das Duo überzeugend und erfrischend. Gesungen wird französisch. Die Themen drehen sich um das Zulassen der Gefühle, der Hoffnung, der Wut, aber auch dem Verprechen des Lebens zu begegnen, wie immer dazu sein. Poligone sind für mich eine Entdeckung.

Fredi Hallauer

NOLA

Album: „Lost & Found“

Nola kommt von Basel und ist eine Sängerin, Multiinstrumentalistin, Komponistin und Produzentin. Sie spielte ihr neues Album alleine ein, produzierte es auch alleine. Es sind zehn Songs zu hören. Stilmässig ist es Elektropop, Englisch und Französisch gesungen. Die Musik ist leicht, richtig geeignet für heisse Sommertage. Nola hat eine feine und klare Stimme. Die Lieder handeln von Selbstfindung mit den verschiedensten Facetten. Zu der Musik und der Stimmung passen die französischen Lieder besser, aber auch die englischen Songs sind gut. Der Wiedererkennungswert der einzelnen Lieder ist nicht sehr gross, dank der Sprache fallen einem doch deutliche Unterschiede auf. Ein erfrischendes easy Listening Album.

Fredi Hallauer

BILLIE BIRD

EP: „Nos Corps“ (Mouthwatering Records)

Die französisch singende Sängerin aus der Schweiz setzt sich auf ihrer neuen EP mit dem Körper auseinander. Das erste Lied singt sie spanisch, sonst französisch. Die zentralen Fragen der Texte sind: Wie reagiert mein Körper auf die Umwelt, auf Gerüche, auf ein Gegenüber und mehr von solchen Fragen. Musikalisch ist es eine Mischung aus Pop, Alternativ und weiteren Stilen, welche gerade zum entsprechenden Lied passen. Vier Lieder, die es in sich haben. Kein Mainstream, aber viel besser.

Fredi Hallauer