BAD MOJOS

Album: „I Hope You OD“ (Voodoo Rhythm Records)

Bad Mojos haben ihr erstes Album eingespielt. Die Berner Punkrock Band spielt alles im Punk. Auch das Album hat mit zehn Songs eine Länge von 15 Minuten, also alle Songs zwischen einer und zwei Minuten. Musikalisch ist es rauher, ungeschliffener Punkrock mit wildem Gesang, oft mehrstimmig in Punk Manier. Wer Punk mag, wird hier richtig gut bedient. Die Aufnahmen tönen ebenfalls wie es sich gehört, dreckig, teils übersteuert, punkig eben. Ich bleibe hier dem Punk treu und halte auch meine Review kurz.

Fredi Hallauer

MISCHA WYSS

Interview:

Am 9. Januar 2019 sprach Fredi hallauer mit Mischa Wyss. Hier zum Anhören.

Album: „Schrift für Schrift“ (www.mischawyss.ch)

Mischa Wyss ist seit einiger Zeit in der Berner Chanson Szene zu hören. Dieses Album erschien bereits vor einigen Monaten, fand aber erst jetzt den Weg zu mir. Zum Glück ist die CD in meinem Player gelandet, den Mischa Wyss verdient es gehört zu werden. Er kommt mit seinen Chansons der ursprünglichen Idee der Troubadouren ziemlich nah. Seine Liedli sind ziemlich kurz, er verliert sich nicht in unendlichen Textzeilen, nein er bringt es ziemlich zügig auf den Punkt, auch wenn es ein überraschender Punkt ist. Seine Ansagen sind ebenfalls prägnant und witzig, aber auch mit Aussagen verknüpft. Mischa Wyss versteht es in Geschichten etwas zu erzählen das hinter oder neben der Geschichte steht. Ich glaube man darf es sagen, seine Chanson sind stark beeinflusst von Mani Matter ohne ihn nachzuahmen. Wer Berner Chanson mag, muss sich Mischa Wyss anhören. 

Fredi Hallauer

MANILLIO

Album: „Plus Minus“ (Universal)

Manillio ist mit einem neuen Album zurück und versteht es zu begeistern. Seine Texte sind engagiert geblieben, vielleicht sogar noch engagierter geworden. Die Beats und Klänge, welche die Raps begleiten sind einfach und typisch für Manillio und trotzdem sind da neuere Elemente zu hören. Zwischendurch gibt es Uptempo Teile oder Klänge welche an Steeldrums erinnern. Es ist angenehm den Klängen zu lauschen. Wichtig sind natürlich die Texte. Sie drehen sich nicht um das Ego, wie das oft beim Rap üblich ist, sondern sie drehen sich um das Weltgeschehen im Grossen wie im Kleinen. Als Gäste sind Lo & Leduc, Greis, Grapejuce und Cobee dabei. „Plus Minus“ ist das beste und wichtigste Rap Album der Schweiz des Jahres 2018.

Fredi Hallauer

GASPAR NARBY

EP: „A Star Makes Two“ (Radicalis)

Gaspar Narby kommt aus dem Jura und lebt zur zeit in London. Er ist Multiinstrumentalist und Produzent, er schreibt auch seine Songs selber. Es ist elektronische Musik, bei welcher er die Synthis auf Kassetten aufgenommen hat, damit es einen warmen Sound gibt. dieser Effekt ist wirklich verblüffend. Seine Experimente gelten im Moment der Stimme. als Elektroniker ist er fasziniert von der menschlichen Stimme und so kommen verschiedene SängerInnen zum Zug. er lässt teilweise die Stimmen wie sie sind, verfremdet sie aber auch. Der Klang dieser EP ist faszinierend und nach mehrmaligem Hören, lässt sich dieser Popmusik immer mehr abgewinnen. 

Fredi Hallauer

GOTTHARD

Interview:

Am Seaside Festival sprach Fredi Hallauer mit Nic Maeder

Doppelalbum: „Defrosted 2“ (Sony Music)

Gotthard war von Frühling bis Ende Sommer mit ihrer Defrosted 2 Tour unterwegs. Sie haben alle Konzerte aufgenommen und die besten Momente nun als Doppelalbum veröffentlicht. Defrosted heisst bei Gotthard, Unplugged. So haben sie natürlich einige andere MusikerInnen mit auf die Bühne genommen. Andy Pupato an der Perkussion, Ernesto Ghezzi am Keyboard zwei Background Sängerinnen und ein Frauen Streichquartett, die G-Strings, prägen diesen unvergleichlichen Sound. Wer jetzt ein Balladenalbum erwartet, liegt falsch. Gotthard geben unplugged sehr viel Power und die Gastmusikerinnen sind auch für den Power verantwortlich. Die G-Strings rocken manchmal fast mehr als Gotthard und auch die Sängerinnen geben volles Rohr. Zu hören sind viele Songs der letzten jahre und natürlich auch die grossen Klassiker wie „Hush“; „Mountain Mama“; „One Life, One Soul“, „Heaven“ und „Anytime, Anywhere“. Verblüffend ist sicher die Version von „Smoke On The Water“. Zusätzlich gibt es zwei brandneue Songs, nämlich „Bye Bye Caroline“ und „What I Wouldn’t Give“. Das Album ist sehr gut aufgenommen, hat einen schönen und warmen Live Sound, und das Publikum ist nicht die ganze Zeit zu hören, auch muss es nicht dauernd mitsingen, so wird das Album zu einem Genuss.

Fredi Hallauer

SAESCH

Album: „Umschtiege“ (CeDe.ch)

Der Zürcher Oberländer debütiert mit einem Mundartlieder Album. Er war bis knapp 40jährig immer sehr geschäftig und wie so viele auf Geld fokussiert. Nun steigt er um. Er macht eine Musik Stifti, wie er selber sagt, und schreibt Lieder über alles was ihn beschäftigt. Da geht es um die kleinlichen Behörden und Nachbarn, um Vater und Grossvater, Abholzung der Bäume für Coffee To Go, Umsteigen und noch einiges mehr. Die Lieder sind einfach, verdichtet, klar und fadengerade unterlegt mit ebensolcher Musik. Alles ist unkompliziert und trifft direkt ins Herz und hoffentlich auch ins Gehirn. An zwei drei Stellen hat der Lehrling in Sachen Texten, sich selber Stolpersteine eingebaut, nämlich Textzeilen die leicht holpern, aber Lehrlinge dürfen ja noch Fehler machen. Ich bin begeistert von dieser CD von Saesch, das ist Liedermacherei wie sie sein soll.

Fredi Hallauer

BLIGG

Interview:

Vor dem Konzert von Bligg in Bern sprach Fredi Hallauer mit ihm.

Live: „Kombination Tour“ Festhalle Bern am 7.12.2018

Bild Fredi Hallauer

Das Konzert startete geheimnisvoll mit sehr dunklem Licht traten die Musiker langsam auf die Bühne, bis dann die Show gezündet wurde und Bligg begann zu singen. Das Publikum ging sofort los und die Party war sehr schnell in voller Fahrt. Bligg spielte zum Anfang viele seiner bekannten Hits, was natürlich beim Publikum zu Hochstimmungen führte, es sang und klatschte mit, bewegte sich, ging in die Knie und tat alles was von ihm verlangt wurde. Die Musiker spielten ihre Instrumente hervorragend, ausser dem Akkordeonisten und Gitarristen in Personalunion waren aber kaum solistische Hörproben zu hören. Ein DJ, ein Schlagzeuger, ein Bassist und eine Sängerin gehörten noch zur Band. Nach etwa der Hälfte des Konzertes sang Bligg dann vor allem die Lieder des neuen Albums. Da traten dann die feat Gäste Xen und auch ZID auf die Bühne. Dann war Bligg plötzlich hinten im Saal in der Stammbeiz und da ging es um das Trinken seines Tannenschnapses, was ich persönlich etwas ungeschickt fand, angesichts der vielen Kinder und Teenies im Publikum. er sang dann Stammbeiz, man sah aber aus dem Publikum wenig bis nichts. So blieb dann auch bei den nächsten liedern, wieder auf der Bühne, die Stimmung eher etwas tiefer. Gegen Schluss schaffte er es wieder die Party Stimmung zu bekommen. Es war ein sehr gutes Konzert und beste Unterhaltung auf hohem Niveau, ohne riesen Effekte.Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer