AY WING

Album: „Bloodstream“ (Mouthwatering Records)

Das erste Album von Ay Wing gibt uns eine Innenansicht von ihr. Sie setzt sich mit ihren Gefühlen auseinander zu intelligenter Popmusik zwischen verschiedenen Popstilen. Es ist ein Album zum zuhören, mann kann vielleicht ein bisschen Wippen beim Zuhören. Ihre Stimme nimmt einem sofort gefangen, sie ist oft zart und doch präsent und kräftig ohne laut zu werden. Das ist ein Album bei dem es nicht viel zu schrieben gibt, man muss es Anhören.

Fredi Hallauer

BITCH QUEENS

EP: „Party Hard(ly)“ (LuxNoise)

Die Basler Punker sind fleissig und veröffentlichen eine neue EP, bzw fügen die Songs der EP ihrem letzten Album bei, welches nun auch als CD erscheint. Bitch Queens sind keine primitiven Punker. Sie lassen es krachen, spielen aber auch eine Art Punkballade. Die Instrumente berrschen sie, neben dem wilden Trommler und dem schreienden Chorgesang fällt der E-Bass sehr positiv auf und auch die Gitarre spielt herrliche Passagen. Doch es ist immer noch Punk, wie man ihn lebt, wer Punk mag.

Fredi Hallauer

ANDREAS VOLLENWEIDER

Album: „SlowFlow & Dancer“ (MIG-Music)

An diesem Album hat Andreas Vollenweider seit 2010 gearbeitet, natürlich mit grösseren Unterbrüchen und nun hat er das Album fertiggestellt. Es ist zweigeteilt in den Slow Flow Teil, wo ruhige, fliessende Musik zu hören ist und in Dancer, wo es um Bewegung und Rhythmus geht. Immer steht die Harfe von Andreas Vollenweider im Zentrum. Mit dabei sind Streicher, Bläser und natürlich seine Friends wie Walter Keiser, Andy Pupato, Daniel Küffer und Oliver Keller und auch Steff La Cheffe beatboxt ein paar Mal. Das Resultat ist ein vielseitiges Album im Stile von Andreas Vollenweider und es ist ab den ersten Tönen unverkennbar Vollenweider. Was man aber rasch bemerkt, ist dass der Klang fantastisch und sehr transparent ist. Jeder feine Ton, leises Instrument ist präsent und ertrinkt nicht irgendwo in einem Musiknebel.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER

Album: „Ode“ (Universal Music)

Stephan Eicher will uns mit seinem neuen Albumumarmen. Eingespielt ist es mit seinen drei Musikern und wenigen Gästen. Einer der Gäste ist martin Suter, welche einen Mundarttext beistuerte und Mario Batkovic, der seine typischen Akkordeonklänge dazu gibt. Wer von Stephan Eicher etwas neues erwartet hat, wird enttäuscht sein, es ist ein typisches Stephan Eicher Album. Ausser dem Lied von Martin Suter sind alle anderen Lieder auf französisch gesungen. Ein Teil der Lieder erinnert ein bisschen an die klassischen französischen Chansons, ander eben an Stephan Eicher pur. Ein schönes Album, aber die vorherigen waren ebenso schön, hier einfach noch ein paar Songs mehr.

Fredi Hallauer

SAD & GIMMA

Album: „Schwarze Rucksack“

Gimma viel in letzter Zeit mehr mit seinen Büchern und seinen Lesungen auf, zum Thema Depressionen übrigens. Er kennt das bestens aus eigener Erfahrung, aber auch als Jugendarbeiter und Pfleger. So ist dies dann kein lustiges Album, denn es geht um den schwarzebn Rucksack, welche viele Menschen tragen und im Alter sogar noch vermehrt. SAD ist der Produzent und Macher der Beats, wo er sich einige illustre Leute aus der schweizerischen Musikszene dazu geholt hat. Entstanden sind HipHop Beats, aber eben etwas andere und zum Album passend. Die Texte stammen von Gimma. Es ist ein wichtiges Album geworden, welches einem aber manchmal wie ein zu schwerer Rucksack hinunter zieht. Ein Album nicht für Alle und nicht für alle Tage, ein schwieriges Album.

Fredi Hallauer

BUMBLEBEES

Album: „Paper Boat“ (Radicalis

Das Quintett ist nun weniger sphärisch, sondern sie haben die Freude an tänzerischen Rhythmen gefunden. Sie haben, wie immer viel Freude an der Musik und verschmelzen Dream Pop, Garagen Rock und Elektro Pop miteinander. Dazwischen wird es auch mal ruhiger, aber schon bald wieder lässt sich zu dieser modernen Popmusik herrlich tanzen oder tänzeln. Neben den Synthies gefallen die Gitarren sehr gut. Sie brechen die träumkerischen Phasen auf die Realität herunter und lassen einem trotzdem schwelgen.

Fredi Hallauer

DACHS

Album: „Aber irgendöpis zwüschedine“ (Mouthwatering Records)

Die St. Galler Gruppe Dachs ist mit einem neuen Album da und fragt, vielleicht postpandemisch „Siebäschlöfer schlofsch du no“. Musikalisch ist da wieder viel Handarbeit drin und alles klingt wärmer und nicht mehr so elektronisch. Leider hat der Gesang etwas zuviel Elektronik abbekommen und so wird er oft unverständlich, verkommt als Melodie oder Instrument und die ganzen Texte welche spannend sind, gehen verloren. Genau zuzuhören ist in dieser Klangform anstrengender als einen englischen oder französischen Song zu hören. Modern und neu sein ist etwas, wenn man dem Publikum etwas erzählen oder sagen wil, und bei Mundartband nehme ich an ist das so, dann hat das Experimentieren seine Grenzen.

Fredi Hallauer

STEPHAN EICHER & BAND

Live: Casino Bern am 30. Oktober 2022

Bild Fredi Hallauer

Bei Stephan Eicher gibt es immer Überraschungen. Angesagt war Schlusskonzert der Flosstour, Filmscreening und neues Album. Es begann etwas anders als erwartet. Im dunklen Saal und fast dunkler Bühne sprachen Stephan Eicher und Jürg Halter, hinter Plakaten versteckt über den Film. Das Gespräch war schon sehr surrealistisch und man wusste nicht was der Film zeigen wird. Dann gab es einen längeren Ausschnitt aus dem titellosen Film,  der sehr surrealistisch war und einen grossen Teil des Publikums ziemlich ratlos zurücklies. Nach weiteren Gesprächssequenzen zwischen Eicher und Halter, gab es einen zweiten Filmteil, der etwas mehr bot und dann kam noch einmal eine Gesprächssequenz. Ich fasse es in dem Satz zusammen den meine Platznachbarin nach der Pause sagte, so jetzt wollen wir noch etwas Musik hören.

Das geschah dann auch. Stephan Eicher spielte in einem sehr langen Konzert, mit seinen drei Musikern ein tolles Konzert. Er machte Witze zwischen den Stücken, erzählte aber auch ernsthaft von seinen Problem und denjenigen, welche er hatte und zeigte sich als bester Entertainer. Das Repertoire umfasste Songs aus der Flosstour, also neben den Eigenkompositionen auch ein Lied von Endo Anaconda und eines von Polo Hofer, und fast zum Schluss noch „Hemmige“ von Mani Matter. Jürg Halter rappte noch einen Text. Dazwischen streute Stephan Eicher immer wieder Lieder aus seinem soeben erschienen Album ein. Musikalisch zeigte die Band was sie draufhat und wie sie in über 80ig Konzerten zusammen gewachsen sind. Leider löst sich die Band nun auf und Neues wird kommen, so verprach es Stephan Eicher. Es war ein wunderbares Konzert und auch meine Sitznachbarin war wieder versöhnt mit Stephan Eicher.

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Fredi Hallauer

THE CAVERS

Album: „Now Swim“

Das Berner Duo The Cavers haben ihr Debüt Album realisiert. Neun Songs und 45 Minuten Dauer, das heisst die meisten Songs sind etwas länger. Sie spielen vor allem akustische Gitarren und singen im Stile der Everly Brothers, also viel Harmoniegesang. Ab und zu ist ein Bass und/oder Schlagzeug mit dabei. Sie werden in den Stil Neo Folk eingeteilt, was nicht unbedingt nötig ist, denn eigentlich ist es Folk mit etwas zuviel Hall aufgenommen. Das Gitarrenspiel ist das der alten Folkies und auch sonst erinnert viel an die 60/70iger Jaher. Die Songs sind eher etwas zu lange geraten und sehr viel Abwechslung gibt es auch nicht. Um die beiden Musiker richtig einzuschätzen muss man das Album in kleinen Tranchen hören, sonst driftet man plötzlich weg und die Musik wird zur Hintergrundsmusik.

Fredi Hallauer

SAITENSPRÜNGE – WENN MUSIKER MALEN

Vernissage der 3. Ausstellung im Kornhausforum am 27. Oktober 2022

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Endlich konnte sie wieder starten, die 3. Ausstellung der malenden Musiker*innen. Dieses Jahr gibt es bis am 6.November von folgenden Künstler*innen Bilder zu sehen und alle spielten an der Vernissage zusammen mit den Magic Five einen Song. Es waren dies Sina, Dieter Meier, Tim Fite, Claudia Piani, Christine Lauterburg, Petra Hug, Oliver Keller, Sarah Huber, Mario Capitanio, Schmidi Schmidhauser und Floh von Grünigen. Die letzten drei Musiker waren bei allen Ausstellungen schon dabei. Ansonsten sind bekannte Musiker aus der Schweiz wie Sina, Dieter Meier und Christine Lauterburg zu sehen und waren zu hören, aber auch unbekanntere Künstler*innen wie Petra Hug,welche eher eine musizierende Malerin ist. Es ist sehr spannend die Bilder zu betrachten und herauszufinden wer es gemalt hat. Die Ausstellung wurde wiederum nach der Idee von Polo Hofer von Stefanie Keusen kuratiert.

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Selbstverständlich haben unzählige Berner Sponsoren geholfen, dass diese Ausstellung überhaupt realisiert werden konnte. Hier einen weiterführenden Link . Es ist eine grossartige Sache.

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Fredi Hallauer