AKKU QUINTET

Album: „Depart“ (7d Media/Godbrain Distribution

Das Berner Quintett spielt Jazz auf der Basis von Minimal Musik mit Post Rock durchsetzt und viel Patterns und Grooves. Das ist das vierte Album dieses speziellen Quintetts. Es beseht aus Manuel Pasquinelli (Drums, Komposition), Michael Gilsenan (Sax), Maja Nydegger (Keys), Markus Ischer (Gitarre) und Andi Schnellmann (Bass). Das Schlagzeug setzt häufig die Muster und das Keyboard nimmt sie auf, natürlich ist auch der Bass mit dabei. Die Gitarre setzt dann mehr den Groove und das Saxophon lässt es jazzen. Die Musik ist manchmal ziemlich sperrig und selten einfach. Man muss sich in den Strudel dieser Musik hineinziehen lassen und es funktioniert nicht jeden Tag gleich gut. Man muss ganz offen sein für alles musikalische, dann gefällt dieser Sound.

Fredi Hallauer

ELEMENTS

Album: „Elements In Motion“ (Phono-Vertriebs GmbH)

Das Duo Thürler – Mosimann mit Schwyzerörgeli und E-Bass haben sich für dieses Projekt erweitert mit Marc Durandeau und Alex Miralles, beide Gesang und Gitarren und sie kommen von Barcelona. Entstanden ist wunderbare Worldmusik oder genauer gesagt eigentlich Euromusik. Marc Durandeau schrieb die Songs in Englisch, Katalanisch, Spanisch und Französisch. Daniel Thürler die Instrumentalstücke mit Einflüssen vom Jaunpass bis zum Mississippi. Die vier spielen alle Stücke zusammen, so übernimmt das Schwyzerörgeli mal den Reggaerhythmus und die spanische Gitarre spielt ein irisches Tänzchen. Alle Musiker haben ein sehr grosses Können und das gibt diesem Album die Qualität. Die Lieder handeln von Sehnsucht nach Liebe, aber auch von Sehnsucht von Frieden und Freiheit. Das ist sicher eines der besten Alben dieses Jahres und gehört weltweit in die Liste der besten Worldmusic Alben.

Fredi Hallauer

EGLI

Album: „Filet“

Dieses Album ist etwa zehn Jahre alt, aber erst jetzt in meine Finger gekommen, bzw im CD-Player gelandet und es ist so stark, dass es besprochen werden muss. Egli das ist Hansruedi Egli aus Bern, Gitarrist und Liedermacher. Er tritt nicht allzuoft auf und auch Alben sind nur wenige von ihm erschienen in den letzten über 40 Jahren. Bei diesem Album hat er von den besten Musikern zusammen gebracht. Andy Narell am Steeldrum, Solis String Quartett, Kaiser Twins am Schlagzeug und Bass, Voxtasy und Oberstufe Vechigen für den Chorgesang und noch einige mehr. Wer jetzt hier ein Album eines Gitarristen erwartet, bekommt das nicht. Es ist ein Folkpop Album mit Mundartliedern die teils recht tief gehen, philosphische Betrachtungen, Mutmacher Lieder, oder eine eigenwillige Interpretationen von „Sidi“ von Mani Matter oder vom „Simelibärg“. Dazwischen gibt es auch mal ein schönes folkiges Gitarrenstück. Die Lieder und die Musik von Hansruedi Egli verdienen viel mehr Beachtung als das bisher geschehen ist. Für mich ist das gerade mein Lieblingsalbum geworden.

Fredi Hallauer

JESSIQUOI

Album: „Glitch Trigger (Chapter One)“

Die Elektropop Musikerin, Sängerin und Produzentin zeigt mit ihrem Debütalbum wie intelligenter Elektropop mit technoiden Einflüssen tönen kann. Das Album ist klar tanzbar und geht so richtig in die Beine und die Stimme wühlt sich in die Gehörgänge. jessiquoi kommt aus Australien, lebt in der Schweiz. Sie schafft auf diesem Album immer neue Parallelwelten, so wie es Australien und die Schweiz für sie auch sind. In diesen Welten treten neue weibliche Gestalten auf, welche jeweils die Heldinnen des Tracks sind. Absolut spannen zu hören, eingängig und trotzdem irgendwie sperrig. Acht Songs in 28 Minuten dauert das Spektakel.

Fredi Hallauer

MR. RAY

Album: „Interior“ (BYM Records/Irascible)

Das Schweiz – Deutsche Duo, bestehend aus Jari Antti (Ex-Navel) und Pablo Thiermann geht es kräftig an. Zum Einen sind da die Gitarren von Jari Anti und zum Anderen die alten Synthesizern aus den 80iger Jahren und ein Schlagzeug. Entstanden sind Rocksongs mit viel verzerrten Gitarrenwänden, Psychedelic und auch ein bisschen Spacesound. Diese Musik tönt so richtig Old School und kann das Herz erwärmen. Man merkt, dass die beiden Spass haben diese Musik zu machen und darum macht es auch Spass sie zu hören.

Fredi Hallauer

HANSRUEDI EGLI

Live: „Merci Konzert“ im Wörkshophus Bern am 12. Mai 2019

Bild Fredi Hallauer

Im gut besetzten Wörkshophus trat für einmal Hansruedi Egli, der Betreiber, selber auf die Bühne, endlich wieder einmal. Er startete mit einer Erinnerung an das Gurtenfestival 1977, das erste Folkfestival auf dem Gurten. Er erinnerte daran, dass nicht die zwei Leute es gegründet haben, welche sich gerne in den Medien als alleinige Gründer bezeichnen, sondern dass es sechs Leute waren, welche sehr viel gearbeitet haben, Hansruedi Egli war auch einer von ihnen. Er trat dann auch auf der Hauptbühne auf vor 7000 Leuten. Dann spielte er einen Folksong, den er damals gespielt hatte. Ab dem zweiten Stück war er in der Gegenwart oder nur jüngeren Vergangenheit mit seinen Songs. Er erinnert mit drei Stücken an verstorbene Menschen. Er tat das sehr respektvoll und mit Lebensfreude. Das weitere Programm bestand aus den verschiedensten Stücken und Liedern, mal von Irland inspiriert, dann sogar Rock’n’Roll oder ein Lied mit Ukulele. Dazwischen immer wieder die wunderbaren Stücke auf der akustischen Gitarre mit Fingerpicking gespielt, Musik welche einem Raum lässt für die eigenen Gedanken. Hansruedi Egli gab auch dazwischen schöne Erklärungen ab, zeigte Bilder auf die man nicht so schnell vergisst. Es war ein wunderschönes Sonntagabend Konzert.

Fredi Hallauer

SONIC DELUSION

Album: „Anything Goes“

Der in Neuseeland lebende Schweizer Musiker André Manella ist mit einem neuen Album am Start. Der Gitarrist und Sänger versteht es sehr gut mit seiner Loopstation und anderen Geräten umzugehen. Sein neues Album bewegt sich zwischen Indie Folk und Pop. Seine Songs sind oft sehr temporeich und dort kommt dann auch sein schnelles Gitarrenspiel zum Zug. Perkussion und subtil eingesetzte elektronische Geräte bringen diese Musik Richtung Pop. Die Stimme wurde auch minimal manipuliert und so stimmt alles zusammen. Die Songs erzählen vom Alltag und Lebensphilosophien. Alles ist sehr positiv oder sagen wir Sonic Delusion versteht es das Gute zu sehen oder wieder aufzustehen und das zu machen was er will. Ob die Songs autobiographisch sind oder einfach die neuseeländische Lebensphilosphie, wollen wir mal offen lassen. Mit „Anything Goes“ ist Sonic Delusion ein Album in der richtigen Richtung gelungen, fröhlich, aufgestellt und viel gute Musik, so richtig gut für den Alltag.

Fredi Hallauer