JASMIN ALBASHI

Album: „Gold“ (Irascible)

Die in Basel lebende Musikerin, Tochter eines palästinensichen Flüchtlings, der in Jordanien aufwuchs und einer Schweizerin suchte ihre Wurzeln. Nach Reisen und Projekten in Palästina entstand dieses persönliche Album. Musikalisch ist es Elektropop, aber dies ist nur ein Transportmittel ihres Gesangs und ihrer Texte. Der Gesang ist dominant und im Zentrum. Mittels Loop schaukelt sie ihre Stimme zu ganzen Chören empor. Sie singt von der Liebe zum Land, von innerem Kampf und Versöhnung oder im Gedenken an ihre Grosseltern, welche in ihre Heimat zurückkehren durften. Es ist ein sehr stimmungsvolles Album mit der warmen, dunklen Stimme von Jasmin Albashi und dazu kommt, dass diese Musik auch tanzbar ist.

Fredi Hallauer

STILLER HAS

Live: „Abschiedstour“ im Bierhübeli am 19.September 2020

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Man durfte gespannt sein, wie sich Endo Anaconda und seine Band präsentieren auf ihrer Abschiedstour. Ja sie überraschten auch die Skeptiker, sie waren so gut wie noch nie. Allen voran Endo Anaconda, er tanzte und bewegte sich, er hatte genug Atem und machte einen recht gesunden Eindruck, was ihm auch den Witz und die Freude am Auftreten ermöglichte. Die Band besteht aus  Boris Klečić – Akustische & Elektrische Gitarren, Mandoline, Banjo, Bass; Roman Wyss – Klavier, Orgel, Posaune und Bruno Dietrich – Schlagzeug, Perkussion, Bass, Handorgel. Boris Klečić mit seinen Saiteninstrumenten löste Begeisterungsstürme aus und Bruno Dietrich legte mit seinen Instrumenten so einen schönen Teppich aus, dass das Klavier und vor allem die Orgel von Roman Wyss, nur selten unangenehm werden konnte. Das Repertoire umfasste die ganze zeit von Stiller Has, von „Feissi Meitli“, über Wallisellen bis zum neuen Album. Die östereichischen Lieder lies er weg und auch sonst war es kein Best Of, sondern ein sehr gutes Konzert. die Zwischentexte von Endo Anaconda waren kritisch und witzig. Er sagte u.a. „Es passiert, dass die eigene Pulsfrequenz fünfmal höher ist als das Alter der Dame mit der man abgemacht hat“. Fazit: Es ist eigentlich schade, dass Stiller Has sich gerade jetzt verabschidet, wo sie live so grossartig sind.

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Fredi Hallauer

NICOLE BERNEGGER

Live im Gustavs Biergarten, Bierhübeli Bern am 17. September 2020

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Es war einfach grossartig was Nicole Bernegger und ihre dreiköpfige Band abgeliefert haben an diesem Abend. an diesem milden, leicht windigen Sommerabend im Garten des Bierhübelis auf kleiner Bühne, traten Nicole Bernegger, ein Bassist, ein Schlagzeuger und ein Gitarrist auf. Alle Musiker gehören zu der Creme de la Creme. der Schlagzeuger gab den Beat an und das Tempo, der Bassist musizierte mit seinem Tieftöner und jagte stellenweise die Band in das Tempo, der Gitarrist begnügte sich oft mit dem Rhathmus um immer wieder in solistische einwürfe, Breaks und ausgewachsene Soli, welche sich gewaschen hatten auszubrechen. Bass und Schlagzeug bekamen ebenfalls zeit für ihre Soli. Nicole Bernegger war gut bei Stimme und Laune und duellierte sich manchmal mit ihrer Stimme und den Instrumenten. Ihr Repertoire umfasstedie letzten jahre mit einigen Songs aus dem letzten Album und einem ganz neuen Song als Zugabe. Sie schaffte es, nicht nur mit Soul zu begeistern, sondern bewegte sich auch im Reggae, Blues und Pop. Das war ein Konzertabend, wie man ihn nicht so oft erlebt, so guuuut.

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Fredi Hallauer

TRYBGUET

Album: „So Wyt So Guet“ (6003 Records)

Trybguet ist eine neue Band mit Padi Bernhard (ex Mash) und Musikern aus verschiedenen Bands wie Lockstoff oder Rocktail. Dieses Debütalbum hat die Band selber produziert und in Nashville abmischen lassen. Dies sagt auch schon etwas über den Sound aus, er ist ganz klar amerikanisch geprägt, mit einem Schuss Countryrock. Padi Bernhard schrieb die Songs, mit einer Ausnahme. Der Coversong stammt von Polo Hofer und Marianna Polistena und ist „Wiene Falter zum Füür“ eine fast vergessene Perle aus den Zeiten von Schmetterding. Als letztes haben Trybguet noch den Mash Hit „Ewigi Liäbi“ aufgenommen, welcher mir in der Mash Version, besser gefällt. Der Sound von Trybguet ist sehr erfrischend, gerade heraus rockig und gewinnt durch die Sängerin Sarah Heer, welche nicht nur Background singt, sondern auch Harmony und Lead, sowie Duett. Die Lieder erzählen von der Liebe, von früher und zu Hause sein. Meine Favoriten sind „Soundtrack“, wo vom Soundtrack des Lebens oder den Songs welche alte Erinnerungen wecken, die Rede ist. Der zweite Favorit ist „Det woni aneghör“ eine wunderschöne Ballade. Dieses Album stieg nicht vergeblich hoch in die Charts ein, Trybguet haben das verdient und man darf offenbar auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

ANNIE TAYLOR

Album: „Sweet Mortality“ (Taxi Gauche Records)

Dies ist das Debütalbum der Zürcher Rockband. Es geht in ihrer Musik kräftig zur Sache. Sie spielen Rock zwischen Grunge, Punk und Indie Rock. Auffallend ist der Gesang der Sängerin. Sie singt mit viel Power und meist so richtig herrlich aufmüpfig und kratzbürstig, sie kann aber durchaus auch mal liebevoll klingen. Der Bass gefällt auch sehr, er macht Dampf und lässt es rocken und rollen. Der Sound hat ein ausgeklügeltes Design. Während der Bass die untere Lage der Gesangsstimme übernimmt, mindestens im Power, verziert die Gitarre die Zwischenräume und das Schlagzeug treibt das ganze weiter vorwärts. Annie Taylor ist eine Schweizer Rockband, die schon lange gefehlt hat.

Fredi Hallauer

GRAND MOTHERS FUNCK

Live: In der Mühle Hunziken am 10. September 2020

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Die sechsköpfige band war so richtig heiss aufs spielen, da sie im Lockdown ein neues Album herausgegeben haben und eigentlich keine Konzerte bestritten haben. So ergab das einen wundervollen Abend. Die Band liess es funken auf hohem Niveau. Alle Musiker zeigten hohe Viruosität, Spielfreude und Spielwitz mit ihren Instrumenten und alle Musiker hatten genügend Zeit dies auszuleben. Im ersten Set war der Sänger etwas schwach. Er sang und performte mit etwas mehr als angezogener Handbremse. Pausenkommentar im Publikum, der Sänger überzeugt nicht, sonst alles spitze. Im zweiten Set war er nicht wiederzuerkennen. Er tanzte, legte los mit seiner Stimme und Grand Mothers Funck war wirklich eine hervorragende Band, aus Bern, welche auf internationalem Niveau spielte.

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Fredi Hallauer

COLOUR OF RICE

Album: “ Late River Run“

Colour Of Rice ist auf diesem Album im Trio unterwegs. Mit dabei ist ein Schlagzeuger und ein Multiinstrumentalist mit Piano, Bass, Gitarren. So ergeben sich viele Spielmöglichkeiten. Das besondere daran ist, dass sie es nicht übertreiben. Es geht immer noch um die Songs von Colour Of Rice. Durch das Schlagzeug wird das ganze etwas rhythmischer, bewegter und die E-Gitarre bringt den Folkrock in die Musik. Aber auch eine gewisse jazzige Note ist vorhanden. Die Produktion tönt nach Low Budget und gerade die sonst so klare Stimme der Sängerin klingt manchmal etwas durch den Nebel. Man muss sich auch etwas an die neuen Klänge von Colour Of Rice gewöhnen, aber nach mehrmaligem Hören merkt man wie wunderschön diese Musik ist.

Fredi Hallauer

TRUWVE

Album: „Secondi Piatti“

Das Kollektiv hat soeben ihr zweites Album veröffentlicht, eben Secondi Piatti. Es ist Mundartrap und er klingt so bunt wie das Albumcover. Gerappt wird Berndeutsch, und sie bringen alles in den Zusammenhang mit Meer, Fischen, Ferien am Meer. Inhaltlich zelebrieren sie eine Spassgesellschaft. Das Album ist tanzbar und ein klares Partyalbum.

Fredi Hallauer

BIG ZIS

Album: „4xLove:2“ (Blonk)

Big Zis ist eine der wenigen Frauen, welche sich im HipHop mit ihren Rap Songs zu behaupten weiss. Nicht wegen Nichts, hat sie den Schweizer Musikpreis gewonnen. Auf ihrem neuen Album lässt sie es musikalisch und verbal so richtig krachen. Musikalisch dominiert die Elektronik mit kräftigen Bässen und tollen Beats. Textlich rechnet sie mit unserer Gesellschaft in vielen Belangen so richtig ab. Egal ob das die Finanzwirtschaft ist, oder wir alle, denen es gut geht und die mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Ein grosses Thema sind natürlich die Frauen. Sie rappt nicht gegen Männer sondern für die Frauen, auch das Ego ist ein Thema. Egal welches Thema Big Zis in den Mund nimmt, es wird kritisch beleuchtet, klingt aber hoffnungsvoll und hat Zukunft. Diese Album ist ganz klar tanzbar und natürlich auch hörbar. Es lohnt sich und es macht Spass Big Zis zuzuhören.

Fredi Hallauer

FRANCINE JORDI

Live: Im Bierhübeli Bern am 4. September 2020

Fredi Hallauer

Francine Jordi war das erstemal im Bierhübeli auf der Bühne. Für einen Teil des Publikums traf dies ebenfalls zu. Sie startete gleich mit typischen Schlagern durch, strahlte und brauchte zum Tanzen die ganze Bühne. Schwachpunkt oder zumindest ungewohnt war, dass die ganze Musik ab Band kam. Nach ein paar Schlagern sang sie ein Lied im Publikum und wurde mit einem grossen Rosenstrauch beschenkt. Auf der Bühne ging es weiter mit Liedern aus Zusammenarbeiten wie mit Heimweh oder Sing meinen Song. Mit weiteren Schlagern ging das erste Set zu Ende. Im zweiten Set trat sie mit einem Pianisten auf und da wurde es viel musikalischer. Das Repertoire ging von „Feuer der Sehnsucht“, „Im Garten meiner Seele“ auf französisch, zu „Träne“ und weiteren bekannten und weniger bekannten Liedern. Francine Jordi tanzte und sang und unterhielt das Publikum gut und professionel.

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Fredi Hallauer