MAMA JEFFERSON

Album: „Jizzmag“

Das wilde Trio kommt aus Zürich. Die Bassistin und Sängerin Vanja Vukelic gibt den Ton an. Dazu kommen laute Gitarren von Silvan Gerhard und ein wildes Schlagzeug von Mattia Ferrari. Die drei spielen modernen Garagenrock vom feinsten. Ihre unbändige Energie geht direkt in den Körper über. Spannend ist es auch wenn sie plötzlich Pop einfliessen lassen, dem aber gehörig einheizen. In den Texten klagen sie die Mächtigen dieser Welt an und zeigen Missverhältnisse auf, aber nicht einfach nur verärgert, sondern sie machen das auch mit einem gehörigen Schuss Humor. Mama Jefferson ist sicher eine der besseren jungen Rockbands.

Fredi Hallauer

HAUBI SONGS

Album: „Highlife“ (Red Brick Chappel/Irascible)

Die Luzerner One Man Band versucht es wieder mit seiner sehr eigenartigen Art. Musikalisch umgibt er sich mit ein paar elektronischen Klängen, eher aus dem Old School Bereich. Die Beats sind oft nicht durchgehend, also tanzbar sind diese Klänge nicht. Alles ist langsam und verschleppt. Dazu kommen die Texte, welche auch eine halbe Sache oder halbe Songs sind, denn zum Einen sind es Liedtexte zum anderen moderne, fragmentierte Lyrik zwischen Rap und verschlepptem Pop-Gesang. sprachlich pendelt er zwischen Mundart, Englisch und Französisch im gleichen Lied. Haubi Songs gehört in die Kategorie „Ich mache was ich will und wenn es euch gefällt, dann habt ihr Glück gehabt“.

Fredi Hallauer

MARC ROSSIER – MEIRA LOOM

Live: In der La Cappella Bern am 20. Februar 2019

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Dieser Abend stand unter dem Motto: Zwei neue Projekte, ein einmaliger Abend. so war es dann auch, bzw. Marc Rossier und Meira Loom stellten nicht nur Teile aus ihren neuen Projekten vor, sondern sie spielten auch gemeinsame Songs. Es sei vorweggenommen, dieser Abend war einmalig. Eröffnet wurde er durch Marc Rossier alleine mit akustischer Gitarre und einem Song den er für Leonard Cohen schrieb.Bild Fredi Hallauer
Nachher trat Meira Loom auf die Bühne setzte sich an den Flügel und sang ein paar sehr berührende Stücke, vom Inhalt her, aber auch durch ihre Stimme und dem Pianospiel. Es folgte wieder Marc Rossier mit Band. Die Band bestand aus Peter Enderli am Bass und Christof Jaussi am Schlagzeug. Marc Rossier spielte die elektrische Gitarre, sowohl leise wie auch lauter und wilder. Bei seiner Art zu singen und dem Gitarrenspiel plus seine Begleitmusiker, hörte man dazwischen Jimi Hendrix heraus. Die Songs waren ziemlich bluesig und bluesrockig. Meira Loom erschien wieder, setzte sich ans Piano und spielte mit der ganzen Crew. Es folgten wieder Songs, welche sie alleine spielte und sang. Es war sehr eindrücklich wie sie die Texte gesanglich emotional herüberbrachte. Nach der Pause ging es ähnlich weiter aber noch etwas lebhafter. Marc Rossier spielte einen herrlichen Slowblues mit einer himmeltraurigen Geschichte, Meira Loom hatte eben so traurige und berührende Songs dabei.
Dann aber gab es ein paar Songs da stand Meira Loom am Bühnenrand und sang mit Marc Rossier, unter anderem ein Duett über das Sterben, aber auch fröhlichere Lieder. Die Musiker rockten ziemlich ab und alle boten Höchstleistungen. Als allerletzte Zugabe, sangen Meira Loom und Marc Rossier im Publikum unverstärkt ein weiteres schönes Lied.

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Fredi Hallauer

THE YOUNG GODS

Album: „Data Mirage Tangram“ (Two Gentlemen/Irascible)

Seit dreissig Jahren unterwegs und immer wieder erfinden sie sich neu. Den drei Herren ist ein grossartiges Album gelungen und ein Vielseitiges dazu. Der Anfang und auch dazwischen ist es ziemlich mystisch, ja fast sogar schon esoterisch. Aber keine Angst es ändert sich immer wieder. Bei anderen Stücken geht es ziemlich gerade zu und her, so ziemlich popig fast schon. Da und dort schlägt dann der Noise der ersten Jahre deutlich durch. Rhythmisch waren sie schon immer genial und hier werden auch Worldbeats angeschlagen und der Sound passt ebenfalls. Es schneidet sich dann eine scharfe E-Gitarre in den Sound und Noise kommt dazu. Einfach fantastisch. Auch bei den Young Gods gilt, diese Musik muss man hören und nicht lesen. Wer Young gods mag, kommt sicher auf seine Rechnung und wer mal etwas anderes hören will als den Mainstream, aber noch im Genussbereich, der liegt mit den jungen Götter auch nicht schlecht.

Fredi Hallauer

MISCHA WYSS

Live: „Klangsam aber sicher“ Premiere in der La Cappella am 19. Februar 2019

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Mischa Wyss der Mundart Chansonier mit dem grossen Vorbild Mani Matter spielte zum Erstenmal sein neues Programm „Klangsam aber sicher“ in der fast ausverkauften La Cappella in Bern. Er überzeugte von Anfang an mit Wortwitz, sei er gesprochen oder gesungen. sein neues Programm bestand aus ganz alten Liedern und viel ganz neuen Liedern und speziellen Liedern, welche er nur einmal oder so irgendwo gesungen hatte. Die Themenvielfalt war sehr gross, von der Schule zur Politik, dann die Liebe und wieder die Politik, Mann und Frau und Mann, älter werden, Tod, aber auch Gesundheit und einiges mehr wurde angesprochen oder besser angesungen. Teils waren natürlich mehrere Themen in einem Lied. Die Zwischentexte waren sehr erheiternd, forderten aber auch zum Nachdenken auf, sei es über den Wortwitz oder was dahintersteckt. Mischa Wyss machte klar, dass es viele Wortwitze gibt, welche nur über das Ohr funktionieren und nicht über das Auge. Er sang ein paar Lieder, welche er als Auftrag für ein Engagement schrieb, bei Firmen oder Verbänden, die funktionierten nicht wirklich, wirkten etwas platt, ähnelten einem Werbespot und waren wohl vor allem an dem betreffenden Anlass gut und lustig. Mischa Wyss führte sehr sympathisch durch sein Programm, war witzig und nie blöd. Dies war ein Abend mit einem Künstler der den Mut hat als Mundart-Chansonier aufzutreten und es auch bestens kann.

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Fredi Hallauer

MOONPOOLS

EP: „Turbulent Times“ (Radicalis)

Das Basler Quintett kommt auf ihrer Debut-EP sehr erfrischend daher. Sie spielen Pop, intelligenten Pop mit leicht jazzigen Einflüssen. Überzeugend ist die Stimme der Sängerin, welche auch das Songwriting übernommen hat. neben ihrer Stimme gefällt mir auch der angeborene englische Akzent, welcher im Song „Brainbug“ sehr gut zur Geltung kommt. Schön sind auch die Orgelpassagen im Hintergrund und als direkte Begleitung und der melodische Bass mit dem dosierten Schlagzeug. Natürlich darf der solide Gitarrist nicht vergessen werden. Mit den Moonpools ist eine vielversprechende Band am Start.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Förschi“ (Universal)

Die Musik von Kunz ist ausgereifter geworden. Sein Folkpop verbreitet gute Laune. Die Bassdrum, welche bisher den Sound zu einem Discogestampfe reduzierte ist weg, trotzdem mangelt es nicht an Energie. Neben den akustischen Saiteninstrumenten von den Gitarren zur Mandoline und dem Hackbrett, sind natürlich auch Keyboards, Bass und Schlagzeug dabei. Wohltuend sind die schönen Bläsersätze und der Harmoniegesang. Textlich ist es einfach Kunz wie es immer war. Es geht um Liebe und alles ist ein bisschen rosarot oder pink wie man heute sagt. Da hat Kunz noch Luft nach oben, um sich zu überlegen will er immer bei diesem Thema bleiben. Ich habe das Gefühl hier könnte es noch „Förschi“ gehen.

Fredi Hallauer