JULIE CAMPICHE QUARTET

Album: „Onkalo“ (Meta Records)

Julie Campiche steht mit einer neuen Combo am Start. An ihrer Seite stehen der Saxophonist Leo Fumagalli, der Kontrabassist Manu Hagmann und der Schlagzeuger Clemens Kuratle. Sie selber spielt die Harfe und alle noch etwas Elektronik. Dabei ist ein wirklich tolles neuzeitliches Jazzalbum entstanden. Alle Musiker haben grosse dominierende Teile und die Harfe versteht es auch etwas zurückzustehen. Da sind verträumte Passagen mit grossen Saxophonbögen und perlender Harfe und gleich gegensätzlich sind es dann wilde exzessive Saxophoneskapaden mit ebenso wildem Schlagzeug. Auch die Harfe klingt durchaus auch dazwischen aggressiv, aufmüpfig, der Kontrabass spielt bodenständige Melodien mit Sanftheit. Zusammen ist das wundervolle Musik, sehr abwechslungsreich. Ein Jazzalbum wie man es selten hört.

Fredi Hallauer

LINDA VOGEL

Album: „Maps To Others“ (Radicalis Music)

Die Zürcher Harfenistin veröffentlicht ihr erstes Album. Ja sie hat die Harfe studiert, nein es ist keine klassische oder auch kein Folk Harfenalbum. Linda Vogel hat mit Technik die elektroakustische Harfe noch erweitert und so kann sie ganz neue Klangfarben und sogar Rhythmen mit der Harfe spielen. Mit ihr spielt auf dem Album noch ein Schlagzeuger und sie selber singt oder besser gesagt pflegt den Sprechgesang. Die Texte sind ziemlich philosophisch, aber verständlich. Sie singt, dass Mütter nie sterben, oder zieht die Beziehungsstatistik zu rate, kein Mensch ist eine Insel und weitere solche Texte gibt es beim Zuhören zu hören. Das Lied „Dasii“ ist in Mundart und erinnert an Gedichte von Kurt Marti, Linda Vogel sinniert über das Dasein und Sein lassen. Dieses Album hät viel für die Ohren und das Gehirn bereit, aner auch für die Seele.

Fredi Hallauer