KOHOBA

Album: „Memories In Plastic“ (Irascible)

Die Berner Band spielt Tiefgang-Pop in mehreren Hinsichten. Der Bass spielt eine wesentliche Rolle im Sound, der Sänger tönt besonders schön, wenn er in den tieferen Lagen singt und am bedeutendsten sind die Texte, welche Tiefgang haben. Der Sound ist neben dem Bass von Synthies geprägt, welche manchmal nur Farbtupfer beisteuern und andere Male so richtig kräftig herumflirren. Die Songs sind teilweise richtige Hymnen. Chorgesang ist zu hören und die bereits erwähnte Baritonstimme. Kohoba strotzen vor Optimismus und sie sind der Meinung, dass man die Welt nur tanzend verändern kann. Ein erfrischender Sound, welchen man nicht jeden Tag hört.

Fredi Hallauer

KUNZ

Album: „Stadt Land Fluss Poet“ (Universal Music Switzerland)

Kunz hat zwölf neue Lieder für sein siebtes Studioalbum aufgenommen. Es sind Lieder über die „Kleinigkeiten“ im Leben. Alle Geschichten handeln vom Glück und vom Glücklichsein. Folkballaden und Pophymnen wechseln sich ab. Hervorragend gelungen ist das Duett mit Anna Känzig „Die ganzi Wäut“. Vielfach sind es spärlich instrumentierte Stücke, und dabei kommt sowohl die Musik, die einzelnen Instrumente als auch der Gesang gut zur Geltung. Das Album tönt immer noch nach Kunz. Es ist Wohlfühlmusik für den Alltag. Die Texte sind nicht tiefschürfend, aber schön. Das, was man benötigt zum Glücklichsein.

Fredi Hallauer

CENZO

EP: „Schärbemeer“

Der Aargauer Musik debütiert mit seiner Solo-EP. Er singt Mundart und unterlegt sie mit Popmelodien und urbanen Beats. Seine Texte sind zeitgemäss und handeln von Verletzlichkeit und Hoffnung und von Stillstand und Aufbruch. Ein gesellschaftsrelevantes Lied ist „Wissi Rose“. Dieser Aufruf zu Frieden könnte nicht genauer formuliert sein und passt genau jetzt wieder hervorragend, leider. Cenzo ist ein Liederschreiber und Musiker, den man auf dem Radar behalten sollte.

https://mx3.ch/t/1Zuy

https://mx3.ch/t/1Y8h

Hier sind zwei Songs über mx3 zu hören.

Fredi Hallauer

AARON ASTERIA

Album: „No Time For Heroes“

Der Schweizer Singer/Songwriter und Popmusiker sprengt schon mit seiner Stimme viele Grenzen. Seine Hymnen sind episch und passen stilmässig gut zu seinen Themen. Es geht darum, dass wir keine Helden benötigen, sondern selbst Helden sein sollen. Um Selbstverständlichkeit und Selbstbewusstsein. Es sind grosse Themen, aber Aaron Asteria schafft das. Mal erklingen Rockgitarren, dort zieht er die Punkattitüde aus der Schublade und dann wird er wieder romantisch. Die charismatische Stimme ist umwerfend und er wird damit auf jedem Festival oder in jedem grossen Club oder in jeder Arena begeistern. Einen Song singt er in Mundart, aufgenommen in einer Live-Session und dieser Song besitzt bereits Kultstatus, also die Ohren offenhalten.

Fredi Hallauer

KADEBOSTANY

Album: „The Outsider“ (NSK/Republic of Kadebostany)

Der in die Schweiz adoptierte Kadebostany, fand erst als 20-Jähriger heraus, wo seine Wurzeln liegen, nämlich in Algerien. Er schlägt mit einer neuen Crew ein neues Kapitel der Kadebostany Geschichte auf. Auffällig ist, dass die neuen Songs in das herkömmliche Songschema passen. Musikalisch werden analoge Instrumente eingesetzt und eine feine elektronische Textur daruntergelegt. Das ganze Album ist nicht mehr vorwiegend von der elektronischen Musik geprägt. Die beiden Leadsänger:innen geben dem Sound noch einen neuen Touch. Das Resultat ist ein ziemlich abwechslungsreiches Album, tanzbar und ein aussergewöhnliches Popalbum, ohne experimentell zu sein.

Fredi Hallauer

JOEL GOLDENBERGER

EP: „I Choose Joy“

Der Popsinger/Songwriter singt in fünf Songs vom Halt in stürmischen Zeiten, von Abschied und Mut und davon, trotz allem Freude zu haben. Seine Stimme klingt grossartig und die Songs sind wie gemacht für Stadien oder Festivals. Musikalisch liegt er im Trend der grossen Popsänger, ruhig und doch bewegt. Joel Goldenberg ist ein Künstler, von dem man gerne mehr als fünf Songs hören möchte.

Fredi Hallauer

DEZABEL

EP: „Backseat Confession“

Dezabel ist eine schweizerisch-amerikanische Kollaboration von Jazelle Paris Rodriguez und dem Produzenten Bilgi Sakarya. Da ist einerseits die weibliche Stimme, welche sich sowohl im Pop als auch in Funkgefilden wohlfühlt. Dann ist die Musik zwischen Pop und Funk mit meist druckvollem Bass. Die EP ist mit sechs Songs bestückt und schöpft die Popsong-Strukturen aus. Ein Stück internationaler Pop und erst noch ein „einheimisches“ Gewächs.

Fredi Hallauer

DACHS

Album: „Ich Wöt Mir Selber Is Gsicht Chotze“ (Mouthwatering Records)

Dies ist das vierte Album von Dachs. Sie bleiben sich treu mit frechen Songtiteln, gesellschaftsrelevanten Texten in den Feinheiten, manchmal auch sonst. Musikalisch versuchen sie, sich etwas breiter abzustützen, da fliesst Hip-Hop hinein, dort ein wenig Indie oder Disco. Die Basis ist der Pop und die Electronica. Diese breitere Abstützung des Sounds geschieht vorwiegend in den Intros, dann nimmt der Beat Fahrt auf und die Songs ähneln sich ziemlich stark. Auch das Muster des Gesangs wiederholt sich in den verschiedenen Liedern. Zwei aussergewöhnliche Kollaborationen sind zu hören, zum einen mit To Athena und zum anderen mit Luuk. Dies ist ein Album, welches wiederum Zeichen setzt in der Schweizer Musikszene.

Fredi Hallauer

DOM SWEDEN

EP: „Schattetanz“

Der Zürcher Mundartpopmusiker nahm vier Lieder auf. Sie handeln allesamt von gebrochener Liebe, vom Verlassenwerden und von der Frage: Was nachher? Musikalisch ist es Pop. Das Songwriting hat eine hohe Qualität zu den oben erwähnten Themen. Ein kleiner Wermutstropfen sind die künstlichen Ausflüge in die Kopfstimme, obwohl dies nach meiner Meinung nicht nötig wäre und die Melodie mehr Fluss hätte. Aber da Dom Sweden offenbar unter der zerbrochenen hörbar leidet, will er uns mitleiden lassen.

Fredi Hallauer

AMAYA GLOOR

EP: „Finished“ (Universal)

Der neue Stern am Schweizer Musikhimmel präsentiert ihre neue EP. Es sind wiederum internationale Popsongs, mit Soul und R’n’B Einflüssen. Ihre Stimme ist schlichtweg umwerfend, warm, voluminös, und sie geht direkt ins Herz. Die Produktion ist ebenfalls erste Sahne. Ihr offenbar wichtigster Song ist „Walk Alone“ und der ist stark, aber auch „Somebody Loves You“. Genial ist auch die Coverversion von Tina Turner „The Best“, sehr eigenständig und ebenso grossartig. Vielmehr kann man zu dieser EP nicht sagen, man kann sie nur geniessen und Amaya Gloor irgendwo live geniessen gehen.

Fredi Hallauer

CORI NORA

Album: „Pleasure and Focus“ (Irascible Records)

Cori Nora, die studierte Musikerin, hat ihr zweites Album am Start. Es sind Midtempo-Songs zu hören, welche vor sich hinrollen. Die warme Stimme, mit welcher Cori Nora ihre Geschichten erzählt und ihre Überlegungen singt, spricht das Herz direkt an. Die Musik besteht aus Piano, etwas Elektronik, Schlagzeug, Bass und da und dort Streicher und Bläser. Das ergibt einen vollen Klang, aber er ist nicht überladen. Wohltuende, federnde Klänge von intelligenter Popmusik.

Fredi Hallauer

LIA SELLS FISH

Album: „The Heart Thea Heart The Heart“ (liasellsfish@gmail.com)

Lia Sells Fish sind die Sängerin, Texterin und Komponistin Christine Hasler, der Schlagzeuger Pascal Lüthi, der Keyboarder Ueli Kempter und der Gitarrist und Bassklarinettist Stefan Schischkanov. Sie machen Musik zwischen allen Stilen, oft wird das Alternativ genannt. Es gibt da Postrock, Indie, Jazz, TripHop und Pop, welche unter anderem einfliessen. Im Vordergrund ist immer die Stimme von Christine Hasler, einmal ruhiger und wärmer, dann wieder schriller und gehetzt. Sie singt von Liebe, Erschöpfung, Freiheit und Neuanfängen. Die Musiker erzeugen die passenden Klänge, jeder auf seine Art und das ergibt den Lia Sells Fish Klang. Dies ist eine kreative und erfrischende Band, welche immer noch für die meisten Menschen ein Genuss ist.

Fredi Hallauer

VERONICA FUSARO

Album: „Looking For Connection“ (deepdive records)

Veronica Fusaro geht mit ihrem Album wieder einen Schritt weiter. Die Thunerin produzierte dieses Album zwischen Bern und Berlin. Es sind treibende Songs zwischen Pop, Rock und Soul. Ihr Schwergewicht liegt dieses Mal mehr auf dem Gesang als auf der Gitarre, aber Gitarre gibt es trotzdem noch genug zu hören. „Alice“ sticht aus den zehn Songs heraus, eine wunderschöne, moderne Soulnummer. Veronica Fusaro zeigt hier, dass sie eine ausgezeichnete Soulsängerin ist. Die Inhalte der Lieder drehen sich sowohl um Persönliches als auch um Universales. Ein Grundtenor ist die Vernetzung, also in den sozialen Netzwerken präsent zu sein, aber gerade so gerne menschliche Nähe zu spüren. Veronica Fusaro ist hier ein wundervolles Album gelungen.

Fredi Hallauer

SILANCE

EP: „Patti Person“ (Irascible)

Die Künstlerin aus Lausanne war bisher eher im Rap zu Hause. Nun wechselte sie zum Pop. Ihre Songs sind im Elektropop verankert, aber doch noch mit einer Prise Hiphop versehen. Sie lässt es musikalisch und beatmässig ziemlich uptempo und wild angehen. Ihre Stimme verändert sie elektronisch in den Songs immer wieder, plötzlich flirrt sie durch den Sound und dann steht sie wieder mit beiden Beinen auf dem Teppich der Beats. Silance singt französisch und bei einem Song ist als featuring Gast Albert Chinot, dabei. Tolle Pop-EP mit sechs Songs.

Fredi Hallauer

NEMO

Album: „Arthouse“ (Universal Music)

Endlich ist es da, das erste Album von Nemo. Da sind alles Songs zu hören, welche bisher nicht auf einer EP erschienen. Nemo singt ausschliesslich Englisch. Ja, „The Code“ ist als letzter Song auf dem Album. Noch einmal ja, es ist ein tolles Popalbum geworden. Jetzt etwas genauer. Dieses Album ist wirklich international produzierter Pop mit einer grossen Verspieltheit im Sound. Da hört man immer wieder einen anderen Synthesizer flirren. Nemo zieht gesanglich alle Register, von gewöhnlichem Gesang bis zu den Ausflügen in die Kopfstimme. Es ist ein Partykracher-Album mit wenig ruhigen Momenten. Nemo legt ein glitzerndes und schrilles Album auf die Plattenteller, schweisstreibend und faszinierend. Das ist Musik zum Tanzen und für die Party.

Fredi Hallauer