FEET PEALS

EP: „A Bientôt“ (feetpeals.ch)

Seit 30 Jahren gibt es diese fantastische Band. Die sechs Musiker:innen spielen Turbofolk, Chanson und Musik, um das Leben zu geniessen. Alles ist tanzbar. Sie musizieren auf Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon, Geige und Saxophon. Der Sound ist herrlich rumpelig. Sie singen Französisch und erzählen in fünf Chansons von der Vergänglichkeit. Die Vergänglichkeit wird nicht betrauert, sondern erforscht und gefeiert, bzw. genau das, was vor der Vergänglichkeit ist: das Leben. Diese Musik muss man erleben, um genau zu verstehen, was hier gemeint ist.

Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Album: „Michael von der Heide singt Knef“ (IGroove)

Hildegard Knef würde am 28. Dezember 2025 ihren 100. Geburtstag feiern. Michael von der Heide mochte die Texte und Lieder von Hildegard Knef schon immer und hat immer wieder Lieder von ihr in seinem Programm gehabt. Anlässlich des runden Geburtstags von Hildegard Knef präsentiert uns Michael von der Heide, dreizehn ihrer Lieder. Es sind nicht nur ihre grössten Hits, sondern auch. So darf man auf diesem Album einige Lieder von Hildegard Knef entdecken oder vielleicht wiederentdecken. Nun sagt man ja, das Original ist immer die beste Interpretation. Das stimmt, aber Michael von der Heide kopiert nicht einfach Hildegard Knef, sondern er singt ihre Lieder. Dazu hat er seine Stimme und seine Phrasierungen plus erstklassige Musiker, welche ebenfalls die Musik eigenständig interpretieren. Wenn Hildegard Knef etwas mit Gypsy Swing begleiten liess, machen das diese Musiker nicht gleich. Also zu hören gibt es tolle Musik im Bereich Swing, Chanson mit schönen jazzigen Soli und natürlich Michael von der Heide, welcher hervorragend singt und interpretiert. Zu hören sind unter anderem „In dieser Stadt“; „Für mich soll’s Rote Rosen regnen“, „Ich brauch Tapetenwechsel“, aber auch „Die Welt ging unter am Zürichsee bei 30 Grad im Schatten“ und drei französische Chansons. Zum Album gibt es natürlich die Tour, oder zur Tour dieses Album.

Fredi Hallauer

MOIRA X OTRAVA

Interview:

Am Zermatt Unplugged sprachen Fredi und Kathrin Hallauer mit Moira X Otrava

Album: „Planet Moirava“ (TURBOmusic)

Moira X Otrava ist ein gelungener Zusammenschluss der Sängerin und Keyboarderin Moira mit der Balkan/Klezmer Band Otrava. Da geht auch auf dem Album ziemlich die Post ab. Otrava spielt mit Trompete, Posaune, Klarinette, Akkordeon, Geige, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Mitglieder von Otrava singen ebenfalls. So entstand eine grosse musikalische Palette mit Frauen und Männerstimmen, teils auch gemeinsam. Musikalisch ist es einfach Folk, stark von Osteuropa beeinflusst, aber auch Chanson, Jazz und Pop sind zu hören. Gesungen wird in den verschiedensten Sprachen, auch Französisch und Mundart. Das ist für mich ein Wow Album. Da ist Energie vorhanden, aber auch Melancholie, hohe Musikalität und viel Spass. Man muss sich einfach auf den Planet Moirava begeben, es ist ein Erlebnis, das sich lohnt.

Fredi Hallauer

LOS SEREJ

Album: „Biuder“

Los Serej, das sind Serej, der Rapper von Wurzel 5 und Chlyklass, zusammen mit dem Bassisten Jürg Schmidhauser und dem Schlagzeuger Andreas Knecht. Serej spielt das Klavier. Andreas Knecht ist noch für die Texte mitverantwortlich. Serej hat vor ein paar Jahren ein Album mit seinen berndeutschen Liedern gemacht. Nun hat er einen Teil der Lieder mit dieser Band eingespielt und neue Lieder dazu geschrieben. Es sind Betrachtungen des Alltags. Es wird philosophiert in der Art eines Mani Matters. Zu diesen von Mani Matter beeinflussten Liedern gehören „Anyway“, „Beides“ und „Meh“, aber auch in anderen Liedern kommt der Stil zum Ausdruck. „Für Di“ stammt noch aus der Wurzel 5 Zeit, aber mit dieser Band und Schmidi Schmidhauser am Tres tönt es frisch. Das wichtigste Lied für mich ist „Langsam pressiere“ eine gut getroffene Beobachtung zu unserem Verhalten betreffend Klimaschutz. Los Serej haben einen eigenen Stil entwickelt, zwischen Liedern und Rap. Platz für Entwicklung gibt es noch in der Melodie, es tönen melodisch alle Lieder etwas ähnlich, was natürlich das Chanson auch in sich hat. Die Texte sind da wichtiger.

Fredi Hallauer

PHILIPP FANKHAUSER

Album: „Ain’t That Something“ (Phonag Records)

Philipp Fankhauser ist zurück, mit einem neuen Album. Es ist ein vielseitiges Album geworden. Soul, Blues, Zydeco und Chanson. Ausser dem Chanson ist alles amerikanische Musik und im amerikanischen Verständnis auch Blues, aber ohne die Blues-Klischees. Das Album ist opulent mit Bläsern und Backgroundchören. Es ist sicher ein Album geworden, das stimmungsmässig im Blues liegt, mit der Ausnahme des Zydeco Titels „Monsieur Thibodeaux“. Diese Musik aus Louisiana steht Philipp Fankhauser und seiner Band gut an, wie auch das Chanson „L’Italien“, von Serge Reggiani, mit französischem und italienischem Text. Im „The Undertaker“ wird es recht funky und „In The Ghetto“ ist eine sehr gelungene Version dieses Klassikers. So könnte man Song für Song aufzählen, keiner fällt ab. Das Album klingt trotz der Vielseitigkeit sehr kompakt und solid. Eines der besten Alben von Philipp Fankhauser.

Fredi Hallauer

MEIMUNA

Album: „C’est Demain Que Je Meurs“ (Radicalis/The Orchard)

Nach mehreren EP ist dies das erste Album von Meimuna. Das Warten hat sich gelohnt. Dies ist ein vielseitiges Album und trotzdem aus einem Guss. Die einzelnen Lieder, alle auf Französisch, haben ganz verschiedene instrumentale Besetzungen. Mit dabei sind meistens die Gitarren von Meimuna und natürlich ihre feine, leicht gehauchte Stimme, welche etwas Mystisches ausstrahlt. Mit ihr singen neun der Musiker:innen und neben Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboards werden Cello, Querflöte, Klarinetten, Flügelhorn, Posaune, Tuba und Akkordeon gespielt. Es sind wunderbare Lieder entstanden, denen man einfach lauschen kann und immer wieder neue Töne darin entdecken. Die Inhalte der Lieder erzählen vom zerbrechlich sein, vom Ende, von der Hoffnung, von der inneren Revolution und einigem mehr. Die Texte sind sehr poetisch. Das ist ein grossartiges Album.

Fredi Hallauer

DUSSEX’ TRUE BLUE

Album: „Stripes Is Our Favorit Color“

Nach dreissig Jahren erscheint das nächste Album von Dussex’ True Blue in Originalbesetzung. Diese Besetzung sieht folgendermassen aus: Pascal Dussex (voc), Werner „Wege“ Wüthrich (ts, cl), Andreas Erchinger (p, key), German Klaiber (b) und Elmar Frey (dr). Die Musik dieses Quintetts bewegt sich von Jazz, zu Soul, Chansons und es groovt immer so richtig. Pascal Dussex singt englisch, französisch, spanisch und portugiesisch. Das Saxophon, mit dem rauen Ton, bringt einerseits den Jazz in die Musik, andererseits spielt Wege Wüthrich auch ganz schön soulig. Das Keyboard und Piano können mit ihren Möglichkeiten den Sound erweitern und Bass und Schlagzeug bringen den Drive und lassen es herrlich grooven. Pascal Dussex versteht es seine Stimme passend in allen Genres einzusetzen und das ausgezeichnet und passend. Er überzeugt nicht nur im Jazz und Soul, sondern gerade im französischen Chanson überzeugt er auch. Zu hören sind acht neue Eigenkompositionen und vier Standards in einem neuen Gewand. Der Albumtitel ist sehr treffend, denn die verschiedenen musikalischen Streifen ergeben einen wunderschönen und bunten Stoff.

Fredi Hallauer