SCHÄBYSCHIGG

Album: „REtroSchPEKTivä“ (Narrenschiff)

Die Kapelle, eine fast Blaskapelle, wobei das Akkordeon ja auch Luft an die Stimmzungen bläst, ist mit ihrem zweiten Album zurück. Sie spielen mit Klarinette, zwei Trompeten, einer Basstrompete und ein Mann spielt abwechselnd die Tuba, das Akkordeon und hat bei ein paar Stücken den Leadgesang. Das ist neuer bei Schäbyschigg, sie singen etwas mehr und einmal vor allem einen längeren, engagierten Text, nämlich bei „Oh Wält“. Der Albumtitel setzt sich zusammen aus Retrospektive und Respekt, darum ist er so seltsam geschrieben. Der Gruppe geht es um Respekt vor Altem und vor Neuem, denn nichts ist oder war besser. Ihre Musik kann man zur Neuen Volksmusik zählen, es ist aber einfach mehrheitlich Instrumentalmusik zwischen Volksmusik, Jazz und einfach fantasievoller und toller Musik. in den einzelnen Stücken gibt es viele unerwartete Wendungen und Wechsel, was diese Musik speziell spannend macht. Vielleicht das schwächste Stück ist „Whiskey In The Jar“, es ist aber immer noch sehr gut, etwas weniger typisch Schäbyschigg. Auch ihr zweites Album gehört für mich wieder in meine persönliche Liste für das Album des Jahres.

Fredi Hallauer

EVELYN & KRISTINA BRUNNER

Album: „Mäander“ (info@evelyn-kristina-brunner.ch)

Die beiden genialen Musikerinnen, welche auf vielen Alben in den verschiedensten Besetzungen zu hören sind, haben wiederum ein Album im Duo aufgenommen. Da ist nicht anderes zu hören als Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass. Wer jetzt aber denkt, das ist spärlich, merkt beim Hören, wieviel und wie vielseitig diese Instrumente nutzbar sind. Die Musik ist auf höchstem Niveau gespielt. Viel verspieltes aber auch melancholisches kommt zum Zuge. Schon alleine wie die beiden das Schwyzerörgeli spielen ist phänomenal. Wenn sie dann entweder das Cello oder den Kontrabass dazunehmen wird es spannend. Wunderbare Stellen sind die, bei welchen das Cello oder der Kontrabass vorspielt (wie es in der Volksmusik heisst). Wer aber einfach Ländlermusik erwartet liegt hier falsch, Volksmusik ja, aber die heutige hohe Kunst der Volksmusik, welche aber trotzdem so einfach klingt, dass sie wohltuend wirkt. Dazwischen spielen die Beiden auch Cello und Kontrabass zusammen, ohne Örgeli, und werden musikalische Grenzgängerinnen. Überhaupt sind diese Klänge eine Mischung aus Volksmusik, Jazz und Klassik, halt einfach tolle Musik. Da es Instrumentalmusik ist, wird einem nichts vorgesungen höchsten die Titel geben eine Stütze. Die heissen z.B.: „Rondell“; „Chunnt scho guet“, „Odcast-Schottisch“ oder „Loube“. Musik zum Geniessen und den Tag ausklingen zu lassen, gerade jetzt wo die Abende länger werden.

Fredi Hallauer