SOOON

Album: „Youchz Now“ (Narrenschiff)

Im Titel sind also keine Schreibfehler. Die Gruppe schreibt sich mit drei O’s. Das Trio besteht aus Sonja Morgenegg (Stimme, Jodel, Oberton, gitarre und Monochord); John Wolf Brennan (Pianos, Melodica, Akkordeon, Stimme) und Tony Majdalani (verschiedensten Perkussionsinstrumente und Stimme). Die Schweizerin, Der Irland-Schweizer und der Palästinenser spielen gleichzeitig Worldmusik der Weltklasse wie auch Neue Volksmusik. Sie verschmelzen, Jodel mit Joiken der Sami, legen brasilianische und afrikanische Rhythmen darunter. ein andermal ist es irgendwie Klezmer, oder Musik aus dem arabischen Raum der sich mit Stimmen und Melodien aus der Welt vermischt. Youchz Now ist eine Wundertüte an wundersamen Klängen. Das ist spezielle Musik, welche aber vielen Leuten gefällt, wenn sie diese Klänge entdecken. Heisser Tip.

Fredi Hallauer

JÜTZ

Album: „Hin & Über“ (Chaos)

Dieses Album erschien bereits 2018, kam aber erst jetz zu mir, darum die Besprechung. Die Gruppe Jütz besteht aus einem Schweizer und zwei MusikerInnen aus dem Südtirol, produziert hat Dizl Gmünder aus Bern und so weiter und so fort. Also ein Album und eine Gruppe, welche keine Landesgrenzen kennt, darum das Review hier im musikch.com . Das Trio besteht aus Isa Kurz, welche singt, Geige, Akkordeon und Hackbrett spielt; Philipp Moll am Kontrabass und E-Bow, auch er singt und Daniel Woodtli spielt Trompete und Flügelhorn und er singt ebenfalls. Vom Instrumentarium her wird klar, da geht es um Volksmusik, Folk und Jazz oder eben um Neue Volksmusik. Beim anhören dieses Album geht man wirklich „hin und über“. Einerseits wird da recht frech mit traditionellen Themen und Melodien umgegangen, aber auch musikalisch sehr anspruchsvoll und herausfordernd. „Luegid vo Bärg und Tal“ wird ins tirolische übersetzt gesungen, die tirolischen Volksmusikschlager, wie „Perle vom Tirol“ werden zusammengefasst in Textfetzen und mit ganz anderer Musik gespielt, aber auch Blasmusikstücke werden verändert. Das Ganze ist kein Blödelalbum wie es den Anschein machen könnte, aber eine witzige musikalische Auseinandersetzung mit Volksmusik und aber auch Aussagen zur Zeit mit alten Liedern wie mit dem „Schwalbenlied“ von 1859. Musikalisch ist es Neue Volksmusik welche nahe beim Jazz liegt. Jütz ist hier ein sehr grossartiges und beachtenswertes Album gelungen.

Fredi Hallauer

SILBEREN

Live: Albumtaufe „Winder“ im Kulturhof Köniz am 8. September 2019

Bild Fredi Hallauer

Regnerischer Sonntagnachmittag 17 Uhr und ein zahlreiches Publikum begrüsst das Quartett Silberen mit grossem Applaus. Die Gruppe belohnte das Publikum mit einem wunderschönen Konzert. Mit Stimme, Hackbrett, Kontrabass, Perkussion und Gitalele erzeugten sie vertraute Töne, aber auch ganz viele neue Klänge, Geräusche und Stimmungen, dazu die Jodel und Lieder, welche von schrecklichen Geschichten bis zu weniger schrecklichen Situationen erzählten. Fröhlich wurde es nie, den die Gruppe verstand es, die klassischen Volksmusikakkorde aufzubrechen und den Inhalten entsprechend zu verändern. Das Konzert umfasste die Lieder und Stücke ihrer beiden Alben, wobei der Unterschied gut zu hören war. auf dem ersten Album mussten sie herausfinden wer sie waren und nun wissen sie es und machen diese mutige unbequeme und trotzdem bekömmliche Musik für die Seele und das Herz ohne diese volkstümlichen Schönmalereien. Silberen ist eine Gruppe die man nicht verpassen sollte, wenn man Neue Volksmusik gerne hat.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

Album: „Winder“ (Zytglogge Verlag)

Das Quartett, welches neue Volksmusik und unbequeme Volksmusik spielt ist mit dem zweiten Album zurück. Sie sind noch einen Schritt weiter gegangen und noch etwas unbequemer und interessanter geworden. Barbara Berger (Gesang, Handharmonium); Nayan Stalder (Hackbrett, Stimme); christian Schmid (Kontrabass, Stimme) und Roli Strobel (Guitalele, Schlagwerk, Handharmonium, Glockenspiel, Stimme) haben viele traditionelle, meist wenig bekannte Stücke und Lieder neu eingekleidet. Es beginnt bereits bei dem Eröffnungsstück dem „Sunnehälbler“ einem Juuz aus dem Muotathal, welcher noch Musik dazu bekam. Eigene Stücke wie „es isch“ gehören auch dazu. Lieder wie „Königskinder“ wurden bearbeitet und mit neuer Melodie ausgestattet, so dass das ganze Drama zur Geltung kommt, ohne theatralisch dramatisch zu sein. so geschah es auch bei den anderen Liedern und Tänzen. Die Lieder sind sehr gesellschaftsrelevant und absolut aktuell. Arm und Reich kommt im „Gspili“ zum Zug, Inzest wird im Lied „Anneli“ behandelt, einem alten traditionellem Lied und auch die anderen Lieder haben es in sich. Hier stimmt einfach alles, Musik, Texte, die Stimmung, die Aussagen und der Klang. Wiederum ein Album für die Jahresbestenliste.

Fredi Hallauer