DAVID HOWALD

Album: „Der Narr“ (BrillJant sounds/Irascible)

David Howald singt nun Deutsch auf seinem Soloalbum. Seine Texte sind teils persönlich und teils ziemlich kryptisch. Seine Stimme und sein Gesangsstil sind gewöhnungsbedürftig und nicht sehr eingängig. Er ist mit den schwierigeren Liedermachern (zum Hören) zu vergleichen. Musikalisch macht es uns David Howald auch nicht gerade leichter. Er setzt elektronische Texturen ein, Klavier, akustische oder elektrische Gitarren. Manchmal driftet der Sound in Noise ab und dies passt schlecht zu der ruhigen Gesangsart. Ein Album, welches man vor dem Kauf besser anhört, um sich zu vergewissern, ob einem dies gefällt.

Fredi Hallauer

PANDA LUX

Album: „Herz“ (Mouthwatering Records)

Die vier Musiker, welche seit Teenagerjahren zusammen Musik machen, nahmen ihr viertes Album auf. Sie sind etwas persönlicher geworden und sich trotzdem treu geblieben. Ihr auf Deutsch gesungener Indiepop erzählt von Liebe, Sehnsucht, Trennung und die Suche nach sich selbst. Die Musik wird neben Gitarre, Bass und Schlagzeug von Electro geprägt. Ein Teil der Lieder wird mit belegter Kopfstimme geschmachtet, das ist etwas Geschmackssache. Ein eindrückliches Lied ist „Therapie“. Panda Lux sind eine Indie Popband mit starken Texten und grosser Eigenständigkeit.

Fredi Hallauer

VINCENT GROSS

Album: „Prost“ (Electrola/Universal Music)

Der Schweizer mit deutschen Wurzeln präsentiert ein Schlageralbum. Er ist der Partyhengst und macht recht Power, wie eh und je. Musikalisch sind die Stücke eine Mischung aus altem Schlager und heutigem Sound. Dadurch spricht er auch die Fans der alten Partyschlager an, und trotzdem sind die Beats zeitgemäss. Eigentlich ein interessantes Schlageralbum, wenn die Texte nicht wären. Wie es der Albumtitel verrät, geht es fast ausschliesslich ums Trinken von Alkohol. Dass man ein ganzes Album allen Alkoholika widmet und das, ohne sie zu hinterfragen, kann ich nicht verstehen, bei den vielen Menschen, die in unserer Gesellschaft mit einem Alkoholproblem leben. Bitte das nächste Mal etwas mehr Hirnzellen für die Texte verwenden. Schade.

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Hör nie auf damit“ (Ariola/Sony Music)

Beatrice Egli, der Schweizer Schlagerexport, präsentiert ein neues Album in Rosa. Im CD-Pack gibt es auch ein Briefchen Blumensamen, ein paar Kleber mit dem Konterfei der Sängerin und ein Booklet mit allen Texten. Beatrice Egli singt Schlager, das ist ein Fact und daran soll niemand etwas kritisieren. Auf diesem Album sind es eher aufgestellte Texte mit Partyschlager-Musik. Alles gut gemacht und gut produziert, die Stimme klingt präsent und die Texte sind akustisch zu verstehen. Eigentlich alles im rosa Bereich. Mich stören da und dort die Texte. Wenn man alte Schlager hört, hat man das Gefühl, die darf man heute nicht mehr so ungefiltert spielen, geschweige denn aufnehmen. Aber bei Beatrice Egli gibt es doch ab und zu Textzeilen, oft wiederholt, wo man Fragezeichen setzen muss, vor allem, wenn es eine junge Frau singt. „Wir haben uns aus Versehen berührt, und aus versehen geküsst. Einmal weiss ein jeder ist sowas wie keinmal“. Zu einem solchen Text soll jede(r) denken, was er will.

Fredi Hallauer

THE LOUPETTES

Album: „Jellyfish Barbecue“ (Irascible)

Die neue Band mit bekannten Berner Musikern und einer Hamburger Sängerin veröffentlicht ihr erstes Album. Bei der Sängerin und Keyboarderin handelt es sich um Jeannette Wolf, bei den Musikern um den Bassisten Higi Bigler, den Gitarristen Urs Gilgen und den Schlagzeuger Tobi Heim, alle drei von den ehemaligen Kummerbuben. Jeannette Wolf singt Deutsch, Englisch und Französisch. Die Band lässt es so richtig grooven, krachen, und manchmal werden sie auch etwas ruhiger. Der Stil ist Indie-Pop mit Chanson-Einflüssen. Gesanglich nimmt uns Jeannette Wolf auf eine Achterbahnfahrt mit, mal frisch, frech und wild, dann wieder eher dunkel oder verträumt. Die Texte sind eher kryptisch, klingen aber gut, vorwiegend die Wortspiele in den deutschsprachigen Teilen.

Fredi Hallauer

MICHAEL VON DER HEIDE

Album: „Michael von der Heide singt Knef“ (IGroove)

Hildegard Knef würde am 28. Dezember 2025 ihren 100. Geburtstag feiern. Michael von der Heide mochte die Texte und Lieder von Hildegard Knef schon immer und hat immer wieder Lieder von ihr in seinem Programm gehabt. Anlässlich des runden Geburtstags von Hildegard Knef präsentiert uns Michael von der Heide, dreizehn ihrer Lieder. Es sind nicht nur ihre grössten Hits, sondern auch. So darf man auf diesem Album einige Lieder von Hildegard Knef entdecken oder vielleicht wiederentdecken. Nun sagt man ja, das Original ist immer die beste Interpretation. Das stimmt, aber Michael von der Heide kopiert nicht einfach Hildegard Knef, sondern er singt ihre Lieder. Dazu hat er seine Stimme und seine Phrasierungen plus erstklassige Musiker, welche ebenfalls die Musik eigenständig interpretieren. Wenn Hildegard Knef etwas mit Gypsy Swing begleiten liess, machen das diese Musiker nicht gleich. Also zu hören gibt es tolle Musik im Bereich Swing, Chanson mit schönen jazzigen Soli und natürlich Michael von der Heide, welcher hervorragend singt und interpretiert. Zu hören sind unter anderem „In dieser Stadt“; „Für mich soll’s Rote Rosen regnen“, „Ich brauch Tapetenwechsel“, aber auch „Die Welt ging unter am Zürichsee bei 30 Grad im Schatten“ und drei französische Chansons. Zum Album gibt es natürlich die Tour, oder zur Tour dieses Album.

Fredi Hallauer

ZIRKA

Album: „Alles ausser Stille“ (DMB Records)

Zirka ist eine Punkrockband, welche Deutsch singt. Ihre Musik geht herrlich los, nach echter Punkrock-Art. Sie kommen aus dem Kanton Bern. Wichtig sind die Texte. Sie nehmen sich viele aktuellen Themen an, wie der Klimaerwärmung oder dem Rechtsrutsch in der Politik auf der Welt. Persönliche Geschichten finden ebenfalls Platz in den Liedern, wie der Tod eines Bandmitglieds oder die Depressionen des Sängers. Sehr stark ist der Text bei „Nicht alles verändert sich“, oder „Roter Pfeil“. Kurz geschrieben gibt es hier sehr viele gute Texte, die wir nötig haben, und alles mit einer gesunden Portion Wut vorgetragen, die ebenfalls guttut. Zirka, macht weiter so.

Fredi Hallauer