MARC ROSSIER RO’S BLUE

Album: „When A Soul Is Gone“ (www.marcrossier.com)

Der Gitarrist und Sänger Marc Rossier hat zusammen mit Peter Enderli am Bass und Christof Jaussi am Schlagzeug und Backing Gesang, ein wunderbares Album aufgenommen. Bei zwei Songs spielt Andreas „Chnuffi“ Michel Orgel und E-Piano. Marc Rossier setzt bei diesem Album sehr viele seiner Saiteninstrumente ein, nämlich elektrische und akustische Gitarren, Dobro, Coral Sitar und Ambient Gitarren. Zu den Gitarrensounds versteht es Peter Enderli passende Basslinien und Rhythmen zu spielen. Christof Jaussi gibt den nötigen Rhythmus an. Marc Rossier besingt die verschiedensten Themen wie Fernbeziehung, sich selbst zu feiern, oder die schönen Erinnerungen, welche bleiben, wenn jemand verstorben ist. Die Musik bewegt sich zwischen Americana, Singer/Songwriter, Blues und Rock. Im Zentrum der Songs steht die Gitarre, und die versteht Marc Rossier sehr kreativ und melodiös zu spielen. Es ist einfach ein Genuss, diesem Album zu lauschen und dazwischen in den eigenen Träumen zu versinken.

Die Videos sind etwas älter und live, die Songs sind aber auf dem Album und in dieser Besetzung gespielt.

Fredi Hallauer

ANDY TRINKLER & THE CAPTAINS CLUB

Interview

Am 28. März sprach Fredi Hallauer mit Andy Trinkler vor dem Konzert im Kulturhof Köniz

Live: Albumtaufe im Kulturhof Köniz am 28. März 2025

Bild Fredi Hallauer

Der Singer/Songwriter trat mit seiner Gitarrenband und einer Backing Sängerin auf. Dszwischen setzte sich Stuwi Aebersold an die Hawai Gitarre und Mischa Maurer an das Keyboard. Sie spielten natürlich die Songs des neuen Albums und viele aus früheren Alben. Andy Trinkler verstand es Geschichten zu erzählen, teils wahre und fast wahre. Musikalisch bewegte sich die Band in einem breiten Spektrum von Country bis gegen Southernrock. Die meisten Songs waren im typisch amerikanischen Singer/Songwriter Stil der verschiedenen grossen Vorbildern. Andy Trinkler begeisterte mit seiner charismatischen leicht rauen Stimme. Sein Gitarrenspiel konnte sich ebenfalls hören lassen. Der zweite Gitarrist war immer im Hintergrund, auch bei den Soli, was nicht nur ich schade fand. Alles waren sehr gute Musiker. Nach zwei Zugaben, fand ein wunderschönes und fetziges Konzert ein schönes Ende.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

Album: „The Rail & The Road“

Dieses Album wurde nicht mit dem The Captains Club aufgenommen, sondern mit verschiedenen Musikern. Am Bass war Mich Schärer, am Schlagzeug sass Christof Jaussi und an der Hammond Mischa Maurer, Backing sang unter anderem Ursi Moser. Die Gitarren spielte Andy Trinkler. Auf dem Album sind elf Songs zu hören, drei sind Coverversionen, aber ganz im Stil von Andy Trinkler interpretiert. Die Covers stammen von Allan Taylor, Dan Fogelberg und Jim Croce, was auch schon ein wenig die Stilrichtung des Albums vorgibt. Es ist Americana im Stile der grossen Singer/Songwriter. Andy Trinkler versteht es, mit seiner guten und leichten Sandpapier Stimme Geschichten zu erzählen. Wer gewisse Titel vom Englischen ins Deutsche übersetzt oder Fantasie walten lässt, merkt, dass die Geschichten nicht nur in Amerika handeln, sondern auch in der Schweiz. „Paper Mill Road“, übersetzt Papiermühlestrasse (eine Strasse in Bern) oder „Train To Oldale“, was so viel heisst wie Zug nach Olten, sind zwei Beispiele. Die Songs handeln viel vom Reisen, von Lebensgeschichten und vielen Überlegungen aus dem Leben. Das Album klingt wunderbar und es ist ein wohltuender Genuss, diese Musik zu hören.

Fredi Hallauer

LONG TALL JEFFERSON

Album: „Old Sun, New Horizon“ (Mouthwatering Records)

Der Zürcher Singer/Songwriter präsentiert sein viertes Album. Seine Songs sind feine Songs mit wunderschöner akustischer Gitarre. Bei einem Teil der Songs ist eine Band mit dabei, welche sich aber gut im Hintergrund hält, sodass der Gesang wirklich zur Geltung kommt. Die E-Gitarre passt hervorragend zu der akustischen Gitarre in diesen Songs. Die Musik pendelt zwischen Folk, Indie Folk und Americana. Long Tall Jefferson singt hoffnungsvolle Lieder zwischen sonnigem und wolkigem Wetter, von der Stimmung her.

Homepage: https://www.longtalljefferson.com/

Fredi Hallauer

MARY B. GOOD

Album: „Cute But Psycho“ (MBG Music)

Da ist Mary B. Good ein ganz tolles Album gelungen und erst noch ihr Debüt Album. Musikalisch spielt sie mit aufmüpfigem Rockabilly herum und dann wieder mit tiefgründigem und ruhigen Americana. Alles irgendwo zwischen Rockabilly und Folk. Das Besondere daran ist, sie singt in St. Galler Mundart. Andere Musiker:innen aus St. Gallen, antworten immer auf die Frage, wieso sie nicht Mundart singen, weil es in diesem Dialekt nicht schön tönt. Mitnichten, Mary B. Good beweist das Gegenteil. Vielleicht ist der Albumtitel wirklich Programm. Sie ist sicher nicht Psycho, aber sehr eigenständig, schräg und wieder sehr ruhig. Sie singt über ihre Pünktlichkeit (oder eben nicht), aber auch vom endgültigen Abschiednehmen, von ihrem Versagen und Hilfe, die sie benötigt und vielem mehr. Diese Offenheit, diese Mischung gefällt mir wahnsinnig gut, einerseits rockt sie, um einem dann wieder nachdenklich zu stimmen. Bravo, Mary B. Good.

Fredi Hallauer

REVEREND BEAT MAN AND THE UN-BELIEVERS

Album: „Get On Your Knees“ (Voodoo Rhythm Records)

Was Reverend Beat Man mit seinen Un-Believers hier bietet, ist wiederum wunderschön schräg. Die Musik ist wohlklingender Americana, ja manchmal Country, das Schlagzeug hämmert schräg hinein und dann kommt Reverend Beat Man’s dunkle Stimme, rau und wild dazu. Er singt nicht nur, er predigt und bittet die Hörer:innen auf die Knie, er betet und fleht Gott an, ihn vor der Hölle zu schützen, lässt die Glocken für sich läuten und dann wird er wieder ungläubig und singt genau das Gegenteil. So wie ich die Texte verstehe, ist das keine Blasphemie, sondern die Auseinandersetzung zwischen gläubig und ungläubig sein. Diese Auseinandersetzung ist gut gelungen und erst noch ein Genuss.

Fredi Hallauer