VINCENT GROSS

Album: „Prost“ (Electrola/Universal Music)

Der Schweizer mit deutschen Wurzeln präsentiert ein Schlageralbum. Er ist der Partyhengst und macht recht Power, wie eh und je. Musikalisch sind die Stücke eine Mischung aus altem Schlager und heutigem Sound. Dadurch spricht er auch die Fans der alten Partyschlager an, und trotzdem sind die Beats zeitgemäss. Eigentlich ein interessantes Schlageralbum, wenn die Texte nicht wären. Wie es der Albumtitel verrät, geht es fast ausschliesslich ums Trinken von Alkohol. Dass man ein ganzes Album allen Alkoholika widmet und das, ohne sie zu hinterfragen, kann ich nicht verstehen, bei den vielen Menschen, die in unserer Gesellschaft mit einem Alkoholproblem leben. Bitte das nächste Mal etwas mehr Hirnzellen für die Texte verwenden. Schade.

Fredi Hallauer

BEATRICE EGLI

Album: „Hör nie auf damit“ (Ariola/Sony Music)

Beatrice Egli, der Schweizer Schlagerexport, präsentiert ein neues Album in Rosa. Im CD-Pack gibt es auch ein Briefchen Blumensamen, ein paar Kleber mit dem Konterfei der Sängerin und ein Booklet mit allen Texten. Beatrice Egli singt Schlager, das ist ein Fact und daran soll niemand etwas kritisieren. Auf diesem Album sind es eher aufgestellte Texte mit Partyschlager-Musik. Alles gut gemacht und gut produziert, die Stimme klingt präsent und die Texte sind akustisch zu verstehen. Eigentlich alles im rosa Bereich. Mich stören da und dort die Texte. Wenn man alte Schlager hört, hat man das Gefühl, die darf man heute nicht mehr so ungefiltert spielen, geschweige denn aufnehmen. Aber bei Beatrice Egli gibt es doch ab und zu Textzeilen, oft wiederholt, wo man Fragezeichen setzen muss, vor allem, wenn es eine junge Frau singt. „Wir haben uns aus Versehen berührt, und aus versehen geküsst. Einmal weiss ein jeder ist sowas wie keinmal“. Zu einem solchen Text soll jede(r) denken, was er will.

Fredi Hallauer

TRAUFFER

Album: „Heubode“ (Sony Music)

Trauffer ist zurück und wie! Er startet so richtig durch als Alpentainer. Vieles ist neu, nämlich der Produzent, der grössere Teil der Band und dadurch auch der Sound. Trauffer ist volkstümlicher, rockiger. Er versteht es mit diesem Album, richtig zu feiern und gute Laune zu verbreiten. Der Produzent heisst Georg Schlunegger, bekannt von Heimweh, Stubete Gäng, Schwiizergoofe, Megawatt. Die zwölf Mundartlieder schrieben die beiden zusammen. Der musikalische Leiter der Band ist der Schlagzeuger Massimo Buonanno und die Geschwister Monney, Jodlerinnen aus Freiburg, sind die weiblichen Stimmen mit viel Power. Auch das Örgeli ist stark besetzt mit Julian von Flüh. Das Songwriting ist auch gelungen und Peinlichkeiten sind keine mehr zu hören. Natürlich sind auch einige Gäste dabei, nämlich der Männerchor Heimweh, der Sänger Grüezi Italia und die Volksmusiker Rusch Büeblä. Das Ganze gibt echt tolle Partymusik, wo die Post abgeht.

Fredi Hallauer

OESCH’S DIE DRITTEN

Album: „Händmade“ (Universal Music)

Die Familienmusik ist seit vielen Jahren unterwegs, auch immer wieder mit einem neuen Album. Nun ist es wieder so weit. Dreizehn Stücke haben die sechs Musiker:innen aufgenommen. Selbstverständlich hört man Melanie Oesch auch Jodeln. Beim Schreiben waren vorwiegend Melanie Oesch und Hansueli Oesch zuständig. Da und dort haben auch noch andere Leute mitgeholfen. Ein Lied ist englisch und ein Cover von Hank Cochran, dem Countrymusiker. Ein Lied ist französisch und eines gibt es sowohl auf Mundart als auch auf Deutsch. Musikalisch ist alles handgemachte Musik, wie es der Albumtitel sagt. Stilmässig pendeln sie zwischen Volksmusik, volkstümlichem Schlager und Skihüttenparty. Die Kompositionen sind interessant, die Texte sind aber nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Ein Album für die Unterhaltung.

Fredi Hallauer