STEFANIE STAUFFACHER

Album: „Mania Mania“ (A Tree In A Fields Records)

Das Duo Stefanie Stauffacher besteht aus Lara Stoll (Texte, Sprechgesang) und Lukas Marty (Synthesizer, Maschinen und allerlei Geräte). Die beiden machen einen eigenwilligen Elektropop. Die Songs sind tanzbar. Lara Stoll spricht und singt Deutsch, Englisch und Schweizerdeutsch. Die deutsch gesungenen Lieder sind spannend, denn das ist die Welt von Lara Stoll, welche aus der Slam Poetry Szene kommt. Manchmal sind die Texte leicht kryptisch, und trotzdem kommt etwas bei einem an. Spannend klingt die Interpretation von „Über den Wolken“. „Friedhof Sihlfeld“, in Mundart, ist ein weiterer Höhepunkt des Albums. Stefanie Stauffacher ist ein Duo, welches neue Massstäbe in der Schweizer Musikszene setzt.

Fredi Hallauer

NAMAKA

Album: „Cloudspotting“ (Mouthwatering Records)

Das neue Album von Philipp und Sophie, alias Namaka, entstand zwischen Zürich und Brüssel. Bei der Entstehung standen Tape Rekorder und Laptop im Einsatz. Zu hören ist vielseitiger Elektropop. Da sind satte, schnelle Bassläufe, ein Schlagzeug, das manchmal echt scheppert, Synthies, welche dazwischen herum mäandern. Alles ziemlich bewegt, laut, nervös und darüber die wundervolle und ruhige Stimme von Sophie, welche sich von dem Gehetze nicht beeinflussen lässt und den Wolken nachsieht. Namaka beschreibt auch in den Liedern, genau das, was die Musik vorgibt. Der Lärm um uns, unsere Beziehung zur Aussenwelt, und wo finden wir darin unsere Ruhe, unsere Energie? Ein komplexes Album und trotzdem sehr eingängig. Sicher eines der besten Alben dieses Genres in diesem Jahr.

Fredi Hallauer

ELIO RICCA

Album: „Emotional Hardcore“ (Mouthwatering Records)

Das Schweizer Duo spielt im Widerspruch des Albumtitels. Einmal sind sie emotional und in wenigen Sekunden darauf Hardcore. Sie pendeln zwischen hartem Elektropop und Postpunk. Schöne Hooks, vertrackte Beats oder Texte, die ein Mantra sein könnten, dies und noch viel mehr gibt es in den Songs auf dem neuen Album zu hören. Sie klingen sehr eigenständig und sind sicher nicht jedermanns Sache. Flexible und neugierige Menschen finden sicher Gefallen an dieser Musik.

Fredi Hallauer

FELICIEN LIA

EP „Tout Bon Tout Triste“ (Irascible)

Der Genfer Musiker singt Französisch und macht sehr urbane Musik. Eigentlich ist es Elektropop, aber er zieht viele verschiedene Register in den fünf Liedern. Die Texte handeln von seinem Seelenleben. Der Beat regt zum Tanzen an und die amüsanten Texte zum Nachdenken. Gutes Songwriting und gute Produktion. Der Sound bietet immer wieder Überraschungen, da taucht ein Streichinstrument auf, dort eine zusätzliche Stimme und hier ein längeres jazziges Saxophonsolo.

Fredi Hallauer

FROM KID

Album: „Rain Is Good Weather“ The Orchard/Radicalis)

Das Album von From Kid erzählt Geschichten von aktuellen Themen und allgemeinen Überlegungen. Sie behandeln Veränderungen, unsere Beziehungen zur Natur, Suche nach Unabhängigkeit oder es sind kritische Betrachtungen unserer Gesellschaft. Musikalisch ist es Elektropop der sanften Art. Die Stimme wurde ebenfalls elektronisch manipuliert, was die Verständlichkeit der Texte sehr beeinträchtigt.

Fredi Hallauer

NOLA

Album: „Lost & Found“

Nola kommt von Basel und ist eine Sängerin, Multiinstrumentalistin, Komponistin und Produzentin. Sie spielte ihr neues Album alleine ein, produzierte es auch alleine. Es sind zehn Songs zu hören. Stilmässig ist es Elektropop, Englisch und Französisch gesungen. Die Musik ist leicht, richtig geeignet für heisse Sommertage. Nola hat eine feine und klare Stimme. Die Lieder handeln von Selbstfindung mit den verschiedensten Facetten. Zu der Musik und der Stimmung passen die französischen Lieder besser, aber auch die englischen Songs sind gut. Der Wiedererkennungswert der einzelnen Lieder ist nicht sehr gross, dank der Sprache fallen einem doch deutliche Unterschiede auf. Ein erfrischendes easy Listening Album.

Fredi Hallauer

TIM & PUMA MIMI

Album: „More Or Less Tim & Puma Mimi“ (A Tree In A Fielod Records)

Sie sind nach längerer Abwesenheit zurück und das in alter Frische. Sie waren in der Abwesenheit mit Kindererziehung beschäftigt und dem schreiben und machen des neuen Albums. Tim ist Schweizer und Puma Mimi ist Japanerin. Sie machen Elektropop der wilderen und teils unkonventionellen Art, mit Einflüssen von TripHop. Auf diesem Album sind immer wieder ungenannte Freunde dabei. Puma Mimi singt japanisch, englisch und gelegentlich Deutsch. Alles ziemlich aufregend und chaotisch zusammengebaut. Der zweite Teil des Albums ist etwas dunkler geraten und hat mehr TripHop Anteile. Die Musik hat dieses Mal mehr traditionelle japanische Einflüsse, sei es von den Instrumenten her, oder von den Melodien. Diese Musik macht Spass und ohne abzutanzen, kann man diese Musik kaum hören. Ein ungewöhnliches Album, das trotzdem melodiös ist und sehr eingängig und erfrischend.

Fredi Hallauer

ANDRYY

Album: „Wänn du da bisch“ (Universal Music)

Der junge Mundartsänger hat nach mehreren EP ein Album mit zwölf Liedern veröffentlicht. Musikalisch ist es bekömmlicher, tanzbarer Elektropop. Die Lieder erzählen von der Liebe in den verschiedensten Facetten, aus der Sicht eines jungen Mannes. Da gibt es die Frauen, welche ihn nicht beachten, das totale Verliebtsein, das Verlassen werden und vieles dazwischen. Wunderschön sind die beiden Duette, eines mit Livv und eines mit To Athena. Andryy bietet ein Stück schöne Mundartpopmusik für die jüngere Generation.

Fredi Hallauer