SCALATRAX

EP: „Scalatrax“ (Radicalis Music)

Der Schlagzeuger und Produzent Florian Haas-Schneider startet mit seinem Soloprojekt. er setzt aber kein Schlagzeug und auch keine digitales Schlagzeug ein. Seine Beats bestehen aus gesampelten Alltagsgeräuschen mit Scherben, Koffern, Büchern, Esswaren und vielem mehr, dazu gesellt er Synthesizer, Klavier und Stimmen. Er liegt damit irgendwo zwischen Ambient und sogar HipHop. Es sind 23 Minuten teils interessante Sounds, teils auch sehr zusammengebaut.

Fredi Hallauer

EMILIE ZOE & CHRISTIAN GARCIA-GAUCHER

Album: Pigeons – Soundtrack for the Birds on the Treetops Watching the Movie of our Lives (Hummus Records)

Emilie Zoé aus der französischen Schweiz, wurde von einem alternativen Filmfestival in La Chaux De Fonds, eingeladen einen alternativen Live Filmsoundtrack für einen Film ihrer Wahl zu machen. Sie wählte den Film „A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence“ von Roy Anderssons. Ins Boot holte sie den Produzenten Christian Garcia-Gaucher. So wurde zum Film mit der Originalmusik noch diese Musik gespielt, so wie ich das verstanden habe. Dieser Alternative Soundtrack gibt es jetzt als Album. Viele Aufführungen mit dem Film und Emilie Zoé mit dem Schlagzeuger Nicolas Pittet hätten stattfinden sollen, welche jetzt wegen der Coronakrise vorläufig wegfallen. Es bleiben uns aber diese melancholischen Klänge mit etwas Orgel untermalt, den Gitarren und einigen wunderschönen oft zweistimmig gesungenen Songs (Frauen- und Männerstimme). Ein paar Stücke sind instrumental, aber auch die lohnenswert zu hören.Emilie Zoé ist es wieder einmal gelungen Popmusik ganz neu zu definieren.

Fredi Hallauer

HANTER DRO

Album: “ Death By Algorythm“

Die Luzerner Post-Hardcore Band zeigt zwei Gesichter, welche nicht immer ganz zueinander passen. Einerseits spielen sie Hardcore, was vor allem durch den „Gesang“ zum Ausdruck kommt, manchmal sogar mit mehrstimmigem „Geschrei“. Das andere Gesicht ist ruhiger und von genialer Gitarre gezeichnet, Ambient Musik. Diese Ambient Teile streuen sie in den Hardcore ein, was sehr erfrischend ist, beim Einsetzen des Gesangs wird die Erfrischung wieder unterbrochen. Die Gegensätze sind krass und die Reibung enorm. Wenn das so gewollt ist, OK. Wer sich dieses Album anhört, muss sich aber um die Gegensätze bewusst sein. Ein sehr spezielles Album.

Fredi Hallauer