KATE BIRCH

Album: „The Fool“ (Red Brick Chapel)

Hinter dem Künstlernamen Kate Birch verbirgt sich Laura Schuler. Laura Schuler ist ausgebildete Jazzgeigerin und spielte international in verschiedensten Formationen und Projekten. Nun hat sie genug davon und wechselte zum Pop und tritt als Kate Birch auf. Die Geige und Elektronik ist neben Drums die musikalische Unterstützung ihrer Texte. Die Songs erzählen allesamt von Begegnungen mit Menschen aller Art und Alter, was sehr spannend ist. Musikalisch ist dies Album etwas schwierig. Wenn man die Musik als Indie-Pop anhört entsprechen nur ein Teil der Songs dem Stil. Als Jazz passt doch viel mehr, vor allem als zeitgenössischer offener Jazz. Wenn man diese Klänge mit den guten Texten ohne Genre Vorgabe geniesst, hat man am Meisten davon und da ist das Album eine wirkliche Perle.

Fredi Hallauer

DELIA MESHLIR

Album: „Calling The Unknown“ (Irascible Records)

Die Waadtländerin besingt englisch das unbekannte der Liebe. Fragen wie: Wie ist es in einer festen Beziehung, bin ich da gefangen? Mag ich lieber jemandem vom gleichen Geschlecht. Will ich eine Beziehung überhaupt? und so weiter. Sie singt das sehr schwebend, teils fast träumend. Damit die Sängerin den Boden nicht ganz verliert hat sie eine Band, welche das ganze erdet. Der Sound kann manchmal einen deutlichen Kontrapunkt setzten und richtig rockig abfahren unter der schwebenden Sängerin. -es funktioniert. Andere Songs sind dann wieder sphärisch folkig begleitet. Ein sehr interessantes Album.

Fredi Hallauer

ELLA RONEN

Album: „Motherland“

Ella Ronen lebt nun in Zürich und wurde in Tel Aviv geboren. Sie verbrachte früher einige Jahre in Vevey in der Schweiz, zog wieder nach Israel und jetzt lebt sie mit einer eigenen kleinen Familie in Zürich. Das Thema „Motherland“ oder „I’m not from here“ beschäftigte sie schon länger, sie schrieb auch die Lieder bereits früher, aber sie stimmten nicht wirklich für sie. Nun ist die Zeit gekommen und es stimmt. In Zürich, sagt sie, leben alles Ausländer und somit sind es keine Ausländer mehr. Auch die anderen Lieder erzählen aus dem Leben und Ella Ronen’s Umfeld. Ihre warme ruhige Stimme passt gut zu den Songs. Musikalisch bewegt sie sich zwischen Pop und Jazz. Streichinstrumente sind immer wieder zu hören, ein jazziges Schlagzeug, aber auch Tasteninstrumente. Es ist eher ruhige Musik aber sehr packende. Ella Ronen ist eine Entdeckung.

Fredi Hallauer

LORD KESSELI

Album: „Tell Me When You’re Empty“ (Irascible)

Lord Kesseli kann es auch ruhig angehen. Das zeigt uns der St. Galler Musiker auf seinem Solo Album. Er reduziert Musik auf das minimalste, nämlich einen Flügel und eine Stimme. Die Töne Perlen erfrischend aus den Boxen und die Stimme löst dann die Frische auf. Lord Kesseli, schmachtet, flirtet, schimpft und leidet mit seiner Stimme durch die stockdunkle Nacht. Piano und Stimme ergeben aber ein Ganzes und so klingt es wunderschön düster und nicht bedrohlich. Lord Kesseli singt englisch. Das ist wirklich Musik für Menschen welche Musik mögen und hinhören.

Fredi Hallauer

JAËL

Album: „Sinfonia“ (Zealand Records)

Jaël hat ein Album mit ihren Songs und einem 28 köpfigen Orchester, einem Pianisten und Backgroundsängerinnen aufgenommen. Es ist das Drouji’s Frineds Orchestra unter der Leitung von Droujelub Yanakiew. Im Orchester sind neben den Streichern auch Bläser, Perkussion und Timpani vertreten. Die Songs stammen aus den verschiedenen Zeiten von Jaëls musikalischem Schaffen. So sind zwei Lunik Songs, sieben von ihrem letzten Album, einer von einem früheren Album und drei bisher unveröffentlichte Songs zu hören. Lunik singt klar und deutlich mit ihrer schönen, elfenhaften Stimme und viel Gefühl vor dem Orchester. Das Orchester ist sehr gut arrangiert und nicht nur eine Begleitband, sondern da gibt es zwischen dem Gesang auch sehr viel spannende Töne zu hören. Trotz dieser Vielseitigkeit der Songs und der Musik, klingt das Album aus einem Guss. Man kann es als Songbook bezeichnen mit verschiedenen Kapiteln. Jaël ist bemerkenswertes Werk gelungen, welches seinesgleichen sucht.

Fredi Hallauer