LOST IN LONA

EP: „Lost In Lona“ (Irascible)

Das Duo aus Basel veröffentlicht ihre erste EP mit fünf Songs, einer auf französisch und vier auf englisch. Es sind schöne Klavierballaden, mit jazzigen Anklängen, manchmal wilderen Gitarrenriffs und vor allem einer wunderschönen Frauenstimme. Mit Ballade sind nicht nur langsame Rhythmen gemeint. Die Songs sind nicht nur romantisch, da ist Wut dabei, Hoffnung, Aufzeichnung der Weltsituationen. Aber Lost in Lona lassen einem nicht alleine, sie nehmen unsere Hand und führen uns durch den Sturm. Es geht um Gefühle, aber nicht nur bei der Liebe, sondern auch bei Corona mit dem Lockdown und bei der aktuellen Weltlage. Eine auffällig gute und schöne Debüt EP.

Fredi Hallauer

KRUGER BROTHERS & KEISER TWINS

Album: „Carolina Roots“ (Swiss Tex Music/iMusician)

Auf diesem Album spielen die beiden Krüger Brüder nicht mit ihrem angestammten Bassisten, sondern mit Peter Keiser am Bass. Da es die keiser Zwillinge nur zusammen gibt, übernimmt Walter Keiser das Schlagzeug und die Perkussion. Was so auf der Affiche den Eindruck macht, schade da geht ja das Banjo und die Gitarre unter, ist nicht so. Gerade das Schlagzeug, das bei uns bei den Kruger Brothers nicht dabei ist, bringt sehr viel und stützt das quirlige Banjospiel, hebt es sogar noch mehr hervor. In den USA spielen die Kruger Brothers übrigens sehr oft mit einem Perkussionisten zusammen. Stücke mässig geht es quer durch den amerikanischen Musikgarten. Eigene Songs, wie das Anfangsstück „Swing That Maul“ und weitere aus dem Auftragswerk der Southern Pacific Railway Company, sind dabei, Dann ein paar Traditionals wie „Deep Ellum Blues“, „Carolina Mountain Memories“ oder „Darling Corey“. Das „Dont’t Think Twice“ von Bob Dylan, eine Eigenkomposition der keiser Twins, „People Get Ready“ von Curtis Mayfield und zum Schluss noch „Streets Of London“ von Ralph McTell. Wer sich nun fra,gt, brauche ich diese alten Klassiker noch, dem kann ich nur sagen, so hat man sie noch nie gehört. Einverstanden, der Gesang ist Kruger Brothers, etwas rauh und kantig und amerikanisch, aber das Banjo und die Gitarre sind auch Kruger Brothers, aber einsame Weltspitze. Wer so leicht und quirlig Banjo spielen kann und tut und fast blindlings der Gitarre vertrauen, welche nicht weniger quirrlig ist. Aber auch Bass und Schlagzeug haben bei diesem Album ihren Stellenwert.

Fredi Hallauer

PAUL ETTERLIN

Album: „Sleeping On A Railroad Track“

Der Luzerner Rock-Pop Musiker hat wiederum ein sehr schönes Album veröffentlicht. Das sind elf ehrlich gemachte Songs, Gitarre, Gesang, Bass und Schlagzeug, die ersten beiden Parts sind die von Paul Etterlin und dann kommen noch ein paar Instrumente dazu. DasSongwriting liegt Paul etterlin sehr gut. Es sind abwechslungsreiche Songs mit Ohrwurmcharakter, als Beispiele sind hier „You And I“ und „My Fate“ genannt. aber eigentlich kann man jeden nennen. Selbstverständlich kommen die Gitarren nicht zu kurz, schöne Licks in den Songs un dimmer wieder melodiöse Soli sind überall eingestreut, Beispiel ist „Fireball“. Ein weiteres Highlight ist Paul Etterlin’s Stimme. Eine typische Rockstimme, leicht angerauht, schwingt sich manchmal in die Höhe und bekommt dann das gewisse etwas im Timbre, er schreit aber nie, sondern singt immer. Zu all diesen positiven Punkten kommt der gute Sound des Albums und die gute Abmischung, alles ist dort wo es hingehört und alles wird gehört. Ein Poprock Album das zu den besten dieses Jahres gehört.

Fredi Hallauer

AY WING

Album: „Bloodstream“ (Mouthwatering Records)

Das erste Album von Ay Wing gibt uns eine Innenansicht von ihr. Sie setzt sich mit ihren Gefühlen auseinander zu intelligenter Popmusik zwischen verschiedenen Popstilen. Es ist ein Album zum zuhören, mann kann vielleicht ein bisschen Wippen beim Zuhören. Ihre Stimme nimmt einem sofort gefangen, sie ist oft zart und doch präsent und kräftig ohne laut zu werden. Das ist ein Album bei dem es nicht viel zu schrieben gibt, man muss es Anhören.

Fredi Hallauer

KINGS ELLIOT

EP: „Bored Of The Circus“ (Universal)

Die Schweizerin mit Wohnsitz in London hat bereits die zweite EP veröffentlicht und sich nochmals deutlcih gesteigert. Es sind intime persönliche Songs, spärlich instrumentiert aber mit grossartigen Chören ausgestattet, welche sie alle selber einsang. Ihre schöne Stimme klingt stark und gleichzeitig auch zerbrechlich und genau diese Mischung geht unter die Haut. Musikalisch ist sie unter Alternativ einzuordnen. Das sind fünf Songs denen man ewig lauschen könnte.

Fredi Hallauer

KATE BIRCH

Album: „The Fool“ (Red Brick Chapel)

Hinter dem Künstlernamen Kate Birch verbirgt sich Laura Schuler. Laura Schuler ist ausgebildete Jazzgeigerin und spielte international in verschiedensten Formationen und Projekten. Nun hat sie genug davon und wechselte zum Pop und tritt als Kate Birch auf. Die Geige und Elektronik ist neben Drums die musikalische Unterstützung ihrer Texte. Die Songs erzählen allesamt von Begegnungen mit Menschen aller Art und Alter, was sehr spannend ist. Musikalisch ist dies Album etwas schwierig. Wenn man die Musik als Indie-Pop anhört entsprechen nur ein Teil der Songs dem Stil. Als Jazz passt doch viel mehr, vor allem als zeitgenössischer offener Jazz. Wenn man diese Klänge mit den guten Texten ohne Genre Vorgabe geniesst, hat man am Meisten davon und da ist das Album eine wirkliche Perle.

Fredi Hallauer

DELIA MESHLIR

Album: „Calling The Unknown“ (Irascible Records)

Die Waadtländerin besingt englisch das unbekannte der Liebe. Fragen wie: Wie ist es in einer festen Beziehung, bin ich da gefangen? Mag ich lieber jemandem vom gleichen Geschlecht. Will ich eine Beziehung überhaupt? und so weiter. Sie singt das sehr schwebend, teils fast träumend. Damit die Sängerin den Boden nicht ganz verliert hat sie eine Band, welche das ganze erdet. Der Sound kann manchmal einen deutlichen Kontrapunkt setzten und richtig rockig abfahren unter der schwebenden Sängerin. -es funktioniert. Andere Songs sind dann wieder sphärisch folkig begleitet. Ein sehr interessantes Album.

Fredi Hallauer