KRISTIN ASH

Album: „Kristin Ash sings Dan Fogelberg“ (Peanuts Music)

Die Fribourgerin war auf der Suche nach der Musik die sie machen will. Als leidenschaftliche Taucherin reiste sie in die USA und fand dort die Songs von Dan Fogelberg. Er war ein amerikanischer Singer/Songwriter und starb 2007. Seine Songs sind wirkliche Perlen. Kristin Ash nahm sich den Songs an und nahm in Nashville zwölf davon auf. Stilmässig ist es Singer/Songwriter zwischen Rock, Folk und Country. Es sind schöne Songs und die interpretation durch Kristin Ash mit ihrer markanten Alt-Stimme tun den Liedern gut. Ihre Stimme schafft es zu berühren ob bei den Balladen oder bei den bewegteren Songs. Ein sehr schönes Album, auch für die Seele.

Fredi Hallauer

GEORGE

Album: „Dr Louf vom Läbe“ (Hena Music/CeDe.ch)

George ist zurück und wie er im ersten Track singt „Es geit wieder los“. Und wie es los geht. George und seine Band spielen sehr rockig und mit viel Power, so richtig guten Mundartrock. Die Band besteht aus zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboard. Dazu kommen noch ein paar Stimmen und hie und da ein Gastinstrument. Viel auffallender als die gute Musik sind aber die Texte. George singt nicht nur von Heimat und Liebe, das sogar wenig aber gut, sondern auch von sich und wie es einem ergehen kann, wenn man plötzlich nicht mehr mag. Das Lied zu Heimat „Mini Schwiz, dini Schwiz“ ist ein ausgesprochen kritisches Lied über Zustände in unserem Land. George ist hier ein grosser Wurf in seiner Karriere gelungen und er kann sich mit diesem Album zu den guten Mundartrock Texter und Musiker einordnen. Kleines akustisches Minus gibt es, da seine Stimme ein paar Mal verhallt und sonst ein bisschen manipuliert wurde, was zu künstlich tönt. Eigentlich ist Georges Stimme einfach so wie sie ist, nämlich auch ehrlich und darum schaden solche Tricks.

Fredi Hallauer

DIRTY SOUND MAGNET

Album: „DSM-III“ (Hummus Records)

Das Schweizer Rock Trio kommt Energie geladen aus der Pandemie. Eigentlich haben sie diese Energie in der Pandemie entwickelt. Das Album entstand während des Lockdowns und sie haben alles von A-Z selber gemacht. Es ist Rock, Bluesrock, ProgRock, PsychRock und experimenteller Rock. Textlich befassen sie sich mit der Esoterik, dem Schamenentum und dem Verlust der religiosität und dem aufkommen der Spiritualität. Dies tun sie ziemlich sarkastisch und durch die Musik unterstützt. Da wird der Beat schon mal so fernöstlich oder auch Harmonien erinnern an spirituelle Musik. Wird alles dann doch einmal zu schön, verteht es die Band das ganz schnell zu versauen, mit einem ausgeflippten Gitarrensolo oder einer experimentellen Improvisation aller Instrumente. Sie sind auch selbstironisch und nehmen auch ihre Musik auf den Hut. Man darf sagen sie nehmen die Musik sehr ernst und was sie machen und sind trotzdem nicht ganz ernst. Wer diesen Satz verstehen will und Rockmusik mag, soll sich das Album anhören, die Begeisterung wird sich schnell einstellen.

Fredi Hallauer

MARC AMACHER

Album: „Grandhotel“ (Jazz Records/Sound Service)

Marc Amacher macht es einem nicht leicht mit seinem neuen Album. Aufgenommen wurde es im Hotel Giessbach über dem Brienzersee. Marc Amacher geht natürlich immer seinen Weg und wie verrückt dass der ist, er zieht es durch. Das Album startet mit „Stay Clean“ von Motorhead, in einer Version, so roh, dass sie nicht einmal Motorhead in den Sinn kam. Das Grundgerüst ist lauter, roher Rock und die Gitarren haben etwas bluesiges im Sound, sehr gewöhnungsbedürftig. Es folgt eine rockige Bluesnummer „Ride“, das ist Amacher wie man ihn erwarten darf, roh, laut und starke Gitarrensounds. Dann folgen mehrere Songs, die irgendwo in den Noise-Blues gehören, psychedelisch vielleicht, wahnsinnig verhallt (unklar ob der zugefügt wurde oder das Grandhotel dafür verantwortlich ist), auf alle Fälle sehr gewöhnungsbedürftiger Sound, welcher mich persönlich nicht anspricht. „Rocket Man Blues“ und „Diving Duck“ plus die Reprise „Rocket Man Blues“ sind sehr gut gelungen, mit schlichtem Sound, roh zwar immer noch, aber sie lassen etwas in einem erklingen und vibrieren. Wenn man genau hinhört gibt es immer mehr zu entdecken aber zuerst muss man den Schock überwinden.

Fredi Hallauer

STORACE

Album: „Live And Let Live“ (Cream Of Rock)

Marc Storace hat ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach Auflösung von Krokus wandelt er auf Solopfaden, Vertrieb und Management hat sein früherer Bandkollege von Tea, Roli Eggli, übernommen. Klar Marc Storace singt immer noch Rock und wie. Er zeigt auf diesem Album dass Rock immer noch lebt. Es ist eine Form von Rock, die vor allem seine Stimme zur Geltung bringt und er sich über der Musik gut ausdrücken kann. Die Musiker auf dem Album sind Massimo Buonanonno am Schlagzeug, Marco Blöchlinger am Bass, Cyrill Camenzind und JP von Dach an den Gitarren, Christian Roffler an den Keyboards und Gee K, Micha Dettwyler, Celine Hafes Backgroundgesang. Also alles relativ pur, nicht noch viele Gäste und Firlefanz, gute Rockmusik eben. Die Songs sind alle neu und die Texte sind von Marc Storace. Es geht abwechslungsreich zu und her, mal laut mal leiser, mal akustischer mal elektrischer. Marc Storace überzeugt mit tollen Songs und Musik.

Fredi Hallauer

ONE SENTENCE SUPERVISOR

EP: „Temporär Musik 15-19“ (Irascible Records)

Das Quintett aus dem Aargau und Zürich hat hier zwei bestehende Stücke veröffentlicht und drei neue Songs. Sie sind irgendwo im Aufbruch, offenbar persönlich wie auch musikalisch. Was der EP Titel Temporär Musik vermuten lässt, nämlich dass da irgendwelche experimentelle Musik gespielt wird stimmt nur teilweise. Sie bewegen sich zwischen gutem 60er Sound mit klaren Texten gegen den Kapitalismus oder über die Hoffnungslosigkeit. Sie fühlen sich im Song „Mother Soul Alone“ eben „Mutter Seelen Allein“. Interessante Musik aus dem Randbereich von Rock, leicht psychedelisch

CLOSET DISCO QUEEN

EP „Stadium Rock For Punk Bums“ (Hummus Records)

Closet Disco Queen kommen aus La Chaux-De-Fonds und sind Mitglieder der Coilguns. Es ist ein Duo, bestehnd aus dem Schlagzeuger und dem Gitarristen. Sie entstanden bei einer Coilgun Pause und machen immer wieder Sachen zusammen. Zuletzt erweitert als Closet Disco Queen and the Flying Raclettes. Nun haben sie zu zweit vier Songs aufgenommen, bzw. drei Songs und eine Spielerei. Gingen dann mit den Live Aufnahmen ins Studio und bauten dann Wände mit unzähligen Gitarren, Schlagzeug und Perkussion. War da der Mann am Regiepult, welcher auch zu Coilguns gehört auch noch mit Instrumenten beteiligt, wer weiss, spielt keine Rolle. Das Resultat geht recht ab. Kein Fingerflitzer Rock, sondern etwas gemütlicher aber mit viel Power. Da lässt sich nur sagen es rockt und lohnt sich anzuhören.

Fredi Hallauer

PALKO MUSKI

EP: „Bugs In The System“ (Boomerang Records/Irascible)

Die Musiker von Palko Muski aus Zürich können sich nicht ruhig halten und so nahmen sie in der Zwangspause gleich die Auswirkungen von Käfern auf die menschheit zum Anlass eine EP aufzunehmen. Inhaltlich geht es um die Käfer welche uns zum Schluss zu Erde verarbeiten, aber auch um die Käfer im System oder den verschiedenen Systemen, welche manchmal die menschlichkeit in Frage stellen. Kritische Texte sind es, mit viel Augenzwinkern. Dazu kommt die tanzbare Musik zwischen Balkanrock, Ska, Rock, Rap und was die Musiker sonst noch antreibt. Dazwischen kommt eine Backgroundsängerin zum Einsatz oder Streicher*innen versüssen den letzten Song. Eine vielseitige und spannende EP sowohl textlich wie musikalisch.

Fredi Hallauer

VELVET TWO STRIPES

Album: „Sugar Honey Iced Tea“ (Phonag Records)

Die drei Frauen sind mit ihrem dritten Album zurück in den Playern und auf der Bühne. Das neue Album hat neun herrlich kantige Songs. Bluesrock, Garage, FuzzRock und auch ein bisschen Psychedelik Blues Rock sind dabei. Alles schön rauh und dreckig. Beginnen wir am Anfang und hören uns diese fiebrige Einleitung von „Fever“ an, welche dann in einem Fieberwahn endet. Über allem ist diese Stimme der Leadsängerin mit viel Schleifpapier Appeal und die beiden anderen Stimmen stehen dem in Nichts nach, wenn sie mit einstimmen. Dazu kommt natürlich die Leadgitarre, welche die guten alten 70iger Jahre Bluesrockzeiten heraufbeschwört und doch auch zeitgemäss klingt, einfach eigenständig. Der Bass pumpt kräftig die Energie hoch und der Gastschlagzeuger ist besorgt, dass alles zusammenhält, sollten sich die Frauen von ihrer Musik zustark treiben lassen. Bei „This House Is Built On Sand“ beginnt ein Banjo, aber nachher geht es in der Geschichte klar zur Sache. Ein Wahnsinnsalbum für alle die laute und rauhe Töne mit Gitarre und Stimme mögen, egal wie alt sie sind.

Fredi Hallauer

BASEMENT SAINTS

Album: „Stimulation“ (hertzhaft)

Die international besetzte Rockband hat ihren Standort in Aarau. In acht Monaten entstanden acht Songs, welche jetzt auf diesem Album zu hören sind. Basement Saints spielen klaren Rock, mit genügend Härte, Melodie, heissen Gitarrensoli und typischem Gesang. Rein klanglich dürfte das Album etwas transparenter sein, manchmal klingt alles etwas breiig. Die ruhigen Stücke wie „Beholden“ oder „Ghost“ klingen klanglich viel besser und sind ebenso mitreissend. Sicher eine tolle Band zum Schwitzen und so richtig abgehen. Ein Teil der Song ähnelt sich zu stark, also das Songwriting hat noch Luft nach oben.

Fredi Hallauer