NADJA ZELA

Interview:

Fredi Hallauer sprach per Skype mit Nadia Zela. Hier zu hören.

Album: „Greetings To Andromeda. Requiem“ (Patient Records/Irascible)

Die Musikerin aus Zürich verlor ihre Stimme, nachdem unerwarteten Tod ihres Mannes. Sie setzte sich mit Klängen auseinander und schrieb eine Musik zu den Fragen des Todes. Da fand sie die Stimme wieder. Nun ist es ein Rock Requiem von 75 Minuten Dauer geworden. Die Stimmen, nämlich auch die ihrer drei Musiker sind wichtig, egal ob im Vordergrund oder Hintergrund, ob klar oder verzerrt. Gitarrensounds bilden spezielle Klänge, welche auch die Stimmung verbreiten. Der Bass spielt melodiös, das Schlagzeug einfache gerade Rhythmen, dazwischen auch ein bisschen Elektronik, oder zur Stimmung passend ein Harmonium. Gesungen wird vorwiegend Englisch, aber ebenfalls mal Französisch und Mundart. Diese Musik kommt wirklich wie ein Requiem daher, musikalisch spröd, minimal, oft soft aber da und dort auch mal kräftig, vor allem auch das Schlagzeug hat diesen Trauermarsch Beat im Repertoire. Diese Musik kann man nicht wirklich beschreiben, man muss sie sich anhören und das lohnt sich.

Fredi Hallauer

DEAR MISSES

Album: “ Monster’s Mother“ (Monobuster Records/Irascible)

Das Quartett kommt aus dem Muotathal, Kanton Schwyz und dies ist ihr drittes Album. Sie spielen Bluesadelic und bleiben diesem Stil treu. Schöne Geschichten, ausgedehnte Soli, verzerrte Gitarren, aber auch fast folkige in die Nähe des Americana rückende Songs gibt es hier zu hören. Die Vier verstehen ihr musikalisches Handwerk, das heisst sie holen aus ihren Instrumenten das raus was sie wollen ohne Elektronik zu Hilfe zu nehmen. Übermütiges und Trauriges gibt es zu hören, wie das im Leben so ist. Ein Album einer jungen Band, welches viel Beachtung finden sollte.

Fredi Hallauer

FELIX RABIN

Album: „Pogboy“ (Phonag)

Der in der Schweiz lebende Gitarrist debütiert mit einem Album. Bis jetzt stand er auf vielen Bühnen mit bekannten Musikern. Er gewann auch Preise als Gitarrist. Sein Album ist etwas durchzogen. Seine kräftige E-Gitarre klingt zwischen Rock und Jazz, eher auf die druckvolle und härtere Art. Félix Rabin ist kein Flitzefinger, wer hier einen filigranen Gitarristen erwartet, kommt nicht auf seine Rechung. Er singt englisch. Was dem in Neuchatel lebenden Musiker fehlt, ist ein gutes Songwriting, da ist noch viel Luft nach oben vorhanden.

Fredi Hallauer

TRYBGUET

Album: „So Wyt So Guet“ (6003 Records)

Trybguet ist eine neue Band mit Padi Bernhard (ex Mash) und Musikern aus verschiedenen Bands wie Lockstoff oder Rocktail. Dieses Debütalbum hat die Band selber produziert und in Nashville abmischen lassen. Dies sagt auch schon etwas über den Sound aus, er ist ganz klar amerikanisch geprägt, mit einem Schuss Countryrock. Padi Bernhard schrieb die Songs, mit einer Ausnahme. Der Coversong stammt von Polo Hofer und Marianna Polistena und ist „Wiene Falter zum Füür“ eine fast vergessene Perle aus den Zeiten von Schmetterding. Als letztes haben Trybguet noch den Mash Hit „Ewigi Liäbi“ aufgenommen, welcher mir in der Mash Version, besser gefällt. Der Sound von Trybguet ist sehr erfrischend, gerade heraus rockig und gewinnt durch die Sängerin Sarah Heer, welche nicht nur Background singt, sondern auch Harmony und Lead, sowie Duett. Die Lieder erzählen von der Liebe, von früher und zu Hause sein. Meine Favoriten sind „Soundtrack“, wo vom Soundtrack des Lebens oder den Songs welche alte Erinnerungen wecken, die Rede ist. Der zweite Favorit ist „Det woni aneghör“ eine wunderschöne Ballade. Dieses Album stieg nicht vergeblich hoch in die Charts ein, Trybguet haben das verdient und man darf offenbar auf mehr gespannt sein.

Fredi Hallauer

ANNIE TAYLOR

Album: „Sweet Mortality“ (Taxi Gauche Records)

Dies ist das Debütalbum der Zürcher Rockband. Es geht in ihrer Musik kräftig zur Sache. Sie spielen Rock zwischen Grunge, Punk und Indie Rock. Auffallend ist der Gesang der Sängerin. Sie singt mit viel Power und meist so richtig herrlich aufmüpfig und kratzbürstig, sie kann aber durchaus auch mal liebevoll klingen. Der Bass gefällt auch sehr, er macht Dampf und lässt es rocken und rollen. Der Sound hat ein ausgeklügeltes Design. Während der Bass die untere Lage der Gesangsstimme übernimmt, mindestens im Power, verziert die Gitarre die Zwischenräume und das Schlagzeug treibt das ganze weiter vorwärts. Annie Taylor ist eine Schweizer Rockband, die schon lange gefehlt hat.

Fredi Hallauer