ANDRINA BOLLINGER

Album: „Island Of Way Back“ (Mouthwatering Records)

Dies ist das zweite Album der Avant Pop Sängerin. Sie produzierte das Album vorwiegend selber, mit Ausnahme von vier Stücken. Diese Stücke wurden von Mike Lindsay produziert. Im Weiteren spielte Arthur Hnatek das Schlagzeug und Jules Martinet den Bass. Andrina Bollinger sang, spielte Gitarre, Klavier und Synthesizer. Die Lieder erzählen vom Innehalten. Es sind kleine Proteste gegen das Tempo der heutigen Zeit, und sie stellen die Fragen, die aus dem Innehalten entstehen. Was ist, wenn ich nicht mitgehe, dreht sich die Welt dann ohne mich, und weitere solche Fragen. Das Album ist glasklar produziert. Musikalisch macht es uns Andrina Bollinger nicht nur einfach. Da werden Avantgarde Pop mit Jazz vermischt und das manchmal fast bis zum Postpunk getrieben. Wenn man den Zugang gefunden hat, wird es ein sehr attraktives Album voller guter Musik.

Fredi Hallauer

ELIO RICCA

Album: „Emotional Hardcore“ (Mouthwatering Records)

Das Schweizer Duo spielt im Widerspruch des Albumtitels. Einmal sind sie emotional und in wenigen Sekunden darauf Hardcore. Sie pendeln zwischen hartem Elektropop und Postpunk. Schöne Hooks, vertrackte Beats oder Texte, die ein Mantra sein könnten, dies und noch viel mehr gibt es in den Songs auf dem neuen Album zu hören. Sie klingen sehr eigenständig und sind sicher nicht jedermanns Sache. Flexible und neugierige Menschen finden sicher Gefallen an dieser Musik.

Fredi Hallauer

POLAR KLUB

Album: „Picturesque“ (Irascible)

Die jungen Musiker der Berner Band sind wütend über vieles, was im Moment auf der Welt vor sich geht. Sie versuchen aber, ihre Wut in Kreativität umzuwandeln. Das Resultat ist ihre Art Postpunk und Shoegaze. Nicht immer ist es gelungen, gelassen und sanftmütig zu sein, das Lächeln hört man oft zwischen den Zeilen. Es ist ein schönes Stück Rockmusik. Die Songs gleichen sich etwas stark, oder der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs ist nicht vorhanden. Im Songwriting gibt es also noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Fredi Hallauer